Gebot 1… Du sollst an einen Gott glauben… – Commandment 1… You shall believe in one God…

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Gebot 1… „Du sollst an einen Gott glauben und dir nie denken, es gäbe entweder keinen Gott, oder es gäbe zwei, drei oder mehrere Götter.“

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.

Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Da sie ihr Probeleben entweder gar nicht oder nur kurz “erleben” durften, werden sie im Reich der Kinder unter liebevoller Anleitung ausgebildet, wobei ein sehr wichtiger Teil davon die Kenntnis und praktische Erfahrung der 12 Gebote Gottes ist (also Zehn Gebote Moses und die beiden Gebote der Liebe). Dass in der “Göttlichen Lehranstalt” keine menschliche Interpretation gelehrt wird, versteht sich von selbst. Demnach darf (oder besser sollte) sich auch jeder noch im Fleisch lebende Mensch an dieser Erklärung orientieren. Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

73. Kapitel – Schulhaus der 12 göttlichen Gebote. Erster Saal – Erläuterung des 1. Gebotes.

1. Wir dürfen von hier keine gar grosse und weite Reise machen, der nächste Garten wird sogleich vor unseren Augen stehen. Sehet hin, in einer mässigen Entfernung begrüssen uns schon unabsehbar weit gedehnte Baumreihen, hinter denen wir einen überaus grossen und ebenmässig prachtvollen Palast erblicken. Das ist schon der Garten, in welchen wir zu kommen haben, in diesem werdet ihr sogar auch diejenigen Kinder antreffen, die euch der Herr auf der Erde genommen hat.

2. Ob ihr sie aber sogleich erkennen werdet, das ist freilich wohl eine andere Frage; denn im Geiste haben die Kinder nicht mehr das Anähnelnde der Gestalt ihrer irdischen Eltern, sondern nur das Anähnelnde in entsprechendem Masse nach der Aufnahmsfähigkeit für das Liebegute und Glaubenswahre aus dem Herrn mit dem Herrn. – Dessen ungeachtet aber können sie auch bei gewissen Gelegenheiten das irdisch Anähnelnde, welches in ihrer Seele haftet, annehmen und sich dadurch der Form nach denjenigen kennbar machen, welche von der Erde hier anlangen und von den geistigen Verhältnissen noch eben nicht gar zuviel wissen.

3. Wir wollen aber vorderhand nicht zu lange davon sprechen, sondern uns lieber sogleich in den Garten begeben, um uns allda von allem dem mit den eigenen geistigen Augen zu überzeugen, was wir sonst nur mit dem Munde hier ausfechten müssten.

4. An den Baumreihen oder Alleen sind wir schon, in denen ihr die schönsten blumigen Wege entdecket und auch hier und da die Kinder munter auf denselben wandeln sehet. Gehen wir aber nur tiefer hinein, und wir werden uns sobald bei dem erst geschauten Palaste befinden.

5. Sehet, da steht er schon vor uns, und das in einer nahe unabsehbar weit gedehnten Länge. Tausendmal tausend Fenster laufen in einer Reihe fort. Ein jedes ist bei sieben Klafter hoch. Über der Höhe der Fenster entdecken wir noch eine kleinere Fensterreihe, welche jedoch überall genau über den unteren grossen Fenstern zu stehen kommen.

6. Ihr saget und fraget hier: Aber um des Herrn willen, ist dieses ganze Gebäude, dieser unabsehbar lange Palast, nur ein einziger Saal? – Ich sage euch: Solches ist er mitnichten, sondern er besteht aus zwölf Abteilungen. In der Höhe aber, wo ihr die zweite Reihe der kleinen Fenster bemerket, läuft ununterbrochen eine herrliche und breite Galerie um den ganzen Saal, von welcher Galerie aus man, ohne die Schüler zu ebener Erde irgendwie zu stören, alle die zwölf Abteilungen nacheinander übersehen und sich da überzeugen kann, was alles in ihnen vorkommt. – Gehen wir aber nun hinein, damit euch alles klar werde.

7. Sehet, da sind wir schon am Eingange. Wir brauchen aber nicht auf die Galerie hinaufzugehen, da wir diesen kleinen Kindergeistern ohnehin zum grössten Teile unsichtbar bleiben müssen. Bemerkbar werden wir nur den Lehrern; diese aber sind schon unterrichtet, warum wir hier sind.

8. Nun sehet, hier sind wir schon im ersten Saale. Was sehet ihr in der Mitte dieses grossen Saales auf einer weissen Tafel, welche auf einer Säule aufrecht stehend angebracht ist, geschrieben? Ihr saget: Zuoberst die uns wohlbekannte Zahl 1, die sicher die Nummer des Saales sein wird, und unterhalb: Weg zur Freiheit des Geistes! – Das eins bedeutet, sage ich euch, nicht die Nummer des Saales, sondern es bezeichnet das erste Gesetz Gottes durch Moses.

9. Ihr fraget: Was sollen aber die vielen Kinder, die wir hier schon ziemlich erwachsen erschauen, mit dem irdischen Gesetze Mosis, welches wohl für sterbliche, irdisch ungläubige Menschen gilt, aber doch sicher nicht für Kinder, welche als reine Geister hier schon lange die lebendigste Überzeugung von dem Dasein des einen Gottes haben, indem ihnen solches doch schon bei dem ersten Elementarunterrichte, wie wir gesehen haben, zur Übergenüge lebendigst anschaulich bei jeder Gelegenheit gezeigt wird?

10. Meine lieben Freunde und Brüder, die Sache verhält sich ganz anders, als ihr meinet. Ähnliches findet ihr aber auch auf der Erde, allda ihr auch die Kinder fragen und betrachten könnet, wo ihr wollet, und ihr werdet bei ihnen überall einen wirklich lebendigen Glauben an einen Gott antreffen. Denn niemand ist gläubiger als die Kinder, und es gibt doch nicht leichtlich irgendein so böswilliges Elternpaar, das seinen Kindern, wenigstens zu Anfang ihres Seins, verweigern möchte, einen Gott zu erkennen, da dies jede Religion vorschreibt und den Eltern wenigstens aus politisch-moralischen Gründen zur Pflicht gemacht wird, solches ihre Kinder erlernen und erkennen zu lassen.

11. Sollte man da nicht eben auch glauben, dass solchen von Gott unterrichteten Kindern nach der Zeit kein fernerer Unterricht über Gott not tut? – Ihr müsst da selbst bekennen und sagen: Ja, ein solcher Unterricht tut jedermann bis an sein letztes Lebensende not; denn nur gar zu leicht werden die ersten Eindrücke in den Kinderjahren verwischt, und dann stehen die den Kinderschuhen entwachsenen Menschen da, als hätten sie nie etwas von Gott gehört. Ich sage euch: ein solches Verwischen ist hier freilich wohl nicht leichtlich möglich; aber das müsset ihr doch annehmen, dass diese Kinder, zufolge ihrer frühen Hieherkunft, auf der Erde keine Gelegenheit hatten, die Freiheitsprobe für ihren Geist, welche die eigentliche Lebensprobe ist, zu bestehen. Daher muss diese überaus wichtige Aktion für das Leben des Geistes, hier ins vollste Werk gesetzt werden. Bisher waren diese Kindergeister nur gewisserart geistige lebendige Maschinen. Hier aber handelt es sich ums Lebendigwerden aus ihnen selbst, und darum müssen sie auch alle die Gebote kennenlernen, dieselben dann werktätig an sich selbst erproben und erfahren, wie sich ihr selbst lebendiges geistiges Wesen unter einem gegebenen Gesetze verhält.

12. Und so denn ist auch hier das erste Gebot gegeben, welches da lautet: „Du sollst an einen Gott glauben und dir nie denken, es gäbe entweder keinen Gott, oder es gäbe zwei, drei oder mehrere Götter.“

73,13. Hier fragt es sich dann freilich wieder weiter: Wie kann man denn demjenigen an einen Gott zu glauben gebieten, der ohnehin an einen Gott lebendig glaubt und keinen Zweifel darüber hat? Das ist fürwahr eine gute Bemerkung; darum aber werden eben hier die Kinder von ihren Lehrern durch allerlei Lehre und Taten in einen solchen Zustand versetzt, in welchem sie von allerlei Zweifeln über das Dasein Gottes behaftet werden, welche Unterrichtsweise man hier die Abödung des eigenen Geistes nennt.

73,14. Um aber solches bei diesen Kindern zu bewirken, lassen die Lehrer nicht selten die merkwürdigsten Dinge wie zufällig vor den Augen ihrer Schüler entstehen, lassen sie dieselben betrachten und fragen sie dann, ob dazu Gott vonnöten war, den sie doch dabei nicht als handelnd gesehen haben. Sagen da die Kinder, Gott kann solches bloß durch Seinen Willen bewirken, ohne dabei wesenhaft notwendig gegenwärtig zu sein, da lassen die Lehrer ihre Schüler selbst verschiedene Dinge denken, und was da gedacht wird von den Kindern, das steht schon fertig da. Dabei fragen dann die Lehrer die Kinder wieder, wer nun solches getan habe?

73,15. Dadurch werden schon mehrere ins Zwielicht gebracht. Einige sagen, solches hätten sie selbst getan, andere wieder meinen, es haben solches die Lehrer nach dem Erkennen der Gedanken in den Schülern getan. Einige aber sagen, sie hätten sich solches wohl gedacht; aber es müßte doch ein allmächtiger Gott es zugelassen haben, darum das von ihnen Gedachte als ein vollendetes Werk vor ihnen erschien.

73,16. Wenn die Schüler so ziemlich noch immer beim festen Glauben an einen Gott verbleiben, da fragen sie dann die Lehrer, woher sie denn das wüßten, daß es einen Gott gebe? Die Schüler antworten ihnen da gewöhnlich: Solches haben uns die ersten weisen Lehrer gelehrt. Nun fragen aber diese Lehrer weiter und sagen: Was würdet ihr denn dann sagen, so wir als die offenbar weiseren Lehrer sagen und lehren, daß es keinen Gott gibt, und daß das alles, was ihr sehet, von uns gemacht und errichtet ist? Und was werdet ihr sagen, wenn wir von uns aussagen, daß wir die eigentlichen Götter sind?

73,17. Sehet, hier stutzen die Kinder ganz gewaltig und fragen dann die Lehrer, was sie denn nun in diesem Falle tun sollen?

73,18. Diese Lehrer aber sagen zu ihnen: Suchet in euch, was ihr da tun müßt; gibt es einen Gott, so müsset ihr Ihn in euch finden, und gibt es keinen, so werdet ihr auch ewig keinen finden.

73,19. Wenn dann die Kinder fragen, wie sie in sich ein solches Suchen anstellen sollten, da sagen die Lehrer: Versuchet, den Gott, den ihr meinet, daß Er ist, in euren Herzen also zu lieben, als wäre Er einer. Nehmet in solcher Liebe zu, und wenn es einen Gott gibt, so wird Er euch in eurer Liebe antworten, gibt es aber keinen, da werdet ihr in euren Herzen keine Antwort bekommen.

73,20. Sehet, hier fangen die Schüler an, in ihr Inneres zu gehen und fangen an, den früher bloß nur kindlich geglaubten Gott im Ernste zu lieben. Aber da geschieht es, daß Sich Gott der Herr nicht sobald meldet, und unsere Kinder dadurch in nicht geringe Zweifel kommen. – Wie sie aber aus diesen gebracht werden, wird der Verfolg zeigen. –

74. Kapitel – Wie soll man Gott suchen?

74,01. Sehet, da sind schon einige, die sich soeben an ihren Lehrer wenden und ihm die Bemerkung machen, daß sie nun im Ernste zu glauben genötigt seien, es gäbe keinen Gott außer den Lehrern, die vor ihnen Wunderdinge leisten, indem sich Gott trotz der Heftigkeit ihrer Liebe, mit der sie Ihn in ihren Herzen erfaßt haben, auch nicht einem unter ihnen zu einer allergeringsten Wahrnehmung gezeigt habe.

74,02. Was tun aber die Lehrer auf die Äußerung ihrer Schüler? Höret nur den an, an den solcher Bericht ergangen ist: er (der Lehrer) spricht zu seinen Schülern:

74,03. Meine geliebten Kinder! Es mag wohl sein, daß sich bei euch Gott noch nicht gemeldet hat; es kann aber auch sein, daß er sich gemeldet hat, ihr aber waret zu unaufmerksam und habt eine solche Anmeldung nicht wahrgenommen.

74,04. Saget mir daher: Wo waret ihr, als ihr Gott in euren Herzen erfaßt habt? Waret ihr draußen unter den Bäumen des Gartens oder auf den Galerien des Saales, oder waret ihr auf dem großen Söller des Saalgebäudes oder in irgendeiner Kammer, oder waret ihr in euren Wohnstuben, welche da außerhalb dieses großen Lehrgebäudes reichlich erbaut sind? Und saget mir auch, was alles ihr hier und da gesehen, bemerkt und empfunden habt.

74,05. Die Kinder sprechen: Wir waren draußen unter den Bäumen und betrachteten da die Herrlichkeiten der Schöpfungen Gottes, an den wir glauben sollen, und lobten Ihn darob, daß Er so herrliche Dinge gemacht hat. Wir stellten Ihn uns vor als einen recht lieben Vater, der gern zu Seinen Kindern kommt, und haben dadurch auch in unseren Herzen eine große Sehnsucht gefaßt, Ihn zu erschauen und Ihm dann mit all unserer kindlichen Liebe entgegenzueilen, Ihn zu erfassen und nach all unserer möglichen Kraft zu liebkosen.

74,06. Allein es kam von keiner Seite irgendein Vater zu uns. Wir befragten uns auch sorgfältig untereinander, ob einer oder der andere noch nichts merke vom Vater. Doch ein jeder aus uns bekannte offenherzig, daß er nicht von fernher auch nur etwas Allerleisestes merke.

74,07. Wir verließen dann den Platz, eilten auf die Söller des Lehrsaalgebäudes und taten da dasselbe. Allein der Erfolg war ganz derselbe wie unter den Bäumen. Wir gingen von da in unsere Wohnstuben, in der Meinung, hier würde uns der Vater am ehesten besuchen, denn wir beteten da viel, und baten Ihn inbrünstig, daß Er Sich uns zeigen möchte. Aber es war alles umsonst! Da wir sonach deinen Rat vergeblich befolgt haben, so sehen wir uns nun genötigt, deiner Lehre beizupflichten, nämlich daß es eher keinen als einen Gott gäbe. Und so haben wir unter uns beschlossen: Wenn es schon irgendeinen Gott gibt, so gibt es aber dennoch keinen ganzen, sondern einen geteilten in all den lebenden und freitätigen Wesen, wie ihr und wir da sind. Gott ist demnach nur ein Inbegriff der lebendigen Kraft, welche aber erst in den Wesen, wie ihr es seid, freitätig sich und andere erkennend und dadurch auch mächtig wirkend auftritt.

74,08. Sehet hier die kleinen Philosophen, und erkennet aber auch zugleich den Grund oder das falsche Samenkorn, von dem alle diese schlüpfrigen Vernunftsspekulationen die Frucht sind!

74,09. Was spricht unser Lehrer zu diesen Philosophemen seiner Schüler? Höret, also lauten seine Worte: Meine lieben Kinderchen! Nun habe ich den Grund in euch recht klar erschaut, warum sich euch kein Gott gezeigt hat, weder unter den Bäumen, noch auf dem Söller, noch in den Wohnstuben (das heißt: weder im Forschen in der Natur durch Erfahrungen und Zergliederungen derselben, noch auf dem Wege höherer Vernunft- und Verstandesspekulation, noch in eurem nicht viel besseren als einem Alltagsgemüte), weil ihr schon mit den Zweifeln hinausgegangen seid.

74,10. Ihr habt Gott nicht bestimmt, sondern allenfalls möglicherweise erwartet. Gott aber, so einer ist, muß ja doch in Sich Selbst die höchste abgeschlossene Bestimmtheit sein. Wenn ihr aber mit der Unbestimmtheit eures Denkens, Glaubens und Wollens die höchste göttliche Bestimmtheit suchtet, wie hätte sich da euch solche wohl offenbaren können? Merket euch demnach wohl, was ich euch nun sagen werde:

74,11. Wenn ihr Gott suchen wollet und wollet Ihn auch erschaulich finden, da müsset ihr mit der größten Bestimmtheit hinaustreten und Ihn auch so suchen. Ihr müsset ohne den allergeringsten Zweifel fort glauben, daß Er ist, und wenn ihr Ihn auch noch so lange nicht irgend zu Gesichte bekommen solltet, und müsset dann auch mit eurer Liebe Ihn ebenso, bestimmt ergreifen, als wie bestimmt ihr an Ihn glaubet. Sodann wird es sich erst zeigen, ob ihr in eurem Denken, Glauben, Wollen und Lieben die größtmöglichste Bestimmtheit erlangt habt.

74,12. Habt ihr dieselbe erlangt, wird sich Gott euch auch sicher zeigen, so Er einer ist. Habt ihr aber diese Bestimmtheit nicht erlangt, so werdet ihr ebenso unverrichteter Dinge wieder zu mir zurückkehren, wie es diesmal der Fall war. –

74,13. Sehet, die Kinder überdenken die Lehre des Lehrers wohl, und eines, scheinbar das schwächste aus ihnen, tritt hin zum Lehrer und spricht: Höre mich an, du lieber weiser Lehrer! Meinst du denn nicht, wenn ich ganz allein in mein Wohnstübchen ginge und möchte da Gott den Herrn als den allerliebevollsten Vater allein mit meiner Liebe recht bestimmt ergreifen, indem ich ohnehin noch nie recht daran habe zweifeln können, ob es einen oder keinen Gott gäbe, sondern in mir – aller Gegenbeweise ungeachtet – fortwährend bei einem Gott stehengeblieben bin. Meinst du demnach nicht, Er würde Sich mir zeigen, wenn ich Ihn allein lieben möchte? Denn das viele Denken und Glauben darnach kommt mir ohnehin etwas mühselig vor.

74,14. Der Lehrer spricht zum Kinde: Gehe hin, mein liebes Kindlein, und tue, was dir gut dünkt; wer weiß vorderhand, ob du nicht recht habest? – Ich kann dir nun weder ein Ja noch ein Nein geben, sondern sage zu dir: Gehe hin und erfahre, was alles die Liebe vermag!

74,15. Nun sehet, das Kindlein läuft aus dem Saale in seine Wohnstube, und die anderen Schüler befragen den Lehrer, ob er die Unternehmung des einen Kindes, das sich jetzt in seine Wohnstube entfernte, dem vorziehe, was sie nun nach seinem Rate zu tun gedenken, nämlich mit aller Bestimmtheit hinauszugehen und nach Gott zu forschen.

74,16. Der Lehrer aber spricht: Ihr habt gehört, was ich zu dem einen eurer Mitschüler gesagt habe, nämlich weder ein Ja noch ein Nein; eben dasselbe sage ich auch zu euch. Gehet hin oder hinaus; tut, was euch am besten dünkt, und die Erfahrung wird es zeigen, welcher Weg der bessere und der kürzere ist, oder ob der eine falsch oder der andere richtig, oder ob beide falsch oder beide richtig seien.

74,17. Nun sehet, ein Teil der Kinder erfaßt die Bestimmtheit, ein anderer aber die Liebe allein. Die die Bestimmtheit Erfassenden gehen voll tiefen Denkens, Wollens und festen Glaubens hinaus in den Garten; ein Teil aber begibt sich in die Wohnstuben, um Gott zu suchen. –

74,18. Aber da sehet hin, soeben kommt das zuerst mit der Liebe zu Gott hinausgeeilte Kind, geleitet von einem schlichten Manne, in den Saal herein und geht geradewegs auf den Lehrer zu. Was etwa wird es wohl vorbringen?

74,19. Höret, es (das Kind) spricht: Lieber, weiser Lehrer, da sieh einmal her! Als ich in meinem Wohnstübchen den lieben großen Himmelsvater so recht zu lieben anfing, da kam dieser einfache Mann zu mir und fragte mich, ob ich den Vater im Himmel wohl im Ernste so lieb hätte? Ich aber sprach zu ihm: O lieber Mann, das kannst du mir ja aus meinem Angesichte lesen. – Dann aber fragte mich der Mann, wie ich mir den großen Himmelsvater in meinem Gemüte vorstellte. Und ich sagte zu ihm: Ich stelle Ihn mir so wie einen Menschen vor; aber nur muß Er sehr groß und stark sein und auch sicher einen großen Glanz um sich haben, weil schon diese Welt und die Sonne, die ihr scheint, so überaus herrlich und glänzend ist.

74,20. Hier hob mich der schlichte Mann auf, drückte mich an sein Herz, gab mir einen Kuß und sprach dann zu mir: Führe mich hinüber in den Lehrsaal zu deinem Lehrer; dort wollen wir das Weitere ausmachen und recht gründlich ersehen, wie der Himmelsvater aussieht, wenn Er einer ist, und wie Er alles aus Sich erschafft, leitet und regiert. Und nun siehe, lieber weiser Lehrer, da bin ich nun mit dem schlichten Manne. Was dünkt dir wohl, wer dieser Mann sein möchte, weil er gar so lieb mit mir umgegangen ist?

74,21. Und der Lehrer spricht in sichtbar allerhöchster Liebe und Achtung: O überglückliches Kind, du hast schon den Rechten gefunden; siehe das ist Gott, unser allerliebevollster Vater! Und der Herr beugt sich nun nieder, nimmt das Kind auf Seinen Arm und fragt es: Bin Ich wohl Der, als den mich dein Lehrer dir angekündigt hat? Und das Kind spricht in großer Aufregung: O ja, Du bist es, das erkenne ich ja an Deiner unendlichen Güte, denn wer sonst ist so gut wie Du, daß er mich auf seine Arme nähme und möchte mich also herzen und kosen wie Du?! Ich liebe Dich aber nun auch so unbegreiflich, daß ich mich ewig nimmer von Dir trennen kann; mußt mich darum nicht mehr hier lassen, lieber heiliger Vater! Denn solche Güte und Liebe habe ich noch nie empfunden wie jetzt auf Deinen Armen! – Und der Herr spricht: Fürchte dich nicht, Mein Kindlein! Wer Mich einmal wie du gefunden hat, der verliert Mich ewig nimmer.

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Commandment 1… Thou shalt believe in one God, and never think that there is either no God, nor that there are two, three, or several gods.

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond.

Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43).

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101). Because they could not experience their trial life at all or only for a short while, they are taught and trained in the Children’s Kingdom under a loving guidance, whereby a very important part is, to know and experience practically the 12 Commandments of God (The 10 Commandments of Moses and the 2 Commandments of Love). It is self-evident, that in the ‘Divine Teaching Facility’ no human interpretations are taught. That is why each human being, still living in the flesh, may take one’s bearings from this explanation. (or better should) The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 73 – The first commandment in the first classroom – explanation

1. We do not need a long and wide voyage from here, for the next garden is before our very eyes. Look, at a moderate distance we are already greeted with endlessly stretched rows of trees, behind which we see an exceedingly large and equally splendid palace. This is already the garden in which we have to be, in which you will even meet those children whom the Lord has taken from you on the earth.

2. But if you would recognize them at once, is certainly another question; for in the spirit, the children no longer resemble the physical traits of their earthly parents, but they only resemble the Lord to the extent of their receptive capacity for the loving-goodness and faithfulness from the Lord. Nevertheless, on certain occasions, they can also accept the earthly similarities which are bound in their souls, and thus make themselves known in form to those who have come here from the earth, and are not yet too much acquainted with the spiritual conditions.

3. We shall not, however, spend any more time speaking about this, but rather to go straight into the garden, to convince ourselves of all that with our own spiritual eyes, which we would otherwise have to attain with the mouth here.

4. We are already in the tree-rows or avenues, in which you have discovered the most beautiful flowery lanes, and also here and there children, walking gaily on it. Let us go in deeper, and we shall find ourselves, as soon as we are there, at the palace we have first seen.

5. See, it is already standing in front of us, with a nearly indefinitely stretched length. Thousands times thousand windows are set in rows. Every one measures seven klafter high. Above the height of the windows, we find a smaller row of windows, which are placed exactly above each of the lower large windows.

6. You say and ask, “But for the sake of the Lord, is this whole building, this immensely long palace, but a single hall? I say unto you, It is not, but is divided into twelve divisions. At the height where you see the second row of small windows, a splendid and wide gallery runs along the whole hall, from which gallery one can, without disturbing the students on the floor at all, overlook the twelve sections one by one, and convince oneself of what is in them. Now let us go in, that everything may be clear to you.

7. Look, here we are at the entrance. But we do not need to go up to the gallery because we are to remain largely invisible to these little children. Only the teachers will be aware of us; but these are already told why we are here.

8. Well, here we are already in the first room. What do you see in the middle of this great hall written on a white tablet placed on a column standing upright? you say: At the very top, the number 1, which is known to us, and which will surely be the number of the hall, and below: the path to the freedom of the spirit! That is, I tell you, not the number of the hall, but the first law of God by Moses.

9. You ask, “What are the many children, whom are already looking quite mature, to do with the earthly law of Moses, which is considered to be for mortal, disbelieving people, but certainly not for children, who as pure spirits have long been convinced of the existence of the one God; since, as we have seen, this is shown to them at the very beginning of the first elementary lecture, as a vivid illustration, at every possible opportunity?

10. My dear friends and brothers, the matter is quite different from what you think. But you also find something similar on the earth, where you can ask the children wherever you want, and you will find everywhere with them a truly living faith in a God. For none is more believing than a child, and yet there is surely no such mean parental couple to be found who would deny their children, at least in the beginning of their lives, to acknowledge a God, since every religion prescribes it, and the parents have to, at least from the moral point of view, allow their children to learn about and recognise it.

11. Would not it also be believed that such children, taught by God, do not need any further instruction about God by this time? You must confess, and say: yes, every human does require such teaching till the end of his life; for it is only too easy for the first impressions of childhood to become blurred, and then are these people who have outgrown their children’s shoes, as if they had never heard of God. I tell you: such a blurring is, of course, not easily possible here; but you must understand that these children, because of their early arrival, had no opportunity on earth to react on the freedom of their spirit, which is the actual motive for life. Therefore, this most important action for the life of the spirit, must be put into the fullest action here. So far, these children’s spirits have been, to a certain extent, spiritual living machines. Here, however, they are concerned with becoming alive out of themselves, and therefore they must also learn all the commandments, and then test them in their own right, and learn how they themselves are living spiritual beings under a given law.

12. And so here is the first commandment given, which is, “Thou shalt believe in one God, and never think that there is either no God, nor that there are two, three, or several gods.”

13. Here, of course, we ask ourselves again: how can one command a believing of a God who believes in God anyway, and has no doubt about it? This is indeed a good remark; but the children are here subjected to all sorts of doctrines and customs by their teachers, in which they are afflicted by all sorts of doubts about the existence of God; this mode of instruction is called the desolation of one’s own spirit.

14. But in order to do this with these children, the teachers not infrequently make the most remarkable things happen as if coincidental before the students’ eyes, let them have a look at it, and then ask them whether God was needed for this, since they have not seen Him acting. If the children say that God can do this only through His will, without necessarily having to be present, then the teachers let their students themselves think of different things, and whatever is thought by the children, would appear immediately before them. Then the teachers would again ask the children: who has done this?

15. Thereby several are brought into the twilight. Some say that they themselves have done this, others think that the teachers have done it according to the recognition of the thoughts in the students. But some say that they have thought of such things, but the one omnipotent God must have admitted it, so that the thought appeared as a finished work before them.

16. If the students still remain faithful to the one God, then the teachers would ask them how then do they know that there is a God? The students then usually reply to them: The first wise teachers have taught us this. Now, however, these teachers probe further, saying, What then would you say, if we, as equally wise teachers would say and teach that there is no God, and that all that you see is made and built by us? And what will you say when we say of ourselves that we are the actual true gods?

17. Behold, here the children really hesitate, and then ask the teachers what they should do in this case?

18. But these teachers say to them, “Seek in you what you must do; if there is a God, then you must find him in you, and if there be none, you will never find any.

19. When the children ask how they should make such a search in themselves, the teachers say, “Try to love the God which you believe that he exists, in your hearts, as if He really exists. Let this love grow, and if there is a God, He will answer you in your love, but if there is none, you will not receive an answer in your hearts.

20. See, here the pupils begin to go into their inner being and begin to love the God whom they only previously believed in, in a childlike fashion. But then it happens that God, the Lord does not report as soon as expected, and our children are in no small doubt. But how they are brought to conquer this doubt, from these, the persecution will show.

Chapter 74 – How should one seek God?

1. There are already some who have just turned to their teachers, and have made the remark that they are now compelled to believe that there is no God besides the teachers who perform miracles before them, while this God, whom they have took hold of with their love in their hearts, has not shown up among them in any perceptible way.

2. But what do teachers do in reaction to their students’ statements? Listen to how a teacher, who received such a report, responds: he (the teacher) speaks to his students:

3. My beloved children! It may well be that God has not yet spoken to you; but it can also be that he has spoken, but that you are too inattentive and have not noticed it.

4. Therefore tell me, Where were you, when you took hold of God in your hearts? Were you outside under the trees of the garden, or in the galleries of the hall, or were you on the great floor of the hall, or in some chamber, or were you in your boarding-rooms, which were built outside this great school? And tell me what you have seen, noticed, and felt here and there.

5. The children say, “We were outside among the trees, and we saw the glories of God’s creations, which we should believe in, and rejoiced that He had done such splendid things. We imagined Him to be a very dear father, who likes to come to His children, and have thereby also felt a great longing in our hearts to see Him, and then to meet Him with all our childish love, to embrace Him and to love Him with all our might.

6. But no Father came to us from any side. We also asked each other carefully, whether one or the other has not yet noticed the Father. But every one of us can honestly say that we have not in the least seen anything at all of Him.

7. We then left the square, hurried to the booths of the lecture hall building, and did so there. But the success was the same as under the trees. We went from there to our dormitories, in the opinion that here the Father would be most likely to visit us, for we prayed a great deal, and begged Him fervently to show Himself to us. But it was all in vain! Since we have obeyed your advice in vain, we now feel compelled to agree with your doctrine that there is not a God. And so we have decided among ourselves that if there is already a God, there is not a whole, but a divided one in all the living and free beings as you and we are. God is, therefore, only a totality of the corporeal power, which first and foremost recognizes Himself and others in the beings, as you are, and also acts powerfully as such.

8. See the little philosophers here, and at the same time recognize the reason or the false seed which is the fruit of all these slippery rational speculations.

9. What does our teacher say about these philosophies of his disciples? Hear, therefore, his words: My dear children! Now I have shown you the reason in yourselves quite clearly why no God has shown up for you, neither under the trees, nor in the solitude, nor in the dormitories (that is, neither in the inquiry in nature through experiences nor dissections thereof, nor by the way of higher speculations of reason and intellect, nor in your not much better than daily life) because you have already gone out with doubts.

10. You have not definitely expected God, but only expected a probability. But God must be in Himself the highest degree of definite determination. When you have sought with doubt in your thoughts, faith and will for the highest Godly certainty, how could He reveal Himself amidst such indefinite probability? Therefore, remember what I will tell you now:

11. If you want to seek God, and you also want to see Him, then you must step out with the greatest certainty and seek Him as such. You must, without the slightest doubt believe that He is, even if you do not get to see Him for how long. Then you must embrace Him with your love with the same certainty as your belief in Him. Then it will be shown whether you have attained the greatest possible determination in your thinking, faith, will, and love.

12. If you have obtained the same, God will surely show up for you, if He does exist. But if you have not attained this determination, you will return to me without having achieved your objective, as you did this time.

13. Look, the children consider the teaching of the teacher, and one, seemingly the weakest of them, goes to the teacher and says: Listen to me, you dear, wise teacher! Do you not think that if I went all alone into my dormitory, and if I would like to embrace God the Lord as the most loving Father with my love, in the right way, since I have never been able to doubt whether there is a God, but I remained, despite all the contradictory proofs, forever and steadfastly sure of God. Don’t you think he would show up with me if I wanted to love Him alone? For that many thoughts and beliefs, after all, seem to me a little arduous.

14. The teacher said to the child, “Go, my dear little child, and do what is good to you; who knows for the present whether you are right? I can now give you neither a yes nor a no, but say to you, “Go and find out what love can do!”

15. Now see the child running out of the hall into his dormitory-room, and the other students question the teacher whether he preferred the enterprise of the one child, which now went to his dormitory-room, to what they are now doing according to his advice, to go out with all certainty and to search for God.

16. But the teacher said, “You have heard what I said to your fellow student, that is neither a yes or no; I also say to you. Go out or don’t; do what is best for you, and experience will show which path is the better and the shorter one, or whether the one is false or the other right, or whether both are false or both correct.

17. Now see, a part of the children understand the determination concept, but others only the love. Those who enter into determination go out into the garden in full depth of thought, willingness and firm faith; but a part goes into the dormitory-rooms to seek God.

18. But as you can see, the child, first led by love for God, is led into the hall by a simple man and goes straight to the teacher. What is he going to say?

19. Listen, he (the child) speaks: Dear, wise teacher, come here! When I began to love the dear great Heavenly Father in my dormitory-room, this simple man came to me and asked me if I was really so fond of the Heavenly Father. I told him, O dear man, thou canst read it on my face. But then the man asked me how I imagined the great Heavenly Father in my mind. And I said to him, I imagine Him as a man; but only He must be very great and strong, and surely also have a great radiance, because this world and the sun shining upon it, are already so exceedingly glorious and splendid.

20. Here the simple man lifted me, pressed me to his heart, gave me a kiss, and then said to me, “Take me over to the tutor’s school; there we want to discuss everything, and to properly see what the Heavenly Father looks like, if He exists, when He is, and how He creates, directs, and governs everything out of Himself. Now, behold, my wise teacher, here I am now with this simple man. Who do you think this man would be, because he treats me with so much fondness?

21. And the teacher speaks in the most obvious love and respect: O most happy child, you have already found the Right One; behold, this is God, our most loving Father! And the Lord now bows down, and takes the child upon His arm, and asks him, Am I the one whom thy teacher has announced unto thee? And the child speaks with great excitement: Oh, yes, it is You, I recognize Your infinite goodness, for who else is as good as You, that he would take me into His arms, and would cuddle and caress like You?! But I also love you so incomprehensibly much that I can never be separated from You ever again; do therefore not to leave me here, my dear Father. For I have never felt such kindness and love as now in Your arms! And the Lord says, Fear not, O my child! Whoever has once found Me like you will never ever lose Me.