Das Nachtgespräch Jesu mit Nikodemus – The Lord’s Discussion with Nicodemus

<= Zurück zur Übersicht – Back to Overview

Das Nachtgespraech von JESUS mit Nikodemus - Grosses Johannes Evangelium Band 1 - Jakob Lorber The Lords discussion with Nicodemus - The Great Gospel of John Volume 1 - Jakob Lorber
=> VIDEO   => PDF   => AUDIO… => VIDEO   => PDF   => AUDIO…

flagge de  Das Nachtgespräch zwischen Jesus und Nikodemus… Kapitel 17-22

Das Nachtgespräch zwischen Jesus und Nikodemus… Kapitel 17-22
DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES – BAND 1

Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber
Einleitende Informationen

Die Begebenheit mit Nikodemus, Pharisäer und Bürgermeister von Jerusalem, also einem “Obersten unter den Juden”, beleuchtet gleich mehrere, äusserst wichtige Themen. So wird offensichtlich, wie hinderlich das materielle Denken und die menschliche Weisheit für das Erkennen Jesu und Seiner Lehre sind.

Es wird dargestellt, was die eigentliche Bedeutung des Begriffes “Wiedergeburt aus Wasser und Geist” ist. Zu guter Letzt erstaunt die Einfachheit des Weges aus dieser scheinbar ausweglosen Situation, auf welche der Herr in seiner phantastischen Weisheit gelenkt hat.

Während im Evangelium Johannes gerade mal 21 Verse des dritten Kapitels die Begegnung beschreiben, ist diese im Grossen Evangelium ganze sechs Kapitel lang, was einerseits auf die Wichtigkeit und andererseits auf die Geduld Jesu hinweist.
Nachfolgend nun eine Sammlung der Schlüsselstellen:

Das Nachtgespräch Jesu mit Nikodemus (Kap.17-22) … Der Herr spricht …
17,3 … es kamen sozusagen bei Tag und Nacht in Masse Menschen aller Klassen aus der Stadt zu Mir. Die Armen kamen gewöhnlich am Tage, die Großen, Vornehmen und Reichen aber gewöhnlich in der Nacht, denn sie wollten sich vor ihresgleichen nicht schwach und verfänglich zeigen.

18,1 Es kam aber in der vorletzten Nacht Meines Aufenthaltes in der Nähe von Jerusalem ein gewisser Nikodemus ebenfalls in der Nacht zu Mir, weil er auch ein Vornehmer Jerusalems war; denn er war fürs erste ein Pharisäer, also ungefähr in Amt, Würde und Ansehen das, was gegenwärtig in Rom ein Kardinal ist, und fürs zweite war er als ein reichster Großbürger Jerusalems auch der Oberste der Juden in dieser Stadt; er war der oberste Bürgermeister über die ganze Stadt, von Rom aus dazu bestimmt.

18,2 (Ev.Joh.3,2) Dieser, als der Chef Jerusalems in bürgerlicher Hinsicht, kam also selbst in der Nacht zu Mir hinaus und sprach sogleich zu Mir: „Meister! Vergib es mir, daß ich so spät in der Nacht zu Dir komme und Dich störe in Deiner Ruhe; da ich aber vernahm, daß Du diese Gegend verlassen wirst schon des morgigen Tages, so konnte ich nicht umhin, Dir meine gebührende Achtung zu bezeugen. Denn siehe, ich und mehrere meines Amtes wissen es nun, nachdem wir Deine Taten beobachtet haben, daß Du als ein ganz echter Prophet, von Gott gesandt, zu uns gekommen bist! Denn die Zeichen, die Du tust, kann niemand verrichten, außer es ist Jehova mit ihm! Da Du sonach ein offenbarer Prophet bist und sehen mußt, wie sehr wir im argen liegen, uns aber dennoch durch Deine Vorgänger das Gottesreich verheißen ist, so sage mir gefälligst, wann dieses kommen wird, und so es kommt, wie man beschaffen sein muß, um in dasselbe zu gelangen?“

18,3 (Ev.Joh.3,3) Auf diese Frage des Nikodemus antwortete Ich ebenso kurz, wie es der Vers angibt, nämlich: „Wahrlich, wahrlich sage Ich dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, sonst kann er das Reich Gottes weder sehen und noch weniger in dasselbe kommen!“, was soviel sagen will als: „So du deinen Geist nicht durch Wege, die Ich dir mit Meiner Lehre und Tat zeige, erweckest, kannst du das göttlich Lebendige Meines Wortes nicht einmal erkennen, geschweige in dessen lebengebende Tiefen eindringen!“

18,4 Daß der sonst biedere Nikodemus solche Meine Rede, wie der Verfolg es zeigen wird, nicht begriffen hat und sich an ihm alsogleich bewahrheitete, daß man nämlich das göttlich Lebendige Meines Wortes nicht von ferne hin fassen kann, so man nicht geweckten Geistes ist, zeigt klar und deutlich der nächste Vers, laut dem Mich Nikodemus, ganz verblüfft ob solcher Meiner Rede, fragt und sagt:

18,5 (Ev.Joh.3,4) „Aber, lieber Meister, was Sonderbares doch sprachst Du vor meinen Ohren? Wie möglich wohl kann ein Mensch noch einmal geboren werden? Kann denn ein Mensch, der groß, alt und steif geworden ist, durch das enge Pförtchen in seiner Mutter Leib steigen und sodann daraus zum zweiten Male geboren werden?! Sieh, sieh, lieber Meister, das ist eine völlig unmögliche Sache! Entweder weißt Du vom kommenden Gottesreiche nichts oder wenigstens nicht das Rechte, oder Du weißt darum und willst es aber mir nicht sagen aus Furcht, daß ich Dich aufgreifen und ins Gefängnis werfen ließe. Oh, des sei du völlig unbesorgt; denn ich habe noch nie jemanden seiner Freiheit beraubt, außer er war ein Mörder oder ein großer Dieb. – Du aber bist ein großer Wohltäter der armen Menschheit und hast nahe alle Kranken von Jerusalem geheilt, wunderbar durch die Kraft Gottes in Dir; wie sollte ich dann mich an Dir vergreifen können?!

18,6 Aber glaub es mir, lieber Meister, mir ist es ernst um das kommen sollende Gottesreich! Darum, so Du davon etwas Näheres kennst, sage es mir auf eine Weise, daß ich’s fassen kann! Gib Himmlisches mit himmlischen und Irdisches mit irdischen Worten, aber in wohlverständlichen Bildern, sonst nützt mir Deine Belehrung noch weniger als die altägyptische Vogelschrift (Hieroglyphen), die ich weder lesen und sonach noch weniger verstehen kann. Ich weiß es nur zu bestimmt aus meinen Berechnungen, daß das Reich Gottes schon da sein muß, nur weiß ich noch nicht, wo und wie man in dasselbe kommt und in dasselbe aufgenommen wird. Diese Frage möchte ich von Dir ganz verständlich und klar beantwortet haben.“

18,7 (Ev.Joh.3,5) Auf diese abermalige Frage gab Ich dem Nikodemus genau wieder die Antwort, wie sie in vorstehendem 5. Verse (von Joh.3) vorkommt; sie ist von der ersten nur dadurch unterschieden, daß es hier näher bestimmt wird, woraus man eigentlich wiedergeboren werden muß, um ins Gottesreich zu kommen, nämlich aus dem Wasser und aus dem Geiste, was soviel sagen will als:

18,8 Die Seele muß mit dem Wasser der Demut und Selbstverleugnung gereinigt werden (denn das Wasser ist das urälteste Symbol der Demut; es läßt alles aus sich machen, ist zu allem dienstfertig und sucht sich stets die niedersten Stellen der Erde aus und fliehet die Höhen) und dann erst aus dem Geiste der Wahrheit, die eine unreine Seele nie fassen kann, da eine unreine Seele gleich ist der Nacht, während die Wahrheit eine Sonne voll Lichtes ist, die allenthalben Tag um sich verbreitet.

18,9 Wer demnach in seine durch die Demut gereinigte Seele die Wahrheit aufnimmt und diese tatsächlich als solche erkennt, den macht dann ebensolche Wahrheit im Geiste frei, und diese Freiheit des Geistes oder das Eingehen des Geistes in solche Freiheit ist dann auch das eigentliche Eingehen in das Reich Gottes.

18,10 Aber eine solche Erklärung gab Ich freilich dem Nikodemus nicht, und das darum nicht, weil er sie in seiner Erkenntnissphäre noch weniger begriffen hätte als den kurzen verhüllten Grundsatz selbst. Er fragte Mich daher auch wieder, wie solches zu verstehen wäre.

19,4 (Ev.Joh.3,7) Sage Ich zu ihm: „Ich habe zu dir schon gesagt, daß du dich dessen nicht gar so wundern sollst, so Ich zu dir gesagt habe: Ihr müsset alle von neuem geboren werden!“

19,5 (Ev.Joh.3,8) „Denn sieh, der Wind wehet, wo er will, du hörest sein Sausen, aber du weißt es dennoch nicht, von wo er ursprünglich herkommt; also steht es auch mit einem jeden, der aus dem Geiste kommt und spricht dir gegenüber. Du siehst und hörest ihn wohl; aber da er in seiner geistigen Weise zu dir spricht, so fassest und verstehest du solches nicht, woher er’s hat und was er damit sagt und bezeichnet. Da du aber ein redlicher Weiser bist, so wird es dir zur rechten Zeit schon auch gegeben werden, daß du solche Dinge fassen und verstehen wirst.“

19,6 (Ev.Joh.3,9) Hier schüttelt Nikodemus bedenklich den Kopf und sagt nach einer Weile: „Da möchte ich es von Dir wohl erfahren, wie so etwas zugehen würde! Denn was ich weiß und verstehe, das weiß und verstehe ich in meinem Fleische; wird das Fleisch mir genommen, da werde ich wohl kaum mehr etwas fassen und verstehen! – – Wie, wie – werde ich als Fleisch zu einem Geist, und wie wird meinen Geist dann ein anderer Geist in sich aufnehmen und dann von neuem gebären?! – Wie, wie möglich wird das zugehen?!“

19,7 (Ev.Joh.3,10) Sage Ich zu ihm: „Aber – ein weisester Meister in Israel bist du und kannst solches nicht fassen und begreifen?! – Wenn aber du das nicht fassen kannst als ein Meister der Schrift, was soll dann erst mit vielen anderen werden, die von der Schrift kaum so viel wissen, daß es einst einen Abraham, Isaak und Jakob gegeben habe?“

20,1 (Ev.Joh.3,13-15) (Der Herr:) „Sieh, niemand fährt gen Himmel als allein Der, Der vom Himmel herniedergekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, Der gleichfort im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß auch des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben! Sage Mir, fassest du das?“

20,2 Sagt Nikodemus: „Lieber Meister! Wie sollte, wie könnte ich das?! In Dir ist eine eigene Art Weisheit; wie ich Dir schon einmal bemerkt habe, so könnte ich leichter die alte ägyptische Vögelschrift lesen als verstehen Deine Weisheit! Ich muß es Dir nun offen bekennen, daß ich, so mich nicht Deine gewaltigen Taten an Dich fesselten, Dich für einen Narren oder Streichmacher halten müßte; denn in Deiner Weise hat doch nie ein vernünftiger Mensch geredet! Aber Deine Taten zeigen, daß Du als ein Lehrer von Gott zu uns gekommen bist und in Dir eine Fülle göttlicher Macht und Weisheit vorhanden sein muß, ohne die es niemand möglich ist, solche Taten zu vollführen.

20,3 Wo aber das Eins rein göttlich ist, da muß auch das Zwei göttlich sein. Deine Taten, lieber Meister, sind göttlich, und so muß auch Deine Lehre vom Gottesreich auf Erden göttlich sein, ob ich sie fasse oder nicht! …

20,10 Sage Ich: „Du hast nun viele Worte gemacht und hast geredet wie ein Mensch, der von himmlischen Dingen keine Ahnung hat; aber es kann auch nicht anders sein, denn du bist in der Nacht der Welt und magst nicht erschauen das Licht, das aus den Himmeln gekommen ist, um zu erleuchten die Finsternis der Nacht dieser Welt. Einen Dämmerschein hast du wohl, aber dennoch erschauest du das nicht, was dir sozusagen auf der Nase sitzt!“

21,1 (Ev.Joh. 3,16) (Der Herr:) „Ich sage es dir: Gott ist die Liebe und der Sohn ist Dessen Weisheit. Also aber liebte Gott die Welt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn, d.h. Seine aus Ihm Selbst von Ewigkeit hervorgehende Weisheit, in diese Welt gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben sollen! – Sage Mir, verstehst du auch dieses nicht?!“

21,2 Sagt Nikodemus: „Es kommt mir wohl vor, als sollte ich es verstehen, aber im Grunde verstehe ich es doch nicht. Wenn ich nur wüßte, was ich aus dem Menschensohn machen sollte, da wäre ich dann schon so ziemlich in der Ordnung! Du sprachst nun auch vom eingeborenen Sohne Gottes, Den die Liebe Gottes in die Welt gab. Ist der Menschensohn und der eingeborene Gottessohn eine und dieselbe Individualität?“

21,3 Sage Ich: „Sieh her! Ich habe einen Kopf, einen Leib und Hände und Füße. Der Kopf, der Leib, die Hände und Füße sind Fleisch, und dieses Fleisch ist ein Sohn des Menschen; denn was da ist Fleisch, das kommt vom Fleische. Aber in diesem Menschensohne, Der Fleisch ist, wohnet Gottes Weisheit, und das ist der eingeborene Sohn Gottes. Aber nicht der eingeborene Sohn Gottes, sondern nur des Menschen Sohn wird gleich der ehernen Mosis-Schlange in der Wüste erhöhet werden, daran sich viele stoßen werden; die sich aber nicht stoßen, sondern glauben und sich halten werden an Seinen Namen, denen wird Er die Macht geben, Kinder Gottes zu heißen, und ihres Lebens und Reiches wird kein Ende sein fürder ewig.“

21,4 (Ev.Joh.3,17) „Du mußt aber nun nicht irgend ein Gericht dieser Welt erwarten, als etwa Kriege, Wasserflut oder gar ein alle Heiden verzehrendes Feuer aus den Himmeln; denn sieh, Gott hat Seinen eingeborenen Sohn (die göttliche Weisheit) nicht in die Welt (in dieses Menschenfleisch) gesandt, daß Er diese Welt richte (verderbe), sondern daß sie durch Ihn vollauf selig werde, das heißt, daß auch alles Fleisch nicht verderbe, sondern mit dem Geiste auferstehe zum ewigen Leben. (Unter Fleisch wird hier nicht so sehr das eigentliche Leibfleisch als vielmehr die fleischlichen Gelüste der Seele verstanden.) Aber um das zu erreichen, muß der Glaube in dem Fleische die materiellen Hoheitsgefühle zunichte machen, und zwar der Glaube an den Menschensohn, daß dieser aus Gott von Ewigkeit her geboren in diese Welt gekommen ist, auf daß alle das ewige Leben haben sollen, die an Seinen Namen glauben und halten werden!“

21,11 „Sieh, alle aber, die also gesinnt sind und also handeln, was da arg ist und böse, die sind es, deren Werke böse sind; wer immer solche Werke liebt und tut, der ist ein Feind des Lichtes und hasset dasselbe und wird darum sicher alles aufbieten, daß es mit ihm nicht ans Licht kommen möchte, damit seine argen Werke, von denen er es dennoch weiß, daß sie vom Lichte verpönt und gerichtet sind, nicht im Lichte in ihrer Häßlichkeit erkannt und bestraft werden möchten!

21,12 Und sieh, darin besteht das eigentliche Gericht; was du aber unter dem Gerichte verstehst, ist nicht das Gericht, sondern nur eine Strafe, die dem Gerichte folgt.

21,13 So du ein Liebhaber bist, in der Nacht zu wandeln, so ist schon das ein Gericht deiner Seele, daß du die Nacht mehr liebst als den Tag; so du darum aber leicht dich anstößt und dir gewaltig wehe tust oder gar in eine Grube oder in einen tiefen Graben fällst, so ist dann ein solcher Anstoß oder ein solcher Fall nicht das Gericht, sondern nur eine Folge des Gerichtes in dir, der du die Nacht liebst und den Tag hassest!“

21,14 (Ev.Joh.3,21) „Bist du aber ein Freund des Lichtes, des Tages, der Wahrheit aus Gott, so wirst du auch der göttlichen Wahrheit gemäß handeln und wirst sicher sehnlichst wünschen, daß deine Werke ans Licht vor aller Augen kommen möchten und offenbar werden vor jedermann; denn du weißt es, daß deine Werke, weil im Lichte der Wahrheit aus Gott getan, gut und gerecht sind und sonach Anerkennung und offenbare Belohnung verdienen!

21,15 Wer aber sonach ein Freund des Lichtes ist, der wird nicht in der Nacht, sondern am Tage wandeln und wird das Licht sogleich erkennen, weil er aus dem Lichte ist, und dieses Licht heißt – der Glaube des Herzens.

21,16 Wer demnach glaubet an den Menschensohn, daß Dieser ist ein Licht aus Gott, der hat schon das Leben in sich; wer aber nicht glaubt, der hat das Gericht schon in sich, und das Gericht ist eben der Unglaube selbst.

21,17 Ich meine, daß du Mich nun wohl begriffen haben wirst.“

22,3 Ich sage es dir: So jemand sucht den Menschensohn in der Zeitnacht, da er am Tage vor allen Menschen so etwas zu tun sich scheut, auf daß er bei ihnen nicht käme in einen Verruf, der wird das, was er sucht, nicht wohl finden. Denn das wirst du als Weisester der Juden wohl wissen, daß die Nacht, was immer für eine es auch sei, zum Suchen und Finden am wenigsten taugt. – Wer sonach den Menschensohn sucht, der muß Ihn am Tage und nicht in der Nacht suchen; dann wird sich Dieser schon finden lassen.

22,4 Nur das sage Ich dir: Gehe hin zu Johannes, der nun doch des Wassers wegen zu Enon nahe bei Salim tauft, der wird es dir sagen, ob der eingeborene Sohn Gottes schon da ist oder nicht! Dort sollst du Ihn kennenlernen!“

22,5 Sagt Nikodemus: „Ach, ach, lieber Meister, das wird schwerhalten! Denn ich habe tagtäglich Geschäfte über Hals und Kopf und kann davon nicht leichtlich abkommen! Bedenke, in der Stadt und in der nächsten Umgebung der Stadt leben samt den Fremden über achthunderttausend Menschen, für die ich als ihr Oberster viel und viel zu sorgen habe; dann harren nebst dem noch tägliche Tempelgeschäfte meiner, die ich nimmer zur Seite schieben kann.

22,7 Denn siehe, in mir ist eine große Veränderung vorgegangen! Ich liebe Dich, Du lieber Meister, mehr denn alles, was mir je teuer war, und diese Liebe sagt mir gewisserart: Du Selbst seiest eben Derselbe, dessentwegen Du mich ehedem nach Enon zu Johannes beschieden hast!? Es mag auch nicht also sein, wie ich’s in mir fühle; aber es sei da, wie ihm wolle, ich liebe Dich einmal aus meinem ganzen Herzen, indem ich in Dir einen großen Meister der echt göttlichen Weisheit erkenne. Haben auch Deine Taten, die vor Dir wohl niemand verrichtet hat, mich mit der tiefsten Verwunderung erfüllt, so hat mich aber Deine große Weisheit in meinem Herzen noch mehr gefangengenommen für Dich, Du lieber Meister! Ich liebe Dich! Sage es mir doch, spricht mein Herz ein rechtes Zeugnis über Dich aus?!“

22,8 Sage Ich: „Gedulde dich noch eine kleine Zeit, und es soll dir alles klar werden! In Kürze werde Ich wieder zu dir kommen und werde dein Gast sein; dann sollst du alles erfahren!

22,9 Folge aber dem Zuge deines Herzens, das wird dir in einem Augenblick mehr sagen als alle fünf Bücher Mosis und alle Propheten! Denn siehe, nichts ist wahr im Menschen als allein die Liebe! Halte dich daher an sie, und du wirst am Tage wandeln! …

flagge en  The Lord’s discussion with Nicodemus… Chapter 17-22

The Lord’s discussion with Nicodemus… Chapter 17-22
THE GREAT GOSPEL OF JOHN – VOLUME 1

From Jesus Christ revealed through the Inner Word by Jakob Lorber

The Lord says …
17,3 … For a great number of people from all walks of life came to Me from the city by day and night. The poor came usually by day, the great, distinguished and rich mostly by night, for they did not want to appear weak and treacherous to their own kind.

18,1 During the last but one night of My stay in the vicinity of Jerusalem, a certain Nicodemus came to me, also by night because he was a person of high rank in Jerusalem. He was not only a Pharisee – who as far as his office, high rank and reputation were concerned could be roughly compared to what at the present time a cardinal in Rome stands for – but he was also a very rich citizen of Jerusalem and chief of the Jewish Council in this city. He was the lord mayor over the entire city, appointed for this office by Rome.

18,2 (Ev.Joh.3,2) This one, as the head of Jerusalem in civic matters, came personally to Me by night and said: ‘Master, forgive me that I come to you so late at night and disturb you in your rest, but when I heard that you will be leaving here tomorrow already, I did wish to pay my respects to you, because I and several of my colleagues, after observing your deeds, are now convinced that you have come to us as a true prophet sent by God, For no one can perform the signs you do, except Jehovah be with him. Therefore, since you are obviously a prophet and must see in what a bad way we are, although the Kingdom of God has been promised to us by your predecessors, would you be good enough to tell me when this will come and, if it does come, what will be required of one to enter it?’

18,3 (Ev.Joh.3,3) My answer to this question of Nicodemus was quite as brief as quoted in the verse, namely: ‘In truth, in very truth I tell you: unless a man has been born over again, he cannot see the Kingdom of God, least of all enter it’, which is to say: ‘If you do not awaken your spirit through ways I show you by My teaching and acts, you cannot even recognize the divine life within My Word, let alone penetrate into its life-giving depths.’

18,4 That the otherwise upright Nicodemus – as is shown in the following – did not understand My words and promptly proved them to be true, namely, that the divine life of My Word cannot be comprehended from a distance unless one’s spirit is wide-awake, is clearly and plainly shown by the next verse according to which Nicodemus asks Me, quite disconcerted by My words:

18,5 (Ev.Joh.3,4) ‘But dear Master, what a peculiar thing have you said? How is it possible for a man to be born again? Can a man who has grown tall, old and stiff enter his mother’s womb through the narrow little door and then be born a second time? This, dear Master, is quite impossible. Either you do not know anything about the coming Kingdom of God, at least not the right thing. or you know, but do not wish to tell me, fearing that I might have you seized and thrown into prison. Oh, do not fear that, for I have never yet had anyone deprived of his freedom, except a murderer or bad thief. You are a great benefactor of poor mankind and have healed almost all the sick in Jerusalem in a miraculous way through God’s power within you. How could I then lay violent hands upon you?

18,6 Do believe me, dear Master, I am, taking the expected Kingdom of God very seriously. Therefore, if you do know any details about it, tell me in a way I can understand. Present heavenly things with heavenly and earthly things with earthly words in well comprehensible pictures, otherwise your information is of less use to me than the ancient Egyptian hieroglyphs which I cannot read, let alone understand. I only know from my calculations that the Kingdom of God must already be here, but so far I do not know where and how one can enter it and be received into it. I would like you to answer this question for me quite clearly, so that I can understand it.’

18,7 (Ev.Joh.3,5) To this reiterated question I gave Nicodemus exactly the same answer as it appears in the above quoted fifth verse. It differs from the previous one only in that here it is stated out of what one must actually be reborn in order to enter the Kingdom of God, namely, out of water and spirit which means to say as much as:

18,8 The soul must be cleansed with the water of humility and self-denial (for water is the most ancient symbol of humility, it allows everything to be done with it, serves in all things and always seeks for itself the lowest places on Earth, fleeing the heights) and only then by the spirit of truth, which an impure soul cannot ever conceive. An impure soul is like the night, whereas truth is a sun full of light, which causes to be day all around it.

18,9 Therefore, whoever absorbs truth into his soul cleansed through humility and really recognizes this as such, is set free in spirit through this truth. This freedom of the spirit, or the entering of the spirit into such freedom, is then also the actual entering into the Kingdom of God.

18,10 But I did not give Nicodemus such an explanation, because in his sphere of cognition he would have comprehended it even less than the short, veiled principle itself. Therefore, he asked Me again how this was to be understood.

19,4 (Ev.Joh.3,7) Say I to him: ‘I have already told you that you should not be so astonished when I say: You must all be born over again.

19,5 (Ev.Joh.3,8) For see, the wind blows where it will. You hear its sound, but you still do not know where it originally comes from. It is the same with everyone who comes from the spirit and speaks to you. You do see and hear him, but since he speaks to you in his spiritual way, you do not grasp it, nor do you understand from where he received it or what he actually says and means. But because you are an honest man of wisdom, it will be given you in due course that you can grasp and understand such things.’

19,6 (Ev.Joh.3,9) Here Nicodemus shakes his head doubtfully and says after a while: ‘Then I would like to hear from you how this is possible. For what I know and understand, I do know and understand in my flesh. Once my flesh has been taken from me, I shall hardly be able to grasp and understand anything any longer. How, oh how do I as flesh become a spirit, and how will another spirit then absorb my spirit and this be born again? How, oh how can this be possible at all?’

19,7 (Ev.Joh.3,10) Say I to him: ‘What? You are a wise master in Israel and cannot comprehend this? But if you, as a master of Scripture, cannot grasp this, what shall become of the many others who hardly know from the Scripture that there have once been an Abraham, Isaac and Jacob?

20,1 (Ev.Joh.3,13-15) The Lord, ‘Behold, no one ascends to Heaven except the one who has come down from Heaven, namely, the Son of Man who resides in Heaven. And as Moses in the wilderness lifted up a serpent, thus also the Son of Man must be lifted up, so that all who believe in Him may not be lost, but have eternal life. Tell Me, do you understand this?’

20,2 Says Nicodemus: ‘Dear Master, how could I understand it? You possess a strange kind of wisdom. As I mentioned before, it might be easier for me to read the ancient Egyptian hieroglyphs than understand your wisdom. I must now honestly admit that if I were not captivated by your mighty deeds, I would have to regard you as a fool or one who likes to play tricks, for no sensible man has ever spoken the way you do. But your deeds show that you have come to us as a teacher from God, and you must possess an abundance of divine might and wisdom without which no one is able to perform such acts.

20,3 And where the ‘one’ is purely divine, also the ‘two’ must be of God. Your deeds, dear Master, are divine and so must also be your teaching about the Kingdom of God on Earth, whether I understand it or not! …

20,10 I say: ‘That was a lengthy discourse, and you have spoken like a man who knows nothing of heavenly things. But it cannot be any different, for you are in the night of the world and not inclined to see the light that has come from the Heavens to illumine the darkness of the world’s night. You do possess a slight gleam, but still do not recognize what is practically under your very nose.’

21,1 (Ev.Joh. 3,16) I say: ‘I tell you: God is love and the Son is His wisdom. And God loved the world so much that He gave His only-begotten son, that is, His wisdom, emanating from Him from eternity, into this world that all who believe in Him may not die but have eternal life. Tell Me, is this too incomprehensible to you?’

21,2 Says Nicodemus: ‘I have the feeling as if I should understand it, but then I really do not understand. If only I knew where the Son of Man fits in, then I should be all right. You also spoke of God’s only-begotten Son, whom God’s love gave into the world. Are the ‘Son of Man’ and ‘God’s only-begotten Son’ one and the same individual?’

21,3 I say: ‘Look here. I have a head, a body and hands and feet. The head, the body, hands and feet are flesh, and this flesh is the Son of Man, for what is flesh comes from the flesh. but in this Son of Man who is flesh there dwells God’s wisdom, and that is God’s only-begotten Son. Not God’s only-begotten Son, but only the Son of Man will,
like the brazen Moses-serpent in the wilderness, be lifted up, and many will be taking offence at that. Those who do not take offence but believe and will adhere to His name, to them He will give the power to be called children of God, and their life and kingdom will be everlasting.

21,4 (Ev.Joh.3,17) You must not expect some judgment of the world as for instance wars, floods or even a fire from the Heavens consuming all the heathens. For see, God did not send His only-begotten Son (divine wisdom) into the world (into this human flesh) to judge (destroy) this world, but to fully save it, that is, that also the flesh might not perish, but may rise to eternal life together with the spirit. (Under flesh in this case not so much the actual flesh of the body is to be understood, but rather the fleshly desires of the soul.) However, in order to attain to this, the material feelings of exaltation in the flesh must be eradicated by belief, namely belief in the Son of Man that He has come into the world, born from eternity out of God, so that all shall have eternal life who believe in His name and adhere to it.

21,11 See, all those who are ill-disposed and act accordingly are the ones whose works are bad. Whosoever loves and practices such acts is an enemy of the light, hates it and will do all in his power to avoid it, so that his evil works, which he knows are tabooed by the light and judged, should not in the light be recognized in their ugliness and punished.

21,12 And see, therein consists the actual judgment, but what you understand as judgment, is not the judgment, but only a punishment following the judgment.

21,13 If you enjoy walking in the night, that is already a judgment of your soul, since you prefer the night to the day. But if you then knock against something and hurt yourself badly or even fall into a hole or deep ditch, such a knocking or fall is not the judgment, but only the consequence of the judgment within you who love the night and hate the day.

21,14 (Ev.Joh.3,21) If, however, you are a friend of the light, the day and the truth out of God, you will also act in accordance with divine truth and will surely long for your works to come to the light and be revealed to everyone, for you know that your works, because they were done in the light of truth out of God, are good and righteous and thus deserve appreciation and visible reward.

21,15 Therefore, who is a friend of the light will not walk in the night but by day, and he will recognize the light immediately, because he is from the light, and this light is called – faith of the heart.

21,16 Thus, whoever believes in the Son of Man that Jew is a light out of God, has already life within him. But who does not believe, has already the judgment within him, and the judgment is the very unbelief.

21,17 I think you will have understood Me now.’

22,3 I tell you: if someone seeks the Son of Man by night, afraid to do so during the day in front of all the people, thus risking his reputation, he will not find what he is seeking, for you, as a very wise man among the Jews, will surely know that the night, whatever kind of night it may be, is not at all suitable for seeking and finding. Therefore, who seeks the Son of Man must seek him by day and not by night, then he will allow himself to be found.

22,4 Only that I tell you: go to John who because of the water is at present baptizing at Enon near Salim. He will tell you whether the only-begotten Son of God is already here or not. There you shall get to know him.’

22,5 Says Nicodemus: ‘Oh, oh, dear Master, that will not be easy, for all my days are too busy. Bear in mind that in the city and nearest surroundings there are dwelling, including aliens, over 800,000 people whom I, as there head, have in my care. In addition to that I have to attend daily to temple business which cannot be put off…

22,7 For see, a great change has taken place within me. I love, my dear Master, more than anything I have ever valued, and this love tells me in a way: You yourself are the One for whose sake you bade me to Enon to John. Maybe it is not as I feel it within me, but be that as it may, I love you with all my heart since I recognize in you a great Master of true divine wisdom. Your deeds, the likes of which no one before you has ever performed, have filled me with deepest wonder, but your great wisdom had captivated my heart even more for you, you dear Master. I love you. Do tell me whether my heart gives a right testimony about you?’

22,8 I say: ‘Have a little more patience and everything will become clear to you. In a short while I will return to you and be your guest, then you shall come to know everything.

22,9 But do follow the prompting of your heart, which will teach you in a moment more than all the five books of Moses and all the prophets. For see, nothing in man is true, except love. Therefore, adhere to it and you will be walking by day. …