Gebot 6 … Du sollst nicht Unkeuschheit treiben und nicht ehebrechen – Commandment 6 … You shall not practice Unchastity, nor commit Adultery

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Das 6. Gebot … Du sollst nicht Unkeuschheit treiben und nicht ehebrechen

Jesus offenbart die Geistige Sonne durch Jakob Lorber

Kapitel 79 – Das 6. Gebot im sechsten Saale – Was ist Unkeuschheit?

1. Hier erblicken wir wieder eine Tafel in der Mitte des sechsten Saales. Auf der Tafel steht mit deutlich leserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben, nicht ehebrechen“. – Unverkennbar ist dies das sechste Gebot, welches der Herr durch Moses dem israelitischen Volke gegeben hat. Dieses Gebot ist sicher eines der schwierigsten, um es in seiner Grundbedingung zu erfassen und dann auch genau im Lebensgrunde zu beobachten.

2. Was wird eigentlich durch dieses Gebot verboten? – Und wen geht dieses Gebot überhaupt an, den Geist, die Seele oder den Leib? Wer soll da aus diesen drei Lebenspotenzen nicht Unkeuschheit treiben? Das wäre eine Frage. Was aber ist so ganz eigentlich die Unkeuschheit und was der Ehebruch? Ist die Unkeuschheit der gegenseitige Begattungsakt? Wenn das der Fall ist, so ist durch dieses Gebot auf jede Zeugung Beschlag gelegt; denn wir finden in dem einfachen Gebote durchaus keine bedingnisweise Ausnahme gestellt; es heisst einmal: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“.

3. Wenn also der Akt der Begattung gewisserart als der Kulminationspunkt der Unkeuschheit angesehen wird, so möchte ich selbst denjenigen kennen, der unter der gegenwärtigen Gestalt der Dinge auf der Erde eine Zeugung ohne diesen verbotenen Akt bewerkstelligen könnte. Ob jetzt in der Ehe oder ausser der Ehe, der Akt ist derselbe. Ob er wirklich in kinderzeugender Absicht begangen wird oder nicht, er ist derselbe. Zudem hat das Gebot selbst keine Bedingung in sich, durch welche eine geregelte Ehe von der Unkeuschheit ausgenommen wäre.

4. Andererseits betrachtet aber muss doch jedem Menschen einleuchtend sein, dass es dem Herrn an der Fortpflanzung des menschlichen Geschlechtes vorzugsweise gelegen ist und an einer weisen Erziehung desselben. Auf welchem Wege aber sollte sich das Menschengeschlecht fortpflanzen, wenn ihm der Zeugungsakt bei Strafe des ewigen Todes verboten ist? Ich meine, das kann ein jeder Mensch mit den Händen greifen, dass es hier offenbar einen Haken hat.

5. Dazu aber muss noch ein jeder sich notgedrungen selbst das Zeugnis geben, dass sicher bei keinem zu haltenden Gebote die Natur dem Menschen allgemein so mächtige Prügel unter die Füsse wirft, über die er stolpern muss, als eben bei diesem. – Ein jeder Mensch, wenn seine Erziehung einigermassen geordnet war, findet keinen Anstand, oder höchstens einen nur sehr geringen, in der Haltung der übrigen Gebote; aber bei diesem Gebote macht die Natur allezeit einen kräftigen Strich selbst durch die Rechnung eines Apostels Paulus!

6. Offenbar sehen wir eine Untersagung der fleischlichen Lust, welche mit dem Zeugungsakte unzertrennlich verbunden ist. Liegt also das Verbot nur an der fleischlichen Lust und nicht zugleich auch an dem Zeugungsakte, so fragt es sich, ob von dem ordnungsmässigen Zeugungsakte die fleischliche Lust zu trennen ist? Wer aus euch kann solches erweisen und behaupten, die beiden gesetzlich geordneten Ehegatten empfänden beim Zeugungsakte nicht auch die zeitliche Lust? Oder wo ist dasjenige Gattenpaar, das da nicht wenigstens zur Hälfte durch die bevorstehende fleischliche Lust zum Zeugungsakte aufgefordert worden wäre?

7. Wir sehen aber nun daraus, dass wir mit diesem Gebote hinsichtlich der Unkeuschheit in Anwendung auf den leiblichen Zeugungsakt durchaus nicht aufkommen können. Entweder muss es einen reinen Zeugungsakt geben, der mit der Fleischeslust nichts zu tun hat, oder, wenn sich ein solcher Akt nicht erweisen lässt, muss der fleischliche Zeugungsakt nicht unter diesem Gesetze stehen und als eine freiwillkürliche, straflose Handlung des Menschen angesehen werden. – Denn solches ist schon bemerkt, dass sich das Gesetz schonungslos und jeder ausnahmsweisen Bedingung ledig ausspricht.

8. Das notwendige Bestehen der Menschen aber spricht sich laut gegen das Verbot dieses Aktes aus, sowie die allezeit schonungslos begehrende Natur. Denn da mag jemand sein, wes Standes er will, so wird er davon nicht freigesprochen, wenn er zu seiner Reife gelangt ist. Er müsste sich denn verstümmeln lassen und seine Natur töten, sonst tut es sich wenigstens in seiner Begierlichkeit dazu auf keinen Fall, wenn er auch durch äussere Umstände von der Aktivität abgehalten wird.

9. Also mit dem Fleische tut es sich auf keinen Fall. Vielleicht geht dieses Gesetz allein die Seele an? Ich meine, da die Seele durchaus das lebende Prinzip des Leibes ist und die freie Aktion desselben rein von der Seele abhängt, ohne welche das Fleisch tot ist, so dürfte es denn doch wohl schwerlich irgendwo einen Supergelehrten geben, der da im Ernste behaupten könnte, die Seele habe mit den freien Handlungen des Leibes nichts zu tun.

10. Der Leib ist ja doch nur das Werkzeug der Seele, künstlich eingerichtet zu ihrem Gebrauche; was soll es demnach mit einem Gebote allein für den Leib, der an und für sich eine tote Maschine ist? Wenn jemand mit einer Hacke einen ungeschickten Hieb gemacht hat, war da wohl die Hacke schuld oder seine Hand? Ich meine, solches wird doch niemand behaupten wollen, dass hier der Hacke der ungeschickte Hieb zuzuschreiben sei.

11. Ebensowenig kann man auch den Zeugungsakt als eine sündige Handlung dem Leibe zuschreiben, sondern allein nur dem handelnden Prinzip, das hier die lebendige Seele ist. Also muss auch unsere bisherige kritische Beleuchtung dieses Gebotes bloss der Seele gelten, welche im Fleische denkt, will und handelt; und so ist eben die Seele nach dem verlaufenden Kriterium notwendig frei von diesem Gebote. Also mit der Seele geht es auch nicht; so wird es doch mit dem Geiste gehen? Wir wollen sehen, was sich da der Geist wird abgewinnen lassen.

12. Was ist denn der Geist? Der Geist ist das eigentliche Lebensprinzip der Seele, und die Seele ist ohne den Geist nichts als ein substantiell ätherisches Organ, welches wohl zur Aufnahme des Lebens alle Fähigkeit besitzt, aber ohne den Geist nichts ist als ein substantiell-geistig-ätherischer Polyp, der seine Arme fortwährend nach dem Leben ausbreitet und alles einsaugt, was seiner Natur entspricht.

13. Die Seele ohne den Geist ist also eine bloss stumme polarische Kraft, welche den stumpfen Sinn nach Sättigung in sich trägt, selbst aber keine Urteilskraft besitzt, daraus ihr klar würde, womit sie sich sättigt und wozu ihr die Sättigung dient. Sie ist zu vergleichen mit einem Erzkretin, der keine andere Begierde in sich verspürt als diejenige, sich zu sättigen. Womit und warum? Davon hat er keinen Begriff. Wenn er einen grossen Hunger verspürt, so frisst er, was ihm unterkommt, ob Unrat oder ob Brot oder eine barste Kost für Schweine, das ist ihm gleich.

14. Sehet, dasselbe ist die Seele ohne den Geist. Und diese angeführten Kretins haben eben auch bloss ein seelisches Leben, das heisst, in deren Seele ist entweder ein zu schwacher Geist oder oft auch gar kein Geist vorhanden. Dass aber solches der Fall ist, dazu brauchet ihr nichts als nur einen Blick in die Welt der finsteren Geister zu werfen; was sind diese? Sie sind nach dem Tode fortlebende Seelen, die bei Leibesleben auf die leichtsinnigste und oft böswilligste Weise ihren Geist in sich so sehr geschwächt und niedergedrückt haben, dass er ihnen in solchem Zustand kaum die kargst zugemessene Lebenserregung zu verschaffen imstande ist, bei der aber alle Lebensvorteile nicht selten im ewigen Hintergrund bleiben müssen!

15. Wie aber gebärden sich solche Wesen jenseits gegenüber den seligen lebendigen Geistern? Nicht anders als pure Trottel, also geistige Kretins, in aller Weise noch missgestaltet, so dass nicht selten von einer menschlichen Gestalt nicht die leiseste Spur mehr zu entdecken ist. Diese Wesen sind in der Geisterwelt in ihrer Handlungsweise so wenig mehr zurechnungsfähig wie die Trottel bei euch auf der Erde. Daraus aber geht nun hervor, dass nicht die Seele an und für sich, sondern nur im Besitze des Geistes, dem allein das freie Wollen innewohnt, zurechnungsfähig ist, im Grunde also nur der Geist.

16. Wenn aber das nun evident erwiesen ist, so fragt sich: Wie und auf welche Weise kann denn der absolute Geist Unkeuschheit treiben? Kann der Geist fleischliche Begierden haben? Ich meine, einen grösseren Widerspruch dürfte es kaum geben als den, so sich jemand wollte im Ernste einen „fleischlichen Geist“ denken, der notgedrungenermassen materiell sein müsste, um selbst grobmaterielle Begierden in sich zu haben.

17. Wenn aber schon ein Arrestant an seinem Arreste sicher nicht das grösste Wohlbehagen findet, so wird umsomehr der absolute Geist noch eine geringere Passion haben, sich mit seinem freiesten Wesen mit der groben Materie auf immer zu verbinden und an derselben seine Lust zu finden. In diesem Sinne ist also ein Unkeuschheit treibender Geist doch sicher der grösste Unsinn, den je ein Mensch aussprechen kann. Nun fragt sich demnach: Was ist also die Unkeuschheit, und wer soll dieselbe nicht treiben, indem wir gesehen haben, dass sowohl der Leib als auch die Seele und der Geist für sich nicht Unkeuschheit treiben können, so wie wir sie bisher kennen? –

Kapitel 80 – Über zweierlei Liebe.

1. Es dürften zwar einige sagen: Moses hat sich später darüber näher ausgesprochen, indem er den Zeugungsakt ordnungsmässig nur zwischen den gesegneten Ehegatten erlaubt, anderartig aber verboten hat, und hat auf die anderartige Zeugung, besonders wenn ein verheirateter Mann mit dem Weibe eines anderen Mannes diesen Akt begehen möchte, verordnet, dass solch eine Tat als Ehebruch zu betrachten sei und die Ehebrecher sich beiderseits des Todes schuldig machen. Solches ist richtig, aber nachträgliche Verordnungen geben dem einfach im Anfange gegebenen Gesetze dennoch keine andere Gestalt. Wer sich daran binden will, muss im ersten Gesetze seinen Prozess behaupten; denn weder die Unkeuschheit noch der Ehebruch sind darin auf eine bestimmte Art verboten.

2. Wir haben bisher klar erläutert, was man allenfalls unter der Unkeuschheit verstehen könnte. Nachdem aber alles das auf den Zeugungsakt hinweist, so kann man auch die von uns bisher als bekannt angenommene Art der Unkeuschheit unmöglich durch dieses Gesetz als verboten ansehen.

3. Nun aber meldet sich ein in der Sache Wohlerfahrener, dieser spricht: Unter Unkeuschheit, die da verboten ist, wird bloss die leere Befriedigung des sinnlichen Triebes verstanden. Gut, sage ich; wenn aber ein Mann mit eines anderen Mannes Weibe, die von ihrem Manne nicht befruchtet werden kann, im Ernste ein Kind zeugt, frage, kann ihm das als sündiger Ehebruch angerechnet werden? Ich frage weiter: Wenn ein Jüngling, von seiner Natur getrieben, mit einem Mädchen ein Kind gezeugt hat, kann ihm das zur Sünde der Unkeuschheit angerechnet werden?

4. Ich frage weiter: Wenn ein Mann aus der Erfahrung weiss, dass sein Weib nicht befruchtungsfähig ist, er beschläft sie aber dennoch, weil sie ein üppiges Fleisch hat, das ihn reizt, er also doch offenbar seinen sinnlichen Trieb leer befriedigt; kann ihm dieser Akt zur Sünde der Unkeuschheit angerechnet werden?

5. Ich frage weiter: Es gibt besonders in dieser Zeit, wie es sie auch zu allen Zeiten gegeben hat, eine Unzahl Menschen beiderlei Geschlechtes, welche gar wohl zeugungsfähig sind und eine sie mächtig drängende Natur besitzen; aber sie sind vermöge politischer und dürftiger Verhältnisse nicht imstande, sich zu verehelichen. Wenn nun solche doppelt bedrängte Menschen den Akt der Zeugung begehen, sündigen sie wider dieses sechste Gebot?

6. Man wird sagen: Sie sollen ihren Trieb Gott aufopfern und sich nicht begatten, so werden sie nicht sündigen. Ich aber sage: Welch ein Richter kann solch einen Fehler als eine wirkliche Sünde erklären? Was hat denn der Reiche darum für ein Verdienst, dass er sich ein ordentliches Weib nehmen kann, vor dem Armen, der dieser Glückseligkeit entbehren muss? Soll somit der Bemittelte ein grösseres Recht auf die Zeugung seinesgleichen haben als der Arme? Heiligt also das Geld die Zeugung darum, weil sich der Reiche in den ordentlichen Besitz eines Weibes setzen kann, was tausend Unbemittelten unmöglich ist?

7. Dazu lässt sich noch fragen: Wer ist denn so ganz eigentlich schuld an der vielfachen Verarmung der Menschen? Sicher niemand anderer als der glückliche Reiche, der durch seine eigennützige Spekulation viele Schätze an sich zieht, durch welche nicht selten tausend Menschen sich für den ordentlichen Ehestand hinreichend befähigen könnten. Und dennoch sollte da der reiche Ehemann allein von der Sünde der Unkeuschheit frei sein, so er mit seinem ordentlichen Weibe Kinder zeugt, und der Arme allein sollte der Sündenbock sein, weil er sich eben kein Weib nehmen kann? Wäre das nicht geradeso geurteilt, als so man auf der Erde irgendeinen Wallfahrtsort bestimmen möchte und dazu ein Gebot gäbe, demzufolge niemand zu Fuss diesen Ort besuchen darf, um dort irgendeine sein sollende Gnade zu empfangen, sondern ein jeder, der diesen Ort besucht und eine Gnade empfangen will, muss in einer höchst eleganten Equipage dahin gefahren kommen?

8. Wer ein solches Gebot für gerecht finden sollte, der müsste doch sicher im Ernste von einer solchen Welt sein, von welcher der Schöpfer Himmels und der Erde selbst nichts weiss, das heisst von einer Welt, die nirgends existiert; oder er müsste ein Abgeordneter des Satans sein!

9. Wir sehen aber nun aus diesen Betrachtungen, dass es sich mit der Erklärung unseres sechsten Gebotes durchaus nicht tut. Was werden wir denn anfangen, um diesem Gebote einen vollgültigen Sinn abzugewinnen? Ich sage euch im voraus: Es ist die Sache nicht so leicht, als es sich jemand vorstellen möchte. Ja, ich sage:

10. Um den richtigen Sinn dieses Gebotes zu gewinnen, muss man ganz tief greifen und die Sache in der Grundwurzel fassen; sonst wird man sich dabei immer in der zweifelhaften Lage befinden, in der man leichtlich das, was nicht im entferntesten Sinne eine Sünde ist, als Sünde betrachten wird, und was wirklich eine Sünde ist, kaum der Mühe wert halten, es als eine Sünde zu betrachten.

11. Wo aber ist diese Wurzel? Wir werden sie sogleich haben. Ihr wisset, dass die Liebe der Urgrund und die Grundbedingung aller Dinge ist. Ohne Liebe wäre nie ein Ding erschaffen worden, und ohne die Liebe wäre so wenig irgendein Dasein denkbar, als wie wenig sich je ohne die wechselseitige Anziehungskraft eine Welt nach dem Willen des Schöpfers gebildet hätte. Wer das etwa nicht fassen sollte, der denke sich nur von einer Welt die wechselseitige Anziehungskraft hinweg, und sobald wird er sehen, wie sich alle Atome einer Welt plötzlich voneinander trennen und sich verflüchtigen werden wie ins Nichts.

12. Also ist die Liebe der Grund von allem und ist zugleich der Schlüssel zu allen Geheimnissen.

13. Wie aber lässt sich eben die Liebe mit unserem sechsten Gebot in eine erklärende Verbindung bringen? Ich sage euch, nichts leichter als das, indem bei keinem Akte in der Welt die Liebe so innig verwoben ist wie gerade bei dem, den wir zu den unkeuschsündigen rechnen.

14. Wir wissen aber, dass der Mensch einer zweifachen Liebe fähig ist, nämlich der göttlichen, welche aller Selbstliebe entgegen, und der Selbstliebe, welche aller göttlichen Liebe entgegen ist.

15. Nun fragt es sich: So jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund, die Eigenliebe, unter deren Botmässigkeit auch jegliche Genusssucht steht, oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend? Sehet, wir sind jetzt schon ziemlich dem eigentlichen Hauptkerne auf der Spur.

16. Setzen wir nun zwei Menschen: der eine begeht den Akt aus selbstsüchtiger Genusssucht, der andere aber in dankbarer Andacht für die Zeugungsfähigkeit, seinen Samen einem Weibe mitzuteilen, um in ihr eine Frucht zu erwecken. Welcher von den beiden hat denn gesündigt? Ich glaube, hier einen Richter zu machen und ein rechtes Urteil zu fällen, wird eben nicht schwer sein.

17. Damit uns aber die Sache völlig klar wird, müssen wir uns auch mit dem Begriffe „Unkeuschheit“ näher vertraut machen. Was ist Keuschheit und was ist Unkeuschheit? Keuschheit ist derjenige Gemütszustand des Menschen, in welchem er aller Selbstsucht ledig ist, oder in dem er rein ist von allen Makeln der Eigenliebe. Unkeuschheit ist derjenige Gemütszustand, in welchem der Mensch nur sich selbst berücksichtigt, für sich selbst handelt und seines Nebenmenschen, besonders in Berücksichtigung des Weibes, gänzlich vergisst.

18. Die Selbstsucht aber ist nirgends schmählicher, als wie gerade bei dem Akte, wo es sich um die Fortzeugung eines Menschen handelt. Warum denn? Die Ursache liegt am Tage. Wie der Grund, wie der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche Liebe, also die Keuschheit der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe, Selbst- und Genusssucht, also der unkeusche Zustand des Gemütes der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen?

19. Sehet, in dem liegt es, was durch das sechste Gebot verboten ist. Wäre dieses Gebot beobachtet worden, so wäre die Erde noch ein Himmel, denn es gäbe auf ihr keinen selbstsüchtigen und herrschsüchtigen Menschen! Aber dieses Gebot ist schon im Anbeginne der Menschen übertreten worden, und die Frucht dieser Übertretung war der eigennützige und selbstsüchtige Kain.

20. Aus dem aber geht hervor, dass nicht nur die sogenannte fälschlich bezeichnete „Unzucht“, welche man besser „Genusssucht“ nennen sollte, in die Reihe unserer zu behandelnden Sünde gehört, sondern jegliche Genusssucht, wie gestaltet sie auch immer sein mag, besonders aber, wenn ein Mann das ohnehin schwache Weib sich eigennützig zum genusssüchtigen Nutzen macht, ist als Sünde der Unkeuschheit zu betrachten. – Ein kurzer Verfolg wird uns die Sache noch klarer vor die Augen bringen. –

Kapitel 81 – Was ist Hurerei?

1. Man könnte hier sagen, indem es im sechsten Gebote nur heisst: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“, dass da die Hurerei nicht als verboten angesehen werden kann, da es im sechsten Gebote nirgends heisst: Du sollst nicht Hurerei treiben. – Ich aber sage: Was ist die Hurerei, welcher Art sie auch sein mag, geistig oder fleischlich? Sie ist eine sichere Anbequemung des Lasters, und zwar auf folgende Weise: Man philosophiert sich über die sündige Möglichkeit hinweg, setzt alle Erscheinungen in das Gebiet „natürlicher Bedürfnisse“. Wenn jemandem seine eigene Wesenheit die Forderung kundgibt, sie zu befriedigen, so tut der Mensch zufolge seines Verstandes und seiner Erfindungskraft ja nur etwas Lobenswertes und Erspriessliches, so er für alle zu fordernden Bedürfnisse seiner Natur Mittel zustande bringt, durch welche denselben Genüge geleistet werden kann. Das Tier muss zwar seine Bedürfnisse in der rohesten instinktmässigen Art befriedigen, weil es keinen Verstand, keine Vernunft und keinen Erfindungsgeist hat. Dadurch aber erhebt sich ja eben der Mensch über das gemein naturmässig Tierische, dass er allein den Anforderungen seiner Art auf eine raffinierte Weise Genüge leisten kann. Daher sagt der Verstand des Kulturmenschen:

2. Wer kann einem Menschen zur Sünde rechnen, so er sich mit Hilfe seines Verstandes ein stattliches Haus zur Bewohnung erbaut, und somit ein ehemaliges Erdloch oder einen hohlen Baum mit demselben vertauscht? Wer kann einem Menschen zur Sünde anrechnen, so er die Baumfrüchte veredelt, aus den sauren Äpfeln und Birnen süsse und wohlschmeckende erzeugt? Wer kann einem Menschen zur Sünde anrechnen, wenn er sich einen Wagen erbaut, das Pferd zähmt, und dann viel bequemer eine Reise macht als mit seinen eigenen schwachen, leidigen Füssen? Wer ferner kann noch dem Menschen zum Fehler anrechnen, so er sich die Naturfrüchte zu seiner Nahrung kocht und würzt und sie ihm wohlschmeckender macht? Oder sind die Dinge in der Welt für einen anderen als für den Menschen erschaffen worden, damit er sie zweckdienlich benützen sollte? –

3. Wie viel Schönes und Nützliches hat der Mensch zu seiner Bequemlichkeit und zu seiner Erheiterung! Sollte ihm das zum Fehler angerechnet werden, so er durch seinen Verstand seinem Schöpfer Ehre macht, ohne den der Weltkörper so unkultiviert dastände wie eine barste Wüste, auf der alles durcheinanderwüchse in chaotischer Unordnung wie Kraut, Rüben und Brennesseln?

4. Wenn aber dem Menschen die verschiedenartige Kultivierung des Erdbodens doch unmöglich zu einem Fehler angerechnet werden kann, obschon sie in sich durchaus kein anderes Zweckdienliches enthält als den angenehmeren und bequemeren Genuss der Dinge in der Welt; so wird doch andererseits auch ein raffinierter Zeugungsgenuss dem Menschen mitnichten können zum Fehler angerechnet werden, indem sich sonst selbst der gebildetste Mensch in diesem Akte am wenigsten von dem Tiere unterschieden hat. Also auch dieser Trieb des Menschen muss auf eine veredeltere und raffiniertere Weise befriedigt werden können, und das aus demselben Grunde, aus welchem man sich bequeme Wohnhäuser erbaut, weiche Kleider verfertigt, geschmackvolle Speisen bereitet, u. dgl. Annehmlichkeiten mehr.

5. Man nehme nur den Fall, ein Mensch gebildeten Standes hat zu seiner Befriedigung die Wahl zwischen zwei Weibspersonen, die eine ist eine schmutzige, gemeine Bauernmagd, die andere aber als die Tochter eines ansehnlichen Hauses ist ein wohlerzogenes, sehr nett gekleidetes, am ganzen Leibe makelloses und sonst üppiges und reizendes Mädchen. Frage: Wonach wird der gebildete Mann greifen? Die Antwort wird hier kein Kopfzerbrechen brauchen; sicher nach Nr. 2 – denn vor Nr. 1 wird es ihm ekeln. Also ist auch hier eine Verfeinerung sicher am zweckdienlichsten Platze, weil der Mensch durch sie beurkundet, dass er ein höheres Wesen ist, welches alles Unangenehme und Schmutzige zu reinigen und angenehmer darzustellen die volle Macht und Kraft in sich hat.

6. Da aber der Mann wie das Weib in dieser Hinsicht ein öfteres Bedürfnis sich zu befriedigen in sich stark wahrnehmen, wobei man doch nicht allezeit die Anforderung machen kann, ein Kind zu erzeugen, wird es da wider die Gebühr der Ausübung seiner Verstandeskräfte sein, wenn er die Mittel aufstellt, durch welche die Befriedigung dieses Triebes zuwege gebracht werden kann, sei es nur durch den blinden Beischlaf mit den Weibern oder durch Selbstbefriedigung oder im Notfalle durch die sogenannte Knabenschändung? Denn dadurch unterscheidet sich ja eben auch der Mensch von dem Tiere, dass er diesen am meisten naturmässigen Trieb auf anderen Wegen befriedigen kann als gerade auf jenen nur, auf die er von der rohen Natur angewiesen wurde. Und sonach sind ja ganz besonders wohlkonditionierte Bordellhäuser und dergleichen Anstalten mehr zu billigen, und können dem Verstande des Menschen keineswegs zur Unehre, sondern nur zur Ehre gereichen!?

7. Sehet, was lässt sich, naturmässig betrachtet, allem dem entgegen einwenden? Denn das ist richtig, dass das Tier dergleichen Kultivierungen und allerlei Nuancierungen in der Befriedigung seines Geschlechtstriebes nimmer zuwege bringen kann; und so ist darin gewisserart eine Meisterschaft des menschlichen Verstandes unleugbar zu entdecken. Das alles ist richtig, das Tier hat in allem dem seine Zeit, ausser welcher es stumpf für die Befriedigung dieses Triebes bleibt.

8. Aber was ist alle diese Raffinesse? Das ist eine kurze Frage, aber ihre Beantwortung ist gross und gewichtig. – Diese Raffinesse hat doch sicher nichts anderes zum Grundmotive als die entsetzlich leidige Genusssucht. Die Genusssucht aber, wissen wir, ist ein unverkennbares Kind der Eigenliebe, welche mit der Herrschliebe ganz identisch einhergeht.

9. Es ist wahr, in einem stattlichen Hause lässt sich angenehmer wohnen denn in einer niedrigen Erdhütte. Betrachten wir aber die Einwohner! Wie stolz und hochtrabend sehen wir den Bewohner eines Palastes einhergehen, und wie zerknirscht beugt sich der schlichte Hüttenbewohner vor einem solchen glänzenden Palastherrn!

10. Betrachten wir die Bewohner einer grossen Stadt und dagegen die eines kleinen Bauerndorfes. Die Bewohner der grossen Stadt wissen sich vor lauter Genusssucht nicht zu helfen, alle wollen angenehm leben, alle sich unterhalten, alle glänzen und womöglich ein bisschen herrschen. Kommt ein armer Landbewohner in die grosse Stadt, so muss er wenigstens einen jeden Stiefelputzer usw. „Euer Gnaden“ anreden, will er sich nicht irgendeiner Grobheit aussetzen.

11. Gehen wir aber ins Dorf, da werden wir noch Hausväter antreffen, nicht selten friedliche Nachbarn, welche sich nicht „Euer Gnaden“ und „Herrn von“ titulieren. Was ist da wohl vorzuziehen, wenn ein Bauer zum andern spricht: „Bruder!“ oder wenn in der Stadt ein nur wenig Bemittelter einen etwas mehr Bemittelten „Euer Gnaden“ und „Herr von“ und dgl. mehr anspricht?

12. Ich meine, es wird kaum nötig sein, dergleichen unsinnige Ausgeburten der Raffinesse des menschlichen Verstandes noch weiter zu verfolgen, sondern wir können sogleich den Hauptspruch machen: Alle derartige genusssüchtige Verfeinerungen sind nach vorangehender Betrachtung nichts als Abgöttereien; denn sie sind Opfer des menschlichen Geistes an die äussere tote Naturmässigkeit.

13. Sind sie aber Abgöttereien, so sind sie auch die barste Hurerei, und dass sie nicht in die Sphäre der Keuschheit aufgenommen werden können, beweist ihre Tendenz.

14. Warum wurde Babel eine „Hure“ genannt? Weil dort jede erdenkliche Raffinerie zu Hause war. Also heisst auch „die Hurerei treiben“ im eigentlichen Sinne: der Unkeuschheit dienen nach aller Lebenskraft. So ist ein reicher Ehemann, der sich des alleinigen Genusses wegen ein üppiges und geiles Weib genommen hat, nichts als ein barster Hurer und das Weib eine barste Hure. Und eben also wird auch hier diesen Kindern die Unkeuschheit in ihrem Fundamente gezeigt, wie sie nämlich eine allerbarste Selbst- und Genusssucht ist.

15. Es war notwendig, dieses Gebot für euch gründlicher zu beleuchten, weil sich der Mensch über kein Gebot so leicht hinwegsetzt wie über dieses. – Ich meine daher, dass ihr nun auch diesen Vortrag verstehet; und so wollen wir uns denn auch sogleich in den siebenten Saal begeben.

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The 6th Commandment …
You shall not practice Unchastity, nor commit Adultery

Jesus reveals the spiritual Sun thru Jakob Lorber

Chapter 79 – The sixth commandment in the sixth room – What is unchastity?

79,1. Here again we see a tablet in the middle of the sixth room. On the board is written in clearly legible writing: “Thou shalt not practice unchastity, nor commit adultery.” This is unmistakably the sixth commandment that the Lord has given to the Israelite people through Moses (Exodus 20:14, Deuteronomy 5:18, Matthew 5:27). This commandment is certainly one of the most difficult to grasp in its fundamental condition and then to exactly observe it in the very basis of life.

79,2. What is forbidden by this commandment? – And who cares about this commandment, the spirit, the soul or the body? Who is not supposed to drive unchastity out of these three life potentials? That would be a question. But what is actually the unchastity and what the adultery? Is unchastity the mutual act of mating? If that is the case, then by this commandment every act of procreation is included; for in this simple commandment we find absolutely no conditional exception; it is said, “Thou shalt not practice unchastity.

79,3. So if the act of intercourse is, in a certain way, regarded as the culmination of unchastity, I would like to know even the one who, under the present form of things on earth, could beget a generation without this forbidden act. Whether in marriage or out of marriage, the act is the same. Whether he is really committed with the intent of child-making or not, it is the same. Moreover, the commandment itself has no condition in which a regular marriage would be exempt from unchastity.

79,4. On the other hand, however, every human being must understand that the Lord is very much in favor of the reproduction of the human race, and to a wise education of the same. But by what means should the human race reproduce, if the act of procreation is forbidden on punishment of eternal death? I think that every human being can easily understand that there is a catch here.

79,5. But for that, everyone must necessarily bear witness that, among all the commandments that should be kept, nature will generally throw a mighty stick before the feet of man over which he must stumble, as with exactly this one. Anyone who enjoyed an even moderately decent education, has no problem, or at most only a very slight one, in the keeping of the other commandments; but with this commandment, nature always draws a strong line, even through the account of the apostle Paul!

79,6. We see an apparent prohibition of carnal pleasure, which is inseparably connected with the act of procreation. If, then, the prohibition lies only in carnal pleasure and not at the same time also in the act of procreation, then it is to be wondered whether carnal pleasure can be separated from the orderly act of procreation? Who among you can prove this and claim that two legally ordered spouses do not feel the temporal desire in the act of procreation? Or where is that couple that would not have been at least halfway driven by the imminent carnal desire for the act of procreation?

79,7. But we can see from this that we cannot possibly understand this commandment with regard to unchastity with regard to the bodily act of procreation. There must be either a pure act of procreation which has nothing to do with the lust of the flesh, or if such an act cannot be proved, the carnal act of procreation need not stand under this law and be regarded as a voluntary, unpunishable act of people. For it has been said before that the law is relentlessly expressed and without room for exception.

79,8. The necessary existence of people speaks out loud against the prohibition of this act, as well as the always relentlessly desiring nature. For, regardless of someone’s class, he will not be acquitted of it when he has reached maturity. He would then have to kill his nature through mutilation, for nothing would curb his concupiscence by any means, even if he would be prevented from doing so by external circumstances.

79,9. So is there nothing to be done with the flesh. Maybe this law affects only the soul? I mean, since the soul is quite the living principle of the body and the free action of it depends purely on the soul, which is dead without the flesh, then it would hardly be difficult to find a super-scholar anywhere who could seriously claim that the soul has nothing to do with the free actions of the body.

79,10. After all, the body is only a tool of the soul, artfully furnished for its use; So what can we do with a commandment only applicable to the body, which in and of itself is a dead machine? If someone made a clumsy hit with a hoe, was it the fault of the hoe or his hand? I think nobody would to say that it is the hoe’s fault.

79,11. Neither can one attribute the act of procreation to the body as a sinful act, but only to the acting principle, which here is the living soul. Thus, our previous critical illumination of this commandment must apply only to the soul which thinks, wants and acts in the flesh; and so the soul is necessarily free from this commandment, according to the applied criterion. So, since it’s not possible with the soul either; will it be applicable to the spirit? We shall see what is to be gained with the spirit.

79,12. What is the spirit? The spirit is the real life-principle of the soul, and without the spirit, the soul is nothing but a substantial etheric organ, which possesses all ability to absorb life, but without the spirit is nothing but a substantial-spiritual-etheric polyp, only continuously spreading its arms after life and suck up everything that corresponds to its nature.

79,13. The soul without the spirit is therefore a mere dumb polar force, which carries the dull sense of satiety in itself, but possesses no judgment, from which it would become clear, with what it saturates itself and what this saturation serves for. It is comparable to an arch-cretin who feels no desire other than to satisfy himself. With what and why? He himself has no idea. When he feels a great hunger, he eats what comes to his aid, whether it be filth, or bread, or the impure food for pigs, all is equal to him.

79,14. See, the same it is with the soul without the spirit. And these driven cretins have also only a soul life, that is, in whose soul either too weak a spirit or often no spirit is present. But to know that this is so, you need nothing more than to look into the world of the dark spirits; What are these? They are living souls after death, who lived their lives in the most reckless and often malicious manner, and have so weakened and depressed their spirits, that in such a condition they are scarcely capable of procuring the life-saving stimulus, often pushing back all life-benefits into the eternal background!

79,15. How does such beings act in the hereafter compared to blessed living spirits ? No different than bums, therefore as spiritual insane ones, being still in all possible ways malformed, showing no evidence of a human stature. These beings are often with regard to their actions in the spiritual realm, just as accountable as a cretin on your earth. This shows that not the soul in itself, but only the soul in possession of the spirit, can be held accountable, for only in the spirit dwells the free will; in essence, it is all in the spirit.

79,16. But if this is now evident, then the question arises: How and in what way can the absolute spirit commit unchastity? Can the spirit have carnal desires? I think there could hardly be a greater contradiction than if someone wanted to seriously think of a ‘carnal spirit’, which would necessarily have to be material in order to even have gross material desires in it.

79,17. But just like an arrested one does not find any comfort in his arrest, the absolute spirit has even less passion to unite forever with his free nature with coarse matter, and to find his pleasure in it. Therefore would the notion of an unchaste acting spirit surely be the greatest nonsense a person can ever pronounce. Now one wonders: What, then, is unchastity, and who should not do it by seeing that neither the body, nor the soul, nor the spirit can impart unchastity to themselves, as we now came to know them?

Chapter 80

About two kinds of love

80,1. While some may say, Moses later elaborated on this by lawfully allowing the act of procreation only between the blessed spouses, but forbade it otherwise, and has ordained the other kind of procreation, especially if a married man wishes to commit this act that such an act should be regarded as adultery and that adulterers are guilty of death on both sides. This is correct, but subsequent ordinances nevertheless do not give a different form to the law which was simply given in the beginning. Whoever wants to commit himself to this must assert his trial in the first law; for neither unchastity nor adultery are forbidden in a certain way.

80,2. So far, we have clearly explained what you could possibly understand by unchastity. But since all this points to the act of procreation, it is impossible to regard as forbidden the kind of unchastity we have hitherto supposed to be known by this law.

80,3. Now, however, a well-informed one announces himself in the matter, saying: Under unchastity, which is forbidden there, only the empty gratification of the sensual impulse is understood. Good, I say; but if a man with another man’s wife, who cannot be fertilized by her husband, seriously longs for a child, I ask: can this be counted as sinful adultery? I also ask: If a young man, driven by his nature, has fathered a child with a girl, can that be counted as a sin of unchastity?

80,4. I also ask: If a man knows from experience that his wife is not fertile, he nevertheless sleeps with her because she has a rich flesh that stimulates him, and he therefore evidently only vainly satisfies his sensuous instinct; can this act be credited to the sin of unchastity?

80,5. I ask further: There are, especially in this time, as there have been at all times, an immense number of people of both sexes who are well able to produce and have a nature which is powerfully urgent; but they are unable, by virtue of political and meager circumstances, to marry. Now, if such doubly afflicted people commit the act of procreation, do they again sin against this sixth commandment?

80,6. It will be said: They are to sacrifice their instinct to God and not mate, so they will not sin. But I say: what judge can declare such a failing as a real sin? What, then, does the rich have the merit of being able to take a decent wife, but the poor are denied this bliss? Should the privileged have a greater right to procreation than the poor? Does money thus sanctify procreation because the rich can afford the proper possession of a woman, which is impossible for a thousand less privileged ones?

80,7. One can still ask: Who is really to blame for the multifarious impoverishment of the people? Certainly none other than the fortunate kingdom, who attracts many treasures through his self-serving speculation, by which not infrequently a thousand people could adequately qualify for ordinary marital status. And yet should the rich husband alone be free from the sin of unchastity, when he bears children with his own wife, and the poor man alone should be the scapegoat because he cannot take a wife? Would not that be just as condemnable as if one would on earth decide to go on a pilgrimage to a place, and be given a commandment that no one should visit this place on foot in order to receive any grace there, but everyone who visits this place and would want to receive grace, must go there in a most elegant equipage?

80,8. He who should find such a command righteous must certainly be in earnest of such a world, of which the Creator of heaven and the earth Himself knows nothing, that is, of a world which does not exist anywhere; or he would have to be a member of Satan!

80,9. But we now see from these considerations that it does not quite do with the explanation of our sixth commandment. What will we do to gain the full meaning of this commandment? I tell you in advance: It’s not as easy as anyone would like to imagine. Yes, I say:

80,10. In order to gain the right meaning of this commandment, one must burrow deeply and grasp the matter at the root; otherwise one will always find oneself in the dubious position in which it is easy to regard as sin what is not a sin in the farthest sense, and what is really a sin, scarcely worth the trouble, considers it to be a sin.

80,11. But where is this root? We will find it right away. You know that love is the foundation and the basic condition of all things. Without love, nothing would never have been created, and without love, no existence would be conceivable, just as little as a world would ever have been formed without the mutual attraction of the will of the Creator. For example, if you do not understand this, think of one world without the mutual power of attraction, and you’ll see how all the atoms of a world suddenly separate and vanish into nothingness.

80,12. Love is therefore the cause of everything and at the same time it is the key to all secrets.

80,13. But how can love be brought into an explanatory connection with our sixth commandment? I say to you, nothing easier than that, because in no act in the world is love as intimately interwoven as in the one we count as uncouth.

80,14. But we know that man is capable of a twofold love, namely the Divine, which opposes all self-love, and the self-love, which is contrary to all Divine love.

80,15. The question now is: if someone commits the act of procreation, what love was there the motive: the self-love, under whose authority also any craving for pleasure stands, or the Divine love, which only wants to communicate what it has, completely forgetting of itself? See, we are already pretty much on the track of the actual main principle.

80,16. Let us now take two men: one commits the act out of selfish lust for pleasure, the other in gratitude for the ability to procreate, to impart his seed to a woman in order to awaken a fruit in her. Which of the two sinned? I think it’s not going to be difficult to judge here and make a decision.

80,17. In order for us to understand the matter completely, we also need to familiarize ourselves with the concept of ‘unchastity’. What is chastity and what is unchastity? Chastity is that state of mind of man in which he is free of all selfishness, or in which he is pure of all the defects of self-love. Non-chastity is that state of mind in which man takes only himself into account, acts for himself, and completely forgets his fellow-man, especially concerning a woman.

80,18. Selfishness, however, is nowhere more disgraceful than it is in the case of a deed in which it is a matter of a man’s perversion. Why then? The cause is as clear as the day. As the ground, so the seed, so also is the fruit. If Divine love is the chastity of the seed, a Divine fruit will also appear; But if self-love, self-indulgence and pleasure-craving, that is, the unchaste state of mind the seed, what fruit will come forth from this?

80,19. See, in that lies what is forbidden by the sixth commandment. If this commandment had been observed, the earth would still be a heaven, for there would be no selfish and domineering person on it! But this commandment was already transgressed in the beginning of man, and the fruit of this transgression was self-serving and selfish Cain.

80,20. But from this it follows that not only the so-called falsely named ‘fornication’, which should better be called ‘pleasure-seeking’, belongs in the series of our sins to be treated, but any enjoyment of pleasure, whatever its design may be, but especially if a man makes the already weak woman selfishly useful for enjoyment, then it is to be regarded as a sin of unchastity. – A short pursuit will make things clearer.

Chapter 81

What is fornication?

81,1. One could say here, in the Sixth Commandment, that only “Thou shalt not do unchastity,” and that fornication cannot be regarded as forbidden, since in the sixth commandment there is nowhere: “Thou shalt not commit fornication.” But I say: What is whoring, of whatever kind, spiritual or carnal? It is a certain accommodation of vice in the following way: One philosophizes about the sinful possibility, places all phenomena in the realm of ‘natural needs’. If one expresses to his own being the demand to satisfy them, then, according to his reason and his inventiveness, man does only something praiseworthy and fruitful, so that, for all the needs of his nature which are being demanded, he can bring about means by which the same goal can be accomplished , The animal must satisfy its needs in the most crude instinctive way, because it has no mind, reason, or inventiveness. In this way, however, man rises above the common, natural animal, that he alone can satisfy the requirements of his species in a refined manner. Therefore, the mind of the cultural man says:

81,2. Who can account it a sin to a man if, with the help of his intellect, builds an imposing house for his habitation, and thus exchanges a former burrow or a hollow tree with it? Who can account it a sin to a man, if he refines the tree fruits, and produces from the sour apples and pears, something sweet and tasty? Who can account it a sin to a man if he builds a chariot, tames the horse, and then journeys much more comfortable than with his own weak, troubled feet? Who else can still account it a sin to a man, if he cooks and spices the natural fruits to his nourishment and makes them more tasty? Or create things in the world for another purpose than to be useful to man?

81,3. How much beautiful and useful things have man discovered for his comfort and amusement! Would this be reckoned to be a mistake if he would pay honor to his Creator with his intellect, without which the body of the world would appear as uncultivated as a barren desert on which everything grows together in a chaotic disorder, such as cabbage, beets and stinging nettles?

81,4. If, however, mankind’s diverse cultivation of the earth cannot possibly be counted as a misstep, even though it contains no other purpose in itself than a more pleasurable and more comfortable enjoyment of things in the world; On the other hand, a refined pleasure in procreation cannot be attributed to man as an error, for otherwise even the most educated man would be, regarding this act, the least differentiated from an animal. Thus, even this instinct of man must be satisfied in a more refined and cultivated manner, for the same reason why one builds comfortable dwelling-houses, makes soft clothes, prepares tasty meals, and so on. That is, more amenities.

81,5. Just assume for instance that a man of the educated class, has to choose between two female persons for his satisfaction; one is a filthy, mean peasant maid, but the other, as the daughter of a respectablehouse, is a well-bred, very well-dressed girl, flawless in her whole body, and all together lush and charming. Question: Who will the educated man choose? The answer will not cause a headache here; certainly the second one, because the first one will disgust him. So here, too, refinement certainly a most convenient purpose, because man attests to it, proving that he is a higher being, who has everything in his power to purify and dispose of everything unpleasant and dirty and make things clean and pleasant.

81,6. But since the man and the woman in this regard often have a great need to satisfy themselves, and yet cannot always make the demand to produce a child, would it again be their duty to exercise the intellectual powers, setting up the means to satisfy this impulse, be it only by blind intercourse with a woman or by self-gratification or, in an emergency, through the so-called boy’s desecration? For this is what makes a man different from an animal in that he can satisfy this most natural instinct in other ways than just that which he has been instructed by rude nature. And so, after all, well-conditioned brothel houses and such institutions are to be endorsed, and can by no means dishonor the intellect of man!

81,7. See, what objection can be raised against this from a natural perspective? For it is true that the animal cannot achieve such cultivations and all sorts of nuances to the satisfaction of its sexual instinct, and so, in a sense, the mastery of the human understanding is undeniably to be discovered. This is all right, the animal has its time in all of this, yet otherwise, it remains dull unto the satisfaction of this urge.

81,8. But what is all this sophistication? It is a quick question, but the answer is big and weighty. Surely this sophistication has nothing to do with basic motives, but with appallingly exasperating lust for pleasure. But pleasure-seeking, we know, is an unmistakable child of self-love, which is quite identical with the lust for power.

81,9. It is true that living in a stately home is easier than living in a lowly mud hut. But let’s take a look at the inhabitants! How proud and lofty we see the inhabitants of a palace company, and how humble the simple hut-dweller bows before such a splendid palace lord!

81,10. Let’s take a look at the inhabitants of a big city and those of a small farming village. The inhabitants of the big city do not know how to help each other out of sheer lust for pleasure, they all want to live comfortably, they all have to talk, they all shine and maybe they can reign a bit. If a poor country-dweller comes to the big city, he has to address at least every boot polisher: ‘Your Grace’, if he does not want to expose himself to any rudeness.

81,11. But if we go to the village, we will still find fathers, not infrequently peaceful neighbors, who do not call themselves ‘Your Grace’ and ‘Lord of’. What is preferable: when one farmer says to the other: ‘Brother’! or if in the city, a slightly more middle-class appeals to a slightly more privileged: your grace’, and ‘Lord of’ and the like?

81,12. I think it will be barely necessary to go on pursuing such nonsensical offshoots of the sophistication of the human mind, but we can at once make the main proposition: All such pleasure-seeking refinements are, according to preceding considerations, nothing but idolatry; for they sacrifice the human spirit, to the outer dead nature.

81,13. But if they are idolatrous, they are also the hardest whores, and their tendency cannot be accepted into the sphere of chastity.

81,14. Why was Babel called a whore? Because every imaginable finery was at home there. This also includes, the whoring urge in the true sense: unchastity serves all their life force. Thus, a rich husband who, for the sole enjoyment of a sumptuous and randy wife, is nothing but a barbarous fornicator, and the wife, a hard whore. And so here too, unchastity is shown in its foundations, as it is a most base desire for self-service and self-pleasure.

81,15. It was necessary to shed more light on this commandment for you, because man does not pass over any command as easily as he does this one. – Therefore I think that you now also understand this lecture; and so we will immediately go to the seventh room.