Einwand zur guten Regel und seine Widerlegung… Fruchtbares und unfruchtbares Lesen… Die notwendige Vorbereitung des Herzensackers – Objection to the good Rule and its Refutation… Fruitful and unfruitful Reading… The necessary Preparation of the Hearts Soil

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flagge de  2. Einwand zur guten Regel und seine Widerlegung

2. Fruchtbares und unfruchtbares Lesen…
Die notwendige Vorbereitung des Herzensackers

Fortsetzung Einleitung… Einwand zur guten Regel und seine Widerlegung
Schrifttexterklärungen – Jesu Auslegung verschiedener Bibeltexte
Aufgezeichnet durch Jakob Lorber am 21.12.1843

Offenbarungen mit ausführlichen Erklärungen und Auslegungen zahlreicher wichtiger und bisher schwer deutbarer Bibelstellen durch Jesus selbst. Ein wichtiges Buch vor allem für jene, die Neuoffenbarungen auf ihre geistige Übereinstimmung mit der Bibel prüfen und die biblischen Texte besser verstehen wollen.

Der Herr spricht:
1. Es wird zwar jemand hier sagen: »Solches ist ganz richtig, dass man nur durch ein tatsächliches Lesen (Tätig werden danach) die wahre Frucht des Lesens ernten kann; aber wenn jemandem so viel Material gegeben wird, so kann man es ja doch des Tuns wegen beiseite stellen und davon nur so viel lesen, wovon man überzeugt ist, dass man es in die Tätigkeit aufnehmen kann?!

2. »Man bedenke nur die grosse Masse des Gegebenen in der Heiligen Schrift des Alten wie des Neuen Testamentes, dann daneben die übergrosse Masse wahrhaft geistig-exegetischer (erklärender) Bücher! Wenn man alles das nur nach dem Grade der Tätigkeit lesen würde, fürwahr, da möchte man wohl sein ganzes Leben hindurch im höchsten Falle kaum mit ein paar Kapiteln fertig werden!«

3. Ich aber sage: Die Sache von diesem Standpunkte betrachtet, hat der Einwender freilich wohl recht; denn wenn man nur so viel und nicht mehr lesen möchte, als von wieviel man umständlich überzeugt ist, es tatsächlich auszuüben, dann freilich wären noch ein paar Kapitel zuviel! Aber diese Sache von einem andern Standpunkte aus betrachtet, wird des gegebenen Materials nie zuviel, und der Leser kann alles Gelesene alsogleich in die Tatsächlichkeit umwandeln!

4. Denn man könnte ja auch beispielsweise sagen: So irgendein Landmann im Besitze eines grossen Stückes guterdigen Ackers ist, der ihm eine hundertfältige Ernte abwirft, warum besät er denn den ganzen Acker?! Ein Zehntel desselben trägt ja so viel, was der Landmann für seinen Bedarf vonnöten hat!

5. Ich frage aber: Wenn dieser Landmann den ganzen Acker besät mit gutem Korne und der Acker bringt ihm hundertfältige Ernte, davon ein Zehntel zu seinem Unterhalte genügt, werden ihm darum die überflüssigen neun Zehnteile zum Schaden sein? – O sicher nicht! Denn die Hälfte von dem Überflusse kann er an Dürftige verteilen, die ihm dafür überaus dankbar sein werden, und die andere Hälfte des Überflusses kann er auf den Markt bringen; und da es ein gutes Getreide ist, so wird er viele Käufer finden, die es ihm um vorteilhafte Preise abnehmen werden, und er kann dann mit dem gewonnenen Gelde sein anderes Hauswesen bestellen und wird dadurch ein ansehnlicher und reicher Landmann werden.

6. Nun sehet, aus diesem Beispiele geht klar hervor, dass, so jemand in sich einen guten Acker hat und hat dazu des guten Samens in grosser Menge, da soll er in der Aussaat nicht sparsam sein! Denn wer reichlich sät, der wird auch reichlich ernten; wer aber sparsam sät, der wird sparsam ernten! Und was braucht es denn dazu? Wenn einmal nur das Erdreich des Ackers gut bearbeitet ist, so möget ihr auf demselben noch soviel guten Kornes aussäen, und es wird dennoch kein Korn zugrunde gehen in dem guten Erdreiche, sondern ein jedes Korn wird seinen reichlichen Halm schiessen!

7. Ebenso ist es auch in dieser Sache, was eben durch das Lesen die geistige Aussaat des Wortes betrifft!

8. Zur Bearbeitung des geistigen Bodens braucht der Mensch nicht mehr als die zwei Gebote der Liebe; mit diesen bearbeitet er gar leicht seinen geistigen Acker. Ist dieser bearbeitet, dann kann jeder so viel in desselben Erdreich säen, als er nur immer kann und mag; oder er kann so viel des guten Gegebenen lesen, als er nur irgend desselben sich in gerechter Menge verschaffen kann – die ganze Heilige Schrift und alle auf dieselbe Bezug habenden Erklärungen, und er wird nichts aus allem dem in sich aufnehmen, was ihm nicht eine reichliche Ernte abgeben sollte.

9. Denn der Unterschied zwischen dem unfruchtbaren und dem fruchtbaren Lesen besteht in dem:

10. So jemand z.B. sich durch das alleinige Lesen möchte bearbeiten und erwecken, so gleicht dieses Unternehmen gerade dem, als so da jemand möchte auf einem unbearbeiteten Acker, der weder gedüngt, noch gepflügt ist, den Samen ausstreuen. Werden da nicht alsbald die Vögel aus der Luft kommen und denselben in kurzer Zeit zum grossen Teile auffressen?! Und wird ein geringer Teil, der unter das Unkraut des Ackers fiel, nicht alsbald von selbem erstickt werden, auf dass da am Ende zur Zeit der Ernte auch nicht ein Korn in einen Halm geschossen irgendwo zu erblicken sein wird?!

11. Wenn aber der Sämann oder der Leser keine Ernte seiner Mühe erblickt, wird er da nicht missmutig und verwünscht endlich den Acker und all das gesäte Korn, das ihm zu keiner Ernte ward?!

12. Auf Deutsch gesagt; solche Menschen werden dann ungläubig, fallen von der ganzen guten Sache ab und halten sie am Ende für einen puren Betrug.

13. Aber ganz anders ist es, so da jemand vorher durch die wahre Liebe Mir und dem Nächsten seinen Geist lebendig oder vielmehr aus Mir heraus frei gemacht hat und hat eben dadurch seinen Acker gehörig gedüngt und gepflügt; der liest dann die Schriften Meiner Gnade und Erbarmung nicht, damit diese ihn zu einem guten Acker erst bearbeiten sollen, sondern er liest sie aus dem Grunde, um Mich, der Ich in ihm den Geist durch seine Liebe zu Mir erweckt habe, fortwährend von Angesicht zu Angesicht mehr und mehr zu beschauen und dadurch auch möglicherweise stets mehr und mehr zu wachsen in der Liebe zu Mir und daraus zum Nächsten.

14. Wird er in diesem Falle nicht jedes Wort von Mir lebendig finden und ewig wahr, so er in sich selbst vorher schon lebendig ist?! Ist er aber nicht vorher in sich selbst lebendig, wird da nicht selbst das lebendigste Wort in ihm ertötet werden?!

15. Werfet Goldstücke in eine stinkende Pfütze, und das grobe schweflige Salz der Pfütze wird die Goldstücke auflösen und sie ebenfalls in den schmutzigen Schlamm verwandeln; werfet aber im Gegenteil unedlere Metalle in eine echte Goldtinktur, so werden sie alle am Ende dem edlen Golde gleich werden!

16. Sehet, also ist es auch gerade hier der Fall! Durch das Lesen Meines Wortes, wie durch das Anhören desselben, kann ein jeder Mensch für sich und seine Brüder einen unermesslichen Gewinn überkommen, wenn er sich selbst zuvor durch die Beachtung der zwei Gesetze zu einer Goldtinktur umgewandelt hat; wenn er aber noch eine Pfütze ist, da werden noch soviele in dieselbe geworfene Goldstücke sie (die Pfütze nämlich) sicher nicht zu einer Goldtinktur machen.

17. So heisst es ja auch: »Der da hat, dem wird’s gegeben werden, dass er in der Fülle habe; wer aber nicht hat, der wird aber auch (noch) verlieren, was er hat!« (Matthäus.13,12) Unter ‘haben’ wird hier verstanden: im Besitze eines guten, gedüngten und gepflügten Ackers sein oder in sich selbst sein ein vollkommenes Gefäss, voll der echten wahren Goldtinktur, welche da ist ein freier lebendiger Geist. Unter ‘nicht haben’ aber wird verstanden: einen Samen auf ein unbearbeitetes Feld streuen, wodurch der Sämann nicht nur keine Ernte zu erwarten hat, sondern er verliert auch den Samen, den er ausgestreut hat; oder es heisst auch: in sich eine grobschwefelsalzhaltige Pfütze sein, welche nicht nur nimmer zu einer Goldtinktur durch das hineingeworfene Gold umgewandelt werden kann, sondern es geht das Gold, das hineingeworfen wurde, noch obendrein rein verloren.

18. Ich meine, das dürfte doch so ziemlich klar sein, – oder wer beim Lichte dieser Fackel die Wahrheit noch nicht ersieht, der dürfte wohl schwerlich je von seinem Augenstare befreit werden! Da aber, wie schon gesagt, der blinde Mensch des Lichtes nie zu viel hat, so will Ich auch bei der Gabe dieser Sonne noch gegen das Ende das Licht aller Zentralsonnen auf einen Punkt zusammenziehen, damit sich in solchem allerheftigsten Lichte um so klarer wird entnehmen lassen, wer da im Ernste ganz vollkommen blind ist! – Nächstens darum solcher Nacherinnerungen mehr!

flagge en  2. Objection to the good Rule and its Refutation

2. Fruitful and unfruitful Reading… The necessary Preparation of the Hearts Soil

Introduction Continuation… Objection to the good Rule and its Refutation
Scripture explanations – Jesus’ interpretation of several different bible passages
Written down through Jacob Lorber on the 21.12.1843

Revelations with extensive explanations and interpretations of many important Bible passages by Jesus Himself, which have been difficult to interpret up until now. An important book, especially for those who compare the new revelations with the Bible, to check, if they correspond spiritually and for those who want to understand the bible scriptures better.

Thus says the Lord:
1. Someone will say here: “It is quite true that one can reap the true fruit of reading only through true reading, that is, putting it into practice; but if someone is given so much material, can he not set it aside for the sake of doing and read only as much of it as he is convinced he is able to put into practice?!”

2. “Just consider the vast amount of material provided in the Holy Scriptures of both the Old and New Testaments, and alongside that, the enormous volume of truly spiritual-exegetical (explanatory) books! If one were to read all of that only to the extent that one can put it into practice, truly, one would hardly manage to get through more than a few chapters in one’s entire lifetime, at best!”

3. But I say: From this point of view, the objector is certainly correct; for if one were to read only as much, and no more, than one is thoroughly convinced one can actually put into practice, then even a few chapters would indeed be too many! But viewed from another perspective, there is never too much of the material provided, and the reader can immediately put everything he has read into practice!

4. For one might also say, for example: If a farmer owns a large plot of fertile land that yields a hundredfold harvest, why does he sow the entire field?! A tenth of it yields enough to meet the farmer’s needs!

5. But I ask: If this farmer sows the entire field with good grain and the field yields a hundredfold harvest, of which one-tenth is sufficient for his sustenance, will the surplus nine-tenths be a burden to him? Oh, certainly not! For he can distribute half of the surplus to the needy, who will be exceedingly grateful to him, and he can bring the other half of the surplus to market; and since it is good grain, he will find many buyers who will purchase it from him at favorable prices, and he can then use the money earned to manage his other household affairs and thereby become a prosperous and wealthy farmer.

6. Now look, this example clearly shows that if someone has good soil and plenty of good seed, he should not be stingy when sowing! For whoever sows generously will also reap generously; but whoever sows sparingly will reap sparingly! And what does it take? Once the soil of the field has been well tilled, you may sow as much good seed as you like upon it, and yet not a single seed will perish in the good soil; rather, every seed will sprout a bountiful stalk!

7. So it is in this matter as well, concerning the spiritual sowing of the Word through reading!

8. To cultivate the spiritual soil, one requires nothing more than the two commandments of love; with these, he can easily cultivate his spiritual field. Once this soil has been tilled, everyone can sow as much into it as they are able and willing; or they can read as much of the good material provided as they can obtain in a reasonable amount, the entire Holy Scripture and all the explanations pertaining to it, and they will absorb nothing from all of it that will not yield them a bountiful harvest.

9. For the difference between fruitless and fruitful reading lies in this:

10. If, for example, someone wishes to cultivate and awaken himself through reading alone, this endeavor is just like someone attempting to sow seed in an uncultivated field that has been neither fertilized nor plowed. Will not the birds swoop down from the sky at once and devour most of it in short order?! And will not the small portion that fell among the weeds of the field be choked by them, so that, in the end, during harvest time, not a single grain will be seen to have sprouted into a stalk anywhere?!

11. However, should the sower or the reaper behold no harvest from his labor, will he not become disheartened and finally curse the field and all the seed that was sown upon it, having yielded him no harvest?!

12. To put it plainly: Such people then become unbelievers, they fall away from the good cause entirely, and ultimately they will regard it as nothing but pure deception.

13. Yet it is quite different when someone has previously, through true love for Me and for his neighbor, invigorated his spirit, or rather, set it free out of Me, and thereby properly fertilized and plowed his field; he then does not read the Scriptures of My grace and mercy so that they may first prepare him to become good soil, rather he reads them in order to behold Me continually, the One who has awakened the spirit within him through his love for Me. And perhaps he thereby seeks to grow ever more in his love for Me and, as a result, for his neighbor as well.

14. In this case, will he not find every word of Mine to be alive and eternally true, if he is already alive within himself?! But if he is not already alive within himself, will not even the most living word be repressed within him?!

15. Throw pieces of gold into a stinking puddle, and the coarse, sulfurous salt of the puddle will dissolve the pieces of gold and transform them into the filthy mud as well; but if, on the contrary, you throw base metals into a genuine gold tincture, they will all eventually become like the noble gold!

16. Behold, this is precisely the case here as well! By reading My Word, just as by listening to it, every man may gain an immeasurable benefit for himself and his brothers, provided he has first transformed himself into a gold tincture by observing the two laws; but if he is still a puddle, then no matter how many gold pieces are thrown into it, they will certainly not turn the puddle into a gold tincture.

17. For it is written: “To the one who has, more will be given, so that he may have an abundance; but the one who does not have will lose even what he has!” (Matthew 13:12) “To have” here means: To be in possession of a good, fertilized, and plowed field, or to be within oneself a perfect vessel, full of the genuine, true gold tincture, which is a free, living spirit. “Not having,” however, means scattering seed upon an uncultivated field, whereby the sower not only will have no harvest to expect, but also loses the seed he has scattered; or it means this: To be within oneself a puddle containing coarse sulfur salt, which not only can never be transformed into a gold tincture by the gold thrown into it, but on top of that, the gold that was thrown in is entirely lost.

18. I think this should be pretty clear now, though anyone who still cannot see the truth by the light of this torch will likely never be freed from the blindness! However, since, as I have said before, the blind man can never have too much light, I will, towards the conclusion of the gift of this sun, concentrate the light of all central suns into a single point, so that in this most intense of lights it may become all the clearer who is, in earnest, completely blind! – Therefore, more of these recollections soon!