GEBOT 11… DIE GOTTESLIEBE… Wie liebe ich Gott über alles ?… – COMMANDMENT 11… THE LOVE OF GOD… How do I love God above all else ?…

<= Zurück zur Übersicht / Back to Overview

Geistige Sonne Jakob Lorber deutsch-Das elfte Gebot 11-Die Gottesliebe erlautert-das grosste gebot ist die liebe Spiritual Sun Jakob Lorber english-The eleventh Commandment 11-Love of God explained-the greatest commandment is love
=> VIDEO => PDF => AUDIO… => VIDEO => PDF => AUDIO…
Verwandte Botschaften…
=> Sturm der Angst, Zweifel & Unsicherh.
=> Lasst eure Lehrer & Führer los
=> Dies ist das Wort aus Meinem Mund
=> Licht – Leben – Liebe… Jesus erklärt
=> Ihr habt keine Gottesliebe in euch
=> Das Gebot der Nächstenliebe erklärt
=> 3 Tiere der Offenbarung & Zahl 666
=> Jene die Mich lieben, gehorchen
=> Maria & Martha aus Meiner Perspekt.
=> Prüft eure Motive in Meinem Spiegel
Related Messages…
=> Storm of Fear, Doubt & Insecurity
=> Let go of your Teachers & Leaders
=> This is the Word of My Mouth
=> Light – Life – Love… Jesus explains
=> You don’t have the Love of God in you
=> Commandm. of Brotherly Love expl.
=> 3 Beasts of Revelation & Number 666
=> Those who love Me, obey
=> Mary & Martha from My Perspective
=> Check your Motives in My Mirror

flagge de  Erläuterung des 11. Gebotes… ‘Die Gottesliebe’

Erläuterung des 11. Gebotes… ‘Die Gottesliebe’

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101).

Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 98

1. Wir sind bereits in diesem Saale und ersehen hier in der Mitte des Saales ebenfalls an einer großen, weißen, glänzenden Säule eine runde Tafel. Sie glänzt wie die Sonne, und in ihrer Mitte steht mit rubinrot leuchtender Schrift geschrieben:

2. „Du sollst Gott deinen Herrn lieben über alles, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen von Gott dir verliehenen Lebenskräften“. –

3. Nebst dieser inhaltsschweren, prachtvollen Sonnentafel erblicken wir auch, mehr als sonst in irgendeinem Saale, eine Menge schon groß gewachsener Kinder, welche, wie ihr bemerken könnet, bald die Tafel anblicken, bald sich wieder mit ihren Lehrern besprechen und bald ganz in sich versunken, die Hände kreuzweise auf die Brust legend, gleich Statuen dastehen. Der ganze Anblick sagt schon, daß es sich hier um etwas außerordentlich Wichtiges handelt.

4. Es dürfte vielleicht mancher fragen und sagen: Solches stünde wohl offenbar zu erwarten. Aber wenn man die Sache beim Lichte recht betrachtet, so will dieses auf der Sonnentafel geschriebene Gebot ja doch nichts anderes sagen, als was im Grunde alle früheren Gebote zusammen gesagt haben. Warum muß denn gerade diese Tafel hier also glänzen, während alle vorhergehenden zehn Tafeln nur einfach weiß und wie gewöhnlich mit einer dunklen Substanz beschrieben waren? – Diese Bemerkung ist nicht ganz ohne Gehalt. Dessen ungeachtet verliert sie hier ihren Wert, so wie alle anderen Lehren und Behauptungen gegen ein einziges Wort aus dem Munde des Herrn ihren Schein notwendig verlieren müssen.

5. Es verhält sich mit der Sache gerade so, wie es sich auf der Welt in der großen Natur tagtäglich beinahe handgreiflich beurkundet. Nehmen wir an, wie viele tausend und tausendmal tausend kleinere und mitunter auch stärkere und etwas größere Lichter strahlen in jeder Nacht aus den hohen Himmeln zur finsteren Erde herab. Der Mond selbst ist nicht selten die ganze Nacht hindurch tätig. Neben diesen herrlichen Lichtern zünden zur Nachtzeit die Menschen auf der Erde beinahe ebensoviele künstliche Lichter an.

6. Bei dieser Fülle von Lichtern und Lichtern sollte man meinen, es müsse in der Nachtzeit auf der Erde vor lauter Licht nicht auszuhalten sein. Allein die Erfahrung hat noch allezeit gezeigt, daß es auf der Erde nach dem Untergange der Sonne trotz der stets mehr und mehr auftauchenden Lichter am Himmel stets finsterer wird, je tiefer sich die Sonne unter den Horizont hinabsenkt.

7. Wer kann sagen, diese Lichter seien nicht herrlich? Ja, ein nur mittelmäßiger Verehrer der Wunder Gottes muß beim Anblicke des gestirnten Himmels zur Nachtzeit sich auf die Brust klopfen und sagen: O Herr, ich bin nicht würdig, in diesem Deinem Heiligtume, in diesem Deinem unendlichen Allmachtstempel zu wandeln! Ja fürwahr, man kann in jeder Nacht mit vollem Rechte ausrufen: O Herr! Wer Deine Werke betrachtet, hat eine eitle Lust daran!

8. Warum denn eine eitle? Weil ein jeder Mensch für sich im Ernste hinreichend Grund hat, aus lauter Lust und Wonnegefühl darum fromm-eitel zu sein, weil Derjenige, der solche Wunderwerke erschuf, sein Vater ist!! – Es hat also ein jeder billigermaßen ein heiliges Recht darauf, sich zu freuen, wenn er in einer Nacht mehr in sich gekehrt die großen Wunderwerke seines allmächtigen Vaters betrachtet. Und fürwahr, die Flamme einer Lampe und die am Herde ist nicht minder ein Wunderwerk des allmächtigen Vaters, als das glanzvoll strahlende Licht der zahllosen Sterne des Himmels!

9. Und sehet nun, aller dieser hoch zu bewundernden Wunderpracht gleicht das Alte Testamentswort in allen seinen Teilen.

10. Wir erblicken an diesem alten, aber immer noch nächtlichen Himmel eine kaum zählbare Menge von größeren und kleineren Lichtern. Sie strahlen herrlich, und wer sie betrachtet, wird allezeit mit einer geheimen, heiligen Ehrfurcht erfüllt. Warum? Weil sein Geist Großes ahnt hinter diesen Lichtern. Aber sie sind noch zu weit entfernt von ihm. Er kann schauen und greifen und fühlen, aber die kleinen Lichter wollen mit ihrem großen Inhalte seinem forschenden Geiste nicht näherrücken.

11. Wer sind aber diese Himmelslichter in dem alten Himmel des Geistes?

12. Sehet, es sind alle die euch bekannten vom Geiste Gottes erfüllten Patriarchen, Väter, Propheten, Lehrer und Führer des Volkes. – Aber auf der Erde gibt es ja auch eine Menge künstlicher Lichter, wer sollen denn diese sein im Alten Testamente? Das sind diejenigen achtenswerten Menschen, die nach dem Worte, welches aus dem gottbegeistigten Menschen kam, treulich lebten und durch ihren Lebenswandel ihre Nachbarn erleuchteten und erquickten.

13. Also haben wir diese herrliche Nachtszene vor uns. Wohl werden durch manche nächtliche Partialstürme hie und da die Strahlen des Himmels mit schnell dahineilenden Wolken flüchtig verdeckt. Aber derselbe Sturm, der ehedem eine lichtfeindliche Wolke über das prachtvolle Sternengezelt brachte, eben dieser Sturm treibt diese Wolke über den Horizont hinab, und nach ihm wird das Firmament reiner, als es zuvor war. Alles wird ängstlich ob eines solchen kurzwährenden Sturmes und wünscht sich wieder die ruhige, herrliche, von so vielen tausend Lichtern durchleuchtete Nacht. Aber ein Naturkundiger spricht: Solche Stürme sind nichts als gewöhnliche Vorboten des nahen Tages, daher solle man nicht ängstlich sein.

14. Also ist es auch fürwahr. Denn wo große Kräfte in Bewegung gesetzt werden, da kann man doch mit Recht schließen und sagen: Hier kann eine noch größere, ja die allergrößte Urkraft nicht fern sein, denn kleine Winde sind nichts als Seitenströmungen eines nicht sehr fernen großen Orkans. Also hat unser Naturkundiger ja recht, und wir erquicken uns noch immer an der herrlichen Pracht der Wundernacht. –

15. Wir schwärmen gleich den Verliebten unter den vielen Fenstern des großen Prachthauses umher, und blicken mit phantasie- und sehnsuchtsvoller Brust hinauf zu den durch eine Nachtlampe schwach erleuchteten Lichtöffnungen des Hauses, hinter denen wir den Gegenstand unserer Liebe wittern.

16. Viele Ahnungen, tausend inhaltsschwere Gedanken zucken da gleich Sternschnuppen über unsern Liebehimmel, aber kein solch flüchtiges ephemeres Licht will dem Durste unserer Liebe eine genügende Labung reichen.

17. Also geht es den Menschen auch in dem alten nächtlichen Sternenhimmel des Geistes. Aber was geschieht? Durch den Aufgang der Sonne fängt der Horizont an sich zu röten. Heller und heller wird es über dem Horizont des Aufganges. Noch einen Blick nach dem ehemals so herrlichen Himmel, und was ersieht man? – Nichts als einen Stern um den anderen verschwinden. –

18. Die Sonne, die herrliche, geht mit ihrem urewigen Tagesglanze auf und kein Sternchen am Himmel ist mehr zu erschauen, denn die eine Sonne hat jedes Himmelsatomchen heller gemacht mit dem einen Lichte, als in der Nacht all die zahllosen Sterne zusammen so etwas zu bewirken imstande gewesen wären.

19. Dem harrenden Verliebten, der die ganze Nacht hindurch vergeblich geschwärmt hatte, geht am für ihn inhaltsschweren Hause nur ein Fenster auf. Und von diesem einen Fenster begrüßt ihn der ersehnte Gegenstand seines Herzens und sagt ihm mit einem wohlwollenden Blicke mehr als ehedem die Nacht hindurch seine zahllosen Phantasien und Gedanken!

20. So sehen wir in der großen Natur tagtäglich eine Szene, die unserer geistigen vollkommen entspricht.

21. Den Mond, gleich dem Moses, sehen wir mit abnehmendem und erblaßtem Lichte hinter das abendliche Gebirge untertauchen, wenn die mächtige Sonne am Morgen über den Horizont emporsteigt. Was auch immer ehedem in der Nacht in ein noch so geheimnisvolles Dunkel gehüllt war, steht jetzt hell erleuchtet vor jedermanns Augen!

22. Das alles ist die Wirkung der Sonne. Und am geistigen Himmel alles die Wirkung des Einen Herrn, des Einen Jesus, der da ist der alleinige Einige Gott Himmels und aller Welten!

23. Was Er Selbst in Sich ist als die göttliche Sonne aller Sonnen, das ist auch ein jedes einzelne Wort aus Seinem Munde gesprochen gegen alle zahllosen Worte aus dem Munde begeisterter Patriarchen, Väter und Propheten. Zahllose Ermahnungen, Gesetze und Vorschriften ersehen wir im Verlaufe des Alten Testamentes. Das sind Sterne und auch künstliche Lichter der Nacht. Dann aber kommt der Herr, spricht nur ein Wort – und dieses Wort wiegt das ganze Alte Testament auf. –

24. Und sehet, aus eben diesem Grunde erscheint auch dieses eine erste Wort hier in diesem elften Saale als eine selbstleuchtende Sonne, deren Licht zahllose Sterne wohl erleuchtet, es aber dagegen ewig nimmer vonnöten hat, sich des Gegenschimmers der Sterne zu bedienen. Denn es ist ja das Urlicht, aus dem alle die zahllosen Sterne ihr teilweises Licht genommen haben.

25. Und so wird es auch hier in dieser Erscheinlichkeit sicher begreiflich sein, warum die vormaligen zehn Tafeln nur weiß, also mattschimmernd, aufgerichtet sind, wogegen wir hier das urewige Sonnenlicht dargestellt erschauen, das keines Vor- und Nachtlichtes bedarf, sondern schon in sich alles Licht faßt.

26. Wer dieses nur einigermaßen beherzigt, der wird es vollkommen einsehen, warum der Herr gesagt hat: „In diesem Gebote der Liebe sind Moses und alle Propheten enthalten“. Es ist sicher ebensoviel gesagt, als so man natürlichermaßen sagen möchte: Am Tage erblickt man darum die Sterne nicht mehr und hat deren Licht auch nicht mehr vonnöten, weil all ihr Licht in dem einen Lichte der Sonne zahllos aufgewogen wird. – Wie aber durch solches hier die volle Wahrheit sich handgreiflich darbietet, werdet ihr in der Folge ersehen. –

Kapitel 99 – Die Liebe Gottes – der Urgrundstoff aller Geschöpfe.

1. Die Liebe Gottes ist der Urgrundstoff aller Geschöpfe, denn ohne diese hätte ewig nie etwas erschaffen werden können. Diese Liebe entspricht der allbelebenden und zeugenden Wärme, und nur durch die Wärme sehet ihr die Erde unter euren Füßen grünen.

2. Durch die Wärme wird der starre Baum belaubt, blühend, und die Wärme in ihrem Wesen ist es, die die Frucht am Baume reift. Es gibt überhaupt auf der ganzen Erdoberfläche kein Wesen oder Ding, das seinen Ursprung im gänzlichen Wärmemangel nehmen könnte.

3. Man wird hier etwa sagen und einwenden: Das Eis ermangelt doch sicher aller Wärme, und besonders das Polareis. Mit dem wird die Wärme doch nicht gar zu viel zu schaffen haben, denn bei nahe vierzig Grad Kälte möchte man wohl dasjenige Wärmemessungsinstrument kennen, das dort noch irgendeine Wärme heraustüpfeln könnte. Ich aber sage hierzu nichts anderes, als daß die Gelehrten dieser Erde das Instrument noch nicht erfunden haben, mit dem sie den eigentlichen Wärmestoff vom eigentlichen Kaltstoffe wohl ausmeßlich absondern und gewissenhaft bestimmen können. Bei uns, die wir im inwendigen reinen Wissen sind, ist ein ganz anderes Maß eingeführt und gebräuchlich.

4. Die Gelehrten der Erde fangen da mit der Messung der Kälte an, wo das Wasser gefriert. Wenn beim Gefrierpunkte schon die eigentliche Kälte anfängt, da möchte ich denn doch den Grund wissen, nach welchen Gesetzen oder auf welche Art und Weise dann die Kälte zunehmen kann? Warum empfindet man bei euch eine Temperatur von etwa vier bis fünf Graden unter dem sogenannten Eispunkte noch leidlich erträglich? Wenn aber das Thermometer bis auf achtzehn Grade gesunken ist, da wird ein jeder die Kälte schon sehr schmerzlich empfinden. Kann man hier nicht sagen, und das mit vollem Rechte: Achtzehn Grad Kälte sind darum empfindlicher als vier Grade, weil bei vier Graden offenbar noch mehr Wärme als bei achtzehn Graden vorherrschend ist? Kann man nun achtzehn Grade schon als komplette Kälte annehmen? O nein, denn man hat schon dreißig Grad Kälte erlebt. Diese war noch viel schmerzlicher als die mit achtzehn Graden. Warum? Weil sie wieder bei weitem weniger Wärme in sich enthielt als die mit achtzehn Graden. Aber vierzig Grade werden noch schmerzlicher sein als dreißig. Ist man aber darum schon berechtigt, die vierzig Grade als vollkommen wärmelos zu erklären?

5. Ich aber will euch sagen, daß das nichts als Übergänge von der Wärme zur Kälte und also auch umgekehrt sind. Daher kann man diesen viel richtigeren Maßstab annehmen:

6. Jedes Ding, jeder Körper, der noch erwärmungsfähig ist, kann nicht völlig kalt genannt werden, sondern er hat ebensoviel Wärme in sich, als wie groß und dicht er ist. Ein Eisklumpen vom höchsten Norden kann am Feuer geschmolzen und das Wasser dann bis zum Sieden gebracht werden. Hätte dieses Eis nicht gebundene Wärme in sich, nimmer könnte es erwärmt werden.

7. Kälte ist demnach diejenige Eigenschaft eines Wesens, in der durchaus keine Erwärmungsfähigkeit mehr vorhanden ist. So kann man mit Recht selbst die Bildung des Eises am Nordpole einzig und allein der Reaktion der Wärme zuschreiben, wo sie von der Kälte bedroht ihre Körper ergreift, zusammenzieht und festet, damit sie der eigentlichen Kälte den festesten Widerstand leisten können.

8. Die Wärme ist demnach gleich der Liebe, die eigentliche Kälte aber gleicht der eigentlichen höllischen Liebelosigkeit. Wo diese herrschend auftreten will, da bewaffnet sich ihr gegenüber die alles belebende und erhaltende Liebe, und die eigentliche alles ertötende Kälte vermag der so bewaffneten Liebe keinen Sieg abzugewinnen.

9. Was heißt denn hernach: „Liebe Gott über alles“? – Natürlicherweise betrachtet kann es unmöglich etwas anderes heißen als:

10. Verbinde deine dir von Gott gegebene Lebenswärme mit der dich erschaffenden und erhaltenden Urwärme deines Schöpfers, so wirst du das Leben ewig nimmer verlieren.

11. Wirst du aber deine Liebe oder deine Lebenswärme freiwillig von der göttlichen Urlebenswärme trennen und gewisserart als ein selbständig herrschendes Wesen dasein wollen, so wird deine Wärme keine Nahrung mehr haben.

12. Du wirst dadurch in einen stets größeren Kältegrad übergehen. Und je tiefer du hinabsinken wirst in die stets mächtiger kaltwerdenden Grade, desto schwerer wird es halten, dich wieder zu erwärmen. Bist du aber in die vollkommene Kälte übergegangen, dann bist du dem Satan ganz anheimgefallen, wo du als rein kalt keiner Erwärmung mehr fähig bist!

13. Was da mit dir weiter geschieht, davon weiß kein Engel des Himmels dir eine Silbe zu sagen.

14. In Gott sind freilich unendliche Tiefen. Wer aber wird diese ergründen und dabei das Leben behalten? –

15. Ich meine, aus dieser kurzen Vorerwähnung wird man schon ziemlich klar anfangen können, sich einen Begriff zu machen, warum dieses Gebot, dieses eine Wort des Herrn, der Inbegriff, ja eine Sonne aller Sonnen und ein Wort aller Worte ist. – In der Folge wollen wir noch mehreres davon sprechen. –

Kapitel 100 – Was heißt: Gott über alles lieben?

1. Ich sehe einen, der da kommt und spricht: Es wäre schon alles recht, aber wie sollte man dieses eine göttliche Wort an Gott Selbst realisieren? Wie sollte man denn so ganz eigentlich Gott lieben, und das über alles? Sollte man in Gott etwa also verliebt sein, wie ein junger Bräutigam in seine schöne und reiche Braut? Oder sollte man in Gott also verliebt sein, wie ein Mathematiker in eine mathematische Berechnung oder ein Astronom in seine Sterne? Oder sollte man also verliebt sein wie ein Spekulant in seine Ware oder ein Kapitalist in sein Geld oder wie ein Herrschaftsbesitzer in seine Herrschaften oder auch wie ein herrschender Monarch in seinen Thron? Das sind die einzig möglichen Maßstäbe ernster menschlicher Liebe, denn der Kinder Liebe zu ihren Eltern kann man nicht füglich als einen ernsten Maßstab der Liebe aufstellen, indem das Beispiel lehrt, daß Kinder ihre Eltern verlassen können, um entweder irgendeine gute Heirat zu machen oder viel Geld zu gewinnen oder eine hohe Ehrenstelle einzunehmen. Bei all dem tritt die Liebe der Kinder zu ihren Eltern zurück und muß notwendig einer mächtigeren Platz machen. Daher sind hier nur die mächtigsten Maßstäbe der menschlichen Liebe angeführt, und da fragt es sich, nach welchem soll man so eigentlich die Liebe zu Gott bemessen?

2. Wenn aber nun jemand kommt und spricht: Nach diesem oder jenem, da sage ich einwendend: Freund! Das kann nicht sein.

3. Es ist wahr, die von mir angeführten mächtigsten Liebemaßstäbe sind wohl die einzigen, wonach des Menschen größte Liebekraft bemessen werden kann; aber es heißt ja, man solle Gott über alles lieben, was so viel sagen will als: mehr, als alles in der Welt.

4. Da fragt es sich, wie es anfangen, wie die Liebe zu einer Potenz erheben, von der sich kein menschlicher Geist irgendeinen meßbaren oder vergleichbaren Begriff machen kann? Man wird etwa sagen: Man solle Gott noch mehr lieben als sein eigenes Leben. Da sage ich, der Einwender: Mit der Liebe des eigenen Lebens hält die allerhöchste Liebe zu Gott noch weniger irgendeinen Vergleich aus als mit der Liebe der Kinder zu ihren Eltern. Denn es gehört schon viel dazu, daß die Kinder ihr Leben aus Liebe zu ihren Eltern aufs Spiel setzen, im Gegenteil haben sie es lieber, so die Eltern für sie auf Leben und Tod kämpfen.

5. Alsonach erscheint die Eigenliebe der Kinder gegenüber der Liebe zu ihren Eltern nicht selten bei weitem mächtiger. Aber wir sehen andererseits, daß die Kinder der Menschen für andere Vorteile häufig ihr Leben beinahe verachtend aufs Spiel setzen. Der eine segelt in stürmischen Nächten über den Ozean, ein anderer stellt sich vor die feuernde Front der feindlichen Armee, ein dritter begibt sich nicht selten in lockere Abgründe der Erde, um sich da metallene Schätze zu holen. Und so sehen wir, daß diese äußeren weltlich-ernsten Maßstäbe menschlicher Liebe sicher kräftiger sind und eine allgemeinere Geltung haben als die Liebe der Kinder zu ihren Eltern und die Liebe zum eigenen Leben.

6. Aber was nützen alle diese Maßstäbe, wenn weit über sie hinaus die Liebe zu Gott auf einer solchen Potenz stehen soll, gegen die alle anderen Liebemaßstäbe ins reine Nichts zurücksinken sollen? Sehet, meine lieben Freunde und Brüder, unser Einwender hat uns scharf angegriffen, und wir werden uns recht kräftig auf die Beine stellen müssen, um gegen den Einwender das Übergewicht zu gewinnen.

7. Aber ich sehe soeben wieder einen sehr ernstlich aussehenden Gegenkämpfer. Dieser tritt seines Sieges ganz sicher auf und spricht: Oh, mit diesem Einwender werden wir bald fertig werden, denn der Herr hat uns ja selbst den ausdrücklichen Maßstab gegeben, wie man Gott lieben soll. Ich brauche daher nichts anderes zu sagen, als was der Herr Selbst gesagt hat, nämlich: „Wer Meine Gebote hält, der ist es, der Mich liebt“. – Das ist somit der eigentliche Maßstab, wie man Gott lieben soll.

8. Wenn der Einwender genug scharfe und starke Zähne hat, so soll er noch versuchen, irgendeine andere unübertreffliche Liebeswaage aufzustellen. Gut, sage ich, der Einwender ist noch zur Seite und macht Miene, diesen Einwurf ein wenig zu zerbeißen. Wir wollen ihn daher anhören und sehen, was er alles vorbringen wird. Er spricht:

9. Gut, mein lieber, freundlicher Gegner! In der Aufstellung deiner Einwendung hast du mir gegenüber zum Maßstabe der höchsten Liebe zu Gott nicht viel mehr bewiesen als ein ziemlich gutes Gedächtnis, dem du so manche Texte aus der hl. Schrift zu danken hast. Aber siehe, wer aus all den Texten einen lebendigen Nutzen ziehen will, der muß nicht nur wissen, wie sie lauten, sondern er muß in sich lebendig verstehen, was sie sagen wollen.

10. Was würdest du denn sagen, so ich dir eben aus dem Munde des Herrn Selbst gesprochen nicht nur einen, sondern mehrere Gegensätze dazu aufstellen würde, laut denen der Herr Selbst die Liebe aus der Erfüllung des Gesetzes als nicht genügend darstellt? Du machst zwar jetzt ein Gesicht, als möchtest du sagen: Dergleichen Texte dürften in der Schrift doch wohl etwas karg ausgestreut sein. Ich aber erwidere dir: Lieber Freund, durchaus nicht. Höre mich nur an, ich will dir gleich mit einem halben Dutzend, so du es willst, aufwarten.

11. Ist dir das Gespräch des Herrn mit dem reichen Jünglinge bekannt? Fragt nicht dieser: „Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Was antwortet ihm da der Herr? Du sprichst triumphierend: Der Herr spricht: „Halte die Gebote und liebe Gott, so wirst du leben!“ Gut, sage ich, was spricht aber der Jüngling? Er spricht: „Meister, das habe ich von meiner Kindheit an gehalten“.

12. Das ist alles richtig. Warum aber, frage ich, hat der Jüngling diese Antwort dem Herrn gegeben? Er wollte Ihm dadurch sagen: Trotzdem ich das alles von meiner Kindheit an gehalten habe, verspüre ich dennoch nichts von dem wunderbaren ewigen Leben in mir.

13. Warum erklärt der Herr nun darauf dem Jünglinge die Haltung der Gebote zur Erreichung des ewigen Lebens nicht als genügend, sondern macht sogleich einen sehr gewaltigen Zusatz, indem Er spricht: „So verkaufe alle deine Güter, verteile sie unter die Armen und folge Mir nach!“

14. Frage, wenn der Herr also Selbst einen solchen Zusatz macht, genügen da als höchste Liebe zu Gott die beobachteten Gesetze? Siehe, da hat es schon einen Haken, gehen wir aber weiter!

15. Was spricht einmal der Herr zu Seinen Aposteln und Jüngern, als Er ihnen die zu erfüllenden Pflichten vorstellt und anpreist? Er spricht nichts anderes als bloß die einfachen, sehr bedeutungsvollen Worte: „Wenn ihr aber alles getan habt, da bekennet, daß ihr faule und unnütze Knechte seid“.

16. Ich frage dich nun: Erklärt hier der Herr die Haltung der Gebote als genügend, indem Er doch offenbar erklärt, daß ein jeder das Gesetz vollkommen erfüllende Mensch sich als völlig unnütz betrachten solle? Siehe, da wäre der zweite schon etwas gewaltigere Haken. Aber nur weiter!

17. Kennst du das Gleichnis von dem Pharisäer und Zöllner im Tempel? Der Pharisäer gibt sich frohen Gewissens vor dem Heiligtume selbst das treue Zeugnis, daß er, wie gar viele nicht, das Gesetz Mosis in seinem ganzen Umfange allezeit genauest, also vollkommen buchstäblich erfüllt habe. Der arme Zöllner rückwärts in einem Winkel des Tempels aber gibt durch seine ungemein demütige Stellung jedem Beobachter getreu zu erkennen, daß er eben mit der Haltung des Mosaischen Gesetzes nicht gar viel muß zu schaffen gehabt haben, denn seiner Sünden gar wohl inne, getraut er sich nicht einmal zum Heiligtume Gottes hinaufzublicken, sondern bekennt selbst seine Wertlosigkeit vor Gott und bittet Ihn um Gnade und Erbarmen.

18. Da möchte ich denn doch wohl wissen von dir, du mein lieber textkundiger Freund, warum, wenn das Gesetz genügt, der Herr hier den das ganze Gesetz streng beobachtenden Pharisäer als ungerechtfertigt und den armen sündigen Zöllner als gerechtfertigt aus dem Tempel gehen läßt?

19. Siehe, wenn man das so recht beim Lichte betrachtet, so scheint es, als hätte der Herr da mit der alleinigen Haltung des Gesetzes schon wieder Selbst einen dritten sehr bedeutenden Haken gemacht. Du zuckst nun schon mit den Achseln und weißt nicht mehr, wie du daran bist. Mache dir aber nichts daraus, es soll schon noch besser kommen! Also nur weiter.

20. Was möchtest du denn sagen, wenn ich dir aus der Schrift, und zwar aus dem Munde des Herrn Selbst einen Text anführen möchte, laut welchem Er das ganze Gesetz indirekt als ungültig erklärt und dafür ein ganz anderes Hilfsmittel setzt, durch welches Er Selbst einzig und allein die Gewinnung des ewigen Lebens verbürgt?

21. Du sprichst nun: Guter Freund, diesen Text möchte ich auch hören. Sollst ihn gleich haben, mein lieber Freund! Was spricht einmal der Herr, als Er ein Kind am Wege fand, es aufnahm, herzte und kosete? Er spricht: „So ihr nicht werdet wie dieses Kind, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen!“

22. Frage: Hat dieses Kind, das noch kaum einige Worte zu lallen imstande war, die Gesetze Mosis je studiert und dann sein Leben streng darnach gerichtet? Auf der ganzen Welt gibt es sicher keinen so dummen Menschen, der so etwas behaupten könnte. Frage demnach: Wie konnte der Herr hier als höchstes Motiv zur Gewinnung des ewigen Lebens ein Kind bezeichnen, das mit dem ganzen Gesetze Mosis noch nie ein Jota zu tun hatte? Freund, ich sage hier nichts weiter als: So es dir beliebt, so mache mir darüber eine einwendliche Erörterung. Du schweigst. So ersehe ich, daß du mit deiner Aufstellung dich bei diesem vierten Haken schon ziemlich tief in den Hintergrund zurückgezogen hast. –

Kapitel 101 – Worin besteht die Liebe zu Gott?

1. Du hast in diesen vier Punkten gesehen, daß der Herr einesteils die alleinige Haltung des Gesetzes zur Erlangung des eigentlichen ewigen Lebens nicht als hinreichend darstellt und in dem vierten Punkte dasselbe sogar indirekt aufhebt.

2. Was möchtest du aber sagen, so ich dir ein paar Punkte anführen möchte, wo der Herr sich über die Haltung des Gesetzes sogar tadelnd ausspricht? Du sagst hier: Das wird wohl nicht möglich sein! Dafür kann ich dir sogleich nicht nur mit einem, sondern, so du es willst, mit mehreren Beispielen aufwarten. Höre!

3. Jeder, der das Mosaische Gesetz in seinem Umfange nur einigermaßen durchblättert hat, dem muß es bekannt sein, wie sehr Moses die Gastfreundschaft dem jüdischen Volke anbefohlen hat. Wer sich gegen die Gastfreundschaft versündigte, war vor Gott und vor den Menschen für strafwürdig erklärt. Das Gesetz der Gastfreundschaft ward dem jüdischen Volke, welches sehr zur Habsucht geneigt war, um so mehr eingeschärft, um dieses Volk dadurch vor der Eigenliebe und Habsucht zu verwahren und es zur Nächstenliebe zu leiten.

4. Gesetz war es daher, einen fremden Gast, besonders wenn er der jüdischen Nation angehörte, mit aller Aufmerksamkeit zu empfangen und zu bedienen; und dieses Gesetz rührte von Gott her, denn Gott, und nicht Moses, war der Gesetzgeber.

5. Als aber eben derselbe Herr, der einst durch Moses die Gesetze gegeben hatte, zu Bethania in das Haus des Lazarus kommt, da ist Martha gesetzesbeflissenst und bietet alle ihre Kräfte auf, um diesen allerwürdigsten Gast gebührendst zu bedienen. Maria, ihre Schwester, vergißt vor lauter Freude über den erhabenen Gast des Gesetzes, setzt sich untätig zu Seinen Füßen hin und hört mit der größten Aufmerksamkeit die Erzählungen und Gleichnisse des Herrn an. Martha, über ihrer Schwester Untätigkeit und Gesetzesvergessenheit bei dieser Gelegenheit ein wenig erregt, wendet sich selbst eifrig zum Herrn und spricht: „Herr! ich habe so viel zu tun, beheiße Du doch meine Schwester, daß sie mir ein wenig helfe!“ – Oder noch deutlicher gesprochen: Herr, Du Gründer des Mosaischen Gesetzes, erinnere doch meine Schwester an die Haltung desselben.

6. Was spricht aber der Herr hier? „Martha, Martha!“ spricht Er, „du machst dir viel zu schaffen um Weltliches! Maria aber hat sich den besseren Teil erwählt, welcher ewig nimmer wird von ihr genommen werden.“

7. Sage du mir nun, mein lieber Freund, ob das nicht ein offenbarer Tadel vom Herrn gegen die gar emsige und genaue Haltung des Gesetzes ist, wie im Gegenteil eine außerordentliche Belobung derjenigen Person, die sich gewisserart um das ganze Gesetz nicht kümmert, sondern nur durch ihre Handlungsweise also spricht (Maria):

8. Herr, so ich nur Dich habe, da ist mir die ganze Welt um den schlechtesten Stater feil! – Zeigt hier der Herr nicht wieder, daß die alleinige Haltung des Gesetzes niemandem den bessern, ja besten Teil gibt, der ewig nimmer von ihm genommen wird? Siehe, das ist demnach ein fünfter Haken. Aber nur weiter!

9. Was spricht der Herr Selbst bei Moses, und zwar im dritten Gebot: „Du sollst den Sabbat heiligen!“? Frage, was tut aber der Herr Selbst im Angesichte Seiner buchstäblichen Erfüller des Gesetzes? Siehe, Er geht her und entheiligt Selbst den Sabbat, offenbar nach dem Buchstabensinne des Gesetzes, und erlaubt sogar Seinen Jüngern, an einem Sabbat Ähren zu lesen und sich mit den Körnern zu sättigen. Wie gefällt dir diese Haltung des Gesetzes Mosis, wo der Herr Selbst nicht nur allein für Sich, sondern zum größten Ärgernisse der buchstäblichen Gesetzeserfüller den ganzen Sabbat sozusagen über den Haufen wirft? Du wirst sagen, das konnte der Herr ja wohl tun, denn Er ist auch ein Herr des Sabbates.

10. Gut, aber ich frage: Wußten die sich ärgernden Pharisäer, daß des Zimmermanns Sohn ein Herr des Sabbats ist? – Du meinst, sie hätten solches an Seinen Wunderwerken erkennen sollen. Da aber sage ich: Bei diesem Volke waren Wunderwerke nicht hinreichend, um die vollkommene Göttlichkeit in Christo zu erkennen, denn Wunderwerke haben alle Propheten gewirkt zu allen Zeiten, die echten wie auch mitunter die falschen. Man kann also das nicht voraussetzen, daß die Wunder Christi die Pharisäer von Seiner Göttlichkeit und Herrlichkeit hätten überzeugen sollen.

11. Alle Propheten aber bis auf Ihn haben den Sabbat geheiligt, Er allein warf ihn über den Haufen. Mußte das nicht den Buchstabenerfüllern ein Ärgernis sein? Allerdings, und dennoch ließ der Herr nicht mit Sich handeln.

12. Was geht aber aus dem hervor? Nichts anderes, als daß der Herr die Haltung des Gebotes allein für sich betrachtet ganz unten ansetzt. Warum? Ein kleines Gleichnis aus deiner eigenen Sphäre wie aus der Sphäre eines jeden Menschen, der je in der Welt gelebt hat, soll dir die Antwort bringen:

13. Ein Vater hat zwei Kinder. Er hat diesen Kindern seinen Willen wie gesetzlich bekanntgegeben. Einen Acker und Weingarten zeigte er ihnen und sprach: Ihr seid kräftig geworden, und so verlange ich von euch, daß ihr für mich nun den Weingarten und den Acker fleißig bearbeitet. Aus eurem Fleiße werde ich erkennen, welcher von euch beiden mich am meisten liebt. Nun, das ist das Gesetz, laut welchem natürlich demjenigen Sohne, der den Vater am meisten liebt, des Vaters Herrlichkeit zuteil wird.

14. Was tun aber die beiden Söhne? Der eine nimmt den Spaten und sticht den ganzen Tag fleißig die Erde um und bestellt den Acker und den Weingarten. Der andere läßt sich bei der Arbeit mehr, wie man zu sagen pflegt, gut geschehen. Warum? Er spricht: Wenn ich auf dem Acker oder in dem Weingarten bin, da muß ich stets meinen lieben Vater entbehren, zudem bin ich nicht so herrlichkeitssüchtig wie mein Bruder. Habe ich nur meinen lieben Vater, kann ich nur um Ihn sein, der meinem Herzen alles ist, da frage ich wenig um eine oder die andere Zuteilung einer Herrlichkeit.

15. Der Vater sagt diesem zweiten Sohne auch dann und wann: Aber siehe, wie dein Bruder fleißig arbeitet und sucht sich meine Liebe zu verdienen. Der Sohn aber spricht: O lieber Vater! Wenn ich am Felde bin, da bin ich dir fern, und mein Herz läßt mich nicht ruhen, sondern spricht immer laut zu mir: Die Liebe wohnt nicht in der Hand, sondern im Herzen, daher will sie auch nicht mit der Hand, sondern mit dem Herzen verdient sein! Gib Du, Vater, meinem Bruder, der so emsig arbeitet, den Acker und den Weingarten. Ich aber bin von dir hinreichend beteilt, wenn du mir nur erlaubst, daß ich dich nach meiner Herzenslust allezeit lieben darf, wie ich dich lieben will und muß, weil du mein Vater, mein Alles bist.

16. Was wird nun da wohl der Vater sagen, und das aus dem innersten Grunde seines Herzens? Sicher nichts anderes als:

17. Ja, du mein geliebtester Sohn, dein Herz hat dir das meinige enthüllt; das Gesetz ist nur eine Prüfung. Aber mein Sohn, die Liebe steckt nicht im Gesetze, denn jeder, der das Gesetz allein hält, hält dasselbe aus Eigenliebe, um sich dadurch mit seiner Tatkraft Meine Liebe und Meine Herrlichkeit zu verdienen. Der aber also das Gesetz hält, der ist noch fern von Meiner Liebe, denn seine Liebe hängt nicht an Mir, sondern am Lohne.

18. Du aber hast dich umgekehrt, hast das Gesetz zwar nicht verschmäht, weil es dein Vater gegeben hat, aber du hast dich erhoben über das Gesetz, und deine Liebe führte dich über demselben zu deinem Vater zurück. Also soll denn auch dein Bruder den Acker und den Weingarten überkommen und in meine Herrlichkeit treten; du aber, mein geliebtester Sohn, sollst haben, was du gesucht hast, nämlich den Vater Selbst und alle Seine Liebe!

19. Ich meine, mein lieber Freund, aus diesem Gleichnisse wird es etwa doch handgreiflich klar sein, was da mehr ist, die allein trockene Gesetzhaltung oder deren Übergehung und das Ergreifen der alleinigen Liebe.

20. Sollte dir die Sache noch nicht völlig klar sein, da frage ich dich: So du Gelegenheit hättest, dir aus zwei Jungfrauen eine Braut zu wählen, von denen du zwar überzeugt wärest, daß dich beide lieben, aber noch nicht dessen völlig gewiß, welche dich am meisten liebt. Würdest du nicht sehr wünschen, zu erfahren, welche dich am meisten liebt, um sonach die dich am meisten Liebende zu wählen? Du sprichst: Das ist ganz klar; aber wie es anstellen, um das zu erfahren? Das wollen wir sogleich haben.

21. Siehe, zu der ersten kommst du hin. Sie ist emsig und tätig. Aus Liebe zu dir weiß sie sich aus lauter Arbeit nicht aus, und zwar aus lauter Arbeit für dich, denn sie macht für dich Hemden, Strümpfe, Nachtleibchen und noch mehr dergleichen Kleidungsstücke. Sie hat damit so vollauf zu tun, daß sie nicht selten aus lauter Arbeit kaum gewahr wird, wenn du zu ihr kommst. Siehe, das ist die erste. – Die zweite arbeitet sehr lässig. Sie arbeitet zwar auch für dich, aber ihr Herz ist zu sehr mit dir beschäftigt, als daß sie ihre Aufmerksamkeit der Arbeit spenden könnte. Besuchst du sie, und sie erblickt dich von weitem zu ihr kommend, da ist von einer Arbeit keine Rede mehr; denn da kennt sie nichts Höheres, nichts Verdienstlicheres als dich allein! Du allein bist ihr alles in allem, für dich gibt sie alle Welt! Sage mir, welche der beiden wirst du dir wählen?

22. Du sprichst: Lieber Freund! Um eine ganze Trillion ist mir die zweite lieber, denn was liegt mir an den paar Hemden und Strümpfen? Offenbar ist hier ersichtlich, daß mich die erste ja nur dadurch zu verdienen sucht, daß sie von mir die Anerkennung ihres Verdienstes erzwingen will. Die andere aber sucht mich zu erlieben. Sie ist über alle Verdienstlichkeit hinaus und kennt nichts Höheres als mich und meine Liebe. Diese würde ich auch zu meinem Weibe nehmen.

23. Gut, sage ich dir, mein lieber Freund, siehst du hier nicht deutlich das Wesen der Martha und der Maria? Siehst du, was der Herr zu der gesetzesbeschäftigten Martha spricht und was zu der müßigen Maria?

24. Aus dem aber kannst du auch ersehen, was der Herr über das Gesetz hinaus von jedem Menschen verlangt, und zugleich handgreiflich zu erkennen gibt, worin die Liebe des Menschen zu Gott besteht. – Aus eben dem Grunde verflucht der Herr sogar, erregt in Seinem Herzen, die Buchstabenerfüller des Gesetzes (die Pharisäer und Schriftgelehrten nämlich), lobt den sündigen Zöllner und macht den Dieben, Hurern und Ehebrechern das Himmelreich eher zugänglich als den trockenen Buchstabendreschern.

25. Daher frage ich, der Einwender, nun mit vollstem Rechte noch einmal, nach welchem Maßstabe man Gott über alles lieben soll? Habe ich den Maßstab, dann habe ich alles, habe ich aber den Maßstab nicht, dann liebe ich wie einer, der nicht weiß, was die Liebe ist. Daher noch einmal die Frage:

26. Wie soll man Gott über alles lieben? – Und ich, Johannes, sage: Gott über alles lieben heißt:

27. Gott über alles Gesetz hinaus lieben! – Wie das, soll die Folge zeigen. –

Kapitel 102 – Wie man Gott über alles liebt.

1. Um aber gründlich zu erfahren und einzusehen, wie man Gott über das Gesetz hinaus lieben soll, muß man wissen, daß das Gesetz an und für sich nichts anderes als der trockene Weg zur eigentlichen Liebe Gottes ist.

2. Wer Gott in seinem Herzen zu lieben anfängt, der hat den Weg schon zurückgelegt; wer aber Gott nur durch die Haltung des Gesetzes liebt, der ist mit seiner Liebe noch immer ein Reisender auf dem Wege, allda keine Früchte wachsen und nicht selten Räuber und Diebe des Wanderers harren.

3. Wer aber Gott rein liebt, der liebt Ihn schon über alles! Denn Gott über alles lieben heißt ja: Gott über alles Gesetz hinaus lieben. Wer draußen am Wege ist, der muß fortwährend Schritt um Schritt weiterschreiten, um so auf die mühevollste Weise das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Wer aber Gott alsogleich liebt, der überspringt den ganzen Weg, also das ganze Gesetz, und er liebt sogestalt Gott über alles.

4. Man dürfte hier vielleicht sagen: Das klingt sonderbar, denn nach unseren Begriffen heißt „Gott über alles lieben“: Gott mehr lieben als alles in der Welt. – Gut, sage ich und frage aber zugleich: Welchen Maßstab hat aber der Mensch dafür, um solch eine Liebe zu bemessen? Der Einwender hat diese Maßstäbe der für den Menschen höchst möglichen Liebe auf der Welt deutlich genug auseinandergesetzt und gezeigt, daß der Mensch auf diese Weise für die Über-alles-Liebe zu Gott durchaus keinen Maßstab hat.

5. Ich aber sage: Ist durch das gegebene Gesetz nicht alles dargetan, wie sich der Mensch in seiner Begierde zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat? Im Gesetze sind sonach alle Dinge dargestellt, und daneben für die Liebe des Menschen die gerechte Beschränkung gegeben, nach der sich ein jeder Mensch zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat.

6. Wenn aber nun jemand Gott über das Gesetz hinaus liebt, der liebt Ihn sicher auch über alle weltlichen Dinge hinaus, weil, wie gesagt, eben durch das Gesetz die Benutzung der weltlichen Dinge und das Verhalten zu denselben nach der göttlichen Ordnung dargestellt wird. Ein kurzer Nachtrag in vergleichender Stellung wird die ganze Sache sonnenklar machen.

7. Der Herr spricht zum reichen Jünglinge: „Verkaufe alles, teile es unter die Armen, und folge Mir!“ – Was heißt das? Mit anderen Worten nichts anderes als: So du, Jüngling, das Gesetz beobachtet hast, so erhebe dich nun über dasselbe, gib der Welt alle Gesetze und alle ihre Dinge zurück, und du bleibe bei Mir, so hast du das Leben!

8. Wer wird hier nicht erkennen, was Gott über das Gesetz hinaus lieben heißt?

9. Weiter spricht der Herr zu den Jüngern: „So ihr nicht werdet wie dies Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Was will denn das sagen? Nichts anderes als:

10. So ihr nicht wie dieses Kindlein, alles in der Welt nicht achtend, weder das Gesetz, noch die Dinge der Welt, zu Mir kommet und Mich wie dieses Kind mit aller Liebe ergreifet, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen! Warum denn nicht? Weil der Herr Selbst wieder spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Wer also zu Mir, der Ich vollkommen eins bin mit dem Vater, kommen will, der muß durch Mich in den Stall oder das Reich Gottes eingehen.

11. Solange sonach jemand nicht den Herrn Selbst ergreift, so lange kann er nicht zu Ihm kommen, und wenn er gleich wie ein Fels tausend Gesetze unveränderlich beobachtet hätte. Denn wer am Wege noch ist, der ist noch nicht beim Herrn, wer aber beim Herrn ist, was sollte der noch mit dem Wege zu schaffen haben?

12. Aber hier unter euch gibt es Toren, und das zu vielen Hunderttausenden, die den Weg viel höher halten als den Herrn. Und wenn sie schon beim Herrn sind, so kehren sie wieder um und entfernen sich von Ihm, um nur am elenden Wege zu sein! Solche haben mehr Freude an der Knechtschaft, an der Sklaverei, an dem harten Joche als an dem Herrn, der jeden Menschen frei macht. Sein Joch ist überaus leicht und sanft Seine Bürde. Leicht das Joch, auf daß es im Zuge des Lebens nicht drücke am Nacken der Liebe zum Herrn und gar sanft die Bürde, welche ist das alleinige Gesetz der Liebe! – Weiter sehen wir ein Beispiel.

13. Der gerechte Pharisäer lobt sich selbst am Wege; aber der Zöllner findet den ganzen Weg überaus beschwerlich. Denn nimmer vermag er dessen Ziel zu überschauen. Er beugt sich daher zutiefst vor dem Herrn in seinem Herzen, erkennt seine Schwäche und Unfähigkeit, den Weg genau zu gehen. Dafür aber erfaßt er Gott den Herrn mit seinem Herzen und macht dadurch einen Riesensprung über den ganzen beschwerlichen Weg und erreicht dadurch sein Ziel!

14. Wer wird hier nicht mit den Händen greifen, was „den Herrn über alles lieben“ heißt? – Also gehen wir weiter. Die Martha ist am Wege, die Maria am Ziele! Hier braucht man kaum mehr darüber zu sagen, denn zu klar und deutlich zeigt sich hier, was „den Herrn über alles lieben“ heißt.

15. Wollen wir aber die Sache zum Überflusse noch klarer haben, da betrachten wir noch die Szene, wo der Herr den Petrus dreimal fragt, ob er Ihn liebe? – Warum fragt Er ihn denn dreimal? Denn der Herr wußte ja ohnehin, daß Ihn Petrus lieb hatte, und wußte auch, daß Ihm Petrus die drei gleichen Fragen alle mit demselben Herzen und demselben Munde gleichbedeutend beantworten wird. Das wußte der Herr. Nicht darum auch hat Er diese Frage an den Petrus gestellt, sondern darum, daß der Petrus bekennen sollte, daß er frei ist und den Herrn über alles Gesetz hinaus liebe. Und so bedeutet die erste Frage: „Petrus, liebst du Mich?“ – Petrus, hast du Mich gefunden auf dem Wege? – Solches bejaht Petrus, und der Herr spricht: „Weide Meine Schafe“, das heißt: Lehre auch die Brüder Mich also finden! – Die zweite Frage: Petrus, liebst du Mich? heißt: Petrus, bist du bei Mir, bist du an der Türe? – Der Petrus bejaht solches, und der Herr spricht: „Also weide Meine Schafe!“ oder: Also bringe auch die Brüder, daß sie bei Mir seien an der Türe zum Leben! – Und zum dritten Male fragt der Herr den Petrus: „Liebst du Mich?“ Das heißt so viel als: Petrus, bist du über alles Gesetz hinaus? Bist du in Mir wie Ich in dir? – Ängstlich bejaht Petrus solches, und der Herr spricht abermals: „Also weide Meine Schafe und folge Mir!“ Das heißt so viel als: Also bringe du auch die Brüder, daß sie in Mir seien und in Meiner Ordnung und Liebe wohnen gleich wie du.

16. Denn dem Herrn folgen heißt: in der Liebe des Herrn wohnen. Ich meine, mehr noch zu sagen, was Gott über alles lieben heißt, wäre überflüssig. Und da wir nun solches wissen und das Licht des Lichtes erkannt haben, so wollen wir uns sogleich in den zwölften und letzten Saal begeben.

flagge en  Explanation of the 11th Commandment… ‘The Love unto God’

Explanation of the 11th Commandment… ‘The Love unto God’

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-102).

The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 98

1. We are already in this hall, and here in the middle of it, we also see a round tablet on a large, white, shiny pillar. It shines like the sun, and in its center is written in ruby-red writing:

2. You shall love God your Lord above all, with all your mind and with all your life forces bestowed upon you by God.

3. In addition to this meaning-laden, beautiful solar tablet, we see already grown children, more than the usual amount of the other halls, who, as you may notice, soon look at the table, then talk with their teachers again, and then become absorbed in themselves, their hands crosswise over their chests, standing like statues. The whole scene implies that this is something extraordinarily important.

4. Some may perhaps ask and say: Such would probably be expected. But if one looks at the matter in the correct light, then this commandment written on the solar tablet will say nothing other than what all the previous commandments have basically said together. Why, then, does this tablet here have to shine, while all the preceding ten tablets were simply white and, as usual, inscribed with a dark substance? – This remark is not without content. Nevertheless, it loses its value here, just as all other doctrines and claims against a single word from the mouth of the Lord must necessarily lose their appearance.

5. It is the same situation as is authenticated every single day in the world in the great nature. Suppose how many thousands upon thousands of smaller and sometimes stronger and slightly larger lights shine down from the high heavens to the dark earth every night. The moon itself is often active throughout the night. In addition to these beautiful lights, at night, people on Earth light almost as many artificial lights.

6. With this abundance of lights upon lights, one would think that at nighttime on earth, it would be impossible to bear it all. But experience has always shown that on the earth, after each sunset, it becomes darker as the sun sinks below the horizon, despite the ever-increasing number of lights in the sky.

7. Who can say these lights are not gorgeous? Yes, a mediocre admirer of the wonders of God must, at the sight of the starry sky at night, beat on his breast and say: O Lord, I am not worthy to walk in this, Your sanctuary, in this infinite temple of Your omnipotence! Yes indeed, one can rightfully exclaim every night: O Lord! Whoever looks at Your works experiences a vain desire for them!

8. Why then a vain one? Because every human being has reason enough for himself, out of sheer pleasure and bliss, to be piously vain because He who created such marvels, is his Father!! Thus, everyone has, as it were, a sacred right to rejoice when he looks at the great wonders of his Almighty Father during a night. And indeed, the flame of a lamp and that of the stove are no less a miracle of the almighty Father than the glorious radiance of the countless stars of the heavens!

9. And look now, all of this marvelous admirable splendor likens to the Old Testament in all its parts.

10. We see a barely countable amount of larger and smaller lights in this old nocturnal sky. They radiate splendidly, and whoever looks at them is always filled with a secret, holy reverence. Why? Because his spirit suspects great things behind these lights. But they are still too far away from him. He can look and grab and feel, but the little lights with their great content do not want to move closer to his inquiring spirit.

11. But who are these heavenly lights in the old heaven of the spirit?

12. See, they are all the patriarchs, fathers, prophets, teachers, and leaders of the people who are known to you by the Spirit of God. – But on earth there are also a lot of artificial lights, who are they supposed to be in the Old Testament? These are the worthy people who faithfully lived according to the words that came from the God-saturated men, who throughout their lives enlightened and refreshed their neighbors.

13. So we have this wonderful night scene in front of us. It is true that the nocturnal local storms occasionally obscure the rays of the sky, with clouds drifting rapidly away. But the same storm that once brought a fiery cloud over the glorious star-spangled sky drives this cloud away over the horizon, and after him the firmament becomes purer than it was before. Everything becomes fearful at such a short-lasting storm and wishes again for the quiet, glorious night, illuminated by so many thousands of lights. But a naturalist speaks: Such storms are nothing but ordinary harbingers of the day, so one should not be afraid.

14. That is indeed true. For where large forces are set in motion, one can rightly conclude and say: Here an even greater, yes even the greatest primordial force cannot be far away, for these lesser winds are nothing but side streams of a not-so-distant great hurricane. So our naturalist is right and we are still refreshed by the wonderful splendor of the miracle night.

15. Like lovers we swarm around under the many windows of the big, magnificent house, and look with imaginative and longing chests up to the light-filled openings of the house, dimly lit by a night lamp, behind which we sense the object of our love.

16. Many fantasies, a thousand content-heavy thoughts twitch like shooting stars over our love-heaven, but no such fleeting ephemeral light will suffice to satisfy the thirst of our love.

17. It is the same for the people in the old night sky of the spirit. But what happens? Through the rising of the sun the horizon begins to redden. It gets brighter and brighter over the horizon. One more glimpse of the once so beautiful sky, and what do you see? – Nothing but the disappearance of one star after the other.

18. The sun, the glorious one, rises with its primeval daylight, and no star in the sky is visible anymore, for the one sun has enlightened every heavenly atom with its singular light, something which at night all those innumerable stars together could not manage to do.

19. For the tarrying lover, who had raved in vain all through the night, one window of the for him very meaningful house opens, and from this one window the longed-for object of his heart greets him, and tells him with a benevolent glance more than all his innumerable fantasies and thoughts during the night!

20. Thus we see every day in the great nature, a scene that corresponds perfectly to our spirituality.

21. The moon, like Moses, we see with diminishing and pale light dipping behind the evening mountains, when the mighty sun rises in the morning over the horizon. Whatever had been shrouded in the night in the most mysterious darkness, is now brightly lit before everyone’s eyes!

22. All this is the effect of the sun. And in the spiritual heaven, it is all the effect of the One Lord, the One Jesus, who is the only One God of heaven and of all worlds!

23. What He Himself is in Himself as the Divine sun of all suns, that is also every single word spoken out of His mouth against all countless words from the mouths of enthusiastic patriarchs, fathers and prophets. Countless exhortations, laws and regulations we see in the course of the Old Testament. These are stars and also artificial lights of the night. But then the Lord comes, speaks only one word – and this word outweighs the whole Old Testament.

24. And, for that very reason, this first word appears here in this eleventh hall as a self-luminous sun, whose light illuminates innumerable stars, but it is never necessary for it to make use of the counter-reflection of the stars. For it is the primeval light from which all the countless stars have taken their partial light.

25. And so it will certainly be understandable here, too, why the former ten erected tablets are only white, that is with a dull shimmer, whereas here we see the primordial sunlight, which requires no pre-light and no post-light, but it is all light in itself.

26. Whoever takes this to heart to a certain extent will fully understand why the Lord has said, “In this commandment of love, Moses and all the prophets are contained.” It is certainly said as much as one would of course like to say: In the daylight, therefore, one no longer sees the stars and no longer needs their light, because all their light gets completely overpowered by the single light of the sun. But how the full truth presents itself palpably through all this, you will see soon.

Chapter 99 – The Love of God as the primordial Material of all Creatures

1. The love of God is the primordial substance of all creatures, for without it nothing could ever have been created. This love corresponds to the all-enlivening and generating warmth, and only through this warmth do you see the earth become green beneath your feet.

2. Through heat, the rigid tree becomes leafy, flowering, and the warmth in its essence is what ripens the fruit on the tree. There is not a single creature or thing on the earth’s surface which could have its origin in the total lack of heat.

3. It will be said and argued that ice surely lacks all warmth, and especially the polar ice. With that, the heat will not be able to do much, because at near forty degrees below zero, one would like to know the measuring instrument that could detect some heat there. But I say nothing else than that the scholars of this earth have not yet invented an instrument with which they are able to discern the actual heat from the actual cold matter and precisely determine it. With us, who are in the inner pure knowledge, a completely different measure is introduced and in use.

4. The scientists of the earth begin with the measurement of cold, where water freezes. If at freezing point the actual cold begins, then I would like to know the reason, according to which laws or in which way cold then can increase? Why is a temperature of about four to five degrees below the so-called ice-point still tolerably bearable? But when the thermometer has dropped to eighteen degrees below, everyone will feel the cold very painfully. Can one not, with full rights, say here: Eighteen degrees of cold are therefore more sensitive than four degrees, because at four degrees, apparently more heat than at eighteen degrees prevails. Can one now accept eighteen degrees as complete coldness? Oh no, because you’ve already experienced thirty degrees of coldness. This was even more painful than the eighteen-degree one. Why? Because it contained far less heat than eighteen degrees. But forty degrees will be even more painful than thirty. But is it therefore justified to declare the forty degrees as completely void of heat?

5. But I want to tell you that these are nothing but transitions from heat to cold, and vice versa. Therefore one can accept this much more correct scale:

6. Every thing, every body that can still be heated, cannot be called completely cold, for the amount of heat it has within itself corresponds to its size and density. A lump of ice from the highest north can be melted by the fire, and the water brought to boiling point. If this ice had no inherent heat, it could never be heated.

7. Cold is therefore the property of a being in which there is no longer any warming capacity. Thus, one can justifiably attribute the formation of ice on the North Pole solely to the reaction of heat, where it is threatened by the cold, seizing, contracting and solidifying its bodies so that they can resist the actual cold.

8. Warmth is therefore equal to love, but the real cold is like the real hellish lovelessness. Wherever it wants to appear ruling, the all-enlivening and sustaining love arms itself against it, and the real cold, which kills everything, cannot achieve any victory against the armed love.

9. Therefore, what does “love God above everything” mean? Of course, it cannot possibly mean something other than:

10. Combine your God-given warmth of life with the original creative and preserving warmth of your Creator, and you will never lose your life.

11. But if you want to voluntarily separate your love or your warmth of life from the Divine primordial warmth of life, and want to exist as an independently ruling being, your warmth will have no more sustenance.

12. You will thereby move into an ever greater degree of cold. And the deeper you go down into the ever more powerful, colder degrees, the harder it will be to warm you up again. But if you have gone into the perfect cold, then you have fallen completely prey to Satan, where you are so cold that no more warming is possible!

13. What would then happen to you, no angel of heaven would know what to tell you.

14. In God, of course, are infinite depths. But who will be able to fathom these and keep his life?

15. I think that from this short discussion, one can already quite clearly begin to form an idea of why this commandment, this one word of the Lord, is the epitome, indeed a sun of all suns and a word of all words. We want to talk more about it shortly.

Chapter 100 – What does it mean to love God above all else?

1. I see one who comes and speaks: It would be all right, but how should one realize this one Divine word on God Himself? How could one truly love God, and above all else? Should one be so in love with God like a young bridegroom would be with his beautiful and rich bride? Or should one be in love with God like a mathematician with a mathematical calculation or an astronomer with his stars? Or should one be in love like a speculator with his commodity, or a capitalist with his money, or a sovereign one with his dominions, or even like a ruling monarch with his throne? These are the only possible standards of serious human love, for the children’s love for their parents cannot be properly established as a serious measure of love, as the example teaches that children can leave their parents to either build a good marriage or to gain much money or to take a high honorary position. With all this, the love of the children for their parents steps down and must necessarily take on a more powerful position. Therefore, only the most powerful standards of human love are given here, and then the question is, by which one should one actually measure the love of God?

2. But if now somebody comes and says: With this or that one, I say: friend! That cannot be.

3. It is true that the most powerful measures of love I quoted are probably the only ones according to which man’s greatest power of love can be measured; but it says that one should love God above all, which means as much as: more than anything in the world.

4. So, how does one begin to raise the love to such a potency of which no human spirit can form any measurable or comparable concept? One will say, for example, that one should love God even more than his own life. Here I say in objection: With the love of one’s own life, the highest love for God holds out even less of a comparison than with the love of the children for their parents. Because it is already well known that the children do not risk their lives out of love for their parents; on the contrary, they expect the parents to fight for them to the death.

5. The self-love of children is usually far more powerful than their love towards their parents. But we see, on the other hand, that the children of men often put their lives on the line for the sake of other benefits.One is sailing across the ocean on stormy nights, another is facing the line of fire of the enemys army, and a third often goes to the unstable abysses of the earth to fetch metallic treasures. And so we see that these external worldly-earnest standards of human love are certainly stronger and have a more general applicability than children’s love for their parents and the love of their own lives.

6. But of what use are all these standards, if far above them, the love for God should stand on such a level, against which all other love measures should sink back into pure nothingness? See, my dear friends and brothers, our objector has attacked us sharply, and we will have to stand up with much vigor in order to win against the opponent’s overweight.

7. But I am just seeing another very serious-looking opponent. This one is sure of his victory and says: Oh, we will deal with this objector soon, because the Lord has even given us the explicit standard of how to love God. Therefore, I need say nothing other than what the Lord Himself has said, namely, “He who keeps my commandments, it is he who loves Me.” – This is the actual measure of how to love God.

8. If the objector has enough sharp and strong teeth, he should still try to set up some other unbeatable measure. Good, I say, the objector is still around and makes an effort to bite this objection a bit. So we want to listen to him and see what he’s going to say. He speaks:

9. Good, my dear, friendly opponent! In the presentation of your objection you have shown to me, according to your measure of the highest love of God, nothing other than that you have a fairly good memory by quoting so many texts from the Holy Scriptures. But see, whoever wants to receive life from all the texts not only has to know them but should also be able to vividly perceive their meaning.

10. What would you say, if I spoke to you from the mouth of the Lord Himself, not just one, but several objections, according to which the Lord Himself presents the love from the fulfillment of the law as insufficient? Although you make a face now, as if you want to say: Such texts should probably be sparsely scattered in the Scripture. But I say to you: Dear friend, not at all. Just listen to me, I will immediately show you half a dozen, if you’d like to see.

11. Are you aware of the Lord’s talk with the rich youth? Does he not ask: “Master, what shall I do to achieve eternal life?” What does the Lord answer with? You speak triumphantly: The Lord says, “Keep the commandments and love God, and you will live!” Good, I say, but what does the youth say? He says, “Master, I have kept them since my childhood.”

12. That’s all right. But why, I ask, did the boy give this answer to the Lord? He wanted to tell him this: Although I have kept them all since my childhood, I still feel nothing of the wonderful eternal life in Me.

13. Why does the Lord then declare to the youth that the keeping of the commandments for the attainment of eternal life is insufficient, and also makes a very tremendous addition, saying, “So sell all your goods, distribute them among the poor, and follow Me!

14. Question, if the Lord makes such an addition, is the observation of the laws then the highest love for God? See, there’s a catch, but let’s move on!

15. What does the Lord say to His apostles and disciples when He introduces and preaches to them the duties to be fulfilled? He speaks nothing but the simple, very meaningful words: “When you have done all things, confess that you are lazy and useless servants.

16. I ask you now: does the Lord here declare the obedience to the commandments as sufficient, while He evidently declares that every man who completely fulfills the law should consider himself completely useless? See, there is already a second, even greater catch. But let us continue!

17. Do you know the parable of the Pharisee and tax collector in the temple? The Pharisee joyfully gives himself the faithful testimony before the sanctuary, that he, unlike many others, has fully fulfilled the law of Moses in all its aspects. The poor publican in a remote corner of the temple, in his immensely humble position, faithfully shows to every observer that he did not manage to fulfill the conditions of the Mosaic Law, for he dares not even to look up to the sanctuary of God due to his many sins, but confesses even his worthlessness before God and pleads for mercy and grace.

18. Surely I would like to know about you, my dear literal friend, why, if the law is sufficient, the Lord lets the Pharisee, who strictly observes the whole law, leave the temple unjustified, all the while letting the poor, sinful publican leave the temple justified?

19. See, if you look at this in the right light, it seems as if the Lord Himself has created a third great catch with the strict observance of the law. You now shrug and do not know what you should make of it. Do not worry about it, it gets even better! So let us continue.

20. What would you say, if I would quote to you from the Scriptures, and indeed from the mouth of the Lord Himself, a text, according to which He indirectly invalidates the whole law and sets a completely different aid, through which He alone guarantees the acquisition of eternal life?

21. You speak now: Good friend, I also want to hear this text. You shall have it soon, my dear friend! What does the Lord say when He found a child by the wayside, picked him up, pressed him to His heart and cuddled him? He says: “If you do not become like this child, you will not enter the kingdom of heaven!”

22. Question: Did this child, who had barely spoken a few words, ever study the laws of Moses and then strictly arrange his life accordingly? There is no person in the world so stupid who could say that. Ask therefore: How could the Lord here designate a child who had never dealt with the law of Moses before as the supreme motive for the gaining of eternal life? Friend, I’ll say nothing more than this: try to raise an objection against this. You are silent. So I see that with your lineup you have already retreated quite far into the background with this fourth catch.

Chapter 101 – What does the Love for God consist of?

1. You have seen in these four points that the Lord, on the one hand, does not present the sole obedience to the law as sufficient for the attainment of actual eternal life, and, in the fourth point, even indirectly abolishes it.

2. But what would you say, if I would cite a few points where the Lord even spoke rebukingly about the observance of the law? You say here: That cannot be possible! For that, I can offer you not just one, but, if you wish, several examples. Hear!

3. Anyone who has studied the Mosaic Law only to some degree must know how much Moses commanded hospitality to the Jewish people. Those who turned against hospitality were declared worthy of punishment before God and before men. The law of hospitality was all the more intensified for the Jewish people who were very prone to greed, in order to protect this people from self-love and greed, and to lead them to charity.

4. The law, therefore, was to receive and serve a foreign guest with all attentiveness, especially if he belonged to the Jewish nation; and this law was from God; for God, not Moses, was the Lawgiver.

5. But when the very same Lord, who had once given the laws through Moses, comes to Bethania into the house of Lazarus, Martha is there ,law-abidingly, and offers all her strength to serve this most worthy guest with due respect. Mary, her sister, forgets about the law out of sheer joy for the exalted guest, sits down idly at His feet and listens with the utmost attention to the stories and parables of the Lord. Martha, somewhat upset about her sisters inaction and obliviosness of the law on this occasion, turns herself eagerly to the Lord and says, “Lord! I have so much to do, would you bid my sister to help me a little! “Or, to be more clearl, Master, You, the Founder of the Mosaic Law, do remind my sister to be obedient.

6. What is the Lord talking about here? “Martha, Martha!” He says, “you’re worried about worldliness! Mary has chosen the better part, which will never be taken from her.

7. Tell me now, my dear friend, whether this is not an obvious censure of the Lord against the zealous and exact observance of the law, and, on the contrary, an extraordinary commendation of the person who, to a certain extent, does not care about the whole law, but rather speaks through her actions (Maria):

8. Lord, when I have You, the whole world is not worth anything to me! Does the Lord not again show that the observance of the law alone does not give anyone the better, and especially not the best part, which would never be taken from him? See, that is a fifth catch. But let us move on!

9. What does the Lord Himself say to Moses, in the third commandment, “Thou shalt sanctify the Sabbath”? Question, what does the Lord Himself do in the face of His literal fulfillers of the law? See, He goes forth and desecrates the Sabbath Himself, apparently according to the literal sense of the law, and even allows His disciples to reap ears on a sabbath day and to satiate themselves with the grains. How do you like this observance of the law of Moses, where the Lord Himself, as it were, does not only desecrate the whole Sabbath for Himself, but to the greatest annoyance of the literal law-enforcers? You will say that the Lord could do that, because He is also a Lord of the Sabbath.

10. Good, but I ask: Did the angry Pharisees know that the carpenter’s son was Lord of the Sabbath? – You think they should have recognized His miracles. But then I say: marvels were not enough for these people to discern the perfect divinity in Christ, for all the prophets worked miracles at all times, the true ones as well as sometimes the false ones. One can therefore not assume that the miracles of Christ should have convinced the Pharisees of His Divinity and glory.

11. But all the prophets, except for Him, sanctified the Sabbath. He alone overthrew it. Would that not have been a nuisance to the literal law-abiders? Certainly, and yet the Lord did not stop with His activity.

12. But what does it mean? Nothing other than that the Lord sets the observance of the law at the very bottom. Why? A little parable out of your own sphere, like of the sphere of every man who has ever lived in the world, will bring you the answer:

13. A father has two children. He has announced his will as law to these children. He showed them a field and vineyard and said, “You have become strong, and so I demand of you that you diligently work for me in the vineyard and the field. From your work I will know which of you loves me the most.” Well, that is the law, according to which, of course, to the son who loves the Father most, would be given more glory.

14. But what are the two sons doing? The one takes the spade and persistently tills the earth all day long and tills the field and the vineyard. The other one is working at his leisure, as one would say. Why? He says: When I am in the field or in the vineyard, I must always bid my dear father farewell, besides, I am not as glory-hungry as my brother. When I have my dear father, who is everything in my heart, when I can be around him, I do not ask for much or for one or the other allotment of glory.

15. The father also says to his second son from time to time: but see how your brother works diligently and seeks to earn my love. But the son says, O dear father! When I am in the field, I am far from you, and my heart does not give me rest, but always speaks aloud to me: Love does not live in the hand, but in the heart, therefore it does not want to be earned with the hand, but the heart. Father, give my brother, who works so diligently, the field and the vineyard. I am sufficiently provided for by you, if you will only allow me to love you to my heart’s content at all times, as I want and must love you, because you are my father, my all.

16. What will the Father then say, and that from the innermost depth of his heart? Certainly nothing other than:

17. Yes, my dearest son, you have revealed your heart to me; the law is just a test. But my son, love, is not in the law, for everyone who keeps the law alone keeps it out of self-love in order to earn my love and glory with his energy. But the one who keeps the law is still far from My love, because his love is not attached to Me, but to the reward.

18. But you have turned back, you may not disdain the law, because your father gave it, but you have risen above the law, and your love has led you back to your father. So then your brother should receive the field and the vineyard and enter into my glory; but you, my dearest son, shall have what you have sought, the Father Himself and all His love!

19. I think, my dear friend, it will be obvious from this parable what is better, that dry abiding of the law, or to pass it over and embrace my love.

20. If all is not completely clear to you yet, I ask you: if you had the opportunity to choose a bride out of two virgins, of whom you would be convinced that both love you, but you are not yet completely sure which one loves you the most. Would you not very much wish to find out who does love you the most, to choose the one who loves you most? You say: That’s very clear, but how do I find out? That we’ll come to know shortly.

21. See, you come to the first one. She is busy and active. Out of love for you, she does not mind all the hard work she does for you, because she makes shirts, socks, nightgowns, and more such clothing for you. She has so much to do, that not seldom, because of all the work, she is hardly aware of you when you come to her. See, that’s the first one. – The second one works very casually. She also does things for you, but her heart is too busy with you to give her attention to the work. If you visit her, and she sees you coming from far away, there is no talk of working, because then she knows nothing higher, nothing more commendable than you alone! You alone are her all in all, for you she would give the entire world! Tell me, which of the two will you choose?

22. You say: Dear friend! The second one is dearer to me, because why would I care about a few shirts and stockings? Obviously it can be seen here that the first one seeks to earn me only by forcing me to acknowledge her merit. The other, however, seeks to love me. She is beyond merit and knows nothing higher than me and my love. I would take the second one for my wife.

23. Well, I tell you, my dear friend, do you not see clearly the nature of Martha and Mary here? Do you see what the Lord is saying to the law-abiding Martha and what to the idle Mary?

24. But from this you can also see what the Lord demands of every human being beyond the law, and at the same time tangibly reveals what mans love for God consists of. For just that very reason the Lord even curses, upset in his heart, the literal observer of the law (the Pharisees and the scribes), praises the sinful publican, and makes the kingdom of heaven more accessible to the thieves, whores, and adulterers than the dry slaves of the letter

25. Therefore I ask the objector now with the fullest right once again, according to which measure one should love God above everything? If I have the measure, then I have everything, but if I do not have the measure, then I love as someone who does not know what love is. So again the question:

26. How should one love God above all else? – And I, John, say: To love God above all means:

27. To love God beyond all law! – How to do this shall be made clear shortly.

Chapter 102 – How to love God above all else

1. But in order to know and understand thoroughly how to love God beyond the law, one must know that the law in and of itself is nothing but the dry way to the true love of God.

2. He who begins to love God in his heart, has already traveled the way; but whoever loves God only through the obedience of the law, is still a traveler with his love on the way, where no fruit grows and not infrequently robbers and thieves of the wanderer wait.

3. But whoever loves God purely, loves Him above all else! For to love God above all means to love God beyond all law. Whoever is out on the way, must go on, step by step, in order to reach, in the most painstaking manner, the goal set for him. But he who loves God fully, skips the whole way, that is, the whole law, and he loves God above all else.

4. One could probably say here: That sounds odd, for according to our concepts “to love God above all” means to love God more than everything in the world. – Good, I say, and I ask at once: What measure does man have to measure such a love? The Objector has very clearly differentiated all these measures for the highest possible love of man upon earth, and has also shown that man does hereby indeed not have a measure for the above-all-love for God.

5. But I say: Is not everything explained by the given law, how man has to behave in his desire for worldly things? All things are therefore represented in the law, and besides that, for the love of man, the just limitation is given, according to which every man has to behave towards worldly things.

6. But if somebody loves God beyond the law, he certainly loves him beyond all worldly things, because, as I have just said, the use of worldly things and the attitude towards them, according to the Divine order, are represented by the law. A short addendum in a comparative position will make the whole thing as clear as daylight.

7. The Lord speaks to the rich youth: “Sell everything, distribute it among the poor, and follow Me!” – What does that mean? In other words, if you, young man, have observed the law, then rise above it, return all laws and all things to the world, and you stay with Me, then you have the life!

8. Who will now not know what it means to love God beyond the law?

9. The Lord continues to speak to the disciples: “If you do not become like little children, you will not enter the kingdom of God.” What does that mean? Nothing other than this:

10. If you are not like this little child, not caring about anything in the world, neither the law nor the things of the world, coming to Me and taking hold of Me like this child with all love, you will not enter into the kingdom of God! Why not? Because the Lord Himself speaks again: “I am the way, the truth, and the life!” So whoever comes to Me, who is completely one with the Father, must enter through Me into the stable or the kingdom of God.

11. As long as one does not embrace the Lord Himself, he cannot come to Him, even if he had, like a rock, observed a thousand laws without fail. For whoever is still on the way is not yet with the Lord, but whoever is with the Lord, what does he still have to do with the way?

12. But here among you there are fools, many hundreds of thousands, who hold the way much higher than the Lord. And when they are already with the Lord, they turn back and move away from Him once more, to be on the wretched way! Such people enjoy subjection, slavery, and the hard yoke more than the Lord, who makes every man free. His yoke is exceedingly light and His burden is gentle. Light is the yoke, so that in the course of your life, your love for the Lord will not press your neck, and the burden will be gentle, which is the sole law of love! – Next we will look at an example.

13. The just Pharisee praises himself by the wayside; but the tax collector finds the whole way quite difficult. For he will never be able to oversee his goal. He therefore bows down deeply before the Lord in his heart, realizes his weakness and inability to walk the path. But he embraces God the Lord with his heart and thereby makes a great leap over the whole arduous way and thereby reaches his goal!

14. Who will not reach out with his hands and realize what “to love the Lord above all things” means? – So let’s move on. The Martha is on the way, the Maria at the goal! One hardly needs to say more about it, for it is obvious and clear here what “loving the Lord above all things” means.

15. But if we want to make the matter clearer, let us look at the scene where the Lord asks Peter three times if he loves Him? – Why does He ask him three times? For the Lord knew anyway that Peter loved Him, and He also knew that Peter would answer all three questions with the same heart and the same mouth. The Lord knew that. It is not for this reason that He asked Peter this question, but that Peter should confess that he is free and loves the Lord beyond all law. And so the first question means: “Peter, do you love Me” – Peter, did you find Me on the way? – Peter affirms this, and the Lord speaks: “Feed my sheep”! that means: Teach also the brothers to find Me! – The second question: Peter, do you love Me? That means: Peter, are you with Me, are you at the door? – Peter affirms this, and the Lord says, “So feed My sheep!” Or: So bring the brethren to be with Me at the door to life! And for the third time the Lord asks Peter: “Do you love Me?” That means as much as: Peter, are you beyond all law? Are you in Me like I am in you? Peter apprehensively affirms this, and the Lord speaks again: “So feed My sheep and follow Me!” That means as much as: So you may also bring the brothers, so that they are in Me and live in My order and love, just like you.

16. For following the Lord means living in the love of the Lord. I think to say more about what “to love God above all things” means, would be superfluous. And since we now know this and have recognized the Light of lights, we will immediately go to the twelfth and last hall.