Was ist eigentlich die Erbsünde? – What actually is the Original Sin?

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Die Sorge um das Materielle ist die Erbsünde

DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES – Band 2, Kapitel 224, 225 & 226
Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Der Herr erklärt…

Kapitel 224 – Über den Fall der Geister, den Fall Adams und die Erbsünde

1. Der Herr spricht: „Der Fall der erstgeschaffenen Geister oder der freien und belebten Ideen Gottes im endlosen Raume ist die grosse Scheidung, von der Moses sagt: ,Da schied Gott das Licht von der Finsternis!‘ Wie aber solches zu verstehen ist im wahren Sinne der rechten und vollrichtigen Entsprechung, habe Ich euch allen bereits zur Genüge gezeigt; der Erfolg davon – die notwendige materielle Welt, deren grosse und kleine Teile als Sonnen, Erden und Monde und alles, was in und auf denselben – ist durch den endlosen Raum ausgestreut.

2. Was aber da betrifft den ,Fall Adams‘, so hat solcher schon freilich mehr Objektivität als der sogenannte ,Fall der Engel‘, ist aber dabei in der Entsprechung dennoch homogen dem Falle der Engel; nur kommt bei ihm schon wirklich ein positives Gesetz zum Vorscheine, während es sich bei dem Falle der Engel noch lange um kein solches Gesetz handeln konnte, weil damals erst mit der grossen Entwicklung der frei zu machenden Wesen der Anfang gemacht ward und sonach ausser Gott noch keine solche Intelligenz dastand, der man irgendein positives Gesetz hätte geben können.

3. Darum geschah unter dem sogenannten ,Falle der Geister‘ auch eine notwendige und genötigte Scheidung, während die adamitische, als schon von ihm selbst ausgehend, eine freie war und sonach keine Nötigung, sondern ein freier Akt des schon in allen seelischen Sphären freien ersten Fleischmenschen. Im ganzen ist sie aber dennoch auch ein vorhergesehener Aktus aus der geheimen Ordnung Gottes, die zwar nie als eine absolute Nötigung, aber dennoch als eine Zulassung unter ,du sollst‘ und ,du sollst nicht‘ dem freien Willen des Menschen wegen seiner aus der eigenen Tätigkeit zu gewinnenden Konsolidierung (Festigung) gegeben wird.

4. Es ist da ein Unterschied wie zwischen einem Kindmenschen, der seine eigenen Füsse noch nicht gebrauchen kann und daher von einem Orte zum andern hingetragen werden muss, und einem gesunden Manne, der schon lange oft nur schon zu gut und zu fest gehen kann.

5. Wer aber einmal selbst gehen kann, den braucht man ja doch nicht mehr gleich einem neugeborenen Kinde an einen Ort hinzutragen, den man mit dem Kinde und für das Kind erreichen will, sondern man zeige ihm den geradesten und untrüglichen Weg bis zum Orte der Bestimmung. Will der gesund- und starkfüssige Mensch darauf hingehen, so wird er das Ziel auch sicher und gefahrlos erreichen; macht er aber freiwillig Umschweife und Umwege, nun, so muss er sich’s dann aber auch selbst zuschreiben, so er das vorgesteckte Ziel oft um vieles später, schwerer und mühevoller erreicht.

6. Und das sehen wir denn auch bei Adam. Hätte er das positive Gebot beachtet, so wäre die Menschheit, resp. die vollkommene Seele des Menschen, nicht zu dem sehr harten, schweren und gebrechlichen Fleischleibe gekommen, der nun mit gar vielen Gebrechen und Mängeln behaftet ist.

7. Aber der Ungehorsam gegen das positive Gesetz hat den ersten Menschen notwendig auf einen weiten Umweg gebracht, auf dem er nun das Ziel um vieles schwerer und um vieles später erreicht.

8. Du meinst freilich und sagst bei dir: ,Ei, was kann denn ein kleines, bloss moralisches Gesetz, ob es beachtet oder nicht beachtet wird, auf die gesamte Natur des Menschen für einen gar so wesentlichen Einfluss nehmen? Adam wäre ohne den dummen Genuss sicher ebenso der fleischliche Adam geblieben, als er es durch den Genuss des Apfels geblieben ist, und er hätte dereinst dem Fleische nach sicher ebensogut sterben müssen wie nun noch alle Menschen!‘

9. Du hast einesteils wohl recht; aber andernteils auch unrecht. Es ist der Genuss eines Apfels, der eine gesunde und süsse Frucht ist, sicher nicht todbringend; denn sonst müssten nun alle Menschen, die Äpfel essen, bald darauf sterben. Also am Apfel selbst liegt wenig oder auch nichts. Aber so er zum Genusse auf eine unbestimmte Zeit verboten wird, und das bloss nur der grösseren Konsolidierung der Seele wegen, die Seele aber, ihres freien Willens bewusst, das Gesetz missachtet und übertritt, so macht sie gewisserart einen Durchbruch in ihrem Wesen, und dieser gleicht dann einer offenen Wunde, die schwer je völlig zu heilen ist, weil, wenn die Wunde auch vernarbt, durch die Vernarbung eine Anzahl von Gefässen so beengt werden, dass durch sie fürder die Lebenssäfte der Seele nicht gut zirkulieren können und darum an der Stelle der Narbe stets einen unbehaglich schmerzlichen Druck ausüben.

10. Dadurch aber wird dann die Seele abgezogen, hauptsächlich nur fürs freie Gedeihen des Geistes in ihr zu sorgen, und sie verwendet nun zum grössten Teil ihre Tätigkeit darauf, dass die Narbe wieder vergehe. – Und sehet, diese Narbe heisst ,Welt‘!

11. Die Seele will zwar diese Narbe gleichfort loswerden; denn sie schmerzt die Seele im Gefühle der Sorge resp. Weltsorge. Aber je mehr die Seele sich da abmüht, desto derber wird die Narbe, und je derber sie wird, desto mehr Sorge erzeugt sie; und die Seele hat am Ende nichts zu tun, als sich allein mit der Heilung dieser alten Narbe zu beschäftigen, das heisst, sich sorglos zu machen, geht am Ende selbst nahezu ganz in diese Narbe über und kümmert sich wenig mehr um ihren Geist. – Und sehet, das ist die sogenannte ,Erbsünde‘!“

Kapitel 225 – Die Macht der Vererbung

1. (Der Herr:) „,Wie aber kann sich so etwas wohl vererben?‘ – wird man fragen. Oh, sehr leicht, besonders in der organischen Seelengestaltung. Was aber diese einmal angenommen hat, das kann ihr Tausende von Jahren bleiben, wenn solches nicht durch den Geist in ihr wieder in die volle Ordnung gebracht wird. Sehet den Typus eines Volkes an! Stelle Ich euch heute die Gestalt seines Urstammvaters vor, so werdet ihr es alle bald erkennen, dass eine bedeutende Ähnlichkeit auf alle seine Nachkommen übergegangen ist. War der Stammvater ein guter und sanfter Mann und also auch dessen Weib, so wird am Ende mit wenig Ausnahmen das ganze Volk ein mehr gutes und sanftes sein als ein Volk, das da einen zornmütigen, stolzen und herrschsüchtigen Stammvater hatte.

2. Wenn ein leichter, verwischbarer Zug eines Urstammvaters physisch und moralisch noch nach ein paar Jahrtausenden in allen seinen Nachkommen gar wohl zu erkennen ist, um wieviel mehr ein Zug des ersten Menschen der Erde in allen seinen Nachkommen, indem seine Seele im Anfange viel empfänglicher und somit notwendig um vieles reizbarer war als die späteren Seelen, denen das Merkmal des Vaters gleich bei der Zeugung im Strome des Lebenssamens eingeprägt ward und hernach auf natürlichem Wege nicht mehr verwischt und gar getilgt werden konnte. Leider verunstaltet solche Narbe die Seele sehr, und Gott hat allzeit alles angewandt, auf dass es irgendeiner Seele aus sich möglich werden könnte, solch eine böse Narbe für alle Zeiten vergehen zu machen; aber es wollte die Sache bis auf jetzt herab eben nicht besonders gut gelingen, und Ich kam nun Selbst darum auf diese Erde, um solch eine alte, hässliche Narbe auszutilgen.

3. Und Ich werde sie auch tilgen; aber das wird geschehen durch die vielen Wunden, die in Mein Fleisch geschlagen werden. Solches aber könnet ihr nun nicht fassen; wenn es aber kommen wird, dann werdet ihr es auch fassen, und der heilige Geist aller Wahrheit wird euch dann darüber in alle Weisheit leiten.

4. Ihr aber habet es ja auch gelesen im Moses, wie er da spricht vom Fluche Jehovas über die Erde, und wie es da heisst: ,Im Schweisse deines Angesichtes sollst du dir fürder dein Brot bereiten!‘ Und dann heisst es auch gleich nach dem Fluche über die Erde: ,Dornen und Disteln wirst du tragen.‘

5. Seht, so ihr das materiell verstehen möchtet dem äusseren Wortlaute nach, so hättet ihr auch, das heisst, so die Sache sich ernstlich also materiell verhielte, ein vollstes Recht, Gott einer vollen Unweisheit zu beschuldigen! Aber indem solch eine Diktion (Ausspruch) bloss nur seelisch und eigentlich geistig zu nehmen und zu fassen ist, so fällt so eine Beschuldigung von selbst weg, und der Mensch muss es sich immer selbst zuschreiben, wenn an seinem Wesen etwas verschlimmert wird, so wie er es sich auch selbst zuzuschreiben hat, so in irgendeinem Lande die Ernte manchmal schlechter wird, als sie in der Regel sein müsste; denn bei der Witterung hängt nicht alles von dem Willen Gottes, sondern auch von dem der Menschen ab.

6. Wenn eine Seele einmal ihrer selbst vollkommen bewusst ist und zum Gebrauche ihrer Vernunft kommt insoweit, dass sie in sich gar wohl die Ordnung Gottes erschauen und erkennen kann, so muss sie dann für fernerhin wegen ihrer Konsolidierung selbsttätig werden, natürlich nach der in ihr bestehenden und erkannten Gottesordnung. Tut sie aber in irgendeinem Punkte das nicht, sondern unterlässt das, oder tut dafür gar etwas Entgegengesetztes, so muss sie sich ja offenbar in dem betreffenden Punkte selbst einen nicht leicht vertilgbaren Schaden zufügen, von dem sie sich dann nimmer frei machen kann von sich selbst heraus, weil alle ihre Tätigkeit dadurch schon mehr oder weniger eine unordentliche wird, aus der offenbar mit der Zeit stets mehr und mehr seelische Beschränktheiten erwachsen müssen als: allerlei Blindheit, Dummheit, Unverstand, schwache Fassungskraft, Furcht, Mutlosigkeit, Traurigkeit, Angst, Verdruss, Zorn, Wut und am Ende gar die Verzweiflung selbst.

7. Und seht, das eben sind die ,Dornen‘ und ,Disteln‘, die das ,Erdreich‘, das heisst die verkümmerten Intelligenzfähigkeiten der Seele in ihr selbst hervorwachsen lassen werden, gleich den Schmarotzerpflanzen auf den sonst gesunden Ästen der Bäume!

8. Der ,Fluch Gottes‘ aber ist nichts denn die der sich selbst verdorben habenden Seele kundgegebene, erleuchtende Einsicht, dass sie sich wirklich wider die Ordnung selbst verdorben hat, und dass sie darum aus höchst eigenem Verschulden fürder ihr Brot im Schweisse ihres Angesichtes wird suchen müssen.

9. Und der ,Schweiss des Angesichtes‘ ist eben die schon bekanntgegebene Sorgennarbe der Seele, die sie sich selbst durch Genuss jenes mosaischen Apfels beigebracht hat, was sie auch ganz gut hätte vermeiden können.

Kapitel 226 – Weltsorgen und deren üble Folgen für die Seele

1. (Der Herr:) „Und Ich sage es nun euch allen darum, dass ihr alle unnötige Sorge von euch verbannen sollet; denn jede Sorge der Welt wegen ist eben ein materielles Band, durch das sich eine Seele aus der alten adamitischen Narbe mit der Materie verbindet! Je mehr sich aber die Seele mit der Materie ihres Fleisches verbindet, desto mehr muss die Ausbildung des eigentlichen Geistes Gottes in ihr verkümmern; und je mehr sich dann die Seele durch ihre Sorge verbindet mit dem Leibe, der in sich nur ein Gericht, eine leidige Notwendigkeit und somit der Tod selbst ist, desto mehr verliert sie dann auch das Bewusstsein und die Erkenntnis des ewigen, unverwüstbaren Lebens in ihr. Je mehr sie sich aber ablöst von diesem Bande, desto freier wird sie wieder in allem, und je mehr sie sich dann verbindet mit dem göttlichen Geiste in ihr, desto lebendiger und stets heller wird darauf das Bewusstsein und die Erkenntnis des ewigen Lebens in der Seele werden.

2. Wer daher noch irgendeine grosse Furcht vor dem Tode des Leibes hat, dessen Seele steht noch in einem starken Verbande mit dem Fleische und in einem äusserst schwachen mit dem Geiste; denn eine grosse Liebe zum Leben auf dieser Welt ist ein sicheres Kennzeichen, dass die Seele sich noch sehr wenig bekümmert hat um das ewige Leben ihres Geistes in ihr, und daran schuldet die alte Narbe, die Adam sich selbst und dadurch allen in sein Fleisch eingezeugten Seelen geschlagen hat.

3. Aber dennoch kann sich jede Seele, so sie es recht will, auch völlig heilen von solch einer bösen Narbe. Denn dafür hat Gott schon gleich in der Gegenwart Adams die sicheren Vorkehrungen getroffen, und Adam selbst ist in seiner letzten Zeit nahezu ganz wieder heil gemacht worden. Henoch aber ist davon vollends heil gemacht worden; daher er auch in seinem Fleische umgewandelt worden ist, so wie noch einige der Urväter der Erde. Aber da sich deren Nachkommen dennoch gemischt haben mit den Kindern nicht geheilter Väter, so blieb das alte adamitische Übel dennoch, mehr oder weniger mächtig auftretend, unter den Menschen gleichfort zu ihrer Qual.

4. Daher stammen auch die schmerzlichen Geburten der Weiber, und daher die meistens sehr schmerzlichen Todesarten bei den Menschen. Denn eine schon durch des Mannes Samenstrom verwundete Naturseele verbindet sich gleich recht hartnäckig zuerst mit dem Fleische der Mutter und muss hernach bei der Ausgeburt stets gewaltsam unter allerlei Bandzerreissungen in die Welt hinausgeboren werden. Kinder aber, wie ein Isaak und dergleichen noch eine Menge in der Welt, sind bei voller Schmerzlosigkeit der Mutter aus ihr in die Welt hinausgeboren worden.

5. Also ist es auch mit dem Sterben der Fall. Menschen, die sehr am irdischen Leben hängen, und bei denen alle ihre Sorge auf dasselbe gerichtet ist, haben schon während ihres kurzen Erdlebens sehr viel zu leiden, werden oft seelisch und bald darauf sicher auch fleischlich krank und sehr elend, und vor dem Scheiden aus dem Leibe haben sie stets mit oft unerträglichen Schmerzen zu kämpfen und scheiden in einem höchsten, alles betäubenden Schmerze aus dem Leibe, der gar oft nach der Löse vom Leibe einen langwährenden Nachhall findet, besonders bei jenen Seelen, denen es auf der Welt in ihren Leibern so recht wohl und behaglich erging. Dagegen jene Seelen, die auf der Welt zu der heilsamen Überzeugung gelangt sind, dass alle Schätze der Erde der Seele nichts nützen, weil sie in den Tod sinken müssen wie der Leib, und sich darum von der alten Narbe Adams so frei als möglich gemacht, aber dafür ihren Geist, das Atma Gottes, in sich gefunden und mit aller der wahren Sorgfalt gepflegt haben –, haben fürs erste wenig mehr eine irgend wie immer geartete Krankheit des Leibes zu bestehen.

6. Ist das Leben der Seele einmal mit ihrem Geiste verbunden, so wird denn auch nach und nach ihr Leib eine geistigere Richtung annehmen und darum gefühlloser werden für die Eindrücke von seiten der äusseren Materiewelt; denn eine jede Krankheit des Leibes entsteht gewöhnlich aus dem Zerreissen irgendeines Bandes mit der Welt. Kurz, der Leib wird durch die lebenshungrige Seele mit tausend der verschiedenartigsten Bedürfnisse angestopft. Kann er zufolge klimatischer und tausend anderer Verhältnisse wegen nicht zufriedengestellt werden, so muss darum ein und das andere Band abgerissen werden, und der Leib wird darauf bald krank und sehr leidend, und mit ihm auch die Seele, welche am Ende mit ihrem Leibe die gleiche und eigentlich die vorzügliche Schmerzträgerin ist.

7. So aber die Seele ihren Leib und dadurch sich selbst an möglichst viele Entbehrungen aus dem Todesbereiche der Welt gewöhnt hat, so werden am Ende eben nimmer viele Bande zwischen den toten Gütern der Erde und dem Leibe vorhanden sein, und es wird da denn auch wenig mehr zum schmerzlichen Zerreissen sich vorfinden. Ist aber dadurch möglichst aller Grund zu den Krankheiten des Leibes behoben, so möchte Ich dann nachher doch Selbst wissen, woher diese noch in den Leib und in die empfindsame Seele kommen sollten.

8. Ja, bei solchen Menschen fühlt der Leib selbst dann von irgendeinem Schmerze nicht leichtlich mehr etwas, wenn er auch durch äussere arge Mittel gemartert und gepeinigt wird.

9. Sehet die bekannten Jünglinge in dem Feuerofen an! Sie sangen in aller Lebenslust und priesen Gott. Und wenn schon ihre Leiber mit der Zeit von der äusseren bösen Gewalt verzehrt wurden, so empfanden sie aber dennoch keinen Schmerz dabei; denn sie waren schon lange vorher aller Bande mit der Welt ledig und waren eins mit ihrem göttlichen Geiste. Und so fühlt denn fürs zweite eine solche vollends mit ihrem Geiste vereinte Seele beim Lostrennen vom Leibe, mit dem sie schon lange in keinem festen materiellen, sondern nur in einem überzarten, geistigen Bande verbunden stand, auch durchaus keinen Schmerz, sondern nur eine all ihr Wesen durchzuckende selige Wollust und verliert beim Trennen unmöglich weder das Bewusstsein, noch das Licht der seelisch geistigen Sehe, und ebensowenig das Gehör, den Geruch, den Geschmack und den edelsten und allerfeinsten Tastsinn, wie solchen nun unser Engel Raphael besitzt.

10. Aber, wie gesagt, um das zu erreichen, muss der Mensch sich zuvor die alte adamitische Sünde vom Leibe schaffen, und das geht auf keine andere Weise, als auf die nur, die Ich euch soeben gezeigt habe: die Weltsorgen müssen von der Seele freitätig über Bord geworfen werden, ansonst gibt es kein Mittel! Werden aber diese hinweggeschafft, dann tritt beim Menschen wieder alles in die alte göttliche Ordnung zurück, und der Mensch ist dann wieder ganz Mensch nach der Ordnung Gottes. Und sieh, das ist es, was man mit Recht die ,Erbsünde‘ nennt! An und für sich ist es offenbar das Fleisch, das man mit Fug und Recht die Erbsünde nennt; entsprechend geistig genommen aber ist eben die vielfache Sorge um das Fleisch die schwer vertilgbare Sünde Adams bei allen seinen Nachkommen.

11. Diese Narbe der Seele aber kann durch kein anderes Mittel völlig getilgt werden, als allein durch das von Mir angegebene und durch noch ein Mittel, das aber den Menschen erst nach der Beendigung Meiner Sendung in diese Welt wird gezeigt und gegeben werden zum Heile ihrer Seelen. Johannes der Täufer in der Wüste hat für dieses Mittel bereits einen Vorläufer gemacht.“

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Concern for the Material is the Original Sin

THE GREAT GOSPEL OF JOHN – Volume 2, Chapters 224, 225 & 226
Revealed by Jesus Christ thru the inner Word to Jakob Lorber

The Lord explains…

Chapter 224 – About the Fall of the Spirits, the Fall of Adam, and the Original Sin

1. The Lord says: “The fall of the first-created spirits or the free and animated ideas of God within infinite space is the great separation of which Moses says: ‘And God separated the light from the darkness!’ How this is to be understood in its true and fully correct correspondence, I have already made abundantly clear to you; the consequence of which is the necessary material world which, in large and small parts, such as suns, earths and moons, together with everything within and upon them, is spread out within infinite space.

2. However, concerning Adam’s fall, this already has certainly more objectivity than the so-called ‘fall of the angels’, yet it is nonetheless correspondingly analogous to the fall of the angels. Only with Adam, a truly positive law emerges, whereas with the fall of the angels, no such commandment could yet be involved, because at that stage only a start had been made with the development of the beings to be liberated, and therefore no intelligence outside of God existed to whom any such positive law could be given.

3. That is why a necessary and imposed division took place during the so-called ‘fall of the spirits’, whereas the Adamic one, proceeding out of himself, was a voluntary one and therefore not enforced; an act of free will of the first carnal man, free in all spiritual spheres. On the whole, however, it nevertheless is a foreseen act out of God’s secret order, which, whilst not an absolute compulsion, is nonetheless a permitted one, under ‘thou shall’ or ‘thou shall not’, allotted to man’s free will on account of his stabilization, won through his own actions.

4. There is a difference between an infant that is as of yet unable to make use of its own feet and has to be carried from one place to another, and a healthy man who has been able to walk firmly for quite some time now.

5. Once someone can walk by himself, then surely he does not have to be carried to where he wants to go, like with an infant, instead one simply points him towards the most direct and unmistakeable route to the place. If the healthy and strong-legged man desires to go there, he shall certainly reach his destination safely. If, however, he knowingly deviates from the path, then he has only himself to blame if he reaches his destination much later and with more trouble and effort than was necessary.

6. This we see with Adam as well. Had he kept the positive commandment, then mankind, i.e. man’s perfect soul, would not have descended to the rigorous, heavy and frail physical body it inhabits, now beset with many frailties and shortcomings.

7. The disobedience towards the positive commandment had necessarily caused the first man to greatly deviate, and now he will reach his goal much later and with much more trouble.

8. But you are thinking to yourself: ‘How can the keeping or not keeping of a trivial and simple moral commandment have such a substantial effect on mankind’s nature as a whole? Even without his foolish indulgence, Adam would have remained the same carnal man that he remained even after eating the apple, and he would have had to eventually die as well, as all of mankind does!’

9. In one respect you are quite right, but in another you are wrong. The enjoyment of an apple, a salubrious and sweet fruit, is certainly not fatal, or all men eating apples would soon die. So, it is not the apple that’s the problem. But if its consumption is prohibited for a certain period of time, and only for the continued stabilization of the soul, and the soul, conscious of its free will, ignores and transgresses the command, then it causes, as it were, a certain fracture in its being, resembling an open wound which is difficult to ever completely heal, because even if the wound is reduced to a scar, the scarring then constricts a number of vessels to the extent of impeding future circulation of life-fluids to the soul, exerting a constant painful sensation.

10. Thereby the soul is then distracted from striving for development of the spirit within itself, and it busies itself with eliminating the scar. And behold, this scar is called ‘world’!

11. The soul certainly wishes to rid itself of this scar, because it is painful to the soul’s worldly concerns. However, the harder the soul tries, the coarser the scar becomes, producing more worldly cares in turn. In the end, the soul has nothing else to do but concern itself with the healing of the scar, i.e. removing the troubles it finds itself in, almost completely passing over into the scar, paying little attention to the spirit. And behold, this is the so-called ‘original sin’!

Chapter 225 – The Power of Hereditary Influence

1. (The Lord:) “It will be asked: ‘How can something like this be passed on?’ Oh, quite easily, especially within the organic structure of the soul. Whatever the soul has accepted, can stay with it for thousands of years, if it is not brought back to order by the spirit. Think of the archetype of a society! If I introduce you to a progenitor, you all shall soon see that a substantial resemblance has passed over to all his descendants. If the progenitor was a good and gentle man, and his wife was good as well, then, with few exceptions, the nation shall be better and more gentle than a people with a raging, haughty and domineering progenitor.

2. If even a feeble trait of a primordial progenitor is still physically and morally discernible in his descendants after a couple thousand years, then how much more is a character trait of the first man of the Earth present in all his descendants, in that his soul, in the beginning, was much more receptive and thus far more irritable than the later souls, in whom the father’s hereditary influence had been implanted at the moment of procreation, and that is why, naturally, it could not be wiped away or annihilated in any shape or form. Unfortunately, such a scar greatly disfigures the soul, and God has always done everything to make it possible for such a soul to rid itself of that scar forevermore; however, even until now not much success could be achieved, and now I have personally come to this Earth to extirpate this old and hideous scar.

3. And that is indeed what I shall do; but this shall be accomplished through the many wounds inflicted upon My flesh. At this stage, however, you cannot grasp this; but you will be able to grasp it when it comes to pass, and the Holy Spirit of all truth shall lead you to the knowledge of it.

4. But you have read about it in the book of Moses, where he speaks of Jehovah’s curse over the Earth, saying: ‘In the sweat of thy brow shalt thou henceforth prepare your bread.’ And closely following the curse over the Earth, it says: ‘Thorns and thistles thou shallt carry.’

5. Behold, if you were to take this statement materially, that is, if it were to earnestly apply in a physical manner, then you would be fully entitled to accuse God of a complete lack of wisdom! But since such a statement can only be comprehended spiritually, in relation to the soul, such a reproach falls by the wayside, and man can only blame himself if something within his very nature deteriorates, just as he can only blame himself if, on some land, the harvest turns out for the worse, because not everything pertaining to the weather depends upon God’s will, but also upon the will of man.

6. Once a soul has become fully conscious and achieves proper utilization of it’s rationality, to the extent that it recognizes God’s Order within itself, it then has to become active for continued stabilization to take place, of course in accordance with the perceived Divine Order within. If, in some aspect, it does not do so, or even does the contrary, then the soul is evidently bound to cause itself irreparable harm, from which it shall not be able to free itself on its own accord, since all its actions become more or less disorderly, with further restrictions of the soul as a consequence, such as: All kinds of blindness, foolishness, incomprehension, feeble perception, fear, lack of courage, sadness, frustration, annoyance, rage, anger, and ultimately, despair itself.

7. And behold, these are the ‘thorns’ and ‘thistles’ which the soil within the soul, that is, the atrophied intelligence attributes, shall cause to grow within it, akin to the parasitic growths upon otherwise healthy tree branches!

8. The ‘Curse of God’ however is nothing other than the soul’s realization of its own self-destruction in its attempt to go against God’s order, and as a consequence, having only itself to blame, it will henceforth have to perpare its bread in the sweat of its brow.

9. And the ‘sweat of its brow’ is the aforementioned scar of the soul, which the soul itself has incurred by having tasted the Mosaic apple, which it could have easily avoided.

Chapter 226 – Worldly Concerns and their severe Consequences for the Soul

1. (The Lord:) “Therefore I now say unto all of you, that you must cast off all unnecessary concerns from yourselves; for every worldly concern is a material shackle that binds the soul to matter by way of the old Adamitic scar! The more the soul binds itself to the matter of the flesh, the more the development of God’s Spirit within it must deteriorate. And the more the soul then fuses itself to the body through worldly concerns, the body being merely a judgment, a regrettable necessity, and therefore death itself, the more the soul loses consciousness and recognition of the eternal life within itself.

2. So, he who still harbours a great fear of the death of the body, is still tightly connected to the flesh, with only a feeble connection to the spirit; to love the life of this world too much is a sure sign of the soul’s lack of concern for the everlasting life of the spirit within itself, and the blame lies solely with the old scar that Adam has struck into his own flesh and, consequently, that of his descendants, incarnated souls.

3. And yet, every determined soul can rid itself of of this wicked scar, for God had already taken precautionary measures in Adam’s presence, and Adam was almost completely healed towards the end of his days. Enoch, on the other hand, was completely healed, which is why, like several other forefathers of the Earth, he was transformed in his flesh. However, since their descendants had nevertheless mixed with the children of uncured fathers, the old Adamitic curse remained, contributing with varying degrees of incidence to the torment of men.

4. This is also the origin of women’s painful childbirths, as well as the excruciating types of deaths that men experience. Because the natural soul, already wounded by the man’s seminal stream, stubbornly binds itself to the mother’s flesh, and must thereafter be forcfully born into the world, under much strain. However, children such as Isaac, and many others like him, have been born into the world without pain on the mother’s part.

5. Such is the case with dying as well. Individuals with strong ties to this earthly life, whose sole concern is the world, having already suffered much during this short sojourn, often grow sick in both soul and body, and great misery befalls them. Quite frequently they must contend with unbearable pain before their separation from the body, a pain that often lingers for lengthy periods of time, especially with souls that wallowed in physical comfort in the world. On the other hand, souls who, in the world, had come to the medicative conclusion that all the treasures of the world are of no use to them, have very little or no sickness at all to withstand, since they realized that, otherwise, they would have to sink into death together with the body. They freed themselves from Adam’s old scar as much as possible and, instead, found God’s ‘Atman’ within themselves, nurturing it with great care.

6. Once the life of the soul is tied to its spirit, then, in time, even its body will assume a spiritual nature and therefore become less sensitive to the impressions of the outer, material world. Every sickness usually arises from the severing of some tie to the world. In short, the body is stuffed to the brim with a thousand different needs by the soul that hungers for life. If, on account of climatic or a thousand other conditions, it cannot be satisfied, then one or the other tie must be severed, causing the body to soon grow sick and suffer exceedingly, and with it the soul, which is ultimately the bearer of the larger part of the pain.

7. If, however, the soul, and thereby its body, has become accustomed to as many privations as possible from the deathly realms of the world, then there shall ultimately not be many ties left between the dead goods of the world and the body, and there will not be much to find that can be painfully severed. If, with this, the cause for the many physical ailments is taken care of, then I Myself would like to see know where else these should enter the body and the sensible soul.

8. Such people indeed hardly feel any pain in their bodies, even if it is severely tortured from without by several means.

9. Behold the famous youths in the furnace! They sang joyfully and praised God. And even though, in time, their bodies were consumed by the wicked external force, they nonetheless suffered no pain, for they had long since rid themselves of all ties to the world, and they were one with their Divine Spirit. And thus, such a soul, thoroughly united with its spirit, having long relinquished all firm ties with the material world, and in their place only possessing a tender, spiritual bond, feels no pain at all when separating from its body. A blessed ecstasy pervades the soul, and, during its separation from the body, it is incapable of losing consciousness or the light of the its spiritual sight, and neither its sense of hearing, smelling, tasting, or even the most refined sense of touch, as now possessed by our angel Raphael.

10. But, as mentioned earlier, to achieve this, man must rid his body of the old, Adamitic sin, and this is impossible to do in any way other than the one I have shown you here: The soul must voluntarily put all worldly cares aside; there is no other way! Once these are cast off, the ancient, divine order returns, and man will once again dwell in God’s order. Behold, this is what is justifiably called ‘original sin’! In actuality, it is evidently the flesh which one may appropriately call the ‘original sin’; however, from a spiritual point of view, the manifold concerns for the flesh are Adam’s difficult to eradicate sin, present within all his descendants.

11. This scar of the soul cannot be completely eradicated by any means other than the one indicated by Me, and by yet another means which, however, shall only be revealed and given to mankind after the conclusion of My mission in this world, for the salvation of all souls. John the Baptist in the desert had already been a forerunner for this means.”