Joseph im Verhör, Widersprüche und Zweifel & Josephs energische Rechtfertigung – Joseph in a sharp interrogation, Contradictions and Doubts & Joseph’s energetic Justification

Kapitel / Chapter 36

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Joseph im Verhör, Widersprüche und Zweifel & Josephs energische Rechtfertigung

Die Kindheit und Jugend Jesu – Kapitel 36

1. Joseph aber war selbst über die Massen erstaunt und sprach darum zum Cyrenius: „Höre mich an, mächtiger Pfleger des Landes! Es kann dir nicht unbekannt sein, dass da nach dem Gesetze meines Volkes ein jeder Zauberer verbrannt werden muss.

2. Wäre ich sonach ein Zauberer, da wäre ich nicht so alt geworden, als ich bin; denn schon lange wäre ich als solcher den Hohenpriestern in Jerusalem in die Hände gefallen!

3. Daher kann ich dir hier nichts anderes sagen, als dass diese Erscheinung sicher von der grossen Heiligkeit dieses Kindes abhängt!

4. Denn schon bei der Geburt dieses Kindes geschahen Zeichen, darüber sich alles entsetzt hatte: alle Himmel standen offen, die Winde schwiegen, die Bäche und Flüsse standen stille, die Sonne blieb am Horizonte stehen;

5. der Mond ging nicht von der Stelle, bei drei Stunden nicht; also rückten auch die Sterne nicht weiter; die Tiere frassen und soffen nicht, und alles, was sich sonst reget und beweget, versank in eine tote Ruhe; ich selbst war im Gehen und musste stehen!“

6. Als der Cyrenius solches von Joseph vernommen hatte, sprach er zu ihm: „Also ist dies das merkwürdige Kind, von dem mir mein Bruder geschrieben hatte mit den Worten:

7. ,Bruder, eine Neuigkeit muss ich dir berichten: In der Nähe von Bethlehem ist ein Kind von einem jungen Weibe jüdischer Nation geboren worden, von dem eine grosse Wunderkraft ausgeht; ich möchte meinen, dass es ein Götterkind sei!

8. Aber dessen Vater ist ein so kreuzehrlicher Jude, dass ich es nicht über mich zu bringen vermag, darüber nähere Untersuchungen anzustellen!

9. Wenn du etwa in der Kürze nach Jerusalem ziehen solltest, so dürfte es für dich nicht ohne Interesse sein, in Bethlehem diesen Mann zu besuchen! – Ich meine stets, dass das Kind so ein verkappter junger Jupiter oder wenigstens Apollo ist. Komme aber, und urteile selbst!‘ –

10. Siehe, guter Mann, so viel ist mir von der Sache bekannt; aber was du mir nun gesagt hast, ist mir rein unbekannt. Darum sage mir, ob du der nämliche Mann bist, von dem mir mein Bruder aus Bethlehem gemeldet hatte?“

11. Und der Joseph sprach: „Ja, mächtiger Herr, ich bin derselbe! Wohl aber deinem Bruder, dass er dir nicht mehr von dem Kinde kundgab!

12. Denn er hat vom Himmel ein Wort bekommen, zu schweigen von allem dem, was da geschehen ist! – Wahrlich, hätte er dir mehr gesagt, so wäre mit Rom das geschehen, was da jetzt vor deinen Augen geschehen ist mit Götterfiguren, die da standen auf dem Tische!

13. Heil aber dir und deinem Bruder, so ihr schweigen möget; denn ihr sollet darum Gesegnete des Herrn, des ewig lebendigen Gottes, des Schöpfers Himmels und der Erde sein!“

14. Diese Worte flössten dem Cyrenius eine grosse Achtung vor dem Joseph und eine Furcht vor dem Kinde ein, dass er darob sogleich wieder das Kind auf die Arme der Maria legte.

15. Nachdem aber wandte er sich wieder zum Joseph und sprach zu ihm: „Guter, ehrlicher Mann, habe nun wohl acht auf das, was ich zu dir reden werde;

16. denn mir ist jetzt ein guter Gedanke durch den Kopf gefahren, und diesen sollst du hören und mir darüber zur Rede stehen!

17. Siehe, wenn dieses Kind göttlicher Abkunft ist, so musst ja auch du als dessen Vater es sein; denn ex trunco non fit Mercurius, und auf den Dornen wachsen keine Trauben! – Also kann wohl auch von einem gewöhnlichen Menschen kein Götterkind entsprossen!

18. Du aber scheinst mir im übrigen denn doch ein ganz gewöhnlicher Mensch zu sein, so wie deine fünf andern Söhne, die da hinter dir stehen; ja die junge Mutter selbst, zwar eine artige Jüdin, scheint eben auch nichts Götterähnliches zu besitzen!

19. Dazu gehört eine grosse, fast überirdische Schönheit und grosse Weisheit, wie wir es aus den Traditionen wissen von den Weibern, mit denen sich einmal die Götter sollen abgegeben haben, – wozu aber freilich wohl ein überaus starker Glaube gehört, den ich durchaus nicht besitze!

20. Zudem aber muss ich dich noch auf etwas aufmerksam machen, und das ist, dass du dich mit deinem Götterkinde als ein von Bethlehem aus nach Ägypten reisen Wollender hierher hast verirren mögen, was daraus erhellt, da du traurig und verlegen warst, als ich dir angezeigt habe, wie du dich gar so weit verirrt hast auf dem Wege nach Ägypten!

21. Sollte dein Gott – oder die Götter Roms – denn unkundig des nächsten Weges von Bethlehem aus nach Ägypten sein?

22. Siehe, das sind grobe Widersprüche, die sich häufen, je mehr man die Sache verfolgt! Dazu ist aber doch sogar eine Drohung von dir beim Untergange Roms gegeben, so ich oder mein Bruder das Kind verriete!

23. Warum aber sollen Götter dem schwachen Sterblichen drohen, als hätten sie eine Furcht vor ihm? – Sie brauchen ja nur frei auf die Erde zu treten, und alles muss blind gehorchen ihrem mächtigen Willen!

24. Siehe, die Sache deiner Kundgabe kommt mir daher als eine schwache Ausflucht zu sein vor, um mich hinters Licht zu führen, auf dass ich dich nicht erkennen solle, wer du so ganz eigentlich bist, ob ein jüdischer Magier, der sich nach Ägypten begibt, um dort bei diesem Metier sein Brot zu finden, da er in seinem Vaterlande des Lebens nicht sicher ist, –

25. oder ob etwa gar ein verschmitzter jüdischer Spion, vom herrschsüchtigen Herodes bestochen, um zu erspähen, wie da die Uferfestungen Roms bestellt sind?!

26. Ich habe freilich wohl den Schutzbrief meines Bruders und den Brief, von dem ich dir erwähnte, – aber ich habe darüber mit meinem Bruder noch nicht gesprochen, und so können diese Dokumente auch falsch sein; denn auch meines Bruders Schrift ist nachzumachen!

27. Ich halte dich aber nun für beides, also für einen Magier und für einen Spion! Rechtfertige dich nun auf das gründlichste, sonst bist du mein Gefangener und wirst der gerechten Strafe nicht entgehen!“

28. Bei dieser Rede sah der Joseph dem Cyrenius fest ins Angesicht und sagte: „Sende einen Eilboten an deinen Bruder Cornelius, gebe die beiden Briefe mit, und dein Bruder solle bezeugen, ob sich die Sache mit mir also schändlich verhalte, als du der argen Meinung bist!

29. Und solches fordere ich nun von dir; denn meine Ehre ist vor Gott, dem Ewigen, gerechtfertiget und solle nicht von einem Heiden zertreten werden! – Bist du auch ein Patrizier Roms, so bin ich aber ein Nachsohn des grossen Königs David, vor dem der Erdkreis bebte, und als solcher lasse ich mich von keinem Heiden entehren!

30. Ich aber werde dir nun nicht eher von der Seite gehen, als bis du mir meine Ehre wieder wirst hergestellt haben; – denn die Ehre, die mir Gott gegeben hat, soll mir kein Heide nehmen!“

31. Diese energischen Worte machten den Cyrenius stutzen; denn also hatte er als Landpfleger, der da unumschränkt über Leben und Tod zu gebieten hat, noch nie ihm gegenüber reden gehört! – Er dachte darum bei sich: Wenn dieser Mensch sich nicht einer ausserordentlichen Kraft mir gegenüber bewusst wäre, so könnte er nicht also reden! – Ich muss daher nun ganz anders mit ihm zu reden anfangen. –

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Joseph in a sharp interrogation, Contradictions and Doubts & Joseph’s energetic Justification

The Childhood and Youth of Jesus – Chapter 36

1. Joseph was himself most surprised and so spoke to Cyrenius: “Listen to me, powerful guardian of the land! It cannot be unknown to you, that according to the law of my people, every magician is to be burnt alive.

2. Consequently, if I were a magician, I would not have lived as long as I have; for I would have fallen into the hands of the high priests in Jerusalem long ago!

3. Therefore I can say nothing else than that this phenomenon is surely influenced by the great holiness of this Child!

4. For even during the birth of this Child there were signs that terrified everyone: all the heavens stood open, the wind was silent, the brooks and rivers stood still, the sun halted at the horizon;

5. the moon did not move, not for three hours; even the stars did not change their position; the animals did not eat or drink, and everything that usually stirs or moves fell into a deathlike repose; I myself was walking and had to remain standing!”

6. As Cyrenius heard such things from Joseph, he spoke to him: “So it is this strange Child, about whom my brother has written with the words:

7. ‘Brother, I have some news for you: Near Bethlehem, a Child has been born to a young Jewish woman, and great miraculous powers emanate from this Child; I would like to believe that He is a divine Child!

8. But his father is such a highly sincere Jew, that I cannot bring myself to make further investigations!

9. If you happen to come to Jerusalem shortly, it might be of interest to you to visit this man in Bethlehem! – I keep on thinking that the Child is a disguised young Jupiter or at least Apollo. Come and judge for yourself!’ –

10. Look, good man, I already know much of the matter; but what you just told me is totally unknown to me. Therefore tell me if you are the man, about whom my brother reported from Bethlehem?”

11. And Joseph spoke: “Yes, mighty lord, I am that man! It is good of your brother that he did not disclose more about the Child!

12. For he had received word from heaven to keep silent on all that had occurred! – Truly, if he had told you more, the same would have happened in Rome, what just happened in front of your eyes with the statues of the gods that stood there on the table!

13. You and your brother will remain unharmed if you remain silent; for you will therefore be blessed by the Lord, the everlasting living God, the Creator of heaven and earth!”

14. These words evoked in Cyrenius a great respect for Joseph and such a fear of the Child, that he immediately returned the Child to Mary.

15. After that he turned to Joseph once more and spoke to him: “Good, honest man, listen carefully to what I have to say to you;

16. for I have a good idea, and I would like you to hear it and concern yourself in this matter!

17. See, if this Child is of divine descent, then you, as his father, must also be such; for ex trunco non fit Mercurius, and grapes do not grow on thorns! – Neither can a godly Child be born of an ordinary man!

18. You, however, appear to be a very ordinary man, just as your five other sons, who are standing behind you; indeed, the young mother herself, although a good Jew, does not appear to possess anything godlike!

19. As we know from tradition, an almost supernatural beauty and great wisdom are the prerequisites of the women, who are supposed to have submitted to the gods, – for which, however, one has to have a most strong faith, which I do not possess in the least!

20. Moreover, I have to point out something else to you, and that is, that you, with your godlike Child arrived here instead of in Egypt. This was evident in your sadness and embarrassment when I indicated to you how far you had erred from the way to Egypt!

21. Can your God – or the Gods of Rome – be ignorant of the shortest route from Bethlehem to Egypt?

22. See, these are glaring contradictions, which increase the more one looks into the matter! Furthermore, you have threatened us with the destruction of Rome, if I or my brother would betray the Child!

23. Why should the Gods threaten the weak mortal, as if they were afraid of him? – They only need to step onto the earth, and all have to blindly obey their mighty will!

24. See, the matter of your declaration appears to me to be a weak excuse to pull the wool over my eyes, so that I cannot recognize you for what you really are, either a Jewish magician, who is going to Egypt to ply his trade for a living, because he feels unsafe in his homeland, –

25. or a clever spy, bribed by the tyrannical Herod, to espy the waterfront fortresses of Rome?!

26. Of course, I have the letter of safe-conduct written by my brother and the letter I mentioned to you, – however, I have not spoken to my brother, and hence these documents could be fake; for I know that my brother’s writing can be imitated!

27. I now consider you to be both, that is, a magician and a spy! Now justify yourself thoroughly, otherwise you will be my prisoner and not escape lawful punishment!”

28. During this speech Joseph saw Cyrenius in the eye and said: “Send a messenger to your brother Cornelius, give both letters, and ask your brother to testify, whether my conduct is as despicable, as your bad opinion of me implies!

29. And I demand this of you now; for my honour is justifiable before the Eternal God, and should not be trampled on by a pagan! – For while you are a patrician from Rome, I am no less than a descendant of the great king David, before whom the world trembled, and as such I do not let a pagan dishonour me!

30. I will not leave your side until you have restored my honour to me; – for the honour, which God has given me, cannot be taken away by a gentile!”

31. Cyrenius was taken aback by these forceful words; for, as the governor, who had command over life and death, he had never heard anyone speak to him thus! – Therefore he thought to himself: Unless this man is aware of his extraordinary power over me, he would not be able to speak to me in such a manner! – I must thus talk to him in a very different manner. –