Jenseits der Schwelle Szene 7… Ein Papst stirbt – Beyond the Threshold Scene 7… A Pope is dying

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flagge de  7. Szene… Ein Papst stirbt

7. Szene… Ein Papst stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 11. August 1847

1. Bei diesem Exempel wollen wir sogleich beim Jenseits beginnen und einen Mann betrachten, der in der Welt eine sehr große Rolle gespielt hat und am Ende der Meinung war, die Welt sei bloß seinetwegen da und er könne mit ihr machen, was er wolle, da er sich die förmliche Stellvertreterschaft Gottes anmaßte, mehr noch als so mancher andere seines Gelichters. Aber er mußte dessenungeachtet dennoch »ins Gras beißen«, und es schützte ihn davor weder seine angemaßte Großmacht noch die Welt und ebensowenig die Gottesstellvertreterschaft.

2. Dort, seht hin, stark gegen Mitternacht wandelt langsamen Schrittes eine überaus hagere Mannesgestalt von sehr dunkler Farbe, blickt forschend um sich und späht bald dahin und bald wieder dorthin!

3. In seiner Gesellschaft seht ihr ein Männlein, gleich einem kohlschwarzen Affen, das sich um unsern Mann sehr geschäftig herumtummelt und tut, als hätte es mit diesem Manne gar überaus wichtige Sachen abzumachen. – Treten wir aber nur näher, damit ihr vernehmen könnt, was dieser Mann, der seinen Gesellschafter sowenig wie uns sieht, mit sich für sonderbare Gespräche führt.

4. Da sind wir schon in rechter Nähe; nun horcht, er spricht: »Alles Lüge, alles Trug, und der Betrogenste ist der Glücklichste; aber unglücklich der Betrüger, so er wissentlich ein Betrüger ist! Ist er aber unwissentlich ein Betrüger und lügt und betrügt, ohne zu wissen, daß er lügt und betrügt, da ist ihm zu gratulieren; denn da zieht ein Esel den andern, und beide sind mit dem schlechtesten Futter zufrieden. – Aber ich, was bin denn ich? – Ich war ein Oberhaupt, alle mußten glauben und tun, was ich anordnete; ich aber tat, was ich wollte, da ich die Schlüssel der Macht in meinen Händen hatte als einer, der sie nimmt ohne zu fragen, ob er sie wohl zu nehmen berechtigt ist. Ich wußte alles; ich wußte, daß da alles nur Lüge und Trug ist, und dennoch drang ich Lüge und Trug jedermann bei strenger Ahndung auf, der es nicht annehme und glaube, daß da alles, was von mir ausgeht, ob geschrieben oder nicht, als volle Wahrheit anzunehmen ist.

5. Ich meinte aber auf der Welt: Des Leibes Tod ist das Ultimatum allen Seins. Das war mein heimlicher, fester Glaube, und alle Weisheit der Welt hätte mir keinen andern Glauben geben können! Dies einzige hielt ich für Wahrheit, und sieh, auch das ist Lüge; denn ich lebe fort, obschon ich gestorben bin dem Leibe nach.

6. Himmel, Fegfeuer und Hölle ließ ich predigen auf vielen tausend Kanzeln, erteilte Ablässe und sprach eine Menge Verstorbener heilig und gebot Fasten, Gebet, Beichte und Kommunion, – und nun stehe ich selbst da und weiß nicht, wo aus und wo ein! Gäbe es ein Gericht, dann wäre ich schon gerichtet. Gäbe es einen Himmel, da hätte ich doch das erste Anrecht darauf, denn fürs erste mußte ich doch durch den Willen Gottes Statthalter der Kirche Christi werden; und was ich dann als solcher tat, war sicher auch nur ein allerhöchstes oberstes Wollen, denn ohne ein solches kann laut der Schrift ja kein Haar am Kopfe gekrümmt werden und kein Sperling vom Dache fliegen.

7. Also beichtete und kommunizierte ich auch nach der alten Vorschrift, obschon ich mich davon gar leicht hätte exemtieren können, indem ich die Macht hatte, die Beichte samt der strengen Kommunion für jedermann auf ewige Zeiten aufzuheben, was ich aber dennoch aus politischen Rücksichten nicht tun konnte und wollte. – Gäbe es eine Hölle, so wäre auch Grund genug vorhanden, mich darinnen zu befinden; denn vor Gott ist ein jeder Mensch ein Totschläger! – Wenigstens sollte ich mich im Fegefeuer befinden; denn das soll doch jedermann wenigstens auf drei Tage zuteil werden! Aber weder das eine noch das andere wird mir zuteil, – darum ist Gott, Christus, Maria, Himmel, Fegfeuer und Hölle nichts als Lug und Trug! Der Mensch aber lebt nur aus den Kräften der Natur und denkt und fühlt nur nach der eigenen Konzentration der verschiedenen Naturkräfte in ihm, die sich da wahrscheinlich zu einem ewig unzerstörbaren Eins verbinden und verknüpfen. Meine Aufgabe wird daher nun sein, diese Kräfte näher zu erforschen und mir dann mittels der genauesten Bekanntschaft mit ihnen einen Himmel zu gründen.

8. Aber ich merke fortwährend ein gewisses Zupfen an meiner Toga pontificalis! Was sollte denn das sein, ist denn etwa doch irgend ein unsichtbarer Geist in meiner Nähe, oder tut so etwas etwa irgend ein Wind? Es ist im Ernste sonderbar in dieser unendlichen Wüste, denn man kann schon gehen, wohin man will, so bleibt man aber dennoch ewig ganz allein. Man kann rufen, schreien, schimpfen, schelten und fluchen – oder beten, zu wem man will, so rührt sich dennoch nichts und man bleibt vor – wie nachher ganz allein! Es mögen doch schon einige Jahre sein, da ich auf der Erde gestorben bin, und das auf eine sehr schmerzliche, höchst fatale Weise, – und ich bin dito allein, nichts als die ganz kahle Wüste unter den Füßen! Platz habe ich da wohl, das ist wieder eine Wahrheit, aber wo ich bin, was für die Zukunft aus mir werden soll werde ich also ewig fortleben oder doch etwa einmal ganz vergehen -, das ist ein unauflösliches Rätsel.

9. Also nur frisch an die Erforschung der Naturkräfte in mir, und es soll sich durch ihre nähere Bekanntschaft bald entwickeln, was da aus mir werden soll!«

10. Habt ihr ihn nun gehört, wie er räsoniert, er, der Stellvertreter Gottes auf Erden? Oh, er wird noch lange also solo räsonieren, wie es ihm sein unsichtbarer Begleiter einhaucht; denn solcher auf Erden höchstgestellter Menschen Los ist stets das gleiche, nämlich das Alleinsein, indem sie sich auf der Erde auch über alles hinaus isoliert haben.

11. Diese Isolierung ist aber dennoch eine große Gnade für sie; denn nur dadurch ist es möglich, sie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Aber es geht das sehr lange; sie müssen in sich alle Grade der Nacht und Finsternis, der Not, auch des Schmerzes, wie er in der Hölle zu Hause ist, durchmachen.

12. Hat ein solcher Zelot diese Solo-Tour durchgemacht etwa in fünfhundert bis tausend, auch zehntausend Jahren -, dann erst kommt er in die Gesellschaft von strengen Geistern. Folgt er diesen nicht, so wird er wieder verlassen und ganz allein gestellt, wo ihm dann aber alle Greueltaten vorgeführt werden, die entweder unter ihm oder unter seinen Vorgängern verübt worden sind, bei welcher Gelegenheit er aber auch alle Schmerzen verkosten muß, die alle Verfolgten unter ihm oder unter seinen Vorgängern verkostet haben. Bringt ihn diese Kur noch nicht zurecht, so wird er belassen, wie er ist; bloß der Hunger wird ihm zur Begleitung gegeben und der Durst, welche zwei Hofmeister mit seltenster Ausnahme fast jeden mit der Zeit zurechtbringen.

13. Da habt ihr nun wieder ein Bild, aus dem ihr das Jenseits näher kennenlernen möget – und das »Wasser«, das ein solcher Häuptling zu durchschwimmen hat, bis er ans Ufer der Demut, Wahrheit und Liebe gelangt. Daher nun nichts mehr weiter von diesem Manne.

flagge en  Scene 7… A Pope is dying

Scene 7… A Pope is dying

Jesus Christus reveals thru Jakob Lorber on August 11th, 1847

1. In this instance we will begin at once with the beyond. We will observe a man, who had been playing a very great role, being finally of the opinion that the world existed only for his sake and that he could do as he liked. For he arrogated the actual stewardship of God, and that more than many another of his like. Notwithstanding all this, he had to “bite the dust”, and neither his presumed great power nor the world or the stewardship of God protected him against it.

2. Look over there, straight towards midnight, a very lean male figure of a very dark color is walking along slowly, looking around searchingly in all directions.

3. In his company you see a little man, like a pitch-dark monkey, who busies himself around our man and is acting as if he had some very important business with this man. Let us step closer, so that you may hear the strange monologue of this man, who is oblivious of both his company or us.

4. We are already close to him. Now listen, he says: “Everything a lie, everything deceit, and the deceived is the most fortunate; but unfortunate the deceiver, if he is knowingly a deceiver! However, if he is unknowingly a deceiver, lying and deceiving without realizing it, he can be congratulated. For in that case one donkey pulls another, and both are contented with the worst fodder. But I, what am I? I was a supreme head, all had to believe and do what I ordered. However, I did what I wanted, for I had the keys to power in my hands, like one who takes it without asking whether he is entitled to take it. I knew everything; I knew that everything is only a lie and deceit, but despite this fact I imposed falsehood and deceit under threat of punishment on everyone refusing to accept them and believing that everything issuing from me, written or not, has to be accepted as the full truth.

5. On the earth I thought: Physical death is the end of all existence. This was my secret, firm belief, and all the wisdom of the world could not have given me a different one! This alone I held to be the truth, and you see, also this is a falsehood; for I continue to live, although I have died in the body.

6. Heaven, purgatory and hell I had preached on many thousands of pulpits, issued letters of indulgence and canonized a great many deceased and ordered fasting, prayer, confession and Communion – and now I myself stand here, not knowing what is what! If there were a Judgment, I would be judged already. If there were a heaven, I should have the first right to it, for in the first place I had to become steward of Christ’s Church through the will of God. And what I then did as such was certainly also only a supreme will, for according to Scripture no hair of the head will be bent and no sparrow fly from the roof.

7. Thus I confessed and attended Communion according to the old rules, although I could easily have exempted myself. For I had the power to abolish confession, including the strict Communion for everyone, for all times, which, however, I could not and would not do for political reasons. Should there be a hell, I would have reason enough to be in it, for in God’s eyes every human being is a killer! At least I ought to be in purgatory, for this is said to be everybody’s lot for at least three days! But neither the one nor the other is my lot, therefore God, Christ, Mary, heaven, purgatory and hell are nothing but falsehood and deceit! Man lives only from the forces of nature and thinks and feels only according to the concentration of his inherent natural forces, which probably combine there to an eternally indestructible One. Therefore, it will now be my task to investigate these forces more closely and then, owing to my precise acquaintance with them, to found a heaven.

8. However, I notice a continual certain tugging at my toga pontificalis! What could that be, should there still be an invisible spirit in my vicinity, or is it done by some wind? In earnest, it is queer in this infinite desert, for no matter where one goes, one still remains forever completely alone. One can call, cry, call abuse, scold and curse – or pray to whom one wants, and yet nothing stirs and one remains all alone as before! It may well be several years since I died on the earth, and this in a very painful, utterly disagreeable manner, and I am just as alone, nothing beneath my feet but whole barren desert! I certainly have room to move, this again is a truth, but where I am, what shall become of me in the future shall I continue to live forever or still be totally annihilated in the future this is an insolvable riddle.

9. So get on with the investigation of the natural forces inherent in me, and through their closer acquaintance it shall soon become evident what shall become of me!”

10. Have you heard him, how he reasons, he, the steward of God on earth? Oh, he will continue for a long time to reason thus solo, as his invisible companion inspires him. For the lot of such people, who were on earth in the highest positions, is always the same, namely, being alone, inasmuch as they have excessively isolated themselves on earth.

11. However, this isolation turns out to be a great grace for them; for only in that way is it possible to then turn back onto the right path. But this takes a long time. They have to go through all degrees of night and darkness within, of distress, also of pain, as it is peculiar to hell.

12. Once such a zealot has absolved this solo journey – perhaps in five hundred to a thousand, also ten thousand years, he comes only then into the company of strict spirits. If he fails to follow them, he is again left alone and to his own devices. But then all the abominable deeds, carried out either under him or under his predecessors, will be brought home to him, at which occasion, however, he will have to taste all the pains, which all the persecuted had to taste under him or his predecessors. If this treatment fails to cure him, he is left as he is; as companions only hunger and thirst are given him, which two stewards with rare exceptions bring almost every one gradually onto the right road.

13. Here again you have a picture, from which you may learn more about the beyond – and the “water”, which such a leader has to swim through, until he reaches the shore of humility, truth and love. Therefore, nothing more of this man.