Arche Noah – Die wahre Geschichte der Sintflut / Sündenflut

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Arche Noah – Die wahre Geschichte der Sintflut / Sündenflut
HAUSHALTUNG GOTTES
Geschichte der Urschöpfung der Geister und Materie, der Urpatriarchen von Adam bis Abraham

Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (15.03.1840-07.09.1844)
Eine Lesung aus Band 3, die Kapitel 352 -357

Kapitel 352 – Trauer und Wehmut des Herrn

1. Also aber war es, als der Herr den Noah behieß in die Arche zu gehen:

2. Als der Himmel sich gar mächtig zu trüben und das Gewölk die nächsten Bergspitzen in eine dichte Nacht zu hüllen begann und die Tiefe über unabsehbare Fernen hin dampfte gleich einer brennenden Stadt, da kam der Herr zu Noah wie voll Wehmut und Trauer und sagte zu ihm:

3. „Noah, fürchte dich nicht; denn siehe, Ich, der Herr aller Kreatur und aller Dinge, bin bei dir, um dich zu schützen und zu schirmen vor jeglichem Ungemache, das Ich nun über die Welt werde kommen lassen darum, weil es die arg gewordenen Menschen also haben wollten!

4. Siehe, siehe, wie traurig es nun aussieht auf dieser alten Erde! Der Menschen Kunst hat ohne ihr Wissen und Wollen die argen gefangenen Urgeister dieser Erde vor der Zeit frei gemacht, wodurch ohne ein Gericht alle Himmel gefährdet würden. Daher ist nun der Raum von der Erde bis zum Monde mit solchen Geistern angefüllt. Und würde nicht durch ein örtliches Glühen der Wolken, in denen die freigewordenen argen Geister nun wüten und toben, eine Helle auf den Erdboden kommen, so wäre hier eine solche Nacht, in der alles Leben ersticken müßte; denn der Sonne Licht vermag nimmer durch solche Massen von Wolken und Dünsten zu dringen!

5. Aber die Menschen der Tiefe haben keine Furcht! Sie beleuchten ihre Städte mit Fackeln und großen Öllampen und sind lustig dabei; sie freien noch und lassen sich freien und halten Gastmähler, Spiel und Tanz, während Ich, ihr Schöpfer, um sie traure und ihnen nicht helfen kann, um sie nicht zu vernichten in ihrem Geiste auf ewig!

6. O du Mein Noah, das ist ein harter Stand für einen Vater, der Seine Kinder vor dem Abgrunde sieht und ihnen nicht helfen kann und darf – außer durch eine neue schroffste Gefangennehmung, welche da ist das bevorstehende nunmehr unausweichliche Gericht! – Was soll Ich dazu sagen?

7. Siehe, es gibt auf der Erde weit von hier entfernten Gebieten Nachkommen Kains! Diesen war eine schmutzige Offenbarung genug, und sie leben noch in Meiner Ordnung bis zur Stunde; und die wenigen unter ihnen, die mehr oder weniger manchmal durch eine Tat ihr Gewissen beschwert haben, diese ringen jetzt in dieser allgemeinen Nacht des herangekommenen Gerichtes die Hände zu Mir und flehen Mich an um Erbarmung!

8. Ich aber sage dir: Siehe, Ich will Mich ihrer auch erbarmen in ihrer Not; aber dieser große Erdkreis, den da bewohnen Meine Kinder im Gemische mit den Kindern der Welt, soll nun Mein unerbittlichstes Gericht erfahren!

9. Bevor Ich aber noch die Wasser aus den Wolken zur Erde fallen lasse, will Ich noch sieben Tage lang in der Tiefe die Menschen durch allerlei Erscheinungen schrecken und wo möglich sie dadurch nötigen, sich hierher zur Flucht zu begeben!

10. Sieben Tage wollen wir also noch harren hier in dieser Nacht, und Ich will eine schwache Helle ziehen von hier bis Hanoch und weiter noch, auf daß niemand den Weg hierher verfehlen solle, der sich noch retten will; und so jemand hierher kommen sollte, und wäre es Fungar-Hellan selbst, so soll er in die Arche aufgenommen werden!“

11. Nach dieser Rede ward es dämmerlich helle von der Höhe bis gen Hanoch und weiter; und der Herr öffnete dem Noah die geistige Sehe, daß er zugleich mit dem Herrn in alle Tiefen schauen konnte; aber man ersah niemanden zur Stadt hinausziehen.

12. Es geschahen gewaltige Rufe wie Donner; aber niemand kehrte sich daran. Es brachen in Hanoch Feuer aus und setzten viele in große Angst und Schrecken; aber dennoch wollte niemand aus der Stadt ziehen. Es brachen unterirdische Wasser aus und setzten Hanochs Plätze und Gassen mannstief unter Wasser; da flohen die Ärmeren wohl auf die naheliegenden Hügel, – aber die Reichen nahmen Boote und Kähne und fuhren jubelnd über Plätze und Gassen, und niemand begab sich mehr auf die Höhe.

13. Und solche Kalamitäten dauerten sieben Tage in der Tiefe; und dennoch kehrte sich niemand daran.

14. Da brach dem Herrn die Geduld, und Er führte den Noah zur Arche.

Kapitel 353 – Noah geht in die Arche, dann bricht die Erde auf

1. Als aber Noah mit dem Herrn bei der Arche anlangte, da sprach der Herr zu ihm: „Noah, gehe nun in den Kasten mit deinem ganzen Hause; denn Ich habe nun in dieser Zeit dich allein gerecht gefunden vor Mir!

2. Nimm aber vom reinen Viehe je sieben Stücke und vom unreinen Getiere nur je ein Paar; aber überall ein Männlein und ein Fräulein, – desgleichen auch von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben das Männlein und sein Fräulein, auf daß der Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden!

3. Denn nach sieben Tagen, von diesem Augenblicke angefangen, will Ich regnen lassen vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen alles auf diesem Erdkreise, was da ein lebendiges Wesen hat, das Ich geschaffen habe!“

4. Noah fiel hier vor dem Herrn nieder und betete Ihn an ob der großen Gnade, die ihm der Herr erwiesen hatte.

5. Der Herr aber hob den Noah von der Erde und sprach wieder zu ihm: „Noah, du denkst nach, wie es sei, daß Ich dir schon ehedem einmal befohlen habe, ohne Unterschied von allem Getiere gattungsweise nur ein Paar zu dir in die Arche zu nehmen, nun aber von den reinen Tieren sieben paarweise von jeder Gattung, also auch vom Gevögel der Luft ohne Unterschied; nur bei den unreinen Tieren habe es bei einem Paare zu verbleiben!

6. Siehe, der Grund liegt darinnen: Damals gedachte Ich im Herzen mit Meiner abgewandten Allsehe: ,Es werden ja doch die Menschen aus der Tiefe kommen und werden hier Schutz suchen!‘

7. Und siehe, Ich wollte Mich nicht fragen in Meiner Allsehe, ob die Menschen, die Ich so oft gerufen habe, das tun werden! Da Ich sie aber nun angesehen habe, da ersah Ich keinen Willen mehr, da alle ihre Geister vom Fleische und von der Welt verzehrt waren, und Ich ersah auch, daß da keiner kommen werde!

8. Darum sollst du an die Stelle der unreinsten Menschen, die unter alles Getier hinabgesunken sind, mehr der reinen Tiere zu dir nehmen, und also auch mehr von dem Gevögel unter dem Himmel! Zudem wird dir auch das Getier auf der neuen Erde gut zustatten kommen!

9. Verstehst du nun dieses, so gehe und handle darnach! Nimm dir aber kein künstlich Licht in den Kasten; denn Ich Selbst werde dir den Kasten erleuchten aus Mir! Amen.“

10. Hier ging der Noah und tat alles, wie es ihm der Herr befohlen hatte; der Herr aber war mit ihm und half dem Noah alles verrichten.

11. Als Noah alles das mit des Herrn Hilfe in der größten Ordnung verrichtet hatte, da begab er sich in die Arche in seinem sechshundertsten Altersjahre, und zwar am siebzehnten Tage des andern Monats, welcher da war nach der jetzigen Zeitrechnung der 17. Februar.

12. Als der Noah also mit all den Seinen in der Arche sich befand und mit allem dem anbefohlenen Getiere, da nahm der Herr Selbst das große Tor der Arche und schloß dasselbe mit eigener Hand und segnete dadurch den Kasten; und also ward Noah nun gesichert, und der Herr Selbst bewachte den Kasten.

13. Als aber also der Noah gesichert war, da hob der Herr Seine allmächtige Hand auf und gebot den Wolken, den Regen in den mächtigsten Strömen von sich zu lassen auf die Erde, und also auch den mächtigen Brunnen in der Erde, daß sie ihre Gewässer herauftrieben auf der Erde Oberfläche. Da brachen auf die Brunnen in der großen Tiefe und taten sich auf die Schleusen der Himmel.

14. Da waren zahllose gar mächtige Springquellen auf dem Boden der Erde und trieben ihr Gewässer bis zu den Wolken, und von den Wolken fiel der Regen wie Wasserfälle von hohen Schneegebirgen, wodurch das Wasser über dem Erdboden so schnell wuchs, daß die Menschen nicht schnell genug auf die Berge sich flüchten konnten; und die da noch flohen auf die Berge, wurden von mächtig über Felsen herabstürzenden Fluten wieder zurückgerissen und ersäuft.

15. Nur gar wenigen gelang es mit der Verzweiflung Kraft, die Höhe Noahs zu erreichen. Als sie da ersahen unter beständigem Blitzen diesen mächtigen Rettungskasten, da schrien sie um Hilfe und Rettung; aber des Herrn Macht trieb sie von dannen, und sie eilten den höchsten Bergspitzen zu und klommen mit blutenden Händen hinauf. Aber Blitze rissen sie von den Wänden und stürzten sie hinab in die mächtig wachsenden Fluten.

Kapitel 354 – Die Flucht der Herren von Hanoch

1. Der gewaltige Regen aber trieb den Mahal wieder in die Grotte, in der er auf und ab ging und manchmal staunend und halb verzweifelnd hinaussah, wie die gewaltigsten Wasserströme über Felsen dahinstürzten, das Erdreich mit sich rissen, die größten Bäume entwurzelten und sie dann mit der entsetzlichsten Gewalt in die Tiefen hinabschleuderten und auch ganze Felsen lostrennten und sie dann mit Tausenddonnergetöse in die Gräben und Schluchten hinabrollten!

2. Er war zwar ein großer Freund von großen Naturspektakeln, aber diese waren ihm denn doch etwas zu stark; denn da ersah er, der sonst so heldenmütige Mahal, den offenbaren Untergang aller Welt und seiner selbst. Daher bebte er aus großer Furcht und sprach bei sich selbst:

3. „O Herr, – wahrlich, Deine Macht lernt man erst in Deinem gerechten Zorne kennen! Bist Du auch wunderbar groß, heilig und erhaben in Deinem Frieden, so aber achtet der durch die Gewohnheit stumpfe Mensch dennoch wenig darauf und kann Deiner, o Herr, wohl gar vergessen; aber so eine Szene Deiner Macht zeigt dem stumpfen und auf seine Dummheit stolz pochenden Wurm der Erde, daß Du, o Herr, sehr gewaltig endlos mehr bist als der in Deinem Frieden so hochtrabende Mensch!

4. Wenn ich nur nicht gar so allein hier stünde, da ließe sich diese Szene noch erbaulicher ansehen; aber so ganz verlassen von aller lebendigen Gesellschaft ist es wohl ganz verzweifelt schrecklich, also den sichern Untergang aller Dinge und also auch den eigenen zu erwarten!

5. O Herr, nimm mich von der Welt, und laß mich nicht länger Zeuge sein von diesem Deinem erschrecklichsten Gerichte! Dein heiliger Wille geschehe!“

6. Als der Mahal also sein Selbstgespräch beendet hatte, da kamen drei Flüchtlinge aus der Tiefe und suchten Schutz in dieser Grotte. Das war für den Mahal eine höchst erwünschte Erscheinung, daß er doch jemanden hatte, um sich ihm mitzuteilen in dieser seiner bedrängtesten Lage!

7. Er ging daher sogleich auf die drei Schutzsuchenden zu und bewillkommte sie und fragte sie, wer sie wären.

8. Und die drei sprachen: „Wir sind die drei größten Toren aus der Tiefe! Wir glaubten vor wenigen Tagen noch, die Herren von Hanoch und also auch von der ganzen Welt zu sein; aber nun hat uns der alte Gott gezeigt, daß nur Er allein der Herr ist! Wir flohen daher, von der schrecklichsten Wassernot getrieben, hierher und sind auch schon vielleicht die einzigen Lebendigen aus Hanoch; denn da ist alles schon viele Klafter tief unter Wasser und Schlamm! – Unsere Namen sind: Gurat, Fungar-Hellan und Drohuit!“

9. Hier schrie der Mahal auf und sprach: „O Herr, welch eine wunderbare Fügung! Deine größten Feinde hast Du hierher geführt und hast sie wie in meine Hand gegeben!

10. Wisset, wer ich bin?! – Sehet, ich bin Mahal, der ich gar oft zu euch von diesem Gerichte geredet habe! Aber eure Ohren waren verstopft! Nun ist es vor euren Augen euer eigenhändig Werk, das schrecklichste Gericht Gottes! Was saget ihr nun dazu? Wo ist nun eure Macht und Herrlichkeit?!“

11. Hier erschraken die drei und wollten wieder fliehen aus der Grotte; aber im Augenblicke trat der Herr in die Grotte und ließ Sich sogleich erkennen von all den vieren.

Kapitel 355 – Gericht

1. Mahal aber, als er den Herrn ersah, ging hin vor Ihn, fiel als ein reuiger Büßer nieder auf sein Angesicht und sprach:

2. „O Herr Himmels und der Erde, allmächtiger Gott, mein heiliger, liebevollster Vater! Ich habe mich schwer versündigt an Deinem Herzen in diesen meinen letzten Tagen; ja, an Deinem allerheiligsten Herzen, welches von der endlosesten ewigen Vaterliebe erfüllt ist, habe ich mich schwer versündigt! O Du heiliger Vater, Du ewige Liebe, – werde ich, ein elender Wurm des Staubes, des Nichts, wohl je wieder Erbarmung und Gnade finden vor Deinem allerheiligsten Angesichte?“

3. Der Herr aber sprach: „Mahal, Mein Sohn, der du verloren warst und dich nun wieder finden und von Mir ergreifen hast lassen, stehe auf! Denn Ich, dein ewiger, heiliger Vater, sage es dir: Vor Meiner ewigen und unendlichen Liebe ist niemand so weit gefallen von Mir, daß Ich ihn nicht annehmen möchte, so er käme zu Mir in der reuigen Erkenntnis seiner Sünde!

4. Aber wer da nicht kommt, der hat sich sein Urteil selbst an seine Stirne geschrieben; denn Ich hebe niemanden wider seinen freien, von Mir ihm eingehauchten Willen und ziehe niemanden wider solchen Willen!

5. Alles aber, was Ich, der Allmächtige, tue, ist, daß Ich Meine Kinder rufe, zu Mir zu kommen, als ein allein ewiger, wahrer Vater! Wohl denen, die den Ruf nicht überhören und so sie ihn hören, sich darnach kehren!

6. Also habe Ich bis jetzt bei zweitausend Jahre lang Meine Kinder gerufen, gelehrt und gewarnt; aber sie wollten sich solche Meine liebgerechte Warnung nimmer gefallen lassen, sondern legten ihr Ohr und Herz nur an den alten Lügenmund des Satans, und dieser hat ihnen die Wege zum Verderben gezeigt. Und sie wandelten so lange unermüdet auf diesen Wegen, bis sie sich darauf das erbeuteten, was nun über sie und über diesen ganzen Erdkreis gekommen!

7. Nicht Ich rief dieses Gericht über die Erde und bin nicht dessen Schöpfer, – sondern hier diese drei sind es! Diese wollten die Erde zerstören, und da ist nun ihr Werk vor ihren Augen!

8. Diese haben tollkühn aus Zorn gegen Mich, ihren Schöpfer, in die Erde gestochen, und der Satan führte sie geraden Weges auf jene Punkte der Erde, wo ihre Pulse am seichtesten liegen. Da rissen sie mit ihrer Beize und mit ihren Körnern aus der Hölle die feste Haut von den Adern der Erde, und die mächtigsten Dämpfe und Ströme fingen an emporzubrechen, genötigt von der Schwere der Oberhaut der Erde. Und diese alles verheerende und tötende Flut über diesen ihren Erdkreis ist nun die Frucht ihres Eifers für die Hölle!“

9. Bei diesen Worten fingen die drei ganz gewaltig an zu beben; denn sie merkten es wohl, daß ihr Frevel Millionen den Tod gebracht habe, und wie sie die fast alleinigen Schuldträger dieses Gerichtes wären.

10. Der Herr aber berief hier den Satan; und als dieser, vom Grimme entbrannt im Augenblicke dastand, da sprach der Herr zu ihm: „Elender Versucher Meiner Langmut, Liebe und Geduld! Siehe, hier stehen deine drei getreuesten Knechte; sie haben deinen Plan meisterhaft vollbracht! Welchen Lohn wirst du ihnen darum nun geben?“

11. Und der Satan sprach: „Hatten sie nicht auf der Erde alles, wonach ihr Herz dürstete?! Welchen Lohn sollen sie dann fürder noch haben wollen?! – Der Tod sei ihr Los!“

12. Hier sprach der Herr: „Habt ihr es nun vernommen, wie euer Meister seine Knechte lohnt? Seid ihr zufrieden damit?“

13. Hier fingen die drei zu heulen an vor Furcht und Angst und baten den Herrn um Hilfe.

14. Der Herr aber sprach: „Das tut nun die Angst in euch, und ihr habt keine Reue! Daher weichet von Mir, Satans Diener, und büßet mit ihm in seinem Feuer euren Frevel!“

15. Hier fuhr ein mächtiger Blitz durch die Grotte und tötete die drei, und des Herrn Macht trieb dann die vier Geister zur Hölle.

16. Mahal aber klammerte sich an den Herrn; der aber führte ihn alsbald aus der Grotte hin zur Arche.

Kapitel 356 – Das Ende Mahals – sein Geist als Seraph

1. Bei der Arche angelangt, bat der Mahal den Herrn um den Tod des Leibes, da er es nimmer ertragen möge, den so mächtigen Regen über seinen schwachen Leib sich ergießen zu fühlen und durch die große Kälte in allen seinen Fasern gefiebert zu werden.

2. Der Herr aber sprach: „Mahal, wie magst du über den Regen und über die Kälte dich beklagen in solcher Meiner außerordentlichen Nähe?! Bin es nicht Ich, der dem Cherub seine Glut, dem Seraph seinen Glanz, und allen Sonnen Feuer, Licht und Wärme gab aus Mir?!

3. Meinst du, dieser Regen würde dich nässen und gefrieren machen deine Glieder, wenn du völlig bei Mir wärest in deinem Herzen?!

4. Oh, mitnichten! Ich sage dir: Jeder Tropfen, der da auf dein Haupt fällt, würde dir also eine Labung sein, wie er es der müden und nun halb getöteten Erde ist, über die eben diese Flut kommen mußte, auf daß sie ja nicht sterbe und vergehe unter dem Frevel der Menschen!

5. Diese Fluten werden die Wunden der Erde wieder heilen und vernarben, und sie wird sich wieder erholen und wird genesen und wird wieder den Menschen und Tieren zur Wohnstätte dienen!

6. Also aber soll es auch mit dir der Fall sein! Auch über dich muß vorher durch die große Tätigkeit deiner Liebe und daraus hervorgehenden Reue eine Flut kommen; diese wird dich heilen und erwärmen zum ewigen Leben aus Mir in deinem Geiste!

7. Wie deine Liebe, so dein Geist! Ist deine Liebe lebendig in Mir, so wird auch dein Geist lebendig sein aus Mir; und das ist diejenige wahre Wärme, die nimmer erkältet werden kann durch alle Kälte, die der Tod in der ganzen Unendlichkeit ausgestreut hat durch die Macht der Lüge in ihm!“

8. Hier erbrannte Mahal und sprach aus der neu angefachten Glut seines Herzens: „O Du überheiliger, der allerhöchsten Liebe vollster Vater! Wie endlos gut mußt Du doch sein in Deinem Wesen, daß Du mit mir, einem nichtigsten Sünder, also liebevollst Dich abgeben kannst, als hättest Du sonst kein Wesen mehr in der ganzen Unendlichkeit!

9. O wie unbegreiflich reut es mich nun, daß ich Dich je also sehr habe verkennen können und habe allerundankbarst mit Dir, o Du heilige, ewige Liebe, hadern mögen, wie ein loser Bube mit seinesgleichen! – O Vater, Du heilige, ewige Liebe, ist es wohl möglich noch, daß Du mir vergäbest solchen Frevel?“

10. Hier rührte der Herr den Mahal mit einem Finger an, und im Augenblicke sank der sterbliche Leib in Staub und Asche zusammen; aber der verklärte Geist Mahals stand als ein leuchtender Seraph neben dem Herrn und lobte und pries mit unsterblichen Lippen die ewige Liebe des Vaters, die noch im Gerichte von gleicher endlosester Fülle ist, wie im Frieden der ewigen Ordnung.

Kapitel 357 – Mahals erster Auftrag als Schutzengel der Arche. Von der Sündflut betroffene Gegenden

1. Als aber der Herr den Mahal erlöst hatte von seinem Leibe, da hatte die Sündflut schon sieben Tage gedauert, und das Wasser stieg mit solcher Raschheit, daß es in der Zeit von sieben Tagen nämlich schon die Stelle erreicht hatte, wo Mahal mit dem Herrn bei der Arche stand; und so war auch die Voraussage des Herrn am Mahal erfüllt, nach der er nicht eher seines Leibes ledig werden solle, als bis das Wasser seine Füße werde erreicht haben.

2. Als aber der erlöste Mahal dem Herrn die Ehre gegeben hatte, da sprach der Herr zu ihm: „Da du nun erlöst bist, so bestehe nun dein erster Engelsdienst darin, daß du diese kleine Welt leitest über die Fluten und sie nicht verlässest eher, als bis sich alle Flut wieder legen wird und Ich kommen und über die neue Erde spannen werde den Bogen des Friedens! – Von da an erst wird dir ein anderer Dienst werden! Mein Wille sei ewig deine Kraft!“

3. Darauf verschwand der Herr in Seiner außerordentlichen Persönlichkeit, und Mahal sah gleich den anderen Engelsgeistern dann nur die Sonne der Himmel, in der der Herr im unzugänglichen Lichte wohnt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

4. Und also leitete der Mahal die Arche nach dem Willen des Herrn getreu.

5. Das Wasser aber stieg auf der Erde so sehr, daß es am siebenten Tage von der Erlösezeit Mahals an schon den Kasten hob und ihn zu tragen anfing. Da leitete dann Mahal den Kasten, auf daß er nicht wankete nach dem Schwunge der Wogen, sondern also ruhig dahinschwamm, wie da schwimmt ein Schwan auf dem ruhigsten wellenlosen Spiegel eines Sees.

6. Um sieben Tage später überflutete das Wasser schon die höchsten Berge dieses Erdkreises bis zum allerhöchsten Himalajagebirge, das da das Land der Sihiniten von dem ganzen andern Asien trennte.

7. Und dieses Gebirge allein ragte fünfzehn Ellen aus dem höchsten Wasserstande empor; alle anderen höchsten Berge aber waren wenigstens so tief unter dem Wasser. Natürlich waren nach dem verschiedenen Höhenverhältnisse manche niedere Berge wohl auch mehrere Hunderte von Klaftern unter dem Wasser.

8. Wie aber und wohin ergoß sich das Gewässer der Sündflut? – Der Hauptteil war das Mittelasien, allwo noch heute der Aralsee und das Kaspische Meer die Überbleibsel von der denkwürdigsten Art sind; denn wo nun das Kaspische Meer ist, da stand einst das übergroße und stolze Hanoch, und es ließen sich noch heutzutage Überreste von dieser Stadt finden, – aber freilich in einer Tiefe von mehr als tausend Klaftern.

9. Und an der Stelle des Aralsees stand einst jener See mit seinen Umgebungen und mit seiner Wassergottsinsel, den wir auch sehr wohl kennen; ebenso sind auch der Baikal- oder nun Balkaschsee und Tsanysee ähnliche, die sündigen Reste der Vorsündflutzeit in sich bergende Denkmäler.

10. Von diesen Hauptpunkten ergoß sich das Gewässer reichlichst nach Siberien, wie auch nach Europa, das aber damals noch nicht bewohnt war. Ein Teil brach gegen Süden nach dem heutigen Ostindien und am stärksten über Arabien; auch das nördliche Afrika wurde stark mitgenommen bis zum Hochlande, von wo ab dies Land dann nur kleine Überströmungen erlitt. Amerika ward nur von Siberien aus im Norden etwas mitgenommen; der Süden aber blieb ganz frei also, wie die meisten Inseln des großen Meeres.

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