V1-K219-221… Die Nachtpredigt Jesu – The Night-Sermon of Jesus

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Das Grosse Johannes Evangelium - Kapitel 219-221 - Die Nachtpredigt Jesu The Great Gospel of John - Chapter 219-221 -The-Night-Sermon-of-Jesus - revealed through Jakob Lorber
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Die Nachtpredigt Jesu… Kapitel 219 – 221
DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES – BAND 1

Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Einleitende Informationen
Diese Begebenheit wird in der Bibel nicht erwähnt. In einem Ort namens Kis heilt der Herr viele Kranke – alle zur gleichen Zeit. Die Pharisäer, welche die Kranken begleitet haben, sehen in Jesus – zumindest vorerst – einen Essäer, nicht jedoch den Herrn.

Kapitel 219. Der positive seelische Zweck von Not und Leiden

1. Nach dem Abendmahle sagte Ahab: „Herr, daß ich über Dich schon von Jesaira her in der klarsten Ordnung bin über Deine Wesenheit, das versteht sich mehr als von selbst, und es hätte meinetwegen solch ungeheurer Zeichen nicht bedurft, um mich und alle meinesgleichen zur Übergenüge zu überzeugen, daß Du Jehova Selbst bist, durch einen von dieser Erde gleichsam zur Leihe genommenen Menschenleib wirkend. Aber neugierig bin ich, ob die fünf Pharisäer aus Bethlehem, die sonst rechte Ehrenleute zu sein scheinen, davon im Ernste nichts merken sollen, wer Der sein dürfte, der ihre Kranken so überaus wunderbar geheilt hat. Wenn sie nur irgendeinen Dunst haben, so müssen sie ja doch schon nahe mit den Händen greifen, daß ein gewöhnlicher Mensch so was ewig nicht zu leisten imstande ist. Ich bin der Meinung, man solle sie so ein wenig auskosten gehen, und es würde sich da bald zeigen, was sie bei sich von Dir halten.“

2. Sage Ich: „Freund, daß Ich es ganz sicher weiß, was sie von Mir halten, daran wirst du hoffentlich auch keinen Zweifel haben; und da meine aber Ich, es sei nun gar nicht nötig, daß wir sie störten in ihren höchst eigenen Betrachtungen. Dazu ist denn ja morgen auch noch ein Tag, an dem sich noch so manches recht trefflich wird abmachen lassen. Lassen wir sie heute nacht nur recht durchgären! Denn wie beim neuen Most die Gärung nötig ist, auf daß aus dem Moste ein geistiger Wein werde, ebenalso ist jedem Menschen eine ähnliche Gärung in seinem Gemüte höchst notwendig, so er ins volle und wahre Geistige übergehen soll.

3. Sieh, so ein Mensch alles hat, was er benötigt, so fühlt er sich ganz behaglich; er sorgt sich um nichts, er arbeitet nichts, läßt sich bloß gut und bequem geschehen und fragt wenig danach, ob es einen Gott gibt, ob ein Leben nach dem Tode des Leibes, ob der Mensch mehr ist als ein Tier oder das Tier mehr als ein Mensch. Berge und Täler sind ihm einerlei, Winter und Sommer gehen ihn nichts an; denn im Sommer hat er Schatten und kühlende Bäder und für den Winter wohlerwärmende Kamine und warme Kleider.

4. Also ist ihm auch gleich, ob das Jahr fruchtbar war oder nicht; denn fürs erste ist er auf zehn Jahre mit Vorräten aller Art versehen und hat fürs zweite Geld in Menge, um sich irgend etwas Abgängiges beizuschaffen.

5. Sieh, ein solcher Mensch lebt dann gerade so gemächlich fort wie ein Mastochse im Stall und denkt auch nicht um vieles mehr als ein Ochse und ist sonach auch nichts als ein Genußtier in menschlicher Gestalt.

6. Wenn du zu einem solchen kämest, um ihm zu predigen das Evangelium vom Gottesreiche, so wird er dir gerade das tun, was der Ochs im Stalle einer Stechfliege tut, die ihn in seiner Freßbehaglichkeit stört: der Ochs schwingt seinen Schweif über den ihn störenden Gast, und dieser muß schnell Reißaus nehmen, um nicht erschlagen oder doch wenigstens stark beschädigt zu werden.

7. Und sieh, ein solcher mit keiner Sorge bedrängter Wohlfresser wird seiner Dienerschaft, die im Grunde auch nichts als des sorglosen Wohllebers Fliegen abtreibender und abwehrender Schweif ist, den Wink geben, dich fortzutreiben; du wirst offenbar so schnell als möglich das Weite suchen und wirst erst in einer bedeutenden Ferne darüber nachdenken können, welch eine Wirkung deine Evangeliumspredigt bei dem Wohlfresser gemacht hat.

8. Ich aber verstehe es, solchen Ochsen eine ganz andere Vorpredigt zu machen: Ich lasse ein irdisch Unglück ums andere über sie kommen; dadurch kommen sie in allerlei Sorgen und Angst und Furcht, fangen an zu denken, zu suchen und zu fragen, wie doch solches möglich sei, daß sie nun so von allen Seiten bedrängt werden, indem sie doch nie jemandem ein Unrecht zugefügt hätten und allzeit als ordentliche, wohlanständige Menschen gelebt haben!

9. Das geschieht ihnen aber nur der nötigen Gärung wegen.

10. Wenn solche Menschen dann so in eine rechte Gärung kommen, so sehnen sie sich nach Freunden, durch die sie wieder zu einer Ruhe gebracht werden könnten; dann gehe zu ihnen hin und predige ihnen das Evangelium, und sie werden dich hören und nimmer ihren stolzen und wütend um sich herumschwingenden Schweif wider dich erheben!

11. Und sieh, aus ebendem Grunde ist es gut, daß diese unsere Gäste durch diese Nacht hindurch so in irgendeine rechte Gärung kommen; durch diese werden sie in sich selbst geistiger, und wir werden morgen eine leichte Arbeit mit ihnen haben. Siehst du das nun ein?“

220. Kapitel – Jesu Aufforderung zur positiven Tat

1. Sagt Ahab: „O Weisheit, o Weisheit! Was für Hohes und Wahres fassest du in dir, und wie ungeheuer dumm ist unsereins dagegen! Es ist eine ewige Wahrheit, daß nirgends etwas entstehen kann, wenn zuvor nicht eine kämpfende Tätigkeit vorausgeht; und ich wollte doch nun sogleich zu den Bethlehemiten gehen und sie zu beleuchten anfangen! O ich Mittelpunkt aller Dummheit! Sagen doch die Weisen der Griechen: ,Jede Tätigkeit wird durch einen Kampf bedingt, und jeder Effekt ist die Folge dessen!‘, – und ich sah das nicht ein! Wie kommt es, daß ich’s nun einsehe?!

2. Ja, so beim Menschen in seinem Innern nicht ein rechter Kampf mit sich selbst und seinen verschiedenen Lebenselementen vorangeht, ist alles eitel, was man mit ihm von außen her vornimmt!

3. Ich bin nun völlig im klaren über die instruktiven Lebensverhältnisse des Menschen, und ich möchte hier beinahe einen Hauptlebensgrundsatz aufstellen und glaube, daß ich das Ziel eben nicht zu weit verfehlen dürfte!“ Sage Ich: „Laß ihn hören! Ich will ihn in Mir nicht eher beschauen, als bis du ihn ausgesprochen hast.“

4. Sagt Ahab: „Was sich der Mensch von seinen ihm vom Anbeginne verliehenen Eigenschaften nicht zuvor selbst gegeben hat, das kann, ohne ihn zu verderben, ihm kein Gott geben! Gott sind wohl alle Dinge möglich; aber der Mensch gewinnt dabei nichts!

5. Wer sich zuvor nicht selbst erkennt, wie soll er jemand andern und endlich gar Gott erkennen?! – Das wäre mein Grundsatz. Herr, bin ich weit vom Ziele?“

6. Sage Ich: „Nein, Freund Ahab, wahrlich, du hast nun den Nagel fest auf den Kopf getroffen; also ist es! Was sich der Mensch mit seinen ihm verliehenen Kräften nicht als selbsttätig verschafft, das kann und darf ihm auch Gott nicht verschaffen, ohne ihn zu richten!

7. Darum seid denn auch alle nicht eitel pure Hörer Meines Wortes, sondern eifrige Täter desselben, so werdet ihr erst dessen Segnungen in euch wahrzunehmen anfangen!

8. Denn das Leben ist ein Tun und kein Müßigstehen der Kräfte, durch die das Leben bedingt ist, und so muß das Leben auch durch die gleichfort währende Tätigkeit der sämtlichen Kräfte desselben sogar für ewig erhalten werden; denn in dem Sich-zur-Ruhe- Legen waltet kein bleibend Leben.

9. Das gewisse Wohlgefühl, das euch die Ruhe beut, ist nichts als ein teilweiser Tod der zum Leben erforderlichen Kräfte; wer dann stets mehr und mehr an der tatlosen Ruhe, besonders der geistigen Lebenskräfte, ein behagliches Wohlgefallen findet, der schiebt sich dadurch eben auch stets mehr dem wirklichen Tode in die Arme, aus denen ihn auch kein Gott gar zu leicht mehr befreien wird!

10. Ja, es gibt auch eine rechte Ruhe voll Lebens; aber die ist in Gott und ist für jeden Menschen ein unnennbar beseligendes Gefühl der Zufriedenheit, nach dem Willen Gottes tätig zu sein.

11. Dieses beseligendste Zufriedenheitsgefühl und die klarste Erkenntnis, wahrhaft nach der Ordnung Gottes gleichfort gehandelt zu haben, ist die bewußte rechte Ruhe in Gott, die allein voll Lebens ist, weil voll Tatkraft und Handlung darnach. Jede andere Ruhe, die in einem Aufhören der Lebenskräfte besteht, aber ist, wie schon gesagt, ein wahrer Tod insoweit, als inwieweit die verschiedenen Lebenskräfte sich der Tätigkeit entzogen haben und dieselbe nicht wieder ergreifen. – Verstehet ihr solches?“

12. Sagt Judas Ischariot: „Herr, wenn so, da sollte der Mensch den Schlaf fliehen wie eine Pestilenz; denn der Schlaf ist doch auch eine Ruhe von einer Anzahl, wennschon äußerer Lebenskräfte!“

13. Sage Ich: „Allerdings! Darum werden Langschläfer auch nie ein besonders hohes Alter erreichen. Wer seinem Leibe in der Jugend fünf Stunden und im Alter sechs Stunden Schlafruhe gönnt, der wird auch zumeist ein hohes Alter erreichen und wird lange ein jugendliches Aussehen behalten, während ein Langschläfer bald altert, ein faltiges Gesicht und graue Haare bekommt und im etwas vorgerückten Alter wie ein Schatten einhergeht.

14. Wie aber der Leib durch zu vielen Schlaf stets mehr und mehr tot wird, ebenso und noch bei weitem mehr wird es die Seele, wenn sie mehr und mehr nachläßt in ihrer Tätigkeit nach Meinem Worte und Willen.

15. Wo aber der Müßiggang sich einmal in eine Seele eingenistet hat, da nistet sich auch bald das Laster ein; denn der Müßiggang ist nichts als eine sich selbst wohltuende Liebe, die jede Tätigkeit für jemand anderen um so mehr flieht, weil sie im Grunde des Grundes nur das will, daß alle anderen zu ihren Gunsten und Nutzen arbeiten sollen!

16. Darum hütet euch auch insbesondere vor dem Müßiggang; denn dieser ist ein wahres Samenkorn für alle möglichen Laster!

17. Als Beispiel mögen euch die verschiedenen Raubtiere dienen. Sehet, diese Tiere setzen sich nur dann in eine verderbenbringende Tätigkeit, wenn sie ein brennender Hunger antreibt; haben sie einen Fraß erbeutet und ihren Hunger gestillt, so begeben sie sich alsbald wieder in ihre Höhlen und ruhen da oft tagelang, besonders die Schlangen.

18. Betrachtet nun einen Räuber und Mörder dagegen! Dieser sonst aller Arbeit scheue Mensch, eigentlich Teufel im Fleische, liegt tagelang in irgendeinem seiner Raubnester; nur wenn die Laurer ihm vermelden, daß eine reiche Karawane bei seinem Raubneste vorüberziehen werde, da erst setzt er sich mit seinen Gesellen auf die Mitlauer und fällt dann die kommende Karawane rücksichtslos an und raubt sie aus und ermordet die Kaufleute, auf daß er nicht verraten werden möchte! Und das ist eine Frucht des Müßiggangs.

19. Darum noch einmal gesagt: Hütet euch vor allem vor dem Müßiggang; denn er ist der Weg und die breite Tür zu allen erdenklichen Lastern!

20. Nach getaner Arbeit ist eine mäßige Ruhe gut den Gliedern des Leibes, aber dafür eine übermäßige schlechter als gar keine.“

221. Kapitel – Vom Segen der Aktivität

1. (Der Herr:) „So jemand einen weiten Weg zurückgelegt hat zu Fuß und erreicht endlich eine Herberge, so wird er, wenn er in der Herberge sich nicht alsobald zur Ruhe begeben wird, sondern kleine Bewegungen machen und am nächsten Tage schon vor dem Aufgange auf den Füßen sein wird, den ganzen Tag über von keiner Müdigkeit etwas verspüren, und je länger er also seine Reise fortsetzen wird, desto weniger müde wird sie ihn machen.

2. So aber jemand ebenso stark ermüdet vom Tagesmarsche auf eine Herberge kommt, sich sogleich auf ein Lager hinwirft und dasselbe gar erst am Mittag des nächsten Tages verläßt, so wird er mit völlig steifen Füßen und mit einem völlig betrunkenen Kopfe seine Weiterreise fortzusetzen anfangen und wird nach einer Strecke zurückgelegten Weges sich vor lauter Müdigkeit nach einer Ruhe sehnen, und es kann am Ende sogar geschehen, daß er am Wege liegenbleibt und allda verkümmert, so ihm niemand – was leicht möglich – zu Hilfe kommt.

3. Was aber schuldet daran? Seine eigene zu große Ruhelust und der mit derselben verbundene Wahn, daß die Ruhe den Menschen stärke.

4. So jemand in einer oder der andern Kunst, dazu Hand- und Fingergeschicklichkeit in hohem Grade erfordert werden, eine große, staunenerregende Fertigkeit erreichen will, Frage: Wird er diese erreichen, so er an der Stelle des unausgesetzten fleißigen Übens an jedem Tage seine Hände und Finger in die Taschen steckt und Tag für Tag fein müßig herumwandelt aus einer Art vorsichtiger Furcht, seine Hände und Finger nicht zu ermüden und sie für die anzustrebende Künstlerschaft ja etwa nicht zu steif und unfähig zu machen?

5. Wahrlich, da könnte Ich Selbst bei aller Meiner unbegrenzten Weisheit nicht einen Propheten machen und die Zeit festsetzen, in der solch ein Kunstjünger ein Virtuose wird! Daher, Meine lieben Freunde und Brüder, sage Ich euch wiederholt:

6. Nur Tätigkeit über Tätigkeit zum allgemeinen Wohle der Menschen! Denn alles Leben ist eine Frucht der beständigen und nie zu ermüdenden Tätigkeit Gottes und kann daher nur durch die wahre Tätigkeit erhalten und für eine ewige Dauer bewahrt werden, während aus der Untätigkeit nichts als der Tod zum Vorschein kommt und kommen muß.

7. Leget eure Hände auf euer Herz und merket es, wie es in einem fort Tag und Nacht tätig ist! Von solcher Tätigkeit aber hängt ja das Leben des Leibes alleinig ab; so das Herz aber einmal stillzustehen anfängt, da – meine Ich – dürfte es etwa mit dem natürlichen Leben des Leibes wohl gar sein!

8. Wie aber die Ruhe des leiblichen Herzens offenbar der volle Tod des Leibes ist, also ist auch die gleiche Ruhe des Seelenherzens der Tod der Seele!

9. Das Herz der Seele aber heißt Liebe, und das Pulsen desselben spricht sich in wahrer und voller Liebtätigkeit aus.

10. Die unausgesetzte Liebtätigkeit ist demnach der nie zu ermüdende Pulsschlag des Seelenherzens. Je emsiger aber das Herz der Seele pulst, desto mehr Leben erzeugt sich in der Seele, und so dadurch ein hinreichend hoher Lebensgrad in der Seele sich erzeugt hat, so daß er dem göttlichen, allerhöchsten Lebensgrade gleichkommt, so weckt solch ein Lebensgrad der Seele das Leben des göttlichen Geistes in ihr.

11. Dieser – als pur Leben, weil die unermüdete höchste Tätigkeit selbst – ergießt sich dann in die ihm durch die Liebtätigkeit gleichgewordene Seele, und das ewig unverwüstbare Leben hat in der Seele seinen vollen Anfang genommen!

12. Und sehet, das kommt alles von der Tätigkeit, nie aber von einer faulen Ruhe her!

13. Daher fliehet die Ruhe und suchet die volle Tätigkeit, und euer Lohn wird sein das ewige Leben!

14. Glaubt ja nicht, daß Ich etwa gekommen sei, den Menschen auf dieser Erde den Frieden und die Ruhe zu bringen; o nein, sondern das Schwert und den Krieg!

15. Denn die Menschen müssen durch Not und Drangsale aller Art zur Tätigkeit angetrieben werden, ansonst sie zu trägen Mastochsen würden, die sich selbst mästeten zum Fraße für den ewigen Tod!

16. Not und Drangsal bewirken im Menschen ebenfalls eine Gärung um die andere, aus welcher sich am Ende doch etwas Geistiges entwickeln kann.

17. Man könnte freilich wohl sagen: ,Durch Not und Drangsal aber werden auch Zorn, Rache, Mord und Totschlag erzeugt und Neid, Hartherzigkeit und Verfolgung!‘ Das ist allerdings wahr; aber so arg alle diese Dinge sind, so sind sie dennoch ob des Erfolges besser als die faule Ruhe, die tot ist und weder etwas Gutes noch etwas Böses bewirkt.

18. Darum sage Ich euch: Entweder sei jemand gegen Mich vollends warm oder vollends kalt; denn einen Lauen will Ich aus Meinem Munde speien!

19. Ein energischer Feind ist Mir lieber als ein lauer Freund; denn der energische Feind wird Mich nötigen zu aller Tätigkeit, auf daß Ich ihn entweder gewinne oder die rechten Wege einschlage, um ihn für Mich durch alle Zeiten unschädlich zu machen; neben einem lauen Freunde aber werde Ich Selbst lau, und wenn Mich eine Not träfe, wird Mir der laue Freund zu etwas nütze sein?!

20. Darum ist auch ein lauer Regent eine Pest für sein Volk; denn da vermodert des Volkes Geist, und aus den Menschen werden lauter Freßochsen und Lastesel! Aber ein scharfer und sogar tyrannischer Regent macht das Volk lebendig, und es ist alles voll Tätigkeit, um nur in keine Strafe zu verfallen; und treibt es ein Tyrann zu toll, so wird das Volk sich endlich in Massen erheben und wird sich von seinem Peiniger befreien.

21. Ich meine nun, über den Wert der Tätigkeit hinreichend gesprochen zu haben, und bin überzeugt, daß ihr alle diese Lehre verstanden habt. Darum, so jemand will und in sich ein Bedürfnis zur Schlafruhe seines Leibes fühlt, der suche sich ein Lager; der aber mit Mir die Nacht über wachen will, der bleibe hier!“ Da sagten alle: „Herr, so Du wachest, wie könnten wir da schlafen?! – Nur die Mutter Maria scheint der Leibesruhe zu bedürfen, und so könntest Du sie wohl schlafen heißen.“

22. Aber die Maria, obschon sie hinter Mir auf einem Lehnstuhle ein wenig schlummerte, vernahm dennoch diese Rede, richtete sich auf und sagte zu dem Redner in aller Freundlichkeit: „Freund, der du gewöhnlich deinen Mund für alle deine Mitjünger auftust, ich sage dir, daß deine Sorge um mich ein wenig eitel ist; denn sieh, ich habe meinem Herrn zuliebe wohl schon mehrere Hunderte von schlaflosen Nächten durchwacht, und ich lebe noch – und werde noch so viele durchwachen und darob das Leben nicht verlieren, so es Sein Wille ist! Daher kümmert ihr euch alle um mich nicht; es ist genug, daß Einer meiner gedenkt!“

23. Es war aber dies der Thomas, an den diese Worte gerichtet waren. Dieser aber kam zur Maria und bat sie, daß sie ihm seine gute Meinung nicht ungütig aufnähme. Maria aber tröstete ihn und war sehr freundlich ob seiner Sorge um sie, und dem Thomas ward es wieder leichter ums Herz, daß er alsbald wieder ganz beruhigt seinen Platz einnahm.

24. Es trat nun auf eine Zeit eine Stille ein. Niemand redete ein Wort; denn sie alle dachten nun viel darüber nach und fanden die Wahrheit des Gesagten stets heller und heller leuchtend.

25. Nur Matthäus sagte nach einer Weile für sich selbst: „Morgen beim ersten Tagesanbruch wird diese Lehre von der Tätigkeit und von der Ruhe, so gut es geht, niedergeschrieben auf eine eigens bloß für diese Lehre bestimmte Platte; denn diese über alles wichtige Lehre darf um keinen Preis der Welt verlorengehen!“ Und als es dann bald darauf zu tagen begann, so hielt Matthäus auch sein Wort; und es hat sich diese Lehre für sich dann lange erhalten und ist durch Jonael und Jairuth auch nach Samaria überbracht worden, ward aber mit der Zeit sehr entstellt und ging darum auch verloren. Solange sie aber noch gang und gäbe war, kursierte sie unter dem Namen „die Nachtpredigt“ im Volke.

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The Night-Sermon of Jesus… Chapter 219 to 221
THE GREAT GOSPEL OF JOHN – Volume 1

Revealed from Jesus Christ by the inner Word thru Jacob Lorber

Introductory information
This incident is not mentioned in the Bible. In a place called Kis the Lord heals many sick – all at the same time. The Pharisees, which have accompanied the sick see in Jesus – at least for now – an Essene, but not the Lord.

Chapter 219 – The positive spiritual purpose of distress and suffering

1. Said Ahab, after supper: ‘It goes without saying that I am clear about Your nature since Jesaira, and there would have been no need for such immense signs for either myself or the likes of me, to convince us all abundantly that You are Jehovah Himself, acting through a physical body, borrowed as it were from this Earth. But I am curious about whether the 5 Pharisees, seemingly upright people, in all earnest do not sense who might the One who healed their sick in a truly miraculous way. If they had but the faintest clue, they would have to be capable of grasping by hand that an ordinary human could not possibly accomplish this in all eternity. In my opinion, one should go and sniff them out a little and it should quickly transpire as to what they actually make of You.’

2. I said (Jesus): ‘Friend, you will surely not doubt that I know what they think of Me. So I don’t consider it necessary to interrupt them in their deliberations. Therefore, tomorrow is another day on which a few initiatives can be taken in that respect. Let us leave them to some real fermentation overnight. Because just as cider needs fermenting to become a spiritual wine, just so every man’s emotions need fermenting, if he is to transcend to the truly spiritual.

3. See, if a man has everything that he needs, then he feels quite snug. He cares about nothing, does no work, takes it easy and inquires little about the existence of God or life after physical death, or whether man is more than the animal, or vice versa. Mountains and valleys are the same to him, winter and summer don’t concern him, for in summer he has shade and cooling baths, and in winter well-heated fire-places and warm clothing.

4. Neither does he care whether the year was plentiful or not, for he is provided firstly with all stores for ten years and secondly with plenty of money for acquiring anything he lacks.

5. See, such a person then enjoys the leisure of a fattening ox in the stable, prone to little more thought than the ox, and is therefore no more than a hedonistic animal in human form.

6. If you came to such a man to preach the Gospel of the heavenly kingdom, he would do to you what the ox in the stable does to the blowfly, swinging his tail over it to make it take off or be killed or at least suffer considerable harm.

7. And see, such carefree glutton shall direct his servants, who also are no more than the carefree hedonists’ fly chasing and repelling tail, to chase you away. You obviously shall quickly turn on your heels, and at a safe distance contemplate the effect of your gospel on the glutton.

8. But I know how to give such oxen quite a different introductory sermon. I let one terrestrial accident after another overtake them. This fills them with all sorts of troubles and fears, causing them to think, seek to find out and ask how it is possible for them to now be beset by all sorts of extremities, since they had never been unjust to anyone, having always been orderly and respectable citizens.

9. This however is only on account of the necessary fermentation.

10. When such people then undergo a proper fermentation, they long for friends who could bring them comfort. Go to them then to preach the Gospel, and they shall hear you and not raise their furiously swinging tail against you.

11. And see, for this reason it is good for these guests to undergo real fermentation this night; this shall make them internally more spiritual, and your work shall be easy with them tomorrow. Do you follow this?’

Chapter 220 – Jesus call for positive action

1. Says Ahab: ‘O wisdom, o wisdom. See your grasp of the exalted and true, and how immensely stupid the likes of us. It is an eternal truth that nothing can arise without a struggle, yet I was going to hurry over to the people of Bethlehem to start enlightening them. O, centre of stupidity that I am. Do not the Greek wise men say: Every activity is generated from struggle, and every effect its outcome. Yet I did not see this. Why do I see it now?

2. Indeed, if there is no preceding contention between the inner life-elements in man, then all external efforts with man are futile.

3. I am now in the clear about human instruction, and could almost pronounce a life-fundamental, without straying too far afield.’ I said: ‘Let it be heard. I intend not to review it within Myself until you have voiced it.’

4. Ahab says: ‘What man has not initially acquired himself from the properties given him at the outset, no God can give him without ruining him. To God, of course, all things are possible, but thereby man does not gain anything.

5. Who does not know himself first, how can he know another and, finally, even God? That would be my principle. Am I far off the mark, Lord?’

6. I said: ‘No, friend Ahab, you have in truth hit the nail firmly on the head. Thus it is. What man does not acquire for himself independently with the abilities bestowed on him, God cannot and may not provide without judging him.

7. Therefore, all of you should not be just idle hearers of My Word, but diligent doers, only then will you begin to notice its blessings within you.

8. For life is action and not stagnation of the powers on which life depends. And so life must be preserved even for eternity through the constant activity of all its powers, for in the lying-down-to-rest there is no permanent life.

9. The certain feeling of well-being you gain from rest is nothing else but a partial death of the powers needed for living. The person who then increasingly enjoys the inactive rest, especially of the spiritual life-powers, thereby also slides ever more into the arms of actual death from which no God will easily free him.

10. O yes, there does also exist a proper rest full of life, but that is in God and for everyone an indescribably blissful feeling of contentment to be active in accordance with God’s will.

11. This most blissful feeling of contentment and the clearest realization to have always truly acted according to the order of God is that proper rest in god which alone is full of life because it is full of energy and respective action. Every other rest that consists in the ceasing of the life-powers is, as already mentioned, an actual death to the point to which the various life-forces have withdrawn from activity and no longer resumed it. Do you understand this?’

12. Says Judas Iscariot: ‘Lord, if so, then man should flee sleep like the pestilence, for also sleep is a rest of a number of life-forces, although external ones.’

13. I said: ‘Certainly. Because of that late-risers will never reach a particularly great age. Whoever grants his body 5 hours of sleep in his young days and 6 hours in his old age will usually reach a great age and look youthful for a long time, whereas a late-riser soon ages, gets a lined face and gray hair and at a somewhat advanced age walks around like a shadow.

14. And just as the body gradually dies off through too much sleep, in the same way, but on a larger scale this applies to the soul if it increasingly slackens in its activity according to My Word and will.

15. Once idleness has made itself at home in a soul there soon follows also depravity. For idleness is nothing else but a self-indulging love which all the more flees any activity for someone else’s sake because it basically want only one thing, namely that all others should work for its benefit.

16. Therefore, beware particularly of idleness, for this is an actual see for all kinds of vices.

17. The various beasts of prey may serve you as an example. Look, these beasts become destructively active only when driven by burning hunger. Once they have captured their prey and satisfied their hunger, they again return to their lairs where they rest often for days, especially snakes.

18. Now look at a robber or murderer. This man who shuns all work, who is actually a devil in the flesh, lies often for days in one of his dens. Only when his pies tell him that a rich caravan is due to pass his den, he lies in wait together with his accomplices, ruthlessly attacks and robs the caravan and kills the merchants to prevent them from betraying him. And that is a fruit of idleness.

19. Therefore, I say once more: Beware above all of idleness, for it is the road and the wide door to all imaginable vices.

20. After the work has been done moderate rest is good for the limbs of the body, but excessive rest is worse than none.’

Chapter 221 – The Blessing of Activity

1. If someone has walked a long distance and finally reaches a shelter he will, if he does not go to bed immediately, but continues with small movements and on the following day is on his feet already before sunrise, not feel any tiredness all day, and the longer he will thus continue his journey the less tired it will make him.

2. If, however, someone after a day’s march arrives quite as tired at a shelter, immediately throws himself on a bed and maybe leaves it only at noon on the following day, he will be continuing his journey on completely stiff feet and with a totally drunk head. After having covered a certain distance, he will from utter exhaustion long for a rest, and it can even happen that he collapses on the road and perishes there if no one comes to his aid, which can easily happen.

3. And what has caused it? His own too great desire for rest and the delusion that rest strengthens a person.

4. If someone wished to achieve a great, amazing accomplishment in one or the other art where a high degree of skillfulness of hands and fingers is required, then I ask you: will he achieve it if instead of constant diligent practice every day he idly strolls around day by day with his hands in his pockets motivated by a kind of anxious concern not to tire his hands and fingers to prevent them from getting stiff and unfit for the striven-for accomplishment?

5. Truly, even I Myself with all My boundless wisdom could not make a prophet and determine the time when such a disciple of art will become a virtuoso. Therefore, My dear friends and brothers, I repeat:

6. Only activity upon activity for the common good of people brings you salvation. For all life is the fruit of God’s constant, never tiring activity and therefore can only be maintained and preserved for eternity through proper activity whereas nothing but death does and must result from inactivity.

7. Place your hands on your heart and feel how it is constantly active day and night. The life of the body depends solely on such activity. Once the heart stops, that would mean the end of the natural life of the body, I should say.

8. And just as the rest of the physical heart obviously constitutes the total death of the body, this same rest of the soul’s heart is the death of the soul.

9. The heart of the soul, however, is called love, and its pulsating expresses itself in true and full love-activity.

10. Thus constant love-activity is the never wearying pulse-beat of the soul’s heart. The more actively the heart of the soul pulsates, the more life is generated in the soul and once thereby a sufficiently high degree of life, this awakens therein the life of the divine spirit.

11. This spirit – being pure life because it is the untiring supreme activity itself – then flows into the soul that has become equal to it through love activity, and everlasting imperishable life has fully begun within the soul.

12. And look, all this arises from activity, but never from idle rest.

13. Therefore, shun rest and seek full activity, and eternal life will be your reward.

14. Do not imagine that I have come to bring peace to mankind on this Earth. O no, only the sword and war instead.

15. For, men must be impelled to all kinds of activity through distress and hardships or they would become lazy, fatted oxen that fatten themselves for eternal death.

16. Distress and hardship bring about fermentation upon fermentation in man from which in the end something spiritual could develop.

17. One could, of course, say: “Through distress and hardship also anger, vengeance, murder and manslaughter arise, also envy, hardheartedness and persecution.” That is indeed true, but bad as all that is, the result is nevertheless better than from idle rest which is dead and brings neither good nor bad results.

18. Therefore I tell you: let a person be really warm or completely cold where I am concerned, but a lukewarm one I will spit out from My mouth.

19. I prefer an energetic enemy to a lukewarm friend, for the energetic enemy will challenge Me to full activity, so that I may either win him over or make provision to prevent him from harming Me. Beside a lukewarm friend, however, I become lukewarm Myself and if I should get into difficulties, will the lukewarm friend be of any use to Me?

20. Therefore, also a lukewarm ruler is a pest for his people, for then the nation’s spirit decays and the people all turn into voracious oxen and beasts of burden. But a severe and even tyrannical ruler causes the people to be alive and there is activity everywhere so as not to incur punishment. And if a tyrant goes too far the people will rise in great numbers and rid themselves of their tormentor.

21. I think I have now said enough about the value of activity and am convinced that all of you have understood this lesson. Therefore, if someone wants it and feels a need for a sleeping rest for his body, let him seek a bed, but who wants to sit up with Me through the night, let him remain here.’ There they all said: ‘Lord, how could we sleep when You are sitting up? Only the mother Mary seems to need a rest for her body, and so You could send her to bed.’

22. But Mary, although she had dozed a little in an armchair behind Me, heard these words, sat up and said with great friendliness to the speaker: ‘Friend, you who usually speak for your fellow-disciples, I tell you that your concern for me is rather futile. For, see, for the sake of my Lord I have sat up for probably hundreds of sleepless nights and am still alive – and if it is His will I will again go through as many sleepless nights and not lose my life. Therefore, do not concern yourselves about me all of you, it is sufficient that One looks after me.’

23. These words had been addressed to Thomas and he came to Mary and asked her not to regard his good intention unkindly. But Mary comforted him and was very kind about his concern for her, and Thomas felt easier in his mind and soon, quite relieved, resumed his seat.

24. For a while there was now silence. No one spoke, for they all pondered on what had been said and found the truth of it shining ever brighter.

25. Only Matthew said after a while to himself: ‘Tomorrow at daybreak this teaching about activity and rest will be recorded as best as possible on a special tablet, for this so extremely important lesson must on no account be lost to the world.’ And when soon it began to dawn, Matthew kept his word, and this lesson was preserved for a long time and through Jonael and Jairuth reached also Samaria, but in the course of time was considerably distorted and, therefore, also got lost. But while it was still around the people knew it under the name of “the night-sermon.”