Gebot 8… Du sollst kein falsches Zeugnis geben, du sollst nicht lügen – Commandment 8… You shall not bear false Testimony, you shall not lie

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Das 8. Gebot… Du sollst kein falsches Zeugnis geben – Du sollst nicht lügen

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch Johannes, den Apostel der Liebe. Klare Kenntnis und praktische Anwendung der 12 göttlichen Gebote (10 Gebote Moses und die beiden Gebote der Liebe) gehören zu den wichtigsten Ausbildungsbereichen der Kinderseelen. Die universelle Gültigkeit und die wahrhaftige Erläuterung sind augenblicklich einleuchtend.

Kapitel 85 – Achter Saal – 8. Gebot. Die materielle Hülle – das Mittel zum Lügen.

1. Wir sind im achten Saale und sehen da auf der uns aus allen früheren Sälen wohlbekannten Rundtafel mit deutlicher Schrift gezeichnet: „Du sollst kein falsches Zeugnis geben“ – oder was ebensoviel sagt: Du sollst nicht lügen! –

2. Es klingt dieses Gebot im Reiche der reinen Geister wohl sonderbar, indem ein Geist in seinem reinen Zustande aller Lüge unfähig ist. Ein Geist kann unmöglich anders sprechen, als wie er denkt, da der Gedanke schon sein Wort ist. Der Geist im reinen Zustande kann darum auch keine Unwahrheit über seine Lippen bringen, weil er ein einfaches Wesen ist und in sich keinen Hinterhalt haben kann.

3. Der Lüge ist sonach nur ein unreiner Geist fähig, wenn er sich mit einer Materie umhüllt. Ist aber ein Geist, auch von unreiner Beschaffenheit, seiner gröberen Umhüllung ledig, so kann er auch keine Unwahrheit aussprechen.

4. Aus diesem Grunde umhüllen sich denn auch die argen Geister mit allerlei groben Truggestalten, um in dieser Umhüllung lügen zu können.

5. Also mußte sich auch der bekannte „Satan“ im Paradiese vor dem ersten Menschenpaare mit der materiellen Gestalt einer Schlange umhüllen, auf daß er dadurch in sich einen Hinterhalt bekam und hernach anders denken und anders sprechen konnte.

6. Aus diesem alleinigen Grunde sind auch die Menschen auf Erden imstande zu lügen so oft sie wollen, weil sie in ihrem Leibe einen Hinterhalt haben und können von diesem aus die Maschine des Leibes gerade in entgegengesetzter Richtung von dem bewegen, was sie denken.

7. Solches jedoch, wie bemerkt, ist den reinen Geistern nicht möglich. Sie können sich zwar, so sie sich irdischen Menschen gegenüber äußern, in Entsprechungen kundgeben und sagen dann auch nicht selten etwas ganz anderes, als was der innere Sinn ihrer Rede darstellt. Aber das heißt nicht lügen, sondern die geistige Wahrheit in irdische Bilder legen, welche dieser Wahrheit genau entsprechen.

8. Wir sehen aber aus dem, daß dieses Gebot für die Geister gar nicht taugt, indem sie der Fähigkeit zu lügen gänzlich ermangeln.

9. Für wen aber gilt hernach dieses Gebot? – Ich weiß, man wird mit der Antwort bald fertig werden und sagen: Es gilt für die mit Materie umhüllten Geister und gebietet ihnen, ihre Umhüllung nicht anders zu gebrauchen, als wie in ihnen ihr Denken und aus demselben hervorgehendes Wollen im reingeistigen Zustande beschaffen ist.

10. Wir wissen aber, daß dieses Gebot, so gut wie alle früheren, von Gott, als dem Urgrunde alles Geistigen, ausgeht. Als solches aber kann es unmöglich nur eine materielle und nicht zugleich auch eine geistige Geltung haben.

11. Um der Sache aber so recht auf den Grund zu kommen, müssen wir erörtern, was unter „Lügen“ oder „falsches Zeugnis geben“ eigentlich zu verstehen ist. Was ist denn die Lüge oder ein falsches Zeugnis in sich selbst? Ihr werdet sagen: Eine jegliche Unwahrheit. Aber ich frage: Was ist denn eine Unwahrheit? Da dürfte wohl auch jemand mit der Antwort bald fertig werden und sagen: Jeder Satz, welchen der Mensch ausspricht, um dadurch jemanden zu täuschen, ist eine Unwahrheit, eine Lüge, „ein falsches Zeugnis“. Es ist dem außen nach alles gut, aber nicht also dem innen nach. Wir wollen dafür eine kleine Probe aufstellen.

12. Frage: Kann der Wille denken? Ein jeder Mensch muß solches verneinen, indem er offenbar sagen muß: Der Wille verhält sich zum Menschen wie das Zugvieh zum Wagen. Dieses zieht denselben wohl kräftig; aber wo wird es den Wagen hinbringen ohne den denkenden Fuhrmann?

13. Weiter frage ich: Kann der Gedanke wollen? Kehren wir zum Fuhrwerk zurück. Kann der Fuhrmann bei dem besten Verstande ohne Zugkraft der Lasttiere den schweren Wagen von der Stelle bringen? Ein jeder wird hier sagen: Da können tausend der gescheitesten Fuhrleute neben dem schwer belasteten Wagen alle möglichen philosophischen Grundsätze aufstellen, und dennoch werden sie mit all diesen Prachtgedanken den Wagen so lange nicht von der Stelle bringen, als bis sie in ihren Gedanken darin übereinkommen, daß vor dem Wagen eine demgemäße Zugkraft angebracht werden muß.

14. Aus diesem Beispiele haben wir nun gesehen, daß der Wille nicht denken, und daß der Gedanke nicht wollen kann. Sind aber Gedanke und Wille vereint, so kann der Wille doch nur das tun, wozu ihn der Gedanke leitet.

15. Nun aber frage ich weiter: Wenn es sich mit der Sache also verhält, wer kann dann lügen aus dem Menschen? Der Wille sicher nicht, denn dieser ist ein Etwas, das sich allezeit nach dem Lichte des Gedankens richtet. Kann der Gedanke lügen? Sicher nicht, er ist einfach und kann sich nicht teilen. Wird der Leib etwa lügen können im Menschen? Wie der Leib lügen könnte als eine für sich tote Maschine, welche nur durch den Gedanken und Willen des Geistes durch die Seele zur Tätigkeit angeregt wird, das wäre wirklich überaus merkwürdig in Erfahrung zu bringen.

16. Ich entdecke aber soeben einen Psychologen, und zwar aus der Klasse der geistigen Dualisten, dieser spricht: Die Seele des Menschen ist auch ein sich selbst bewußtes denkendes Wesen und denkt zum Teil aus den naturmäßigen und zum Teil aus den geistigen Bildern. So können sich in ihr gar wohl zweierlei Arten von Gedanken bilden, nämlich naturmäßige und geistige. Sie kann daher wohl die geistigen in sich denken, da ihr aber auch der Wille des Geistes zur Disposition steht, so kann sie anstatt der auszusprechenden Wahrheit oder des geistigen Gedankens den naturmäßigen, der geistigen Wahrheit ganz entgegengesetzten Gedanken aussprechen. Und tut sie das, so lügt sie oder gibt ein falsches Zeugnis. Was meinet ihr wohl, ist dieser Schluß richtig?

17. Den Anschein von Richtigkeit hat er, für den äußeren Menschen genommen betrachtet, wohl, aber im Grunde des Grundes ist er dennoch falsch; denn was für eine Tätigkeit würde da wohl zum Vorscheine kommen, wenn man zur Fortschaffung etwa eines Wagens vorne sowie rückwärts gleich viele und gleich starke Zugpferde und daneben auch Fuhrleute zur Leitung der Pferde anspannen und anstellen möchte?

18. Wie der Wagen nie von der Stelle gebracht würde, also möchte es doch wohl auch mit dem Leben eines Menschen aussehen, wenn dasselbe sich auf zwei entgegengesetzte lebendige Prinzipien gründen möchte. Das wäre gerade so viel wie plus 1 und minus 1, welches addiert null gibt.

19. Es muß also nur ein lebendes Prinzip sein; wie aber kann dieses lügen und falsches Zeugnis geben?

20. Entweder kann dieses eine Prinzip, wie erwiesen, gar nicht lügen und falsches Zeugnis geben, oder unter dem Begriffe „lügen“ und „falsches Zeugnis geben“ muß grundsätzlich etwas anderes verstanden werden, als was bisher verstanden wurde.

21. Da sagt freilich jemand: Wenn die Sache so zu nehmen ist, so ist eine jede uns bekannte Lüge, jeder falsche Eid, wie auch jeder Wortbetrug als unsündhaft und frei gang und gäbe zu betrachten. Gut, sage ich, die Einwendung wäre so übel nicht, aber nach eurem Sprichworte: „Wer zuletzt lacht, der lacht am besten“ werden wir uns ein ähnliches Vergnügen auf den Schluß vorbehalten. –

Kapitel 86 – Was ist ein falsches Zeugnis?

1. Damit wir aber diesen gordischen Knoten auch gewisserart mit einem Hiebe zu entwirren vermögen, so wollen wir gleich an die Erörterung des Hauptbegriffes in diesem achten Gebote gehen.

2. Wir wissen, daß vom Herrn aus einem jeden Geiste ein freier Wille und also auch ein freier Gedanke zur Beleuchtung des freien Willens gegeben ward. Dieser Gedanke im Geiste ist eigentlich die Sehe und das Licht des Geistes, durch welches er die Dinge in ihrer naturmäßigen Sphäre erschauen kann.

3. Neben diesem Lichte, das jeder Geist eigentümlich von Gott wesenhaft erhalten hat, hat er auch noch eine zweite Fähigkeit, ein innerstes, allerheiligstes Licht von Gott aufzunehmen; aber nicht durch sein Auge, sondern durch das Ohr, welches eigentlich auch ein Auge ist. Wohl kein Auge zur Aufnahme äußerer Erscheinlichkeiten, welche hervorgebracht werden durch den allmächtigen Willen des Herrn, sondern es ist ein Auge zur Aufnahme des reingeistigen Lichtes aus Gott, nämlich des Wortes Gottes.

4. Solches möget ihr schon aus eurer noch naturmäßigen Beschaffenheit erkennen, wenn ihr nur einigermaßen darauf achtet, wie sehr verschieden das ist, was ihr durch eure Augen erschauet und daneben durch eure Ohren erhorchet. Durch eure Augen könnt ihr nur naturmäßige Bilder erschauen, mit euren Ohren aber könnt ihr Strahlen aus der innersten göttlichen Tiefe aufnehmen.

5. Ihr könnt die Sprache der Geister in der Harmonie der Töne vernehmen oder besser gesagt: ihr könnet die geheimen Formen der innersten geistigen Schöpfung schon äußerlich materiell durch eure fleischlichen Ohren vernehmen. Wie tief zurück steht da das Auge gegen das Ohr!

6. Sehet, also ist es auch bei dem Geist. Er ist vermöge solcher Einrichtung befähigt, Zweifaches aufzunehmen, nämlich das äußere Bildliche und das innere wesenhaft Wahre.

7. In diesem Doppelschauen liegt das Geheimnis des freien Willens zugrunde.

8. Ein jeder Mensch, sei er rein geistig oder noch mit der Materie umhüllt, hängt durch diese Fähigkeit ganz natürlichermaßen zwischen einem Äußeren und zwischen einem Inneren. Er kann sonach allezeit eine zahllose Menge von Außenformen erschauen, kann aber auch zu gleicher Zeit ebensoviel der inneren, rein göttlichen Wahrheit in sich aufnehmen.

9. Mit dem Lichte von außen faßt er nichts von all dem Geschauten als bloß die äußere Form und kann dadurch in sich selbst eben durch die Aufnahme dieser Formen der Schöpfer seiner Gedanken sein.

10. Mit diesen Gedanken kann er auch seinen frei disponiblen Willen in Bewegung setzen, wie und wann er will.

11. Gebraucht er das andere Auge des inneren göttlichen Lichtes nicht, sondern begnügt und beschäftigt er sich bloß mit den Formen, so ist er ein Mensch, der sich offenbar selbst betrügt; denn die Formen sind für ihn so lange leere Erscheinungen, solange er sie nicht in ihrer Tiefe erfassen kann.

12. Wenn aber ein Mensch auch zugleich vom Herrn aus das innere Licht hat und erschaut, so er nur will, das Innere der Formen, verstellt sich aber selbst dabei und zeugt von den Außenformen anders, als er ihre hohe Bedeutung mit dem inneren geistigen Auge, welches das Ohr ist, erschaut, so gibt er den äußerlich erschauten Formen doch offenbar ein falsches Zeugnis.

13. Hier haben wir das nun schon aus der Wurzel erörtert, was im Grunde des Grundes „ein falsches Zeugnis geben“ heißt. In der Hauptsache aber kommt es wieder darauf an, daß der Mensch von der göttlichen Wahrheit in sich nicht anders reden soll, als er sie in sich gewahrt.

14. Im Allerinwendigsten aber verhält sich die Sache also: Die Liebe ist gleich dem inwendigst erschauten Wahrheitslichte unmittelbar aus Gott, und die Weisheit ist gleich dem ausstrahlenden Lichte aus Gott durch alle unendlichen ewigen Räume.

15. So aber jemand die Liebe hat, wendet sie aber nicht an, sondern ergreift nur mit seinem äußeren Lichte und seinem von diesem Lichte geteilten Willen die nach außen fortwährend mehr und mehr ins Unendliche gehenden Strahlen, so wird er immer schwächer, aber zufolge seines Ausfluges nach allen Seiten geistig genommen stets aufgeblähter und auch stets weniger empfänglich für das inwendige Liebewahrheitslicht aus Gott.

16. Wenn das der Fall ist, so wird ein solcher Mensch Gott stets unähnlicher und gibt dadurch mit jedem Atome seines Seins der göttlichen Wesenheit, deren vollkommenes Ebenmaß er sein sollte, ein vom Grunde aus falsches Zeugnis.

17. Wer demnach das göttliche Wort vernimmt, folgt aber demselben nicht, sondern folgt nur dem, was seine äußeren Augen besticht und dadurch seinen sinnlichen Willen reizt, der gibt mit einem jeden Tritte, den er macht, mit einem jeden Worte, das er spricht, mit einer jeden Bewegung der Hand, die er macht, ein falsches Zeugnis. Wenn er auch die reinste göttliche Wahrheit, das reine Wort des Evangeliums reden möchte, so lügt er aber doch und gibt dem Herrn ein falsches Zeugnis, weil er nicht nach dem Worte und nach der Wahrheit handelt.

18. So jemand betet und verrichtet seine Andacht zu Gott, lebt aber nicht nach dem Worte des Herrn, der ist ein Lügner, soweit er warm und lebendig ist. Sein Gebet ist da nur eine äußere Formel, deren innerer Wert gänzlich verlorengeht, weil das innere göttliche Licht nicht dazu verwendet wird, das Inwendige dieser äußeren Form zu beleuchten und zu beleben.

19. Es ist geradeso, als wenn jemand mit der größten Entzückung einen Stern betrachtet. Was nützt ihm all diese Entzückung und Betrachtung, wenn er den Stern nicht in seiner völligen Nähe als eine wundervolle Welt betrachten kann? Er gleicht da einem Hungernden vor einem versperrten Brotschranke. Er mag diesen Brotschrank noch so sehnsüchtig und noch so verehrend betrachten, wird er aber davon gesättigt? Sicher nicht. Denn solange er nicht in das Innere des Brotes beißen und dasselbe aufnehmen kann in seinen Magen, wird ihm alle Betrachtung, Verehrung und Entzückung vor dem Brotschranke nichts nützen.

20. Wie aber kann man den Brotschrank der wahren Gottähnlichkeit wohl in sich eröffnen und sich sättigen? Sicher nicht anders, als indem man das inwendigste Mittel in sich gebraucht und sich sogestalt nach der von Gott vernommenen Wahrheit richtet. Daß man ferner von den nach außenhin geschauten Formen nur das zum tätigen Gebrauche aufnimmt, was und wie weit man dasselbe mit dem innersten Lichte als völlig in der Entsprechung übereinstimmend und sonach göttlich wahr gefunden hat. Sobald das nicht der Fall ist, ist alles, was der Mensch tut und unternimmt, ein falsches Zeugnis über die innere göttliche Wahrheit und somit eine bare Lüge gegenüber einem jeden Nebenmenschen.

21. Darum spricht der Herr: „Wer da betet, der bete im Geiste und in der Wahrheit“, und: „So ihr betet, da gehet in euer Kämmerlein“, und weiter: „Denket nicht, was ihr reden werdet, sondern zur Stunde wird es euch in den Mund gelegt werden.“

22. Hier sind offenbar die äußeren Gedanken angezeigt, welche schon darum an und für sich keine Wahrheit sind, weil sie Gedanken sind; denn die Wahrheit ist inwendigst, ist das Motiv zur Handlung nach dem Worte Gottes und gibt sich allezeit eher kund als eine darauf folgende leere Gedankenflut.

23. Demnach soll sich auch ein jeder nach dieser inneren Wahrheit richten und danach tätig sein. Er wird so stets mehr und mehr seine Gedanken mit diesem inneren Lichte werktätig verbinden und dadurch in sich zur Einheit und somit zur göttlichen Ähnlichkeit gelangen, in welcher es ihm dann für ewig unmöglich wird, einen Lügner zu machen.

24. Daß aber dann auch ein jeder, der anders spricht, als er denkt, und anders handelt, als er spricht und denkt, ein Lügner ist, versteht sich von selbst; denn ein solcher ist schon ganz in der alleräußersten, gröbsten Materie begraben und hat seinem Geiste die ganze göttliche Form genommen. – Also wird auch diesen Schülern hier dieses Gebot seinem inwendigsten Gehalte nach erläutert.

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8th Commandment… You shall not bear false Testimony – You shall not lie

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101).
The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Explanation of the 8th Commandment

Chapter 85 – The material shell as a means to lie

1. We are in the eighth hall, and there we see on the round tablet, well known to us from all the earlier halls, clearly written: “Thou shalt not bear false testimony”, saying as much as: Thou shalt not lie.

2. This commandment sounds strange in the realm of pure spirits, for a spirit in its pure state is incapable of any lie. A spirit cannot speak anything but what he thinks, since the thought is already his word. A spirit in the pure state can therefore bring no untruth on his lips, because it is a simple being and can have no reserve in itself.

3. The lie is therefore only possible for an unclean spirit when it covers itself with matter. But if a spirit, even of unclean quality, is free from its coarser envelopment, it cannot speak any untruth.

4. For this reason, even the evil spirits envelop themselves with all sorts of coarse figures of guile in order to be able to lie in this wrapping.

5. Thus the well-known “Satan” in Paradise had to envelop himself in the material form of a snake before the first pair of men, so that they could thereby become ambushed and then afterwards think differently and speak differently.

6. For this sole reason, men on earth are able to lie as often as they will, because they have a hideaway in their bodies, and from there they can move the machine of the body in the opposite direction of what they think.

7. Such, however, as noted, is not possible to the pure spirits. Although they can express themselves in correspondences when they communicate with earthly people, they not infrequently say something quite different from what the inner meaning of their speech represents. But that does not mean lying, but placing the spiritual truth in earthly images that correspond exactly to this truth.

8. But we see that this commandment is of no use for the spirits, because they completely lack the ability to lie.

9. But to whom in the afterlife does this commandment then apply? I know that you will soon be able find the answer and say: It applies to the spirits enveloped in matter, and requires of them to use their covering no differently than how their thinking is conceived in them, and act in correspondence to their purely spiritual state.

10. But we know that this commandment, as well as all earlier ones, proceeds from God, as the Primordial Source of all spiritual things. As such, however, it cannot possibly have only material, and no spiritual validity.

11. But in order to get to the basis of it, we have to discuss what is meant by “lying” or “giving false witness.” What is the lie or a false testimony in itself? You will say: any untruth. But I ask: what is an untruth? And then somebody will soon be able to deal with the answer and say: Every sentence that a human being pronounces in order to deceive someone is an untruth, a lie, “a false testimony.” It’s all good on the outside, but not inside. We want to set up a small sample for it.

12. Question: Can the will think? Every human being must deny such a thing by clearly having to say that the will behaves like the cattle in relation to the wagon. They indeed pull it vigorously; but where will it take the wagon without the thinking driver?

13. Next question: Can the thought will? Let’s go back to the wagon. In the best sense of the word, can the wagoner drive the heavy wagon without the power of the beasts of burden? Anyone here will say: Thousands of the most clever wagoners can set up all sorts of philosophical principles next to the heavily loaded wagon, and yet they will not, with all these splendid ideas, put the wagon in motion until they agree in their thoughts that an appropriate power should be put in front of the wagon.

14. From this example we have seen that the will does not think, and that the thought can not will. But if thought and will are united, the will can only do what the thought leads it to do.

15. But now I ask: If it is how it is, what is it in man who can lie? The will certainly not, because this is a something that always depends on the light of thought. Can the thought be a lie? Certainly not, it is simple and cannot share. Will the body be able to lie in man? How the body can lie, being a machine that is dead in itself, and only stimulated to activity by the thought and will of the spirit through the soul, would be very strange to know.

16. I have just discovered a psychologist, and indeed from the class of spiritual dualists, who says: The soul of man is also a self-conscious thinking being and thinks partly natural and partly spiritual images. Thus, two kinds of thought may indeed be formed in it, namely natural and spiritual. It may therefore cover the spiritual in itself, but since the will of the spirit is also at its disposal, it can, instead of pronouncing the truth or the spiritual thought, express the natural, completely opposite thought than that of the spiritual truth. And if he does that, he lies or gives false testimony. What do you think, is this conclusion correct?

17. This appears to be correct, taken from the external man’s perspective; but he is nevertheless fundamentally wrong; for what kind of activity would result if, for the purpose of forward movement, one would harness the same number of horses of equal strength in front and to the back of it, and have drivers to steer both teams?

18. As the car would never be moved from the spot, the same it would seem to be with one’s life, if it would stand on two opposite life-principles. That would be just as much as plus 1 and minus 1, which adds up to zero.

19. So there just has to be one single living principle; but how can this lie and give false testimony?

20. Either this principle, as proven, cannot lie and give false testimony at all, or the concepts of “lying” and “giving false testimony” have to be something fundamentally different, than what has hitherto been understood.

21. Somebody would of course say: If the matter is to be taken this way, any falsehood known to us, every false oath, as well as every fraudulent word, is not to be regarded as sinful, but should be freely used. Well, I say: the objection would not be so bad, but according to your proverb: “Whoever laughs last laughs best,” we shall reserve a similar pleasure for the conclusion.

Chapter 86 – What is false testimony?

1. But if we are able to disentangle this Gordian knot in a certain sense with one blow, let us immediately go into the discussion of the main concept of this eighth commandment.

2. We know that the Lord gave every spirit a free will, and also a free thought was given to illuminate free will. This thought in spirit is in fact the vision and the light of the spirit, through which he can see things in the natural sphere.

3. Besides this light, which every spirit has received particularly from God, he also has a second ability to receive an innermost, most holy light from God; but not through his eye, but through the ear, which is actually an eye. Certainly no eye for the reception of external appearances, which are produced by the almighty will of the Lord, but it is an eye for the reception of the purely spiritual light from God, namely the Word of God.

4. You can see that from your still natural condition, if you pay only a little attention to how different this is, what you see with your eyes and hear with your ears. Through your eyes you can only see natural images, but with your ears you can absorb rays from the innermost Divine depth.

5. You can hear the language of the spirit in the harmony of sounds, or rather, you can already externally hear the secret forms of the innermost spiritual creation through your fleshly ears. How deeply backwards does the eye stand in comparison to the ear!

6. See, it’s the same with the spirit. By virtue of such a device he is capable of accommodating two things, namely the external pictorial and the intrinsically essential reality.

7. In this double vision lies the secret of the free will.

8. Every human being, be it purely spiritual or still enveloped in matter, naturally hangs between the external and the internal through this ability. He can therefore always see a countless number of external forms, but he can simultaneously absorb just as much of the inner, purely Divine truth.

9. With the light from the outside, he grasps nothing of all that is seen, but merely the external form, and thus can be the creator of his thoughts in himself through the reception of these forms.

10. With these thoughts, he can also set his freely disposable will in motion, as and when he wants.

11. If he does not use the other eye of the inner Divine light, but is merely content with and deals only with forms, then he is a man who evidently deceives himself; for the forms are empty appearances for him as long as he cannot grasp them in their depths.

12. But if a man who simultaneously also possesses the inner light he received from the Lord and beholds it, perceives the interior of the forms, but disguises it and testifies only to the outer forms differently than he does about its great importance which he perceives with the inner spiritual eye, which is the ear; see, this is when he gives a false testimony to the externally perceived forms.

13. Here we have already fundimentally discussed what it basically means to give a false testimony. In the main point however it is once again important that man should not speak of Divine truth in any other way than how he perceives it in himself.

14. But with regard to the most inner things, the situation is as follows: love is equal to the inwardly perceived light of truth directly from God, and wisdom is equal to the radiating light from God through all infinite and eternal spaces.

15. When someone would possess the love, but would not practise it, but would, with his outer light and his divided will, continuously reach out more and more to the infinitely radiating rays, he becomes increasingly weaker, but because of his spirit fraying at all sides, he becomes increasingly bloated and increasingly less receptive for the inner, loving light of truth out of God.

16. If this is the case, then such a person becomes ever more dissimilar to God, and thereby gives with every atom of his being, a fundamentally false testimony of the Divine essence, whose perfect symmetry he ought to have been.

17. Therefore, he who hears the Divine word but does not follow it, but follows only that which captivates his outward eyes, and thus excites his sensual will, he gives with every step that he makes, with every word he speaks every movement of the hand he makes, a false testimony. Even if he wants to speak the purest Divine truth, the pure word of the Gospel, he lies and gives a false testimony to the Lord because he does not act according to the Word and the Truth.

18. Such a person who prays and performs his devotion to God, but does not live according to the word of the Lord, is a liar, as long as he is warm and alive. His prayer is there but an external formula whose intrinsic value is lost altogether, because the inner Divine light is not used to illuminate and enliven the interior of this external form.

19. It’s just the same as if someone would look completely enraptured at a star. What good does all this delight and contemplation benefit him if he cannot regard the star in close proximity as a wonderful world? He resembles a starving person in front of a locked cupboard. He may still look at this bread-cupboard so yearningly and so adoringly, but will he be saturated with it? Certainly not. For as long as he cannot bite into the inside of the bread and absorb it into his stomach, all contemplation, worship, and delight from the bread-cupboard, will do him no good.

20. But how can one open the bread-cupboard of true God-likeness and satisfy oneself? Certainly no other way than by using the innermost means in oneself and directing oneself to the truth received from God. Also, to use the external forms only for their intended practical purposes as far as one has found it to be identical with the innermost light and therefore as a Divine truth. As soon as that is not the case, everything that man does and endeavours, is a false testimony to the inner Divine truth and thus a gross lie to every fellow human.

21. Therefore the Lord says, “He who prays, should pray in the Spirit and in truth,” and, “If ye pray, go into your closet,” and also: “Do not think what you will speak, for in the same hour it will be put into your mouth.”

22. Here, evidently, outer thoughts are indicated, which are therefore in themselves no truth, because they are thoughts; for the truth is inward, it motivates for action according to the Word of God, and is always manifested rather than being a subsequent flood of thoughts.

23. Therefore should everyone also be guided by this inner truth and act accordingly. He will always more and more actively connect his thoughts with this inner light and thus come to inner unity and thus to the Divine likeness in which it then becomes forever impossible for him to be a liar.

24. But that everyone who speaks differently than he thinks, and acts differently than he speaks and thinks, is a liar, is self-evident; for such a one is already buried in the very outermost, grossest matter, and has removed the whole Divine form from his spirit. As such will this commandment also be explained to the students in its innermost content.

Gebot 7 … Du sollst nicht stehlen – Commandment 7 … You shall not steal

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Das 7. Gebot… Du sollst nicht stehlen

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 82 – Siebenter Saal – 7. Gebot

1. Wir sind im siebenten Saale. Sehet, in dessen Mitte auf einer an einer lichten weissen Säule befindlichen Tafel steht mit deutlich leserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht stehlen!“ – Hier drängt sich beim ersten Anblicke dieser Gesetzestafel doch sicher einem jeden sogleich die Frage auf:

2. Was sollte hier (im Reiche der Kinderseelen) gestohlen werden können, da niemand ein Eigentum besitzt, sondern ein jeder nur ein Fruchtniesser ist von dem, was der Herr gibt? Diese Frage ist natürlich und hat ihren guten Sinn, kann aber auch mit demselben Recht auf dem Weltkörper gestellt werden; denn auch auf dem Weltkörper gibt alles, was da ist, der Herr, und doch können die Menschen einander bestehlen auf alle mögliche Art.

3. Könnte man da nicht auch fragen und sagen: Hat der Herr die Welt nicht für alle Menschen gleich geschaffen, und hat nicht jeder Mensch das gleiche Recht auf alles, was die geschaffene Welt zum verschiedenartigen Genusse bietet? So aber der Herr sicher die Welt nicht nur für einzelne, sondern für alle geschaffen hat, und sonach ein jeder das Recht besitzt, die Produkte der Welt nach seinem Bedürfnisse zu geniessen, – wozu war denn hernach dieses Gebot gut, durch welches den Menschen offenbar irgendein Eigentumsrecht eingeräumt ward und wodurch erst ein Diebstahl möglich geworden ist? Denn wo kein Mein und kein Dein ist, sondern bloss ein allgemeines Unser aller, da möchte ich doch den sehen, der da bei allem Wollen seinem Nächsten etwas zu stehlen vermöchte.

4. Wäre es demnach nicht klüger gewesen, statt dieses Gebotes, durch welches ein abgesondertes Eigentumsrecht gefährlichermassen eingeräumt wird, jedes Eigentumsrecht für alle Zeiten aufzuheben? Dadurch würde dieses Gebot dann vollkommen entbehrlich, alle Eigentumsgerichte der Welt wären nie entstanden, und die Menschen könnten auf die leichteste Weise untereinander als wahrhafte Brüder leben.

5. Dazu muss man noch bedenken, dass der Herr dieses Gebot durch Moses gerade zu einer Zeit gegeben hat, wo auch nicht ein Mensch aus allen den zahlreichen Israelskindern irgendein eigenes Vermögen hatte; denn das aus Ägypten mitgenommene Gold und Silber war Eigentum des ganzen Volkes unter der Aufsicht ihres Anführers.

6. Was aber die Kleidung betrifft, so war sie höchst einfach und dabei so armselig, dass ein einziges Kleidungsstück in eurer gegenwärtigen Zeit den Wert von einigen schlechten Groschen sicher nicht übersteigen würde. Dazu hatte nicht einer aus den Israeliten einen Kleidungsvorrat, sondern was er am Leibe trug war alles, was er besass.

7. Da kam hernach dieses Gebot. Sicher musste das israelitische Volk sich untereinander mit grossen Augen fragen: Was sollen wir einander wohl stehlen? Etwa unsere Kinder, da doch ein jeder froh ist in dieser gegenwärtigen bedrängten Lage, wenn er so kinderarm als möglich ist? Sollten wir uns gegenseitig etwa unsere Töpfe stehlen? Was sollten wir aber dabei gewinnen? Denn wer da keinen Topf hat, der hat ohnedies das Recht, sich im Topfe seines Nachbarn, so er etwas Kochbares hat, mitzukochen. Hat er aber einen Topf, da wird er es nicht notwendig haben, sich noch eines zweiten zu bemächtigen, um dadurch noch mehr zum Hin- und Herschleppen zu haben. Es ist fürwahr nicht einzusehen, was wir hier einander stehlen könnten. Etwa die Ehre? Wir sind alle Diener und Knechte eines und desselben Herrn, der den Wert eines jeden Menschen gar wohl kennt. So wir einander auch gegenseitig verkleinern wollten, was würden wir dadurch bezwecken im Angesichte dessen, der uns allezeit durch und durch schauet? Wir wissen also durchaus nicht, was wir aus diesem Gebote machen sollen. Soll dieses Gebot für künftige Zeiten gelten, falls uns der Herr einmal ein gesondertes Eigentum einräumen wollte? Wenn das, da lasse Er uns lieber so, wie wir sind, und das Gebot hebt sich von selbst auf.

8. Sehet, also räsonierte im Ernste auch hie und da das israelitische Volk, und solches war ihm in seiner Lage in der Wüste auch nicht zu verdenken; denn da war jeder gleich reich und gleich gross in seinem Ansehen.

9. Könnte aber nun nicht auch das gegenwärtige, neutestamentlich gläubige Volk vor dem Herrn räsonierend aufbegehren und sagen: O Herr! warum hast du denn dereinst ein solches Gebot gegeben, durch welches mit der Zeit den Menschen auf der Erde ein gesondertes Eigentumsrecht eingeräumt ward und eben zufolge dieses Eigentumsrechtes sich eine zahllose Menge von Dieben, Strassenräubern und Mördern gebildet hat? Hebe daher dieses Gebot auf, damit das Heer der Diebe, Mörder und Räuber und allerlei Betrüger und ein zweites Heer der Weltrichter aufhören möchte, jegliches in seiner Art aller Nächstenliebe ledig, tätig zu sein!

10. Ich sage hier: Der Aufruf lässt sich hören und erscheint unter dieser kritischen Beleuchtung als vollkommen billig. Wie und warum denn? Fürs erste kann man von Gott als dem allerhöchst liebevollsten Vater doch sicher nichts anderes als nur das allerhöchst Beste erwarten. Wie sollte man da wohl denken können, Gott, als der allerbeste Vater der Menschen, habe ihnen da eine Verfassung geben wollen, welche sie offenbar unglücklich machen muss, und zwar zeitlich und ewig?

11. Wenn man aber Gott die allerhöchste Güte, die allerhöchste Weisheit und somit die Allwissenheit notwendig zuschreiben muss, derzufolge Er doch wissen musste, welche Früchte ein solches Gebot unfehlbar tragen wird, da kann man doch nicht umhin zu fragen: Herr! warum hast Du uns ein solches Gebot gegeben, warum uns durch dasselbe nicht selten namenlos unglücklich gemacht? War es im Ernste also Dein Wille, oder hast Du dieses Gebot nicht gegeben, sondern die Menschen haben es erst nachträglich eingeschoben ihres Eigennutzes wegen, indem sie sich etwa vorgenommen haben, sich von der allgemeinen Zahl ihrer Brüder abzusondern und sich in solchem Zustande dann berechtigtermassen eigentümliche Schätze zu sammeln, um durch ihre Hilfe sich desto leichter als Herrscher über ihre gesamten armen Brüder zu erheben? Sehet, das alles lässt sich hören, und niemand kann solches in Abrede stellen. Man muss noch obendrauf einem menschlichen Verstande einige Körner echten Weihrauchs streuen, so er es in dieser Zeit wenigstens der Mühe wert gefunden hat, die Gesetze Mosis auf diese Weise kritisch zu beleuchten. Aber wer hat bei dieser Kritik etwas gewonnen? Die Menschen nicht und der Herr sicher auch nicht, denn es spricht sich in dieser Kritik die göttliche Liebe und Weisheit offenbar nicht aus.

12. Wie aber soll denn dieses Gesetz genommen und betrachtet werden, damit es als vollkommen geheiligt vor Gott und allen Menschen erscheint, dass es die höchste göttliche Liebe und Weisheit ausspreche und in sich die weiseste Fürsorge des Herrn zum zeitlichen und ewigen Glückseligkeitsgewinne trage? Also, wie es bis jetzt erklärt ward, besonders in der gegenwärtigen Zeit, hat es freilich nur Unheil verbreiten müssen. Daher wollen wir nach der Erbarmung des Herrn die wahre Bedeutung dieses Gebotes enthüllen, auf dass die Menschen darin fürder ihr Heil, aber nicht ihr Unheil finden sollen. Um aber das zu bewerkstelligen, werden wir vorerst betrachten, was unter dem Stehlen verstanden werden muss. –

Kapitel 83 – Was heisst „Stehlen“?

1. Dass anfänglich unter dem Begriffe „Stehlen“ unmöglich die eigenmächtige Wegnahme der materiellen Güter eines andern verstanden werden konnte, erhellt klar daraus, dass besonders zur Zeit der Gesetzgebung niemand aus dem israelitischen Volke ein Eigentum besass. Selbst als das Volk ins Gelobte Land gezogen war, war seine staatliche Verfassung so bestellt, dass niemand in diesem Lande ein vollrechtliches Eigentum besitzen konnte. Sondern es war dabei soviel als möglich auf eine Gütergemeinschaft abgesehen, und ein jeder dürftige Israelit, wenn er im übrigen in der göttlichen Ordnung lebte, musste allenthalben die gastfreundlichste Aufnahme und Unterkunft finden.

2. Wäre aber in diesem Gebote unter dem Stehlen die willkürliche und eigenmächtige Wegnahme des Gutes eines andern verstanden worden, so fiele, wie es im Verlaufe dieser Darstellung hinreichend klar gezeigt wurde, unfehlbar der Tadel auf den Gesetzgeber, indem Er dadurch gewisserart stillschweigend dem Erwerbe, der Industrie und somit auch dem Wucher das Wort gesprochen hätte. Denn das muss doch jedem Menschen auf den ersten Blick in die Augen fallen, so er nur eines etwas helleren Denkens fähig ist, dass das Eigentumsrecht dann als vollkommen sanktioniert und bestätigt eingeführt ist, sobald man ein Gesetz gibt, durch welches das Eigentum eines jeden als vollkommen gesichert erscheinen muss.

3. Wie könnte man aber auf der andern Seite ein solches Gesetz von jenem Gesetzgeber erwarten, der mit Seinem eigenen Munde zu Seinen Schülern gesprochen hat: „Sorget euch nicht, was ihr essen und trinken werdet und womit euren Leib bekleiden, denn das alles ist Sache der Heiden. Suchet vor allem das Reich Gottes; alles andere wird euch schon von selbst hinzufallen.“

4. Weiter spricht derselbe Gesetzgeber: „Die Vögel haben ihre Nester und die Füchse ihre Löcher, aber des Menschen Sohn hat nicht einen Stein, den Er unter sein Haupt lege!“ Andererseits wieder sehen wir Seine Schüler sogar an einem Sabbate Ähren raufen, also offenbar stehlen. Als sich aber die Eigentümer des Ackers darüber beschwerten, saget: wer bekam da von dem grossen Gesetzgeber den Verweis und eine recht empfindliche Zurechtweisung? Ihr brauchet nur im Buche nachzusehen und es wird euch alles klar sein.

5. Weiter sehen wir denselben Gesetzgeber einmal in der Lage, einen Mautzins entrichten zu müssen. Hat Er in Seine eigene Tasche gegriffen? O nein, sondern Er wusste, dass im nahen See ein Fisch einen verlornen Stater verschluckt hatte. Der Petrus musste hingehen, dem durch die Kraft des Herrn gehaltenen Fische die Münze aus dem Rachen nehmen und mit derselben den Mautzins bezahlen.

6. Ich frage aber: Hat nach euren Eigentumsrechten der Finder auf ein auf was immer für eine Weise gefundenes Gut das verfügbare Eigentumsrecht? Musste der grosse Gesetzgeber nicht wissen – oder wollte Er es nicht wissen –, dass Er von diesem im Fische gefundenen Gute nur auf ein Dritteil das verfügbare Eigentumsrecht hatte, und zwar erst nach vorausgegangener öffentlicher oder amtlicher Bekanntgebung seines Fundes? Er hat solches nicht getan. Sonach hat Er offenbar einen zweidritteiligen Diebstahl oder, was ebensoviel ist, eine Veruntreuung begangen.

7. Ferner liesse sich nach den Rechtsprinzipien fragen – wenn man voraussetzt, dass nur wenige Juden es in der Fülle wussten, wer eigentlich Christus war –, wer Ihm das Recht eingeräumt hat, die bewusste Eselin ihrem Eigentümer abnehmen zu lassen und sie dann Selbst nach Seinem Gutdünken zu gebrauchen.

8. Man wird hier sagen: Er war ja der Herr der ganzen Natur und Ihm gehörte ja ohnehin alles. Das ist richtig, aber wie spricht Er denn in weltlicher Hinsicht, dass des Menschen Sohn keinen Stein habe, und auf der andern Seite spricht Er, dass Er nicht gekommen ist, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen bis auf ein Häkchen.

9. Wenn wir Seine Geschichte verfolgen wollten, so würden wir noch manches finden, wo der grosse Gesetzgeber nach den gegenwärtigen Eigentumsrechtsprinzipien und nach der umfassenden juridischen Erklärung des siebenten Gebotes gegen eben diese Rechtsprinzipien sich offenbar vergriffen hat. Was würde hier dem geschehen, der einem Eigentümer einen Baum zerstörte oder der eine grosse Herde von Schweinen vernichtete und dem mehr? Ich meine, wir haben der Beispiele genug, aus denen sich mehr als klar ersehen lässt, dass der grosse Gesetzgeber mit diesem siebenten Gebote einen ganz anderen Sinn verbunden hat, als er nach der Zeit von der habsüchtigen und eigennützigen Menschheit ausgeheckt worden ist.

10. Man wird sagen: Das ist nun ganz klar und ersichtlich; aber welchen Sinn Er damit verbunden hat, das liegt noch hinter einem dichten Schleier! Ich aber sage: Nur Geduld! Haben wir bis jetzt die falsche Auffassung dieses Gebotes gehörig beleuchtet, so wird die rechte Bedeutung dieses Gebotes sich sicher auch leicht finden lassen; denn jemand, der die Nacht zu durchblicken vermag, dem darf es doch wohl nicht bange sein, dass er am Tage zu wenig Licht haben wird.

11. Was heisst denn hernach im eigentlichen wahren Sinne: „Du sollst nicht stehlen?“ – Im eigentlichen Sinne heisst das so viel:

12. Du sollst nimmer die göttliche Ordnung verlassen, dich nicht ausser dieselbe stellen und der Rechte Gottes dich bemächtigen wollen. –

13. Was aber sind diese Rechte und worin bestehen sie? Gott allein ist heilig und Ihm allein kommt alle Macht zu! Wen Gott selbst heiliget und ihm die Macht erteilt, der besitzt sie rechtmässig; wer sich aber selbst heiligt und die göttliche Macht an sich reisst, um im Glanze derselben eigennützig und habsüchtig zu herrschen, der ist im wahrhaftigen Sinne ein Dieb, ein Räuber und ein Mörder!

14. Wer also eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äussere Schein- und Trugmittel, seien sie irdischer oder geistiger Art, sich über seine Brüder erhebt, der ist’s, der dieses Gebot übertritt. In diesem Sinne wird es auch diese Kinder hier gelehrt, und ihnen auf praktischem Wege gezeigt, dass da kein Geist je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen soll, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung.

15. Man wird aber jetzt sagen: Wenn dem so ist, da ist das bekannte Stehlen und Rauben ja erlaubt. Ich aber sage: Nur Geduld, die nächste Folge soll alles ins klare Licht bringen. – Für jetzt aber wollen wir uns mit dem zufriedenstellen, indem wir einmal wissen, was unter dem Stehlen zu verstehen ist, und dass der Herr durch dieses Gebot nie ein Eigentumsrecht eingeführt hat. –

Kapitel 84 – Winke über die soziale Frage

1. Es lässt sich nun fragen, da der Herr nie ein Eigentumsrecht eingeführt und daher auch unmöglich je ein Gebot gegeben hat, durch welches man besonders ein erwuchertes Vermögen so vieler geiziger Wucherer respektieren soll, und das gegenüber einer Unzahl der allerärmsten Menschen, – ob man dann wohl stehlen dürfte, das nämlich, was sich solche „Wucherer“, dem göttlichen Gesetze zuwider, zusammengescharrt haben? Denn man nimmt doch einem Diebe nach den irdischen Gesetzen, sobald man ihn ertappt, seine gestohlenen Sachen weg. Sollte man denn nicht umso mehr das Recht haben, den allerbarsten Dieben und Räubern gegenüber dem göttlichen Gesetze ihre zusammengeraubten Reichtümer wegzunehmen und sie unter die Bedürftigen zu verteilen?

2. Nach dem Verstandesschlusse könnte man gegen diese Forderung gerade nichts einwenden; aber der rechte Mensch hat noch höhere Kräfte in sich als seinen Verstand. Was werden aber diese zu dieser Verstandesbilligung sagen?

3. Fragen wir unsere Nächstenliebe und unsere Gottesliebe. Was spricht sie in ihrem inwendigsten, ewig lebendigen Geiste aus Gott? Sie spricht nichts anderes, als was der Herr Selbst gesprochen hat, nämlich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ – Und wer sein äusseres Leben liebt, der wird das innere verlieren; wer aber sein äusseres Leben flieht und gering achtet, der wird das innere behalten. Das spricht alsdann der innere Geist.

4. Wir sehen nirgends eine Aufforderung, dass wir uns über die Güter der Reichen hermachen sollen. Der Herr Selbst spricht: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ So befiehlt Er auch nicht dem reichen Jünglinge, seine Güter zu verkaufen, sondern erteilt ihm nur den freundschaftlichen Rat nebst der Verheissung des ewigen Lebens.

5. Da wir sonach nirgends auf ein Gebot vom Herrn stossen, durch welches Er ausdrücklich befohlen hätte, sich irgendwie des Reichtums der Wucherer zu bemächtigen, so liegt es auch sicher klar am Tage, dass ein wahrhaftiger Christenmensch nicht das Recht hat, sich über die Güter der Reichen herzumachen. – Selbst derjenige, der in der grössten Not ist, hat vom Herrn aus kein irgend nachzuweisendes Recht, sich der Güter selbst eines barsten Diebes zu bemächtigen; wohl aber hat bei einem grossen Notzustande ein ganzes Volk das Recht dazu.

6. Warum denn? Weil dann der Herr Selbst im Volke waltend auftritt und bewirkt dadurch für die nimmersatten Wucherer ein gerechtes Gericht. – Nur sollte sich da niemand, ausser im höchsten Notfalle, erlauben, die Wucherer und die reichen Hartherzigen zu ermorden, sondern ihnen nur so viel von ihren höchst überflüssigen Schätzen wegzunehmen, als das Volk zu seiner Unterstützung nötigst bedarf, um sich wieder auf die Füsse des friedlichen Erwerbes stellen zu können.

7. Dem reichen Wucherer aber solle noch immer so viel gelassen werden, dass er auf der Welt keine Not leide; denn das ist ja sein einziger Lohn für seine Arbeit. Der Herr aber will niemanden strafen, sondern jedermann nur belohnen nach der Art seiner Tätigkeit.

8. Da der Reiche und Wucherer aber nach diesem Erdenleben nichts mehr zu erwarten hat, da ist es ja recht und billig, dass er für sein Talent dort seinen Lohn findet, wo er gearbeitet hat.

9. Zudem will der Herr auch keinen Menschen auf dieser Welt völlig richten, damit da für einen jeden die Möglichkeit noch vorhanden bleibe, sich freiwillig von der Welt abzuwenden und zum Herrn zurückzukehren. Würde nun solch einem reichen Wucherer alles weggenommen werden, so erscheint er schon als völlig gerichtet; denn Verzweiflung wird sich seiner bemächtigen und eine endlose Zornwut, in der er unmöglich je den Weg des Heils betreten kann. Ist ihm aber noch ein genügendes Vermögen gelassen worden, so ist er fürs erste keiner irdischen Not ausgesetzt und erscheint auch nicht als völlig unbelohnt für sein Spartalent; fürs zweite aber kann er in diesem Zustande als nicht völlig gerichtet ja auch noch den Rat befolgen, den der Herr dem reichen Jünglinge gegeben hat, und kann dadurch zum ewigen Leben gelangen.

10. Am wenigsten aber sollen bei solchen äussersten Unternehmungen von seiten eines tiefverarmten Volkes blutige Grausamkeiten ausgeübt werden; denn sobald solches geschieht, da wirkt nicht mehr der Herr mit dem Volke und das Volk wird seine Tat nicht gesegnet sehen! Denn wenn es heute siegen wird, so wird es morgen wieder geschlagen, und da wird ein Blut wider das andere fliessen! Nie soll der Mensch vergessen, dass alle Menschen seine Brüder sind. Was er unternimmt, das soll er stets mit einem liebeerfüllten Herzen unternehmen; niemandem soll er je etwas Böses tun wollen, sondern allezeit nur etwas Gutes, besonders im geistigen Teile zum ewigen Leben Wirkendes.

11. Ist so sein Sinn beschaffen, dann wird der Herr seine Handlung segnen, im Gegenteile aber verfluchen! Denn so der Herr Selbst niemandem ein ewig tödlicher Richter sein will, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden eigen ist, und Er niemanden zu fragen hat, was Er tun oder nicht tun soll, um so weniger soll ein Mensch auf der Erde etwas nach seinem argen Willen tun.

12. Wehe aber dem Volke, welches ohne die äusserste Notwendigkeit sich gegen die Reichen und Mächtigen erhebt! Das wird für seine Tat bitterst gezüchtigt werden; denn die Armut ist des Herrn. Wer den Herrn liebt, der liebt auch die Armut; der Reichtum und das Wohlleben aber ist der Welt und des Satans! Wer nach diesem trachtet, was der Welt ist, und es liebt, der hat sich vom Scheitel bis zur Zehe dem Satan einverleibt!

13. Solange also irgendein Volk sich des Tages nur einmal halbwegs sättigen und noch das Leben erhalten kann, so lange auch soll es sich nicht erheben. Wenn aber die Reichen und Wucherer beinahe alles an sich gerissen haben, so dass Tausenden von armen Menschen augenscheinlichst der Hungertod droht, dann ist es Zeit, sich zu erheben und die überflüssigen Güter der Reichen untereinander zu teilen; denn dann will es der Herr, dass die Reichen bis zu einem grossen Teile für ihre schändliche Eigenliebe und Habsucht gezüchtigt werden sollen.

14. Zum Schlusse der Abhandlung über dieses Gebot dürfte vielleicht noch jemand fragen, ob die Zinsnahme für geliehene Kapitalien nicht gewisserart auch wider das siebente Gebot ist? Da sage ich: Wenn in einem Staate der Zinsfuss gesetzlich bestimmt ist, so ist es auch erlaubt, nach diesem Zinsfusse von den Reichen die Interessen zu nehmen; hat aber jemand einem Bedürftigen ein erforderliches Kapital geliehen, so soll er dafür keine Zinsen verlangen.

15. Hat sich dieser Notdürftige mit diesem Kapital insoweit geholfen, dass er sich nun in seiner Gewerbshantierung bürgerlich wohl befindet, so soll er darauf bedacht sein, das geliehene Kapital seinem Freunde wieder zurückzuerstatten. Will er aus Dankbarkeit die gesetzlichen Zinsen zahlen, so soll sie der Ausleiher nicht annehmen, wohl aber den Rückzahler erinnern, solche an seine ärmeren Brüder zu verabfolgen nach seiner Kraft.

16. Ganz Armen aber soll niemand ein Kapital leihen, sondern was einer ihnen gibt, das soll er ihnen ganz geben. Das ist in dieser Hinsicht der Wille des Herrn. Wer ihn befolgt, der wird des Herrn Liebe haben.

flagge en  7th Commandmant… You shall not steal – What does steal mean ?…

   

7th Commandmant… You shall not steal

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101). The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Explanation of the 7th Commandment

Chapter 82 – The seventh commandment in the seventh classroom

1. We are in the seventh hall. See, in the middle of it on a tablet on a white pillar is written in a clearly legible font: “Thou shalt not steal!” Here, at the first sight of this law-table, the question inevitably comes to everyone’s mind:

2. What can be stolen here, since no one owns any property, but everyone is just a usufructuary of what the Lord gives? This question is natural and has its good meaning, but it can also be posed with the same right on the world- body; for even on the earth body, all that is there is the Lord’s, and yet men can steal from each other in every possible way.

3. Could not one also ask and say: has the Lord not created the world equally for all men, and does not every man have the same right to all that the created world offers for the various pleasures? But if the Lord has certainly created the world not only for individuals, but for all, and therefore everyone has the right to enjoy the products of the world according to his needs, what good was this commandment by which man is obviously given the right to own, creating the possibility for theft? For where there is no mine and no thine, but merely a universal everything for all, then I would like to see the one who, with all his will, could steal something from his neighbor.

4. Would it not have been wiser then, to abolish every right of ownership for all time, instead of giving the commandment by which a separate property right is dangerously granted? This commandment would therefore be completely dispensable, all property courts of the world would never have arisen, and people could easily live among themselves as true brothers.

5. It must be remembered that the Lord gave this commandment through Moses just at a time when not one person had any of his own wealth among all the numerous children of Israel; for the gold and silver taken from Egypt, was the common property of the people under the supervision of their leader.

6. But as far as clothing is concerned, it was extremely simple and so poor that a single garment in your present time would certainly not exceed the value of some poor cents. Not one of the Israelites had a supply of clothing, but what he wore was all he possessed.

7. Then came this commandment. Surely the Israelite people had to ask each other with wide eyes: What should we steal from each other? Perhaps our children, yet everyone is in this present distressing situation content to have as few children as possible? Should we steal each other’s pots? But what should we gain? Anyone who does not have a pot has the right to cook in the pot of his neighbor if he has something to cook. But if he has a pot, he will not have to seize another, so that he will have more to carry back and forth. It is truly unclear what we could steal from each other here. Each other’s honor? We are all servants and laborers of one and the same Lord, who knows well the value of each person. If we also wanted to belittle each other, what would we achieve in the face of Him who always sees us through and through? So we do not know what we should do with this commandment. Should this commandment be valid for future times, should the Lord once want to grant each of us a separate property? If that is, then He should rather leave us as we are, and the commandment will abolish itself.

8. See, so did the Israelite people occasionally reason in all seriousness, and in their position in the desert, they could not be blamed; because everyone was equal in riches and equal in reputation.

9. But could not the present people, believing in the New Testament, raise their heads before the Lord and say: O Lord! Why then did You once give such a commandment, by which a special right of ownership was granted to men on earth, and because of this right of ownership an innumerable multitude of thieves, robbers, and murderers were formed? Therefore, abolish this commandment, that the army of thieves, murderers and robbers, and all sorts of deceivers, and a second army of world judges, who have ceased to be active in all manners of charity, would stop their doing!

10. I say here: The call can be heard and appears under this critical lighting as completely valid. How and why? Firstly, one can certainly expect nothing but the very best from God as the most loving Father. How could one possibly think that God, as the very best Father of men, wanted to give them a constitution which must make them unhappy, temporally and eternally?

11. But if one must ascribe to God the supreme goodness, the highest wisdom, and thus omniscience, according to which He must know what fruit such a commandment will unfailingly bear, then one cannot help but wonder: Lord! Why did you give us such a commandment, why did we oftentimes become unspeakably unhappy because of it? Was it really Your will, or did You not give this commandment, but the people only added it later on because of their self-interest, for example, by isolating themselves from the general number of their brethren and then legitimising themselves in such a state to collect peculiar treasures, to help them rise more easily as rulers over all their poor brothers? See, all that can be heard, and nobody can deny it. On top of that, one has to sprinkle some grains of real frankincense on a human mind, at least during this time, if he found it worthwhile to critically illuminate the laws of Moses in this way. But who won anything in this review? Not the people and certainly not the Lord, because this criticism does not express the Divine love and wisdom.

12. But how then shall this law be taken and understood, that it may appear as perfectly sanctified before God and to all men, that it would utter the highest Divine love and wisdom, and bear in itself the wisdom of the Lord for temporal and eternal bliss? Well, as it has been explained up till now, especially presently, it has indeed only caused mischief. Therefore, by the Lord’s mercy, we want to reveal the true meaning of this commandment, that men should find in it their salvation, not mischief. But in order to accomplish this, we will first consider what must be understood by stealing.

Chapter 83 – What does ‘steal’ mean?

1. The fact that under the concept of “stealing” it was impossible at first to understand the unauthorized removal of the material possessions of another is clear from the fact that, especially at the time of legislation, no one from the Israelite people owned any property. Even when the people had moved into the Promised Land, their state constitution was ordered as such that no one could have full ownership in this land. But apart from that, property was communal as much as possible, and every poor Israelite, if he lived in the Divine order, could find everywhere the most hospitable reception and lodging.

2. But if in this commandment meant by “stealing”, the arbitrary and deliberate removal of the goods of another, then, as has been shown sufficiently clear in the course of this illustration, the blame would inevitably fall upon the legislator, thereby quietly procuring the industry and would also defend usury. For that must be obvious for everyone at first glance, if he is only capable of somewhat brighter thinking, that the right to property is then introduced as perfectly sanctioned and confirmed, as soon as one gives a law by which the property of each would be completely secured.

3. On the other hand, how could one expect such a law from that legislator who spoke to His disciples with His own mouth: “Do not worry about what you will eat and drink and what you will clothe your body with, because that is what the heathens are after. But above all, seek the kingdom of God; everything else will be given unto you.

4. The same legislator continues: “The birds have their nests, and the foxes their holes, but the Son of Man does not have a stone that He puts under his head!” On the other hand, we see His disciples even on a sabbath rubbing corn ears, and thereby obviously steal. But when the landlords complained about it, who got a reprimand and a very sensitive rebuke from the Great Lawmaker? You only have to look in the Book and everything will be clear to you.

5. We again see the same Legislator once in a position to pay a toll. Did He reach into His own pocket? Oh, no, He knew that in the nearby lake a fish had swallowed a lost stater. Peter had to go and take the coin out of the throat of the fish held by the power of the Lord and pay the toll with it.

6. But I ask: Does the finder have the right of ownership in any good find in whatever way? Did not the Great Lawgiver have to know – or did He not want to know – that of what He had found in the fish he had the right only for one third of it, and only after He made His find publicly or officially known? He did not do as such. Accordingly, He apparently committed a double theft or, basically, embezzlement.

7. Further, one might ask after the principles of law – assuming that few Jews fully knew who Christ actually was – who had granted Himself the right to have the known donkey taken from their owner, and then use it Himself at His own discretion.

8. One can say here: He is the Master of all nature and everything anyway belongs to Him. That is correct, but how then does He speak in worldly terms, saying that the Son of man has no stone, and on the other hand He says that He did not come to abrogate the law, but to fulfill it to the dot.

9. If we wanted to follow His story, we would still find many things where the Great Legislator, according to the present principles of property law and the comprehensive juridical explanation of the seventh commandment, has obviously transgressed these legal principles. What would happen to anyone who destroyed an owner’s tree or destroyed a large herd of pigs and more? I think we have enough of the examples that make it abundantly clear that the Great Lawmaker has intended with this seventh commandment, a very different meaning than was later given to it by a greedy and selfish humanity.

10. One can now say: This is now very clear and obvious, but the meaning He has connected it with, is still behind a dense veil! But I say: only patience! As we have until now properly illuminated the misconception of this commandment, the true meaning of this commandment will certainly be easy to find; for someone who can see in the night, will not be afraid that he will have too little light during the day.

11. What does it mean then after all, in the actual truest sense: “Thou shalt not steal?” – In the true sense it means as much as:

12. You should never abandon the Divine order, not put yourself out of it, and seize the rights of God.

13. But what are these rights and what do they consist of? God alone is holy and all power is His alone! Whom God sanctifies Himself and gives him power, he rightly owns it; but he who sanctifies himself and seizes the Divine power in order to rule in the luster of selfishness and avarice, is in the true sense a thief, a robber and a murderer!

14. Therefore, whoever is arbitrary and self-loving in whatever external appearances and deceptive means, be it earthly or spiritual, and rises above his brothers, it is he who transgresses this commandment. This is the sense in which this is taught to these children here, and it is shown in a practical way, that no spirit should ever arbitrarily use the power and might inherent in it, but only and at all times, in the Divine order.

15. But one will say now: If so, then the well-known stealing and robbing is allowed. But I say: Only patience, the next episode shall bring everything into the clear. But for now let us settle this by knowing what is meant by stealing, and that the Lord has never established a right of ownership by this commandment.

Chapter 84 – Comments on social issues

1. It can now be asked, since the Lord never introduced a right of ownership, and therefore never gave any commandment by which one should specifically respect the accumulated fortune of so many stingy usurers, and that in contrast to a host of the very poorest people, – whether one may then steal; namely, what such “usurers”, contrary to the Divine law, have accumulated? Because one takes away, according to earthly laws, the stolen items from a thief as soon as he is found. Should one then not have the right to take away from the most basic thieves and robbers who transgressed the Divine law, the accumulated riches and distribute them amongst the needy?

2. According to the intellectual conclusion, none could object to this demand; but the true man has higher powers in himself than his intellect. But what will these say to this intellectual endorsement?

3. Let us ask our charity and our love of God. What does it say in our innermost, eternally living spirit out of God? It says nothing but what the Lord Himself has spoken, namely: “My kingdom is not of this world – and who loves his outer life, he will lose the inner; but he who flees his outer life and pays little attention to it, will keep his inner self.” This is what the inner spirit speaks.

4. Nowhere do we see an invitation to help ourselves to the goods of the rich. The Lord Himself says: “Pay to the Emperor what belongs to the Emperor.” Likewise does He not command the rich young man to sell his goods, but only gives him friendly counsel and the promise of eternal life.

5. Therefore, since we nowhere come across a commandment from the Lord, by which He had expressly commanded to somehow seize the wealth of the usurers, it is certainly as clear as day, that a true Christian has no right to own the goods of the rich. Even the one who is in the greatest distress has no justifiable right to seize the goods of even the basest thief, but in the case of a great state of emergency, a whole people has the right to do so.

6. Why then? Because then the Lord Himself appears among the people as a ruler and thus causes a just judgment for the insatiable usurers. Not even then should anyone, except in the highest emergency, allow himself to assassinate the usurers and the hard-hearted rich, but should only take from them as much of their most superfluous treasures as the people need to support themselves, to get themselves on their feet and to be able to peacefully acquire sustenance again.

7. But to the rich usurer should still be left so much that he does not suffer in the world; because that is his only reward for his work. The Lord does not want to punish anyone, but only reward everyone according to the nature of his activity.

8. But since the rich and the usurer cannot expect anything after this earthly life, it is quite fair that he finds his reward for his talent there, where he worked.

9. The Lord also will not judge a person completely in this world, so that there can still be a possibility for everyone to voluntarily turn from the world and return to the Lord. If everything were taken away from such a rich usurer, he would already be completely judged; for despair will take possession of him and an endless anger, in which he can never possibly enter the path of salvation. But if a sufficient fortune has been left for him, he is for the time being exposed to no earthly misery and does not appear completely unrewarded for his austerity; but secondly, in this condition, he is not yet completely judged, and he still can obey the counsel that the Lord has given to the rich youth, to thereby attain eternal life.

10. But where such extreme action would be taken by a deeply impoverished people, it should never be done in a gruesome way; for as soon as this happens, the Lord no longer works with the people, and the people will not see their deeds blessed! For if they prevail today, they will be beaten again tomorrow, and one bloodbath will flow into the other! Man should never forget that all men are his brothers. He should always do what he does with a love-filled heart; He should never want to do anything bad to anyone, but only to do something good at all times, especially regarding the spiritual share of eternal life.

11. If this is his purpose, then the Lord will bless his action, but on the contrary, curse it! For if the Lord, even though all authority in heaven and on earth is His, and He has no one to query what He does or does not do, does Himself not want to be an eternally deadly Judge, the less should any man on earth do something according to his ardent will.

12. But woe to the people which rise without the utmost necessity against the rich and powerful! These will be bitterly punished for this act; because poverty is of the Lord. He who loves the Lord loves poverty too; the wealth and the well-being, however, are of the world and of Satan! He who seeks that which is of the world, and loves it, has taken Satan into himself from head to toe!

13. Therefore, as long as any people can only be partly saturated once a day and still be able to sustain life, so long should it not rise. But when the rich and usurers have taken almost everything, so that thousands of poor people are evidently threatened with starvation, then it is time to rise and share the superfluous goods of the rich among themselves; for then the Lord wants the rich to be chastised to a great extent for their shameful self-love and greed.

14. At the end of the treatise on this commandment, perhaps someone might ask whether the interest on borrowed capital is not, to a certain extent, contrary to the seventh commandment. Here I say: If in a state the interest rate is determined by law, then it is also permissible, according to this interest rate, to gather the interests of the rich; but if someone has lent necessary capital to a needy person, he should not charge any interest.

15. If this poor man has helped himself with this capital to the extent that he is now bourgeois in his trade, he should be inclined to repay the borrowed capital to his friend. If he wants to pay the legal interest out of gratitude, the lender should not accept it, but he should remind the payer to give it to his poorer brothers according to his ability.

16. But no one should lend capital to the utterly poor, but what one gives them, should be given to them completely. That is the will of the Lord in this regard. He who does this, will love the Lord. Since we have thus touched upon everything concerning this commandment, we may at once go to the Eighth Hall, where we shall learn a commandment which in many respects will be like this seventh one.

Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern – The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

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Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern

Geistige Sonne Band 1 – Kapitel 31 & 32

1. Sehet dort, ziemlich fern von uns, wo sich eine rötlichgraue ganz matte Helle zeigt, befindet sich schon eine Gesellschaft von etlichen dreissig Menschen beiderlei Geschlechts. Gehen wir munter darauf zu, und wir wollen sie sogleich eingeholt haben. Nun, könnt ihr schon etwas ausnehmen? – Ihr saget: O ja, da scheint es recht bunt unter- und durcheinanderzugehen; es kommt uns vor, als wenn diese Gesellschaft untereinander in einem Handgemenge wäre. Ich sage euch: Ihr bemerket nicht unrichtig; aber solches ist nur eine „Erscheinlichkeit“. In einiger Ferne nimmt sich ein geistiger Disput aus wie ein Handgemenge. Darum schreiten wir nur noch ein wenig vorwärts, und das Bild wird gleich unter einer anderen Situation vor uns stehen. Merket es nur, je näher wir dieser Gesellschaft kommen, desto ruhiger werden die Hände dieser Gesellschaft; aber dafür vernehmen wir ein vielseitiges Gekläffe, etwa dem einer Getreidemühle bei euch ähnlich. Mitunter vernehmet ihr auch Stimmen, nicht unähnlich einem Geheule.

2. Ihr saget: Das klingt ja fast also, wie der Herr zu den Kindern des Lichts von jenen gesprochen hat, die da in die äusserste Finsternis hinausgestossen werden sollen, allda „Heulen und Zähneklappern“ ihr Los sein wird?! – Ja, ja, meine lieben Freunde, es hat schon denselben Sinn und ganz dieselbe Bedeutung. Was aber unter dem Heulen und Zähneklappern und unter dem Hinausgestossenwerden in die äusserste Finsternis, geistig beleuchtet, verstanden wird, das sollet ihr in der Nähe mit eigenen Ohren und Augen erfahren. Also nur noch wenige Schritte; und sehet, wir sind schon da, wo wir sein wollten.

3. Was erblicket ihr hier? Ihr saget: Der Anblick ist gerade so übel nicht; abgerechnet die sehr abgezehrten Gesichter, die wir hier schon gewöhnt sind, sieht die Gesellschaft ganz erträglich aus. Sie umringt einen Redner, der gerade Miene macht, einen Vortrag zu halten.

4. Meine lieben Freunde, ihr habt recht; eben dieser Rede wegen habe ich euch auch hierhergeführt. Ihr fraget aber: Nachdem wir hier noch nirgends einen erhabenen Punkt gefunden haben, sondern dieses ganze Reich der Nacht nur ein ewig flacher Sandboden zu sein scheint, so möchten wir wohl auch wissen, wie sich dieser Redner so bedeutend höher über seine Zuhörer gestellt hat? – Ihr habt recht, dass ihr so fraget; denn hier hat das Allerunbedeutendste eine grosse Bedeutung. Dieser Redner hat sich aus Sand einen Hügel zusammengestampft; so aber, wie seine Rednerbühne beschaffen ist, wird auch seine Rede sein. Solange der Redner sich auf seiner Sandtribüne ruhig verhält, wird sie ihn wohl tragen; wenn er sich aber nur ein wenig fest darauf fussen will, wird er den Sandhügel auseinanderrollen, und wird aus seiner Höhe hinabsinken bis auf denselben Grund, auf welchem sich alle seine Zuhörer befinden. – Nun aber hat er das Zeichen gegeben, dass er reden werde; also wollen wir ihm auch mit gespannter Aufmerksamkeit verborgener Weise zuhören.

5. Sehet, er fängt an; also hören wir! – Meine wertgeschätzten Freunde und Freundinnen! Ich habe von euch allen sonderheitlich vernommen, wie ihr auf der Erde samt und sämtlich – der eine in dem und der andere in anderem – als vollkommen rechtliche und redliche Bürger gelebt und gehandelt habet. (Beifall von allen Seiten.) Ihr waret auch als „gute Christen“ im gerechten Masse wohltätig gegen die notleidende Menschheit. Eure Namen standen bei allen Unglücksfällen mit den bedeutendsten Opfern mit grossen Buchstaben in allen Zeitungen gedruckt, was nicht mehr als billig war; denn solches muss der Blinde und der Taube erkennen, dass es hinsichtlich der Unterstützung nichts Löblicheres und Erspriesslicheres geben kann, als die Bekanntmachung derjenigen Menschen, welche allzeit Wohltätigkeit ausgeübt haben. Fürs erste weiss durch solche öffentliche Bekanntmachung die arme Menschheit, wohin sie sich in der Not zu wenden hat, und fürs zweite werden dadurch ja offenbar noch andere aufgemuntert, in die schönen menschenfreundlichen Stufen der bekannt gemachten grossen Wohltäter der Menschheit zu treten. (Lauter Beifall von allen Seiten.)

6. Ja, ihr waret überall dabei, wo es sich nur immer um die Gründung wohltätiger Zwecke handelte, und ich kann es mit grosser Rührung meines Herzens sagen, dass ihr im allervollkommensten Sinne des Wortes und der Bedeutung wahrhaftige Edel- und Ehrenbürger der Welt waret. (Ausserordentlicher Beifall von allen Seiten, und von den Zuhörern vernimmt man mit grosser Rührung ausgesprochen: Herrlicher, göttlicher Redner, göttlicher Mann!)

7. Ihr habt allzeit Künste und Wissenschaften unterstützt, ihr habt dem Staate als musterhafte Staatsbürger treulich gedient, ja man kann von euch sagen, dass ihr im vollkommensten Sinne des Evangeliums gelebt habt, denn ihr habt, was ein jeder mit Händen greifen kann, allzeit Gott gegeben, was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Nie waren Ehr- und Ruhmsucht der Beweggrund eurer edlen Taten, sondern allenthalben war die gerechte Notwendigkeit die Triebfeder für all das Grosse und Herrliche, das ihr getan habt. (Wieder ausserordentlicher Beifall, gemengt mit Tränen, Schluchzen und Weinen.) Also war euer Leben makellos wie die Sonne am reinsten Himmel, das heisst, meine allergeehrtesten Zuhörer, auf der Welt genommen, da wir gelebt haben; denn hier ist von einer Sonne keine Spur. – Nun aber erlaubet mir, meine allergeehrtesten Zuhörer, eine grosse und wichtige Frage:

8. Was ist nun all euer Lohn für solche allerausgezeichnetste und ehrenvollste Handlungen? – Wo ist der vielgepriesene Himmel, der denjenigen verheissen ward, die sich allzeit als die reinsten und allernachahmungswürdigsten Christen bewährt haben? (Überaus grosser Beifall von allen Seiten, und von mehreren vernimmt man einen kläglichen Nachhall: Ja, wo ist der trügliche Himmel, welchen zu gewinnen wir so viele Opfer darbrachten?)

9. Meine geehrtesten Zuhörer! Dahier dieser Sandboden, diese mehr denn „ägyptische Finsternis“ und unsere löblich sparsame „Mooskost“ sind der Lohn und der Himmel, den uns die Pfaffen so ungemein zierlich ausgeschmückt haben ! – (Wieder ausserordentlicher Beifall.)

10. Wo ist der gerechte Gott, dem zuliebe ihr so viele edle Taten geübt habt? Denn es heisst ja in den Evangelien: Was ihr immer den Armen tun werdet, das habt ihr Mir getan, und ihr werdet dafür in dem Himmel einen grossen Schatz finden. Ferner heisst es: Mit welchem Masse ihr ausmesset, dasselbe Mass werdet ihr im besten Vollbestande wieder erhalten. – Nun, meine geehrtesten Zuhörer, ihr habt solches alles getan; ihr habt tausend Arme unterstützt und waret allzeit reichlich gerecht im Mass und Gewichte.

11. Wo aber ist nun der Schatz im Himmel und wo das reichlich zurückgegebene Mass all der Wohltaten, die ihr als wahre Christen ausgeübt habt? (Ein Nachhall lautet: Ja, wo ist dieses alles?)

12. Hier haben wir es; der himmlische Schatz ist diese Finsternis, und das wohlgerüttelte Rückmass, das uns in den Himmeln werden sollte, besteht in dem sparsamen Moose, welches auf der Erde höchstens das Elentier gefressen hätte, hier aber können wir uns damit als einem hochgepriesenen himmlischen Lohne sättigen.

13. Wie oft haben wir auf der Erde bei verschiedenen grossedlen Gelegenheiten das „Te Deum laudamus“ angestimmt, und die Pfaffen haben uns von allen Kirchenkanzeln in die Ohren geschrien: Dort im lichten Reiche der Himmel werdet ihr erst das grosse und ewig lebendige Te Deum laudamus anstimmen. Meine geehrtesten Zuhörer, erlaubet mir hier eine Frage, und diese Frage soll also lauten:

14. Wie sieht es nun hier in diesem herrlichen Himmelreiche mit dem so hochgepriesenen Te Deum laudamus aus? Ihr zucket mit den Achseln; wahrlich, ich möchte nicht nur mit den Achseln, sondern mit dem ganzen Leibe zucken, wenn ich nicht befürchten müsste, dass darob meine sehr lockere Rednerbühne mich von meinem wichtigen Posten absetzen würde. Ich meine, ohne jemandem in seiner allfälligen guten Meinung vorzugreifen, für diese erhabene Hymne werden unsere Kehlen bei dieser überaus fetten Kost schwerlich je eine klangvolle Stimme bekommen, weil sich in diesem lichtvollen Himmel überhaupt noch eine sehr grosse Frage aufwerfen lässt, nämlich:

15. Ob es irgendeinen Gott gibt? – Und mit dem „Sich setzen mit Abraham und Isaak zu einem wohlbesetzten Tische himmlischer Speisen“ wird es hier auch seine geweisten Wege haben. Wenn ich jetzt auf der Erde wäre, so könnte ich mir schmeicheln, eine der allertriftigsten Exegesen solcher vielverheissenden Schrifttexte zu bewerkstelligen. So würde ich unter „Abraham und Isaak“ Finsternis und Sand darstellen und unter dem wohlbesetzten Tische das schönste isländische Moos, eine wahrhaft ehrenwerte Kost für Renn- und Elentiere. Und wer uns sagen kann, dass wir besser daran sind, denn diese armseligen Tiere des beeisten Nordens, dem will ich augenblicklich meine lockere Bühne einräumen. Ich meine aber, um solches einzusehen, bedürfen wir nicht mehr und nicht weniger, als nur auf unseren Bauch zu greifen und zu vernehmen, wie diese schwerverdauliche Kost noch gleich einem dürren Stroh in selbem herumrauscht, und nur einen Blick auf diesen wohlbeleuchteten Boden, und der Beweis für unsere Elenund Renntierschaft ist mehr wie handgreiflich dargestellt.

16. Der gute Welterlöser Christus hat wahrscheinlich auch nicht ganz klar gewusst, was für ein Gesicht Sein gepredigtes Himmelreich hat; denn hätte Er das gewusst, da hätte Er Sich sicher nicht ans Kreuz schlagen lassen. – Wenn Ihn Sein gepriesener Gott-Vater nach der Kreuzigung, gleich uns, hat sitzen lassen, so wird dieser an und für sich wirklich verehrungswürdigste Mann ganz kuriose Augen gemacht haben, wenn Er am Ende Sein eingesetztes heiliges Abendmahl in diese schönen Moosfluren verwandelt erblickte, welche zu erschauen uns keine geringere Mühe macht als das Erschauen der Perlen im Grunde des Meeres von seiten der Perlenfischer. Dass sich solches alles richtig so verhält, braucht durchaus keines weiteren Beweises mehr. Aber nun, meine geehrtesten Zuhörer, stelle ich euch eine andere, überaus wichtige Frage, und diese soll also lauten:

17. Hier sind wir einmal, das ist ausser Zweifel; wie lange aber werden wir Bewohner dieses frugalen Reiches bleiben? Wird es mit unserem Dasein noch einmal ein erwünschtes Ende nehmen? Oder werden wir das allerseligste Vergnügen haben, etwa gar ewig auf diesen von Segen triefenden Gefilden uns herumzutreiben? Sehet, das ist eine überaus wichtige Frage; aber eben diese wichtige Frage sucht einen, der sie beantworten möchte. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn es auf mich ankommt, so könnt ihr versichert sein, in dieser Hinsicht eher aus einem Steine eine Antwort zu bekommen als aus mir. Ich will aber darum niemandem vorgreifen; denn in verschiedenen Köpfen können auch verschiedene Ansichten walten. Aber ich meine, in dieser Hinsicht wird aus uns bei dieser ausserordentlichen Beleuchtung unseres grossen Schauplatzes schwerlich jemand etwas Erspriessliches ans Tageslicht fördern können; denn zur Darstellung von etwas Klarem muss auch ein Licht vorhanden sein, und zum Tageslicht gehört eine Sonne.

18. Hier aber etwas Klares ans Licht stellen heisst mit anderen Worten nichts anderes als sich selbst und alle anderen für einen allerbarsten Narren halten. Das ist wieder wahr: Die grossen Gelehrten der Erde werden hier sehr viel Zeit zum Nachdenken gewinnen. Wohl ihnen, wenn sie recht viel Stoff mitgebracht haben; denn mit diesen drei Elementen: Finsternis, Sand und Moos werden sie gar bald fertig werden. Mikroskope und andere Sehwerkzeuge mögen sie füglicherweise auf der Erde zurücklassen, denn sie werden froh sein können, wenn sie mit den eigenen Augen auf dem sandigen Boden eine Moostrift antreffen und erschauen werden; und für die Astronomen wird hier spottschlecht gesorgt sein. Auch Gelehrte und vielwissende Bibliothekare werden sich sicher entsetzlich langweilen; denn dergleichen werden sie hier nicht antreffen. Auch grosse Künstler und Virtuosen werden hier schlechte Geschäfte machen; denn sie werden alle müssen im buchstäblichen Sinne nicht nur ins Gras, sondern ins Moos beissen. Ich verstehe dieses Sprichwort: „ins Gras beissen“ auch hier erst ganz radikal, und sehe es ein, dass es sicher älteren Ursprunges ist, als es mancher Schriftsteller und Geschichtsschreiber sich möchte träumen lassen. Dieses Sprichwort muss von den uralten ägyptischen Weisen herrühren, welche sicher eine kleine Kenntnis davon hatten, was die Sterblichen hier für ein erfreuliches Los erwartet.

19. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn überhaupt alle auf der Erde lebenden Menschen solch ein Los, wie wir es nun haben, erwartet, was ich eben nicht bezweifeln will, so bin ich der Meinung, der ehrliche Moses und der kreuzehrliche Christus haben in dieser Hinsicht mit ihrer Gesetzgebung einen sehr schwankenden und effektlosen Weg eingeschlagen. Hätten sie dafür und ganz besonders der Moses mit seinem Wunderstabe die Erde geschlagen und dabei gesagt: Sonne, verfinstere dich, wir haben für unsere Dummheit am Sternenlichte genug, und du Erde werde zu einer Sandsteppe, auf welcher nichts als nur hie und da echtes isländisches Moos wachsen soll, so hätte die ganze scharfe Gesetzgebung unter Donner und Blitz schön zu Hause bleiben können. Denn unter diesen Verhältnissen müsste das Sündigen von selbst ja zu einer grösseren Rarität geworden sein, als echte Diamanten in Grönland, Spitzbergen und Nowaja Semlja. Ich möchte den kennen, der hier einen Raub oder Diebstahl begehen könnte und einen Wollüstling bei dieser fetten Kost und bei unserer totengerippeartigen sinnlichen Reizbarkeit; auch einen Lügner möchte ich hier mit Gold bezahlen, wenn ich überhaupt eines hätte, – und was hier in jemandem eine Mordlust erregen könnte? Das aufzufinden bei unsern Schätzen und Reichtümern, wäre sicher noch eine bei weitem schwierigere Aufgabe, als für die Astronomen diejenige, mit ihren optischen Werkzeugen Planeten anderer Sonnen zu entdecken. Kurz und gut, wir können tun, was wir wollen, und reden, was wir wollen, so bin ich überzeugt, dass wir unser Los nicht um ein Haar verbessern werden. Ich habe hier schon über einen „Christoph Kolumbus“ weite Reisen unternommen und dieses Sand- und Finsternismeer nach allen Richtungen durchsegelt, aber mir ist das Glück nicht zuteil geworden: Land, Land! auszurufen, sondern überall: Nacht, Moos und Sand! Daher ist meine Meinung zum Schluss meiner Rede diese:

20. Nachdem ich unter allen Menschen, die je die Erde betraten, Christum für den allerehrlichsten befunden habe, der das ausgedehnte Mosaische Gesetz, welches einen sehr tyrannischen Anstrich hat, gewisserart aufhob und dafür das alleinige Gesetz der Nächstenliebe gepredigt hat, so erkläre ich mich dafür – weil unter diesem Gesetze, man kann es drehen, wie man will, intelligente Wesen unter was immer für Verhältnissen doch am glücklichsten leben können -, dass auch wir des Guten selbst willen hier diesem Gesetze treu verbleiben, Christum als einen wahren Ehrenmann in unserem Gedächtnisse behalten und unter diesen Verhältnissen dann mit unserem freilich sauren Lose so viel als möglich zufrieden sein möchten. Ich glaube, dadurch werden wir unser Los, solange es überhaupt währen will, am erträglichsten machen.

21. Doch bitte ich, meine geehrtesten Zuhörer wollen diesen meinen Wunsch nicht etwa als ein positives Gesetz ansehen; denn wie ich gesagt habe, soll meine Schlussrede nur als ein wohlmeinender Wunsch betrachtet sein. Wenn wir uns aber stets mehr gesellschaftlich verhalten, so glaube ich, dass wir eben dadurch mit vereinter Kraft unser Los um vieles leichter tragen werden, als ein jeder, egoistisch, für sich allein. Ich meinerseits will allzeit bereit sein, euch durch meinen Mund, soviel es nur in meinen Kräften steht, angelegentlich zu unterhalten. Mit diesem Wunsche und mit dieser Versicherung schliesse ich meine Rede. (Allgemeiner lauter Beifall von allen Seiten.)

22. Der Redner, wie ihr sehet, steigt ganz behutsam von seiner lockeren Rednerbühne und wird von der ganzen Gesellschaft sehr freundlich aufgenommen. Viele drücken ihm die Hände und sagen: In der Gesellschaft eines solchen Mannes, der Kopf und Herz am rechten Flecke hat, ist’s überall gut sein; daher sind wir überaus froh, dich lieben, teuren Freund gefunden zu haben und wollen dir recht gern in allem folgen, gehe es, wohin es will!

23. Nun sehet, wie es über dieser Gesellschaft etwas heller wird, wie sich der Redner und die ganze Gesellschaft darüber zu erstaunen anfangen, und wie der Redner noch einmal sich in der Gesellschaft vernehmen lässt und spricht: Ja, ja, wie ich mir’s gedacht habe, wenn uns der kreuzehrliche Christus mit Seiner menschenfreundlichen Lehre kein Licht bringt, so bleiben wir ewige Gäste der Nacht!

24. Nun sehet, es wird schon wieder bedeutend heller; und da seht euch um, wie schon von der morgendlichen Seite her zwei vom Herrn gesandte Boten eilen, um noch viel mehr Licht unter diese Gesellschaft zu bringen. Wir wollen daher noch ein wenig abwarten und sehen, was hier weiter geschehen wird.

Kapitel 32 – Geburt aus der Finsternis in einen ersten Grad des Lebenslichtes.1. Sehet, die Gesellschaft wird dieser zwei Boten auch schon ansichtig. Unser Hauptredner geht ihnen freundlich entgegen, um sie ebenso freundlich aufzunehmen. Wie ihr es beinahe selbst hören könnt, spricht er zu ihnen:

2. Seid mir und uns allen tausendmal willkommen! Ich kenne euch zwar nicht; so viel aber sehe ich, dass ihr, uns gleich Menschen, entweder soeben erst von der Erde hier angekommen seid, oder ihr müsst irgendwo einen bessern Weideplatz gefunden haben als wir, indem ihr ums Unvergleichliche besser ausschauet als ich mit dieser meiner lieben Gesellschaft zusammengenommen. Seid ihr erst von der Erde angekommen, so mache ich euch sogleich darauf aufmerksam, dass auf der Erde die sogenannten Robinsone ums Unvergleichliche besser daran sind als wir; denn für diese Behauptung braucht ihr keinen andern Beweis, als uns bloss vom Kopf bis zum Fuss anzublicken, und unser unmenschlich gutes Aussehen wird euch auf den ersten Blick selbst in dieser noch sehr bedeutenden Finsternis überaus hell und klar dartun, um welche Zeit es hier mit dem Wohlleben ist. Dabei aber kann ich euch doch versichern, dass es hier durchaus keine Krankheiten gibt; denn was sollte bei unsereinem auch krank werden? Wir können höchstens nur jenen Krankheiten unterliegen, denen allenfalls die Steine unterliegen. Denn wenn man beinahe gänzlich aller Lebenssäfte flott wird, bin ich der Meinung, wird man auch aller Krankheiten flott. Das einzige Übel, welches einen wenigstens im Anfange heimzusuchen anfängt, ist der Hunger, also ein Magenübel. Wie aber gewöhnlich der Hunger der beste Koch ist, so gibt es dann für ihn auch bald eine Kost, bei welcher er seine Kochkunst auf eine ausserordentliche Probe stellen kann. Sehet, da zu unsern Füssen über dem Sande ist so ein kleiner Probierstein für unseren Magen zu erblicken. Es ist Moos; man könnte sagen, echtes isländisches und sibirisches Moos. Die sparsamen Tautropfen, welche zwischen den Blättchen sitzen, sind dazu auch das einzige durstlöschende Mittel, das sich in dieser ungeheuren Sandwüste ausfindig machen lässt. Machet euch daher nichts daraus, wenn dieses Verhältnis auch etwa ewig dauern sollte, denn Geduld und Gewohnheit macht einem am Ende alles erträglich. Uns alle wird es sehr freuen, wenn ihr mit euren etwas phosphoreszierenden Gewändern bei uns verbleiben wollet; denn ich kann euch versichern, an alles kann man sich eher gewöhnen als an diese Finsternis. Somit könnt ihr es euch wohl vorstellen, dass uns allen euer phosphorischer Schimmer wie eine Sonne vorkommt! – Nun aber, meine lieben Freunde, möchtet ihr mir denn nicht auch gefälligst einen Grund kundgeben, der euch von der Erde hierher versetzt hat, oder, so ihr von einer bessern Trift kommet, mir kundgeben, was euch veranlasst hat, diese zu verlassen und euch hierher zu begeben?

3. Der eine spricht: Armer Freund, du irrst dich an uns sehr; denn wir sind weder von der Erde noch von irgend einer bessern Trift dieser Gegend zu euch gekommen, sondern wir kommen vom Herrn, der da Christus heisset, und den du nur als einen kreuzehrlichen Mann betrachtest, da Er doch der alleinige Herr Himmels und der Erde ist, – zu euch gesandt, um euch zu zeigen, was der Grund ist, demzufolge ihr schon so lange gänzlich unbehilflich in dieser Gegend umherirret.

4. Wenn ihr euch fraget: Wie haben wir auf der Erde gelebt, so wird euch eure helle und klare Erinnerung sagen: Wir alle haben allezeit ehrlich und redlich gehandelt und gelebt. Fraget ihr euch aber hinzu: Warum haben wir also gelebt und gehandelt? so werdet ihr ebenfalls nichts anderes herausbringen können als: wir haben hauptsächlich nur zu unserm Besten gelebt. Weltliche Ehre, weltliches Lob und das darauf begründete Ansehen vor anderen Menschen waren der Hauptbeweggrund aller unserer Edeltaten. Wir waren stets getreue Staats- und Kirchenbürger; warum denn? Etwa aus Liebe zu Gott? Wie könnte solches sein, da wir Gott doch nicht im geringsten kannten und somit auch nicht wussten, was da wäre Sein heiliger Wille, sondern unsere getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft gründete sich vorerst nur darauf, dass wir uns eben dadurch gar leichtlich vieler Vorteile vor anderen bemächtigen konnten, die von seiten des Staates und der Kirche nicht in so günstigem Ansehen standen als wir. Und ferner hatte diese getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft in gewisserart blindgeistiger Hinsicht den Grund, dass wir uns dachten: gibt es jenseits nach der Lehre der Pfaffen und noch anderer Unsterblichkeitsritter irgendein Leben nach dem Tode, so können wir bei einer solchen Handlungsweise offenbar nicht zugrunde gehen. Gibt es kein solches Leben, so wird sich unser Tatenruhm wenigstens auf der Erde in unseren Kindern und Kindeskindern gleichsam unsterblich fortpflanzen, und man wird vielleicht noch in hundert und hundert Jahren von uns sprechen und sagen: Das waren Männer und das waren Zeiten, in denen solche Männer gelebt haben!

5. Sehet, solches muss euch auch, wie gesagt, euer Inneres sagen; sonach seid ihr ja offenbar ohne alle innere Vorstellung aus dem Leibesleben in dieses geistige Leben übergegangen und wusstet nicht im geringsten, was zum geistigen Leben erforderlich, noch weniger, wie dieses beschaffen ist und worin es besteht. Was war demnach natürlicher, als dass ihr in diesem geistigen Leben nichts anderes antreffen konntet als das nur, was ihr vom Leibesleben hierher mitgebracht habt, nämlich eine höchst klägliche, magere Gestalt eurer Wesenheit und die vollkommene Finsternis in den Begriffen über das Leben des Geistes. Mit anderen Worten gesagt: Ihr kamet nahe gerade also hierher, als bei der naturmässigen Zeugung des Menschen ein Embryo kommt in den Mutterleib, wo auch allenthalben vollkommene Finsternis herrscht. Der Embryo ernähret sich gewisserart nur vom Unrate des Blutes der Mutter, bis er bei solcher freilich wohl äusserst mageren und unschmackhaften Kost zu jener Naturkraft gelangt, sich aus diesem finsteren Werdungsorte zu entfernen. Also habt auch ihr euch hier gewisserart in einem „Mutterleibe“ befunden und habt euch müssen von dem stets gleichmässigen Unflate desselben nähren.

6. Da aber in euch sich noch ein lebendiger Funke zum ewigen Leben vorfand, nämlich die kleine Liebe und Hochachtung Christi, so hat dieser Funke euch geistige Embryonen ausgezeitigt zu einer Ausgeburt aus dieser eurer eigenen finsteren Sphäre. Es soll euch werden, was du am Schlusse deiner Rede zu deiner Gesellschaft gesprochen hast, da du sagtest: Wenn uns mit Christus nirgends ein Licht wird, so können wir versichert sein, dass diese Finsternis uns zum ewigen Eigentume verbleiben wird.

7. Also ist euch in Christo Licht geworden; und so sollet ihr denn auch das erfahren, was der Herr zu einem Seiner Jünger gesagt hat, dass niemand das ewige Leben und somit das Reich Gottes überkommen könne, der da nicht wiedergeboren wird. Zur Nachtzeit sprach solches der Herr zu Seinem Jünger, um ihm dadurch anzuzeigen, dass sich ein jeder unwiedergeborene Geist in der Nacht befindet gleich dem Embryo im Mutterleibe und dass der Herr auch in der Nacht zu dem unwiedergeborenen Geiste kommt, um ihn wiederzugebären aus dieser Nacht in das Licht des ewigen Lebens.

8. Da nun für euch zufolge eurer erwachten, wenn schon geringen Liebe zum Herrn diese Zeit der neuen Ausgeburt herangekommen ist, so sind wir hierhergesandt worden, um euch aus dieser eurer geistigen Geburtsstätte zu führen und euch an eine solche Stelle zu bringen, wo ihr unter eine Wartung gleich den Kindern kommen werdet. Ihr werdet euch dadurch wieder neue Lebenskräfte sammeln können, um mit diesen Kräften, je nachdem sie mehr oder weniger ausgebildet sein werden, in eine solche Sphäre zu gelangen, die vom Herrn aus euren Kräften bestens angemessen sein wird.

9. Denket aber ja nie an einen Himmel als einen Belohnungsort für die guten Werke, die der Mensch auf der Erde vollbracht hat; sondern denket, dass der Himmel in nichts anderem besteht als in eurer eigenen Liebe zum Herrn!

10. Je mehr ihr den Herrn mit Liebe erfassen werdet, und je demütiger ihr sein werdet vor Ihm und vor all euren Brüdern, desto mehr des wahren Himmels werdet ihr auch in euch tragen; und so denn sammelt euch und folget uns!

11. Nun sehet, wie die ganze Gesellschaft sich freut und diesen zwei Boten folgt.

12. Ihr fraget, wohin sie diese Gesellschaft etwa führen werden? Kehrt euch nur um und sehet dort, freilich wohl in schon bedeutender Ferne hinter uns, die euch bekannte geöffnete hohe Wand; merket ihr nichts? Hat das nicht beinahe das Aussehen, als wenn sich bei der Geburt eines Kindes die Mutterscheide öffnet?

13. Ihr saget: Solches verstehen wir nun wahrhaftig wie durch einen Zauberschlag wunderbar entsprechend! Wenn aber die Gesellschaft über diese Kluft hinaus gelangen wird, wohin kommt sie dann? – Wohin kommt das Kind gleich nach der Geburt? Ihr saget: In leichte Windeln und dann in eine Wiege; also in noch immer sehr beschränkte Lebensverhältnisse. Ihr habt doch die vielen Täler links und rechts gesehen, als wir uns auf der anderen Seite vom Morgen her dieser Wand näherten. Sehet, das sind die Windeln und das ist die Wiege. Also in diese Täler werden diese Menschen gestellt. In diesen Tälern geht es ungefähr so zu, wie ihr es gleich anfangs links und rechts in ein paar solcher Täler habt kennengelernt.

14. Wie es bei einem neugeborenen Kinde ist, dass es nicht von heute auf morgen zu einem Manne wird, so geht es auch bei einem neuausgeborenen Geiste, besonders im Reiche der Geister, nur langsam vorwärts. – Nun wisst ihr, in welcher Gegend ihr euch befindet; daher darf es euch auch nicht wundernehmen, wenn ihr hier wenig oder beinahe keine höheren Lehrer unter den vielen hier Wandelnden erschauet; denn solche wären hier ebenso unnütz, als so auf der Erde jemand möchte einem Kinde schon im Mutterleibe irgendeinen Unterricht erteilen.

15. Wann bei einem Kinde die Zeit des Unterrichtes als tauglich kommt, wisset ihr ohnehin; darum sind diese Boten hier auch nicht als Lehrer, sondern als wahrhafte geistige „Geburtshelfer“ zu betrachten. Da wir nun solches wissen, können wir uns wieder ein wenig vorwärtsbewegen, allda sich uns eine ganz neue Szene darbieten wird; und somit gut für heute!

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The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

Spiritual Sun Volume 1 – Chapter 31 & 32

31,1. Look there, rather far away from us, where the soft reddish grey light can be seen, is a company of about thirty people of both genders. Let us go there with renewed courage, then we will soon catch up with them. Well, can you discern something? You say: O yes, it looks like a motley riff-raff; it seems as if the company is engaged in physical strife. I tell you: you have not seen wrongly, but this is just an apparent reality. A spiritual dispute will look, at any distance, as if it is a physical fight. Let us go a bit closer still, then the situation will take on quite a different look. See, the closer we get to the company, the quieter their hands become; but instead, we begin to hear from all sides a kind of gnashing, like with a grain mill on earth. Now and then you also hear a voice, not unlike weeping.

31,2. You say: It seems as if what the Master had told the children of the light is being fulfilled here, regarding those who would be pushed out into utter darkness: there will be weeping and gnashing of teeth! Yes, yes, best friends, that is also meant by this and has the same meaning. What is meant spiritually with the weeping and gnashing of teeth and with being pushed out into the outer darkness, you will experience with your own ears and eyes. Only a few more steps, and look, we are where we want to be.

31,3. What do you see here? You say: This scene does not look that bad; despite the very much emaciated faces, to which we are already accustomed, the company seemed to be quite tolerable. They stand around a speaker, who is just getting ready to give a speech.

31,4. Dear friends, you are right. Exactly for this speech have I brought you here. Yet, you say: Since this whole kingdom of the night seems to be an endless plain of sand and there is nowhere a stage to be found, we would like to know how it will be possible for this speaker to elevate himself a bit above his audience. It is good of you to ask this, for the most insignificant things here have the most important meaning. This speaker has made a little heap from sand and compressed it a bit, but just like the composition of his podium, so will be his speech. As long as the speaker stays calm on top of his sand podium, it will carry him. If he should search for more support, the sand heap will collapse, and he will come off his height to the same level as his audience. He has now indicated that he is going to speak; we will listen to him in secret.

31,5. Look, he begins; listen then. “Esteemed friends and ladies, I have heard from each of you personally how you, everyone on his own terrain, have lived and acted as completely righteous and honest citizens on earth. (Agreement from all sides). As ‘good Christians’ you all were, to the correct measure, benefactors for the suffering mankind. At all disasters, your names were listed among the greatest donors with big letters in all newspapers. It also was nothing more than right, for even the blind and the deaf should understand that regarding support, nothing exists that is more laudable and praiseworthy than the acknowledgment of those people who always practiced charity. Firstly, poor mankind knows by such public notice to whom they should turn themselves at times of distress, and secondly are others clearly being encouraged to join the pleasant, humanitarian circles of the known big benefactors of mankind (Loud approval from all sides).

31,6. Yes, you were always present at the foundation of charity institutions and I can say with deep emotion in my heart that you were, in the true sense of the word, true, noble and honorable citizens of the world (Exceptional approval from all sides and one can hear the audience say with emotion: Glorious, Godly speaker, Godly man!).

31,7. You have always supported the arts and the sciences, you faithfully served the state as exemplary citizens; yes, man can say that you have lived completely according to the character of the gospel, for you have, as all would know, always given unto God what is God’s and to Caesar what is Caesar’s. Honor and lust for praise were never the motivation for your noble deeds, but the absolute necessity was always the incentive for all the great and beautiful things you brought about. (Again, the special approval mixed with tears, sighing and weeping!) As such were your lives inscrutable, like the sun in the clearest heaven, esteemed listeners, as it were on the earth upon which we lived; for here is nothing to be seen of a sun. But, esteemed listeners, allow me to pose a very important question:

31,8. What is now your reward for such excellent and honorable deeds? Where is the highly-praised heaven which was promised to those who made themselves true and exemplary Christians? (Great concurrence from all sides and many voices add plaintively: Yes, where is the deceptive heaven for which we offered so many sacrifices to gain it!)

31,9. Esteemed listeners, this sandy ground here, this more than ‘Egyptian darkness’ and our meager ‘mossy food’ is the reward and the heaven which was so extremely magnificently painted to us by the priests! (Again, great concurrence)

31,10. Where is the righteous God for whom you have done so many noble deeds? For it is indeed written in the gospel: what you have done unto the poor, you have done unto Me and you will be richly rewarded in heaven for it. Furthermore is written: with the measure you measure, you will be measured with in abundance as well. Now, honored listeners, you have done it all; you have supported thousands of the poor and were always particularly righteous regarding measure and weight.

31,11. But where is now the treasure in heaven and where the richly returned measure of all charitable deeds, which you have done as true Christians? (Another: Yes, where is it all? Sounds)

31,12. Here we have it: The heavenly treasure is this darkness and the highly-lauded reward which would have been showered upon us in the heavens consists of the scarce moss which is eaten on earth by the Eland in stooping fashion, yet we must satisfy ourselves with it as the highly lauded heavenly reward.

31,13. How often have we upon earth, at various occasions, stroke up the ‘Te Deum laudamus’ [composition by Antoine Charpenter (1690)] and the priests have loudly called out: There, in the radiating kingdom of the heavens, you will, once again, strike up the great and eternal ‘Te Deum laudamus’. Honored listeners, allow me to ask a question at this point, it goes as follows:

31,14. How is it now with you in this beautiful heavenly realm and with this so highly lauded ‘Te Deum laudamus’? You pull up your shoulders; truly, I would not only want to protest with my shoulders alone but with my whole body, if I did not have to fear that my tottering podium would let me fall from my high position. I think, without wanting to violate anyone’s possibly good opinion, that our voices would barely be able to produce a bearable sound to sing this exalted song, due to this exceptionally fatty food; now, another weighty question is presenting itself in this brightly shining heaven, namely:

31,15. Does some or the other God truly exist? And the ‘sit together with Abraham and Isaac at a heavenly table, laden with heavenly foods’, does not seem to be the norm here! If I had been on earth right now, I would be able to praise myself that I would be able to present one of the most watertight exegeses about such promising scriptural texts. I would present ‘Abraham and Isaac’ to be darkness and sand and the well-provided table as Icelandic moss, a truly worthy food for reindeer and land! To anyone wanting to tell us that we are doing better than these miserable animals in the ice-covered north, I would immediately surrender my tottering podium. I do think though that we, to understand this, only must feel our stomachs to find out how this difficult-to-digest food is still fermenting like dry straw. If we would also just have a look at this brightly shining sand, then the proof has been given for our Eland and reindeer status.

31,16. The good savior of the world, Christ, probably did not quite know what the heavenly kingdom, about which He preached, looked like, for if He knew, He would not have let Himself be nailed to the cross for it. If His praised Father God would have let Him see, just like us, after the crucifixion, what we see, then this truly honorable Man would stand truly surprised when He saw the holy communion, which was introduced by Him, represented by this pretty, mossy plain. To see this, we should probably not exert less effort than the pearl harvesters, to see the pearls on the bottom of the sea. That this is so, we do not need any more proof. But now, dear listeners, I am presenting you yet another important question, and it goes as follows:

31,17. We are here, this is how it is, like a stick standing in water; but for how long do we have to stay in this sober kingdom? Will it be well with our existence? Or shall we have the most blissful privilege to wander about here, forever, in these blessing-flooded fields? Look, this is an exceptionally important question, but exactly this important question calls out for someone to answer it. Honored listeners, concerning this, you can be assured that you would rather get an answer from a stone than from me. Yet, I do think that, at this exceptional illumination of our great scene, someone can barely bring something into ‘daylight’, for to bring something into bright light, light is needed, and for light a sun is needed.

31,18. To bring something properly into the light here means nothing other than to declare himself a fool before the others. It is also true that the great learned ones of the earth will find much time to think here. Happy are they if they would bring along much material, for with these three elements: darkness, sand, and moss, they will soon be done. They can leave microscopes and other instruments of investigation on earth, for they would be able to see, with the bare eye, a scanty and mossy field on this sandy surface. Also, for the astronomers is very poor provision made. The learned and well-read librarians will be utterly bored, for they will find nothing here . Also, the virtuoso and artists will do bad business here, for they will literally not bite in the grass, but in the moss! Here I understand the idiom: ‘to bite in the grass’ for the first time fully and see that it had a much older origin than many authors and historians ever could have imagined. This idiom must have its origin from the primordial Egyptian sages, who would have known of the glorious fate waiting upon the mortals here.

31,19. My honored listeners, that the same fate is awaiting the people still living upon earth, I do not doubt; I am also of the opinion that the honest Moses and very honest Christ have, in this respect of their law-giving, tread upon a very wavering and senseless road. Should they, and especially Moses with his wondrous staff, instead have hit the earth and said: Sun, become dark, and we have, for our foolishness, enough starlight, and you, earth, should become a sandy desert and nothing but scarce Icelandic moss will grow, then would all the strict law of thunder and lightning be left behind. But under these circumstances, sins should automatically become something rarer than diamonds in Greenland, Spitsbergen or Nova Zembla [Novya Zemlya]. I would first like to see who would be able to rob or steal here and who would still be able to have lust with this fatty food and our charming, skeleton-like looks. I would also pay a liar here with gold, if I would have any; and would anyone be able to commit murder here? It would be far more difficult for us, with all our treasures and wealth, to get behind this than would the discovery of planets and other suns be for the astronomers, with their optical instruments. In short, we can do and talk as much as we want, I am convinced that our fate will not improve one bit! I have already undertaken journeys here, farther than that of Christopher Columbus, and have crossed this sea of sand and darkness in all directions, but the fortune has not yet befallen me to call out: Land, land! but only: Night, moss and sand! Therefore, I will close my speech with the following opinion:

31,20. Among all people who have ever trodden upon the earth, I hold Christ for the most glorious. He abolished the extensive laws of Moses, which had a strong, tyrannical character in a certain sense and taught, in the place of it, the only law which preaches neighborly love. Because under this law, man can look at it as you will, intelligent beings, in no matter what circumstance, can live the happiest lives, I am for the notion that we too, for the sake of the good, stay true to this law here, keep in mind Christ as the true, honorable Man and then, under these circumstances, be as content as possible with our truly dire fate. I think that we will be able to make our fate as tolerable as possible for as long as it would take.

31,21. Yet, I do ask you, esteemed listeners, to not regard my wish as a set law without consideration, for as I have said, my closing words should only be taken as a well-meant wish. If we should act increasingly more socially, I think that we would, exactly through this, with combined power, endure our fate much more easily than when everyone would do only for himself. I will, from my side, always be willing, as far as it is within my abilities, to support you intensively with my words. With this wish and assurance, I close my speech.” (General loud approval from all sides)

31,22. As you can see, the speaker descends his tottering podium with great caution and is entertained very amiably by the whole company. Many are shaking his hand, saying: It is always good to stay in the company of a man whose heart sits in the right place. Therefore we are very happy to have found you, dear and loving friend, and we want to follow you in everything, whatever happens.

31,23. Look now, how it becomes lighter above the company and how the speaker and the whole company is surprised about it and how the speaker is making himself heard for one more time, saying: Yes, yes, as I am of the opinion: if the very true Christ, with His humane teaching, would not bring us any light, then we would forever stay guests of the night!

31,24. Look, it again becomes considerably lighter; and look around, how two messengers sent by the Master from the morning-side are rushing closer to bring much more light to the company. We will, therefore, stay a while longer to see what will happen next.

Chapter 32
Birth out of the darkness to a first degree of light of life

32,1. Look, the company now also see the two messengers. Our main speaker goes to meet them in a friendly manner to receive them into the company. As you can hear for yourselves, he says to them:

32,2. Be welcome here with me as well as with us a thousand-fold! I indeed do not know you, but I do see that you, people like us, have just come here from the earth, or have found better pastures than us, for you look incomparably better than all of us together. If you have just arrived from earth, I will immediately direct your attention to it, that the so-called Robinsons have it much better there than us. For this assumption, you only have to look at us from top to toe. Our superhuman good looks will show you even in this still very considerable darkness very clearly how it is with the good life here. In addition, I can assure you that there are no illnesses here, for what can still become sick here with us? We can only barely contract the illnesses rocks can, for I think that when man is devoid of all its life juices, you also are free of all illnesses. The only evil plaguing someone mostly, in the beginning, is hunger, thus a stomach complaint. But, as hunger is usually the best cook, he will soon find a food which would challenge his cookery excessively. Look, at our feet on the sand is such a morsel for our stomachs to be seen. This is moss; one could say, true Icelandic and Siberian moss. The scarce dewdrops caught between these little leaves are also the only way to quench our thirst that can be found in this enormous sandy desert. Do not trouble yourselves if this situation would last forever, for patience and habit finally makes everything bearable. We shall all be very happy if you would want to stay with us, with your phosphoric garments, for I can assure you that one can have victory over everything but this darkness. You can, therefore, imagine yourselves that your phosphoric shine looks to us like a sun! But now, dear friends, would you be so friendly to tell us the reason why you came here from the earth, or if you came from a better pasture, tell me what has made you leave there to come here?

32,3. One says: Poor friend, you are gravely mistaken with us, for we came neither from the earth, nor from some other, better pasture in this region; but we come from the Master, called Christ, whom you see as merely a fully honest man, while He indeed is the only Master of heaven and earth. He sent us to you to show you the reason why you have been wandering around for so long and so helplessly in this region.

32,4. If you would ask yourselves: How did we live upon earth, you will say with clear and sound memory: all of us always lived honestly and reasonably. But would you ask yourselves some more: Why did we live and act like this? Then you could say nothing else but: We have predominantly lived for our own well-being. Worldly honor, worldly praise and the consequent prestige before other people, were the most predominant motivation for all our noble deeds. We were faithful members of state and church. Why then? Maybe out of love for God? How would it be possible, since we do not know God at all and thus also would not know His holy will. Our faithful church membership was firstly based on the privileges that could easily be obtained, more so than others who did not have such good report with state and church as we did. In addition, has this blind spiritual faithfulness to the state and church the following idea as its foundation: If there would be some or the other kind of life after death, according to the priests and other preachers of immortality, we would not perish by acting like we do. If there is not such a life, then will our prestige gained through deeds, at least still live upon earth through our children and grandchildren, and people might, even hundreds of years later, still talk about us, saying: Those were men and those were times when such men lived!

32,5. Look, as was said, you also had to say in yourselves. As such, you have obviously, without any inner understandin,g passed from the earthly life into the spiritual life and you do not know at all what is needed for the spiritual life. What would be more self-evident than that you could find nothing in this spiritual life, but what you have brought along of your material life, namely a highly pitiable and poor form of your actual character and a complete darkness about the concepts of the spiritual life. In other words: You came here almost like an embryo at natural conception of man in the motherly womb, where complete darkness prevails. The embryo feeds himself in a certain sense with the waste from the blood of the mother, until he reaches, despite this very poor and unsavory food, the right level of power with which it frees itself from the dark resort of origin. Likewise, do you find yourselves here in a ‘mother’s body’ and do you also have to feed yourselves with its comparable waste.

32,6. But because there is still a living spark of eternal life in you, namely your little love and high esteem of Christ, this spark has taken hold of your spiritual embryos out of your dark sphere, unto birth. It will go with you, like you said at the end of your speech, to your company: If there will be no light rising for us with Christ, we can be assured that darkness shall be our eternal possession.

32,7. You have therefore found the light in Christ. And you will indeed experience what the Master had said to one of His disciples, namely that no one can have part in the eternal life and thus also the kingdom of God, who hasn’t been reborn. This the Master has said in the night to His disciple, to show him that every non-rebirthed spirit finds himself in a night, like an embryo in the mother’s body and that the Master also comes in the night to the not yet reborn spirit, to lift him out of this night into the light of eternal life, to rebirth.

32,8. Because your time of rebirth has arrived through your awakening, yet still with only a little love towards the Master, we have been sent here to take you out of the place of your spiritual rebirth and take you to a place where you would be taken care of as children. There you will be able to gather new life power, in the measure by which you will be more or less developed, to come into a sphere, which will be particularly adapted to your powers.

32,9. But never think of heaven to be a resort of reward for the good works one has done upon earth, but think about it that heaven consists of nothing else but your own love for the Master!

32,10. The more you will take hold of the Master with love and the humbler you would be towards Him and all your brothers, the more you will carry the true heaven inside of yourselves. Therefore, join us and follow us!

32,11. Look how the whole company rejoices and follows these two messengers.

32,12. You ask where they are going to take the company to. Turn around and look, there, already far behind us is the already known and opened, high wall; do you not see it yet? Does it not look like the opening of the mother’s womb at the birth of a child?

32,13. You say: Indeed, like with a stroke of lightning, we now recognize the wondrous correspondence. But when the company has passed through this cleft, where would it rightfully go? What happens to a child shortly after birth? You say: It is wrapped in soft cloth and laid into a crib; it still finds itself in very much restricted life circumstances. You indeed saw, when we approached this wall from the other side from the morning, many valleys to the left and to the right? Look, these are the cloths and the crib. These people are settled in these valleys. It then fares with them just like you have come to know in the beginning in some of these valleys to the left or to the right.

32,14. Just like a newborn child cannot become a man from today to tomorrow, a newborn spirit also, especially in the kingdom of the spirits, grows only gradually. Now you know in what region you find yourselves. Therefore, it will also not surprise you that you will find among the many ones moving around here not many higher teachers, for it would be for them just as useless as when someone on earth would want to educate a child still finding itself in the mother’s womb.

32,15. You do know when the time has arrived to educate a child. Therefore, do these messengers also not come here as teachers, but can be considered truly spiritual ‘midwives’! Now that we know this, we can move on a bit, where a very different and new scene will present itself to us. With this, enough for today!

Diskussion im Jenseits… Ein Philosoph trifft eine Betschwester – Discussion in the Beyond … A Philosopher meets a Fanatic

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Diskussion im Jenseits… Ein  geistlicher Philosoph trifft eine Betschwester

Die geistige Sonne Band 1
Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber

Kapitel 30 – Diskussion im Jenseits: Ein geistlicher Philosoph und eine Betschwester
Der Evangelist Markus führt durch die Äussere Finsternis…

1. Sehet, wenn ihr bestimmen könnt, etwa fünfzig gewöhnliche Schritte vor uns könnt ihr schon wieder ein anderes Pärchen erschauen. Gehen wir nur gerade darauf zu, und wir wollen sie sogleich erreicht haben. Auch dieses Pärchen soll unser nicht ansichtig werden. Es hat schon ein Ständchen in der Absicht; also gehen wir nur munter darauf zu, damit wir wieder etwas Neues erfahren. – Nun, wir sind schon bei ihm, und wie ihr sehet, so ist diesmal an diesem Paare ein geschlechtlicher Unterschied zu bemerken. Ein überaus hageres, mühselig aussehendes Weib und ein nahe bis auf den letzten Blutstropfen abgezehrter Mann, der noch kaum so viel Kraft zu haben scheint, um sich mühseligst mit der genauesten Not fortzuschleppen. Sehet, sie reicht ihm ihre Hand und heisst diese Begegnung willkommen.

2. Horchet nun, was diese zwei miteinander alles abmachen werden. Sie spricht: Grüss’ euch der liebe Himmel! Mich freut es recht von ganzem Herzen, dass uns der liebe Zufall endlich einmal zusammengeführt hat! Aber ich muss Ihnen gestehen, ich hätte nicht geglaubt, an solch einem Orte Sie zu treffen; denn ich habe immer geglaubt, Sie sind schon Gott weiss wie selig im Himmel, weil Sie, soviel ich mich erinnern kann, auf der Welt ein gar so frommer und rechtschaffener Mann waren. Sie waren ja ein hochgelehrter Herr Professor für die Geistlichkeit, und es sind von Ihnen so viele brave und würdige Geistliche in die Seelsorge übergegangen. Und nun, du mein lieber Himmel – muss ich Sie so elend hier in diesem miserablen Orte antreffen, in welchen ich, weiss der liebe Gott warum, auch vor zwei Monaten gekommen bin.

3. Und er spricht: Ja, meine schätzenswerte Freundin, es tut mir recht leid, dass Sie sich auch hier befinden; aber es ist denn einmal also. Sie sind hier als eine Betrogene und ich ebenfalls als ein Betrogener. Wir haben uns auf der Welt (der Himmel wird es wissen, wenn es irgend einen gibt) was alles für goldene Hoffnungen von einem jenseitigen glücklichen Leben gemacht. Allein wie glücklich dieses Leben und was der Lohn für alle guten Handlungen auf der Welt ist, solches erfahre ich nun schon mehrere Jahre und Sie, meine schätzenswerte Freundin, nach Ihrer Aussage auch schon zwei Monate lang.

4. Sie spricht: Nein, aber du mein lieber Himmel! Wenn ich zurückdenke, was für ein strenges Leben Sie geführt haben und haben auf der Welt nichts Gutes gehabt. Wenn Sie gepredigt haben, so haben ja doch alle in der Kirche geschluchzt und geweint, und was für schöne Lehren und Ermahnungen Sie einem in der Beichte gegeben, und wie andächtig Sie das heilige Messopfer verrichtet haben, so kann ich wirklich nicht begreifen, wie Sie da hergekommen sind. Für unsereins ist das schon begreiflicher, denn man hat so manche Sünden vielleicht in der Beichte verschwiegen, weil man sich derselben trotz aller Gewissenerforschungsmühe nicht hat erinnern können. Aber wie Sie, der das doch alles gekonnt und sicher sein Leben und all sein Tun und Lassen bis auf ein Haar durchforscht hat, da hergekommen sind, das, wie ich schon einmal gesagt habe, wird der liebe Himmel wissen, wenn es einen gibt, wie Sie gerade gesagt haben. Haben Sie denn gar keine Mutmassung, warum Sie da hergekommen sind?

5. Er spricht: O meine schätzbare Freundin! Ich habe nur zuviel Mutmassung; aber diese meine Mutmassung werden Sie nicht leichtlich verstehen. Sie spricht: Oh, ich bitte Sie, sagen Sie mir nur keckweg etwas davon; wer weiss, ob mir solches nicht frommen kann. Er spricht: Nun wohl, ich will Ihnen ja so manches mitteilen, will aber übrigens nicht schuld sein, wenn es Ihnen nichts nutzen sollte; und so sage ich es Ihnen denn rund heraus, was meine Mutmassung ist.

6. Ich mutmasse, dass es weder einen Gott noch irgendeinen Himmel gibt, und mutmasse aus gar guten Gründen, dass wir Menschen nichts als Werke der Natur sind. Wenn das Grobmaterielle von der naturmässigen Lebenskraft gleich einer Hülse hinwegfällt, so erhält sich die naturmässige Lebenskraft noch eine Zeitlang fort. Nach und nach aber stirbt sie auch ab; die Kraft zerstreut sich im Raume so wie die Kraft des Pulvers ausser der Mündung einer Kanone, und mit den sich viel erhoffenden und erwartenden Menschen ist es dann auf ewige Zeiten aus. Wenn Sie mich so recht ansehen und betrachten, wie ich mich schon der endlichen gänzlichen Auflösung und Vernichtung nahe, so wird Ihnen meine Mutmassung selbst in dieser stockfinsteren Nacht noch klarer werden als auf der Welt die Sonne am hellen Mittage.

7. Sie spricht: Ach du mein lieber Himmel, wenn es einen gibt, was Sie da sagen! Das ist ja schrecklich; ja, ja, Sie müssen’s denn doch besser wissen als ich. Ich habe mir wohl auch auf der Welt so manchmal gedacht, wie es mir einmal ein recht gescheiter und vornehmer Herr gesagt hat, dass nämlich nach dem Tode nichts mehr ist. Jetzt sehe ich es erst ein, dass dieser Herr die Wahrheit geredet hat; und so wird es mir mit der Zeit auch so gehen, wie es jetzt Ihnen geht. Auf der Welt habe ich doch, wenn’s mir recht übel ergangen ist, sagen können: Mein Gott und mein Herr! Verlass mich nicht! – Aber was kann ich jetzt tun, so es keinen Gott gibt? Möchten Sie, mein schätzbarer Freund, denn nicht auch noch sagen, was es denn hernach mit Christus und Seiner allerseligst sein sollenden Jungfrau und Mutter Maria für eine Bewandtnis hat? Und warum haben wir denn müssen auf der Welt zu diesen beiden so viele Rosenkränze beten, und warum haben Sie so viele und andächtige Messen gelesen, wenn das alles sich so verhält, wie Sie mir gesagt haben?

8. Er spricht: Ja, meine liebe Freundin, darüber bin ich auch erst hier so recht ins klare gekommen. Die grossen Herrn auf der Welt könnten das gemeine Volk ja nicht bändigen, wenn sie nicht irgendeinen Gott und sonach irgendeine Religion für dasselbe erfunden hätten. Durch die Religion aber haben sie ein leichtes Spiel, den dummen Pöbel im Zaume zu halten. Dieser arbeitet dann recht fleissig für sie, damit sie sich, unbekümmert um irgendeine Arbeit, in ihren Palästen und Schlössern auf weichen Betten und Stühlen recht mästen können. Darum werden auch allenthalben Geistliche und Lehrer aufgestellt, die selbst in der gehörigen Dummheit erhalten werden, um mit dieser Dummheit dann auch den gemeinen Pöbel zu verdummen. Wenn aber irgend solche Geistliche recht gescheite Leute werden, so werden sie auch bald befördert, damit sie dann auch recht gut leben können, um durch ihren Verstand den Grossen nicht gefährlich zu werden. Um aber einer solchen Religion, die an und für sich nicht ist, irgendeinen bedeutungsvollen Anstrich zu geben, muss sie mit allerlei mystischer, d.h. nichtssagender Zeremonie geschmückt sein; sonst würde sie bei dem gemeinen Pöbel nicht die erforderliche Wirkung hervorbringen. – Sehen Sie, meine schätzbarste Freundin, also war es ja auch mit mir der Fall.

9. Ich habe auf der Welt bei mir selbst recht gut eingesehen, dass es mit dem jenseitigen Leben eine ganz andere Bewandtnis hat, als ich es selbst von der Kanzel gepredigt habe. Ich habe mich darüber, versteht sich, nur ganz vertraulich bei den grossen, machthabenden Herren geäussert und habe darüber um Aufklärung gebeten. Allein was die Aufklärung betrifft, da ist mir keine zuteil geworden, aber dafür kam mir bald, ich weiss selbst nicht wie und warum, eine bedeutende Beförderung zu; ich ward ein gut besoldeter Professor und endlich gar ein Direktor des Seminariums. Ich meine aber, die Herren haben eingesehen, dass ich für einen unteren Posten zu gescheit war, daher gaben sie mir einen besseren, damit ich, durch das eigene Interesse genötigt, mit meiner Gescheitheit nur nützen, aber nicht schaden möchte. Ich habe zwar allezeit als ein grundehrlicher Mann gelebt; aber was von mir dumm war und ich noch jetzt bedaure, war das, dass ich fürs erste dennoch nicht vollkommen eingesehen habe, dass ich mit solch einer Beförderung betrogen war; und fürs zweite, dass ich in meiner gut einträglichen Stellung ein, wenn auch nur scheinbar, so dennoch für mein eigenes Wohl zu töricht geistlich strenges Leben geführt habe. Ich habe mir dabei freilich gedacht, solch ein sich verleugnendes Leben wird mir sicher in kurzer Zeit eine bischöfliche Würde zuschanzen. Allein ich habe mich gewaltig verrechnet, denn die grossen Herren haben es genau berechnet, dass ich für den mir erteilten Posten den gehörigen Grad der Dummheit besitze, von wo ich ihnen nicht mehr gefährlich sein kann; daher beliessen sie mich auch sorglos in meiner Stellung. Sehen Sie, meine geschätzte Freundin, so steht es mit allem auf der Welt, was die Religion betrifft; darum sagte ich auch gleich anfangs, dass wir beide betrogen sind.

10. Sie spricht: Nein, jetzt gehen mir auf einmal alle Lichter auf! Hätte ich das doch nur auf der Welt gewusst, wie hätte ich da lustig leben können! Denn ich war, wie man gesagt hat, ein schönes und dabei auch recht wohlhabendes Mädchen. Wieviel saubere junge Männer haben sich um meine Gunst beworben; aber ich getraute mich aus lauter Religion beinahe keinen anzuschauen, bin unserem Herrgott und der seligsten Jungfrau Maria zulieb eine alte Jungfrau geblieben und habe obendrauf noch fast mein ganzes Vermögen schon bei meinen Lebzeiten der Kirche vermacht. –

11. O wie dumm war ich! Wäre ich lieber eine lustige Hure geworden, so hätte ich doch einmal etwas genossen! So aber hat sich an mir das gemeine Sprichwort bestätigt, dass nämlich eine langsame und dumme Sau nie zu einem warmen Bissen kommt. Na, mein bester Freund, wenn es wirklich so ist, wie Sie sich da ausgesprochen haben, da möchte ich doch alles zu verwünschen und zu verfluchen anfangen, aber nein! Ich will es nicht tun. Wenn es mir recht schlecht gehen wird, so will ich mir, wenn auch gewohnheitshalber, dennoch mit der Anrufung Gottes und der seligsten Jungfrau Maria helfen. Auf der Welt, kann ich mich denn doch erinnern, hat mir einige Male die Anrufung Christi und der lieben Frau offenbar geholfen, und ich meine, ist daran nichts gelegen, so habe ich durch diese Anrufung, wenn schon nichts gewonnen, so doch auch nichts verloren. – Ich kann mir freilich wohl gerade keinen Vorwurf machen, als hätte ich durch meinen Lebenswandel mir etwa solch eine Strafe verdient, nun in diesem finstern Orte zu sein, ausser dass ich’s mit den Geistlichen vielleicht manches Mal zuviel gehalten habe, d.h. Ehre und Sittlichkeit ausgenommen, denn in diesen Stücken habe ich mir nie etwas vergeben. Aber so manches Mal habe ich mir schlecht vorkommende Menschen verunglimpft, habe über sie losgezogen und sie manchmal auch, freilich allzeit nur bei der Geistlichkeit, recht ausgerichtet. Ich habe mit ihnen auch alle Lutheraner, Juden, Türken und Heiden im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes verdammt; aber das haben die geistlichen Herren gesagt, dass man als eine rechtgläubige Christin solches gar tun müsse. Sie sagten wohl freilich auch, dass man dabei auch für sie beten solle, damit sie zur rechten Religion übertreten könnten; und so habe ich auch das getan und habe sie zuerst, wie sich’s gehört, verdammt, und dann habe ich für sie gebetet. Es müsste also nur das etwa gefehlt gewesen sein, sonsten wüsste ich wirklich nichts. Den Armen habe ich auch gegeben, freilich eben nicht zuviel, habe lieber mein Vermögen der Kirche vermacht, weil ich mir gedacht habe, dass die Geistlichen es besser werden verteilen können als ich. – Und so bin ich, je mehr ich über mich nachdenke, richtig „ganz unschuldig“ da hergekommen; aber natürlicherweise, wenn es also ist, wie Sie es früher gesagt haben, da hätte mir das eine so wenig als das andere geschadet oder genützt.

12. Aber, wie gesagt, ich bleibe bei der Anrufung Gottes und der lieben Frau und will mich denn auch auf diesem Orte so lange fortschleppen, wie es sich tun wird. Vielleicht komme ich mit der Zeit wieder zu jemand anderem, der mir etwas Besseres wird sagen können als Sie, mein übrigens ganz schätzbarer Freund. – Und so leben Sie denn wohl; denn das sehe ich schon ein, dass ich in Ihrer Gesellschaft nicht glücklicher werde. Mir wäre es auch viel lieber gewesen, wie ich’s jetzt empfinde, dass ich mit Ihnen gar nicht zusammengekommen wäre! Denn jetzt sehe ich es recht klar ein, dass die Dummheit glücklicher ist als aller noch so scharfe Verstand.

13. Ich bin nur froh, dass ich nicht in das von mir so oft gefürchtete „Fegefeuer“ gekommen bin, oder gar in die Hölle; denn mir geht’s im Grunde doch nicht gar so schlecht, da ich keinen Schmerz empfinde, ausser den Hunger. Den muss ich freilich wohl mit Gras stillen, was sich hier noch reichlich vorfindet; wenn’s aber nur sonst nicht ärger wird, an diese Kost will ich mich schon noch recht gewöhnen. Und so leben Sie denn wohl!

14. Er spricht: Ja, ja, leben auch Sie wohl und sehen Sie zu, dass sie mit ihrem Grasfressen recht zunehmen; ich wünsche Ihnen allzeit einen guten Appetit. – Übrigens war ich noch nicht so glücklich, auf reichliche Grasplätze zu kommen, sondern Moos, und das sehr sparsam, war bisher meine einzige Nahrung.

15. Sehet, die beiden entfernen sich; er zieht sich gegen die mehr nördliche, sie aber gegen die mehr mittägige Seite hin.

16. Ihr fraget und saget: Wie sich diese in dieser Gegend befindet, sehen wir selbst so ganz eigentlich nicht ein; was ihn betrifft, so scheint solches nach seiner Äusserung seinen guten Grund zu haben.

17. Meine lieben Freunde! Solches solltet ihr wohl auf den ersten Blick einsehen. Wie ist wohl die Liebe desjenigen beschaffen, der ein allfälliges von ihm erkanntes Gutes entweder eines gleich erfolgbaren oder eines künftigen Lohnes wegen tut? Ist das nicht Eigenliebe? – Denn wer das Gute und Rechte tut was immer für eines eigenen Nutzens wegen, der liebt sich selbst über die Massen und bietet alles auf, um sich selbst möglichst wohl zu versorgen. So war es auch dieser lediglich um den Himmel zu tun, für den sie ihr ganzes Hab und Gut also hergegeben hat, wie sich ein anderer um sein Vermögen irgendein weltliches Gut kauft. Von der wahren Liebe zu Christo, welche allzeit höchst uneigennützig sein muss, aber hatte sie nie eine Ahnung! Aus dem Grunde muss auch hier ihr Lohnappetit ganz aus ihr getrieben werden und sie Gott Seiner Selbst wegen zu suchen und zu begehren genötiget werden, dann erst ist es für sie möglich, sich der wahren Liebe und Gnade des Herrn zu nähern. – Also muss auch er sich seinem Gefühle nach völlig vernichtet erschauen, bis er einer höheren Gnadenaufnahme fähig wird.

18. Doch müsset ihr euch niemanden für gänzlich verloren vorstellen; wohl aber, dass für manchen hundert, tausend und noch tausend Jahre nach eurer Zeitrechnung vergehen dürften, bis er zur Aufnahme einer höheren Gnade fähig wird.

19. Damit ihr aber noch fernere Erfahrungen machet, aus welch verschiedenen Gründen gar viele Menschen hierhergelangen, so wollen wir uns noch weiter vorwärtsbegeben. Wenn wir erst an ganze Gesellschaften stossen werden, wird euch noch ein bei weitem grösseres Licht aufgehen, und ihr werdet daraus ersehen, von welch zahllosen Torheiten die gegenwärtig auf der Welt lebende sogenannte „bessere Menschheit“ im Grunde behaftet ist, und wie sie ihre besten Handlungen zuallermeist aus eigenliebigem Interesse tut. – Und somit lassen wir es für heute gut sein!

flagge en  Discussion in the Beyond … A spiritual Philosopher meets a Fanatic

   

Discussion in the Beyond … A spiritual Philosopher meets a Fanatic

Jesus reveals thru Jakob Lorber in
The Spiritual Sun
A Philosopher and a Fanatic

Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond – given thru the inner word to Jakob Lorber.

Volume 1, Chapter 30 – Discussion in the hereafter: A spiritual Philosopher and a Fanatic
The Evangelist Mark leads through the outer Darkness…

1. Look, if you can discern something, you would see about fifty normal steps from us, another couple. Let us go straight there, then we will reach them immediately. They too do not need to see us. We indeed find a place for our purpose, therefore we will go there quickly, to hear something new. Well, we already are with them and as you can see, this time there is a difference in gender in this couple. An exceptionally poor woman, looking exhausted and a man, looking emaciated unto the last drop of blood and having barely enough energy to drag himself along tediously. Look, she reaches out to him with her hand and welcomes him.

2. Listen now what these two discuss with each other. She says: Dear heaven greets you! It makes my heart so happy that dear fate has brought us together once again at last. Yet, I must admit that I never thought I would meet you in such a place, for I always thought that you, God knows how blissful it would already be in heaven because of you, for as long as I could remember, you were on earth such a pious and righteous man. You indeed were a very learned professor in religion and because of you have so many stout and worthy spiritual ones entered soul care. And now, dear heaven, do I find you here in this miserable place in such wretchedness in which, the dear God knows why you have rightfully come to two months ago.

3. He says: Yes, dear friend, it grieves me that you would find yourself here, but this is how it is. You, just as I, is an emaciated being here. Heaven (if it exists) knows how we had golden expectations of a happy life in the hereafter. But how happy life is and what the reward is for all our good deeds upon earth, I do experience now for many years and you, esteemed wife, as you said, now already for two months.

4. She says: no, dear heavens if I think back on what a strict life you have led, how you had no possession upon earth. When you preached, all the people in the church sit there sighing and weeping and what beautiful lessons and admonitions did you give in the confession booth. How thoughtful have you presented the holy mass; therefore, I can truly not understand how you could rightfully come here. For people like us, it is understandable, for one might have kept silent about many sins during confession because one could not, despite all searching of one’s conscience, not remember it. But how you, who knew it all and have fully investigated his life with all its actions and deeds, came rightfully here, this would, as said, only heaven know. Do you have no suspicion of why you have come to this judgment?

5. He says: Oh, esteemed friend, I certainly have many presumptions, but my thoughts about this you would not easily understand. She says: Oh, I beg you, do tell me frankly about it; who knows if it would not be of use to me. He says: well, I will tell you the one or the other about it, but it is not my fault if you do not like it. Therefore, I will tell you frankly what I suspect.

6. I do suspect that there is neither a God nor some or the other heaven and I do suspect with founded reasons that we people are nothing but the work of nature. When the crude matter, like a covering of the natural life power, falls away, only the natural power of life keeps on existing for a while. But she also will die down eventually; the power distributes itself in space like the power of gunpowder outside the barrel of a cannon and then it is eternally over and done with those people who had so much expectation. If you would look keenly to me and see how I have already come close to complete decomposition and destruction, my suspicion will become even in this stark, dark night even clearer than the sun upon earth on a bright midday.

7. She says: Oh, my dear heavens, if it exists, as you say! This is indeed terrible! Yes, yes, you would know better than I. Even on earth I sometimes thought, like my once highly learned and prominent lord once said, that there is nothing after death. Only now I see that the Lord has spoken the truth; therefore, it will in time go with me as it is with you now. On earth, when I would fare badly, I still could say: my God and my Master, do not forsake me! But what can I do now, if there is no God? Would you, my esteemed friend, be able to tell me how it is then with Christ and His Mother, the virgin Mary? Why then, have we upon earth prayed so many rosaries to both of them and why have you read so thoughtfully so many masses, if it is like you told me now?

8. He says: Yes, dear friend, it only occurred to me here. The higher lords upon earth would not be able to keep the general people in check if they would not have developed some or the other god and therefore, some or the other religion. It is an easy play to keep the dumb rabble in tow with religion. It works diligently for them, that they would be able to live in their palaces and castles without a care, fatten themselves on soft beds and chairs. Therefore, they appoint spiritual officers and leaders everywhere who are kept properly dumb themselves, to keep the general people dumb as well. Whenever such spiritual officials would use their brains, they are getting promoted quickly, letting them live a good life, in order that their clear thinking would pose no danger to the high lords. But to give such a religion which has no meaning a somewhat meaningful hue, they must decorate it with all kinds of mysticism, that is, meaningless ceremonies, without which it would not have the desired effect on the general people. See, esteemed friend, such was the case with me.

9. On earth, I very well saw that it must be much different with the afterlife than what I have preached from the pulpit. I have,obviously, only very secretly asked the great lords in power for an explanation. I never received one, but instead, I don’t even know how myself, I quickly received an important promotion. I became a well-paid professor and finally even a director of a seminary. I do think that the lords have seen that I was too smart for a lower office. Therefore, they gave me a better one, that I would not, with my ability, be harmful, but only useful out of self-interest. I always truly just lived like a complete honest man, but what was incredibly stupid stupid of me, and which I already regret, is that I did not yet see through it in the beginning that I was only being deceived with such a promotion, as well with the fact that I have, in my well-paid job, apparently for my own well-being, lived a too foolish and spiritually strict life. I did think: Such a life of self-denial will soon give me the dignity of a bishop. But I have sorely misjudged this, for the high lords have exactly calculated that I did possess the correct amount of stupidity for my assigned office, for me to not be dangerous to them anymore. They could, therefore, leave me unconcerned in my place. You see, esteemed friend, this is the case with religion everywhere in the world. Therefore, as I said already in the beginning, we have both been deceived.

10. She says: Only now, for the first time, is a light dawning on me! Would I have known this on earth, how much pleasure I could have had! For I was, as one would say, a pretty and wealthy girl. How many young men have competed for my favor, but out of pure religiosity I could barely look to anyone and stayed a spinster for the sake of Our Dear Master and the blessed virgin Mary, and on top of it all, I left all my wealth to the church during my life.

11. Oh, how stupid I was! Would I have become a happy whore, I would have had some joy! Now the saying is applicable to me: ‘A timid dog will not become fat’. No, best friend, if this is truly as you have said, I would want to curse and renounce everything! But no, this I will not do. Even if it would go worse with me, I will, even out of habit, call unto God and the blessed virgin Mary. I very well remember that the calling unto Christ and our dear lady did sometimes help; therefore, I think, even if they should not exist, that I have not gained anything by praying to them, but I also did not lose anything either. I do not need to chide myself that I am in this dark resort being punished because of my way of life. The only thing is that I maybe have spent too much time with the spiritual ones, yet it never spoiled my chastity, for on that terrain I have never allowed myself anything. I indeed did often besmirch people who I regarded to be bad and sometimes, yet only to the spiritualities, vigorously dragged them through the mire. With them I also cursed all Lutherans, Jews, Turks and heathens in the Name of God the Father, Son and Holy Spirit; but the spiritual lords said that one as a truly believing Christian, certainly should do this. After this, they did add that one should pray for them, in order that they may convert to the true religion. I, therefore, have done this and have, as it should be, first cursed them and then prayed for them. Maybe it was wrong; I would not have known. I also gave unto the poor; not so much, though, for I rather gave my wealth to the church, because I thought that the spiritualities would be better able to disperse it than I could. So, have I, the more I ponder about myself, come here ‘completely innocent’ in this judgment? But of course, if it is as you said, then the one or the other prayer has hurt me as little as it benefited me.

12. But as I said, I stick with calling unto God and our dear lady and will drag myself along in this place as long as it goes. Maybe I will encounter someone else who has something better to tell me than you, my otherwise much-appreciated friend. I bid you farewell, for I see I will not become happier in your company. It would have been better for me, the way I feel now, if I would never have met you! For only now I see that stupidity makes one happier than an ever so sharp mind.

13. I’m just glad that I did not end up in the feared ‘purgatory’ or even in hell. For I am faring not that bad after all, because I have, besides hunger, no pain. I do have to satisfy the hunger with grass, which is in abundance here. If only it does not get worse, I will get used to this food. Therefore, farewell!

14. He says: Yes, yes, farewell to you too and take care to gain from the eating of the grass. I do wish you ‘bon appetit’! I did not have the luck to find an abundant grassy field, but only moss, and that was up till now, very sparsely, my only source of food.

15. Look, they both depart; he in a more northerly direction, she closer to the midday.

16. You say: We cannot really see why they would find themselves in this region. Concerning him, judging by his statements, he seems to have grounded reasoning.

17. My dear friends! This you should be able to see at first glance. How is it with the love of someone who does a certain thing for either an immediate reward, or a future reward? Is it not self-love? For whoever does the good and right thing out of any measure of self-interest, likes himself too much and does everything to take care of himself as well as possible. It was the same way with her, who gave away everything she owned to receive heaven, the way someone else would spend all his wealth for some worldly goods. Yet they have not even a faint idea of true love for Christ, which should always be highly unselfish! Therefore, her hunger for a reward needs to be completely eradicated here, and she needs to be compelled to search for God and long for Him. Only then will it be possible for her to come closer to the true love and compassion of the Master. Likewise, does he need to consider himself destroyed before he will be able to receive a higher mercy?

18. You should therefore never consider anyone completely lost, but know that for many, according to your reckoning of time, a hundred, a thousand and another thousand years can pass before they will be able to receive a higher mercy.

19. For you to experience even more closely the variety of reasons why many people come here, we will move on. Only when we will encounter whole companies, you will receive greater light and then you will see with what countless kinds of foolishness people living in the current world of ‘better humanity’ on earth are infused with and that they perform good deeds mostly out of personal interest. We’ll leave it at that for today.