Menschliche Ungeduld und Gottes Langmut… Ihr wählt, zu leben wie ein Engel oder wie ein Teufel auf Erden – Man’s Impatience and God’s Forbearance… You choose, to live like an Angel or a Devil on Earth

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Jesus erklärt im Tempel die menschliche Ungeduld und Gottes Langmut

DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES Band 7, Kapitel 202

Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Der Herr belehrt im Tempel das Volk und die Pharisäer

202,1. Sagte einer aus dem Volke, der in der Schrift auch bewandert war: „Herr und Meister, es gibt unter uns viele, die Deine Lehren gehört und Deine vielen Zeichen gesehen und tiefst bewundert haben, und es entstand unter uns die Rede: ,Wenn dieser Mensch bei aller seiner noch nie dagewesenen Weisheit und bei aller der ersichtlichen, völlig gottähnlichen Wundertatsmacht und ebensolcher Kraft, vor der sogar der starre Tod sich beugen muss, noch nicht der verheissene Messias sein soll, da fragen wir ernstlich, ob möglicherweise der rechte Messias, so Er kommen würde, wohl grössere Zeichen tun könnte! Wir glauben das nicht und werden es auch nicht glauben! Denn der Mensch, der ohne irgendein Mittel, sondern lediglich nur durch sein Wort alle noch so harten Krankheiten heilt, sogar abgängige Glieder wieder ersetzt – wie wir das bei Bethlehem gesehen haben –, tote Menschen zum Leben erweckt, den Winden und Stürmen gebietet und seinen Willen auch an der Sonne, am Monde und an allen Sternen sichtbar macht, – ist ein Gott und kein Mensch mehr!‘

202,2. Siehe, Herr und Meister, solche Rede ist nun unter uns gang und gäbe, und wir glauben darum, dass Du nicht nur einer der allergrössten Propheten, sondern wahrlich der Herr bist!

202,3. Du hast zwar wohl auch einen Leib wie wir, aber in solchem Deinem Leibe ist die Fülle der Gottheit verborgen, und Deine Worte und Taten sind Zeugen von ihrem wunderbaren Dasein in Dir. Das glauben wir nun einmal fest und werden uns von den argen Tempelwüterichen nicht mehr irreführen lassen.

202,4. Wir aber haben eine Bitte an Dich, o Herr! Verkürze doch Deine heilige Geduld, und strecke einmal vollends Deine unverbesserlichen Feinde unter den Schemel Deiner Füsse, und züchtige sie mit der Rute, die sie sich lange wohl verdient haben!“

202,5. Sagte Ich (der Herr): „So ihr an Mich wahrhaft glaubet, so müsset ihr Mir in der Weisheit, die alle Dinge in der Welt leitet und schlichtet, auch nicht vorgreifen, sondern eure Geduld mit der Meinen vereinen und euch denken: In dieser Lebensfreiheitsprobewelt ist die Ordnung ein und für alle Male so gestellt, dass da ein jeder Mensch tun kann, was er will; denn nur durch die vollste Freiheit seines Willens kann er sich das wahre, ewige Leben seiner Seele erkämpfen. Wie er aber einen freien Willen hat, so hat er auch eine rechte Vernunft und einen freien Verstand, durch den er alles Gute und Wahre wohl erkennen und beurteilen kann, und da ihm die Kräfte danach reichlichst verliehen sind, so kann er auch völlig danach handeln.

202,6. Erkennt der Mensch das Gute und das Wahre, handelt aber dennoch freiwillig dawider, so baut er sich selbst das Gericht und seine eigene Hölle und ist darum schon in dieser Welt ein vollkommener Teufel. Und sehet, das ist dann die Strafe, die sich ein Mensch ohne Mein Wollen selbst antut!

202,7. Darum kümmert euch nicht um Meine grosse Geduld und Liebe zu den Menschen, ob sie gut oder böse sind! Ich ermahne sie nur, wenn sie durch ihre eigene Schuld auf Abwege geraten sind; aber Ich kann sie mit Meiner Allmacht dennoch nicht ergreifen und zurücksetzen auf die rechten Wege des Lebens, weil das soviel hiesse wie ihnen die Freiheit ihres Willens nehmen, was soviel wäre wie ihnen das Leben der Seele und des Geistes in ihr nehmen.

202,8. Darum gehe ein jeder, wie er gehen will! Es ist für den Menschen mehr als genug, dass er die Wege kennt und die sicheren Folgen, die er erreichen muss, ob sie gut oder böse sind. Denn ein jeder Mensch, wenn er zum Gebrauch seiner Vernunft und seines Verstandes kommt, weiss es, was nach den Offenbarungen aus den Himmeln recht und gut – oder auch, was da unrecht und böse ist. Die Wahl, danach zu handeln, ist seinem freien Willen völlig anheimgestellt.

202,9. Wenn ihr das recht erkennet, so dürfet ihr nicht klagen über Meine Geduld und Langmut; denn es muss einmal auf dieser Erde, die ein Erziehungshaus für werdende wahre Kinder Gottes ist, also und nicht möglich anders sein.

202,10. Wo die Menschen aber berufen sind, völlig gottähnliche Geister und Wesen zu werden, da muss ihre Willensfreiheit auch umgekehrt dahin den ins Endloseste gehenden freiesten Spielraum haben, sich zu einem vollendetsten Teufel zu gestalten, der aber dann freilich als selbst schuldig der elendeste Träger dessen sein wird, was er sich durch seinen Willen selbst bereitet hat.

202,11. Ich werde darum niemanden seiner bösen Taten wegen durch Meine Allmacht richten und strafen, sondern er sich selbst und das unwandelbare Gesetz Meiner ewigen Ordnung, das jedem auf dem Lichtwege der vielen Offenbarungen kundgemacht worden ist schon von Anbeginn des menschlichen Seins auf dieser Erde.

202,12. So ihr das nun verstanden habt, so übet euch denn auch in der Geduld und habt auch in euch ein wahres Mitleid nicht nur mit den kranken Leibern, sondern viel mehr noch mit den kranken und blinden Seelen der Menschen, so werdet ihr am leichtesten und ehesten zur wahren und vollen Gottähnlichkeit gelangen und gleich werden den Engeln im Himmel!“

flagge en  Jesus explains in the Temple man’s Impatience and God’s Forbearance

   

Jesus explains in the Temple man’s Impatience and God’s Forbearance

THE GREAT GOSPEL OF JOHN Volume 7, Chapter 202

Revealed from the Lord thru the Inner Word to Jacob Lorber

The Lord taught in the temple the people and the Pharisees

1. Someone from the crowd who knew the Scriptures well said: “Lord and Master, among us there are many who have heard Your teaching and have seen Your many signs and have admired them, so we have come to say: ‘If this man, with all His never before seen wisdom and clearly visible power and might, entirely equal to that of God, to which even the rigid death must bow, is still not the promised Messiah, then we ask ourselves if the true Messiah – if ever he were to come – would be able to perform even greater signs. We do not and will not believe that, for a man who, without any help but only with His Word, heals the worst sicknesses, replaces lost limbs – as we have seen near Bethlehem – brings those who have passed on back to life, who rules over the winds and storms and who makes His will known to the sun, the moon and all the stars, is a God and no more a man.’

2. You see, Lord and Master, this we say amongst ourselves regularly, and therefore we also believe that You are not only one of the greatest of all prophets, but are truly the Lord Himself.

3. You might have a body, just like we do, but within You is hidden the fullness of the Divinity and Your words and deeds are witnesses of its wonderful existence within You. This we do firmly believe and we will no longer allow ourselves to be deceived by those terrible tyrants of the temple.

4. We have a request for You, o Lord! Curtail Your holy patience and place Your incorrigible enemies completely and utterly beneath Your footstool and chastise them with the rod which they have deserved for so long already.”

5. Said I: “If you truly believe in Me, then you must not attempt to anticipate My wisdom, which guides and settles all things in the world, instead you must unite your patience with Mine and think: In this world, where the freedom of life is being tested, order is once and for all times such that every man may do as he wishes, for only by the complete freedom of will can he fight for the eternal life of his soul. Because he has a free will, he also has proper reason and a free intellect with which he may distinguish and evaluate all that which is good and true and he may also act accordingly, for the powers have been given to him abundantly.

6. When man distinguishes that which is good and true, but still voluntarily acts contrary to it, he is building his own judgment and his own hell and is therefore already a devil here on earth. Behold, that is the punishment man grants himself, without Me willing it.

7. And so, do not busy yourself with My great patience and My love for men, be they good or evil. I only warn them should they go astray, for despite My omnipotence, I cannot take hold of them and bring them back to the right path, because that would mean I take away their free will, which would be the same as taking away the very life of the soul and of the spirit within.

8. Therefore, may everyone walk as it pleases him. It is more than enough for man to know the ways and the certain consequences that he may expect, be they good or bad, for every man who came to use his reason and his intellect knows the things which are right and good according to the revelations from the heavens, and also that which is wrong and evil. The choice to act accordingly is completely up to his free will.

9. If you truly understand this, then you must not complain about My patience and forbearance; for on this earth, which is a school for those who are to become true children of God, it must be this way and cannot be otherwise.

10. Yet where men are called to become spirits and beings entirely like God, their free will must conversely have the most boundless scope to shape themselves into the most perfect devil as well; yet then, having only themselves to blame, they will be the most wretched bearers of what they have brought upon themselves through their own will.

11. Therefore, I will not judge or punish anyone for their wicked deeds through My omnipotence, but rather they will be judged by themselves and by the immutable law of My eternal order, which has been made known to all through the light of the many revelations since the very beginning of human existence on this earth.

12. Now that you have understood this, practice patience and cultivate within yourselves true compassion, not only for sick bodies, but even more so for the sick and blind souls of men. In this way, you will most easily and quickly attain true and complete likeness to God and become like the angels in Heaven!”