GEBOT 9 … Du sollst nicht begehren, was deines Nächsten ist – COMMANDMENT 9 … You shall not covet, what is your neighbor’s

<= Zurück zur Übersicht / Back to Overview

GEISTIGE SONNE Jakob Lorber-Das 9 Gebot Gottes-Begehren-Verlangen-Neid-Eifersucht-Du sollst nicht Spiritual Sun Jakob Lorber-9th Commandment-Envy-Desire-Jealousy-You shall not covet
=> VIDEO => PDF => AUDIO… => VIDEO => PDF => AUDIO…
Verwandte Botschaften…
=> Zeichen der Zeit
=> Visionen der Hölle & Entsprechungen
=> Machthaber & Machtmissbrauch
=> Lehrgang über Nächstenliebe
=> Der Lohn des Geizes
=> Gebot 7…Du sollst nicht stehlen
=> Zahl 666 & 3 Tiere der Offenbarung
=> Wer begeht eigentlich Ehebruch?
=> Wie in den Tagen Noah’s
=> Ein reicher Geizhals im Jenseits
Related Messages…
=> Signs of the Time
=> Visions of Hell & Equivalents
=> Powerful Ruler & Abuses of Power
=> Teaching on Brotherly Love
=> The Reward of Stinginess
=> Commandment 7…You shall not steal
=> Number 666 &  3 Beast of Revelation
=> Who does actually commit Adultery?
=> As in the Days of Noah
=> A rich Cheapskate in the Beyond

flagge de  9. GEBOT… Du sollst nicht begehren, was deines Nächsten ist

9. GEBOT… Du sollst nicht nach dem verlangen, was deines Nächsten ist

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101).
Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Erläuterung des 9. Gebotes:
„Du sollst nicht nach dem verlangen, was deines Nächsten ist, weder nach seinem Hause, nach seinem Ochsen, nach seinem Esel und nach seinem Grunde, noch nach allem dem, was auf demselben wächst.“

Kapitel 87 – Neunter Saal – 9. Gebot.

1. Wir sind bereits im neunten Saale und erschauen allda wieder unsere Rundtafel, auf welcher geschrieben steht:

2. „Du sollst nicht nach dem verlangen, was deines Nächsten ist, weder nach seinem Hause, nach seinem Ochsen, nach seinem Esel und nach seinem Grunde, noch nach allem dem, was auf demselben wächst.“ –

3. Wenn wir dieses Gebot betrachten, so müssen wir offenbar uns in die nämlichen Urteile verlieren und die nämliche Kritik durchmachen, die wir bereits im siebenten Gebote kennengelernt haben. Denn auch hier ist abermals vom Eigentum die Rede, und daß man nach dem kein Verlangen haben soll, was da einer oder der andere sich nach außenhin rechtlich zueignete.

4. Wer sollte da nicht sogleich wieder auf die Frage kommen und sagen: Wie konnte wohl dieses Gebot dem israelitischen Volk in der Wüste gegeben werden, wo daselbst doch niemand weder ein Haus, noch einen Ochsen, noch einen Esel, noch einen Grund und eine Saat auf demselben hatte? Man müßte sich dieses Eigentum bei dem israelitischen Volke gegenseitig nur eingebildet haben. Und da könnte es allenfalls heißen: Wenn sich dein Nächster irgendetwas Ähnliches zu besitzen einbildet, so sollst du dir nicht auch einbilden, etwas Ähnliches oder gar die Einbildung deines Nächsten selbst dir also eigentümlich einzubilden, als wäre sie im Ernste dein Eigentum oder als möchtest du sie wenigstens eigentümlich besitzen.

5. Ich meine, es werden hier nicht viele kritische Urteile vonnöten sein, um das überaus Luftige eines solchen Gebotes auf den ersten Blick einzusehen. Ein Gebot muß ja allezeit nur zu irgendeiner Sicherung einer festen Realität da sein, an deren Verlust einem jeden etwas gelegen sein muß. Was aber ein Luftschlösserarchitekt gegen einen andern Luftschlösserarchitekten verliert, so dieser sich im Ernste die gesetzwidrige Dreistigkeit nehmen sollte, seinem Gefährten ähnliche Luftschlösser zu bauen, ich meine, solch einen enormen Schaden abzuwägen, dazu würde wohl eine überaus feine, ja geradezu ätherisch geisterhafte Haarwaage vonnöten sein. Sollte auch nach der Meinung einer gewissen Sekte auf der Erde der Erzengel Michael mit dergleichen Instrumenten im Ernste zum Überflusse versehen sein, so bin ich aber doch fest überzeugt: ein so überaus zartfühlendes Gewicht-Maßinstrument fehlt ihm sicher.

6. Ich zeigte aber hier solches nur an, um dadurch das völlig Nichtige eines rein eingebildeten Besitztumes so klar als möglich vor die Augen zu stellen. Wenn sich die Sache aber also verhält, wozu dann ein solches Gebot, das durchaus keine Sicherung des Eigentums eines andern im Schilde führen kann, wo niemand ein ähnliches Eigentum besitzt, nach dem man zufolge dieses Gebotes kein Verlangen tragen soll?

7. Man wird aber hier einwenden und sagen: Der Herr hat das vorausgesehen, daß sich die Menschen mit der Zeit untereinander ein Eigentumsrecht schaffen werden, und hat in dieser Hinsicht bei dieser Gelegenheit schon im voraus ein Gebot erlassen, durch welches ein künftiges Eigentum der Menschen gesichert sein sollte und niemand ein gegenseitiges Recht habe, sich das Eigentum seines Nächsten auf was immer für eine Art zueignen zu dürfen. Das wäre ein schöner Schluß! Ich meine, man könnte der göttlichen Liebe und Weisheit nicht leichtlich eine größere Entehrung zufügen als durch ein solches Urteil.

8. Der Herr, der es doch sicher vor allem einem jeden Menschen abraten wird, sich auf der Erde etwas anzueignen, der Herr, vor dem jeder irdische Reichtum ein Greuel ist, sollte ein Gebot erlassen haben zum Behufe und zur Begünstigung der Habsucht, der Eigenliebe, des Wuchers und des Geizes, ein Gebot zur sicheren Erweckung des gegenseitigen Neides?

9. Ich glaube, es wird hier nicht vonnöten sein, noch mehr Worte zu verlieren; denn das Widersinnige solch einer Exegese liegt zu offen vor jedermanns Augen, als daß es nötig wäre, ihn durch ein langes und breites daraufzuführen.

10. Um aber die Sache doch auch für den Blindesten handgreiflich zu machen, frage ich einen jeden grundgelehrten Juristen: Worauf gründet sich denn ursprünglich das Eigentumsrecht? Wer hat denn dem ersten Menschen das Eigentumsrecht einer Sache eingeräumt? Nehmen wir ein Dutzend Auswanderer in einem noch unbewohnten Erdstriche an. Sie finden ihn und siedeln sich dort an. Laut welcher Eigentums- und Besitzrechts-Urkunde können sie sich denn eines solchen Landes als Eigentümer bemächtigen und sich dort als rechtmäßige Besitzer seßhaft machen?

11. Ich weiß schon, was man hier sagen wird: Wer zuerst kommt, hat das Grundrecht. Gut, sage ich, wer aber hat demnach von den zwölf Auswanderern mehr oder weniger Recht auf das gefundene Land? Man wird sagen: Streng genommen hat der erste Veranlasser zu der Auswanderung, oder der, der allenfalls vom Verdeck eines Schiffes dieses Land zuerst erschaut hatte, mehr Recht. Gut, was hat aber der Veranlasser vor den andern voraus? Wären sie nicht mit ihm gezogen, so wäre er sicher auch daheim geblieben. Was hat denn der erste Erschauer vor den übrigen voraus? Daß er vielleicht schärfere Augen als die anderen hat? Sollen dann dieses nur ihm zugute kommenden Vorzuges wegen die anderen benachteiligt sein? Das wäre doch etwas zu unbillig geurteilt. Also müssen doch sicher alle zwölf ein gleiches Eigentumsrecht auf dieses vorgefundene Land haben.

12. Was werden sie aber tun müssen, um ihr gleiches Besitztumsrecht auf dieses Land zu realisieren? Sie werden es teilen müssen in zwölf gleiche Teile. Wer aber sieht bei dieser Teilung nicht auf den ersten Wurf die kommenden Zwistigkeiten? Denn sicher wird der A zum B sagen: Warum muß denn gerade ich diesen Teil des Landes in Besitz nehmen, der nach meiner Beurteilung offenbar schlechter ist als der deinige? Und der B wird aus demselben Grunde erwidern: Ich sehe nicht ein, warum ich meinen Landteil gegen den deinigen vertauschen soll. Und so können wir unsere zwölf Kolonisten zehn Jahre lang das Land teilen lassen, und wir werden es nicht erleben, daß die Teilung allen vollkommen recht sein wird.

13. Werden aber diese Zwölf untereinander übereinkommen und das Land zu einem Gemeingute machen; kann da unter den Zwölfen ein das Eigentum sicherndes Gebot erlassen werden? Kann einer dem andern etwas wegnehmen, wenn das ganze Land allen gleich gehört und somit auch dessen Produkte, von denen ein jeder nach seinem Bedarf nehmen kann, ohne dem andern dafür eine Rechnung zu legen?

14. Man ersieht hier im ersten Falle, daß ursprünglich eine Eigentumsrechtsschaffung nicht leichtlich denkbar ist. Um zu sehen, daß solches wirklich der Fall ist, dürfet ihr nur auf die ersten Ansiedler gewisser Gegenden eures eigenen Landes hinblicken, z.B. auf die sogenannten Herren-Kloster- Geistlichen, die gewisserart die ersten Kolonisten einer Gegend waren. Wären sie mit der Teilung zurechtgekommen und hätten sie selbe als gut befunden, so würden sie sicher kein Gemeingut gebildet haben.

15. Kurz und gut, wir können tun, was wir wollen, so können wir nirgends ein ursprüngliches Eigentumsrecht finden. Und wenn da jemand mit seinem Grundrecht kommt, da frage ich, ob man den Nachkömmling bei seinem Auftreten in der Welt entweder gleich töten oder ihn langsam verhungern lassen solle? Oder soll man ihn aus diesem Lande treiben; oder ihn auf die Barmherzigkeit der Grundbesitzer anweisen, ihn daneben aber sogleich gegen diese mit dem neuesten Gebote belegen?

16. Ich meine, da ließe sich doch wohl fragen, aus welchem Grunde ein solcher Nachkömmling gegen die Grundrechtbesitzer sogleich bei seinem ersten Auftreten, für das er nicht kann, zu einem Sündenbocke gemacht werden sollte, während die ersten sich gegenseitig in dieser Art nie versündigen können? Welcher Jurist kann mir wohl ein solches Benehmen als rechtskräftig beweisen? Ich meine, man müßte hier nur einen Satan zum Advokaten machen, der solches zu erweisen imstande wäre; denn einem jeden nur einigermaßen recht und billig denkenden Menschen dürfte ein solcher Rechtsbeweis unmöglich sein.

17. Ich sehe aber schon, man wird sagen: Bei den ersten Kolonisierungen eines Landes kann zwischen den Kolonisten freilich kein wechselseitiges Eigentumsrecht statthaben, besonders wenn sie sich untereinander einvernehmlich für das Gemeingut ausgeglichen haben. Aber zwischen Kolonisationen, welche die ersten Staatenbildungen sind, tritt doch sicher das Eigentumsrecht ein, sobald sie sich gegenseitig als bestehend festgestellt haben.

18. Gut, sage ich, ist das der Fall, so muß sich eine jede Kolonie mit einem ursprünglichen Eigentumsrechte ausweisen. Wie aber kann sie das, nachdem sie nur ein Nutzungsrecht vom Herrn aus hat, aber kein Besitzrecht?

19. Das Nutzungsrecht hat seine Urkunde in dem Magen und auf der Haut. Wo aber spricht sich das Besitzrecht aus, besonders wenn man erwägt, daß ein jeder Mensch, sei er einheimisch oder ein Fremdling, in seinem Magen und auf seiner Haut dieselbe göttliche vollgültige Nutzungsrechtsurkunde mit sich bringt, wie sie der Einheimische hat? Wenn man sagt: Das Besitzrecht hat seinen Grund ursprünglich im Nutzungsrechte, so hebt dieser Satz sicher jedes spezielle Besitztum auf, weil jeder das gleiche Nutzungsrecht hat. Kehrt man aber die Sache um und sagt: Das Besitzrecht verschafft einem erst das Nutzungsrecht, da kann man dagegen nichts anderes sagen als das alte Rechtswort: „Potiori jus“, was mit anderen Worten so viel sagen will als: Schlage so viel Nutzungsrechtsbesitzende tot, daß du dir allein einen Strich Landes durch die Gewalt deiner Faust völlig zueignen kannst.

20. Sollte etwa noch einigen fremden Nutzungsrechtsbesitzern der Appetit kommen, dir dein erkämpftes Besitztum laut ihres göttlichen Nutzungsrechtes streitig zu machen, so schlage sie alle tot oder setze sie wenigstens im besseren Falle als steuerpflichtige Untertanen ein, damit sie in deinem erkämpften Besitztume im Schweiße ihres Angesichtes für dich arbeiten und du ihnen dann ihr Nutzungsrecht nach deinem Wohlgefallen bemessen kannst.

21. Wer kann, von göttlicher Seite betrachtet, den Krieg rechtfertigen? Was ist er? Nichts als ein grausamster Gewaltstreich, das Nutzungsrecht den Menschen zu nehmen und dafür ein Besitzrecht gewaltsam einzuführen, das heißt, das göttliche Recht zu vertilgen und an dessen Stelle ein höllisches einzuführen.

22. Wer könnte demnach wohl von Gott aus ein Gesetz erwarten, welches das ursprüngliche, in jedermanns Wesen sich deutlich beurkundende göttliche Nutzungsrechtsgesetz aufheben und an dessen Stelle mit göttlicher Macht und Autorität ein höllisches Besitztumsgesetz rechtskräftigen sollte? – Ich meine, das Widersinnige dieser Behauptung ist für einen Einzelblinden sogar sonnenhell und klar ersichtlich und mit behandschuhten Händen zu greifen.

23. Daraus geht aber hervor, daß dieses Gesetz sicher eine andere Bedeutung haben muß, als es die Menschen darstellen, wo es nur das Besitztum sichert. Als göttliches Gesetz muß es ja auch in allen Himmeln aus der Tiefe der göttlichen Ordnung gültig sein. Wo aber besitzt jemand im Himmel Häuser, Ochsen, Esel und Äcker? Im Himmel sind lauter Nutzungsrechtige, und der Herr allein besitzungsrechtig. – Wir wollen daher sogleich zu der rechten Bedeutung dieses Gesetzes übergehen. –

Kapitel 88 – Betrachtungen zum 9. Gebot.

1. Bevor wir jedoch die volle Löse aussprechen wollen, wird es notwendig sein, noch einige Bemerkungen voranzuschicken, durch welche so manchen juridischen Vielfraßen und übergelehrten Völkerrechts-Verkündigern der Mund gestopft werden soll. Denn diese könnten etwa das Besitzrecht vom Sammelrechte ableiten, wodurch sie uns wenigstens scheinbar schlagen könnten. Daher wollen wir uns auch in diesem Punkte verschanzen.

2. Es ist allerdings nicht in Abrede zu stellen, daß jedermann vor dem Nutzungsrechte das Sammelrecht haben muß. Denn bevor sich jemand nicht mit seinen Händen und mit seiner Kraft etwas holt und zubereitet, kann er sein Nutzungsrecht nicht geltend machen. Das ist einmal richtig, bevor jemand einen Apfel in den Mund stecken will, muß er ihn vom Baume oder vom Boden lesen.

3. Für das „Sammelrecht“ hat er ebenfalls mehrere göttliche Urkunden aufzuweisen. Urkunde Nr. 1 sind die Augen. Mit diesen muß er schauen, wo etwas ist. Urkunde Nr. 2 sind die Füße. Mit diesen muß er sich dahin bewegen, wo etwas ist. Urkunde Nr. 3 sind die Hände. Mit denen muß er dahin greifen und nehmen, wo etwas ist. Also laut dieser Urkunde hat der Mensch vom Herrn aus das Sammelrecht als urrechtlich zu seinem unbestreitbaren Eigentume.

4. Könnte man aber hier nicht sagen: Ist das Gesammelte dann nicht vollkommen ein Eigentum dessen, der es laut seines göttlichen Sammelrechtes zu seiner Nutzung gesammelt hat? Hat nun ein anderer das Recht, seine Hände oder sein Verlangen darnach zu richten, was sich sein Nächster gesammelt hat? Denn offenbar bedingt ein Recht das andere. Habe ich vom Schöpfer aus das natürliche Nutzungsrecht, das im Magen und auf der Haut geschrieben ist, so muß ich auch das Sammelrecht haben, weil ich ohne das Sammelrecht das Nutzungsrecht nicht befriedigen kann.

5. Was nützt mir aber das Sammelrecht, wenn es mir den Bissen nicht sichert, den ich zum Munde führe? Denn so da jedermann das Recht hat, mir den Apfel, den ich mit meiner Hand laut meines Sammelrechtes aufgeklaubt habe, aus der Hand zu nehmen, weil er etwa zu bequem ist, sich selbst einen aufzuklauben, so gehe ich offenbar mit meinem Nutzungsrechte ein und muß wohl oder übel verhungern.

6. Es ist somit notwendig, daß das Sammelrecht wenigstens auf das ein Eigentumsrecht fordern kann, was es sich gesammelt hat, weil sonst an kein Nutzungsrecht ehrlichermaßen zu denken ist.

7. Mit dem Sammelrecht verbindet sich das Bereitungs- und Verfertigungsrecht. Ist es mir aber nicht gestattet, auf das von mir Bereitete und Verfertigte ein vollkommenes Eigentumsrecht geltend zu machen, so ist alle Tätigkeitskraft umsonst, und ich bin genötigt, erstens alle eßbaren Dinge heimlich roh zu verzehren und zweitens stets nackt umherzugehen. Denn so ich mir ein Kleid verfertige und ein anderer, der zu diesem Geschäft zu faul ist, nimmt es mir laut seines Nutzungsrechtes weg, Frage, was sollte denn da mein eigenes Nutzungsrecht dazu für eine Miene machen?

8. Wenn ich mir in einer kälteren Gegend ein Haus erbaue und habe laut des Sammel- und Verfertigungsrechtes dabei kein Eigentumsrecht, da kann mich die nächstbeste Gesellschaft aus dem Hause treiben und selbst davon an meiner Statt ihr Nutzrecht ausüben.

9. Daraus aber ist ja ersichtlich, daß mit dem natürlichen Erwerbsrechte ein gewisses prärogatives (urrechtliches) Eigentumsrecht für den gewerbstätigen Menschen eingeräumt sein muß, ohne ein solches Eigentumsrecht, rein genommen und betrachtet, keine menschliche Gesellschaft als bestehend möglich auch nur gedacht werden kann.

10. Ist aber nun das Sammel- und das Bereitungsrecht als vollkommen gültig eingeräumt, so muß auch ein Fleck Grundes, auf dem ich eine Saat angebaut, wie ein Baum, den ich gepflanzt und veredelt habe, mir prärogativ als Eigentum eingeantwortet sein.

11. Frage aber weiter: Wer antwortet mir solches ein bei Beginn einer Kolonie? Die Sache läßt sich leicht erklären. Die Kolonisten wählen aus ihrer Mitte einen von jeder Habsucht ledigen und zugleich weisesten Chef. Diesem räumen sie die Austeilungs- und somit auch die Einantwortungsrechte ein, unter der gegenseitigen eidlichen Schutzversicherung zur Aufrechthaltung und Befolgung seines Spruches. Dieser Versicherung zufolge wird ein oder der andere sich Widersetzende von den Ordnungsliebenden in die Schranken des Spruches von seiten des Oberhauptes zurückgewiesen. Auf die Mittel, wie oder wodurch, kommt es nicht an, denn diese können und müssen erst nach dem Grade der Widerspenstigkeit bestimmt und dann gehandhabt werden.

12. Wer sieht hier nicht auf den ersten Augenblick die Unterwürfigkeit und die erste monarchische Gründung eines Staates? Wer aber sieht auch nicht zugleich ein, daß, sobald das Sammel-, das Erwerbs- und Bereitungsrecht mit einem prärogativen Eigentumsrecht systematisch verbunden ist, niemandem auf seinem ihm zuerkannten Eigentum das Sammel-, Erwerbs- und Bereitungsrecht beschränkt werden kann. Im Gegenteile muß dem leitenden Chef ja nur vorzugsweise daran gelegen sein, seine Leitlinge soviel als möglich zum Sammel- und Bereitungsfleiße auf ihren eigentümlich eingeräumten Besitzungen anzuspornen. Und je mehr sich jemand auf seinem Besitztume durch Fleiß erwirbt, in eine desto angenehmere Lage versetzt er sich, seinem Nutzungsrechte die unbeschränkte Gewähr zu leisten.

13. Ist aber einmal dieses Eigentumsrecht zur Sicherung des Sammel-, Erwerbs- und Nutzrechtes notwendig festgestellt, so zieht dieses Recht zwangsläufig das Hutrecht nach sich; denn ohne dieses Recht ist keiner ein eigentumsberechtigter Besitzer des ihm vom Chef eingeantworteten Eigentums.

14. Dieses Hutrecht aber setzt zuerst eine genaue Vermessung des Besitztumes voraus. Sind die Grenzen einmal fest gezogen, dann erst kann ein jeder Besitzer von dem Hutrechte oder dem Rechte der Verteidigung seines Eigentums Gebrauch machen.

15. Dieses Hutrecht ist aber ohne bevollmächtigte Hüter nicht durchführbar. Es müssen also Wehrmänner aufgestellt werden, welche das unbeschränkte Recht haben, die Grenzen eines jeden zu sichern. Sie müssen daher das Exekutionsrecht haben, also ein Straf- oder Züchtigungsrecht. Wer aber sollte diese Wehrmänner leiten? Sicher niemand anderer als der die ganze Kolonie leitende Chef.

16. Hier haben wir also notwendig die Entstehung des Militärstandes, zugleich aber auch die Feststellung einer unbeschränkten Macht des Chefs, der nun schon durch die Wehrmänner gebieten und seine Gebote sanktionieren kann.

17. Haben wir es so weit gebracht, wer kann da noch auftreten und sagen: Die gegenwärtigen Staatsverfassungen sind nicht auf diesem göttlichen Rechte basiert? Ja, es ist einem Kritiker alles recht, nur kann er das Obereigentumsrecht des Monarchen noch nicht begreifen. Ich aber sage: Hat man das Frühere so erwiesen, was bei weitem schwieriger war, so läßt sich das Obereigentumsrecht eines Monarchen daneben mit einer Schlafmütze beweisen. – Wir wollen sehen.

18. Wenn nun von seiten der Weisheit des leitenden Chefs, alles eigentumsberechtigt ist und dem Chef zur Bewachung des Besitztums der Kolonisten allzeit einsatzfähige Wehrmänner an die Seite gestellt sind, hat da der Chef nicht ein zweifaches Recht, die durch seine Weisheit beglückten Kolonisten zu fragen und zu sagen: Ich bin in eurer Mitte, habe durch meine Weisheit für euch gesorgt, und ihr habt mich eben darum zum leitenden Chef gemacht, weil ihr mich als den am wenigsten habsüchtigen Mann unter euch wohl erkannt habt.

19. Ich habe sonach das Land unter euch gerecht verteilt und schütze nun mit meiner Weisheit und mit den weise geleiteten Wehrmännern euer Eigentum. Aber bei der Verteilung habe ich zufolge meiner Habsuchtslosigkeit mich selbst ganz vergessen. Ihr werdet aber sicher einsehen, so euch an meiner ferneren weisen Leitung notwendig etwas gelegen sein muß, daß ich von der Luft nicht leben kann. Was soll ich denn hernach zu meinem Unterhalt haben, um leben zu können? Zeit zum Sammeln habe ich keine, denn ich muß meine Zeit zum steten Nachdenken verwenden, wie sich euer Besitztum fortwährend sichern lassen möchte.

20. Ihr werdet also einsehen, daß ein treuer Arbeiter auch seines Lohnes wert ist. Daher verordne ich, daß ihr miteinander darüber übereinkommet, mir aus eurem eigentümlich gesicherten Vorrate einen Unterhalt zu verschaffen. Ich kann das von euch mit um so größerem Rechte beanspruchen, als die Erhaltung eures gegenseitigen Eigentumsrechts lediglich von meiner Erhaltung abhängt. Neben meiner Erhaltung aber ist noch die andere euer Eigentum sichernde Erhaltung der Wehrmannschaft vonnöten, denn auch sie hat nicht Zeit zum Arbeiten, indem sie eure Grenzen in guter Ordnung bewachen muß.

21. Euer eigenes Heil und Wohl müssen es euch sonach vor die Augen stellen, daß ich und die Wehrmannschaft euch gegenüber erwerbslos dastehen, und daß darum ein jeder aus euch zur festen Gründung seines eigenen Wohles sich zu einer bestimmten Steuerung an mich wird bequemen müssen.

22. Diese ausgesprochene Forderung erscheint allen Kolonisten vollkommen rechtlich und billig, und sie bequemen sich zur Steuerung. Auf diese Weise hat der leitende Chef schon sein erstes natürliches, wenn schon nicht Ober-, so doch Miteigentumsrecht bei allen Kolonisten geltend gemacht.

23. Zwischen dem Miteigentumsrecht und dem Obereigentumsrecht aber ist eine so kleine Kluft, daß über sie sogar das kleinste Kind dem andern in den Sack greifen kann. Der Chef braucht hier bloß zu sagen: Meine lieben Kolonisten! Es kann euch nicht unbekannt sein, daß sich uns gegenüber noch eine andere Kolonie uns gleichermaßen seßhaft gemacht hat. Um uns aber vor ihr zu schützen, müsset ihr mir das uneingeschränkte Recht in allem einantworten, so daß ich im Notfalle als euer Chef gewisserart als Obereigentümer eures Eigentumes dastehe und in einem solchen Falle die Außengrenzen nach meiner weisen Einsicht befestigen kann. Ich muß das Recht haben, in euer aller Namen zu eurem Wohle mit einer fremden Nation, falls sie mächtiger sein sollte als wir, zweckmäßig zu unterhandeln.

24. Ferner müsset ihr als die meiner Leitung bedürftigen Kolonisten aus dem leichtverständlichen Grunde auch einsehen, daß ich als euer Haupt in eurer Mitte einen festen Ort erbaut haben muß, in dem ich mich vor allem zu eurer Erhaltung notwendig schützen und erhalten kann. Aber es ist zu meiner für euer Wohl berechneten Sicherheit nicht genug, daß ihr mir ein Wohnhaus errichtet, sondern um mein Wohnhaus her müssen in gerechter Anzahl noch andere Wohnhäuser zur Aufnahme der lediglich von meiner Leitung abhängigen Wehr- und Hutmannschaft errichtet werden. Das heißt mit andern Worten: Ihr müßt mir in eurer Mitte eine feste Wohnstätte (Residenz) erbauen, in welcher ich völlig gesichert bin, sowohl vor fremden als auch vor euren möglicherweise eigenen Angriffen.

25. Wir sehen hier mit klarem Augenlichte, wie der Monarch sich notwendigerweise zum Obereigentümer eines Landes stempelt. Aber das sei nicht hinreichend. Wir wollen noch andere Gründe vernehmen, und zwar aus dem Munde des Gründers selbst, denn er spricht ferner:

26. Meine lieben Kolonisten, den unumstößlichen Grund für die Errichtung eines festen Wohnplatzes für mich in eurer Mitte habe ich zu eurer Einsicht dargetan. Also hättet ihr den ersten Grund. Höret mich aber weiter an: Das Land ist weitgedehnt; es ist unmöglich, daß ich überall selbst sein kann. Daher will ich mit euch eine Prüfung halten und werde aus euch die Weiseren als meine Amtsführer und Stellvertreter im Lande verteilen. Diesen Stellvertretern ist dann jedermann zu seinem eigenen Wohle denselben Gehorsam schuldig wie mir selbst.

27. Sollte jedoch einem oder dem andern Untertanen meiner weisen Leitung von diesen meinen erwählten Amtleuten ein vermeintliches Unrecht zugefügt worden sein, so hat in diesem Falle ein jeder das Recht, seine Beschwerde bei mir anzubringen, wo er dann versichert sein kann, daß ihm nach Umstand der Sache das vollkommene Recht zuteil wird. Dagegen müsset ihr mir aber eben zu eurem eigenen Wohle, damit allen Streitigkeiten vorgebeugt werde, die treueste und gewissenhafteste Versicherung geben, euch ohne die geringste fernere Widerrede meinem Endurteil willig zu fügen. Im entgegengesetzten Falle muß mir zum Wohle aller ebenfalls das unbestreitbare Recht von allen zugesichert werden, einen gegen mein Endurteil Widerspenstigen mit züchtigender Gewalt zur Befolgung meines Willens zu nötigen. Wenn dieses alles in der Ordnung errichtet und gehandhabt wird, dann erst werdet ihr ein wahrhaft glückliches Volk sein!

28. Wir sehen hier einen zweiten von allem Früheren abgeleiteten Schritt: Nr. 1 zur Alleinherrschaft und Nr. 2 zum obereigentümlichen Besitze des ganzen Landes. Und also hätten wir den ersten vollkommen in der Natur der Sache begründeten Grund auf diese Weise unwiderlegbar zur Schau gestellt. Dieser Grund kann der natürliche, von der menschlichen Gesellschaft abgeleitete notwendige genannt werden. Aber es wird da jemand sagen: Solches alles ist an und für sich ebenso naturgerecht richtig, als wie sicher und gewiß der Mensch der Augen zum Sehen und der Ohren zum Hören bedarf. Wir sehen diese an sich noch ganz rohen Kolonisten an und erblicken sie im Ernste allertätigst und voll Gehorsam gegen ihren Leiter.

29. Aber aus eben diesem Gehorsam fangen die Kolonisten an, sich mit der Zeit vor ihrem Leiter mehr und mehr zu fürchten. Und in dieser Furcht fragen bald der eine, bald der andere sich gegenseitig: Woran liegt es denn, daß unter uns allein dieser Mensch so außerordentlich gescheit ist und wir alle gegen ihn als wahrhafte Tölpel zu betrachten sind? Diese Frage, so gering und unscheinbar sie im Anfange erscheint, ist von außerordentlicher Wichtigkeit und drückt in ihrer Beantwortung erst dem Umstand der Alleinherrschaft und des Obereigentums eines Monarchen das unverletzbare Amtssigill auf. Das klingt sonderbar, dürfte so mancher im voraus sagen, allein nur eine kleine Geduld, und wir werden die Sache sogleich in einem anderen Lichte erschauen! –

Kapitel 89 – Der innere Sinn des 9. Gebotes.

1. Sehet, bis jetzt haben wir alles das aus dem Naturgrunde sich entwickeln gesehen; aber es fehlte bisher noch jedem Grunde eine höhere göttliche Sanktion, durch die allein der Mensch auf der Erde, besonders in seinem einfachen Naturzustande, zur unverbrüchlichen Beobachtung alles dessen geleitet wird, was ihm von seinem Oberhaupte als Pflicht auferlegt wurde.

2. Je mehr im Anfange ein solcher Primitivmonarch sein Volk weise leitet, und je mehr das Volk durch die Erfolge davon überzeugt wird, daß der Leiter wirklich weise ist, desto mehr wird es sich auch gegenseitig zu fragen anfangen: Woher hat dieser seine Weisheit und woher wir unsere Dummheit? Das Volk weiß noch außerordentlich wenig oder nichts von Gott, der Leiter aber hat davon schon mehr oder weniger gute Begriffe.

3. Was braucht er nun, wenn das Volk in naturmäßiger Hinsicht so viel als möglich geordnet dasteht, zu tun, besonders wenn er solche Fragen von vielen Seiten her in Erfahrung bringt? Er beruft die Fassungsfähigeren zusammen, verkündigt ihnen ein höchstes Wesen, welches alles geschaffen hat und alles leitet. Sagt ihnen dann zur Beantwortung ihrer vielseitigen Frage, daß er zu ihrem Wohle die leitende Weisheit unmittelbar von diesem höchsten Wesen habe. Er zeigt ihnen als einem überaus gläubigen Volke auch mit der größten Leichtigkeit die unleugbare Existenz einer allerhöchsten, alles erschaffenden, erhaltenden und leitenden Gottheit, und daß eben von dieser Gottheit nur derjenige mit tiefer Weisheit begabt wird, den sie zur beseligenden Leitung der Völker bestimmt hat.

4. Das will dann so viel sagen als: „Von Gottes Gnaden“, oder wie bei den Römern: „Favente Jove“. Ist dieser Schritt gemacht, so ist der Alleinherrscher und Obereigentümer fix und fertig und sitzt nun vollkommen sicher in seiner Herrsch-Mitte, unterstützt von naturmäßig mächtiger und von geistig noch mächtigerer Notwendigkeit.

5. Ein jeder, der nun alles dieses gründlich durchgegangen hat, muß endlich sagen: Fürwahr, allem dem läßt sich nicht ein Atom groß einwenden, denn es hängt ja alles mit den ersten naturrechtlichen Urkunden eines jeden Menschen so enge zusammen, daß man daran nicht den kleinsten Faden entzweischneiden darf, um nicht eine glückliche menschliche Gesellschaft bis in ihre innersten Fundamente zu zerstören. Denn man nehme da hinweg, was man will, so wird sich der Defekt sobald in den ersten Naturprinzipien eines jeden Menschen wahrnehmen lassen.

6. Wenn aber demnach die Sache sich also verhält, so folgt ja doch sonnenklar daraus, daß der Herr Himmels und der Erde durch dieses neunte Gebot nichts als die vollkommene Sicherung des bestimmten Eigentums zur Aufrechthaltung der ersten Naturrechtsprinzipien aufgestellt hat. Und so kann da kein anderer Sinn hinter dem Gebote stecken, als den seine Worte bezeichnen.

7. Denn so man diesem Gebote irgendeinen anderen Sinn unterlegen will oder kann, so hebt man dadurch den von einem höchsten Wesen sanktionierten Hauptgrund des ersten naturrechtlichen bürgerlichen Verbandes auf. Das Eigentumsrecht, wenn es aufgehoben ist, hebt notwendigerweise die früheren Urdokumente eines jeden Menschen auf, und niemand kann da mehr etwas sammeln und verfertigen. Kann er das nicht, so gehen sein Magen und seine Haut unter, und der Mensch wird mit seiner Existenz schlimmer daran sein als jedes Tier. Mit der Wegnahme des Wortsinnes dieses Gebotes nimmt man ja schon im voraus jedes leitende Oberhaupt hinweg, und die Menschheit steht in ihrem ersten unter das Tierreich gesunkenen wildesten chaotischen Naturzustande da.

8. Das ist richtig, meine lieben Freunde und Brüder. Wir haben bis jetzt gesehen, daß durch die Darstellung des innern geistigen Sinnes der äußere naturmäßige Sinn in seiner gerechten Außenwirkung nirgends verletzt worden ist. Wir haben auch gesehen, daß durch die Unkenntnis des inneren Sinnes ein gegebenes Gebot entweder nur sehr schwer oder nicht selten kaum zum dritten Teile, manchmal aber auch garnicht beobachtet wird und beobachtet ward.

9. Wird aber ein Gebot dem inneren Sinne nach erkannt, dann ergibt sich die naturmäßige Beobachtung von selbst, gerade also, als so jemand einen guten Samen in das Erdreich legt. Da wird sich dann aus ihm die fruchttragende Pflanze von selbst entwickeln, ohne daß dabei der Mensch eine ohnehin zu nichts führende Manipulation anwendet.

10. Und so ist es auch bei diesem Gebote der Fall. Wird es innerlich erkannt und beachtet, so fällt alles Äußere, was der Buchstabensinn berührt, von selbst der guten göttlichen Ordnung zufolge aus. Ist aber das nicht der Fall, klebt man bloß am äußeren Sinne, so hebt man eben dadurch alle urrechtlichen Dokumente des Menschen auf. Die Herrscher werden zu Tyrannen und die Untertanen zu Geizhälsen und Wucherern. Die Haut der Sanften wird über die Militärtrommel gespannt oder die gutmütigen Esel von Untertanen werden zum arglistigen Spielwerkzeug der Mächtigen und Wucherer.

11. Die Folgen davon sind Volksaufstände, Revolutionen, Staatenumwälzungen und Zerstörungen, gegenseitige Volkserbitterungen, dann darauffolgende langwierige blutige Kriege, Hungersnot, Pestilenz und Tod.

12. Wie lautet aber demnach derjenige Sinn, durch dessen Beobachtung alle Völker ihr unzerstörbares zeitliches und ewiges Glück finden müssen? Er lautet ganz kurz also:

13. Achtet euch untereinander aus gegenseitiger wahrhaftiger Bruderliebe, und keiner beneide den andern, so er von Mir, dem Schöpfer, seiner größeren Liebe wegen mehr begnadigt wurde. Der Begnadigtere aber lasse seine daraus hervorgehenden Vorteile allen seinen Brüdern als Bruder so viel als möglich zugute kommen, so werdet ihr dadurch unter euch einen ewigen Lebensverband gründen, den keine Macht ewig je zu zerstören imstande sein wird!

14. Wer sieht aus dieser Darstellung des Gebotes nicht auf den ersten Augenblick ein, daß durch seine Beobachtung nicht ein Häkchen des Buchstabensinnes gekrümmt wird. Und wie leicht ist dann dieses Gebot naturmäßig zu beobachten, wenn man es also geistig beobachtet. Denn wer seinen Bruder achtet in seinem Herzen, der wird auch seine Sammlungen und Einrichtungen achten. Durch die geistige Beobachtung dieses Gebotes wird allem Wucher und aller übertriebenen Erwerbssucht vorgebeugt, welche aber nur im alleinigen Buchstabensinne ihren sanktionierten Vertreter oder Advokaten finden. – Eine kleine Nachbetrachtung wird uns dieses alles noch ins klarste Licht setzen. –

Kapitel 90 – Vom Segen der weisen Beschränkung.

1. Es ist in diesem allem, wie in dem Gebote, geistig und naturmäßig durchaus nicht als sünd- oder fehlerhaft bezeichnet, daß jemand das mit seinen Händen für seine Notdurft Gesammelte und Verfertige sich aneigne, und zwar in einem solchen Grade, daß sein Nachbar durchaus nicht das Recht haben soll, ihm ein solches Eigentumsrecht auf was immer für eine Weise streitig zu machen. Im Gegenteile findet ein jeder darin nur eine vollkommene Sicherstellung seines rechtlich erworbenen Eigentums.

2. Wohl aber ist in allem dem Gesagten, wie im Gebote selbst, eine weise Beschränkung in dem Rechte, zu sammeln, einem jeden geboten. Daß das Gebot aber solches im naturmäßigen Sinne sogar aus der göttlichen Ordnung heraus bezweckt haben will, läßt sich aus den ersten jedem Menschen angeborenen Ureigentums-Dokumenten auf das Sonnenklarste beweisen. Wie aber? Das wollen wir sogleich sehen.

3. Wieviel bedarf der erste Rechtskompetent im Menschen, der Magen nämlich, nach gerechtem Maße? Solches kann ein jeder mäßige Esser sicher genauest bestimmen. Nehmen wir an, ein mäßiger Esser braucht für den Tag drei Pfund Speise, was sich auf dreihundertfünfundsechzig Tage leicht berechnen läßt. Das ist sonach ein naturgerechtes Bedürfnis eines Menschen. Dieses Quantum darf er für sich alljährlich ersammeln. Hat er Weib und Kinder, so kann er für jede Person dasselbe Quantum zusammenbringen, und er hat da vollkommen seinem Naturrechte gemäß gehandelt. Einem starken Esser, der besonders schwere Arbeiten verrichten muß, sei das Doppelte zu ersammeln frei gestattet.

4. Wenn dieses allgemein beobachtet wird, da wird die Erde nimmer von einer Not zu sagen haben. Denn vom Herrn aus ist ihr fruchtbarer Flächenraum so gestellt, daß bei gehöriger Bearbeitung und Verteilung des Bodens zwölftausend Millionen Menschen völlig genügend ihren Lebensunterhalt finden können. Gegenwärtig aber leben kaum etwas über eintausend Millionen Menschen auf der Erde, und darunter gibt es bei siebenhundert Millionen Notleidende.

5. Worin liegt der Grund davon? Weil eben die Bedingungen dieses göttlichen Gesetzes, welches in der Natur eines jeden Menschen gegründet ist, nicht in die lebendige Ausübung gebracht werden.

6. Gehen wir aber weiter. Wie groß da ein Mensch ist, und wieviel er zur Bedeckung seiner Haut bedarf, läßt sich ebenfalls leicht bemessen. Es sei aber einem jeden Menschen gestattet, sich nach Beschaffenheit der Jahreszeit eine vierfache Hautbedeckung zu verschaffen. Das ist der naturgerechte Maßstab für die Ansammlung der Kleiderstoffe und Bereitung derselben. Ich will aber noch einmal so viel hinzufügen, was die Oberkleidung betrifft, und viermal so viel für die Unterkleidung, und das des reinlichen Wechsels wegen.

7. Wenn dieser Maßstab beobachtet wird, da wird es auf der ganzen Erdoberfläche keinen nackten Menschen geben. Aber wenn auf der Erde ungeheure Kleiderstoff-Fabriken errichtet sind, welche die Rohstoffe um erzwungene Schandpreise ankaufen, daraus dann eine zahllose Menge bei weitem mehr luxuriöser als nützlicher Kleidungszeuge fabrizieren, dieselben zumeist um himmelschreiende Preise an die dürftige Menschheit verkaufen, dann aber auch viele wohlhabende Menschen sich im Verlaufe von zehn Jahren, besonders weiblicherseits, mit mehr als hundertfachem Kleiderwechsel versehen – da wird dieses naturgerechte Ebenmaß auf das Allergewaltigste gestört. Gehen wir aber weiter.

8. Wie groß braucht denn ein Haus zu sein, um ein Paar Menschen mit Familie und der nötigen Dienerschaft ehrlich und bequem zu beherbergen? Gehet aufs Land und überzeugt euch, und ihr werdet sicher darüber ins klare kommen, daß zu einer gerechten und bequemen Beherbergung keine hundert Zimmer fassende Schlösser und Paläste erforderlich sind.

9. Was über ein solches Verhältnis ist, ist wider die Ordnung Gottes und somit wider Sein Gebot.

10. Wie groß muß denn ein Grundstück sein? Nehmen wir ein mittelerträgliches Land. Auf diesem kann bei mäßiger Bearbeitung, und zwar auf einem Flächenraume von tausend eurer Quadratklaftern, für einen Menschen selbst in Mitteljahren ein völlig hinreichender, ein Jahr dauernder Lebensbedarf erbeutet werden. Bei einem guten Boden genügt die Hälfte, bei einem schlechten Boden lassen wir das Doppelte vom Mittelboden für eine Person gelten. Soviel Personen sonach ein Familienhaus zählt, so oftmal darf es naturrechtlich diesen bestimmten Grundboden-Flächenraum in den Besitz nehmen. Wir wollen aber in unserem Ausmaße recht freigebig sein und geben für die Person das Doppelte und bestimmen solches auch vollkommen als naturrechtlich von Gott aus gebilligt. Wenn die Gründe so verteilt würden, so könnten ebenfalls über siebentausend Millionen Familien auf der Erdoberfläche ihr vollkommen gesichertes Grundbesitztum finden.

11. Wie es aber jetzt auf der Erde mit der Grundverteilung aussieht, so gehört der Grund und Boden den wenigen Grundbesitzern zu eigen. Alles übrige Volk ist entweder nur im Mit-, Unter- oder Pachtbesitze, und der noch bei weitem größte Teil des Volkes auf der Erde hat nicht einen Stein, den er seinem Haupte unterlegen könnte.

12. Wer sonach in was immer für einer Hinsicht über dieses jetzt gegebene Maß besitzt, der besitzt es gegen das göttliche und gegen das Naturgesetz widerrechtlich und trägt als solcher Besitzer die fortwährende Versündigung an diesem Gebote an sich. Diese Versündigung ist er nur dadurch zu tilgen imstande, daß er den möglichst größten Grad der Freigebigkeit besitzt und sich gewisserart nur als einen Sachwalter ansieht, seinen zu großen Besitz für eine gerechte Anzahl Nichtshabender zu bearbeiten. – Wie aber solches in diesem Gebote zugrunde liegt, wollen wir im zweiten Punkte dieser Nachbetrachtung ersehen. –

Kapitel 91 – Wer sündigt gegen die göttliche Urordnung des 9. Gebotes?

1. Fürs zweite drückt das Gebot selbst die weise Beschränkung des Sammel- und Verfertigungsrechtes offenkundig und handgreiflich aus. Wenn wir das im ersten Punkte bezeichnete verhältnismäßige Urgrundeigentümliche daneben zur Beschauung aufstellen, so deutet das 9. Gebot ja genau darauf hin, indem es ausdrücklich untersagt, ein Verlangen nach dem zu haben, was des andern ist.

2. Was ist also des andern? Des andern ist auf dem vom Herrn zum allgemeinen Unterhalte der Menschen geschaffenen Erdboden gerade so viel, als ihm sein naturrechtliches, von seinem Bedürfnisse abgeleitetes Maß gibt. Wer demnach über dieses Maß sammelt und verfertigt, der versündigt sich schon im ersten Grade tatsächlich wider dieses Gebot, indem in diesem Gebote sogar die verlangende Begierde schon als sträflich dargestellt ist.

3. Im zweiten Grade versündigt sich der Träge gegen dieses Gebot, der zu faul ist, sein ursprünglich gerechtes Sammelrecht auszuüben, dafür nur stets mit der Begierde umhergeht, sich dessen zu bemächtigen, was ein anderer urnaturrechtlich gesammelt und verfertigt hat.

4. Wir sehen daraus, daß man sich sonach gegen dieses Gebot auf eine zweifache Weise verfänglich machen kann, nämlich erstens durch eine übertriebene Sammel- und Verfertigungsgier, zweitens durch gänzliche Unterlassung derselben. Für beide Fälle aber steht das Gebot gleichlautend mit der weisen Beschränkung da. Im ersten Falle beschränkt es die übertriebene Sammel- und Verfertigungsgier, im zweiten Falle die Faulheit und beabsichtigt dadurch die gerechte Mitte; denn es drückt nichts anderes aus als die Achtung mit Liebe vereint für das naturgerechte Bedürfnis des Nebenmenschen.

5. Man wird aber hier entgegentreten und sagen: Es gibt in der gegenwärtigen Zeit überaus reiche und wohlhabende Menschen, welche bei all ihrem Reichtume und ihrer Wohlhabenheit nicht eine Quadratspanne Grundeigentum besitzen. Sie haben sich durch glückliche Handelsspekulationen oder Erbschaft in einen großen Geldreichtum versetzt und leben nun von ihren rechtlichen Zinsen. Was soll es mit diesen? Ist ihr Vermögen nach dem göttlichen Urrecht naturgesetzlich oder nicht? Denn sie beschränken durch ihren Geldbesitz keines Menschen Grundeigentum, indem sie sich nirgends etwas ankaufen wollen, sondern sie leihen ihr Geld auf gute Posten zu den gesetzlichen Zinsen aus; oder sie machen anderweitige erlaubte Wechselgeschäfte und vermehren dadurch ihr Stammkapital jährlich um viele tausend Gulden, wo sie nach dem Rechte des Naturbedürfnisses nicht den hundertsten Teil ihres jährlichen Einkommens zu ihrer guten Verpflegung bedürfen. Sie sind aber dabei nicht selten im übrigen sehr rechtliche, mitunter auch wohltätige Menschen. Verfehlen sich auch diese gegen unser neuntes Gebot?

6. Ich sage hier: Es ist das einerlei, ob jemand auf was immer für eine Art über sein Bedürfnis hinaus zuviel Geldschätze oder zuviel Grund besitzt. Das alles ist gleichwertig. Denn wenn ich so viel Geld habe, daß ich mir damit mehrere Quadratmeilen Grund und Boden als staatsgesetzlich eigentümlich ankaufen kann, so ist das ebensoviel, als wenn ich mir für dieses Geld wirklich so viel Grund und Boden zu eigen gemacht hätte. Im Gegenteil ist es sogar schlechter und der göttlichen Ordnung viel mehr zuwiderlaufend. Denn wer da so viel Grundeigentum besäße, der müßte dabei doch notwendigerweise einige tausend Menschen einen Lebensunterhalt sich mit verschaffen lassen, indem er für sich persönlich doch unmöglich einen so großen Grundbesitz zu bearbeiten imstande wäre.

7. Betrachten wir aber einen Menschen, der zwar keinen Grundbesitz hat, aber so viel Geld, daß er sich damit nahezu ein Königreich ankaufen könnte. Er kann dieses Geld im strengsten Falle allein nutzbringend verwalten, oder er braucht dazu höchstens einige wenige Berechnungsgehilfen, die von ihm einen im Verhältnis zu seinem Einkommen sehr mäßigen Gehalt haben, welcher oft kaum hinreicht, ihre Bedürfnisse, besonders wenn sie Familie haben, zu befriedigen.

8. Kein solcher Geldbesitzer aber kann sich mit der Art und Weise, wie er zu dem Gelde gekommen ist, entschuldigen, ob durch Spekulation, ob durch eine gewonnene Lotterie oder ob durch eine Erbschaft. In jedem Falle steht er vor Gott geradeso da wie ein Hehler neben dem Diebe. Wieso denn, dürfte jemand fragen?

9. Was heißt reich werden durch glückliche Spekulation? Das ist und heißt nichts anderes als einen rechtmäßigen Verdienst vieler wucherisch an sich reißen, dadurch vielen den rechtmäßigen Verdienst entziehen und ihn sich allein zueignen. In diesem Falle ist ein durch glückliche Spekulation reich gewordener Mensch ein barster Dieb. Bei einem Lotteriegewinne ist er es auf gleiche Weise, weil ihm der Einsatz von vielen allein zugute kommt. Bei einer Erbschaft aber ist er ein Hehler, der das widerrechtliche Gut seiner Vorfahren, die nur auf die zwei vorerwähnten Arten es sich haben zueigen machen können, ebenso für sich in Besitz nimmt. –

Kapitel 92 – Wuchersinn – das Verdammlichste vor dem Herrn.

1. Aber man wird sagen: Diese Bestimmung klingt sonderbar; denn was kann der Erbe dafür, wenn er das Vermögen entweder seiner Eltern oder sonstiger reicher Anverwandten staatsgesetzlich rechtlich überkommen hat? Sollte er für sich bei solcher Übereignung den naturgerechten Anteil berechnen, von dem Erbe nur so viel nehmen, als dieser Anteil ausmacht, und dann den anderen Teil an wen immer verschenken? Oder sollte er das ganze Vermögen zwar übernehmen, davon aber nur den ihm gebührenden Naturteil als Eigentum annehmen, den großen Überschuß aber entweder zur Unterstützung dürftig gewordener Faulenzer selbst verwalten oder solchen Überschuß sogleich zum Behufe wohltätiger Anstalten an die Vorsteher eben dieser Anstalten abtreten?

2. Diese Frage ist hier so gut wie eine, der man gewöhnlich entweder keine oder im höchsten Falle eine nur einsilbige Antwort schuldig ist. Sind denn das göttliche Gesetz und das Staatsgesetz oder die göttliche Weisheit und Fürsorge und die weltlichstaatliche Politik und sogenannte Diplomatik eines und dasselbe? Was spricht denn der Herr? Er spricht: „Alles, was vor der Welt groß ist, ist vor Gott ein Greuel!“

3. Was Größeres aber gibt es wohl auf der Welt als eine usurpierte Staatsgewalt, welche, von göttlicher Seite aus betrachtet, nimmer nach dem göttlichen Rate, sondern nur nach ihrer weltlichen Staatsklugheit, welche in der Politik und Diplomatie besteht, die Völker unterjocht, und ihre Kräfte zur eigenen prasserisch ausbeuterischen und konsumtiven Wohlfahrt benutzt?

4. Wenn es aber schon greuelhaft und schändlich ist, so irgendein Mensch nur einen, zwei oder drei seiner Brüder hintergeht, um wieviel greuelhafter vor Gott muß es sein, wenn sich Menschen mit aller Gewalt zu krönen und zu salben wissen, um sodann unter solcher Krönung und Salbung ganze Völker zu ihrem eigenen schwelgerischen Vorteile auf alle erdenkliche Art und Weise zu hintergehen, entweder durch die sogenannte Staatsklugheit, oder, so sich’s mit dieser nicht tun sollte, mit grausamer offener Gewalt! –

5. Ich meine, aus diesem Sätzlein läßt sich ungefähr mit Händen greifen, wie sehr die Rechte der meisten gegenwärtigen Staaten dem göttlichen gerade entgegenlaufen. Ich meine auch ferner, wenn der Herr zum reichen Jünglinge spricht: „Verkaufe alle deine Güter und verteile sie unter die Armen, du aber folge Mir nach, so wirst du dir einen Schatz im Himmel bereiten“, so wird dieser Ausspruch doch hoffentlich hinreichend sein, um daraus zu ersehen, welche Verteilung der irdisch reiche Mensch, wenn er das Reich Gottes ernten will, mit seinem Reichtume machen sollte. Tut er das nicht, so muß er es sich selbst zuschreiben, wenn ihn das nämliche Urteil treffen wird, welches der Herr über den traurig gewordenen Jüngling ausgesprochen hat, daß nämlich ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr durchkäme denn ein solcher Reicher in das Himmelreich! Wobei freilich wohl verdächtigermaßen der Umstand zu berücksichtigen ist, daß der Herr hier ein so höchst bedauerndes Urteil über einen Jüngling, also sicher über einen Erben ausgesprochen hat.

6. Man könnte hier füglich fragen: Warum mußte denn hier gerade „ein reicher Jüngling“, und warum nicht irgendein schon bejahrter Spekulant auftreten, an dem der Herr Sein ewiges Mißfallen an allem irdischen Reichtume kundgegeben hätte? Die Antwort liegt ganz nahe: der Jüngling war noch kein eingefleischter Reichtumsverwalter, sondern er war noch auf dem Punkte, von welchem aus solche Jugend gewöhnlich den irdischen Reichtum noch nicht gehörig zu würdigen versteht. Aus eben dem Grunde konnte er sich dem Herrn wenigstens auf eine kurze Zeit nähern, um von Ihm die rechte Weisung und den rechten Gebrauch seines Reichtums zu vernehmen. Erst bei der Erkenntnis des göttlichen Willens fällt er dann vom Herrn ab und kehrt zu seinen Reichtümern heim.

7. Also hatte der Jüngling doch dieses Vorrecht, eben als Jüngling, der noch nicht zurechnungsfähig war, sich dem Herrn zu nahen. Aber der schon eingefleischte, mehr betagte reiche Wirt, Spekulant und Wucherer stehen als Kamele hinter dem Nadelöhre, durch das sie erst schlüpfen müßten, um gleich dem Jünglinge zum Herrn zu gelangen. Also ist es einem solchen Reichen gar nicht mehr gegönnt und gegeben, gleich dem Jünglinge sich beim Herrn einzufinden. Für diese aber hat der Herr leider ein anderes sehr zu beachtendes Beispiel angeführt in der Erzählung vom „reichen Prasser“. Mehr brauche ich euch nicht zu sagen.

8. Wer von euch aber nur ein wenig denken kann, der wird aus allem dem mit größter Leichtigkeit finden, daß dem Herrn Himmels und aller Welten kein menschliches Laster so greuelhaft verächtlich war wie der Wucherreichtum und dessen gewöhnliche Folgen. Für kein anderes Laster sehen wir den Herrn über Leben und Tod allerklarst den Abgrund der Hölle erschaulich auftun als gerade bei diesem.

9. Sei es Totschlag, Ehebruch, Hurerei und dergleichen mehr, bei allem dem hat niemand vom Herrn auf der Erde erlebt, daß Er ihn darum zur Hölle verdammt hätte. Aber dieses Wucherlaster hat Er allenthalben sowohl beim Priesterstande wie auch bei jedem andern Privatstande auf das Allerdringlichste mit Wort und Tat gezüchtigt!

10. Wer kann gegenüber allen anderen menschlichen Vergehen dem Herrn nachweisen, daß Er über einen solchen Sünder Seine allmächtige Hand züchtigend erhoben hätte? Aber die Wechsler, Taubenkrämer und dergleichen mehr Spekuliergesindel mußten sich gefallen lassen, von der allmächtigen Hand des Herrn Selbst mit einem gewundenen Stricke aus dem Tempel geprügelt und gezüchtigt zu werden!

11. Wisset ihr aber, was das sagen will? Dies wahre evangelische Begebnis will nicht mehr und nicht weniger sagen, als daß der Herr im Himmel und aller Welten der abgesagteste Feind dieses Lasters ist. Bei jedem andern spricht Seine göttliche Liebe von Geduld, Nachsicht und Erbarmen, aber über dieses Laster spricht Sein Zorn und Grimm!

12. Denn hier verrammt Er den Zutritt zu Ihm durch das bekannte Nadelöhr, eröffnet ersichtlich den Abgrund der Hölle und zeigt in demselben einen wirklich Verdammten, spricht sich gegenüber den herrsch- und habsüchtigen Pharisäern also entsetzlich aus, daß Er ihnen deutlich zu erkennen gibt, wie da Hurer, Ehebrecher, Diebe und noch andere Sünder eher in das Reich Gottes eingehen werden denn sie.

13. Endlich ergreift Er im Tempel sogar eine züchtigende Waffe und treibt schonungslos alle die wie immer gearteten Spekulanten hinaus und bezeichnet sie als Mörder des göttlichen Reiches, indem sie den Tempel, der eben das göttliche Reich vorstellt, zu einer Mördergrube gemacht haben.

14. Wir könnten dergleichen Beispiele noch mehrere anführen, aus all denen sich entnehmen ließe, ein wie überaus abgesagter Feind dieses Lasters der Herr ist. Aber wer nur einigermaßen zu denken vermag, dem wird dieses genügen. – Bei eben dieser Gelegenheit können wir noch einen kurzen Blick auf unser neuntes Gebot machen, und wir werden aus diesem Blicke ersehen, daß der Herr bei keinem anderen menschlichen Verhältnis, bei keiner andern selbst verbotenen Gelegenheit und Tätigkeit sogar das Verlangen beschränkt hat wie eben bei dieser Ihm mißfälligsten wucherischen Gelegenheit.

15. Überall verbietet Er ausdrücklich nur die Tätigkeit, hier aber schon das Verlangen, weil die Gefahr, welche daraus für den Geist erwächst, zu groß ist. Es zieht den Geist völlig von Gott ab und kehrt ihn gänzlich zur Hölle. Das könnt ihr auch daraus ersehen, daß ein jeder andere Sünder nach einer sündigen Tat eine Reue empfindet, während der reiche Spekulant über eine glücklich gelungene Spekulation hoch aufjubelt und triumphiert!

16. Das ist der rechte Triumph der Hölle, und der Fürst der Hölle sucht daher die Menschen vorzugsweise auf jede mögliche Art mit Liebe für den Weltreichtum zu erfüllen, weil er wohl weiß, daß sie mit dieser Liebe erfüllt vor dem Herrn am abscheulichsten sind und Er Sich ihrer darum am wenigsten erbarmt! – Mehr brauche ich euch darüber nicht zu sagen.

17. Wohl jedem, der diese Worte tief beherzigen wird, denn sie sind die ewige unumstößliche göttliche Wahrheit! Und ihr könnet es über alles für wahr halten und glauben, denn nicht eine Silbe darin ist zu viel, eher könnt ihr annehmen, daß hier noch bei weitem zu wenig gesagt ist. Solches aber merke sich ein jeder: Der Herr wird bei jeder anderen Gelegenheit eher alles Erdenkliche aufbieten, bevor er jemanden wird zugrunde gehen lassen, aber gegenüber diesem Laster wird Er nichts tun, außer den Abgrund der Hölle offen halten, wie Er es im Evangelium gezeigt hat. Dieses alles ist gewiß und wahr, und wir haben dadurch den wahren Sinn dieses Gebotes kennengelernt. Und ich sage noch einmal: Beherzige ein jeder dies Gesagte wohl! – Und nun nichts mehr weiter. Hier ist der zehnte Saal, und so treten wir in denselben ein!

flagge en  COMMANDMENT 9… You shall not covet, what is your neighbor’s

   

COMMANDMENT 9… You shall not covet, what is your neighbor’s

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101).
The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Explanation of the 9th Commandment

Chapter 87

1. We are already in the ninth hall and look again at our round table, on which is written:

2. You should not long for what is your neighbor’s, neither for his house, nor his ox, nor his donkey, nor his land, nor for everything that grows on it.

3. If we look at this commandment, we must evidently lose ourselves in the same judgments and undergo the same criticism that we have already met in the seventh commandment. For here again there is talk of property, and according to it, one should not have any desire for what one or the other was legally externally appropriated to own.

4. Who could not at once come back to the question and say: How could this commandment be given to the Israelite people in the wilderness, where there is no one who possesses a house, an ox, a donkey, nor any land or seed? One would have to imagine this property among the Israelite people. And at the most it could mean: If your neighbor imagines that he has something, then you should not imagine that you should have something similar, or even the imagination of your neighbor, to have it as if it were seriously your property or as if you want to actually own it.

5. I think that not many critical judgments will be needed here to see the utmost airiness of such a command at first sight. A commandment must always be there only for some assurance of a fixed reality, the loss of which must be something every one of them must have. But what would an air-castle architect lose to another air-castle architect, who would take the unlawful audacity of his fellow air-castle builder seriously. I think the weighing of such enormous damage would require a very fine, even ethereally spiritual scale to measure. If, according to the opinion of a certain sect on earth, the Archangel Michael is seriously endowed with such instruments, I am firmly convinced that he certainly does not lack such a very delicate weight-measuring instrument.

6. I have here only said this in order to accentuate the utter voidness of a purely imagined possession. If it is then so, then why such a commandment, which can certainly not uphold any security of the property of another, where no one has anything in the likeness of property, after which one should not desire, according to this commandment?

7. But one will argue here and say: The Lord has foreseen that, over time, men will create a right of ownership among themselves, and in this regard has already made in advance a command by which a future human property is secured and no one has a mutual right to be allowed to disown the property of his neighbour in whatever way. That would be a nice conclusion! I think Divine love and wisdom could not easily be inflicted more dishonor than with such judgment.

8. The Lord, who surely will advise every human against acquiring anything on earth; the Lord, before whom every earthly wealth is an abomination, should have made a commandment for the purpose and favor of greed, self-love, of usury and avarice, a commandment for the sure awakening of mutual envy?

9. I think it will not be necessary here to spend any more words; for the absurdity of such an exegesis is too obvious to anyone’s eyes to require a long and broad discussion.

10. However, in order to make the case palpable for the blindest, I ask every law-abiding lawyer: What is the basis for the right of ownership? Who gave the first person the property right of a thing? Take for instance a dozen immigrants in an uninhabited land. They find it and settle there. According to which ownership and ownership certificate can they take possession of such a land and settle there as legitimate owners?

11. I already know what they will say here: whoever comes first has the basic right. Well, I say, who then has more or less the right to the found land than the twelve immigrants? It will be said: Strictly speaking, the first instigator of the emigration, or the one who had at first seen this land from the deck of a ship, has the most right. Well, what advantage does the initiator have above the others? If they had not moved with him, he would certainly have stayed home. What has the first seer more than the rest? That he might have sharper eyes than the others? Should this advantage, which only benefits him, be a disadvantage to the others? That would be a rather unfair. So surely all twelve must have equal ownership of this found land.

12. But what do they have to do to realize their equal ownership of this land? You will have to divide it into twelve equal parts. But who does not see the coming quarrels at this division of the first land pieces? For surely will A say to B: Why must I take possession of this part of the country, which in my judgment is obviously worse than yours? And the B will reciprocate for the same reason: I do not see why I should swap my land part for yours. And so we can let our twelve colonists divide the land for ten years, and we will not see that the division will be all right.

13. But would these twelve agree among themselves and make the land a common property; can there then be a commandment to secure property among the twelve? Can one take away something from the other, if the whole country belongs to all, and thus also its products, all of which everyone can take as he pleases, without billing the other for it?

14. In the first case one sees here that originally, a creation of property rights is not easily conceivable. To see that this really is the case, you only have to look to the first settlers of certain areas of your own country, like the so-called Herren-Kloster clergy, who were in a sense the first settlers of this region. If they would be content with division and considered it good, they would certainly not have formed a common good.

15. In short, we can do what we want, but we cannot find any original ownership anywhere. And if somebody comes with his fundamental right, I ask whether one should kill the descendant at the moment of his appearance in the world, or let him slowly starve to death? Or should he be driven out of this country? Or leave him to the mercy of the landowners, but at the same time immediately protect them against him by means of the latest laws?

16. I think it would be fair to ask on what grounds such a descendant can, from the moment of his arrival, be made a scapegoat with regard to the right of land ownership, while the first arrivals could not sin against each other in this? Which lawyer can prove such behavior to me as legally valid? I mean, one would only be able to prove this if you have a satan as a lawyer; for every man, who thinks only reasonably well and fairly, would find such a legal proof impossible.

17. But I can already see that it will be said that in the first colonization of a country there can be no reciprocal property right between the colonists, especially if they have mutually compensated for the common property. But between colonisations, out of which came the first formations of states, the ownership right certainly occurs as soon as they have established each other’s right of existence.

18. Well, I say, if that is the case, then each colony must have original property rights. But how can they, since they only received a right of usufruct from the Lord, but no right of ownership?

19. The right of use has its certificate in the stomach and on the skin. But where does the right of possession express itself, especially when one considers that every human being, whether native or foreign, carries in his stomach and on his skin the same Divine legal right of use as the native does? If one says: The right of ownership has its origin in the rights of use, then this sentence certainly removes any special fortune, because everyone has the same right of use. But if one reverses the matter and says: Ownership gives you first the right of use, because one cannot say anything other than the old legal word: “Potiori jus”, which in other words means as much as: Kill so many usufruct owners by the power of your fist, that you alone can be complete master of a piece of land.

20. Should some foreign usufruct owners still have the appetite to dispute your fought for possession according to their Divine right of use, then beat them all to death or use them, at least in a better scenario, as taxable subjects, so that they may, on your conquered possession, work for you in the sweat of their faces, that you may grant them their right of use according to your discretion. Step up whoever will, and grant me another right of possession; indeed I will surrender all my bliss to him, and I want to be made the most needy citizen on earth for it! Who, from the Divine side, can justify this war? What is he? Nothing but a most brutal coup d’état, taking the right of use from the people and forcibly introducing a right of possession, that is, to destroy the Divine right and to introduce a hellish one in its place.

21. Who then could expect a law from God which would abolish the original Divine Law of Utilization, which was clearly documented in everyone’s being, and replace it with divine power and authority, with a law of hellish right of property? – I think the absurdity of this assertion is even bright and clear for a completely blind man and can be grasped with gloved hands.

22. But from this it is clear that this law must certainly have a different meaning from that of men, where it only secures possession. As Divine law, it must also be valid in all heavens from the depths of the Divine order. But where does anyone in heaven own houses, oxen, donkeys and fields? Heaven is full of usufructuary rights, and the Lord alone is the owner. We therefore want to move on to the right meaning of this law.

Chapter 88

Reflections on the ninth commandment

1. However, before we give the full explanation, it will be necessary to make a few remarks in order to shut up the mouths of many juridical wolverines and outraged international law publishers. For they would be able to derive the right to ownership from the collection rights, by which they would apparently be able to win the case against us. Therefore, we want to entrench ourselves on this point.

2. However, it is not to be denied that everyone must have the right of collection before any rights of use. Because, before someone picks up and prepares something with his hands and his strength, he cannot assert his right of use. That’s right, before anyone wants to put an apple in his mouth, he has to pick it from the tree or the ground.

3. For the “collection right” he also has several Divine documents. Certificate No.1 is the eyes. With these he has to look where something is. Certificate No.2 is the feet. With these he has to move to where something is. Certificate No.3 is the hands. With these he has to reach out and take something. So according to this deed, the man has before the Lord the lawful right to collect as an undeniable property.

4. But could it not be said here: is not the collected material then completely the property of the one who, according to his Divine right of collecting, has collected it for his use? Now does another have the right to judge his hands or desire by what his neighbor has gathered? Because one right obviously depends on the other. If I have the natural right of use written by the Creator in the stomach and on the skin, then I must also have the right to collect, because without the right of collection, I cannot satisfy the right of use.

5. But what good is the collection right if it does not secure the bite I bring to my mouth? Because, since everyone has the right to take the apple, which I have picked up with my hand according to my collection right, out of my hand, because he is too comfortable to pick one up, I must obviously forgo my right of use and must starve, whether I like it or not.

6. It is thus necessary that the collection right would at least demand the property right regarding what one has collected, otherwise no right of use could honestly be reasonably thinkable.

7. The right to collection is connected with the right of preparation and production is combined with the collective right. If I would not be allowed to assert the full right of ownership over what I have prepared and produced, then all activity is in vain, and I am compelled, firstly, to consume all the edible things in secret, and, secondly, to always go about naked. Because if I make myself a garment and another, which is too lazy for this work would take it away from me according to his right of use, then the question is: what would be the case with my right to use?

8. If I build a house in a colder area and have no ownership rights according to the right to collect and produce, then the next best company can drive me out of the house and exercise my own right of use in my place.

9. From this, however, it can be seen that, with the natural right of acquisition, a certain prerogative of property rights should be granted to the actively producing person, without which such a property right, taken and considered as is, the existence of a human society is not even remotely conceivable.

10. If, however, the right to collect and prepare are admitted as completely valid, then a piece of land, on which I have cultivated a seed, like a tree which I have planted and refined, must also have been prerogatively considered to be my property.

11. But ask further: who grants me such a right at the planting of a colony? The matter is easy to explain. The colonists choose from their midst one void of greed and wise leader. They grant him the rights to divide and distribute and thus also the responsibility to protect, under mutual oath swearing, as insurance for the maintenance of and compliance to his decree. Because of this assurance, one or the other rebel would be called to order by these order-abiding brothers on behalf of the leader. The how and the means does not matter, for these can and must be first determined according to the degree of the rebellion and then executed.

12. Who does not immediately see the submission and the first monarchical foundation of a state? Also, who does not also see that, as soon as the right to collect, and the right of acquisition and preparation is systematically connected with a prerogative right of property, nobody can be limited to the right of collection, acquisition and preparation on his property granted to him. On the contrary, the chief executive must only endeavor to encourage his subjects to collect and produce as much as possible on their possessions. And the more one acquires by diligence on his property, the more pleasant a situation he creates for himself, and the less limited becomes his rights of use.

13. However, once this right of ownership has been ascertained to secure the right of collection, acquisition and use, this right inevitably leads to the right of hatred; for without this right, no one is the rightful owner of the property he has received from the leader.

14. But this hate-law first requires a precise survey of the property. Once the borders have been determined, only then can any owner make use of the hate rights or the rights of defense of his property.

15. But this hate right is not feasible without authorized guardians. So we have to set up military men, who have the unlimited right to secure everyone’s borders. You must therefore have the right of execution, that is, a criminal or punishment right. But who should guide these military men? Certainly none other than the head of the entire colony.

16. Here, therefore, we have necessarily the emergence of the military state, but at the same time also the determination of an unlimited power of the leader, who can now already command the military men and sanction his commandments.

17. Have we brought it so far, who can still stand there and say: The present state constitutions are not based on this Divine right? Yes, it is all right for a critic, only he cannot yet understand the overarching right of ownership of the monarch. But I say: If one has proved the former in such a way, which was far more difficult, then the right of ownership of a monarch beside it can be proved with a sleeping hood on. We shall see.

18. If, on the part of the leader’s executive wisdom, the right of property is properly in place and the leader has an army at his disposal, capable of guarding the colonists’ possessions, does the leader not have a twofold right to say to the colonists: I am in your midst, have provided for you through my wisdom, and you have made me the leader because you have recognised me as the least greedy man among you.

19. Therefore, I have fairly distributed the land among you, and now protect your property with my wisdom and with the wisely-led military men. But in the distribution I have completely forgotten myself due to my lack of greed. But you will surely see, if you would have need of my continual wise direction, that I cannot live off air. After that, what am I supposed to have for my maintenance in order to live? I have no time for collecting, because I have to use my time to constantly reflect on how your property needs to be continually secured.

20. So you will see that a faithful worker is worth his reward. That’s why I’m declaring that you agree to support me out of your secured supply. I can claim this from you even more rightfully, since the preservation of your mutual right of ownership depends only on my consideration. In addition to my protection, however, the support of the army, which secures your property, is also necessary, for they too, do not have time to work, by keeping your borders in good order.

21. Your own salvation and well-being must therefore make it clear to you that I and the army are unlike you, unable to work, and that each of you therefore should agree to pay me a certain amount of tax for his own benefit.

22. This announced demand seems completely legal and reasonable to all colonists, and they are content with the regulation. In this way, the chief executive has already asserted his first natural, if not supreme, yet co-owned right of all the settlers.

23. But there is such a small gap between co-ownership and the overruling right of ownership that even the smallest child can get a hold of this concept. The boss just needs to say: My dear colonists! It is not unknown to you that another colony has settled over against us. In order to protect us from it, you must give me the unqualified right in everything, so that I can act as your leader in case of emergency, as the main owner of your property, and in such a case can secure the external borders according to my wise insight. I must have the right, in your name, for your own benefit, to negotiate with a foreign nation if it would be more powerful than us.

24. You should also, being colonists who is in need of my guidance, understand what is easy to understand, that I as your leader, must have a permanently built place in your midst in which I can protect and preserve myself, above all for your preservation. But it is not enough for my well-justified security that you build me a dwelling-house, but in order to build my dwelling house, other dwellings have to be erected in order to accommodate the army, who are only dependent on my leadership. In other words, you must build for me in your midst a permanent home (residence) in which I am fully secure, both from strangers and from your own possible attacks.

25. Here we see with great clarity how the monarch necessarily declares himself the landlord of a country. But that was not enough. We want to hear other reasons as well, from the mouth of the founder himself, for he continues to speak:

26. My dear colonists, the indisputable reason for the establishment of a permanent place of residence for me in your midst, I have shown to your insight. So you have the first reason. But listen to me: The land is vast; it is impossible for me to be everywhere myself. Therefore I want to audit you and I will distribute out of you the wisest ones as my officials and deputies all over the country. These proxies you will then owe the same obedience as unto me, for their own benefit.

27. If, however, one or the other subjects under my wise management has been accused of alleged injustice by these my chosen officers, then shall everyone have the right to bring his complaint to me, where he can then be assured that the case will be attended to with perfect justice. On the other hand, for your own benefit, in order to prevent all disputes, you must give me the most faithful and conscientious assurance that you willingly follow my final judgment without the slightest further refusal. In the opposite case, for the good of all, I must also be assured of the indisputable right by all, to deter a rebellious person to defy my final judgment by means of a chastising force in order to obey my will. If all this is done in order, then you will become a truly happy people!

28. Here we see a second step, derived from all former things: Firstly, the sole rule, and secondly, the sole possession of the whole country. And so, in this way, we would have irrefutably displayed the first reason, which was completely grounded in the nature of the matter. This reason can be called the natural, derived from human society. But somebody will say that all this is in and of itself just as true to nature, as surely and certainly the man needs the eyes to see and the ears to hear. We look at these colonists, who are still very crude, and find them to be most zealous and fully obedient to their leader.

29. Yet, exactly from this obedience, the colonists begin to feel increased fear for their leader. And in this fear, one and the other soon ask each other: why is it that among all of us this man is so clever, and we are all to be regarded as true fools compared to him? This question, so small and inconspicuous as it appears at the beginning, is of extraordinary importance, and in its answer is expressed the inviolable official signature to the autocracy and of the sole property right of a monarch. That sounds weird, some might say in advance. Have just a little patience, and we’ll see it in another light right away!

Chapter 89 – The inner sense of the ninth commandment

1. See, until now we have seen everything develop from the natural ground; but up till now there has been no higher divine sanction on any ground, by which man alone on earth, especially in his simple state of nature, is led to the inviolable consideration of all that has been imposed upon him by his leader as a duty.

2. The wiser such a primitive monarch initially guides his people, and the more the people are persuaded that the leader is really wise because of his successes, the more they will begin to ask each other: wherefrom is his wisdom and wherefrom our stupidity? The people still know very little or nothing about God, but the leader still has more or less good ideas about Him.

3. What should he now do, if the people who are naturally organized as well as possible, approach him now with such questions from all sides? He summons the more capable, proclaiming to them a supreme being who has created everything and directs everything. Then tell them, in answer to their varied questions, that he receives the wisdom to guide directly from this supreme being. He shows them, with the greatest ease, the undeniable existence of a supreme, all-creating, sustaining, and governing deity, and that this deity only bestows the deep wisdom to whom he has designated to be the beatific leadership of the people.

4. This then means something like: “By the grace of God,” or as with the Romans: Favente Jov. ” Once this step has been taken, the sole ruler and the sole owner is ready to go, and now sits perfectly safe in his center of power, supported by a powerful natural, and even more powerful spiritual necessity.

5. Anyone who has thoroughly gone through all this must finally say: Surely not one atom of this can be criticised, because everything is so closely connected with the first natural-legal records of every human being that one would not dare to split the thinnest thread in order to destroy a happy human society down to its innermost foundations. You can take away anything you want, the defect will soon be visible in the first natural principles of every human being.

6. But if, then, the matter is as such, it follows as clear as sunshine from that, that the Lord of Heaven and the earth, through this ninth commandment, has set up nothing but the complete safeguarding of the particular property for the maintenance of the first principles of natural law. And so there can be no other meaning behind the commandment than what His words signify.

7. For if one wants or is in a position to subject this commandment to any other meaning, then one abrogates the main reason of the first natural-law bourgeois association sanctioned by a supreme being. Ownership, when lifted, necessarily removes the original documents of each person, and no one can collect and make anything more. If he cannot do that, his stomach and his skin go under, and man will be worse off than any animal. With the removal of the literal meaning of this commandment, one takes away in advance every leading chief, and humanity stands in its first wild and chaotic state of nature, sunken beneath the animal kingdom.

8. That’s right, my dear friends and brothers. So far we have seen that through the representation of the inner spiritual sense, the external, natural sense in its just external effect has nowhere been violated. We have also seen that through the ignorance of the inner sense, a given commandment is observed with either very great difficulty, not seldom only for a third part, or not at all.

9. But if a commandment is recognized according to the inner senses, then the natural observance results automatically, especially when someone puts a good seed into the soil. Then the fruit-bearing plant will develop out of it, without the human being having to apply any manipulation to it at all.

10. And so it is with this commandment. If it is recognized and observed inwardly, then everything external, which touches on the sense of the letter, is itself of the good Divine order. But if this is not the case, one sticks only to the external senses, then one thereby negates all legitimate documents of man. The rulers become tyrants and the subjects miserly and usurers. The skin of the gentle is stretched over the military drum or the good-natured donkeys of subjects become the malicious tools of the powerful and usurers.

11. The consequences of this are full-scale uprisings, revolutions, state upheavals and destruction, mutual bitterness among peoples, and then protracted bloody wars, famine, pestilence, and death.

12. What, then, is the meaning by whose observation all peoples must find their indestructible temporal and eternal happiness? In short, it is as follows:

13. Respect one another out of true, mutual brotherly love, and do not envy one another, if one would be given more grace by Me, the Creator, because of his greater love. The one who received grace, however, should let the benefits coming from it benefit all his brothers as much as possible, and so you will thereby establish among you an eternal life-bond, which no power will ever be able to destroy!

14. Who does not immediately recognize that in this explanation of the commandment, not a tick of the literal sense is disregarded. And how easy is this commandment, of course, to think about when one observes it spiritually. Because he who respects his brother in his heart, will also pay respect to what he collected and produced. The spiritual observation of this commandment avoids all usury and all exaggerated selfishness, but only find its sanctioned representative or advocate only in those adhering only to the literal sense. A little review will put this all in the clearest light.

Chapter 90 – Blessings of wise limitation

1. In everything, as well as in the commandment, it is by no means stated as sinful or faulty in spirit or nature, for someone to acquire the things collected and made with his hands for his needs; and to such a degree that his neighbor does not have the right to deny him such ownership in whatever way. On the contrary, everyone in it finds only a perfect guarantee of their legally acquired property.

2. But in everything that is said, as in the commandment itself, a wise limitation in the right to gather is offered to everyone. But that the commandment seeks to achieve this in the natural sense, and is meant to be like this even from the Divine order, is most easily visible from the primordial property birthright of every human being. But how? We shall immediately see.

3. How much does the first legal expert in man, the stomach, need according to fair measure? This can certainly be determined by every moderate eater. Suppose a moderate eater needs three pounds of food for the day, which is easily calculated over three hundred and sixty-five days. This is therefore a natural need of a human being. He is allowed to collect this quantity every year. If he has wife and children, he can gather for each person the same quantity, and he has acted completely in accordance with his natural rights. A strong eater, who has to do particularly heavy work, is allowed to collect twice as much.

4. When this is generally observed, the earth will never have to speak of need. For the way the Lord has organized the fertile land area, twelve thousand million people can make an abundant and proper living with proper cultivation and distribution of the land. At present there are hardly any over one thousand million people on earth, and among them there are seven hundred million people living a life of great need.

5. What is the reason for that? Because the very conditions of this Divine law, which is founded in the nature of every human being, are not brought into living practice.

6. Let’s go further. How tall a man is, and how much skin he needs to cover, can also be easily measured. But every human being is allowed to obtain a fourfold covering of the skin according to the season. This is the natural standard for the accumulation of the clothing materials and their preparation. But I want to add once again so much to the upper clothing, and four times more to the underwear, and that for the sake of a clean change.

7. If this measure is applied, there will be no naked human on the whole surface of the earth. But if tremendous garment factories are built on earth, which buy the raw materials with enforced shameful prices, then make an innumerable quantity of more luxurious than useful clothes, and sell them mostly at ridiculous prices to paltry humanity, as well as to many affluent ones, then in the course of ten years, especially the women, people are provided with more than a hundred-fold change of garb – thus, natural proportion is utterly disturbed and of a thousand million people at least six hundred million have to walk around naked. Let’s go on.

8. How big does a house really need to be to comfortably accommodate a couple of people with family and necessary servants? Go to the countryside and see for yourself, and you will surely come to the realization that a just and comfortable accommodation does not require castles and palaces with a hundred rooms.

9. Anything exceeding such proportions, is against the order of God and therefore against His command.

10. How big must a property be? Take a mediocre producing country. On this, with moderate work, and on a surface area of one thousand square klafter (1’000 Klafter² = ~3’600 m²), even with a mediocre yearly harvest, a perfectly sufficient provision for a whole year can be produced. With good soil, half of that is enough, with bad soil, the amount per person can be doubled. The size of land accredited for possession according to natural law, depends on the number of people living in a family house. But we want to be generous to the utmost extent and give twice as much for each person and determine it as being fully approved of God as a natural law. Even if the lands were distributed in this way, more than seven thousand million families on the surface of the earth could also find their fully secured land property.

11. But the present state of affairs on the earth regarding basic distribution is that the land belongs to a few landowners. All the rest of the people are either co-owning, under lease or leased out, and the vast majority of the people on earth do not have a stone to support their heads.

12. Therefore, anyone who possesses more than this given measure, possesses it against the Divine and natural law, and, such a possessor perpetually sins against this commandment. He can redeem this sin only by possessing the greatest possible degree of generosity, and in a manner of speaking only as a guardian, to work his too-large possession for a fair number of homeless people. But how this is foundational to this commandment, we will see in the second point of this reflection.

Chapter 91 – Sin against the Divine order of the ninth commandment

1. Secondly, this commandment itself expresses the wise limitation of the right to collect and produce quite obviously and palpably. If we place the relative primordial property from the first point of observation adjacent to it, the ninth commandment points precisely to this by expressly forbidding to have a desire for what is the other’s.

2. So what is the other’s? The other’s is, on the ground the Lord has created for the sole maintenance of man, as much as there is given to him by his measure of natural law, derived from his needs. Anyone who collects and manufactures more than this measure, in fact, even in the first degree, sins against this commandment, for in this commandment even the yearning desire is already shown to be criminal.

3. In the second degree, the lazy sins against this commandment, who is too lazy to exercise his original right of collecting, but only with the desire to gain possession of what another constitutionally collected and manufactured.

4. We see from this that one can thus make oneself guilty against this commandment in a twofold manner, namely firstly, by an exaggerated want of collecting and processing, and secondly, by omitting it altogether. For both cases, however, the command is the same as the wise restriction. In the first case it restricts exaggerated collecting and processing greed, in the second case laziness, with the intention of finding the just middle road; because it expresses nothing else than the respect united with love for the natural needs of the neighbor.

5. But one can oppose here and say that there are presently many rich and wealthy people who, with all their wealth and riches, do not possess a square foot of country property. They have come into a wealth of money through lucky trading speculation or inheritance and now live on their legal interest. What to do about these? Is their property according to the Divine right of natural law or not? For by their possession of money they do not restrict human property by refusing to buy anything anywhere, but they lend their money to good places against the legal interest; or they make other permissible exchange transactions and thereby increase their capital share by many thousands of guilders annually, where they do not need the hundredth part of their annual income for their good food, according to the right of natural need. But they are not uncommonly very just, sometimes even charitable people. Do these too, fail against our ninth commandment?

6. I say here: It does not matter, whatever it is, for a person to possess beyond his need, or to have too much money or too much land. It is all the same. For if I have so much money that I can buy myself a few square miles of land as estate property, that is just as much as if I had really made so much land for this money. On the contrary, it is even worse and much more contrary to Divine order. For whoever possessed so much land property, would necessarily have to be able to provide a living for a few thousand people, since he personally would not be able to handle such a large land property.

7. But consider a man who does not have property, but so much money that he could almost buy a kingdom with it. He can manage this money profitably only in the strictest case, or he needs at the most some accounting assistants, who will receive from him, in comparison with his income, a very moderate salary, often hardly enough to satisfy their needs, especially if they have a family.

8. But no such money-owner can excuse himself with the way he has made the money, whether by speculation, by winning a lottery, or by inheritance. In any case, he stands before God like a receiver next to a thief. How, you may ask?

9. What does becoming rich through lucky speculation mean? That is, and means, nothing other than acquiring for himself the legitimate merit of many usuriously, thereby depriving many of the legitimate merit and appropriating it for himself. In this case, a man who has become rich through lucky speculation, is a barbarous thief. In lottery winnings, he is the same, because he acquires what is to be used by many, for himself. In the case of an inheritance, however, he is a stooge who also takes possession of the unlawful property of his ancestors, who could only claim it by the two aforementioned ways.

Chapter 92 – Usury, the most damnable before God

1. But one will say: This provision sounds strange; How can the heir be at fault for inheriting the property of either his parents or other wealthy relatives? Should he, in such a transfer, calculate the natural portion, take that portion from the inheritance, and then give the other part to some random person? Or should he accept all this fortune, but accept only the part of nature which he deserves as his property, or manage the great surplus himself to support lazy idlers, or perhaps surrender such surplus to charity organizations, or the directors of charitable institutions?

2. This question is about as good as one that is usually worth no, and rarely only worth a monosyllabic answer. Are the Divine law and the law of the state, or the Divine wisdom and care, and the secular state politics and so-called diplomacy, one and the same? What does the Lord say? He says: “Everything that is great in the world is an abomination before God!

3. But what is greater in the world than an usurped state power, which, viewed from the Divine side, never submits to the Divine counsel, but only to its secular state wisdom, which consists of politics and diplomacy; and uses their powers for their own exploitative and consumptive welfare?

4. But if it is abominable and disgraceful if any man deceives only one, two or three of his brothers, how much more abominable before God must it be when men know how to crown and anoint a man with all their might, and then under such coronation anointing, deceive entire peoples in all imaginable ways for their own revelry advantages, either by the so-called state wisdom, or, should it not do, then with cruel open force!

5. I think that from this little sentence, one can almost grasp the extent to which the rights of most of the present states handle their affairs contrary to the Divine. I also think that when the Lord said to the rich youth: “Sell all your goods and distribute them among the poor, then follow Me, and you will prepare for yourself a treasure in heaven”, hopefully this statement will suffice to learn what kind of distribution the earthly rich man, if he wants to reap the kingdom of God, should do with his wealth. If he does not do that, then he must ascribe it to himself when the same verdict which the Lord has pronounced over the young man who has become sad, will be pronounced over him: that a camel would be able to get through the eye of a needle more easily than would a rich man be able to enter the kingdom of heaven! Of course, the circumstances must be taken into account that the Lord here has pronounced such a highly regrettable judgment over a young man, who was also certainly an heir.

6. One might ask: Why did “a rich young man” have to appear here, and why should not some old speculator have appeared before whom the Lord had made known His eternal displeasure with all earthly wealth? The answer is very close: the young man was not yet a diehard wealth manager, but he was still at the point where such a youth usually does not properly appreciate the earthly wealth yet. For just this reason he could at least approach the Lord for a short time in order to hear from him the right direction and the right use of his wealth. It is only when he realizes the Divine will, that he then falls away from the Lord and returns home to his riches.

7. So the youth had this privilege, as a youth who was not yet liable, to approach the Lord. But the already inveterate, old-aged rich landlords, speculators and usurers, stand as camels behind the eye of a needle, through which they would have to squeeze in order to reach the Lord like the young man. So it is no longer easily granted to such a rich one, like unto the young man, to meet the Lord. For these however, the Lord has unfortunately cited another very important example in the story of the “rich glutton.” I do not need to tell you more.

8. But whoever of you can think only a little, will with the greatest ease find out that no human vice is as contemptible to the Lord of heaven and all worlds as wealth acquired through usury and its usual consequences. For no other vices do we see the Lord of life and death very clearly open up the abyss of hell as with this one.

9. Be it manslaughter, adultery, harlotry and the like, in all this, no one on earth has seen the Lord condemning him to hell. But this sin of usury, He has punished with word and deed in the most urgent manner, both with the priesthood and with every other privileged classes!

10. Who can prove to the Lord, in the face of all other human offenses, that He has raised His almighty hand over such a sinner? But the money-changers, pigeon-merchants, and such kind of speculators, had to submit to being beaten and chastised with a tortuous rope from the temple by the omnipotent hand of the Lord Himself!

11. But do you know what that means? This true evangelical endeavor will say no more and no less than that the Lord in heaven and of all worlds is the greatest sworn enemy of this vice. In every other, His Divine love speaks of patience, forbearance, but over this vice, He pronounces His anger and wrath!

12. For here he hinders entrance to Him through the well-known eye of the needle, evidently opens up the abyss of hell, and shows in it a truly damned one, speaks up frightfully against the rule-hungry and greedy Pharisees, clearly showing them how fornicators, adulterers, thieves and other sinners are more likely to enter the kingdom of God than they are.

13. Finally, He even takes a chastening weapon in the temple and ruthlessly drives out all the speculators of any kind and calls them murderers of the Divine kingdom, turning the temple, which represents the Divine kingdom, into a dungeon of murder.

14. We could cite several such examples from all those who could be inferred that the Lord is the supreme enemy of this vice. But for whoever is able to think reasonably, this will be enough. On this very occasion we may take a brief look at our ninth commandment, and we shall see from this view that the Lord has not limited the desire in any other human relation, nor in any other self-forbidden opportunity and activity, as in the case of this most detestable opportunistic usury.

15. Everywhere He expressly forbids only the activity, but here already the desire, because the danger which arises therefrom for the spirit is too great. It totally withdraws the spirit from God and turns him completely to hell. You can also see this from the fact that every other sinner feels repentance for a sinful deed, while the rich speculator celebrates and triumphs over a happy successful speculation!

16. This is the true triumph of hell, and the prince of hell, therefore, seeks by preference to foster in mankind in every possible way, love for the wealth of the world, because he knows that they who are filled with this love, are most repugnant unto the Lord and that they receive the least mercy! – I do not need to tell you more about that.

17. Good for everyone who will heed these words deeply, because they are the eternal irrefutable Divine truth! And you can know it to be true and believe it, because not one syllable in it is too much, rather you can assume that there is far too little said. But everyone should remember this: the Lord will employ every possible means at every possible occasion, before he will let anyone perish, but against this vice, He will do nothing except open the abyss of hell, as He has said it in the gospel. All this is certain and true, and through this, we have come to know the true meaning of this commandment. And I say once more: Let everybody take what is said here to heart! – And now nothing more. Here is the tenth room, and so we enter it!