GEBOT 10 … Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib! – COMMANDMENT 10 … Thou shalt not covet thy neighbor’s wife!

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Das 10. Gebot… Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101).
Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 93

1. Wir sind darin und erblicken auf der Tafel mit deutlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!“

2. Dass dieses Gebot hier im reinen Reiche des Geistes und ganz besonders im Reiche der Kinder sicher einem jeden Denker etwas sonderbar klingt, braucht kaum erwähnt zu werden. Fürs erste wissen diese Kinder noch nicht im geringsten, was da etwa ist ein ehelich Weib, und fürs zweite ist hier auch das Verehelichen beider Geschlechter untereinander durchaus nicht gang und gäbe, besonders im Reiche der Kinder. Im Geisterreiche findet dieses Gebot, dieser Betrachtung zufolge, also offenbar keine Anwendung.

3. Man wird aber sagen: Warum sollte denn der Herr unter zehn Geboten nicht eines gegeben haben, welches allein den irdischen Verhältnissen entspricht? Denn auf der Erde ist die Verbindung zwischen Mann und Weib gang und gäbe und ist daher ein altbegründetes, auf der göttlichen Ordnung beruhendes Verhältnis, welches ohne ein Gebot nicht in der göttlichen Ordnung verbleiben kann. Also kann man hier ja annehmen, dass der Herr unter den zehn Geboten eines bloss für die Aufrechterhaltung der Ordnung eines äusseren, irdischen Verhältnisses wegen gegeben hat, damit durch die Aufrechterhaltung dieser Ordnung eine geistige, innere, höher stehende nicht gestört wird.

4. Gut, wenn dem also ist, da sage ich: Dieses Gebot ist dann nichts als eine höchst überflüssige Wiederholung des ohnehin ganz dasselbe gebietenden sechsten Gebotes. Denn auch in diesem wird in seinem völligen Verlaufe alles als verboten dargestellt, was auf die Unzucht, Hurerei und den Ehebruch nur irgendeine Beziehung hat, sowohl in leiblicher, wie ganz besonders in geistiger Hinsicht.

5. Wenn wir nun dieses ein wenig gegeneinander abwägen, so ergibt sich daraus, dass dieses Gebot für den Himmel gar nicht taugt, und dass es neben dem sechsten Gebote rein überflüssig ist.

6. Ich sehe aber jemanden, der da kommt und spricht: He! lieber Freund, du irrst dich. Dieses Gebot, wenn schon an und für sich nahe dasselbe verbietend, was da verbietet das sechste Gebot, ist dennoch für sich ganz eigen und höher stehend und tiefer greifend, als da ist das sechste Gebot. Beim sechsten Gebot wird offenbar nur die wirkliche grobe Handlung, in diesem zehnten aber das Verlangen und die Begierde als die allzeitigen Grundursachen zur Tat verboten. Denn man sieht es ja leicht ein, dass besonders junge Ehemänner auch gewöhnlich junge schöne Weiber haben. Wie leicht ist es einem andern Manne, dass er seines vielleicht nicht schönen Weibes vergisst, sich in das schöne Weib seines Nächsten vergafft, in sich dann einen stets grösseren Trieb und ein stets grösseres Verlangen erweckt, seines Nächsten Weib zu begehren und mit ihr seine geile Sache zu pflegen.

7. Gut, sage ich, wenn man dieses Gebot von diesem Standpunkte zunächst betrachtet, so ergeben sich daraus nicht mehr als eine halbe Legion Lächerlichkeiten und Narrheiten, durch welche das Göttliche eines solchen erhabenen Gebotes in den schmutzigsten Staub und in die stinkendste Kloake des weltlichen Witzes und Verstandes der Menschen herabgezogen werden muss. Wir wollen beispiels- und erläuterungshalber geflissentlich einige Lächerlichkeiten anführen, damit dadurch jedermann klar werde, wie seicht und rein äusserlich dieses Gebot über acht Jahrhunderte hindurch aufgefasst, erklärt und zu beobachten befohlen ward.

8. Ein Mann soll also kein Verlangen nach dem Weibe seines Nächsten haben. Hier lässt sich fragen: Was für ein Verlangen oder Begehren? Denn es gibt ja eine Menge redlicher und wohlerlaubter Verlangen und Begehrungen, die ein Nachbar an das Weib seines Nächsten richten kann. Aber im Gebote heisst es unbedingt, „kein Verlangen haben“. Dadurch dürfen nur die beiden Nachbarn miteinander in der Konversation stehen, die Weiber aber müssen sich gegenseitig stets mit Verachtung ansehen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine geradezu türkische Auffassung dieses mosaischen Gebotes.

9. Ferner, betrachtet man die Sache buchstäblich und materiell, so muss man doch gewiss alles buchstäblich nehmen und nicht ein paar Worte buchstäblich und ein paar Worte geistig; was sich geradeso ausnähme, als so jemand an einem Bein ein schwarzes und an dem andern ein ganz subtil durchsichtiges weisses Beinkleid trüge. Oder als wolle jemand behaupten, ein Baum müsse so wachsen, dass die eine Hälfte seines Stammes mit Rinde, die andere ohne Rinde zum Vorschein käme. Dieser Betrachtung zufolge verbietet das zehnte Gebot nur das Verlangen nach dem Weibe des „Nächsten“. Wer kann das im buchstäblichen Sinne sein? Niemand anderer als entweder die nächsten Nachbarn oder auch nahe Blutsverwandte. Buchstäblich dürfte man also nur nach den Weibern dieser beiden Nächsten kein Verlangen haben, die Weiber entfernter Bewohner eines Bezirks, besonders aber die Weiber der Ausländer, die sicher keine Nächsten sind, könnten daher ohne weiteres verlangt werden. Denn solches wird doch ein jeder ohne Mathematik und Geometrie begreifen, dass man im Vergleiche zum nächsten Nachbarn einen andern, einige Stunden entfernten oder gar einen Ausländer für einen Nächsten oder Nächstseienden nicht anerkennen kann. Sehet, auch das ist türkisch, denn diese halten dieses Gebot nur gegenüber Türken, gegen fremde Nationen haben sie da kein Gesetz. – Gehen wir aber weiter.

10. Ich frage: Ist das Weib meines Nächsten denn von der Haltung des göttlichen Gesetzes ausgenommen? Denn im Gesetze steht nur, dass ein Mann nach dem Weibe seines Nächsten kein Verlangen haben solle. Aber von dem, dass etwa ein geiles Weib nach ihrem nächsten Nachbarn kein Verlangen haben solle, davon steht im Gebote keine Silbe. Man gibt auf diese Weise den Weibern offenbar ein Privilegium, die ihnen zu Gesicht stehenden Männer ohne Bedenken zu verführen. Und wer wird es ihnen verbieten, solches zu tun, da für diesen Fall vom Herrn aus kein Gebot vorhanden ist? Auch das ist aus der türkischen Philosophie; denn die Türken wissen aus dem Buchstabensinne, dass die Weiber von solchem Gesetze frei sind. Daher sperren sie dieselben ein, damit sie nicht ins Freie kommen und andere Männer nach ihnen lüstern machen möchten. Gestattet schon ein Türke einem seiner Weiber einen Ausgang, so muss sie sich so unvorteilhaft für ihre körperlichen Reize vermummen, dass sie sogar einem ihr begegnenden Bären einigen Respekt einflössen würde. Ihre Reize darf sie allein nur vor ihrem Manne entfalten. Wer kann da auftreten und dagegen behaupten, als wäre solches nicht aus dem Buchstabensinne des Gebotes zu erkennen? Offenbar hat diese Lächerlichkeit ihren unleugbaren Grund eben im Gebote selbst. Gehen wir aber weiter.

11. Können die nächsten Nachbarn nicht etwa schon erwachsene Töchter haben oder andere recht hübsche Dienstmädchen? Ist es nach dem zehnten Gebote erlaubt oder nicht, nach den Töchtern oder anderen Mädchen des Nächsten ein Verlangen zu haben, selbst als Ehemann? Offenbar ist solches gestattet, denn im sechsten Gebote ist vom Verlangen keine Rede, sondern nur von der Tat. – Das zehnte Gebot verbietet aber nur das Verlangen nach dem Weibe, also ist das Verlangen nach den Töchtern und allfälligen anderen hübschen Mädchen des Nächsten ohne Widerrede erlaubt. (?) – Sehet, da haben wir wieder eine türkische Auslegung des Gesetzes mehr. Um die Sache aber sonnenklar anschaulich zu machen, wollen wir noch einige solcher Lächerlichkeiten anführen. –

Kapitel 94 – Wer ist der „Du“ im 10. Gebote?

1. Im Gesetze heisst es: „Du sollst nicht verlangen deines Nächsten Weib“. – Lässt sich da nicht fragen: Wer ist denn eigentlich der Du? Ist er ein Verheirateter, ein Witwer, ein unverheirateter junger Mann, ein Jüngling, oder ist es etwa auch ein Weib, zu dem man doch auch sagen kann: Du sollst dies oder jenes nicht tun? Man wird hier sagen: Das ist vorzugsweise für das männliche Geschlecht bestimmt, ohne Unterschied, ob ledig oder verheiratet, und dass die Weiber beiläufig auch miteinbegriffen werden können und nicht das Recht haben sollen, andere Männer zu verlocken und zu begehren, das alles versteht sich von selbst.

2. Ich aber sage dagegen: Wenn schon die Menschen ihre Satzungen gar fein zu bestimmen imstande sind und in eben ihren Satzungen für jeden möglichen Fall gar feine und kluge Sonderungen machen, so wird man dem Herrn doch nicht den Vorwurf machen können, als hätte Er gar aus Unkunde unbestimmt ausgedrückte Gesetze gegeben, oder Er hätte gleich einem pfiffigen Advokaten Seine Gesetze also auf Schrauben gestellt, dass die Menschen darüber unvermeidlich sich so oder so versündigen müssen.

3. Ich meine, eine solche Folgerung aus der näheren Betrachtung des freilich unbestimmt gegeben scheinenden Gesetzes zu machen, wäre denn doch etwas zu arg. Man kann daher viel leichter schliessen, dass dieses Gesetz, wie alle übrigen, ein höchst bestimmtes ist. Es ist nur mit der Zeit und ganz besonders in der Zeit des entstandenen Hierarchentums sogestalt verdreht und fälschlich ausgelegt worden, dass nun kein Mensch mehr den eigentlichen wahren Sinn dieses Gesetzes kennt. Und das ist geschehen aus purer Habsucht. Im eigentlichen reinen Sinne hätte dieses Gesetz dem Priesterstande nie einen Pfennig eingetragen, in seinem verdeckten Sinne aber gab es Anlass zu allerlei taxierten Vermittlungen, Dispensen und Ehescheidungen, und das natürlich in der früheren Zeit bei weitem mehr als jetzt. Denn da war die Sache also gestellt, dass zwei oder mehrere Nachbarn sich gegen die Versündigung an diesem Gesetze durchaus nicht verwahren konnten. Wieso denn?

4. Sie mussten natürlicherweise mehrere Male im Jahre aus übergrosser Furcht vor der Hölle gewissenhaft beichten. Da wurden sie in diesem Punkte gar emsig examiniert, und es war, im Falle irgendein Nachbar ein schönes junges Weib hatte, schon sogar ein Gedanke, ein Blick, etwa gar eine Unterredung von seiten der anderen männlichen Nachbarn, als eine ehebrecherische Sünde gegen dieses Gebot erklärt, welche meist mit einer Opferbusse belegt wurde. Geschah gar eine etwas stärkere Annäherung, so war auch schon die volle Verdammnis fertig, und der einmal auf der einen Waagschale St. Michaels in die Hölle Hinabgesunkene musste in die andere leere Waagschale sehr bedeutende Opfer werfen, damit diese die Überschwere bekamen und den armen verdammten Sünder wieder glücklich aus der Hölle zogen. Die Gottes Macht innehabenden Priester gehörten da durchaus nicht unter diejenigen, welche nur sehr vieles verlangen, sondern sie wollten im Ernste lieber alles!

5. Auf diese Weise mussten einst viele sehr wohlhabende Ritter und Grafen ins Gras beissen und noch obendrauf als aus der Hölle erlösende Busse ihre Güter der Kirche vermachen. Ihre allenfalls zurückgebliebenen Weiber wurden zur Sühnung der Strafe für ihren ungetreuen Mann in ein Kloster aufgenommen. Auch die allfälligen Kinder sowohl männlicher als weiblicherseits sind dann gewöhnlich in solche Klöster eingeteilt worden, in denen man keine irdischen Reichtümer besitzen darf.

6. Ich meine, es dürfte genug sein, um all das wirklich Schmähliche einzusehen, das aus der Verdrehung dieses Gesetzes zum Vorschein kam. Das unbestimmte „Du“ des Gesetzes war die Urquelle zu Dispensen, welche gewöhnlich am meisten eingetragen haben. Hatte jemand ein grosses Opfer gebracht, so konnte man das Du so modifizieren, dass der Sünder wenigstens nicht in die Hölle kam. Im Gegenteil aber konnte dieses Du auch so verdammlich bestimmt werden, und zwar zufolge der angemassten Löse- und Bindegewalt, dass dem Sünder nur sehr bedeutende Opfer in der Erlösung aus der Hölle behilflich sein konnten.

7. Wir haben jetzt gesehen, zu welchen Abirrungen das unbestimmte Du Gelegenheit gegeben hat. Wir wollen uns aber damit noch nicht begnügen, sondern noch einige solche lächerliche Auslegungen betrachten, damit es jedem umso klarer wird, wie für jedermann notwendig die Bekanntschaft mit dem reinen Sinne des Gesetzes ist, ohne den man nie frei werden kann, sondern sklavisch unter dem Fluche des Gesetzes verbleiben muss! – Und so gehen wir weiter! –

Kapitel 95 – Beispiele verkehrter Auffassung des 10. Gebotes

1. Wie das Gesetz lautet, wissen wir: es untersagt ein Verlangen oder ein Begehren. Nun aber fragt es sich: Irgendein Mann ist verarmt, während sein Nachbar ein reicher Mann ist. Das Weib des Nachbarn als des Nächsten unseres armen Menschen, hat, wie ihm bekannt ist, ein mitleidiges und mildtätiges Herz. Unser Armer bekommt nun offenbar ein Verlangen nach dem mildtätigen Weibe seines Nachbarn und begehrt, dass sie ihm den Hunger stille. Frage, hat dieser gesündigt oder nicht? Er hat offenbar ein Verlangen und Begehren nach dem Weibe seines Nachbarn gestellt. Nachdem es aber heisst: Du sollst kein Verlangen nach dem Weibe deines Nächsten haben – wer kann hier begründetermassen dieses billige Verlangen des Armen als unsündhaft erklären? Denn unter „kein Verlangen, kein Begehren haben“ muss doch sicher jedes Verlangen und jedes Begehren untersagt sein, da in dem Wort „kein“ durchaus keine Ausnahme erweislich ist. So muss denn auch dadurch ein wie immer geartetes Verlangen untersagt sein.

2. Leuchtet aus dieser Erklärung nicht augenscheinlich hervor, als habe der Herr dadurch das weibliche Geschlecht offenbar von der Liebtätigkeit abwendig machen wollen, wonach dann sicher eine jede Wohltat, die eine Hausfrau einem armen Menschen erteilt, als eine dem göttlichen Gebote vollkommen zuwiderlaufende Sünde anzusehen ist?

3. Lässt sich aber ein so unsinniges Gebot von seiten der allerhöchsten Liebe des Herrn wohl denken? Man wird hier freilich sagen: Das Gebot beschränkt sich nur auf das fleischlich wollüstige Verlangen. Ich aber sage: Es ist gut, lassen wir es also bei dem bewendet sein, nur muss man mir dabei erlauben, einige Bemerkungen zu machen. Stossen diese Bemerkungen das Bewendet-sein-lassen um, dann muss es sich ein jeder Einwender gefallen lassen, bei der Bestimmung dieses Gebotes einen anderen Weg zu ergreifen. Und so vernehme man die Bemerkungen.

4. Das Gebot soll also lediglich ein sinnlich fleischliches Verlangen untersagen. Gut, sage ich, frage aber dabei: Ist im Gebot ein bestimmtes Weib angegeben oder sind im Gebote alle Weiber verstanden oder finden gewisse natürliche Ausnahmen statt?

5. Nehmen wir an, mehrere sich gegenüberstehende Nachbarn haben alte, nicht mehr reizende Weiber. Da können wir versichert sein, dass diese Nachbarn hinsichtlich ihrer gegenseitigen Weiber durchaus kein fleischliches Verlangen mehr haben. Demnach müssten nur die jungen Weiber verstanden sein und auch nur dann, wenn sie schön und reizend sind. Sicher werden auch alte und abgelebte Männer nicht mehr viel von fleischlich sinnlichen Begierden gequält sein gegenüber was immer für Weibern ihrer Nachbarn.

6. Daraus aber sehen wir, dass dieses Gesetz nur unter gewissen Bedingungen geltend ist. Also hat das Gesetz Lücken und hat somit keine allgemeine Geltung. Denn wo schon die Natur Ausnahmen macht und ein Gesetz so nicht einmal die volle naturmässige Geltung hat, wie soll es sich da ins Geistige erstrecken? Wer solches nicht begreifen kann, der breche nur einen Baum ab und sehe, ob er dann noch wachsen wird und Früchte tragen.

7. Ein göttliches Gesetz aber muss doch sicher so gestellt sein, dass dessen beseligende Geltung für alle Ewigkeiten „gesetzt“ ist. Wenn es demnach aber schon im Verlaufe des kurzen irdischen Daseins unter gewissen Umständen natürlicherweise über die geltenden Schranken hinausgedrängt wird, also schon im Naturzustande des Menschen als wirkend zu sein aufhört, was soll es dann für die Ewigkeit sein? Ist nicht jedes Gesetz Gottes in Seiner unendlichen Liebe gegründet? Was ist es denn aber hernach, wenn ein solches Gesetz ausser Geltung tritt? Ist das etwas anderes, als so man behaupten möchte, die göttliche Liebe tritt ebenfalls unter gewissen Umständen ausser Geltung für den Menschen?

8. Darauf aber beruht auch der traurige Glaube eurer heidnisch-christlichen Seite, demzufolge die Liebe Gottes nur so lange dauert, solange der Mensch auf dieser Welt lebt. Ist er einmal dem Leibe nach gestorben und steht lediglich seelisch und geistig da, so fängt sogleich die unwandelbare, schrecklichst gestrenge, strafende Zorngerechtigkeit Gottes an, bei der von einer Liebe und Erbarmung ewig keine Rede mehr ist.

9. Hat der Mensch durch seine Lebensweise den Himmel verdient, so kommt er nicht etwa zufolge der göttlichen Liebe, sondern nur zufolge der göttlichen Gerechtigkeit in den Himmel, natürlich durch das eigene, Gott dienliche und wohlgefällige Verdienst. Hat aber der Mensch nicht also gelebt, so ist die ewige Verdammnis augenblicklich vorhanden, aus der nimmer eine Erlösung zu erwarten ist. Mit anderen Worten will dies sagen, es gäbe irgendeinen törichten Vater, der da in seinem Haushalte ein Gesetz aufstellte, und das gegen seine Kinder, welches also lauten möchte:

10. Ich gebe allen meinen Kindern von der Geburt an bis in ihr siebentes Jahr vollkommene Freiheit. In dieser Zeit sollen sie alle meine Liebe ohne Unterschied geniessen. Nach Verlauf des siebenten Jahres aber ziehe ich bei allen Kindern meine Liebe zurück und will sie von da an entweder richten oder beseligen. Die als unmündige Kinder meine schweren Gesetze gehalten haben, die sollen nach dem siebenten Jahre sich fortan meines höchsten Wohlgefallens zu erfreuen haben. Welche sich aber im Verlaufe der sieben Jahre nicht völlig bis auf ein Atom nach meinem schweren Gesetze gebessert haben, diese sollen fortan für alle Zeiten aus meinem väterlichen Hause verflucht und verworfen werden. – Saget, was würdet ihr zu einem so grausamen Esel von einem Vater sagen? Wäre das nicht ungeheuer mehr als die schändlichste Tyrannei aller Tyrannen?

11. Wenn ihr aber solches schon bei einem Menschen unbeschreiblich töricht, arg und böse finden würdet, wie entsetzlich unsinnig müssen da die Menschen sein, die noch weit Ärgeres Gott, der die allerhöchste Liebe und Weisheit Selbst ist, ansinnen und zuschreiben können!

12. Was tat der Herr am Kreuze als die alleinige göttliche Weisheit, da Sie gewisserart dem Aussen nach wie geschieden war von der ewigen Liebe? – Er, als die Weisheit, und als solche der Grund aller Gerechtigkeit, wandte Sich Selbst an den Vater oder an die ewige Liebe, forderte diese nicht gewisserart gerechtermassen um Rache auf, sondern Er bat die Liebe, dass Sie allen diesen Missetätern, also auch allen den Hohepriestern und Pharisäern alle ihre Tat vergeben möchte, indem sie nicht wissen, was sie tun! –

13. Solches tut also hier schon die göttliche Gerechtigkeit für Sich. Soll dann die unendliche göttliche Liebe da zu verdammen anfangen, wo die göttliche Gerechtigkeit die noch endlos barmherzigere Liebe um Erbarmung anfleht?

14. Wenn man das nicht gelten lässt, dass es dem Herrn wirklich Ernst war mit Seiner Bitte, und sagt, solches habe Er nur beispielsweise getan, macht man da den Herrn nicht zu einem Heuchler, indem man Ihn nur scheinhalber am Kreuze um Vergebung bitten lässt, heimlich aber sieht man in Ihm doch die unvertilgbare Rache, derzufolge Er in Sich dennoch alle diese Übeltäter schon lange in das allerschärfste höllische Feuer verdammt hat?

15. O Welt! O Menschen! O schrecklichster Unsinn, der je irgend in der ganzen Unendlichkeit und Ewigkeit erdacht werden könnte! Kann man sich wohl etwas Schändlicheres denken, als so man zur falschen, freilich zeitlich einträglichen Autoritätsbegründung der Hölle den Herrn am Kreuze zu einem Lügner, Scheinprediger, Verräter und somit zum allgemeinen Weltenbetrüger macht? Aus wessen Munde als nur allein aus dem des Erzsatans kann solche Lehre und können solche Worte kommen?

16. Ich meine, es genügt auch hier wieder, um euch zu der Einsicht zu bringen, welche Greuel aus einer höchst verkehrten Deutung und Auslegung eines göttlichen Gesetzes hervorgehen können. Dass es bei euch auf der Welt also ist, das könnt ihr wohl schon selbst bereits mit den Händen greifen. Aber warum es also ist, aus welchem Grunde, das wusstet ihr nicht und konntet es auch nicht wissen; denn zu verwirrt war der Gesetzesknoten, und nimmer hätte jemand diesem Knoten die volle Lösung geben können. –

17. Daher hat sich der Herr euer erbarmt und lässt euch in der Sonne, da es doch sicher licht genug ist, die wahre Lösung dieses Knotens verkünden, auf dass ihr den allgemeinen Grund aller Bosheit und Finsternis erschauen möchtet.

18. Man wird freilich sagen: Ja, wie kann denn so viel Übel von dem Missverstehen der zehn Gebote Mosis abhängen?

19. Da meine ich: Weil diese zehn Gebote von Gott gegeben sind und in sich tragen die ganze unendliche Ordnung Gottes selbst.

20. Wer sonach in einem oder dem andern Punkte auf was immer für eine Art aus der göttlichen Ordnung tritt, der bleibt in keinem Punkte mehr in der göttlichen Ordnung, indem diese gleich ist einem geraden Wege. So jemand wo immer von diesem Wege abweicht, kann er da sagen: Ich bin nur ein Viertel; Fünftel, Siebentel oder Zehntel des Weges abgewichen? Sicher nicht. Denn so wie er nur im geringsten den Weg verlässt, ist er schon abseits vom ganzen Wege. Will er nicht auf den Weg zurückkehren, da wird man doch gewiss behaupten können, dass derjenige einzelne Punkt am Wege, wo der Wanderer von selbem abwich, den Wanderer vom ganzen Wege entfernt hatte.

21. Und eben also verhält es sich auch mit jedem einzelnen Punkte des göttlichen Gesetzes. Es kann nicht leichtlich jemanden geben, der sich am ganzen Gesetze gewaltigst versündigt hätte, indem solches nahezu unmöglich ist. Aber es ist genug, wenn sich jemand in einem Punkte versündigt und dann dabei beharrt. Er kommt auf diese Weise doch vom ganzen Gesetze hinweg, und wenn er es nicht will und der Herr ihm nicht behilflich sein möchte, so käme er nimmer auf den Weg des Gesetzes oder der göttlichen Ordnung zurück. Und so könnt ihr auch versichert sein, dass die meisten Übel der Welt vom freilich wohl leider anfänglich eigen- und böswilligen Unverstande oder vielmehr von der böswilligen Verdrehung des Sinnes dieser beiden letzten göttlichen Gebote herrühren. –

22. Wir haben nun aber auch der Lächerlichkeiten und falschen Auslegungen dieses Gebotes zur Genüge kundgegeben; daher wollen wir denn zur rechten Bedeutung dieses Gesetzes schreiten, in deren Lichte ihr alle die Albernheiten noch ums Unvergleichliche heller erleuchtet erschauen werdet. –

Kapitel 96 – Grund des Verdecktseins des eigentlichen Sinnes des 10. Gebotes

1. Es werden hier so manche, die das Vorhergehende gelesen haben, sagen: Darauf sind wir im Ernste sehr neugierig, was dieses Gebot für einen eigentlichen beständigen Sinn hat, nachdem jeder Sinn, den wir ehedem diesem Gebote beigelegt haben, unwiderlegbar ins unsinnigst Lächerliche gezogen und dargestellt wurde. Wir möchten im Ernste schon sehr gern erfahren, wer demnach der Du, der Nächste und dessen Weib ist? Denn aus dem Gebote lässt sich mit Bestimmtheit nichts aufstellen. Der Du kann wohl jedermann sein, ob aber darunter auch ein Weib verstanden sein kann, das steht noch in weitem Felde. Der Nächste liesse sich wohl allenfalls etwas näher bestimmen, besonders wenn man dieses Wort in einem umfassenderen Sinne nimmt, wodurch dann jedermann unser Nächster ist, der irgend unserer Hilfe bedarf. Mit dem Weibe aber hat es sicherlich den grössten Anstand; denn man weiss nicht, wird darunter nur ein verheiratetes Weib oder auch das ledige weibliche Geschlecht verstanden. Es ist hier freilich mehr in der einfachen als in der vielfachen Zahl; aber das macht die Sache eben auch um kein Haar bestimmter. Denn wenn man in irgendeinem Erdteile die Polygamie annimmt, so hätte es da mit der einfachen Zahl offenbar wieder einen neuen Haken. Aus allem diesem sind wir um so neugieriger auf den eigentlichen Sinn dieses Gebotes, indem der Buchstabensinn allenthalben ganz gewaltig unstichhaltig ist.

2. Und ich sage hinzu: Also ist es bestimmt und klar, dass sich mit der Annahme des puren äusseren Buchstabensinnes nur der grösste Unsinn, nie aber irgendeine gegründete Wahrheit darstellen lässt.

3. Man wird hier freilich sagen: Ja warum hat denn der Herr das Gesetz nicht sogleich also gegeben, dass es für jedermann nicht verdeckt, sondern ganz offen erschien, in was für einem Sinne es eigentlich gegeben und wie es nach eben diesem Sinne zu beobachten ist?

4. Diese Einwendung lässt sich dem aussen nach wohl hören und gilt als eine ziemlich weise gestaltete Gegenphrase; aber beim Lichte betrachtet ist sie so dumm, dass man sich nicht leichtlich etwas Dümmeres vorstellen kann. Damit aber die ausserordentliche Albernheit dieser Einwendung einem jeden gleich so in die Augen fällt, als stünde er nur wenige Meilen von der Sonne entfernt und würde diese plötzlich mit seinen Augen wahrnehmen – oder damit es einem dabei wird, wie dem, der in einem Walde den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, so will ich für diese Gelegenheit einige natürliche, ganz kurz gefasste Betrachtungen aufstellen.

5. Nehmen wir an, einem sogenannten Naturforscher und Botaniker möchte es der Bequemlichkeit seiner Untersuchung wegen einfallen zu fragen: Warum hat denn die schöpfende Kraft des schaffenden allerhöchsten Wesens die Bäume und Pflanzen nicht so erschaffen, dass der Kern auswendig und die Rinde inwendig ist, so dass man mit leichter Mühe durch Mikroskope das Aufsteigen des Saftes in die Äste und Zweige und dessen Reaktionen und andere Wirkungen genau beobachten könnte? Denn es kann doch nicht des Schöpfers Absicht gewesen sein, den denkenden Menschen sogestaltet auf die Erde zu setzen, dass er nie in das Geheimnis der Wunderwirkungen in der Natur eindringen sollte. – Was sagt ihr zu diesem Verlangen? Ist es nicht im höchsten Grade dumm?

6. Nehmen wir aber an, der Herr möchte Sich von einer solchen Aufforderung bestechen lassen und die Bäume also umkehren samt den Pflanzen – werden da nicht gleich wieder andere Naturforscher hinzukommen und sagen: Was nützt uns die Betrachtung des auswendigen Kerns, wenn wir dabei nicht die wunderbare Bildung der inneren Rinde entdecken können? – Was folgt nun hieraus? Der Herr müsste Sich auch jetzt wieder fügen und auf eine mir fürwahr nicht begreifliche Art Rinde und Kern auswendig am Baume anbringen. Nehmen wir aber an, der Herr hätte solches im Ernste zuwege gebracht und das Inwendige des Baumes besteht nun bloss im Holze. Wird da nicht ein anderer Naturforscher sobald ein neues Bedürfnis kundgeben und sagen: Durch die Rinde und auf einer Seite durch den Kern ist nun die ganze wunderbare Bildung des Holzes verdeckt. Könnte denn ein Baum nicht so gestaltet sein, dass alles, Kern, Holz und Rinde auswendig wäre oder wenigstens so durchsichtig wie die Luft?

7. Ob man einen aus notwendig zahllos vielen Organen zusammengefügten Baum so durchsichtig wie die Luft oder wenigstens wie ein reines Wasser gestalten kann, das sollen Optiker und Mathematiker entscheiden. Was aber übrigens auf vollkommen luftigen Bäumen für Früchte wachsen werden, das dürfte einer ungefähr in den Gegenden des Nordpols oder Südpols in gute Erfahrung bringen. Denn dort geschehen manchmal solche Phänomene, dass zufolge der grossen Kälte, auf die Weise wie bei euch im Winter auf den Glasfenstern, dort aber in der Luft kristallinische Eisbäume aufschiessen. Ob auf diesen Bäumen auch Feigen und Datteln zum Vorscheine kommen, ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden.

8. Was aber andererseits die Bäume betrifft, wo alles, Kern, Holz und Rinde, auswendig sein sollte, so könnet ihr dessen vollkommen versichert sein, dass es ebensoleicht wäre, eine viereckige Kugel zu machen als einen solchen Baum. Ich meine, durch diese Betrachtung sollte die Dummheit obiger Einwendung schon so ziemlich sonnenhaft vor den Augen liegen. Aber um die Sache, wie gewöhnlich, wahrhaft überflüssig klar zu machen, wollen wir noch ein paar Betrachtungen hinzufügen.

9. Nehmen wir an, wenn ein Arzt, der sehr viel studieren muss und schon einen ganzen schweren Wagen voll Gelehrsamkeit gleich einem Polypen in sich eingeschlürft hat, zu einem bedenklich kranken Patienten verlangt wird, so steht er nicht selten am Krankenlager, wie ein Paar neueingespannte Ochsen an einem steilen Berge. Der Arzt wird von den Umstehenden gefragt: Wie finden Sie den Kranken, was fehlt ihm denn? Wird ihm wohl zu helfen sein?

10. Ob dieser Fragen macht der Arzt ein zwar gelehrtes, aber dennoch sehr bedenklich verlegenes Gesicht und spricht: Meine Lieben! Jetzt lässt sich noch nichts bestimmen, ich muss erst durch eine Medizin die Krankheit prüfen. Werden sich da Reaktionen so oder so ergeben, so werde ich schon wissen, wie ich daran bin. Treten aber hier keine Reaktionen auf, da müsst ihr selbst einsehen, dass unsereiner in den Leib nicht hineinschauen kann, um den Sitz der Krankheit nebst ihrer Beschaffenheit ausfindig zu machen.

11. Da spricht aber jemand etwas lakonisch: Herr Arzt, da hätte unser Herrgott wohl besser getan, wenn er den Menschen entweder so erschaffen hätte wie der Schreiner einen Schrank, den man aufsperren und hineinsehen kann, was darinnen ist. Oder der Schöpfer hätte sollen bei dem Menschen die heikleren Teile, zu denen man auf diese Weise so schwer gelangen kann, gleich den Fingern, Ohren, Augen und Nase ausserhalb stellen, damit man diesem Teil sogleich leicht entweder mit einem Pflaster, mit einer Salbe oder mit einem Umschlage zu Hilfe kommen könnte. Am besten aber wäre es offenbar, Er hätte entweder den Menschen durchsichtig wie das Wasser erschaffen oder Er hätte ihn überhaupt nicht aus so lebensgefährlichen Teilen zusammen setzen und ihn überhaupt mehr wie einen Stein gestalten sollen.

12. Der Arzt rümpft hier etwas die Nase, spricht aber dennoch: Ja, mein lieber Freund, das wäre freilich gut und besser, aber es ist einmal nicht so, wie du soeben den Wunsch geäussert hast. So müssen wir uns schon damit zufriedenstellen, wenn wir nur auf dem Wege der Erfahrungen etwas genauer auf den inneren Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen zu schliessen imstande sind. Denn wäre der Mensch auch wie ein Kasten aufzumachen, so wäre das für jeden Menschen noch um vieles lebensgefährlicher, als es so ist, denn nur ein ein wenig ungeschickter Griff in das Innere könnte plötzlich das Leben kosten. Und könnte man auch durch ein solches Öffnen die Eingeweide beschauen, so würde einem das noch sehr wenig nützen. Die Eingeweide und ihre feinen Organe müssten doch verschlossen bleiben, nachdem bei der Öffnung auf der Stelle alle Lebenssäfte und jede Lebenstätigkeit flott würden. Was aber die auswendige Stellung der inwendigen Leibesteile betrifft, fürwahr, mein Lieber, das gäbe der menschlichen Gestalt einen höchst unästhetischen Anblick. Und wenn der Mensch erst völlig durchsichtig wäre, so würde sich ein jeder gegenseitig vor dem andern erschrecken, denn er würde da den Hautmenschen, dann den Muskelmenschen, den Gefässmenschen, den Nervenmenschen und endlich den Knochenmenschen zu gleicher Zeit erschauen. Dass ein solcher Anblick nicht einladend wäre, das kannst du dir wohl von selbst einbilden.

13. Ich meine, bei dieser Betrachtung wird einem das Törichte der obigen Einwendung noch klarer in die Augen springen.

14. Aber es ist noch jemand, der da spricht: Es ist bei natürlichen, materiellen Dingen freilich widersinnig zu denken, dass ihr Inwendiges auch zugleich ihr Äusseres ausmachen sollte. Aber das Wort für sich ist ja doch weder ein Baum, noch ein Tier, noch ein Mensch, sondern es ist schon an und für sich geistig, indem es nichts Materielles an sich trägt. Warum sollte das hernach gleich einem Baume oder Menschen noch irgendeinen unbegreiflichen inneren Sinn haben? Oder wie sollte dieser möglich sein, wenn man die ohnehin ausserordentliche Einfachheit und Flachheit des Wortes betrachtet?

15. Gut, sage ich, nehmen wir das Wort Vater. Was bezeichnet es? Ist das Wort schon der Vater selbst oder bezeichnet das Wort einen wirklich wesenhaften Vater, von dem dieses Wort eben bloss ein äusserer Merkmalstypus ist? Man wird sagen: Offenbar ist hier das Wort nicht der Vater selbst, sondern nur eine äussere Bezeichnung dessen. Gut, sage ich, frage aber dabei: Was muss man dann alles unter dem Worte verstehen, auf dass man eben dieses Wort als einen äusseren richtig bezeichnenden Typus anerkennt? Antwort: Das Wort muss einen Menschen darstellen, der ein entsprechendes Alter hat, verheiratet ist, mit seinem Weibe lebendige Kinder erzeugt hat und dieselben dann wahrhaft väterlich leiblich und geistig versorgt.

16. Wer kann hier nur im geringsten in Abrede stellen, dass diese ziemlich gedehnte und überaus wesentliche Bedeutung im einfachen Worte „Vater“ stecken muss, ohne welche dieses Wort gar kein Wort wäre?

17. Wenn aber schon in äusseren Beziehungen ein jedes einfache Wort eine mehr inwendige Erklärung und Zergliederung zulassen muss, um wie viel mehr muss demnach ein jedes äussere Wort auch einen inwendigen geistigen Sinn haben, indem doch alles, was durch äussere Worte bezeichnet wird, selbst ein inwendiges Geistiges, also Kraftvolles und Wirkendes haben muss. Ein Vater hat sicher auch Seele und Geist. Wird das Wort den Begriff „Vater“ wohl richtig bezeichnen, wenn es sein Seelisches und Geistiges ausschliesst? Sicher nicht, denn der wesenhafte Vater besteht aus Leib, Seele und Geist, also aus Auswendigem, Innerem und Inwendigstem. Wenn sonach der wesenhafte Vater lebendig also beschaffen ist, muss solches dann nicht auch wie in einem Spiegel im Worte, durch das der wesenhafte Vater als Vater bezeichnet wird, ebensogut vollkommen bezeichnend zugrunde liegen?

18. Ich meine, deutlicher und klarer lässt sich ein notwendiger innerer Sinn des Wortes nicht darstellen. Daraus aber kann auch ersichtlich sein, dass der Herr, so Er auf der Welt Seinen Willen kundgibt, Er ihn für äussere Menschen nach Seiner ewigen göttlichen Ordnung nicht anders kundgeben kann, als eben nur durch äussere, bildliche Darstellungen, in denen dann offenbar ein innerer und ein innerster Sinn zugrunde liegt. Dadurch ist dann der ganze Mensch von seinem Inwendigsten bis zu seinem Äussersten nach der göttlichen Liebe versorgt.

19. Da wir aber nun die Notwendigkeit und die Gewissheit solcher Einrichtung mehr als handgreiflich dargetan haben, so wird es nun auch ein gar Leichtes sein, den inneren, wahren Sinn unseres Gesetzes beinahe von selbst zu finden, und so er von mir dargestellt wird, wenigstens als den unumstösslichen, einzig wahren und allgemein geltenden zu erkennen. – Und so gehen wir sogleich zu solcher Darstellung über! –

Kapitel 97 – Der innere, eigentliche Sinn des 10. Gebotes

1. Das Gesetz lautet sonach, wie wir es bereits auswendig wissen: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“ – oder: Du sollst kein Verlangen haben nach deines Nächsten Weib, was eines und dasselbe ist. – Wer ist denn „das Weib“ und wer ist der „Nächste“?

2. Das Weib ist eines jeden Menschen Liebe und der Nächste ist jeder Mensch, mit dem ich irgend in Berührung komme oder der irgend, wo es sein kann, möglich und notwendig ist, meiner Hilfe bedarf. Wenn wir das wissen, so wissen wir im Grunde schon alles.

3. Was besagt demnach das Gebot? Nichts anderes als: Ein jeder Mensch soll nicht eigenliebig die Liebe seines Nächsten fordernd zu seinem Besten verlangen; denn Eigenliebe ist an und für sich nichts anderes, als sich die Liebe des andern zuziehen zum eigenen Genusse, aber ihm selbst keinen andern Funken Liebe mehr wiederzuspenden.

4. Also lautet demnach das Gesetz in seinem geistigen Ursinne. Man sagt aber:

5. Hier ist es offenbar im Sinne des Buchstabens wiedergegeben, den man im Anfange ebensogut wie jetzt hätte aussprechen können, wodurch vielen Abirrungen vorgebeugt gewesen wäre. – Ich aber sage: Das ist allerdings richtig. Wenn man einen Baum in der Mitte auseinanderspaltet, so kommt der Kern auch nach aussen, und man kann ihn dann ebenso bequem beschauen wie ehedem die Rinde.

6. Der Herr aber hat den inneren Sinn darum geflissentlich weise in ein äusseres naturmässiges Bild verhüllt, damit dieser heilige, inwendige, lebendige Sinn nicht sollte von irgend böswilligen Menschen angegriffen und zerstört werden, wodurch dann alle Himmel und Welten in den grössten Schaden gebracht werden könnten. Aus diesem Grunde hat auch der Herr gesagt: „Vor den grossen und mächtigen Weisen der Welt soll es verborgen bleiben und nur den Kleinen, Schwachen und Unmündigen geoffenbart werden“.

7. Es verhält sich so ja schon mit den Dingen der Natur. Nehmen wir an, der Herr hätte die Bäume sogestalt erschaffen, dass ihr Kern und ihre Hauptlebensorgane zu äusserst des Stammes lägen – saget selbst, wie vielen Gefahren wäre da ein Baum zu jeder Sekunde ausgesetzt?

8. Ihr wisset, wenn man eines Baumes inneren Kern geflissentlich oder mutwillig durchbohrt, so ist es um den Baum geschehen. Wenn irgendein böser Wurm die Hauptstammwurzel, welche mit dem Kerne des Baumes in engster Verbindung ist, durchnagt, so stirbt der Baum ab. Wem ist nicht der bösartige sogenannte „Borkenkäfer“ bekannt? Was tut dieser den Bäumen? Er nagt zuerst am Holze und frisst sich hier und da in die Hauptorgane des Baumes ein und der Baum stirbt ab. Wenn der Baum auf diese wohlverwahrte Weise schon so manchen Lebensgefahren ausgesetzt ist, wie vielen wäre er erst dann ausgesetzt, so seine Hauptlebensorgane zu äusserst des Stammes lägen?

9. Sehet, gerade so und noch ums Unaussprechliche heikler verhält es sich mit dem Worte des Herrn. Würde da gleich anfänglich der innere Sinn nach aussen gegeben, so bestände schon lange keine Religion mehr unter den Menschen. Sie hätten diesen inneren heiligen Sinn in seinem Lebensteile ebensogut zernagt und zerkratzt, wie sie es mit der äusseren Rinde am Baume des Lebens getan haben. Schon lange wäre so die innere heilige Stadt Gottes ebenso zerstört, dass da kein Stein auf dem andern geblieben wäre, wie sie es mit dem alten Jerusalem getan haben und wie sie es getan haben mit dem äusseren, allein Buchstabensinn innehabenden Worte.

10. Denn das Wort Gottes in seinem äusseren Buchstabensinne, wie ihr es in der Heiligen Schrift vor euch habt, ist von dem Urtext so sehr verschieden, wie das heutige höchst elende Städtchen Jerusalem von der alten Weltstadt Jerusalem verschieden ist.

11. Diese ganze Versetzung und Zerstückung und auch Abkürzung im alleinigen äusseren Buchstabensinne ist aber dennoch dem inneren Sinne nicht nachteilig, weil der Herr durch Seine weise Vorsehung schon von Ewigkeit her die Ordnung so getroffen hat, dass eine und dieselbe geistige Wahrheit unter den verschiedenartigsten äusseren Bildern unbeschadet erhalten und gegeben werden kann.

12. Ganz anders aber läge der Fall, wenn der Herr sogleich die nackte innere geistige Wahrheit ohne schützende äussere Umhüllung gegeben hätte. Sie hätten diese heilige, lebendige Wahrheit zernagt und zerstört nach ihrem Gutdünken, und es wäre eben dadurch um alles Leben geschehen gewesen.

13. Weil aber der innere Sinn so verdeckt ist, dass ihn die Welt unmöglich je ausfindig machen kann, bleibt das Leben gesichert, wenn auch dessen äusseres Gewand in tausend Stücke zerrissen wird. Und so klingt dann freilich der innere Sinn des Wortes, wenn er geoffenbart wird, als wäre er gleich dem Aussensinne des Wortes, und kann ebenfalls durch artikulierte Laute oder Worte ausgedrückt werden. Aber das beirrt die Sache nicht im geringsten. Deswegen bleibt er dennoch ein innerer, lebendiger, geistiger Sinn und ist als solcher dadurch erkennbar, dass er die gesamte göttliche Ordnung umfasst, während das ihn enthaltende Bild nur ein spezielles Verhältnis ausdrückt, welches, wie wir gesehen haben, nie von einer allgemeinen Geltung sein kann.

14. Wie aber das soeben abgehandelte Gebot im Bilde nur ein äusseres Hüllwerk ist, und wie der euch nun bekannt gegebene innere Sinn ein wahrhaft innerer, geistiger und lebendiger ist, das wollen wir sogleich durch eine kleine Nachbetrachtung in ein klares Licht setzen.

15. Das äussere bildliche Gebot ist bekannt, innerlich heisst es: Habe kein Verlangen nach der Liebe deines Bruders oder deiner Schwester!

16. Warum wird denn hier dieses inhalts- und lebensschwere Gebot in das Bild des nicht zu begehrenden Weibes gehüllt?

17. Ich mache euch bei dieser Gelegenheit nur auf einen Ausspruch des Herrn Selbst aufmerksam, in dem Er Sich über die Liebe des Mannes zum Weibe also äussert, da Er spricht: „Also wird ein Sohn seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen“.

18. Was will der Herr dadurch anzeigen? Nichts anderes als: des Menschen mächtigste Liebe auf dieser Welt ist die zu seinem Weibe. Denn was liebt der Mensch in seiner Ordnung mehr auf der Welt als sein liebes braves, gutes Weib? Im Weibe steckt somit des Mannes ganze Liebe, wie umgekehrt das Weib in seiner Ordnung sicher nichts mächtiger liebt als einen ihrem Herzen entsprechenden Mann.

19. So wird denn auch in diesem Gebote unter dem Bilde des Weibes die ganze Liebe des Mannes oder des Menschen überhaupt gesetzt, weil das Weib im Ernste nichts anderes als eine äussere, zarte Umhüllung der Liebe des Mannes ist.

20. Wem kann nun bei dieser Erklärung entgehen, dass unter dem Bilde: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“ ebensoviel gesagt ist als: Du sollst nicht zu deinem Vorteil die Liebe deines Nächsten verlangen, und zwar die ganze Liebe, weil das Weib auf der Welt ebenfalls die ganze Liebe des Mannes in sich begreift.

21. Wenn ihr dieses nur einigermassen genau betrachtet, so werdet ihr es sogar mit den Händen greifen, dass alle äusseren, uns bekannten Unbestimmtheiten des äusseren bildlichen Gesetzes nichts als lauter innere allgemeine Bestimmtheiten sind. Wie, wollen wir sogleich sehen.

22. Sehet, das „Du“ ist unbestimmt. Warum? Weil dadurch im inneren Sinne jedermann verstanden wird, einerlei ob männlichen oder weiblichen Geschlechtes. Ebenso ist das Weib unbestimmt, denn es ist nicht gesagt, ob ein altes oder ein junges, ob eines oder mehrere, ob ein Mädchen oder eine Witwe. Warum ist solches unbestimmt? Weil die Liebe des Menschen nur eine ist, und ist weder ein altes noch ein junges Weib, noch eine Witwe, noch ein lediges Mädchen, sondern sie als die Liebe ist in jedem Menschen nur eine. Nach dieser soll der Nebenmensch kein Verlangen haben, weil sie eines jeden Menschen eigenstes Leben ist. Ein jeder, der nach dieser Liebe ein habsüchtiges, neidisches oder geiziges Verlangen hat, erscheint gewisserart als ein Mordlustiger neben seinem Nächsten, indem er sich dessen Liebe oder Leben zu seinem Vorteil bemächtigen möchte. Also ist auch der Nächste unbestimmt. Warum? Weil darunter im geistigen Sinne jeder Mensch ohne Unterschied des Geschlechtes verstanden wird.

23. Ich meine, daraus sollte euch schon ziemlich klar sein, dass der von mir euch kundgegebene innere Sinn der allein rechte ist, weil er alles umfasst.

24. Es wird hier vielleicht mancher, aus seinem Mondviertellichte sich brüstend, einwenden und sagen: Wenn die Sache sich so verhält, da ist es ja keine Sünde, wenn jemand seines Nächsten Weib oder Töchter beschläft oder sie dazu verlangt. Da sage ich: Oho, mein lieber Freund! Mit diesem Einwurfe hast du stark ins Blaue gedroschen. Wird unter dem, dass du die Liebe deines Nächsten nicht begehren sollst, und zwar seine ganze Liebe, nicht alles das verstanden, was er als lebensteuer in seinem Herzen trägt? Siehe, also sind auch im Ernste nicht nur das Weib und die Töchter deines Nächsten in dem Gebote deinem Verlangen vorenthalten, sondern alles, was die Liebe deines Bruders umfasst.

25. Aus diesem Grunde auch wurden uranfänglich die zwei letzten Gebote als ein Gebot zusammen gegeben. Sie sind nur dadurch unterschieden, dass im neunten Gebote des Nächsten Liebe mehr sonderheitlich zu respektieren dargestellt ist, im zehnten Gebote aber wird eben dasselbe im inwendigsten Sinne ganz allgemein zur respektierenden Beobachtung zusammengefasst dargestellt.

26. Dass sonach auch das Begehren des Weibes und der Töchter des Nächsten verboten ist, kann sicher ein jeder Mensch mit seinen Händen greifen. Es verhält sich mit der Sache gerade also, als so man jemandem einen ganzen Ochsen gibt, man damit auch seine Extremitäten, seinen Schweif, Hörner, Ohren und Füsse usw. mitgibt. Oder so der Herr jemandem eine Welt schenken würde, da wird er ihm doch alles, was auf derselben ist, mitgeben und nicht sagen: Nur das Innere der Welt ist dein, die Oberfläche aber gehört mir.

27. Ich meine, klarer kann die Sache zum Verständnisse des Menschen nicht gegeben werden. Wir haben nun den inneren, wahren Sinn dieses Gebotes, wie er in allen Himmeln ewig geltend ist und die Glückseligkeit aller Engel bedingt, vollkommen kennengelernt und sind jedem möglichen Einwurfe begegnet. Also sind wir damit auch zu Ende und wollen uns daher sogleich in den elften glänzenden Saal vor uns begeben. Allda werden wir erst alles bisher Gesagte im klarsten Lichte wie auf einem Punkte zusammengefasst und bestätigt finden. – Also treten wir hinein!

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The 10th Commandment… Thou shalt not covet thy neighbor’s wife!

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101).
The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 93

1. We are in it and see on the tablet written in clear font: “Thou shalt not covet thy neighbor’s wife!”

2. It hardly needs to be mentioned that this commandment here in the pure realm of the spirit, and especially in the realm of children, surely sounds a bit strange to every thinker. For the moment, these children do not know in the least what a married woman is, for instance, and secondly marriage between the sexes is absolutely not the norm or the way at all, especially in the realm of the children. In the kingdom of spirits this commandment appears to have, according to this consideration, no application.

3. But it will be said: Why would the Lord not have given one out of ten commandments which corresponds only to earthly conditions? For on earth, the connection between man and woman is customary and is therefore an old-established relationship based on the Divine order, which without a commandment, cannot remain in the Divine order. So one can assume here that among the ten commandments, the Lord has given one merely for the maintenance of the order of an external, earthly relationship, so that by maintaining this order, a spiritual, inner, superior order is not disturbed.

4. Well, if that is so, then I say: this commandment is then nothing but a highly superfluous repetition of the sixth commandment, which in any case is quite the same. For even here, in its complete course, everything is represented as forbidden, which has only some relation to fornication, whoring, and adultery, both in the physical, and especially in the spiritual sense.

5. If we weigh this a little against each other, it follows that this commandment is not good for heaven, and that it is a superfluous addition to the sixth commandment.

6. But I already see someone saying: Ha! Dear friend, you are mistaken. This commandment, forbidding the very thing that is forbidden in and of itself, which is prohibited in the sixth commandment, is nevertheless quite peculiar to itself and higher and deeper than the sixth commandment. In the sixth commandment, evidently, only the real gross act is forbidden, but in this tenth, the desire, and the desire as the all-time root-cause for action. For one often sees that especially young husbands usually have beautiful young wives. How easy it is for another man to forget his wife, who may not be beautiful, and to gape at the beautiful wife of his neighbor, awakening an ever greater urge and an ever greater desire for his neighbor’s wife, and commit adultery with her.

7. Well, I say, looking at this commandment from this point of view, there are no more than a half-legion of ridiculous and foolish things, by which the Divine nature of such a sublime commandment gets dragged through the filthiest dust and the most stinking sludge of the worldly wits and minds of the people. For the sake of example and explanation, we will, of course, cite some ridiculousness, so that it will be clear to everyone how shallow and external this commandment was understood, explained, and acted upon, for over eight centuries.

8. A man should therefore have no desire for the wife of his neighbor. Here it can be asked: What kind of longing or desire? Because there are a lot of honest and well-tolerated longings and desires that a neighbor can address to the wife of his neighbor. But in the commandment it is absolutely necessary to have “no desire”. As a result, only the two neighbors may be in conversation with each other, but each other’s women should always be looked upon with contempt. This is no more and no less than an almost Turkish conception of this Mosaic commandment.

9. Further, if one considers the matter literally and materially, surely one must literally take everything literally, and not take a few words literally and a few words spiritually; which would be just the same as if someone would wear a pair of trousers with one leg black and the other a very subtle transparent white. Or, as if to claim that a tree had to grow such that half of its trunk would appear with bark and the other with no bark. According to this consideration, the tenth commandment prohibits only the desire for the wife of the “neighbor”. Who can that be in the literal sense? Nobody else but either the nearest neighbors or close blood relatives. Literally, therefore, one should have no desire only for the wives of these two neighbors; the wives of distant inhabitants of a district, and especially the wives of foreigners, who are certainly no neighbors, could be demanded without further ado. For such a person will understand without mathematics and geometry that in comparison to the nearest neighbor, one living a few hours away, or even a foreigner, cannot be reckoned for a neighbor or a close relative. See, that too is Turkish, because they hold this commandment only towards Turks, towards foreign nations, they have no law. – Let’s proceed.

10. I ask: is the wife of my neighbor exempt from this attitude of the Divine law? For the law only states that a man should have no desire for the wife of his neighbor. But there is no syllable of the commandment that a randy woman should have no desire for her nearest neighbor. In this way, the women is evidently given a privilege to seduce the men they see without hesitation. And who will forbid them to do such a thing, since there is no commandment from the Lord in this case? That, too, is from Turkish philosophy; for the Turks know from the literal sense of the Bible that the women are free from such laws. Therefore, they lock them up so they cannot go outside and make other men lust after them. If a Turk permits a walkabout to one of his wives, she must make her appearance so unflattering, that she would even inspire respect in a bear. She is only allowed to show her charm in front of her husband. Who can raise an objection against it, as if such could not be recognized from the literal sense of this commandment? Obviously, this ridiculousness has its undeniable cause in the commandment itself. But let’s go on.

11. Cannot the nearest neighbors have grown-up daughters or other pretty maids? According to the tenth commandment, is it lawful or not to have desire for the neighbor’s daughters or other girls, even as a husband? Apparently, such is permitted, for in the sixth commandment, there is no talk of desire, but only of the act. But the tenth commandment only forbids the desire for the wife, so the desire for the daughters and any other pretty girls of the neighbor is permitted without argument. – Look; Here again we have a Turkish interpretation of the law. But in order to make the matter clear as daylight we want to cite a few such ridiculous things.

Chapter 94 – Who is the ‘you’ in the tenth commandment?

1. The law says: “Thou shalt not desire thy neighbor’s wife.” – Is it not possible to ask: Who is actually “you”? Is he a married man, a widower, an unmarried young man, a youth, or is it also a woman to whom one can also say: Thou shalt not do this or that? It will be said here that this is primarily intended for the male sex, regardless of whether single or married, and that women may incidentally also be included and should not have the right to entice and desire other men, all of that is self-evident.

2. But I say however: If men are even able to determine their statutes, and in their very statutes they make fine and clever dispositions for every possible case, then one cannot blame the Lord as if He had given inconclusive laws out of ignorance, or, like a cunning lawyer, He would have put his laws on paper as such that people would inevitably have to sin one way or the other.

3. I think that to come to such a conclusion at the closer consideration of this seemingly indefinite law, would be a bit gross. It is therefore much more feasible to conclude that this law, like all others, is a most definite one. It has been so distorted and misinterpreted over time, and especially in the period of the hierarchy that has arisen, that by now, no man knows the actual, true meaning of this law. And all that happened because of sheer greed. In the true sense of the word, this law would never have given a penny to the priesthood, but in its covert sense, it gave rise to all sorts of taxed mediations, dispensing, and divorces; and of course in the earlier days far more than now. For then it was the case that two or more neighbors could not protect themselves against the transgression of this law. How come?

4. Of course, they had to conscientiously confess several times a year, out of great fear of hell. Then they were diligently examined on this point, and even in the case of if some neighbour would give a beautiful young woman at the side of a neighbour even a thought, a glance, or even a conversation,it was explained to be an adulterous sin against this commandment, which was usually accompanied with a sacrificial penalty. If the approach was a little closer, condemnation was complete, and the one who had sunk down to Hell on the pair of balances of St. Michael had to throw very important sacrifices into the other empty scale, so that it would tip over again and pull the poor condemned sinner fortunately out of hell again. The priests who held the power of God are not among those who demand much, but they rather want everything in earnest!

5. In this way many very wealthy knights and counts once had to bite the bullet and, on top of that, as a remission from hell, bequeath their goods to the church. Their unfortunate wives were taken into a convent as atonement for the punishment of their unfaithful husbands. Also the possible children both male and female were then usually divided into such monasteries, where one must possess no earthly riches.

6. I think that this should be enough to see all the really nasty things that came out of the distortion of this law. The indeterminate “you” of the law was the primary source of dispensing, which usually incorporated the most. If someone had made a great sacrifice, you could modify the “you”, so that the sinner at least would not go to hell. On the contrary, however, this “you” could also be so damnably determined, by the presumed power of ‘binding and loosing’, that only very significant sacrifices could help the sinner in salvation from hell.

7. We have now seen to what aberrations the indefinite “you” gave opportunity. But let us not content ourselves with this, but consider some of these ridiculous interpretations, so that it becomes all the clearer to everyone how necessary the acquaintance with the pure meaning of the law is, without which one can never become free, but must remain slavishly under the curse of the law! – And so we proceed!

Chapter 95 – Examples of wrong views of the tenth commandment

1. As the law says, we know that it prohibits a desire or longing. But now it comes to mind: some man is impoverished while his neighbor is a rich man. The wife of the neighbor, as the neighbor of our poor man, has, as he knows, a compassionate and benevolent heart. Our poor man evidently gets a longing for the benevolent wife of his neighbor, and desires to silence his hunger. Question, did he sin or not? He obviously had a desire and longing for the wife of his neighbor. But since it says: Thou shalt have no desire for the wife of thy neighbor, who can justifiably declare this reasonable desire of the poor as sinful? For under “no desire, no longing,” surely every desire and every longing must be forbidden, since in the word “none” there allows no exception whatsoever. So, therefore, a desire of whatever kind must be forbidden.

2. Does this not make it seem as if the Lord thereby wished to divert the female sex from charity, according to which, then, every good deed that a housewife gives to a poor man, is to be regarded as a sin which completely runs counter to the Divine command?

3. But is it possible to think of such an absurd command coming from the supreme love of the Lord? It could be said here, of course, that the commandment is limited only to carnal, sensual desire. But I say: It is good, so if it should be thus, then just allow me to make some remarks. If these remarks kill the “should be thus”, then every one of us must be content to take another course in determining this commandment. And so you hear the remarks.

4. The commandment should therefore only prohibit a sensual carnal desire. Good, I say, but ask: Is there a certain woman in the command, or are all the women included in the commandment, or are there certain natural exceptions?

5. Suppose several neighbors have old, no longer attractive women. We can be assured that these neighbors no longer have a carnal desire for both their wives. Accordingly, only the young women should be understood, and only if they are beautiful and charming. Surely even men who are old and full of days, will not be much tortured by carnal sensual desires towards whatever women of their neighbors.

6. From this, however, we see that this law is valid only under certain conditions. So the law has gaps and thus has no general validity. For where nature already makes exceptions and a law does not even have the full natural validity, how should it extend to the spiritual? If you cannot understand this, just break off a tree and see if it will then grow and bear fruit.

7. But a Divine law must surely be so constituted that its blissful validity is “lawful” for all eternity. If, however, in the course of the short earthly existence, it is naturally pushed beyond the applicable limits, and thus already ceases to be active in the natural state of man, what shall it then be for eternity? Is not every law of God founded in His infinite love? But what is it afterwards, when such a law is made invalid? Is this something different from what one might claim that Divine love, under certain circumstances, also ceases to be valid for man?

8. But this is also the basis of the sad faith of your pagan-Christian side, according to which the love of God lasts only as long as man lives in this world. Once he has died in his body and merely exists there in soul and spirit, the immutable, terribly strict, punitive angry righteousness of God takes immediate effect, in which there is no talk of everlasting love and mercy.

9. If man, through his way of life, deserves heaven, he will not go to heaven because of the Divine love, but only according to the Divine justice, of course, through his own good and pleasing mercy. But if man has not lived thus, eternal damnation is present immediately, from which salvation is never to be expected. In other words, it says as much as that there is some stupid Father who has set up a law in His household against His children, which means:

10. I give complete freedom to all my children from birth until their seventh year. During this time you should enjoy all my love without distinction. After the seventh year, however, I withdraw my love from all the children and from then on I either want to judge you or make you happy. Those who, as minor children, have kept my heavy laws, from the seventh year onwards shall enjoy their highest pleasure. But those who, in the course of the seven years, have not completely improved one atom according to my great law, from now on are to be forever cursed and rejected from my, the father’s, house. – Say, what would you say to such a cruel donkey of a father? Would not that be more than the most shameful tyranny of all tyrants?

11. But if you were to find such a man indescribably foolish, bad, and evil, how horribly nonsensical must those men be who can ascribe even far worse things to God, who is the Supreme Love and Wisdom Himself!

12. What did the Lord do on the cross as the sole Divine Wisdom, since, by manner of speech, He was as if separated from the eternal Love? He, as Wisdom, and as such the foundation of all righteousness, turned Himself to the Father or the eternal Love, not calling for just vengeance, but He implores Love to forgive all these abusers, including the high priests and Pharisees their deeds, for they did not know what they were doing!

13. So this is what Divine justice does for itself. Should the infinite Divine Love then begin to condemn where the Divine justice implores the still infinitely more merciful Love for mercy?

14. If one does not accept that the Lord was really serious in His request, and says that He has only done so as an example, does one not then make of the Lord a hypocrite, by only seemingly making Him ask for forgiveness on the cross, but secretly one sees in Him the irrepressible revenge, according to which He has long condemned all these evildoers to the most intense hellish fire?

15. O world! O people! O most terrible nonsense that could ever be conceived in all infinity and eternity! Is it possible to think of something more shameful than to make the Lord on the cross a liar, a false preacher, a traitor, and thus a universal con artist, for the false, though temporally lucrative, justification of hell? From whose mouth except from that of the arch-satan can such a doctrine and words come?

16. I think it is enough here, too, to bring you to the realization of what abominations may come from a very wrong interpretation and exegesis of a Divine law. That it is all the same with you in the world, you can already grasp with your own hands. But why it is so, for what reason, you did not know and could not know; for this law’s knot was too confused, and no one could ever fully loosen this knot.

17. Therefore, the Lord had mercy on you, and let you in the sun, since it is certainly bright enough to announce to you the true solution to this knot, so that you may have insight into the general cause of all evil and darkness.

18. It will of course be said: Yes, how can so much evil depend on the misunderstanding of the Ten Commandments of Moses?

19. I think: Because these ten commandments are given by God and carry in themselves the whole infinite order of God Himself.

20. Therefore, whoever would step out of the Divine order at one point or another, no longer remains in the Divine because it is equal to a straight path. If somebody deviates from this path, can he say: I have deviated only a quarter, fifth, seventh or tenth of the way? Certainly not. For as he leaves the path in the least, he has already departed from the whole way. If he does not wish to return, it will certainly be possible to assert that the single point on the way, where the wanderer deviated from it, had removed the wanderer from the whole way.

21. And so it is with every single part of the Divine law. It will not be easy to find someone who would have terribly sinned against every law, as this is almost impossible. But it is enough if someone would sin at a point and then insist on it. He thus departs from the whole law, and if he does not want it and the Lord does not want to help him, he would never return to the way of the law or the Divine order. And so you may also be assured that most of the evils of the world unfortunately probably originate from selfish and malicious misunderstanding, or rather from the malicious distortion of the meaning of these last two Divine commandments.

22. But we have now sufficiently revealed the ridiculousness and false interpretations of this commandment; Therefore, let us proceed to the correct meaning of this law, in the light of which you will all see these foolish things incomparably brighter highlighted.

Chapter 96 – Reason for concealment of the actual meaning of the tenth commandment

1. Here are some who have read the preceding saying: We are seriously curious about what this commandment has for a proper permanent purpose, since every sense we have previously attached to this commandment has irrevocably been drawn into the absurdly ridiculous as it was presented. We seriously would like to know who is the “you”, and also, the wife? For out of this commandment, nothing can be established with certainty. “You” may well be anyone, but whether a woman can be understood by that is still uncertain. At best, the neighbor could be more closely defined, especially if one takes that word in a broader sense, whereby then anyone who needs our help is our neighbor. But the wife is causing the greatest dilemma; because one does not know if a married woman or a single person of the female gender is to be understood. Of course, it is written as singular and not plural; but that does not make the matter any more specific. For if one accepts polygamy in any part of the world, then obviously the simple number would have a new catch. For all this, we are all the more curious about the true meaning of this commandment, in that the literal sense is everywhere wholly inconsistent.

2. And I say: So it is certain and clear that with the assumption of the pure external sense of the letter, only the greatest nonsense can be represented, but never any established truth.

3. It will of course be said here: Yes, why did the Lord not give the law immediately so that it would not be obscure for everyone, but appear quite open in the sense that it actually exists and how it can be observed in that very sense?

4. This objection, at first sounds rather wise; but considered in the light, it is so stupid that one cannot easily imagine something more stupid. But for all to easily see the extraordinary absurdity of this objection, as if one would stand only a few miles away from the sun, and then suddenly see it up close – or like one who cannot see the forest for the trees, so I will make some natural, very brief observations for this occasion.

5. Let us suppose that a so-called naturalist and botanist would like to ask for the convenience of his investigation: Why did not the creative power of the highest Creator create the trees and plants in such a way that the inner core is outside and the bark inside? It would be easy to observe the rising of the juice into the branches and twigs and their reactions and other effects with a microscope? For it cannot have been the intention of the Creator to put the thinking man on earth in such a position that he should never penetrate into the mystery of the miraculous effects of nature. – What do you say to this desire? Is it not extremely stupid?

6. Suppose, however, that the Lord could be bribed by such a request and thus turn the trees and the plants inside out – will not other naturalists come in immediately and say: What good is the consideration of the external core, if we cannot discover the wonderful formation of the inner bark? What follows from this? The Lord would have to submit Himself again now and fix the bark and the core on the outside of the tree in an incomprehensible way. Suppose, however, that the Lord had really done so and the interior of the tree consists now only of wood. Will not another naturalist at once announce a new need and say: Because the bark on the one side and the core on the other, all the wonderful formation of the wood is now concealed. Could not a tree be designed so that everything, core, wood and bark were exposed or at least be as transparent as the air?

7. Whether one can make a tree with all of its countless many necessary organs as transparent as air or at least as pure as water is what opticians and mathematicians should decide. By the way, whether any fruit will grow on perfectly airy trees, may be experienced in the regions of the North Pole or South Pole. For there are sometimes such phenomena that, as in the winter, crystalline ice-trees burst open on the glass windows in the way you do in the winter, but there, in the air. Whether figs and dates appear on these trees, has not yet been determined.

8. With regard to the trees, where everything, core, wood, and bark, should be exposed, you can be perfectly assured that it would be just as easy to make a square ball as such a tree. I think that by this consideration, the stupidity of the above objection should be as clear as the sun before the eyes. But to make the matter, as usual, really excessive, let’s add a few more considerations.

9. Let us suppose that when a doctor who has to study a great deal, and has already swallowed a whole heavy cart full of erudition like a polyp, is called to a dreadfully ill patient, he is often at the sickbed, like a pair of newly-tethered oxen on a steep mountain. The doctor is asked by the bystanders: How is the patient, what is wrong with him? Can him be helped?

10. At these questions the doctor makes a scholarly, but still very questionable and embarrassed face and says: My dears! Nothing can yet be determined; I must first test the illness with some medicine. If there are any reactions, I’ll know what to think of it. But if no reactions occur here, then you must realize for yourself that someone like us simply cannot look into our bodies to find out the location of the disease and its condition.

11. But somebody says somewhat laconically: Mister Doctor, our Lord God would have done better if He had created man like the carpenter does a cabinet that you can unlock and see what is inside. Or the Creator should have placed the more delicate parts, which can be so difficult to reach by means of the fingers, ears, eyes, and nose on the outside, so that this can be easily fixed with a plaster, an ointment, or with a bandage. But it would be best if He had either created man transparent as the water or He should not have made him with such life-endangering parts, but should have made him overall more like a stone.

12. The doctor wrinkles his nose a little, but still speaks: Yes, my dear friend, that would be good and better, but it simply is not the way you just wished it to be. So we have to be content with it, if we are only able to depend on experience regarding the inner state of health and illness of a person by means of experience. For if man were also to open like a box, it would be much more perilous for every human being than it is, because only one little awkward grasp on the inside could instantly take a life. And if one were also able to inspect the entrails through such an opening, that would be of little use. The intestines and their fine organs would have to remain closed since all vital juices and every life activity would cease at the opening of the organ. But as far as the external positioning of the internal parts of the body is concerned, my dear, that would give the human form a most unattractive sight. And if the human being were completely transparent, each would be frightened of the other, for he would simultaneously see the skin, the muscles, the vessels, the nerves, and finally the bones. That such a sight would not be inviting, you can imagine for yourself.

13. I think that in this consideration, the foolishness of the above objection will be more obvious to you.

14. But there is someone else who speaks: It is, of course, absurd to think of natural, material things, that their internal things should at the same time make up their appearance. But the word in itself is neither a tree, nor an animal, nor a human, but it is in and of itself spiritual, in that it bears nothing material in itself. Why should it be like a tree or humans, or any incomprehensible inner meaning? Or how should this be possible considering the already extraordinary simplicity and flatness of the word?

15. Well, I say, let’s take the word “father”. What does it mean? Is the word already the father himself, or does the word signify a truly essential father, of whom this word is merely an external feature? It will be said: Obviously here the word is not the father himself, but only an external designation of it. Well, but then I ask: What then must one understand under the word, so that one recognizes this word as an external, correctly identifying type? Answer: The word must be a man of an appropriate age, married, having living children with his wife, and then truly caring for them physically and spiritually.

16. Who can deny in the least that this rather stretched and exceedingly essential meaning must be contained in the simple word “father,” without which this word would not be a word?

17. But even if in external relations every simple word must permit a more inward explanation and dissection, how much more must each external word have an internal spiritual sense, for everything which is signified by external words, has in itself an inward spiritual power and activity. A father certainly has a soul and spirit. Will the word properly describe the term “father” if it excludes the soul and the spirit? Certainly not, for the essential Father consists of body, soul and spirit, that is to say, something external, internal and deeply internal. If, then, the essential Father is thus alive, then must not the word indicating the father, just as perfectly reflect as in a mirror in the Word, the Father in its essence?

18. I think that a necessary inner sense of the word cannot be represented more completely and clearly. From this, however, it can also be seen that the Lord, if He manifests His will in the world, cannot announce it to external people according to His eternal Divine order, except only through external, pictorial representations, which then are obviously supported by an internal one and an innermost sense. Through this, then, the whole man is supplied with Divine love from his inward to his utmost.

19. But now that we have more than demonstrated the necessity and the certainty of such an institution, it will be an easy matter to find the inner, true meaning of our law almost by itself; and as it is portrayed by me, at least to recognize the incontrovertible, the only true and universal. – And so we go straight to such a presentation!

Chapter 97 – The inner, self-evident meaning of the tenth commandment

1. The law therefore reads, as we already know it by heart: “Thou shalt not covet thy neighbor’s wife,” or: Thou shalt have no desire for thy neighbor’s wife, which is one and the same thing. – Who is “the woman” and who is the “neighbor”?

2. The woman is the love of every man, and the neighbor is every man with whom I come into contact, who is possibly in need of my help. If we know that, we basically know everything.

3. What does the commandment therefore say? Nothing other than: Every human being should not demand the love of his neighbor for his own good; for self-love is in and of itself nothing else than to attract the love of the other for one’s own enjoyment, but not having one spark of love to give back to him.

4. This is then the law in its spiritual sense. But one says:

5. Here it is evidently reproduced in the sense of the letter, which one might have pronounced in the beginning just as well as now, whereby many aberrations would have been prevented. – But I say: That’s correct, though. If one splits a tree in the middle, the core also comes out, and one can look at it just as easily as you could the bark before.

6. The Lord, however, has diligently veiled the inner sense in an outer, natural picture, so that this sacred, inward, living sense should not be attacked and destroyed by any malevolent man, whereby then all the heavens and worlds could be brought to the greatest harm. For this reason, the Lord also said: “Before the great and mighty wise men of the world, it shall remain hidden, and be revealed only to the small, the weak, and the underaged.

7. This principle is already prevalent in the things of nature. Suppose that the Lord created the trees so that their core and their main organs of life would be at the outside of the trunk? Say you yourselves, how many dangers would a tree be exposed to, every second?

8. You know, if you deliberately or wantonly pierce a tree’s inner core, the tree is done for. If any evil worm gnaws through the main trunk root, which is in close contact with the core of the tree, the tree dies. Who is not familiar with the malicious so-called “bark beetle”? What does he do to the trees? He gnaws first on the wood and eats here and there into the main organs of the tree and the tree dies. If, in this already well-guarded manner, the tree is still exposed to so many dangers of life, to what extent would he be exposed if his essential life-organs would be at the outside of the trunk?

9. See, it is just the same and unspeakably worse with the word of the Lord. If the inner meaning would be exposed at the outset, then there would have been already for a long time no religion among men. They would have gnawed and clawed at this inner, holy meaning of their lives as if on the outer bark of the tree of life. The inner holy city of God would have been a long time ago so thoroughly destroyed that no stone would have remained on the other, as they did with the old Jerusalem, and as they did it with the outer words, which only exist in the literal sense.

10. For the word of God in its outward, literal sense as you have it in the Holy Scriptures before you, is so very much different from the original text, as today’s most wretched city of Jerusalem is different from the ancient cosmopolitan city of Jerusalem.

11. All this displacement and fragmentation, and also abbreviation only in the external sense of the letter, is not detrimental to the inner sense, because the Lord, through His wise providence, has created His order since eternity as such, that one and the same spiritual truth would stay preserved undamaged among a great variety of external images.

12. But the case would be quite different if the Lord had at once given the naked inner spiritual truth without a protective outer covering. They would have destroyed this holy, living truth and destroyed it at their discretion, and all life would have been done for.

13. But because the inner sense is so obscured that the world can never possibly find it, life remains secure, even though its outer garment is torn into pieces. And so, of course, the inner sense of the word sounds when it is revealed, as if it were equal to the external sense of the word, and can also be expressed by articulated sounds or words. But that does not confuse the issue in the least. For this reason, the inner, living, spiritual sense nevertheless remains, and is recognizable in that it embraces the whole Divine order, while the picture containing it, expresses only a special relationship which, as we have seen, can never have one general meaning.

14. But just as the commandment just described in the picture, is but an external envelope, and how the inner sense now announced to you is a truly inner, spiritual, and living one, I would like to clearly explain to you with a small reflection.

15. The outer pictorial commandment is known; inwardly it says: Have no desire for the love of your brother or sister!

16. Why is this content and vital commandment here wrapped in the image of the not to be desired woman?

17. On this occasion, I only call your attention to a saying of the Lord Himself, in which He expresses Himself about the love of man for a woman, since He speaks: “So a son will leave his father and his mother and cleave to his wife”.

18. What does the Lord mean by this? Nothing else than man’s most powerful love in this world is that for his wife. For what does man in his order love more in the world than his dear, good, honest wife? In the woman, therefore, the whole love of the man is contained, just as, conversely, the woman in her order certainly loves nothing more powerfully than the man who corresponds to her heart.

19. Thus, in this commandment, under the image of the woman, the whole love of the man or of man in general is set, because the woman is in earnest nothing but an outer, tender covering of the love of the man.

20. Who can escape the explanation that with the picture, “Thou shalt not covet thy neighbour’s wife”, as much is said as: you shall not demand to your own advantage the love of your neighbor, and all other loves, because the world as wife also includes the whole love of man in itself.

21. If you would consider it with more detail, you will even grasp it with your hands, that all the outer, known vagueness of the external pictorial law are nothing but pure inner general determinations. How, we shall soon see.

22. See, the “you” is indefinite. Why? Because in the internal sense, “everyone” is understood, regardless of male or female gender. Likewise, the woman is indefinite, for it is not said whether an old or a young, whether one or more, whether a girl or a widow. Why then indefinite? Because the love of man is only one, and is neither an old nor a young woman, nor a widow, nor a single girl, but she, as love, is singular in each man. For this, the neighbor should have no desire, because it is each person’s own life. Anyone who has an arrogant, envious, or avaricious desire for this love, is a murderer of his neighbor, seeking to seize his life or love to his advantage. So the neighbor is indefinite too. Why? Because in the spiritual sense, “everyone” is understood, without distinction of gender.

23. I think it should be quite clear to you that the inner sense that I have shown you is the only right one, for it encompasses everything.

24. There may be some who, boasting out of their lunar quarter-light, may object and say, If this is the case, then it is not a sin for anyone to tempt or long after their neighbor’s wife or daughter. I say: Oh, my dear friend! With this assumption you have strongly lost your way into the blue. With the fact that you should not desire the love of your neighbor, and indeed all his love, is not understood “all that he carries as a life duty” in his heart. Behold, therefore, not only the wife and the daughters of your neighbor in the commandment are deprived of your desire, but everything that is embraced by your brother’s love.

25. For this reason, the two last commandments were initially given as one commandment. They are only distinguished by the fact that in the ninth commandment, the love of the neighbor is more singularly to be respected, but in the tenth commandment the very same is given in the most inward sense, representing the observation of respect in general terms.

26. That the desire for the wife and the daughters of the neighbor is forbidden, surely every man can reach this realization with his hands. It is the same than if you give someone a whole ox, you also give its extremities – the tail, horns, ears, feet and so on. Or if the Lord would give a world to someone, then he will give him everything that is on the same and not say: Only the inside of the world is yours, but the surface is Mine.

27. I think the matter cannot be made more clear to the understanding of man. We have now fully acquainted ourselves with the inner, true meaning of this commandment, as it is eternally valid in all the heavens and conditions the bliss of all angels, and we have met every possible objection. So we’re done with that and want to go straight to the eleventh illuminated hall in front of us. There we shall find everything that has been said so far in the clearest light, summarised and confirmed in one point. – So we enter!