Wo sind Himmel & Hölle?… Ehepaar im Jenseits – Where are Heaven & Hell?… Married Couple in the Beyond

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Wo sind Himmel und Hölle… Ein Ehepaar im Jenseits

Geistige Sonne Band 1 – Kapitel 35-39

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Jesus offenbart durch Jakob Lorber in Die geistige Sonne

Ein Ehepaar im Jenseits

Band 1, Kapitel 35

1. Sehet, nicht ferne von uns werdet ihr ein Paar menschliche Wesen erschauen. Es sind ein Mann und ein Weib, und das gerade in einer solchen Situation, die wir zu unserem Zwecke recht gut verwenden können. Also gehen wir nur schnell darauf zu, damit wir sie gleich einholen. – Ihr fraget, wie das Verhältnis beschaffen sei zwischen diesen beiden. – Ich sage euch: Für unseren Zweck könnte es nicht besser beschaffen sein als es ist. Es ist ein Verhältnis, wo das Weib nur sechs Jahre vor dem Manne gestorben ist. Der Mann hat viel getrauert um sie, hat aber im Verlaufe von ein paar Jahren sich so recht der Religion in die Arme geworfen, und so treu gelebt seiner Erkenntnis zufolge. Nun aber ist auch er von der Erde abberufen worden und kam vor kurzer Zeit erst hier an. – Diese Einleitung ist vorderhand hinreichend; das Nähere sollet ihr im Geiste praktisch erfahren.

2. Da wir bei dieser Gelegenheit, wie ihr sehet, auch glücklich unser Pärchen eingeholt haben, so braucht ihr nichts als auf das Zwiegespräch, welches soeben beginnen wird, acht zu haben und ihr werdet daraus alles Notwendige entnehmen können. Nun höret! Sie beginnt soeben eine Frage an ihren Mann zu stellen und spricht:

3. Mich freut es ausserordentlich, dich nach längerer Zeit endlich einmal wieder zu erschauen, und glaube auch, dass uns hinfort kein Tod mehr trennen wird. Aber nun sage mir nur auch, soviel du mir sagen kannst, ob meine letzte Willensanordnung genau befolgt worden ist. Denn solches liegt mir ausserordentlich am Herzen.

4. Der Mann spricht: Mein über alles geliebtes Weib! Damit du ersehest, wie pünktlich deine letzte Willensanordnung beachtet ward, so sage ich dir nur so viel, dass ich selbst in meiner letzten Willensanordnung nichts anderes tat als das nur, dass ich deine Willensanordnung wieder von neuem bestätigte und somit in meiner letzten Willensanordnung mich genau an die deinige hielt bis auf einige unbedeutende Legate. Sonst aber ist unser gesamtes, von mir noch um mehrere Tausende vermehrtes Vermögen unseren Kindern eingeantwortet. Bist du damit zufrieden?

5. Das Weib spricht: Mein stets geliebter Gemahl, bis auf die Legate ganz vollkommen! Sage mir daher: wieviel möchten diese betragen? Und wem sind sie vermacht worden? – Mein geliebtes Weib, spricht er, die gesamten Legate betragen nicht mehr als zweitausend Gulden, und diese sind in fünf Teile geteilt, und bis auf eins habe ich diese Legate vieren deiner Anverwandten vermacht; nur einen Teil musste ich ehrenhalber der Armenkasse vermachen. Ich hätte auch solches nicht getan, so du nicht manchmal bei deinen Lebzeiten schon dich geäussert hättest, solcher deiner Anverwandten zu gedenken. Was aber die Armen betrifft, da weisst du ja ohnehin, dass man schon fürs erste der Welt wegen etwas tun muss, und dann aber auch um Gottes Willen etwas, da man doch ein Christ und kein Heide ist. Übrigens macht dieser Bettel von zweitausend Gulden gegen unser hinterlassenes grosses Vermögen ja ohnedies nichts aus; denn wie ich es am Ende berechnet habe, bekommt jedes unserer hinterlassenen sieben Kinder eine runde Summe von einmalhundertfünfzigtausend Gulden. Dazu sind alle Kinder gehörig wirtschaftlich erzogen, und so kannst du also ganz ruhig sein über dein hinterlassenes Vermögen, wie ich es bin, und kannst nun an meiner Seite dich samt mir um ein anderes Vermögen umsehen, welches uns hier wenigstens in eine entsprechend glückliche Lage bringen kann, in welcher wir so bestehen möchten, wie wir zum wenigsten auf der Erde bestanden sind.

6. Sie spricht: Ich will damit wohl zufrieden sein, wenn nur die Kinder versorgt sind. Freilich, wohl hätte mit den zweitausend Gulden ein jedes Kind gleich ein kleines Geld in den Händen gehabt und hätte mit demselben vorderhand einen Anfang machen können, um nicht gleich die Interessen des Hauptkapitals angreifen zu müssen. Doch da es nun einmal also ist und wir an der Sache nichts mehr ändern können, so muss ich mich ja gleichwohl zufriedenstellen.

7. Was du aber sagst von einem anderen, hier brauchbaren Kapitale, da bitte ich dich als deine dich stets treu liebende Gattin, dass du dich in dieser Beziehung ja aller albernen Gedanken entschlägst; denn sechs Jahre sind bereits verflossen, dass ich unter grosser Angst und Bekümmernis in dieser finstersten und allerödesten Wüste herumirre, und alles, was ich hier, durch die entsetzlichste Hungersnot getrieben, Essbares finden konnte, ist eine Art Moos. Nicht selten ist auch wie ganz dürres Gras hier und da zu finden, mit welchem man sich am Ende den Magen anstopfen kann. Wärest du nicht gerade auf diesem Punkte zufälligerweise, von der Welt noch etwas schimmernd, angekommen, so hätten wir uns wohl in alle Ewigkeit schwerlich je getroffen.

8. Er spricht: Aber mein geliebtes Weib, hast du denn gar keine Ahnung, aus welchem Grunde du an diesen finstern Ort gekommen bist? – Ich meine, dass dich denn doch dein zu weltlicher Sinn hierhergebracht hat. Du warst wohl eine sehr sparsame und in allen unseren weltlichen Verhältnissen sehr ehrsame Frau und warst sonst auch ein überaus gescheites Weib; nur die Lehren des wahren Christentums waren dir nicht selten ein Dorn im Auge. Du hattest dich manchmal eben nicht zu vorteilhaft darüber ausgesprochen und hieltest dich mehr an die Weltklugheit und Weltphilosophie. Ich habe es dir aber oft gesagt, mein liebes Weib, wenn es jenseits ein Leben gibt, so glaube ich, wird man im selben mit aller Weltklugheit nicht auslangen; daher wäre es besser, sich an das Wort Gottes zu halten! Denn das Zeitliche währet nur kurz; so es aber ein Ewiges gibt, da werden wir mit unserer zeitlichen Klugheit, wie gesagt, gar übel fortkommen. Sieh, mein geliebtes Weib, das sind buchstäblich die Worte, welche ich gar oft zu dir im Vertrauen geredet habe, und wie ich mich jetzt zu meinem grössten und bedauernswürdigsten Erstaunen überzeuge, ist es leider nur zu gewiss auf meine Worte gekommen. Daher meine ich nun, mein geliebtes Weib, dass es für uns die allerdringendste und allerletzte Zeit, wenn man sich hier so aussprechen kann, ist, dass wir uns aller weltlichen Rückgedanken gänzlich entschlagen und uns um Gnade und Erbarmen an unsern Herrn Jesus Christus wenden. Denn wenn uns Der nicht hilft, so sind wir für ewig verloren, da ich solches in mir ganz gewiss weiss und empfinde, dass es ausser Christum in der ganzen Unendlichkeit für uns keinen Gott und keinen Helfer mehr gibt. Hilft uns Der, so ist uns geholfen; hilft uns der aber nicht, so sind wir für ewig rettungslos verloren! Jetzt wünschte ich, dass ich unser gesamtes Vermögen den Bettlern vermacht hätte, und dass dafür unsere Kinder zu Bettlern geworden wären; das hätte uns sicher hier mehr Segen gebracht als alle unsere weltkluge Sorge für die weltliche Versorgung unserer Kinder. Daher, mein geliebtes Weib, bleibt uns, wie gesagt, nun nichts mehr übrig, da wir unsere weltliche Torheit nicht mehr zu ändern vermögen, als dass wir uns allerernstlichst mit Ausschluss aller anderen Gedanken und Wünsche allein zu Christum hinwenden, damit Er unserer grossen Torheit möchte gnädig und barmherzig sein und eben diese Torheit durch Seine unendliche Gnade und Erbarmung an unsern Kindern gutmachen!

9. Das Weib spricht: Ich habe es mir ja immer gedacht, dass du deine religiös schwärmende Torheit auch auf diese Welt mitbringen wirst; was haben denn ich und du je Arges auf der Welt getan? Waren wir nicht allezeit gerecht gegen jedermann? Sind wir je jemandem etwas schuldig geblieben, oder haben wir je einem Dienstboten das Bedungene nicht gegeben? Wenn es irgendeinen Gott gäbe, oder nach deinem Sinne irgendeinen „Christus“, da wäre es ja doch die höchste Ungerechtigkeit, dass Er Menschen, wie wir sind, also belohnen sollte, wie wir die Belohnung vor uns erblicken. Oder welcher Gott könnte denn wohl einem Menschen nur im geringsten verargen, so er einer „alten Sage“, welche voll Unsinn und voll Lächerlichkeiten ist, keinen Glauben hat schenken können? Denn solches, glaube ich, kann doch ein Blinder begreifen, dass, so einem Gott am menschlichen Geschlechte etwas gelegen wäre, vorausgesetzt, dass es einen Gott gibt, sich der Mensch ja doch nichts Unbilligeres träumen könnte, als dass dieser Gott sich nur einmal persönlich mit aller Wunderkraft ausgerüstet den Menschen genähert habe, und das nur den Menschen eines sehr kleinen Bezirks, während doch die ganze Erde bevölkert war.

10. Sage mir darum, kann es Gott dann unbedingt verlangen, dass diejenigen Menschen und Völker, welche nicht auf demselben Bezirke und besonders nicht gleichzeitig mit ihm gelebt haben, es unbedingt annehmen sollen, dass Er es war, der diese Lehre gestiftet hat? Kann ihnen Gott verargen, wenn Er irgend ist und gerecht ist, dass sie solches nicht tun können? Oder können nicht die Menschen und Völker gegen Gott, so Er irgend ist, auftreten und sagen: Wie willst Du ernten, wo Du nicht gesät hast? Willst Du über uns Gericht halten, so bist Du ein ungerechter Gott; willst Du aber ein gerechtes Gericht halten, da richte diejenigen, die Dich gesehen haben und denen Du gepredigt hast. Uns aber lass ungeschoren, denn wir haben Dich nie gesehen und haben uns von Deiner Wesenheit niemals überzeugen können. Das auf uns überkommene, Dein sein sollende Wort aber kann uns nie zu einem Richter werden, da es ebensogut erdichtet wie wahr sein kann, und noch viel leichter erdichtet als wahr. Solange wir auf der Welt gelebt haben, haben wir nur die alte Natur gesehen, von Dir aber nie eine Spur. Wir sind auf die Welt gekommen als reine Kinder der Naturkräfte. Die Menschen und Weltlehrer haben uns erst verständig gemacht. Durch unser ganzes Leben war von Dir keine Spur zu erspähen. Wie willst Du hernach mit uns rechten, indem Du uns nimmer einen Beweis zum Zeugnisse Deines Daseins und Deiner Wesenheit geben wolltest?

11. Siehe, mein lieber Mann, das ist doch so klar wie auf der Welt die Sonne am hellen Mittage. Du siehst solches nur noch nicht ein, weil du noch viel zu kurze Zeit hier bist. Wenn du aber so lange hier sein wirst wie ich, da wird dir solches selbst in dieser dichtesten Finsternis vollkommen klar werden. Zum Beweise meiner Liebe und Treue zu dir sage ich noch hinzu, dass du allhier an meiner, deiner dich stets über alles liebenden Gattin Seite, so lange und so stark, als du nur immer willst, deinen sein sollenden Gott-Christus anrufen kannst, und ich stehe dir mit meiner Liebe und Treue gut, dass du nach mehrjährigem Rufen sicher zu der klaren Einsicht kommen wirst, dass ich, dein dich allzeit treu liebendes Weib, in meinem natürlichen Verstande heller sehe denn du mit all deiner sein sollenden Gottesgelehrtheit.

12. Siehe, ein altes Sprichwort hat von der Bibel ausgesagt: O Bibel, o Bibel! du bist den Menschen ein Übel! Und sieh, das Sprichwort hat recht. Besässen die Menschen auf der Erde so viel Herz und Mut, diesen alten jüdischen Unsinn bei Butz und Stengel auszumerzen und an seine Stelle die reine menschliche Vernunft zu setzen, so wäre die Welt in aller Kultur schon um viele hundert Jahre voraus. So aber muss noch immer, wer weiss aus was für Rücksichten, dieser alte Unsinn beibehalten werden, durch welchen nicht selten den allerbiedersten und rechtschaffensten Menschen die Hände zu einem feineren Wirken gebunden werden. Was ist die Folge? Denke in deiner sonstigen Klugheit nach; wo gibt es die grösste Anzahl liederlicher, schlechter und armer Menschen? Sicher nirgend anderswo als gerade nur da, wo die Bibel und besonders die neue christliche Lehre oberhauptlich zu Hause ist. Gehe nach Rom, gehe nach Spanien, gehe nach England, und du wirst meine Aussage bestätigt finden.

13. Die Menschen verlassen sich auf einen Gott, fangen an, in der guten Hoffnung auf Seine Hilfe zu faulenzen. Die Hilfe aber kommt nicht, so ist die natürliche Folge, dass dergleichen Menschen verarmen, und wenn sie schon nicht gerade durch die Bank zu schlechten Kerlen werden, so fallen sie aber doch den fleissigen und betriebsamen Menschen am Ende zur Last. Man schreit allenthalben und sagt: Gott ist allgütig, höchst liebevoll und überaus barmherzig, liesse aber dabei doch sicher einen jeden Bettler verhungern, wenn dieser nicht von seinen arbeitsamen Nebenmenschen versorgt würde.

14. O sieh, mein lieber Gemahl, auf Rechnung ehrlich gesinnter, arbeitsamer und daher wohlhabender Menschen hat das müssige Pfaffentum leicht von einem allgütigen und barmherzigen Gott zu predigen. Streichen wir aber diese Menschen weg, so werden wir gar bald sehen, welch ein trauriges Ende solche Predigten nehmen werden. Wüssten diese schwarzen oder weissen Schreier auf der Welt, welch eine Bewandtnis es mit dem jenseitigen Leben hat, so würden sie sicher anders predigen, oder sie würden statt der leeren Predigten den erträglichen Pflug ergreifen. Es mag ja einen Gott geben als die Grundkraft, welche das ganze Universum leitet; aber sicher gibt es keinen Gott, wie ihn die jüdische Bibel lehrt.

15. Er spricht: O mein geliebtes Weib, du bist auf einem ganz entsetzlichen Irrwege in deinen Gedanken; denn ich habe gerade also in berühmten gottesgelehrten Schriftstellern gelesen, dass rein höllische Geister eine dir ganz gleiche Sprache führen. Ich kann dir versichern, solches ist auch der vollgültige Grund, dass du dich hier in dieser ewigen Nacht befindest. Wahrlich wahr, mir wird ganz entsetzlich angst und bange um dich! Denn mit solchen Grundsätzen sehe ich dich unwiederbringlich für ewig verloren. Wenn du durchaus keine anderen Grundsätze in dir aufnehmen willst, so fühle ich mich notwendig gedrungen, dich für allezeit zu verlassen.

16. Sie spricht: Solches wärest du imstande, mir, deinem getreuen, dich ewig liebenden Weibe zu tun? Ich sage dir, dass ich solches nicht vermöchte, und wenn du wirklich in die Hölle solltest verdammt sein! Ich möchte dich im Feuer nicht verlassen, und du willst mich wegen einer vernünftigen Rede verlassen? Es steht auch dir frei, mir deine Ansichten vernünftig darzustellen, nur ein Unsinn darf es nicht sein; denn in diesem Falle liebe ich dich zu sehr, als dass ich dich auf Irrwege sollte geraten lassen. Folge mir aber, ich will dich auf einen andern Ort führen, allda wir uns besser befinden werden als hier und du in einer grösseren Gesellschaft erst füglich erfahren wirst, wie man hier daran ist.

17. Er spricht: Mein geliebtes Weib! Ich will dich ja nicht verlassen, denn dazu habe ich dich zu lieb, und will dir darum auch folgen, dahin du mich führen willst, weil ich sehe, dass du bei all deiner Unkenntnis in der wahren Religion dennoch stets gleichen redlichen Herzens bist. Und du bist noch immer mein gutes Weib, gegen das ich sonst nichts einzuwenden habe, als dass es nicht meiner Ansicht werden kann. Wenn du hernach irgendeine bessere Stelle dieses Reiches aller Finsternis kennst, so führe mich nur hin, und wir wollen sehen, was sich da alles wird machen lassen. Sehet, sie ergreift seinen Arm und führt ihn weiter. Wir aber wollen diesem interessanten Paare folgen, um fernere Zeugen des Erfolges solch eines Verhältnisses zu sein. Sie gehen; also gehen auch wir ihnen nach!

Kapitel 36 – Das Ehepaar und ein Lügengeist

1. Ihr müsset euch nichts daraus machen, wenn eure Augen diesmal auf eine etwas stärkere Probe gestellt werden, denn der Weg zieht sich mehr gegen Norden, und da wird es immer finsterer; dessen ungeachtet werden wir für uns immer noch so viel Licht haben, dass uns bei dieser Gelegenheit nichts entgehen soll.

2. Vernehmet ihr noch nichts aus einer Ferne? Ihr saget: Wir vernehmen wohl etwas; aber es ist ganz verschieden von einer menschlichen Stimme, es artet sich mehr so, als vernähme man von einer ziemlichen Ferne das Gerassel vieler Wagen, auch tönt es mitunter wie das Toben eines fernen grossen Wasserfalles. Ihr fraget, was solches zu bedeuten habe. – Verfolgen wir nur unser Paar, und wir werden der Sache bald näher auf die Spur kommen.

3. Könnt ihr dort noch nicht etwas dumpf Rötliches ausnehmen, einen Schimmer, ähnlich einem Stück matt glühenden Eisens? Dorthin wendet eure Blicke, denn dort wird uns ein Hauptspektakel erwarten.

4. Sehet, es kommt uns immer näher und näher, und das sonderbare Donnergerassel artet immer mehr in naturmässige rauhe Menschenstimmen aus. Jetzt aber bleiben wir stehen, denn die Masse bewegt sich geradewegs hierher, und wie ihr sehet, hat auch unsere sich überaus liebende Avantgarde eine stillstehende Position eingenommen.

5. Sehet, wie er voll ängstlicher Erwartung der Dinge ist, die sich daherziehen, und will aus grosser Angst und Furcht eine rückgängige Bewegung machen. Sie aber ergreift seinen Arm und bittet ihn um alles, was ihrem Herzen teuer ist, dass er nur diesmal sie erhören und bleiben solle; denn das sei ja eben das von ihr ihm vorhergesagte Glück, das er kennenlernen und sich dann überzeugen solle, inwieweit sie recht oder unrecht hatte.

6. Er fragt sie, was denn das ist, das sich, ihm also schauerlich vorkommend, ihnen nahe? Und sie spricht zu ihm: Was es ist, was es ist?! Lauter tief denkende Menschen sind es, was du bald mit deinen eigenen Augen klar erschauen und mit deinen eigenen Ohren deutlich vernehmen wirst.

7. Und nun sehet, er stellt sich zufrieden und erwartet die herannahende tiefdenkende Truppe. Sehet, die ziemlich bedeutende Gesellschaft ist schon nahe da. Unser Paar geht ihr höflichkeitshalber entgegen. Auch wir müssen, wenn schon nicht aus Höflichkeit, so doch aus einem anderen Zwecke eine gleiche Bewegung machen.

8. Sehet, jetzt sind sie beisammen und empfangen sich gegenseitig mit der ausgezeichnetsten Höflichkeit. Also rücken auch wir ein wenig näher, damit uns nichts entgeht.

9. Wie ihr sehet, so naht sich aus der Mitte der Gesellschaft eine hagere und abgezehrte männliche Gestalt unserem Paare. Das Weib empfängt dieselbe mit ausnehmender Zärtlichkeit und grossem Wohlwollen. Auch der Mann des Weibes verbeugt sich tief vor dieser männlichen Gestalt.

10. Die männliche Gestalt spricht: Meine hochschätzbarste Dame! Es gewährt mir ein ausserordentliches Vergnügen, dass mir wieder das schöne Glück zuteil geworden ist, Sie die unsrige nennen zu können; denn Ihr Verstand und Ihr sonstiges überaus vorteilhaftes Benehmen macht unserer Gesellschaft eine sehr grosse Ehre und fürwahr die schönste Zierde. Nun, meine liebe Dame, haben Sie etwas auf Ihrem allerzärtlichsten Herzen, so wird es mir zur grössten Glückseligkeit gereichen, wenn Sie mich mit einem so süssen Anliegen wollen vertraut machen.

11. Sie spricht: Mein allerhochgeschätztester und über alles hochzuverehrender Freund! Sehen Sie, der Mann hier an meiner Seite ist mein zärtlichst geliebter irdischer Gemahl. Dieser hat sich auf der Erde in allen seinen Handlungen überaus gerecht, ausgezeichnet und vorteilhaft benommen, so dass ich in allem Ernste bekennen muss, unsere Ehe war eine der glücklichsten. Denn was kann wohl ein Weib sich für eine glücklichere Ehe wünschen, als so sie einen Mann hat, der den Wünschen des weiblichen Herzens nachzukommen versteht. In diesem Punkte hätte ich bis auf kleine Unbedeutendheiten fürwahr nichts einzuwenden.

12. Jetzt aber kommt ein Hauptpunkt, in welchem wir uns nie haben vereinen können, welcher darum auch ein stetiger kleiner Anstoss zwischen uns beiden war. Und so will ich Ihnen denn diesen Anstoss so gründlich, als es einem Weibe nur immer möglich ist, darstellen, und Sie, mein allerhochverehrtester Freund, werden dann allerwohlgefälligst die Güte haben, meinem Manne darüber ein paar Wörtlein zuzuflüstern, welche ihn sicher vom Grunde aus heilen werden.

13. Die Gestalt spricht: Oh, ich bitte, bitte, meine allerschätzenswerteste Dame sind viel zu gütig! Ich gebe Ihnen die Versicherung, dass es mir zur grössten Ehre und zu einer ganz besonderen Glückseligkeit gereichen wird, wenn ich mir werde sagen können, einer so holdseligen Dame mit meiner Wenigkeit gedient zu haben! Ich bitte daher, mich mit diesem Punkte ihres Herzens vertraut zu machen. Sie spricht: Ach, mein allerschätzbarster Freund, Sie sind gar zu gütig und bescheiden; und eben diese Ihre grosse Güte und Bescheidenheit flössen meinem Herzen Mut ein, vor Ihnen nichts im Hinterhalte zu behalten, und so wollen Sie mich allergütigst vernehmen!

14. Sehen Sie, was da diesen fatalen Punkt betrifft, so besteht dieser in nichts anderem, als dass, gerade herausgesagt, mein sonst braver, guter und liebenswürdigster Mann ein Bibelianer und somit auch ein Christianer ist. Der Grund aber, dass er sich dieser lächerlichen Sekte in die Arme geworfen hat, liegt darin, weil er von armer Herkunft ist. In Rücksicht dessen wurde ihm, wie es allgemein bei der armen Klasse der Fall ist, schon in der Wiege diese alte Bettelphilosophie eingelullt. Wie schwer es aber hernach ist, solch einen von den Kinderammen eingesogenen und somit eingefleischten Unsinn hinauszubringen, wissen Sie, allergeehrtester Freund, sicher besser als ich. Mit dieser Bettelphilosophie ist dieser mein sonst überaus schätzenswertester Mann nun auch hier angelangt im Reiche der urwaltenden Naturkräfte, wie sie es uns schon zu öfteren Malen zu erklären die Güte hatten. Solches aber geht ihm durchaus nicht ein. Er hängt noch nagelfest an seinem Christus und will sich sogar von mir losreissen, um diesen sicher nirgends vorhandenen Christus aufzusuchen. Nun, mein gelehrtester und hochverehrtester Freund, habe ich Ihnen in aller Kürze mein Anliegen und meine Not dargetan und bitte Sie darum, sich meines in dieser Hinsicht armen Mannes allergütigst anzunehmen!

15. Die Gestalt spricht: Oh, wenn es nichts anderes ist, mit dem werden wir hier im Reiche der allernacktesten Wahrheit wohl bald, und zwar leicht, fertig werden. – Hier wendet sich die Gestalt zum Manne, bietet ihm freundlich die Hand und spricht zu ihm: Aber lieber Freund, soll das wohl Ihr Ernst sein, worüber sich gerade Ihre liebenswürdigste Gattin bei mir beschwert hat? –

16. Der Mann spricht: Mein schätzbarster Freund, ich muss es Ihnen offen gestehen: so überaus lieb, wert und teuer mir sonst meine Gemahlin ist, so glaube ich doch fest, dass wir in diesem Punkte nie einig werden. Denn gehe es, wie es wolle, so habe ich in mir den festen Entschluss gefasst, bei meinem Glauben an Christus ewig zu verbleiben! Und ich bin überzeugt, dass mir dieser Name allzeit einen grossen Trost bereitet hat und auch stets mein unfehlbar glücklichster Leitstern war. Bin ich je auf Abwege geraten, so gewiss nur dadurch, dass ich nicht fest an Christus gehalten habe. Habe ich mich aber wieder an Christus gewendet, so war mir nicht selten wieder wie durch einen allmächtigen Zauberschlag geholfen!

17. Sie als denkender und weiser Mann werden demnach selbst einsehen, dass es von meiner Seite höchst unbillig wäre, mich von solch einem Wohltäter besonders jetzt zu entfernen, da ich, wie es mir vorkommt, Seiner am allernötigsten habe. Daher, mein schätzbarster Freund, geben Sie sich in dieser Hinsicht mit mir gar keine Mühe; denn ich gebe Ihnen die alleroffenherzigste Versicherung, dass Sie mit mir nichts ausrichten werden. Ich war lange genug ein törichter Sklave der Reize meines Weibes; ich habe sie nach ihrem Dahinscheiden in Christo, meinem Herrn, entbehren gelernt und hoffe, dass sie mich hier nicht mehr anfechten werden, und das um so sicherer, da ich durch den Tod des Leibes aufgehört habe, diesem meinem ehemaligen Weibe ein ehepflichtiger Gemahl zu sein. Will sie mir aber folgen, so soll sie mir auch allzeit wert und teuer sein; aber meinen Christus um sie eintauschen, das tue ich nimmer, und zöge sie mich auch mit aller Gewalt in den Mittelpunkt irgendeiner Hölle! Ist sie mit dem zufrieden, dass ich wenigstens mit meinem Christus ungehindert um sie sein kann, so will ich meine alte Liebe mit ihr nicht brechen; ist sie aber damit nicht zufrieden, so habe ich hiermit das letzte Wort in ihrer Gegenwart gesprochen.

18. Die Gestalt spricht zum Manne: Lieber Freund, ich habe Sie von Anfang bis zu Ende geduldig angehört und kann Ihnen über Ihre Äusserung nichts anderes als in allem Ernste mein lebendigstes Bedauern entgegenstellen. Damit Sie jedoch wissen, mit wem Sie es zu tun haben (hier nimmt diese Gestalt zu einer Lüge ihre Zuflucht), so sollen Sie wissen, dass ich der grosse Lehrer Melanchthon bin, von dem Sie auf der Erde sicher etwas vernommen haben. Der Mann spricht: O ja; aber was wollen Sie damit sagen? Die Gestalt spricht: Mein schätzbarster Freund, nichts anderes, als dass ich sicher besser weiss, was Christus ist als Sie; denn ich habe mit ganz sonderlich grossem Fleisse in dem sogenannten christlichen Weinberge gearbeitet bis zur letzten Stunde meines irdischen Seins und wäre fürwahr, wenn es sich darum gehandelt hätte, für Christus auch in den Tod gegangen. Ich habe nicht nur die römische, sondern die reinere Lehre Luthers von allen Schlacken gereinigt; ich lebte buchstäblich nach dem Sinne dieser Lehre, und was war der Erfolg? Ich brauche Ihnen, mein schätzbarster Freund, solchen nicht mit vielen Worten zu erörtern, denn ein Blick von Ihnen, an meine ganze Wesenheit gerichtet, wird Ihnen den Erfolg meines gewisserart quintessentiellen Christentums zeigen. Mehr brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Lassen Sie es somit auf das alte „Experientia docet“ ankommen, und ich bin überzeugt, wir werden uns im Verlaufe von hundert Jahren ganz also, wie wir uns jetzt gegenüberstehen, wenn es gut geht, wieder treffen. Sie, mein Freund, sind hier noch ein vollkommener Neuling und wissen nicht, wie es sich lebt in dem Reiche der Zentral-Grundkräfte. Wenn Sie aber einige Jahrzehnte von dieser ewigen Nacht herumgehetzt und sich dabei gehörig aushungern werden, so werden sicher auch solidere und gründlichere Erkenntnisse in Ihrem, aller weltlichen Torheit flott gewordenen Kopfe bessern Raum finden denn jetzt.

19. Der Mann spricht zur Gestalt: Schätzbarster Freund! Wenn Sie in dieser Hinsicht so wohlgegründete Kenntnisse besitzen, so lassen Sie mich dieselben vernehmen. Ich will ja gerade nicht abgeneigt sein, Sie anzuhören und werde dessen ungeachtet von dem meinigen nichts vergeben, so mir das Ihrige nicht überzeugend konveniert.

20. Die Gestalt spricht: Gut, mein Freund, ich will Sie pro primo nur darauf aufmerksam machen, welche eigentlichen Früchte das Christentum auf der Erde getragen hat. Die Römer waren ein grosses Volk, solange sie bei ihrer göttlichen Vernunftlehre geblieben sind. Alle ihre Werke waren gross und voll weiser Bedeutung; ihre Rechtsgrundsätze sind noch bis jetzt die Grundfesten aller staats- und völkerrechtlichen Gesetze. Als sich aber das Christentum eingeschlichen hatte, da hat sich auch der Tod für das grosse römische Volk eingeschlichen. Und so sitzen jetzt an der Stelle, wo einst das grösste und heldenmütigste Volk residierte, faule, müssige Pfaffen, eine Anzahl lumpigsten Gesindels, und mit dem Rosenkranze in der Hand geht eine Unzahl Diebe und Räuber lauernd auf die Wege, und kein Wanderer ist seines Lebens sicher. Sehen Sie, das ist eine Frucht aus dem Garten des Christentums. Reisen Sie in das herrliche Spanien; betrachten Sie diese Nation aus der alten Zeit, und gehen Sie dann in das christliche Mittelalter über, so wird es Ihren Blicken nicht entgehen, wie aus lauter christlichem Segen Tausende und Tausende bluten, und Tausende und Tausende über lodernden Scheiterhaufen, zur Asche verbrannt, ihr Leben nicht aushauchen, sondern ausverzweifeln! Sehen Sie die rührende Einführung des Christentums unter Karl dem Grossen, wie er mit diesem Segen Tausende und Tausende über die scharfe Klinge hat springen lassen. Reisen Sie von da weg nach Amerika, schlagen Sie die Geschichte auf, und sie wird Ihnen die kläglichsten und jämmerlichsten Beispiele in einer Unzahl aufführen, wie allda die christlichen Segensfrüchte ausgesehen haben. Von da kehren Sie in meine Zeit und betrachten Sie die segensvollen Greuel des dreissigjährigen Religionskrieges, und ich bin überzeugt, Sie dürfen die Urgeschichte aller Völker mit kritischen Augen durchgehen, und ich verpflichte mich, Sie ewig auf meinen Armen herumzutragen, wenn Sie imstande sind, mir ähnliche Greuelszenen ausfindig zu machen.

21. Ich will Sie auf die vielfachen anderortigen und anderzeitlichen Segnungen des Christentums nicht weiter aufmerksam machen, sondern zeige Ihnen dafür nur den Zustand der jetztzeitigen, des Christentums noch ledigen Völker, als da z.B. sind die beinahe ewig friedlichen Chinesen und noch andere bedeutende Völkerschaften in Asien, wie auch die noch unentdeckter Inseln. Sie müssten mehr als dreifach blind sein, wenn Sie hier nicht auf den ersten Blick den Unterschied zwischen dem Christentum und der wahren Weisheit noch alter, erfahrener, friedlicher Völker erschauen möchten. Doch sage ich Ihnen, alle diese grossen, unvorteilhaften Mängel des Christianismus oder vielmehr Neujudäismus liessen sich dadurch bemänteln, so jemand sagen möchte: Diese geschichtlichen Tatsachen sind wohl alle wahr; nur hat sie Christus nie gelehrt, und so kann er auch unmöglich die Schuld dessen tragen, was alles Unheilvolles die Verbreitung Seiner Lehre mit sich gebracht hat; denn Seine Lehre war ja rein und überaus menschenfreundlich. Lieber Freund, das lässt sich alles recht gut anhören, und ich selbst war zeit meines ganzen Lebens auf der Erde darum ein eifrigster Verteidiger des Christentums. Aber erst hier ersah ich das eigentliche Völkergift in dieser Lehre, und dieses ist die offenbare Hinweisung zur Trägheit und zum Nichtstun. Der Mensch, der ohnehin einen angeborenen Trieb zur Faulheit hat, findet in dieser Lehre den besten Verteidiger für seinen Trieb, da er offenbar dahin angewiesen ist, nichts zu tun ausser ein gewisses geistiges Reich zu suchen, und die gebratenen Vögel werden ihm schon ohnehin in den Mund fliegen. Sehen Sie, nach nicht gar zu langer Zeit haben sich mehrere weise Männer nur zu bald überzeugt, dass es mit den gebratenen Vögeln ein gewaltiges Nihil hat; daher ergriffen sie andere Mittel, nämlich das alte Schwert, beliessen das einmal christianisierte Volk in seiner Blindheit, und verschafften sich dann die gebratenen Vögel eben mit dem Schwerte in der Hand. Mein Freund, betrachten Sie, wie Sie wollen, diesen Erfolg, und Sie werden unmöglich etwas anderes herausbringen, und zwar unbeachtet all der höheren, geistigeren Erfahrungen, die man hier im geläuterten Zustande wie ich im Verlaufe von mehreren hundert Jahren über das Christentum macht. Mein schätzbarster Freund! Ich habe für diesmal ausgeredet, und Sie können tun, was Sie wollen. Seien Sie übrigens meiner steten Achtung und Freundschaft versichert, und mir wird es ein grosses Vergnügen sein, wenn wir uns etwa nach einigen Jahrhunderten wieder treffen werden. – Sehet, der andere empfiehlt sich dem Manne und zieht mit seiner ganzen Gesellschaft wieder weiter, unser Paar allein dastehenlassend. Über den Effekt dieser „herrlichen Rede“ und überaus menschenfreundlichen Belehrung wollen wir erst fürs nächste Mal weitere Erfahrungen machen. (Und somit gut für heute!)

Kapitel 37 – Des Mannes Schwäche. – Zug des Weibes zur Hölle.

1. Sehet, die Gesellschaft hat sich schon ganz verloren; aber unser Pärchen steht noch, nachsinnend, auf dem alten Platze. Sie fragt ihn soeben, sagend: Nun, mein vielgeliebter Gemahl, was sagst du jetzt dazu? – Er, sich ein wenig besinnend, spricht: Mein vielgeliebtes Weib, da ist auf keinen Fall viel zu sagen; entweder hat dieser Redner recht, so ist es dann ja entschieden, und es braucht da niemand mehr etwas darüber zu sprechen, – hat er aber unrecht, so bleibt es bei meinem Grundsatze, da ist also auch nicht viel zu sprechen. Ob er aber recht oder unrecht hat, das lässt sich so geschwind nicht entscheiden, sondern solches muss erst meine eigene Erfahrung nach längerer Zeit entscheiden.

2. Sie spricht: Aber lieber Mann, hältst du denn mich, dein getreues Weib, und diesen würdigen Mann für einen Lügner, wenn du seinen überzeugenden Worten nicht sogleich vollen Glauben leihen magst? Siehe, Menschen sind nur dort aufgelegt, zu lügen und einander zu täuschen, wo sie durch die Lüge einander Vorteile abjagen können. Sage mir aber, welchen Vorteil sollte denn hier jemandem eine Lüge oder ein Betrug bringen? Denn hier gibt es weder etwas zu gewinnen, noch zu verlieren; nur das ist gewiss, dass eine Gesellschaft bezüglich der Sättigung des Magens allzeit schlechter daran ist, als ein einzelner in dieser endlosen Gegend herumirrender Mensch. Einer findet bald noch so viel geniessbares Moos oder Gras, um sich nötigenfalls damit den Magen zu stopfen, wenn aber mehrere beisammen sind, so geht es ihnen sicher bei einem aufgefundenen Moosplätzchen schlechter denn einem einzelnen.

3. Du sprichst zu mir, was ich dir damit sagen wolle? Mein allergeliebtester Gemahl! Nichts anderes, als das, dass weder ich noch dieser einsichtsvolle Mann dich auf dem vorteilhafteren Wege sicher nicht bereden würden, dass du von deinem alten Bibelglauben weichen sollest; denn wenn ich für mich, wie du für dich, wandle, so gewinnt ja jeder dadurch, weil er sich selbst auf diesem überaus kargen Boden allzeit leichter fortbringt, als so zwei oder mehrere beisammen sind. Wenn wir dich demnach hätten belügen oder betrügen wollen, da hätten wir dich ja offenbar bei deinem Grundsatze belassen, und du wärest als ein Konsument deinem Grundsatze zufolge von uns gewichen. Wir aber haben dich durchaus nicht belügen und betrügen wollen, sondern haben dir die allerreinste Wahrheit gezeigt, von welcher sich auf der Erde freilich kein Sterblicher etwas träumen lässt, und schon am allerwenigsten ein solch Stockbiblianer und Stockchristianer, wie du bist. Was willst denn du dich demnach bedenken? Nehme daher doch Räson an und folge mir, deinem dich ewig liebenden Weibe, wenigstens hier im Reiche der nackten Wahrheit, wo ich nun sechs Jahre Erfahrung dir voraus habe, wenn du mich schon auf der Welt nicht hast hören wollen. Siehe, auf der Welt ist alles voll Betrug, weil ein jeder durch den Betrug etwas gewinnt oder wenigstens etwas zu gewinnen wähnt. Hier aber ist alles Gewinnens ewiges Ende, somit fallen auch alle Lüge und Betrug von selbst hinweg. Glaube es mir, mich fesselt nichts an dich als meine Liebe; diese ist noch der einzige Gewinn, den ich mit dir habe. Wenn aber du stets törichterweise deinen alten, nichtigen Grundsätzen treu verbleibst, so hebt solches auch diesen Gewinn für mich auf. Wir können sonach nur glücklich sein in der vollen Übereinstimmung unserer Erkenntnisse und unseres Gemütes. Lässt sich diese Harmonie nicht herstellen, so muss ich dir offen gestehen, dass ich ohne dich ganz allein herumirrend glücklicher sein werde, denn an deiner hohlen Seite. Mehr zu deinem eigenen Vorteile vermag ich nun nicht hervorzubringen, ausser dass ich dir noch hinzusage: Weil ich dich aufrichtig liebe und allezeit geliebt habe, so habe ich auch hier alles aufgeboten, um dir meine ewig angelobte Liebe und Treue zu beweisen. Du aber, der mich nie geliebt hat, bist bereit, aus Liebe zu deiner Torheit mich allzeit zu verlassen. – Urteile nun, was du tun willst.

4. Sehet, der Mann fängt an, sich hinter den Ohren zu kratzen und spricht nach einer Weile zu seinem Weibe: Mein geliebtes Weib! Siehe, ich habe aus deinen Worten entnommen, dass du mich wirklich liebst. Solches kann ich unmöglich in Abrede stellen; aber nur sehe ich nicht ein, wenn auf dieser finsteren Geisterwelt weder durch die Wahrheit noch durch die Lüge und den Betrug etwas zu gewinnen oder zu verlieren ist, warum du denn somit für nichts und wieder nichts mir eine gewisse Wahrheit aufbürden willst, mit der am Ende ebensowenig zu gewinnen ist als mit meinem von dir und dem anderen gelehrten Manne bewiesenen Irrgrunde. Ich meine darum, wenn deine Liebe zu mir fürwahr also intensiv ist, wie du sie mir soeben darstelltest, so kannst du mir ja ebensogut folgen wie ich dir; – ausser du hast schon irgendetwas Besseres auf deinem Wahrheitswege gefunden, da will ich dir ja folgen, um mich dadurch von der besseren Realität deiner Wahrheit zu überzeugen. Ist aber solches nicht der Fall, so ist es ja einerlei, wohin wir gehen.

5. Ich denke aber immer, wir haben auf der Welt wohl als Namenchristen gelebt, haben auch das Evangelium gelesen, aber im Grunde des Grundes nie darnach gelebt, sondern wir lebten und handelten nach unserer Einsicht und nach unserem Vorteile; aber von einer werktätigen Ausübung der Lehre Christi war weder bei mir und noch viel weniger bei dir je die Rede.

6. Siehe, in der Lehre heisst es: „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!“ – Haben wir solches je getan? Wenn ich mein Herz frage, so sagt es mir jetzt geistig wahr, dass ihm die Liebe zu Gott völlig fremd geblieben ist. Du aber glaubtest nie an einen Gott; somit muss dein Herz von dieser wichtigen Liebe noch lediger sein denn das meinige.

7. Ferner heisst es in dem Worte des Evangeliums: „Wer mit Mir zum Leben eingehen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach!“ Sage mir, mein liebes Weib, wann haben wir solches je getan auf der Welt? Ich habe nie ein Kreuz getragen und du noch viel weniger; unser ganzes Kreuz bestand in nichts als in lauter weltlichen Geldsorgen.

8. Ferner heisst es im Evangelium, da der Herr zum reichen Jünglinge spricht: „Verkaufe alle deine Weltgüter, teile sie unter die Armen; du aber folge Mir nach, so wirst du das ewige Leben haben.“ – Was spricht aber der grosse Lehrer zum Jünglinge oder vielmehr zu Seinen Aposteln, als sich dieser ob solcher Verkündigung weinend von dem Herrn entfernte? Siehe, die Worte waren überaus bedeutungsvoll, und wie es mir vorkommt, so geniessen wir soeben den traurigen Sinn dieser Worte, welcher also lautete: „Es ist leichter, dass ein Kamel gehe durch ein Nadelloch, denn ein Reicher in das Reich der Himmel!“

9. Wieder heisst es noch im Worte, dass der Herr viele Gäste zu einem Gastmahle laden liess und die Geladenen nicht Zeit hatten, zu erscheinen vor lauter Weltgeschäften. – Siehe, sind wir nicht geladen worden wie oft und wie vielmal, und sind wir dieser Einladung gefolgt? Nun, mein geliebtes Weib, wenn wir uns nun an diesem Orte der äussersten Finsternis befinden, allda Heulen und Zähneklappern wohnt, von dem der Herr ebenfalls gesprochen hat, dass nämlich dergleichen Menschen wie wir in die äusserste Finsternis hinausgestossen werden; – da können wir es uns nur selbst zuschreiben, dass es uns hier also ergeht, wie wir uns befinden.

10. Dass hier kein Glaube an den Herrn anzutreffen ist, und deine venerable Gesellschaft ebenso wie du verneinend von Ihm gesprochen hat, da bin ich der Meinung, sie befindet sich aus demselben Grunde hier wie wir beide, und wenn uns allen die grosse Liebe und Erbarmung Christi nicht hilft, da bin ich überzeugt, dass uns alle Ewigkeiten, überfüllt von den melanchthonisch sein sollenden Wahrheiten, ganz entsetzlich wenig helfen werden.

11. Übrigens aber, wenn du zufolge deiner gründlich gemeinten Wahrheit irgendetwas Besseres schon gefunden hast, so will ich dir, wie gesagt, dahin folgen, um dir dadurch zu zeigen, dass auch ich dich liebe und will dir nichts von meinen Grundsätzen aufbürden, wie du mir deine vermeinte Wahrheit aufgebürdet hast.

12. Das Weib spricht: Rede, was du willst, ich habe einmal recht. Ich kann dir zwar keine Versicherung geben, jetzt schon etwas Besseres gefunden zu haben; dessen ungeachtet aber bin ich der Meinung, wenn du mir folgen willst, dass wir in nicht gar zu langer Zeit einen Ort treffen möchten, da es Licht in grosser Menge geben dürfte. Denn siehe, hier zu unserer rechten Seite bin ich einmal im Gefühle meiner innern Wahrheit lange geradeaus gegangen und kam da endlich an einen breiten Strom. Über dem Strome bemerkte ich ein mächtiges Gebirge und hinter dem Gebirge ging ein Licht herauf wie etwa das einer frühen Morgenröte. Könnte man nur irgendwie über den Strom gelangen, so bin ich überzeugt, dass man in eine lichtere Gegend kommen müsste, denn diese da ist.

13. Der Mann spricht: Nun gut, ich will dir folgen; und so führe mich dahin. – Nun aber gehen auch wir; denn das müsst ihr bis zur Löse mit ansehen!

Kapitel 38 – Im ersten Grad der Hölle.

1. Ihr saget: Lieber Freund! Wie dieses Paar vor uns geht, so folgen auch wir ihm schon eine geraume Zeit so blind und stumm wie diese Nacht selbst; und siehe, es will sich noch nirgends die von dem Weibe vorbesprochene Hinterbergsröte zeigen; wo ist denn diese? Sollte das Weib den Mann im Ernste angelogen haben? Ich sage euch: Habt nur noch eine kleine Geduld, und ihr werdet diese löbliche Röte noch frühzeitig genug zu Gesichte bekommen. Sehet aber auf unser Paar, wie das Weib immer fröhlicher, der Mann aber dagegen immer trauriger und düsterer wird.

2. Ihr fraget: Warum solches? Die Antwort liegt offen am Tage; sie nähert sich ihrem Elemente, dahin ihre Liebe gerichtet ist, somit wird sie auch heiterer. Bei ihm ist es aber der entgegengesetzte Fall; er nähert sich einem ihm nicht verwandten Elemente, wird nicht von seiner Liebe gezogen, sondern vielmehr von der Liebe des Weibes in ihm mitgerissen.

3. Es geht ihm beinahe also, wie da die Alten von einer Liebe der Sirenen fabelten. Solange der Liebhaber aus seiner Sphäre seine ihn bezaubernde Sirene betrachtete, da war er voll Entzückung; und eine Umarmung von solch einer Geliebten schien ihm über alle seine Begriffe reizend zu sein. Wenn er sich aber seiner Geliebten nahte und diese ihn, mit ihren weichen Armen umfassend, hinabzuziehen anfing in ihr Element, da ging der ganze früher phantastische Liebreiz verloren, und grosser Schreck und Todesangst traten an seine Stelle.

4. Sehet, geradeso ist es auch hier der Fall. Der Mann merkt es, dass es des Weges entlang immer finsterer und finsterer wird. Solch eine stets dichter werdende Nacht ist nicht sein Element; sie aber befindet sich desto behaglicher, je finsterer es wird, weil die totalste Finsternis das Element ihrer Liebe und somit auch ihres Lebens ist. – Nun aber möget ihr schon von Ferne ein dumpfes Getöse vernehmen, etwa wie von einem fernen grossen Wasserfalle. –

5. Ihr fraget, was wohl solches bedeute? Ich sage euch: Solches bedeutet nichts anderes, als dass wir demjenigen Scheidestrome ziemlich nahe gekommen sind, den wir schon beim Besuche der Nordgegend haben kennengelernt; daher also nur mutig darauf zugegangen, und wir werden bald sein Ufer erreichen. Ihr fraget nun schon wieder nach der vorbesagten Hinterbergsröte, die sich noch immer nicht zeigen will. Geduldet euch nur noch ein wenig. Wenn wir das Ufer des Stromes werden erreicht haben, dem wir jetzt schon sehr nahe sind, was ihr aus dem stets stärker werdenden Getöse merken könnet, so wird sich auch die Hinterbergsröte im tiefen Hintergrunde sicherlich erschauen lassen. Jetzt aber gebet nur acht und schauet gut auf den Boden, denn wir haben nur wenige Schritte mehr und das Ufer ist erreicht.

6. Nun haltet ein; seht, wir sind schon am Ziele, und da sehet längs dem Strome, wie sich dort im tiefen Hintergrunde eine bedeutende Röte zeigt gleich derjenigen, welche einem fernen, grossen Brande entstammt. Nun aber gebet auch wieder auf das Gespräch unseres Paares acht; sie spricht: Nun, mein geliebter Gemahl, was sagst du jetzt, hatte ich recht oder nicht? Sieh dort ein herrliches Morgenrot und hier sieh den breiten Strom; was sollen wir nun tun, um in jene lichte Gegend zu gelangen? Siehe, über den Strom können wir nicht, aber nach dem Zuge des Wassers längs dem Strome an diesem Ufer können wir wandeln. Er wird stets lichter, wie du es mit deinen eigenen Augen ersehen kannst, und mit der Zeit werden wir auch sicher die ganze lichte Gegend erreichen.

7. Der Mann spricht: Mein liebes, schätzbarstes Weib! Dieses Licht kommt mir eben nicht ganz geheuer vor. Was die Morgenröte betrifft, so scheint diese Röte mit derselben auch nicht die entfernteste Verwandtschaft zu haben; sie gleicht für mein Auge vielmehr derjenigen, deren Grund nicht die Sonne, sondern eine hinter den Bergen brennende Stadt sein möchte. Ob hier eine Stadt brennt, möchte ich schier bezweifeln; dass es aber sicher ein Feuer gibt, solches scheint ausser Zweifel zu sein. Ich will daher auch so weit mit dir gehen, bis wir von seiten dieses Feuers ein ziemlich starkes Licht haben, weiter aber werde ich mich nicht verfügen: denn man kann doch nicht wissen, wessen Ursprungs es ist, – und so ist es immer klüger, weit von selbem entfernt zu sein. Denn der Mensch soll sich dem nicht nahen, das er nicht kennt und das seiner Natur überhaupt nicht verwandt ist.

8. Sie spricht: Aber was du doch für ein albernes Zeug zusammenschwätzest! Da sieht man wohl, wie dumm du bist; worin aber liegt der Grund? Ich sage dir, lediglich in nichts anderem, als dass du dich fürs erste auf der Welt wenig um das bekümmert hast, was die eigentlichen Wirkungen der Naturgrundkräfte betrifft, aus welchem Grunde du dir denn auch jetzt um so weniger eine solche Erscheinung zu erklären im Stande bist. Fürs zweite bist du noch viel zu kurz hier und hast noch viel zu wenig die Gelegenheit gehabt, solche Erscheinungen zu beobachten und dich darüber von den Weisen dieser Gegend belehren zu lassen. Sieh aber, da längs dem Ufer kommen soeben zwei Männer daher geschritten. Gehen wir ihnen entgegen, und ich bin überzeugt, wenn du dich mit ihnen in ein Gespräch einlassen willst, dass du von ihnen sehr viel profitieren wirst. – Der Mann spricht: O ja, mein liebes Weib, ich war ja noch allzeit ein bedeutender Freund von Männern, die viele Kenntnisse besassen, warum sollte ich es denn jetzt nicht sein?

9. Nun aber sage ich euch: Jetzt gebet besonders acht. Der Mann begrüsst sehr höflich den Grösseren und Ansehnlicheren. Dieser macht ebenfalls eine kalte Verbeugung und fragt den Mann des Weibes: Was hat euch, ihr Nachtgesindel, da heraus in die Gefilde des Lichtes den Weg gezeigt?

10. Der Mann spricht: Aller hochzuverehrendster Freund! Ich bin erst vor ein paar Tagen hier in der tiefen Nacht angelangt; mein Weib hier aber befindet sich schon bei sechs Jahren in dieser Gegend. Sie wusste von diesem Lichtgefilde; ich wusste nichts, sondern hatte nur einen grossen Drang nach Licht, und es blieb mir demnach nichts übrig, als dass ich als gänzlich Unerfahrener mich von meinem erfahreneren Weibe habe hierherführen lassen. Daher werden Sie, allerhochzuverehrendster Freund, mir solches nicht zu einem Fehler rechnen wollen. Hat jemand bei diesem Schritte gefehlt, so war es offenbar nur mein Weib.

11. Der Fremde spricht: Und so etwas getraust du dich als ein Mann hier zu bekennen? Wahrlich, du scheinst eben nicht gar weit her zu sein; denn Männer, die der Leitung ihrer Weiber vonnöten haben, die stehen bei uns in einem gerade solchen Ansehen wie Affen. – Hier wendet sich der Fremde zum Weibe und spricht zu ihr: Ist das im Ernste Ihr Werk gewesen, meine allerliebenswürdigste, holdeste Dame? – Sie spricht: O mein allerverehrungswürdigster Freund, ich muss es leider zu meiner eigenen Schande bekennen, dass dieser mein sonst recht lieber Mann sicherlich hundert und wieder hundert Jahre lieber in der dichtesten Finsternis Moos und dürres Gras gefressen hätte, und das aus lauter allerdümmster und nichtigster Liebe zu dem Ihnen wohlbekannten jüdischen Philosophen, als dass er die Wege des Lichtes ergriffen hätte, nicht nur nach meinem, sondern auch nach dem überaus weisen Rate des grossen, Ihnen wohlbekannten Gelehrten, der sich Melanchthon nennt.

12. Der Fremde spricht: O meine schätzenswerteste und allerliebenswürdigste Dame, da muss ich Sie wahrlich von ganzem Herzen bedauern und dagegen aber doch wieder Ihre Herzensstärke bewundern, die so unermüdlich tätig ist, um einen wahrhaftigen Tölpel von einem Manne auf den rechten Weg zu bringen. Allerliebste, schätzenswerteste Dame! Sie müssen mir in dieser Hinsicht schon etwas zugute halten; denn wenn ich in dieser aufgeklärten und stets heller werdenden Epoche noch von der alten christianisch-jüdischen Philosophie etwas höre, so möchte ich vor lauter Ärger aus der Haut springen. Ja, es kommt mir solches noch viel dümmer und alberner vor, als so jemand sich vornehmen würde, einer höchst dummen, mehrere tausend Jahre alten Kleidertracht getreu zu verbleiben, während rings um ihn her die ganze Welt schon gar lange die grösseren Vorteile einer neuen Bekleidung eingesehen und sonach füglichermassen auch angenommen hat.

13. Nun wendet sich der Fremde an den Mann und sagt zu ihm: Sollte das wirklich wahr sein, was dein im Ernste sehr vernünftiges Weib von dir ausgesagt hat?

14. Sehet, der Mann wird etwas verdutzt und weiss für den Augenblick nicht, was er diesem, ihm übergelehrt scheinenden Manne für eine Antwort geben soll. Von Christo will er sich nicht trennen, und von Ihm eine Erwähnung zu machen, das scheint ihm eben nicht rätlich zu sein vor diesem ihm überaus mächtig vorkommenden Gelehrten; daher schweigt er.

15. Aber der gelehrte Fremde wendet sich abermals zu ihm und spricht: Ja, mein lieber Freund, wenn es mit dir um die Zeit ist, wie es mir vorkommt, da bist du ein taxfreier Mann; verstehst du solches? Der Mann spricht: Nein, der Sinn dieser Rede ist mir fremd; und der Fremde spricht: Solches nimmt mich nun nicht mehr wunder. Was aber das „taxfrei“ betrifft, so war das ja schon bei den alten, weisen Römern und Griechen gebräuchlich, dass man die Narren und Tölpel überall kostfrei hielt. Und dass man selbst in der jetzigen Epoche Männern deinesgleichen das ehrenvolle Narrendiplom taxfrei verleiht, behufs dessen sie dann leichtlich in irgendein gut bestelltes Narrenhaus aufgenommen werden können, wird dir, der du mir bekannterweise auf der Welt mit der Amtsführung über staatliche Dinge vertraut warst, sicher nicht unbekannt sein. Verstehst du nun diese Redensart?

16. Der Mann spricht: Leider muss ich sie wohl verstehen; aber nun erlaube auch du mir eine Frage: Wer gibt denn dir bei deiner Gelehrsamkeit, nachdem ich dir doch überaus höflich entgegenkam, das Recht, mit mir vice versa gröber zu sein, als da auf der Welt einer der grössten Pedanten mit einem allerdümmsten Gratisschüler? Der Fremde spricht: Höre, mein lieber Freund, dass ich dir etwas barsch entgegenkam, war nur eine besondere Auszeichnung von meiner Seite, welche du lediglich deinem soliden Weibe zu verdanken hast. Sonst wäre ich einem solch dummen Christuslümmel ganz anders geartet entgegengekommen, welche Begegnung ihm sicher für alle ewigen Zeiten den Appetit nach einer lichten Gegend benommen hätte. Wenn du aber an der Seite deines Weibes Räson annehmen willst und kannst mir die Versicherung geben, dass dich deine alte weltliche Dummheit gereut, der zufolge du eigentlich in diese Finsternis gekommen bist, so will ich dich, (verstehe, aber nur in Rücksicht deines Weibes), nahe dem lichten Orte dort in eine Unterrichtsanstalt bringen, in welcher du, wenn du nicht zu sehr vernagelt bist, zu einer besseren Ansicht gelangen kannst.

17. Der Mann spricht ganz demütig verdutzt: Lieber, hochgeschätzter Freund, wenn es also ist, da bitte ich dich, führe mich dahin; ich war doch als Studierender auf der Welt immer einer der Ausgezeichnetsten und werde sicher auch in deiner Schule nicht einer der Letzten sein.

18. Der Fremde spricht: Gut, ich will dich annehmen; aber mache dich darauf gefasst: bei einem schlechten Fortgange wirst du sobald wieder das hohe Collegium verlassen müssen und wieder zurückbeschieden werden in deine ursprüngliche Nacht. Bist du aber ein ausgezeichneter Studierender, so wird dir auch eine allgerechteste Auszeichnung nicht entgehen. Was aber dein altes christianisch-jüdisches Philosophentum betrifft, da rate ich dir gleich im voraus, auf der hohen Schule nicht viel davon zu erwähnen, sonst läufst du Gefahr, weidlichst ausgelacht zu werden. Es ist solches ein ungünstiges Zeichen, denn Schwärmer taugen nicht zum Studium hoher ernster Wissenschaften, indem diese nur nüchterne und mehr leidenschaftslose Denker vonnöten haben.

19. Hier wirft sich auch das Weib zu dem Gelehrten hin und dankt ihm schon zum voraus mit den schmeichelhaftesten Worten für solch eine ausserordentliche Begünstigung. Und der Gelehrte erwidert ihr: Ja, ja, meine schätzbarste, liebenswürdigste Dame, solches hat er aus vielen Tausenden, ja vielen Millionen dieser Nachtgegendbewohner nur Ihnen zu danken; und so folgen Sie mir!

20. Sehet, das Weib ergreift den Arm ihres Mannes, folgt dem Gelehrten und spricht noch im Gehen zu ihm: Nun, was sagst du jetzt? Ich hoffe, du wirst jetzt doch einsehen, dass es hier ganz andere Verhältnisse gibt, als wie du dir dieselben auf der Erde geträumt hast. – Der Mann spricht: Mein liebes Weib! Solches ist offenbar und klar; ob diese Verhältnisse aber von guter und erspriesslicher Art sind, das wird erst die Folge zeigen. Unter uns gesagt, mir kommt die ganze Geschichte noch immer sehr bedenklich vor; aber, wie gesagt, die Folge wird es zeigen, was aus dieser Unternehmung wird.

21. Es heisst wohl in einem Texte des würdigen Apostels Paulus: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“ – Also will ich es auch hier tun; nur bin ich der geheimen Meinung, dass bei dieser sonderbaren Prüfung entweder gar nichts oder doch nur spottwenig Gutes zu behalten sein wird. Denn dieses stets greller werdende Licht, welches mir geradeso vorkommt, als wenn man sich einer lichterloh brennenden Stadt mehr und mehr nähern würde, scheint zur Beleuchtung des Guten durchaus nicht geeignet zu sein. Aber, wie gesagt, es kommt alles nur auf eine Probe an. Da sieh einmal nur diesem Strome tiefer nach, wie er dort im fernen Hintergrunde beinahe glühend wird, und die Wogen scheinen sich in glühenden Dunst aufzulösen. Mir kommt es geradeso vor, als näherten wir uns einem Feuermeere, welches diesen Strom verzehrt.

22. Das Weib spricht: Ja, mein lieber Gemahl, hier heisst es die wirkenden Kräfte in ihrem Grunde kennenzulernen, und da sieht’s freilich wohl etwas grossartiger aus, als wenn ein armseliger Studierender bei dem traurigen Schimmer einer matten Nachtlampe auf der Erde einen römischen Autor studiert.

23. Sehet, hier ist ein Schiff am Ufer befestigt. Der Anführer spricht: Wenn ihr mir folgen wollt zu eurem grössten Glücke, so steiget in dieses Schiff, damit wir den Strom abwärtsfahren in die hehren Gefilde des Lichtes.

24. Das Weib geht gar hurtig in das Schiff; der Mann aber kratzt sich bedenklich hinter den Ohren und weiss nicht, was er da tun soll. Nur um nicht allein zurückzubleiben, steigt er gewisserart schandenhalber in das Schiff. Nun wird das Schiff losgemacht und sehet, wie es gleich einem Pfeile stromabwärts flieht. Nun aber fliehen auch wir; denn so schnell als dieses Fahrzeug ist, und, wenn es not ist, auch um etwas schneller, können auch wir sein. –

25. Nun, wir haben das Schiff schon erreicht. Sehet, wie die Fluten unter demselben stets glühender werden bis dahin, da der Strom in eine Gebirgsenge mündet. Machen wir daher einen schnellen Vorsprung über dieses Gebirge und erwarten unser Schiff bei der Ausmündung des Stromes. Erschrecket aber nicht, denn hier sind auch wir taxfrei, denn uns werden alle diese Schrecken, die ihr da schauen werdet, nichts anhaben.

26. Seht, da sind wir schon; ihr erschrecket hier, weil ihr den Strom gleich einem weitgedehnten, glühenden Wasserfalle donnernd hinabstürzen sehet in eine schreckliche, unübersehbare Flammentiefe und fraget, was solches bezeichne?

27. Ich sage euch: Das ist die vorbesagte „hohe Schule“, in welcher unser armer Mann die Grundkräfte in ihrem Fundamentalwirken wird kennen lernen; richtig gesagt ist aber das der erste Grad der Hölle!

28. Aber nun sehet hinab auf den Strom; soeben langt unser Schiff an. Der Mann ringt mit den Händen nach aufwärts und will aus dem Kahne springen; aber das Weib umfasst ihn, hält ihn fest und sehet, nun stürzt der Kahn samt seiner Quartettgesellschaft hinab in die hohe Schule!

29. Ihr fraget: Sollten wir etwa auch noch da hineinsteigen? – Ich sage und sagte es ja im voraus, ihr müsset die vollkommene Löse mit ansehen, sonst wisset ihr nur die Hälfte von dem, was eine solche Bindung der Doppelliebe in einem Herzen besagt. – Fürchtet aber diese Flammen nicht, denn sie sind nur eine Erscheinlichkeit des Höllischen. An Ort und Stelle aber wird die ganze Sache ein anderes Gesicht bekommen. Und so denn folget mir furchtlos!

Kapitel 39 – Wo sind Himmel und Hölle?

1. Ihr saget: Aber da geht es steil abwärts, und über so viele Klippen und steile Abhänge führt der Weg! – Ja, ja, meine Lieben! Also kommt es aber nur euch vor; diejenigen, deren Gemüt mit diesem Orte korrespondiert, haben da eine breite und wohlbetretene Bahn. Gehen wir daher nur mutig weiter; es wird nicht so lange währen, bis wir die erscheinliche Flammenebene werden erreicht haben.

2. Nun sehet hinab, wie sich die Flammen nach und nach zu verlieren anfangen, und ihr erschauet eine Menge gluterfüllter Stellen ohne Flammen darüber; aber ihr fraget: Werden wir da etwa müssen auf solcher Glut einhergehen? Ich sage euch: Kümmert euch alles dessen nicht, denn alles dieses sind nur Erscheinlichkeiten und besagen den Gemütszustand derer, die da unten wohnen – „Flamme“ bedeutet die Tätigkeit des Bösen; der über den Flammen emporsteigende „Qualm“ bezeichnet das Grundfalsche, und die „Glut“ bedeutet die völlige Eigenliebe und derzufolge den argen Eifer und den böse gewordenen Willen derjenigen, welche in solcher Eigenliebe sind. Doch wie dieses alles sonderheitlich an Ort und Stelle artet, werdet ihr sobald mit den eigenen Augen erschauen.

3. Nun sehet abermals hinab; was erblicket ihr jetzt? Ihr saget: Die Flammen sind gänzlich vergangen und die Glut hat sich in Haufen gesammelt; zwischen den Haufen aber erschauen wir die allerdichteste Nacht. Ihr fraget noch einmal: Wo ist denn der Strom, den wir zuvor ganz glühend da hinabstürzen sahen? Dieser Strom ist ebenfalls nur eine Erscheinlichkeit und bezeichnet den Zug des Falschen, wie dasselbe mündet in das Böse. So bezeichnet auch dieser Abgrund die Tiefe des Bösen, wie dieses ebenfalls schlaue und feindurchdachte Pläne fasst, um sein arges Vorhaben durchzusetzen.

4. Da ihr nun solches wisset, so wollen wir nur mutig darauf losgehen, um sobald als möglich an unser Ziel und somit auch zu unserer Gesellschaft zu gelangen. Nur einige Schritte noch, und sehet, wir sind schon in der Ebene und somit auch in der vollkommenen Tiefe. Ihr sehet nun hier gar nichts, denn die Finsternis ist so gross, dass ihr mit dem Lichte eurer Augen ewig nichts auszunehmen imstande wäret. Daher wird es hier nötig sein, dass wir uns so viel Licht schaffen, das uns genügt, um hier etwas auszunehmen, jedoch darf niemand von den hier Seienden von unserem Lichte etwas verspüren, und ihr müsset euch da fest an mich halten und keiner Sphäre eines Geistes zu nahe treten, ausser insoweit, als es euch durch mich gestattet wird.

5. Und so denn sehet, wir haben nun schon so viel Licht, als es not tut, um diesen Ort näher zu betrachten. Was bemerket ihr hier? – Ihr saget aus einem kleinen Fieberzustande heraus: Um des allmächtigen, allbarmherzigen Gottes willen, was ist das doch für ein schauderhafter Ort! Nichts stellt sich unseren Blicken dar, als schwarzer Sand und schwarzes Steingerölle, welches den Boden dieser Gegend ausmacht; und zwischen dem Sande und diesem Steingerölle dampft es hie und da so heraus, wie wir öfter gesehen haben auf der Erde, wenn die Kohle gebrannt wird. Ferner fragt ihr und saget: Wo sind denn hier Wesen zu sehen? Denn diese Gegend scheint ja wie gänzlich ausgestorben zu sein. Ja, meine lieben Freunde, solches ist auch nur eine Erscheinlichkeit und bezeichnet den „Tod!“ – Doch sorget euch nicht über die Wesenleere dieses Ortes; denn ihr werdet sobald derselben gar reichlichst innewerden.

6. Sehet, da unfern von uns ist etwas zu sehen, ungefähr so wie bei euch auf der Erde ein ziemlich grosser Scheiterhaufen. Diesem Stosse wollen wir uns nahen, und ihr werdet euch sobald überzeugen, was für ein Material das ist. Nun sehet, wir sind dem Stosse gerechtermassen nahe; betrachtet ihn nun ein wenig näher. Was seht ihr? Ihr saget schon wieder: Aber um des allmächtigen, gerechten Gottes willen! Was ist doch solches? Da sind ja lauter Menschen gleich den Pickelheringen übereinander geschichtet und sind dazu noch mit überstarken Ketten an den Boden also befestiget, dass es wohl keinem möglich ist, sich in dieser Lage auch nur im geringsten rühren zu können. Wenn das durchaus hier der Fall ist, da sieht es mit der sein sollenden, ewig fortbestehenden Freiheit des Geistes ganz sonderbar schiefrig aus.

7. Ja, ja, meine lieben Freunde, also sieht es auf den ersten Augenblick wohl aus, wenn wir die Sache von unserem himmlischen Lichte aus betrachten. Darum aber ist es auch nur eine „Erscheinlichkeit“, die der Wahrheit der Sache entspricht. Im Grunde der Tiefe aber bedeutet eben diese Erscheinlichkeit, wie eine Gesellschaft von ihrem eigenen Grundfalschen und daraus hervorgehenden Bösen gefangen ist. Gehen wir aber nur weiter und verlassen wir diesen Stoss! Sehet, da vorne ist schon wieder ein noch grösserer Haufen. Da wir uns schon in seiner Nähe befinden, so saget mir wieder, was ihr da sehet. – Ihr saget: Lieber Freund, wir sehen hier nichts anderes als früher; nur ist der Haufen kegelförmig, und über diesen Kegel ist eine Menge Ketten geworfen, mit denen diese Wesen stark zusammengedrückt zu sein scheinen, dass ihre Leiber förmlich glattgedrückt sind. Nur können wir nirgends ein Gesicht entdecken, wie es etwa aussieht, weil diese Wesen mit ihren Gesichtern alle abwärts auf den Boden gerichtet sind. Ihr fraget: Lieber Freund, befindet sich etwa auch unser früheres Quartett in diesem Haufen? Nein, meine lieben Freunde; wir werden zu demselben schon noch kommen. – Da wir hier alles gesehen haben, so bewegen wir uns wieder etwas vorwärts.

8. Sehet, in nicht geringer Entfernung vor uns stellt sich ein förmlicher Berg dar; da wir schon wieder in der gerechten Nähe sind, so betrachtet ihn nur ein wenig. Was seht ihr? – Ihr sagt schon wieder: Aber um des allmächtigen, gerechten Gottes willen, was ist denn das?! Das sind zwar ebenfalls lauter menschliche Wesen unter Ketten und eisernen Gittern geschichtet; und zwischen ihnen gibt es auch eine Menge Schlangen und Nattern, die da nach allen Seiten mit ihren abscheulichen Augen herausblicken und hurtig darauf loszüngeln. Was besagt wohl solches? – Das besagt eine Gesellschaft, die schon mehr und mehr aus ihrem Falschen in das Böse übergegangen ist. – Gehen wir aber nur wieder von da weiter vor. Sehet, nicht ferne vor uns ist ein ganzes Gebirge, welches ihr mit einem Blicke nicht leichtlich überschauen werdet. Solches ist auch nicht not; denn eine Stelle spricht für das Ganze. Hier ist schon der Fuss eines Ausläufers von diesem Gebirge; betrachtet ihn näher und saget mir, was ihr sehet. – Ihr saget: Da sehen wir ja nichts denn fast lauter niedergeknebelte Ungetüme aller Art; nur hier und da sieht noch ein zerquetschtes Gerippe eines menschlichen Kadavers heraus. Was bedeutet denn solches? – Solches bedeutet die purste Eigenliebe und ist die Erscheinlichkeit weltlicher Macht, Grösse und Reichtums, wenn solche Attribute auf der Welt zu eigennützigen, bösen Zwecken gebraucht wurden.

9. Aber ihr fraget schon wieder und saget: Aber lieber Freund, nachdem wir noch gar wohl wissen, dass wir uns in deiner Sphäre und im Grunde auf der geistigen Sonne befinden, wo wir nichts als nur Himmlisches wähnten; wie kommt es denn, dass wir da auch die Hölle im vollkommensten Masse antreffen? – Ja, meine lieben Freunde, ist es euch denn nicht gleich bei dem Übergange in die geistige Sonne vom Herrn Selbst erklärt worden, dass das Geistige ist ein Inwendigstes, ein alles Durchdringendes und ein Allumfassendes? Wenn das Geistige also beschaffen ist, so durchdringt es ja alle Planeten und die ganze Sphäre, so weit das Licht der naturmässigen Sonne dringt; und rein geistig genommen aber noch ums Endlosfache weiter. Sonach befindet ihr euch nun nicht in der Sphäre der eigentlichen Sonne, sondern in der sonderheitlichen Sphäre eures Planeten. Wie aber von der eigentlichen Sonne aus alle Planeten ihr Licht und ihre Wärme empfangen und ihre Wirkung alle diese Planeten durchdringet, so ist es auch der Fall mit der geistigen Sonne, da wir auf den Schwingen ihrer geistigen Strahlen auch das Geistige ihrer Planeten durchblicken. Da wir nun solches näher kennen, so wird es euch hoffentlich doch auch klar sein, dass man auf diesem geistigen Wege auch das geistige Wesen der Hölle, euren Planeten betreffend, ganz klar durchschauen kann.

10. Ihr müsst euch den Himmel und die Hölle nicht materiell räumlich voneinander entfernt denken, sondern nur zuständlich. Räumlich können Himmel und Hölle sich also nebeneinander befinden, wie da ein himmlisch guter Mensch neben einem höllisch bösen einhergehen kann, und kann mit selbem sogar auf einer Bank sitzen. Der eine hat in sich den vollkommenen Himmel und der andere die vollkommene Hölle. Zum Beweise dessen könnte ich euch augenblicklich in meiner eigenen Sphäre zeigen, dass sich hier ebensogut der Himmel wie die nun von euch geschaute Hölle befinden kann; denn ihr schauet ja alles dieses ohnehin nur in meiner Sphäre, und ihr brauchet nichts als nur einen Schritt aus dieser meiner Sphäre zu tun, und ihr werdet euch wieder auf demselben Punkte befinden, von dem ihr ursprünglich in meine Sphäre getreten seid. – Da ihr nun solches wisset, so können wir uns schon wieder von diesem Gebirge weiterwenden und dieses alles auch von einem anderen Lichte aus betrachten.

11. Gebet nun acht, das Licht ist verändert. Wie sehet ihr jetzt diesen Berg? Ihr verwundert euch, dass ihr nun statt des Berges auf einmal ganz frei herumwandelnde Gruppen erschauet und sogar allerlei Wohnungen, teils wie schmutzige Kneipen, teils wie alte, schwarze Ritterburgen; und sehet sogar alles in einem rötlichen Zwielichte.

12. Aber da sehet, unfern vor uns steht eine wie an einem Felsengebirge angebaute alte ritterliche Burg; dahin wollen wir uns denn auch begeben. Sehet, wir sind schon da; die Pforte ist offen. Wir sind hier unsichtbar, somit begeben wir uns auch in diese Burg und wollen sehen, wie es da zugeht. Nun, da ist schon der erste Saal. Seine Wände sind behangen mit allerlei Mord- und Marterwerkzeugen. Und dort im Hintergrunde sitzt der vermeintliche Burgherr auf einem Throne und berät sich mit seinen Spiessgesellen, wie sie es anstellen sollen, um sich der Güter und Schätze eines nachbarlichen ähnlichen Burgeigentümers zu bemächtigen. Höret, wie er ihnen aufträgt, dass sie die aufs Korn genommene Burg in aller Stille überfallen, dann schonungslos alles, was da lebt, niedermetzeln und sodann nach den Schätzen greifen sollen. Sollte sich aber jemand ihnen wie unbesiegbar widersetzen, so sollen sie ihn hierherbringen, wie sie es schon zu öfteren Malen gemacht haben, wo sich ein solcher Gefangener wird die allerpeinlichsten Martern gefallen lassen müssen. Nun, der Rat ist beschlossen und beendet; alles ergreift die Waffen und rennt hinaus. – Da wir hier nichts mehr zu machen haben, so rennen auch wir ihnen nach.

13. Sehet, dort nicht ferne vor uns ist schon die besprochene Burg. Sie wird umringt, und nun sehet: das fürchterliche Gemetzel beginnt, die argen Wesen kämpfen wütend gegeneinander, und da werden die Bewohner dieser zweiten Burg in Stücke zerhauen. Und sehet ferner: da bringen die Spiessgesellen unseres vorigen Burginhabers ja soeben geknebelt unser bekanntes Quartett daher. Schliessen wir uns an und behorchen wir jetzt ein wenig während des Zuges das Zwiegespräch. Höret, der Mann spricht zum Weibe: O du elende Schlange, jetzt erkenne ich dich; meine bittere Ahnung hat mir heimlich immer zugeflüstert, was für eines elenden Geistes Kind du bist! Sieh, das ist jetzt die hohe Schule und dein erbärmliches Licht, von dem du mir listigerweise als ein geistig erfahrenes Wesen vorgeheuchelt und vorgelogen hast. Dieser nun mit uns geknebelte Bösewicht von einem Professor dieser hohen Schule ist nun auch mit uns in dieser schauerlichen Gefangenschaft, der sicher das schrecklichste Los bevorsteht!

14. Das Weib spricht: Wie kannst du denn so von mir denken? Wer kann für ein unvorhergesehenes Unglück? Ich habe es mit dir ja doch nur gut gemeint. Der Mann spricht: Schweige nun, du elende Schlange. Dir allein hab ich es zu verdanken, dass ich mich jetzt offenbar in der Hölle befinde. Zwischen mir und dir sei auf ewig jeglicher Bund gebrochen. Und Du, mein Jesus, auf Den ich mich immer berufen habe, hilf mir aus dieser meiner schrecklichen Gefangenschaft; ich will lieber nach Deinem allerheiligsten Willen viele tausend Jahre auf jenem finsteren Orte umherwandeln und dort abbüssen alle meine Gebrechen, als hier nur einen Augenblick länger noch an diesem Schreckensorte verbleiben, der so ganz und gar von aller Deiner Gnade und Erbarmung für ewig ausgeschlossen zu sein scheint! – O Jesus, hilf mir! O Jesus, rette mich!

15. Nun sehet, diesem Zuge entgegen eilen soeben zwei Vermummte; sehet, jetzt sind sie schon da. Sie enthüllten sich, und wie ihr sehet, sind es zwei strafende Engel des Herrn. Ein jeder hat ein flammendes Schwert in der Hand; der eine macht einen Zug über die besiegte Burg und die zerfleischten und zerhauenen Wesen ergreifen sich wieder zu ganzen Gestalten und wehklagen über die erlittene Unbill. Der andere Engel zieht sein Schwert über die frühere berüchtigte Burg, und die ganze Burg steht, wie ihr sehet, in Flammen, und brennende und heulende Gestalten stürzen sich allenthalben aus den Öffnungen, Fenstern und Türen heraus und fluchen diesen rächenden zwei Engeln.

16. Wieder sehet, ein Engel haut mit seinem flammenden Schwerte mitten in unser Quartett hinein. Die Ketten sind gelöst; der Mann fällt vor diesen zweien auf sein Angesicht nieder und bittet sie um gnädige Rettung. Und der eine Engel ergreift ihn und zieht ihn mit sich. Das Weib aber ergreift ihn auch und schreit um Gnade und Erbarmen zu ihrem Manne, dass er sie ja nicht verlassen solle. Seht, wie lange sie sich samt dem Manne von dem Engelsgeiste fortschleppen lässt! Jetzt seht, die beiden Engel erheben sich aufwärts, und der eine trägt den Mann. Das Weib aber lässt sich mittragen und lässt den Mann nicht aus. Jetzt erst, schon in grosser Höhe, macht der andere Engel mit seinem Schwerte einen Streifhieb, und löst damit mühevoll das Weib von dem Manne. Sie stürzt nun heulend jählings in ihr Element zurück, und der Mann wird an die Grenze des Kinderreiches geführt, wo es aber noch sehr mager und dunkel aussieht.

17. Nun habt ihr gesehen, und das zwar noch die beste Art einer solchen Löse. Es gibt aber deren noch eine zahllose Menge von viel schrecklicherer und hartnäckigerer Art, deren Anblick, selbst durch das Wort gegeben, ihr schwerlich ertragen würdet. Daher wollen wir uns wieder in unsere vorige Gegend zurück begeben und von dieser dann übergehen in die Gegend des Mittags. – Und somit gut für heute!

flagge en  Where are Heaven & Hell?… A married Couple in the Beyond

Where are Heaven & Hell?… A married Couple in the Beyond

Spiritual Sun Volume 1 – Chapter 35-39

Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond – given thru the inner word to Jakob Lorber. Jesus reveals thru Jakob Lorber in The Spiritual Sun

A married couple in the Beyond

Volume 1, Chapter 35

1. Look, not far from us you will see a human couple. A man and a woman, and they are presently in a situation which we will be able to use very well for our purpose. We will therefore quickly go to them, to catch up with them. You ask about the relationship between them. I tell you, for our purpose they could not be anything better than what they are. This is a relationship in which the wife has died only six years before the husband. The husband mourned much about her, but after a few years he threw himself completely into the arms of religion and lived faithfully according to his accrued insights. But now he has been called away from the earth as well and has arrived here only recently. This introduction is sufficient for the time being; you will practically experience the details in spirit.

2. Now that we have fortunately caught up with our couple, you have nothing other to do than to take notice of their conversation, which will start out immediately, from which you will be able to gather everything necessary. Listen now! She currently began to ask her husband a question, saying:

3. I am exceptionally happy to see you again after such a long time and I now believe that no death will ever separate us, but tell me now as much as you can, if my last will has been properly attended to, for it is dear to my heart.

4. The man says: My above all beloved wife, for you to see how strictly your last will has been obeyed, I can only tell you that I have done, in my own last will, nothing other than to confirm yours anew. In my last will I kept exactly to yours, except for a few insignificant changes. Our whole wealth, increased by a few thousands by me, is bequeathed to our children. Are you happy with that?

5. The wife says: My beloved husband, except for the changes, completely! Tell me the amount and to whom it is given? Dear wife, says he, the amount is no more than two thousand guilders, it is divided into five parts and they are bequeathed to relatives of yours, except for one part. I had to give one part to the poor, for the sake of decency. I would not have done this if you hadn’t often insisted during your life to think about these relatives of yours. But regarding the poor, you know that one must always first do something for the sake of society and then also for God’s sake, because we are Christians and no heathens. Besides, these alms of two thousand guilders are nothing compared to our great bequeathed inheritance, for as I have finally calculated, each of our seven children gets a great amount of a hundred and fifty thousand guilders. All our children have learned to handle money frugally and you can be just as calm as I am about your bequeathed wealth. At my side you can now search for other riches which would bring us here into just as happy a life as we have lived upon earth.

6. She says: I will be content when our children are well cared for. Certainly, every child will have some money in their hands with the 2000 guilders, and it could use it to start something, so it won’t have to resort immediately to the interest of the main capital. But now that this is indeed the case, and we cannot do anything about it anymore, I must nevertheless be content with it.

7. But what you have said about another usable capital, I ask you as your still faithful and loving spouse, to let go of all your silly ideas about it; for already six years have gone by during which I have wandered in great agony and worries through this dark and lonely wilderness, while the only edible thing I could find was a kind of moss. Every now and then some sort of dry grass can be found with which one can finally fill one’s stomach. If you wouldn’t have coincidentally come exactly to this place from earth with still some glimmer about you, we would have probably never found each other.

8. He says: but my beloved wife, do you have no idea why you have come to this dark place? I think that your worldly attitude has brought you here. You were indeed very frugal and in our worldly relationships a very honorable woman, as well as exceptionally wise, but the teaching of true Christianity was often a thorn in your eye. You have often expressed yourself negatively about it and have kept more to the wisdom and philosophy of the world. I have told you often, dear wife, that if there exists a life in the beyond, I do think that worldly wisdom would not be enough; therefore it would be best to keep close to God’s word, for the temporary lasts but a short time. However, if there exists an eternity, we would have difficulty finding our way with temporary wisdom, as I have said. Look, dear wife, these were my literal words I have often spoken to you in confidence, and as I can see now to my greatest and most woeful surprise, this has come true, sadly enough. Therefore I do think, dear wife, that it is now critical for us to discuss this here, to completely free ourselves of all worldly reminiscing and to turn to our Master Jesus Christ to receive compassion and pity. For if He doesn’t help us, we will be lost forever; for I do feel in myself and know assuredly that without Christ there is no other helper in the whole of infinity. If He helps us, we will be helped; but if He doesn’t help, then we are eternally, irretrievably lost! Now I wish I would have bequeathed our wealth to the beggars and, in turn, made our children into beggars. This would have brought us more blessings here than all our worldly care for the material well-being of our children. Therefore, my beloved wife, as said, there is nothing else for us to do, because we cannot change our worldly foolishness anymore, except for us to completely and seriously turn our gaze to Christ, and expel all our thoughts and wishes, so he may forgive us our foolishness.

9. The wife says: I always thought that your religious and fanatic foolishness would bring you along to this world. What have you and I ever done wrong upon earth? Were we not always just to everyone! Have we ever stayed in debt to anyone or have we not always paid our housemaid the agreed upon salary? If some or the other God would exist, or, according to your opinion, some or the other “Christ”, then it would indeed be the greatest injustice that he would reward people like us with what we see here before us. What God would take any offense when one can have no faith in an ‘old legend’ that is riddled with nonsense and silly things. I do believe, and even a blind person can see this, that if such a God would care at all for mankind, provided that a God even exists, man couldn’t even dream of something so unreasonable, that this God himself, equipped with all his power, would have drawn close, and then only to the people of one district, even though the whole earth was already populated.

10. Tell me therefore, can God unequivocally expect for people and entire nations, that did not live in that same region, and especially not at the same time as Him, to unconditionally accept that He was the one Who started the teaching? Can God, if He exists and is just, blame them if they cannot do this? Can’t the people revolt against God, if He were to exist, and say: How can you harvest if You did not sow? If you want to judge us, you are an unjust God; But if you want to judge righteously, then judge those who saw You and to whom You have preached, but leave us alone, for we have never seen You and could never convince ourselves of Your existence. The word which was delivered to us and would have come from You cannot possibly be a judge to us, for it could just as well have been made up, and it is more likely so than otherwise. As long as we have lived on this world, we only saw the old nature; and yet, no trace of You. We came into this world as pure children of the powers of nature. People and teachers have taught us knowledge. Throughout our whole lives there was not a trace of You. Why would You now want to enforce judgment over us, even though You never wanted to give us any proof of Your existence and character?

11. Look, dear husband, this is as clear as the sun on a bright noon upon the earth. You just do not see it yet because you have been here for only a short while. When you will have been here for as long as I have, then it will become clear to you, even in this dense darkness. As proof of my love and faithfulness I say to you that you can call upon your so-called God-Christ for as long and as powerfully as you want, right here at the side of your above all beloved wife; but I guarantee you upon my love and faithfulness that you, after years of calling, will come to the clear realization that I, your always faithful and loving wife, see clearer with my natural mind than you do with your so-called godly learnedness.

12. See, An old adage says about the Bible: Oh Bible, oh Bible, you are an evil to man! And look, that adage is right. Would people upon earth have the courage to destroy that old Jewish nonsense, root and all, and put in it’s place pure human logic, the world would have progressed much faster in all it’s aspects. Yet, for some reason, this old nonsense still has to be preserved, by which the hands of the most honorable and just people get bound to the finer arts. What is the result? Just think with your otherwise good mind! Where does one find the most abominable, bad and poor people? Certainly, nowhere else than exactly there where the Bible and the new Christian teaching is predominant. Go to Rome, go to Spain, go to England and you will find my words confirmed.

13. People depend upon God and become lazy while waiting for His help! Yet, the help does not come, with the natural consequence that many people impoverish, and even if not all of them become bad, they do become a burden for the zealous and busy people. Man proclaims everywhere, saying: God is endlessly good, highly loving and exceptionally merciful; yet He would rather let every beggar starve if they would not be taken care of by their zealous fellow men.

14. Look, dear spouse: at the expense of honest, hard working and therefore wealthy people, lazy and spiritually inclined people can easily preach about an infinitely good and all merciful God. But if we would exclude these people, then we would soon see to what sullen end such sermons will come. Would these black and white screamers know how it is with life here in the beyond, they would probably preach differently, or would instead take up the profitable plow. There may exist a God in the form of a primordial power that guides the entire universe; but certainly not the kind of God the jewish Bible teaches about.

15. He says: Oh, beloved wife, you are on a dreadfully wrong path, for I read in the writings of famous theological authors about how pure, hellish spirits speak exactly like you. I can assure you that this is why you find yourself in this eternal night. Truly, I am becoming afraid for your sake! For with such principles I see you getting lost irrevocably forever! If you absolutely do not want to accept any other principles, then I feel obliged to leave you forever.

16. She says: You would be able to do such a thing to me, your faithful and eternally beloved wife? I tell you, you would not be able to do it, even if you would be damned to hell! I would not want to abandon you in the fire, but you would want to leave me because of my wise words? You are free to explain your opinions to me, but they should not be any nonsense, for I love you too much to let you travel on the wrong track. Instead, follow me, I want to bring you to a better place than here, where, in greater company, you would get to know how it is here with people.

17. He says: My dear wife, I do not want to leave you, for I love you way too much, and because of that I will follow you wherever you would take me, for I can see that you are still very honest in your heart, despite your ignorance regarding true religion. You still are my good wife against whom I still have nothing to object, except for the fact that you do not share my insights. Now, if you would know of a place in this kingdom of darkness, take me there, then we will see what can be done there. Look, she takes his arm and leads him along, but we will follow this interesting pair, to be witnesses of the success of this relationship. They’re off and we follow them.

Chapter 36 – The couple and the lying spirit

1. You should not be surprised if your eyes are going to be challenged somewhat this time, for we are moving north, to where it becomes increasingly darker. However we will nonetheless have sufficient light for ourselves, so that nothing will escape us.

2. Do you not yet hear something in the distance? You say: We indeed hear something, but it is much different from a human voice; it rather sounds like the rattling of wagons in the distance. It also sounds like the thunderous noise of a great, distant waterfall. You ask what this means. Let us follow our couple, then we’ll soon get to the bottom of it.

3. Can you not yet discern something vaguely reddish, a glimmer, like from a softly glowing iron? Look in that direction, for there an important scene is awaiting us.

4. Listen, it is coming closer and the peculiar noisy rattling is changing more into natural and raw human voices. But now we shall stand still, for the multitude is moving right up here, and as you see, our greatly loving vanguard has come to a standstill as well.

5. Look how fearful he is because of what is coming and retreats in his great anxiety and fear. She grabs him by the arm, though, and pleads to him with all that is dear to her, to only listen and stay with her this one time, for this is exactly the fortune she has predicted, which he needs to get acquainted with, to convince himself whether she is right or wrong.

6. He asks her what even is approaching them that seems so horrible. She says to him: What it is, what it is?! Many deep thinking people they are, whom you will soon clearly see with your own eyes and clearly hear with your own ears.

7. And now look, he is content with this and awaits the approaching, deep thinking group. See, the great company is almost here. Our couple approaches them out of decency. We should do the same as well, even if it is not out of decency, but for another purpose.

8. Look, they now meet and greet each other with the greatest possible courtesy, so we will go closer too so we don’t miss anything.

9. As you can see, from the middle of the group a gaunt and emaciated manly figure closes in on our couple. The wife receives him with exceptional tenderness and benevolence. The husband bows deeply before this manly figure as well.

10. The manly figure says: Highly esteemed lady, it pleases me greatly that the special fortune of calling you one of us has befallen me once more, for with your mind and your exceptionally amiable demeanor, you are greatly honoring our company and indeed give us the most beautiful adornment. Well, my dear lady, if you have anything on your ever so tender mind, it would be the greatest bliss if you would entrust such a sweet concern of your heart to me.

11. She says: My highly appreciated and above all honored friend, you see, this man here at my side, is my tenderly beloved earthly spouse. He has acted exceptionally just, good and profitable in every way upon earth , that I can say in all earnest that our marriage was truly an ecstatic one. After all, what more can a woman ask for in her marriage, than to have a husband that fulfills all the desires of the female heart? In this regard, I would, with the exception of a few trifle things, have no objections.

12. But now comes an important issue, something we could never reach a compromise over and because of which there was often discord between the two of us. I will explain to you the reason for this discord as well as a woman can, and you, my above all honored friend, would certainly be so kind as to whisper a few words to my husband, which would surely completely heal him.

13. The figure says: Oh please, please, my highly esteemed lady, you are much too kind! I give you the assurance that it would be a great honor and bliss to me if I could tell myself that yours truly had been able to serve such a fair lady. Therefore, I ask you to entrust the issue that has been on your mind to me. She says: Oh, my greatly appreciated friend, you are much too good and modest, this is exactly what inspires so much trust in me, that I will withhold nothing from you; and so, be so kind and listen to me.

14. See, regarding this fatal issue I can candidly say that my otherwise good and loveable husband is a Bible-fanatic, and as such a Christ-fanatic as well. The reason however, why he had thrown himself into the arms of this laughable sect, is because he grew up poor. As such this old beggar’s philosophy was ingrained into him since the crib, as it is usually the case with the poor class. But how difficult it becomes over time to remove this nonsense, which was nursed into him with the mother’s milk and thus became his own flesh, you greatly honored friend, surely know even better than I do. With this beggar’s philosophy my otherwise greatly-appreciated husband has also ended up here in this kingdom where the primordial powers of nature rule, as you have kindly explained to us multiple times already, but it just doesn’t get through to him! He is still attached to his Christ and even wants to pry himself off of me in order to search for this surely nowhere-to-be-found Christ. Now, my learned and highly honored friend, I have briefly presented my problem to you, and for that reason I ask you, in this regard, to kindly take care of my poor husband!

15. The figure says: Oh, if it is nothing else, we will easily and quickly take care of it in this realm of the utterly naked truth. Now the figure turns to the husband, offers him a hand and says: But dear friend, are you serious about what your lovely spouse has just bemoaned to me about?

16. The husband says: My highly esteemed friend, I must honestly admit that I truly do not believe that we will ever find a consensus regarding this subject, no matter how dear my spouse is to me, for no matter how things will go, I am firmly resolute to cling to my faith in Christ forever! I am also absolutely convinced that this Name has often given me much consolation and still is my infallible and lucky guiding star. If I Have ever set foot on a wrong track, it was solely because I did not hold on to Christ with steadfastness. However, once I had turned again towards Christ I wasn’t rarely helped through an almighty stroke of magic!

17. You, as a thinking and wise man, can therefore see for yourself that it would be quite unreasonable of me to distance myself from such a benefactor, especially now that I need Him the most, as it seems to me. Therefore, esteemed friend, do not exert any effort for my sake, for I assure you that you will achieve nothing with me. I’ve been a foolish slave of the charm of my wife for long enough. After her passing I have learned in Christ my Master to go on without her, and I hope that she will not influence me here anymore, especially because the marriage with my former wife has ceased to be due to the death of her body. Should she want follow me, she will nonetheless always stay valuable and beloved to me, but I will never give up Christ for her sake, even if she were to drag me down into any kind of hell with all her might! If she is content with me being around her, unhindered and together with my Christ, then I do not want to sever the old ties of love I have with her, but if she won’t accept it, then I have just spoken my last words in her presence.

18. The figure says to the man: Dear friend, I have listened patiently to you from beginning to end and I can, in all earnest, say nothing else about your words than that I deplore them sorely. For you to know with whom you are dealing (here the figure is taking refuge in a lie), I tell you that I am the great teacher Melanchton, about whom you certainly must have heard something on earth! The husband says: Oh yes, but what do you want to say with that? The figure says: Esteemed friend, nothing else but the fact that I would know better what Christ is than you would, for I have worked until the very last hour of my existence, with exceptional zeal, in the so-called Christian vineyard and I would certainly have even died, if necessary, for the sake of Christ. I have not only rid the Roman teaching, but also the purer teaching of Luther of all vestigial burdens; I had lived literally according to the word of this teaching and what was the result? This, my esteemed friend, I do not need to explain to you with many words, for one glance of you at my entire being will show you the result of my faithful and quintessential Christianity. I do not need to tell you more. Let it therefore be according to the old “experyetia docet” [no substitute for experience], and I am convinced that we, if everything goes well, will meet once again after one hundred years, exactly the way we are facing each other right now. You, my friend, are still an utter novice here and do not know how one lives in the kingdom of the central primordial powers. When you will have been chased around and starved by this eternal night for a few decades, then certainly more solid and practical insights would find more room in your head, now deprived of all worldly foolishness.

19. The man says to the figure: Most esteemed friend, if you are in possession of so much well-founded knowledge on this field, let me hear it. I am not averted to listening to you, but I will nevertheless stay true to my conviction, if your stance on this subject won’t convert me.

20. The figure says: Good, my friend, first I want to draw your attention to the fruits that Christianity has actually bore on earth. The Romans were a great people as long as they remained in their Godly teaching of reason and sanity. All their work was great and full of wise meaning. Their principles of justice are still the basis of all state and national judicial laws, but when Christianity sneaked in, death sneaked in together with it into the great Roman nation. And now, in place of the once greatest and most heroic nation, lazy and indolent priests, a lot of miserable rabble and a great number of thieves as well as robbers lurk along the roads with rosaries in hand, where no pedestrian has assurance to his life anymore. See, this is the fruit of the garden of Christianity! Take a journey through beautiful Spain and look at this nation of old, and then look at it again in the Christian middle ages; it would not escape your gaze how, through pure Christian blessing, thousands upon thousands have bled and yet more thousands upon thousands have burnt to ashes upon flaming stakes, taking their last breath in doubt! Look at the touching implementation of Christianity under Carl the Great, how he let thousands and again thousands jump over the cutting edge of the sword because of this blessing! Journey from there to America; look up their history and you will see countless examples of the most pitiable and sorrowful fruits of the Christian blessings that took place there! Go from there to my time and look at the blessed atrocities of the thirty-year religious war. You can go through the ancient histories of all nations and peoples, and I will be obliged to carry you in my arms forever if you are able to point out similarly gruesome scenes to me.

21. I do not want to focus your attention on the multifarious blessings of Christianity of other times, instead I would like to let you see the conditions of other current peoples that do not yet know of Christianity, like the almost eternally peaceful Chinese and other significant nations in Asia, as well as those of not yet discovered islands. You would need to blind three times over if you can’t, at first glance, see the difference between Christianity and the true wisdom of the older, more experienced nations. But I tell you that all these unfortunate and harmful deficiencies of Christianity, or more so of the new Judaism could be glozed over if one would say: these historical facts are indeed all true, but Christ did not teach them, and so he cannot possibly be blamed for all the horror that the spreading of His teaching has brought with it, for His teaching was, in fact, pure and especially humane. Dear friend, this is certainly quite plausible and is indeed the reason why I was a zealous defender of Christianity during my whole life upon earth. But only here did I learn of the true poison for the nations in this teaching, and it is the obvious advertency to laziness and indolence. Man, having an inborn inclination towards laziness, finds the best defense for this inclination in this teaching, for it is clearly taught to him to do nothing other than to search for a certain spiritual kingdom, where the roasted birds would fly into his opened mouth. You see, various sages were convinced after quite a short while that nothing would come of these roasted birds. They therefore reached out to other means, namely, the trusty old sword, left the christianized people in their blindness and then served them roasted birds with sword in hand. My friend, consider this outcome as you like, you will impossibly reach another conclusion, despite all the higher, spiritual experiences one gains here, regarding Christianity, in a purified condition after the passing of many centuries, like in my case. My esteemed friend, I am done now and you can do what you want. By the way, be assured of my high esteem and my friendship; it would be my pleasure to meet you again after a few centuries. Look, he takes his leave and moves on with the whole company and our couple is left behind, alone. The effect of this ‘superb speech’ and the exceptionally humane instruction we will experience next time. Thus, enough for today.

Chapter 37 – Weakness of the husband. The wife’s journey to hell.

1. Look, the company has vanished completely, but our couple is still standing on the same spot, deep in thought. She asks him: “Well, beloved husband, what do you think of this?” He says thoughtfully: My dear wife, there is not much to say here anymore. Either the speaker is right, the issue is settled and no one should say anything about it anymore, or he is wrong and I stay with my principles and there is still no more to say. Whether he is right or not is not to be determined so quickly, instead my own experience will decide after some time.

2. She says: But dear husband, do you think of your faithful wife and this worthy man as liars because you do not readily want to believe his convincing words? Look, people are only inclined to lie and deceive each other if they were to gain something for themselves by doing so, but tell me, what kind of benefit can lies and deceit give someone here? Here is indeed nothing to gain, nor to lose, but one thing is for sure: a company always has it worse regarding the satisfaction of it’s stomach than someone wandering through this endless region alone. A single person can quickly find enough edible moss or grass to fill his stomach in case of emergency, but if there are more it won’t be easy for them with just one patch of moss than it would be for a single person.

3. You ask me what I want to say with this? My most beloved husband, nothing other than that neither I nor this insightful man want to convince you to let go of your Bible faith for our own benefit, for if we should go about our separate ways, we would both profit, for each would be able to navigate more easily on his own on this meager surface, than two would do together. If we would’ve wanted to lie to you or deceive you, then we would have left you to your principles and you would have gone away as a consumer due to your principles. We certainly do not want to lie to you, nor deceive you, but we have shown you the pure truth, of which no mortal upon earth could have even dreamt, and even less such a staunch Bible and Christ fanatic like you. What do you still want to think about? Come to your senses and follow me, your eternally loving wife. If you didn’t listen to me on earth, then at least listen to me here in the kingdom of the naked truth, where I am six years worth of experience ahead of you. Look, everything on earth is ridden with deceit because everybody benefits from it, or at least thinks to gain something, but here, all winning came to an end; all lies and deceit fall away automatically. Believe me, nothing but my love binds me to you; this is the only gain I have from you. But if you still want to cling to your old and insignificant principles in folly, this will nullify my one benefit I had from you. We can therefore only be happy if our insights and feelings would mutually completely concur. If we cannot create this harmony, I must honestly acknowledge that I would be happier without you than with you at your empty side. I am not able to say anything more to your advantage, only the following: Because I truly love you and always have loved you, I have done everything possible to prove my eternal, solemnly promised love and faithfulness to you, but you have never loved me, you are willing to leave me forever for the sake of your love for your folly. Now choose what you are going to do.

4. Look, the man begins to scratch behind his ears and after a while says to his wife: My dear wife, I have gathered from your words that you really love me. This I can impossibly deny, but I cannot understand, if, in this dark spiritual world, nothing is to be gained or lost by either truth or lies, why would you then try to senselessly force a certain truth upon me, with which just as little can be gained than with my so-called alleged false teaching, according to you and your learned man! Therefore, I believe, if your love for me would really be as intense as you just indicated to me, you could just as well follow me as I could follow you, except if you have already found something better in the path of your truth. In that case, I would indeed want to follow you to convince myself of the reality of your truth. If this is not the case, then it is of no consequence where to we go.

5. I keep thinking: We did live upon earth as so-called Christians, have read the gospel, but never really lived according to it. We lived and acted according to our own insights and to our own benefit, but of an active practice of the teaching of Christ nothing was present, neither with me and even less with you.

6. Look, the teaching says: “Love God above all and your neighbor as yourself”. Have we ever done that? If I ask my heart, then it answers spiritually true that the love of God has stayed utterly foreign to it. You, however, never believed in a God, and therefore your heart would be even more devoid of love than mine.

7. Furthermore it says in the word of the gospel: “Whoever wants to enter the life with Me, take up your cross and follow Me!” Tell me, dear wife, when have we ever done something like this upon earth? I never carried a cross and you even less so; our entire cross consisted of nothing but purely worldly financial worries.

8. And again furthermore is written in the gospel, that the Master said to the rich youth: “Sell all your earthly goods, distribute them among the poor and follow Me, then you will inherit the eternal life.” But what did the great Teacher say to the youth, or rather to his apostles after he distanced himself from the Master in tears, owing to the Master’s statement? Look, these words were full of meaning, and as it appears to me, we are now living the exact sad meaning of these words, which goes as follows: “It would be easier for a camel to squeeze through a pinhole than for a rich man to enter the Kingdom of Heaven!”

9. It also says in the scripture that the Master has invited many guests to a festive banquet and that the invited could not find the time to attend, due to their worldly affairs. Tell me, were we not invited as well once upon a time, and did we give heed to this invitation? Well, my dear wife, we have only ourselves to blame for the circumstances we are finding ourselves in, in this place of utter darkness where there is weeping and gnashing of teeth, and of which the Master once said that precisely people like us would end up here.

10. Because there is no faith in the Master to be found here, and your honorable company has spoken with just as much denial about Him as you have, I believe they find themselves here for the very same reason we do. If the great love and mercy of Christ will not help us, I am convinced that all eternities, filled with melancholic truths, will not be able to help us terribly much either.

11. For that matter, if you have found something better according to your alleged truth, then I would like to follow you there, as I said before, to show you that I also love you and will not force any of my principles upon you like you have forced your so-called truths upon me.

12. The wife says: You can talk as much as you like, in the end I am the one who’s right. I cannot assure you that I have already found something better, but I am nevertheless of the opinion that, if you would follow me, we would indeed, in not much time, find a place where there will be abundant light. For look, here to our right I have once walked straight along for quite some time, according to the feeling of my inner truth, and I eventually reached a broad river. On the other side of the river I noticed a mighty mountain range, and behind the mountains arose a light, like that of an early morning. If it is possible to cross the river I’m convinced one would find a lighter environment than this one.

13. The husband says: Well, I will follow you; lead me to it. – And we will now follow them, for you need to see the unraveling of it all!

Chapter 38 – In the first level of hell

1. You say: Dear friend! We follow the couple as they go forth before us for quite a while already, still just as blind and silent as the night itself, and look, there is still nothing to be seen of the morning red behind the mountains of which the wife spoke. Where is it then? Would the wife really have lied to her husband? I tell you: Have a bit more patience, then you will see the praise-worthy morning red soon enough. Take notice of our pair, how the wife is becoming ever more joyful, but the husband, in contrast, becomes more sorrowful and somber.

2. You ask: Why? The answer is obvious: She is getting closer to the element towards which her love is focused; therefore, she becomes happier, but it is the opposite case for him. He is getting closer to an element not related to him, he is not drawn by his love, but is dragged along by the love for his wife.

3. It goes with him almost like the lover in the old tale about the love for the beautiful Siren. As long as the lover would observe the enchanting Siren, he was elated. To be embraced by such a beloved seemed to him like the pinnacle of all happiness. When he did approach his beloved and when she embraced him with her soft arms, dragging him down into her element, the initial fantastic enchantment vanished and a great fright and fear of death enveloped him.

4. Look, this is exactly the case here. The husband notices that it is gradually getting darker. Such an increasingly impenetrable night is not his element, but the wife feels more and more satisfied the darker it becomes because the utter darkness is the element of her love and therefore also of her life. But now you can also hear a muffled noise, almost like that of a great, distant waterfall.

5. You ask what it means? I tell you: Nothing other than that we have come rather close to the bordering river, which we already came to know through our visit to the northern region. Let us go there courageously, then we will reach the riverside quickly. You ask again about the previously mentioned morning red behind the mountains, which is still not in sight. Have a bit more patience. When we will have reached the riverbank, which is already quite close as you can gather from that growing noise, you will probably be able to see the morning red in the distance behind the mountains. Pay attention and watch the ground, for, in just a few steps, we will reach the riverbank.

6. Stop now; we have reached our goal and look, there beside the river, there far away in the background, you can see a very strong, red glow, looking like a distant, great fire. Now, pay attention again to our couple’s conversation. She says: Well, my dear husband, what do you say, was I right or not? Look at that beautiful morning red and here at the broad river. What shall we do now to get to the bright region? Look, we cannot cross the river, but we can indeed walk along the riverbank. It becomes increasingly lighter as you can see with your own eyes, and in time we shall certainly reach that bright region.

7. The husband says: My dear, most appreciated wife! It seems as if something is amiss with this light. Regarding the dawn, this red glow does not seem to have anything in common with it. To my eyes, it does not look like a glow coming from the sun, but much more like that of a burning city behind the mountains. I do doubt that there is, in fact, a burning city here, but that something is indeed burning, is certainly beyond suspicion. I, therefore, want to go with you until we get a proper view of the fire, but no further, for one cannot know whence it originates, and it is therefore always sensible to stay far away, for one should preferably stay out of an environment he does not know and which is not related to his nature.

8. She says: What kind of utter nonsense you now sputter! Only now does one see how dumb you really are; but where does this come from? I tell you, only because, upon earth, you didn’t much care about what relates to the effects of the primordial powers of nature, making you now incapable of explaining these phenomena. Secondly, you have been here only for a very short while, and you have had way too little opportunity to observe such phenomena and let yourself be educated about them by the sages of this region. But look, there are two men walking along the riverbank, approaching us. Let us go to meet them; I am convinced that you could profit much by engaging in a conversation with them. The husband says: Yes, dear wife, I’ve always been a great friend to men in possession of much knowledge. Why would I not be?

9. But now I tell you: Pay good attention. The husband greets the bigger and the more imposing of the two very courteously. The man stiffly bows and asks the husband: What has shown you vermin of the night the way from the darkness to the domain of the light?

10. The husband says: Most respectable friend, I have only arrived here in the deep night a few days ago, but my wife has been here already for about six years. She knew nothing of this light domain; I also knew nothing, but I only feel a great yearning towards light, so much so that nothing else remains for me than to let me be led here, as a most inexperienced person, by my more experienced wife. Therefore you would not regard it as a transgression, my most respectable friend? If anyone did wrong, then it could obviously only have been my wife.

11. The stranger says: And you dare to acknowledge this here, as a man? Truly, you do not seem to be something significant, for men who need the guidance of their wifes are on the same level as apes to us. Then the stranger turns to the woman and says to her: Has this really been your work, my most amiable and lovely lady? She says: Oh, respectable friend, I indeed must acknowledge to my shame that he, my otherwise truly loving husband, would probably prefer to eat the moss and dry grass in the thickest darkness out of a purely idiotic and insignificant love for the to you well-known Jewish philosopher, than to walk the way of the light as it was suggested not only by me but also by the exceptionally wise, to you well-known scholar, who calls himself Melanchthon.

12. The stranger says: O very estimable and loveable lady, I truly have sincere compassion for you, but on the other hand, I also admire your strength, the inherent power with which you are so untiringly busy to bring such an awkward man onto the right path. Most loving and worthy lady, do not blame me if I would, in this increasingly brighter time, jump out of my skin out of anger for that old Christian-Judean philosophy. Yes, it seems even more dumb and stupid to me than when one would resolve to stay true to a terribly old-fashioned dress, while the whole world around him has long ago seen the benefits of the new clothing and has accepted it unconditionally.

13. Now the stranger turns to the husband, and says to him: Is this indeed true, what your truly wise wife has said about you?

14. Look, the husband is a bit puzzled and does not immediately know what to answer this man who seems incredibly erudite to him. He does not want to let go of Christ and it seems not advisable to say something about Him in the presence of this man who seems to be so mighty and learned.

15. But the learned stranger again turns to him and says: Yes, my dear friend, if this is the case with you, then you are a tax free man. Do you understand me? The husband says: No, I do not know what you mean. The stranger says: It does not surprise me anymore. Regarding the ‘tax free’, it was already the custom with the old, wise Romans and Greeks that one should not charge the crazy and the foolish. Even in this time, one gives to men like you the honorable diploma of foolishness without cost, by which you could easily be taken into a well-provided madhouse. This should not be unknown to you, for, as far as I know, you were experienced in management and state affairs. Do you understand what I mean?

16. The husband says: Alas, I must understand it, but I am also at liberty to pose a question to you. Who gives you, with all your erudition, the right to treat me so crassly, while I, in fact, approached you with particular courtesy, almost like, on earth, an utterly haughty pedant would do to a dumb and miserable student? The stranger says: Listen, dear friend, the fact that I have treated you only somewhat gruffly was a special courtesy from my side, which you received thanks to your sound wife. Otherwise I would have treated such a dumb Christian simpleton as yourself differently, and such a treatment would have probably eternally bereaved you of your longing for a brighter region. But when you are open to reason, take your wife’s side and give me the assurance that you repent for your old and worldly stupidity, which caused you to come into this darkness. Only then will I bring you – and take note, only because of your wife – close to that bright place, to an educational institution where you will, if you are not of a slow mind, come to a better understanding.

17. The husband says utterly dumbfounded and humble: Dear, esteemed friend, if this is so, then I ask you to take me there. On earth I have always belonged to the best students and I will certainly not be the worst in your school.

18. The stranger says: Good, I will accept you, but be aware that you must leave the school immediately in case of bad results, and you will be sent back to your original night. But should you be an outstanding student, then your deserved acknowledgment would not be withheld from you. But regarding your old Christian-Judean philosophy, I do recommend not to speak much of it in this exalted school, for this will result in you being chased out right away. Such is an adverse sign, for fanatics are not suitable for the study of serious and higher sciences; only sober and dispassionate thinking can be applied there.

19. The wife now sinks to her knees before the erudite man and thanks him anew ,with the most flattering words, for such an exceptional favor. The erudite man answers her: Yes, yes, my esteemed, beloved lady, you are the only one in a thousand, yes, a million inhabitants of this nightly region whom he owes this to. Therefore, follow me!

20. Look, the wife grabs her husband’s arm, follows the erudite man and says to him while walking: Well, what do you say now? I hope you will now realize that things work much differently here than you would have ever dreamt of on earth. The husband says: Dear wife, this is indeed obvious and clear, but if these relations are actually good and useful, only the future will tell. Between ourselves, this whole situation still seems rather suspicious to me; but only time will tell what will become of this.

21. In a text of the honorable apostle Paul it says: Examine all and keep the good things. This I will do here as well, but deep in my heart I do think that there is not much good or no good at all to be expected from this strange trial. This increasingly intense light, which seems to me as if one is approaching a burning city, is not really suited to illuminate the good. But as said, it is all subject to examination. Look there, further down along the river, how in the distant background it almost seems to glow, and how the waves almost dissipate into an incadescent haze. It seems as if we are approaching a sea of fire that consumes this river.

22. The wife says: Yes, my dear husband, here it is all about getting to know the powers at hand in their foundation, and it certainly looks much more magnificent than with a pathetic student who studies a Roman author in the dim sheen of a night lamp upon earth.

23. Look, a boat is moored here at the riverbank. The leader says: If you want to follow me to your greatest fortune, step into the boat with which we shall sail downstream to the exalted realm of the light.

24. The wife steps into the boat very quickly, but the husband hesitantly scratches himself behind the ears and does not know what he should do. But to not stay behind, and again for the sake of decency, he steps into the boat. The boat gets untied, and we see how it shoots downstream like an arrow from a bow. But now we will go quickly as well, for we are as fast as the vehicle and can be even faster if need be.

25. We have reached the boat. Look how the water down there is glowing with increasing intensity until where the river flows into a broad cleft in the mountain. Let us therefore advance beyond the mountain and wait for our boat at the outflow of the river. Do not be afraid, for we are untouchable here as well; all the horrors you will see there cannot harm us.

26. Look, we are there already. You are quite frightened here because you see the river as a broad, glowing waterfall, thundering down into a deep, endless sea of flames, and you ask what it means.

27. I tell you: This is the aforementioned ‘exalted school’ where our poor husband will get to know the fundamental workings of the primordial powers, but actually, this is the first level of hell!

28. Now look down at the river; our boat is arriving. The husband gets up, throws his hands upwards and tries to jump off the boat, but the wife throws her arms around him and holds on tight, and look, the boat, together with the four of them, plunges over the edge, right down into the exalted school!

29. You ask: do we need to go down there as well? I indeed told you beforehand that you need to see everything until the end, otherwise you would only know half of what such a bond of twofold love in a heart signifies. Do not be afraid of these flames, for they are nothing but an apparition of the hellish. Once we are there it will look much different. Follow me then, without fear.

Chapter 39 – Where are heaven and hell?

1. You say: It really goes down steeply and the road passes over so many cliffs and steep slopes! Yes, yes, my friends, it only seems like this to you; but to those whose being corresponds to this place, it seems like a broad and easily passable path. Let us proceed with courage; it won’t be long before we will reach the sea of flames.

2. Look down there, how the flames begin to vanish gradually, and you can see many spots filled with embers, but with no flames above them. But you ask: Do we have to cross over those embers? I tell you: Do not worry about it, for all of this is just an apparition conveying the state of mind of those living down there. The ‘flame’ signifies the activity of evil, the ‘fume’ rising from the flames connotes the fundamentally wrong, and the ’embers’ denote the utter self-love and the resulting arrant zeal, as well as the depraved will of those living in such a self-love. But how it will all work out here, you will see soon with your own eyes.

3. Now look down once more; what do you see now? You say: The flames have all but vanished and the embers have gathered in heaps; but between the heaps we can see the densest night. You ask again… Where is the river that we saw ever so brightly thundering down? This river was also nothing but an apparition and denotes the inclination of the false and how it leads into evil. So this abyss also connotes the depth of evil and how it concocts cunning and well-considered plans to execute its evil scheme.

4. Now that you know this we shall approach it courageously, to reach our goal as soon as possible and get to our company as well. Only a few steps remain, und look, we are already there, and therefore in the utter depths. You see nothing here, for the darkness is so immense that you would never be able to behold anything with the light of your eyes. For this reason it will be necessary here to create as much light as possible, enough for us to see something, but none of those around us must become aware of our light, you must cling tightly to me and not approach the sphere of any spirit, unless I specifically allow you to do so.

5. And now look, we already have enough light to actually take a look at this place. What do you notice? – You say in a febrile state: For the sake of the almighty and all merciful God, what a ghastly place this is! We see nothing but black sand and black debris that makes up the floor of this place; and from between the sand and debris it occasionally steams forth, in a way we have often witnessed on earth when the coal was burning. You ask further: Where are the creatures? This region looks utterly barren. Yes, my dear friends, even this is nothing but an apparition and indicates “death”! – But do not trouble yourselves with the emptiness of this place; for you will soon see more than enough of it.

6. Look, there is something to behold not far from us, something like a large pyre as you’ve known them upon earth. We will approach it and you can soon convince yourselves of what it is made of. Now look, we are close enough; observe it more closely. What do you see? You say again: But for the sake of the almighty and just God! What is this? These are a bunch of people stacked on top of each other, and on top of that they are chained to the floor with incredibly strong shackles, so much so that no one would be able to move even an inch. If that is indeed the case here, then it doesn’t look all too good for the expected, eternally persistent freedom of the spirit.

7. Yes, yes, my dear friends, right now it does indeed look like that, when we observe it with our heavenly light. But for that reason it is also just an “apparition” that corresponds to the truth of the situation. Basically this apparition denotes how a company is held captive by its own fundamentally wrong basis and the resulting evil. But let us move along and leave this pyre! Look up, ahead is an even bigger heap. – You say: Dear friend, this is the same thing as before; the only difference is, that the heap is now in a cone shape, and a lot of chains have been thrown onto it, with which these creatures seem to have been pressed together, so much so that their bodies have been flattened. But we cannot make out any faces, and how they look like, because all these beings are oriented towards the ground. You ask: Dear friend, does our group from earlier now also reside within this heap? No, my dear friends; we will get to them too. – And now that we have seen everything here we will again move forward.

8. Look, far away from us we can see a literal mountain; now that we are once more close enough you may observe it a bit. What do you see? – You say again: For the sake of the almighty and just God, what is that?! Once again there are a lot of human creatures stacked on top of each other, below chains and bars; and between them are a multitude of snakes staring out in every direction with their hideous eyes, hissing an awful lot. What does this mean? – It symbolizes a company that has more and more converted from its false into evil. – But let us move along from here. Look, not far from us is an entire mountain range that would be difficult to behold in its entirety with just one glance, but that will not be necessary; for one spot more or less speaks for all of it. Here is a foothill of this mountain range; look at it more closely and tell me what you see: We see nothing but gagged monstrosities of all kinds; only here and there does a crushed ribcage of a human corpse poke out. What does all of this mean? – Such a thing denotes the purest self-love and is the apparition of worldly might, greatness and wealth, when such attributes are used for selfish and evil purposes upon earth.

9. But you ask again: But dear friend, knowing full well that we currently reside within your sphere and basically upon the spiritual sun, where we imagined to be nothing but heavenly things; how come now that we encounter all of hell itself as well? – Yes, my dear friends, weren’t you told by the Lord himself after crossing over into the spiritual sun, that the spiritual is a most internal, an all permeating and an all encompassing thing? So if that is the nature of the spiritual, as such it penetrates all the planets and the entire sphere, as far as the light of the natural sun itself reaches; and purely spiritually speaking eternally farther. Therefore you currently don’t reside in the sphere of the spiritual sun, but actually in the peculiar sphere of your own planet, and however all the planets receive the light and warmth of the actual sun and how its effect penetrates them, it is the same case for the spiritual sun, since we see through the spiritual of its planets from atop the wings of its spiritual rays. Now that we know this it will hopefully be clear to you that one can vividly see the spiritual being of hell, regarding your planet, upon this spiritual path.

10. You must not picture heaven and hell being spatially distant from one another, only distant in condition. Spatially speaking heaven and hell can be found right next to each other, for a heavenly good person can walk right next to a hellishly bad one and even sit next to him on the same bench. One has a perfect heaven within himself, and the other a perfect hell. To prove this I could immediately let you see this here in my own sphere, how heaven can be located within, just as well as hell could; for you see all of this only within my sphere anyway, and you only have to take a single step out of my sphere to find yourselves at the exact same spot, where you originally entered my sphere. Since you now know this we can move on from this mountain again and observe everything from another light.

11. Now pay attention, the light has changed. How do you perceive this mountain now? You are astonished that instead of seeing the mountain you see freely moving groups, as well as various dwellings, some of them similar to filthy pubs or old and black knightly castles; and look, everything is engulfed in a reddish twilight.

12. But look, not far from us stands an old knightly castle, seemingly built against the rocky mountain: and there we will go. Look, we are already there; the gate is open. We are invisible here, and thus we will enter this castle, then we shall see what is going on within. Now, here is already the first hall. On the walls hang all kinds of murder and torture instruments, and over there in the background, on a throne, sits the so-called lord of the castle, and he confers with his henchmen, to decide on their strategy for robbing the goods and treasures of the owner from the similar, neighboring castle. Listen how he instructs them to raid the targeted castle in complete silence, to kill everyone living there mercilessly and take hold of the treasures. Those who should stubbornly resist would be taken captive, and as was often the case before already, they would be subjected to the most painful of tortures. Well, the decision has been made and the meeting concluded. Everyone grabs their weapons and runs outside, and because we have nothing more to do here, we shall run after them.

13. Look, there not far from here is the previously discussed castle. It is being surrounded, and now look, the terrible slaughter begins. These evil beings are fighting fervently against each other, resulting in the inhabitants of the second castle being cut to pieces. Keep on watching; the henchmen of the previous lord are bringing forth our established quartet, having been gagged. Let us join them and listen to the dialogue. Hear this, the husband says to the wife: Oh you miserable snake, now I see through you! My bitter suspicion has always whispered to me what a wretched spiritual child you are! This is the exalted school and your pathetic light which you have cunningly feigned to me and lied to me about as some kind of highly experienced spiritual being. This villainous professor of this exalted school is now chained and gagged together with us in this abhorring captivity, from which we can be sure to expect the most horrible fate.

14. The wife says: How can you think of me like that? Who can do anything about unforeseen bad luck? I only meant well for you. The husband says: Be silent, you miserable snake! I have to thank only you for the fact that I am obviously finding myself in hell. Every bond between me and you shall now be severed forever. And You, My Jesus, whom I have always called upon, help me out of this terrible captivity. I would rather want to, if it is your most holy will, wander around in that dark place for thousands of years to make penance for my sins than to stay in this place of horrors for one more moment, this place, which seems to be eternally cut off from Your compassion and mercy! Oh Jesus, help me! Oh Jesus, save me!

15. Now look, two disguised individuals are quickly approaching this caravan, and look, they are there already. They remove their disguise, and as you can see, they are two judging angels of the Lord. Each of them has a flaming sword in his hand. One of them swings his sword over the conquered castle, through which the torn apart and cut up beings have been put together again, and they begin to moan about the injustice they were subjected to. The other angel swings his sword over the first notorious castle, and as you can see, it bursts into flames. Burning and howling figures throw themselves out of the openings, windows and doors and curse these two angels of revenge.

16. Keep on looking: an angel strikes at the middle of our quartet with his flaming sword. The chains are broken. The husband sinks down before the two angels and pleads them for his merciful salvation. One of the angels grabs him and takes him with him, but the wife also takes hold of her husband and screams at him for compassion and mercy and begs not to leave her behind. Look for how long she lets herself be dragged along by the angelic spirit! And now look, both angels lift off; one carrying the husband, and all the while the wife lets herself be carried along and does not let go of her husband. Only now, already at a great height, does the other angel strike a glancing blow with his sword at the wife, loosening her from her husband with much effort. She plunges back down into her element, weeping; and the husband is brought to the border of the children’s kingdom, where the environment still looks rather meager and dark.

17. Now you have witnessed one of the best kinds of solutions to such a situation, but there are indeed countless more horrible and stubborn cases, of which you would barely be able to bear the sight, even if only expressed through words. We shall therefore now go back to our previous location and from there pass over into the region of the midday. – And with this, enough for today!

Szene 8… Ein Minister stirbt – Jenseits der Schwelle – Scene 8… A Minister is dying – Beyond the Threshold

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Szene 8… Ein Minister stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 12. August 1847

1. Da denn auch die großen Herren der Welt sterben müssen, gegen welche für sie höchst fatale Lebenseigentümlichkeit sie noch immer keinen Assekuranz-Verein (Versicherungsgesellschaft) haben aufstellen können, da sie es mit all ihrer Politik und Diplomatie noch nicht soweit gebracht haben, so mußte denn auch unser Minister sich endlich einmal anschicken, das Zeitliche mit dem Ewigen zu vertauschen.

2. Das Sterben ist für solche Menschen freilich wohl die unangenehmste Erscheinung von der Welt, aber das kümmert den Würgengel wenig. Bei dem er das wohlzimentierte (geeichte) Maß voll findet, den nimmt er ohne Gnade und Pardon!

3. Unser Minister, ein Mann, dem alle Welt huldigte ob seiner Weltklugheit, wurde in seinem bedeutenden Alter von einem gichtischen Katarrhfieber aufs Krankenlager geworfen, das ihn einen halben Monat folterte, und das desto ärger, je mehr Arzneien er zur Behebung dieses Übels einnahm. Gegen das Ende hin ward er voll Unwillen und drohte den Ärzten mit dem Arrest, so sie ihn nicht bald wiederherstellen möchten oder könnten.

4. Aber statt seine Drohung auszuführen, versank er am sechzehnten Tage seiner Krankheit in eine Betäubung, aus der er auf dieser Welt nicht mehr erwachte, außer auf eine Stunde knapp vor seinem Ende, in welcher Stunde er noch ein kurzes Vermächtnis machte, was da mit seiner mächtigen Habe geschehen solle, wobei aber der Armen, wie meistens bei solchen Menschen, nur sehr spärlich Bedacht genommen ward; denn was sind wohl ein paar tausend Gulden gegen mehrere hinterlassene Millionen?!

5. Also ward der Kirche pro forma auch mit einer Stiftung gedacht, aber nicht aus irgendeinem blinden Glauben – denn Glauben hat so ein Mensch entweder nur selten oder gar keinen, und alles, was er tut, ist reine Politik -, sondern nur, wie gesagt, weil so etwas der politische Gebrauch erfordert.

6. Nach dieser letzten Willenskundgabe sank er auf sein Lager zurück und war tot, ohne zuvor gebeichtet und kommuniziert zu haben, auf welchen Akt er – bei sich zwar – ohnehin nichts hielt. Damit war’s mit ihm für diese Welt aber auch für ewig abgeschlossen; darum wollen auch wir nicht länger bei seiner Leiche verharren, sondern uns sogleich nach ‘drüben’ begeben und sehen, was unser überstolzer aristokratischer Mann dort für ein Gesicht macht.

7. Seht, da sind wir schon, und unser Mann steht schon in seinem kompletten Staatskleide vor uns und vor vier verhüllten Engelsgeistern, wobei er aber nur die letzteren sieht. Der Ort stellt genau sein Staatskabinett vor, in welchem er noch Wichtiges zu besorgen und zurechtzubringen sich vorgenommen hatte.

8. Er ersieht nun genau die vier in seinem Geheimkabinett und kann sich vor Ärger kaum fassen über die entsetzlich Keckheit dieser vier ‘Gauner’ nach seiner Ansicht. Er springt auf und ergreift die Klingel und will läuten, aber die Klingel gibt keinen Ton.

9. ‘Verrat! Hochverrat!’ schreit er aus vollem Halse. ‘Wie kamt ihr elenden Wichte in dies nur mir allein zugängliche Gemach, in welchem des Staates geheimste und heiligste Mysterien bearbeitet und aufbewahrt sind?! Wißt ihr, daß auf solch einen Hochverrat der Tod gesetzt ist?! Wer von euch hat diese Klingel entschwengelt, daß sie nun in diesem entscheidendsten Moment keinen Schall von sich geben kann? Bekennet es, ihr Verruchten, wer von euch war der Rädelsführer?!’

10. Der erste Engel spricht: ‘Höre in Geduld tiefst aufmerksam, was ich dir nun künden werde! Wohl weiß ich die gute Ordnung, derzufolge auf der Welt kein Mensch, außer dem König nur, in dies Gemach treten darf. Wärest du noch auf der Welt, da hättest du uns auch nicht an dieser Stelle erblickt. Aber siehe, du bist nun dem Leibe nach gestorben und bist jetzt in der Geisterwelt, wo es nur einen Herrn gibt, während alle andern Geister Brüder sind, gute und schlechte, je nachdem sie auf der Erde gehandelt haben entweder gut oder böse. Also haben wir auch vom Herrn das stets liebepflichtige Recht, jedermann zu besuchen und ihm unsere Dienste anzubieten, wenn er, wie du, für uns noch zugänglich ist.

11. Darin aber besteht eben auch des einigen Herrn Auftrag an dich durch uns, daß wir dir eben solches künden sollen und auch eröffnen, daß hier in dieser ewigen Welt für dich alle weltliche Ehre und Stellung aufgehört hat samt aller Politik; und dies Gemach, dein Kleid und alle diese deine vermeintlichen wichtigsten Staatspapiere sind nur Trug und Ausgeburt deiner noch überstark an der Welt hängenden Phantasie und werden verschwinden, sobald du uns folgen wirst. – Wirst du uns folgen, da wirst du einen leichten Weg in das wahre, ewige Lebensreich haben, alldort es Seligkeiten gibt ohne Maß und Zahl; wirst du uns aber nicht folgen, da wirst du einen überharten Stand haben, zum Gottes-Lebensreiche zu gelangen! Denn siehe, du warst auf der Welt wohl mit Gottes Zulassung ein großer Mann und hattest eine große Macht; durch diese Macht ist aber bei dir auch gar mächtigst die Herrschliebe erwacht, die dich zu manchem geführt hat, das da nicht gegründet war in der göttlichen Ordnung. Auch hat dir diese Weltgewalt als Herrschlust auch den Glauben an den Herrn und vielfach die Liebe zum Nächsten genommen und hat dich fürs Reich Gottes völlig untauglich gemacht.

12. Aber siehe, der Herr weiß es, welch schwere Bürde du zu tragen hattest, und hat große Erbarmung mit dir. Darum sandte Er uns zu dir, auf daß du gerettet werden sollest und erhoben und nicht untergehen durch deine noch mit herübergebrachte große Weltbürde. Denke hier nicht an ein Gericht; denn im Reiche der Freiheit des Geistes gibt es kein Gericht und keinen Richter, außer den eigenen freien Willen jedes Menschen! Denke auch nicht an die Hölle. Diese ist nirgends, außer in jedem Menschen selbst, so er diese in sich durch sein Böses – eben in sich – erst erschafft. Also denke aber auch an keinen Himmel als verheißenen Lohn für gute Werke; sondern des Herrn Jesu Wort sei dein Wille, durch dieses suche Ihn allein! Hast du Ihn, dann hast du alle Himmel und eine ganz andere Macht aus der Liebe, als du sie gehabt hast auf der Welt aus deiner Weltklugheit und hohen Stellung. Nun weißt du alles; tue, was dir dein freier Wille zuläßt im Namen des Herrn Jesus. Amen.’

13. Der Minister spricht: “Wahrlich, eure Rede ist weise und bürgt mir, daß da alles so ist, wie ihr es mir nun gekündet habt. Auch bin ich nun völlig klar, daß ich leiblich gestorben bin. Aber daß da der gewisse Jude Jesus der alleinige Gott und Herr sein soll, das fasse ich nicht! Was ist dann der ‘Vater’ und der ‘Heilige Geist’? Seht, das stimmt mit der eigenen Lehre Jesu nicht zusammen, der doch der erste war, der eine göttliche Dreiheit allenthalben lehrte! Darum verzeiht mir, daß ich euch darum schon nicht so schnell folgen kann, wie ihr es wünscht, – außer ihr überzeugt mich dessen schnell!’

14. Spricht der Engel: ‘Bruder, das geht so geschwind nicht, wie du meinst. Lege vorerst dein Staatskleid ab und ziehe ein anderes der Demut und völligen Selbstverleugnung an, dann wirst du alsbald die vollste Überzeugung davon bekommen, das dir jetzt noch als unfaßlich erscheint.’

15. Der Minister antwortet: “Wohl denn, so übernehmet mich und bringt mich zurecht, und schabet sorglich alles Weltliche von meiner Seele, dann wird es sich zeigen, wie es mit eurer Aussage aussieht.’

16. Nun treten die drei anderen Engel hinzu, ziehen dem Manne die Staatskleider aus und ziehen ihm dafür aschgraue, sehr zerlumpte und ziemlich schmutzige an. Und der zweite Engel spricht nun zu ihm: “Nun bist du mit dem Kleide der Demut angetan. Aber das allein genügt noch nicht, sondern du mußt auch in der Tat demütig sein. Darum folge uns!”

17. Der Mann folgt, und seht, sie kommen bei einem Bauernhofe an und sagen zu ihm: ‘Siehe, hier wohnt ein schroffer Mann und hat große Schweineherden. Bei diesem sollst du dienen und mit allem zufrieden sein, was er dir zum Lohne geben dürfte; und wird er hart und ungerecht sein gegen dich, so sollst du alles mit Geduld ertragen und dir bloß in des Herrn Gnade und Erbarmung Recht schaffen.

18. Wird er dich schlagen, da schlage nicht zurück; sondern wie ein Sklave halte ihm den Rücken dar, so wie du auf der Erde – zufolge der militärischen Subordination – es oft gesehen hast, wie sich ein armer Soldat ganz willenlos auf die Bank legen mußte und aushalten die harte, oft höchst ungerechte Strafe! Wirst du das alles in rechter Geduld ertragen, dann soll dir ein besseres Los zuteil werden!’

19. Darauf spricht der Mann: ‘Ich bedanke mich gehorsamst für diese Führung! Gebt mir nur mein Staatskleid wieder, ihr Betrüger; ich werde schon selbst mir die Wege bahnen!

20. Da schaut’s die Lumpen an; aus unsereinem, der wenigstens zwanzig Ahnen zählt, wollen sie so mir nichts, dir nichts einen Sauhalter machen! O wäre ich noch auf der Welt, ich wollte euch dafür zahlen, daß ihr es euch merken solltet! Diese Vagabunden geben sich noch für Gottes Boten aus! Nein wartet, diese Gottesbotenschaft soll euch noch teuer zu stehen kommen!’

21. Sehet, die Engel geben ihm sein Staatskleid wieder und sagen: ‘Wie du willst. Da ist dein irdisch Kleid! Willst du die Wege des Lebens nicht wandeln, so wandle deine eigenen; unser Dienst bei dir aber ist zu Ende.’ Nun sehet, in welch ein ‘Wasser’ unser Mann sich begibt; da wird er lange zu schwimmen haben, bis er auf des verlorenen Sohnes Rückweg zum Vater gelangen wird.

22. Hüte sich darum ein jeder vor der Herrschlust; denn diese hat stets die gleichen Folgen. – Nächstens ein anderes Exempel.

flagge en  Scene 8… A Minister is dying

   

Scene 8… A Minister is dying

Jesus Christ reveals thru Jakob Lorber – Beyond the Treshold… Deathbed Scenes
August 12th, 1847

1. Since also the great lords of the world have to die, against the utterly disagreeable peculiarity of their lives they have still not been able to establish an insurance company, having failed to achieve it despite all their politicking and diplomacy, also our minister had to finally make up his mind to exchange the temporal with the eternal.

2. For such people dying is the most unpleasant event in the world, but it is of little concern to the angel of death. With whomsoever he finds the well-calibrated measure full, him he takes without grace and pardon.

3. Our minister, a man revered by all the world on account of his worldly intellect, was in his later years thrown onto his sickbed by a catarrhal fever with gout, which tormented him for half a month, and the more it hurt, the more medicines he took in order to remedy this evil. Towards the end he became angry and threatened the physicians with arrest, unless they would or could restore him to health soon.

4. However, instead of carrying out his threat, he sank on the sixteenth day of his illness into a coma from which he did not awaken in this world, except one hour shortly before his death. In this hour he made a brief last will as to what should be done with his considerable property, whereby the poor, as usual with such people, were only considered in a beggarly mariner, for what are a few thousand guilders compared to several millions bequeathed?

5. Thus also the Church was favored pro forma with a bequest, however, not out of some blind faith – for such a person has seldom any faith or none at all and all he ever does is pure politics – but only, as aforementioned, because policy demands it.

6. Having made this last will, he sank back on his bed and was dead, without taking confession and Communion, of which act he anyway – as far as he was concerned – did not think much. This meant for him the end forever for this world; and so we will not stay any longer with his corpse, but will at once proceed to the “beyond” to find out how our very proud and aristocratic man behaves there.

7. You see, we are already there, and our man is standing in his complete official robe before us and four veiled angel spirits, where he only sees the latter. The locality is represented by his very state cabinet, where he had intended to attend to some important business.

8. Now he sees the four clearly in his secret cabinet and can hardly contain his anger over the extreme audacity of these four “rascals”, as he thinks. Jumping up and reaching for the bell he tries to ring it, but the bell gives no sound.

9. “Treason! High treason!” He shouts as loudly as he can. “How did you miserable scoundrels manage to enter this cabinet, which is accessible only to me and where the most secret and holy mysteria of the state are worked at and kept? Do you know that such high treason is punishable by death? Which of you has tampered with this bell that now, in this decisive moment, it cannot utter a sound? Confess, you villains, which of you was the ringleader?”

10. The first angel speaks: “Listen patiently and attentively to what I shall now tell you! I am well acquainted with the wise rule according to which no man on earth, except the king, can enter this cabinet. If you were still on earth, you would not have beheld us in this spot. But you see, you have now died in your physical body and are now in the spirit world, where there is only one Lord, whereas all other spirits are brothers, good and bad ones, depending on how they have acted on the earth, in a good or evil manner. Thus we have been given the loving right and duty by the Lord to visit everyone offering him our services, provided he is still, like you, accessible to us.

11. The commission to you through us of the one Lord is therefore, to inform and reveal to you that here in this eternal world all worldly honor and status, including all politics have ceased to exist; and this cabinet, your robe and all your presumed important state documents are only a deception and have sprung from your fantasy, which is still clinging excessively to the world and will disappear as soon as you will follow us. If you follow us, you will have an easy path to the true, eternal realm of life, where there is immeasurable, uncountable bliss; if, however, you refuse to follow us, you will find it extremely difficult to attain to the living Kingdom of God. For you see, with God’s permission you were a great man in the world and had great power. However, through this power the lust for power has awakened mightily in you and this has led you into many a thing not grounded in the divine order. Besides, this worldly power, as lust for power, has also robbed you in many cases of the love for your neighbor and has rendered you totally unsuitable for the Kingdom of God.

12. But you see, the Lord knows what a heavy burden you had to carry and is feeling great pity for you. So He sent us to you, so that you might be saved and lifted up and not perish under your great worldly burden, which you brought along. Do not think here about a judgment; for in the realm of the freedom of spirit there is no judgment and no judge, except the innate free will of every human being! Do not think of hell either. It is nowhere, except in every person, if that person creates it within himself through his own evil. At the same time, do not think of a heaven as the promised reward for good works. Let the Word of the Lord Jesus be your will, seek Him alone through it! Once you have Him, you have all the heavens and a totally different might out of love than you used to have in the world on account of your worldly cleverness and high position. Now you know everything; do what your free will allows you in the name of the Lord Jesus. Amen.”

13. The minister says: “Truly, your speech is wise and is my token that everything is as you say. It is now also completely clear to me that I have died physically. But I cannot grasp that the certain Jew Jesus should be the sole God and Lord! What then is the “Father” and the “Holy Spirit”? You see, this is not in agreement with the teaching of Jesus, Who was the first to teach everywhere a divine trinity! Therefore, forgive me if I cannot follow you as fast as you desire, unless you quickly convince me of it!”

14. Says the angel: “Brother, this does not happen as fast as you think. First of all, discard your state robe and put on another one of humility and complete self-denial, and you will soon become fully convinced of that which until now appears inconceivable to you.”

15. The minister replies: “Well then, so take me and show me the right way and carefully scrape everything worldly off my soul, and we will see where you stand with your statement.”

16. Now the other three angels step up, divest the man of the state robe, replacing it with ashen-gray, dirty rags. And the second angel now speaks to him: “Now you are dressed in the dress of humility. But this alone is insufficient, for you must be humble in fact. And so follow us!”

17. The man follows and look, they arrive at a farm and tell him: “You see, here lives a harsh man who owns great herds of swine. You shall serve him and be contented with anything he will offer you; and if he is harsh and unjust towards you, you shall bear everything with patience and shall only get satisfaction in the Lord’s grace and mercy.”

18. “If he strikes you, do not strike back; offer him your back, like a slave, as you have often seen – for the sake of military subordination – a poor soldier lie down against his will on the bench and endure the harsh, often utterly unjust punishment. If you will bear all this with the right patience, a better lot will be your share.”

19. Thereupon says the man: “Many thanks for this guidance! Just give me back my state robe, you imposters, I shall certainly find my own way!

20. Look at the rascals! Out of one like me, who counts at least twenty ancestors, they want to make a swineherd without ado! Oh, if only I were still in the world, I would pay you for this so that you would remember! These vagabonds even pose as God’s messengers! No, just wait, being messengers of God will cost you dearly!”

21. You see, the angels return his state robe to him and say: “As you like. There is your earthly garment! If you refuse to walk the roads of life, walk your own; our service with you is finished.” You see into what sort of “water” our man is moving; there he will have to swim until he reaches the Father by turning back like the Prodigal Son.

22. Let everyone beware of the lust for power, for it always has the same consequences. Next time a different example!

Jesus erläutert Sterbeszene 9… Ein Bischof stirbt – Jesus explains Deathbed-Scene 9… A Bishop is dying

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flagge de  Jesus erläutert Sterbeszene 9… Ein Bischof stirbt

Jesus erläutert Sterbeszene 9… Ein Bischof stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber – Sterbeszenen

Niederschriftsbeginn am 27. November 1848

”Die 9. Szene in ‘Jenseits der Schwelle’ (Sterbeszenen) schildert den Sterbevorgang und Eintritt ins Jenseits des katholischen Bischofs Martin.
Das Buch insgesamt schildert seinen Entwicklungsweg in der geistigen Welt, aus welchem hier das erste Kapitel folgt:”

(Der Link zum Buch ist unterhalb des Videos zu finden…)
1. Ein Bischof, der auf seine Würde große Stücke hielt und ebensoviel auf seine Satzungen, ward zum letzten Male krank.

2. Er, der selbst noch als ein untergebener Priester des Himmels Freuden mit den wunderlichsten Farben ausmalte – er, der sich gar oft völlig erschöpfte in der Darstellung der Wonne und Seligkeit im Reiche der Engel, daneben aber freilich auch die Hölle und das leidige Fegefeuer nicht vergaß, hatte nun – als selbst schon beinahe achtzigjähriger Greis – noch immer keinen Wunsch, von seinem oft gepriesenen Himmel Besitz zu nehmen; ihm wären noch tausend Jahre Erdenleben lieber gewesen als ein zukünftiger Himmel mit allen seinen Wonnen und Seligkeiten.

3. Daher denn unser erkrankter Bischof auch alles anwandte, um nur wieder irdisch gesund zu werden. Die besten Ärzte mußten stets um ihn sein; in allen Kirchen seiner Diözese mußten Kraftmessen gelesen werden; alle seine Schafe wurden aufgefordert, für seine Erhaltung zu beten und für ihn fromme Gelübde gegen Gewinnung eines vollkommenen Ablasses zu machen und auch zu halten. In seinem Krankengemach ward ein Altar aufgerichtet, bei dem vormittags drei Messen zur Wiedergewinnung der Gesundheit mußten gelesen werden; nachmittags aber mußten bei stets ausgesetztem Sanktissimum (Allerheiligstem) die drei frömmsten Mönche in einem fort das Breviarium (Pflichtgebete kath. Geistlicher) beten.

4. Er selbst rief zu öfteren Malen aus: »O Herr, erbarme Dich meiner! Heilige Maria, du liebe Mutter, hilf mir, erbarme dich meiner fürstbischöflichen Würden und Gnaden, die ich trage zu deiner Ehre und zur Ehre deines Sohnes! O verlasse deinen getreuesten Diener nicht, du alleinige Helferin aus jeder Not, du einzige Stütze aller Leidenden!«

5. Aber es half alles nichts; unser Mann verfiel in einen recht tiefen Schlaf, aus dem er diesseits nicht mehr erwachte.

6. Was auf Erden mit dem Leichnam eines Bischofs alles für ‘hochwichtige’ Zeremonien geschehen, das wisset ihr, und wir brauchen uns dabei nicht länger aufzuhalten; dafür wollen wir sogleich in der Geisterwelt uns umsehen, was unser Mann dort beginnen wird!

7. Seht, da sind wir schon – und seht, da liegt auch noch unser Mann auf seinem Lager; denn solange noch eine Wärme im Herzen ist, löst der Engel die Seele nicht vom Leibe. Diese Wärme ist der Nervengeist, der zuvor von der Seele ganz aufgenommen werden muß, bis die volle Löse vorgenommen werden kann.

8. Aber nun hat dieses Mannes Seele schon völlig den Nervengeist in sich aufgenommen, und der Engel löst sie soeben vom Leibe mit den Worten: ‘Epheta’, d.h. ‘Tue dich auf, du Seele; du Staub aber sinke zurück in deine Verwesung zur Löse durch das Reich der Würmer und des Moders. Amen.’

9. Nun seht, schon erhebt sich unser Bischof, ganz wie er gelebt hatte, in seinem vollen Bischofsornate und öffnet die Augen. Er schaut erstaunt um sich und sieht außer sich niemanden, auch den Engel nicht, der ihn geweckt hat. Die Gegend ist nur in sehr mattem Lichte gleich einer ziemlich späten Abenddämmerung, und der Boden gleicht dürrem Alpenmoose.

10. Unser Mann erstaunt nicht wenig über diese sonderbare Beschauung und spricht nun zu sich: »Was ist denn das? Wo bin ich denn? Lebe ich noch oder bin ich gestorben? Denn ich war wohl sehr krank und es kann leicht möglich sein, daß ich mich nun schon unter den Abgeschiedenen befinde! – Ja, ja, um Gotteswillen, es wird schon so sein! – O heilige Maria, heiliger Joseph, heilige Anna, ihr meine drei mächtigsten Stützen: kommet und helft mir in das Reich der Himmel!«

11. Er harrt eine Zeitlang, sorglich um sich spähend, von welcher Seite die drei kommen würden; aber sie kommen nicht.

12. Er wiederholt den Ruf kräftiger und harrt; aber es kommt immer noch niemand!

13. Noch kräftiger wird derselbe Ruf zum drittenmal wiederholt, – aber auch diesmal vergeblich!

14. Darob wird unserem Manne überaus bange. Er fängt an, etwas zu verzweifeln und spricht in seiner stets verzweifelter werdenden Lage: »Oh, um Gotteswillen, Herr, steh mir bei! (Das ist aber nur sein angewöhntes Sprichwort.) – Was ist denn das? Dreimal habe ich gerufen, – und umsonst!

15. Bin ich denn verdammt? Das kann nicht sein, denn ich sehe kein Feuer und keine Gott-steh-uns-bei! (Teufel)

16. Hahahaaaaa (zitternd) – es ist wahrhaft schrecklich! – So allein! O Gott, wenn jetzt so ein Gott-steh-uns-bei herkäme, und ich – keinen Weihbrunn, dreimal konsekriert (geweiht), kein Kruzifix, – was werde ich tun?!

17. Und auf einen Bischof soll der Gott-steh-uns-bei eine ganz besondere Passion haben! – Oh, oh, oh (bebend vor Angst), das ist ja eine ganz verzweifelte Geschichte! Ich glaube gar, es stellt sich bei mir schon Heulen und Zähneklappern ein?

18. Ich werde mein Bischofsgewand ablegen, da wird Gott-steh-uns-bei mich nicht erkennen! Aber damit hätte Gott-steh-uns-bei vielleicht noch mehr Gewalt über unsereinen?! – O weh, o weh, was ist der Tod doch für ein schreckliches Ding!

19. Ja, wenn ich nur ganz tot wäre, da hätte ich auch keine Furcht; aber eben dieses Lebendigsein nach dem Tode, das ist es! O Gott, steh mir bei!

20. Was etwa geschähe, so ich mich weiterbegäbe? Nein, nein, ich bleibe! Denn was hier ist, das weiß ich nun aus der kurzen Erfahrung; welche Folgen aber nur ein rätselhafter Tritt weiter vor- oder rückwärts hätte, das wird allein Gott wissen! Daher will ich in Gottes Namen und im Namen der seligsten Jungfrau Maria lieber bis auf den Jüngsten Tag hier verharren, als mich nur um ein Haarbreit vor- oder rückwärts bewegen!” … mehr im Buch…

flagge en  Jesus explains Deathbed-Scene 9… A Bishop is dying

   

Jesus explains Deathbed-Scene 9… A Bishop is dying

Jesus Christ reveals thru Jacob Lorber – Deathbed scenes

Writing began on November 27th, 1848

This 9th death scene is the opening chapter of the work “Bishop Martin” (English title “Sunsets into Sunrises”), which describes the guidance of a bishop from his transition into the world beyond until his heavenly perfection.

(The link to the book you will find below the video…)

1. A bishop, who had always been very conspicuous for his dignity as well as his dogmas, fell ill for the last time.

2. He, who even still as an assistant priest, had wanted to paint the joys of heaven in the oddest colors and to describe the delights and bliss in the realm of the angels with great enthusiasm, not forgetting to mention hell and purgatory, did not yet desire, even as an old man of almost eighty, to take possession of his much praised heaven. He would have preferred another thousand years on this earth to a future heaven with all its delights and bliss.

3. Therefore, our sick bishop did everything in his power to restore his health. He had to be surrounded by the best physicians. Fairs of power had to be conducted in all the churches of his diocese; all the sheep of his flock were asked to pray for his life. In his sick-room an altar had been erected at which fairs had to be conducted three times every morning to help restore his health, whereas, in the afternoon, three of the most pious monks had to keep praying the breviary in front of the consecrated host.

4. He himself kept uttering: “Oh Lord, have mercy upon me! Holy Mary, beloved mother, help me! Have mercy upon my dignity and grace as prince-bishop for your Son’s glory! Oh, do not forsake your most faithful servant, you helper in need, you sole support of the afflicted!”

5. But all this did not help. Our man fell into a coma from which he did not awaken again in this world.

6. You know of the “highly important”, ceremony for a deceased bishop, and we need not waste any time with its description. Instead, let us look around in the spirit world to see what our man will be doing there.

7. Look, here we are – and there our man can be seen still lying on his bed; while the heart is still warm the angel does not sever the soul from the body. This warmth constitutes the nerve spirit, which has to be wholly absorbed by the soul before complete severance can be undertaken.

8. At last this man’s soul has completely absorbed the nerve spirit and the angel is severing it from his body with the words: “Ephetha – arise thou soul, but thou dust revert to thy decomposition through the kingdom of vermin and decay. Amen.”

9. Already you see our bishop rising in his full bishop’s robes, just as during his lifetime, and he opens his eyes. He looks around in astonishment, not seeing anybody, not even the angel who awakened him. The surroundings are visible only in a fading light, as of late dusk, and the ground seems to be covered with dry alpine moss.

10. Our man is not a little astonished at this unusual situation and says to himself: “What is this? Where am I? Am I still alive or have I died? I must have been seriously ill, and it is quite possible that I am already among the deceased! Oh, for God’s sake, this must be so! Oh holy Mary, St. Joseph, St. Ann you, my three most powerful helpers, come and help me into the Kingdom of Heaven!”

11. He waits for a while, looking around carefully to see from which direction the three will be coming, but they do not come.

12. He calls once more, this time louder, and waits; but still nobody approaches.

13. For the third time he calls, louder still, but again in vain.

14. Now our man begins to feel very scared. He realizes his desperate situation and says: “Oh, for God’s sake, Lord, help me! (This is only his habitual phrase.) What does this mean? I have called three times and no response!”

15. “Am I damned? How can that be, for I do not see any fire nor any devil?”

16. “Oh, oh, oh (trembling). It is truly terrible! So alone! Oh God, if one of these devils turned up now while I’m without a consecrated font or crucifix what will I do?”

17. “And the devil is said to be particularly keen on bishops. Oh, what a desperate situation! I believe the howling and gnashing of teeth is already upon me!”

18. “I will discard my bishop’s robe, so the devil will not recognize me. But maybe that would give him even more power over me! Oh, what a terrible thing death is!”

19. “If at least I were quite dead, then I would not be afraid, but this being alive after death is so terrible!”

20. “I wonder what would happen if I walked on? No, no, I’d rather stay here. What consequences a step in the dark might have only God knows. Therefore, I would rather remain here until Doomsday, in the name of God and the Blessed Virgin!” …
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Jenseits der Schwelle Szene 7… Ein Papst stirbt – Beyond the Threshold Scene 7… A Pope is dying

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flagge de  7. Szene… Ein Papst stirbt

7. Szene… Ein Papst stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 11. August 1847

1. Bei diesem Exempel wollen wir sogleich beim Jenseits beginnen und einen Mann betrachten, der in der Welt eine sehr große Rolle gespielt hat und am Ende der Meinung war, die Welt sei bloß seinetwegen da und er könne mit ihr machen, was er wolle, da er sich die förmliche Stellvertreterschaft Gottes anmaßte, mehr noch als so mancher andere seines Gelichters. Aber er mußte dessenungeachtet dennoch »ins Gras beißen«, und es schützte ihn davor weder seine angemaßte Großmacht noch die Welt und ebensowenig die Gottesstellvertreterschaft.

2. Dort, seht hin, stark gegen Mitternacht wandelt langsamen Schrittes eine überaus hagere Mannesgestalt von sehr dunkler Farbe, blickt forschend um sich und späht bald dahin und bald wieder dorthin!

3. In seiner Gesellschaft seht ihr ein Männlein, gleich einem kohlschwarzen Affen, das sich um unsern Mann sehr geschäftig herumtummelt und tut, als hätte es mit diesem Manne gar überaus wichtige Sachen abzumachen. – Treten wir aber nur näher, damit ihr vernehmen könnt, was dieser Mann, der seinen Gesellschafter sowenig wie uns sieht, mit sich für sonderbare Gespräche führt.

4. Da sind wir schon in rechter Nähe; nun horcht, er spricht: »Alles Lüge, alles Trug, und der Betrogenste ist der Glücklichste; aber unglücklich der Betrüger, so er wissentlich ein Betrüger ist! Ist er aber unwissentlich ein Betrüger und lügt und betrügt, ohne zu wissen, daß er lügt und betrügt, da ist ihm zu gratulieren; denn da zieht ein Esel den andern, und beide sind mit dem schlechtesten Futter zufrieden. – Aber ich, was bin denn ich? – Ich war ein Oberhaupt, alle mußten glauben und tun, was ich anordnete; ich aber tat, was ich wollte, da ich die Schlüssel der Macht in meinen Händen hatte als einer, der sie nimmt ohne zu fragen, ob er sie wohl zu nehmen berechtigt ist. Ich wußte alles; ich wußte, daß da alles nur Lüge und Trug ist, und dennoch drang ich Lüge und Trug jedermann bei strenger Ahndung auf, der es nicht annehme und glaube, daß da alles, was von mir ausgeht, ob geschrieben oder nicht, als volle Wahrheit anzunehmen ist.

5. Ich meinte aber auf der Welt: Des Leibes Tod ist das Ultimatum allen Seins. Das war mein heimlicher, fester Glaube, und alle Weisheit der Welt hätte mir keinen andern Glauben geben können! Dies einzige hielt ich für Wahrheit, und sieh, auch das ist Lüge; denn ich lebe fort, obschon ich gestorben bin dem Leibe nach.

6. Himmel, Fegfeuer und Hölle ließ ich predigen auf vielen tausend Kanzeln, erteilte Ablässe und sprach eine Menge Verstorbener heilig und gebot Fasten, Gebet, Beichte und Kommunion, – und nun stehe ich selbst da und weiß nicht, wo aus und wo ein! Gäbe es ein Gericht, dann wäre ich schon gerichtet. Gäbe es einen Himmel, da hätte ich doch das erste Anrecht darauf, denn fürs erste mußte ich doch durch den Willen Gottes Statthalter der Kirche Christi werden; und was ich dann als solcher tat, war sicher auch nur ein allerhöchstes oberstes Wollen, denn ohne ein solches kann laut der Schrift ja kein Haar am Kopfe gekrümmt werden und kein Sperling vom Dache fliegen.

7. Also beichtete und kommunizierte ich auch nach der alten Vorschrift, obschon ich mich davon gar leicht hätte exemtieren können, indem ich die Macht hatte, die Beichte samt der strengen Kommunion für jedermann auf ewige Zeiten aufzuheben, was ich aber dennoch aus politischen Rücksichten nicht tun konnte und wollte. – Gäbe es eine Hölle, so wäre auch Grund genug vorhanden, mich darinnen zu befinden; denn vor Gott ist ein jeder Mensch ein Totschläger! – Wenigstens sollte ich mich im Fegefeuer befinden; denn das soll doch jedermann wenigstens auf drei Tage zuteil werden! Aber weder das eine noch das andere wird mir zuteil, – darum ist Gott, Christus, Maria, Himmel, Fegfeuer und Hölle nichts als Lug und Trug! Der Mensch aber lebt nur aus den Kräften der Natur und denkt und fühlt nur nach der eigenen Konzentration der verschiedenen Naturkräfte in ihm, die sich da wahrscheinlich zu einem ewig unzerstörbaren Eins verbinden und verknüpfen. Meine Aufgabe wird daher nun sein, diese Kräfte näher zu erforschen und mir dann mittels der genauesten Bekanntschaft mit ihnen einen Himmel zu gründen.

8. Aber ich merke fortwährend ein gewisses Zupfen an meiner Toga pontificalis! Was sollte denn das sein, ist denn etwa doch irgend ein unsichtbarer Geist in meiner Nähe, oder tut so etwas etwa irgend ein Wind? Es ist im Ernste sonderbar in dieser unendlichen Wüste, denn man kann schon gehen, wohin man will, so bleibt man aber dennoch ewig ganz allein. Man kann rufen, schreien, schimpfen, schelten und fluchen – oder beten, zu wem man will, so rührt sich dennoch nichts und man bleibt vor – wie nachher ganz allein! Es mögen doch schon einige Jahre sein, da ich auf der Erde gestorben bin, und das auf eine sehr schmerzliche, höchst fatale Weise, – und ich bin dito allein, nichts als die ganz kahle Wüste unter den Füßen! Platz habe ich da wohl, das ist wieder eine Wahrheit, aber wo ich bin, was für die Zukunft aus mir werden soll werde ich also ewig fortleben oder doch etwa einmal ganz vergehen -, das ist ein unauflösliches Rätsel.

9. Also nur frisch an die Erforschung der Naturkräfte in mir, und es soll sich durch ihre nähere Bekanntschaft bald entwickeln, was da aus mir werden soll!«

10. Habt ihr ihn nun gehört, wie er räsoniert, er, der Stellvertreter Gottes auf Erden? Oh, er wird noch lange also solo räsonieren, wie es ihm sein unsichtbarer Begleiter einhaucht; denn solcher auf Erden höchstgestellter Menschen Los ist stets das gleiche, nämlich das Alleinsein, indem sie sich auf der Erde auch über alles hinaus isoliert haben.

11. Diese Isolierung ist aber dennoch eine große Gnade für sie; denn nur dadurch ist es möglich, sie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Aber es geht das sehr lange; sie müssen in sich alle Grade der Nacht und Finsternis, der Not, auch des Schmerzes, wie er in der Hölle zu Hause ist, durchmachen.

12. Hat ein solcher Zelot diese Solo-Tour durchgemacht etwa in fünfhundert bis tausend, auch zehntausend Jahren -, dann erst kommt er in die Gesellschaft von strengen Geistern. Folgt er diesen nicht, so wird er wieder verlassen und ganz allein gestellt, wo ihm dann aber alle Greueltaten vorgeführt werden, die entweder unter ihm oder unter seinen Vorgängern verübt worden sind, bei welcher Gelegenheit er aber auch alle Schmerzen verkosten muß, die alle Verfolgten unter ihm oder unter seinen Vorgängern verkostet haben. Bringt ihn diese Kur noch nicht zurecht, so wird er belassen, wie er ist; bloß der Hunger wird ihm zur Begleitung gegeben und der Durst, welche zwei Hofmeister mit seltenster Ausnahme fast jeden mit der Zeit zurechtbringen.

13. Da habt ihr nun wieder ein Bild, aus dem ihr das Jenseits näher kennenlernen möget – und das »Wasser«, das ein solcher Häuptling zu durchschwimmen hat, bis er ans Ufer der Demut, Wahrheit und Liebe gelangt. Daher nun nichts mehr weiter von diesem Manne.

flagge en  Scene 7… A Pope is dying

Scene 7… A Pope is dying

Jesus Christus reveals thru Jakob Lorber on August 11th, 1847

1. In this instance we will begin at once with the beyond. We will observe a man, who had been playing a very great role, being finally of the opinion that the world existed only for his sake and that he could do as he liked. For he arrogated the actual stewardship of God, and that more than many another of his like. Notwithstanding all this, he had to “bite the dust”, and neither his presumed great power nor the world or the stewardship of God protected him against it.

2. Look over there, straight towards midnight, a very lean male figure of a very dark color is walking along slowly, looking around searchingly in all directions.

3. In his company you see a little man, like a pitch-dark monkey, who busies himself around our man and is acting as if he had some very important business with this man. Let us step closer, so that you may hear the strange monologue of this man, who is oblivious of both his company or us.

4. We are already close to him. Now listen, he says: “Everything a lie, everything deceit, and the deceived is the most fortunate; but unfortunate the deceiver, if he is knowingly a deceiver! However, if he is unknowingly a deceiver, lying and deceiving without realizing it, he can be congratulated. For in that case one donkey pulls another, and both are contented with the worst fodder. But I, what am I? I was a supreme head, all had to believe and do what I ordered. However, I did what I wanted, for I had the keys to power in my hands, like one who takes it without asking whether he is entitled to take it. I knew everything; I knew that everything is only a lie and deceit, but despite this fact I imposed falsehood and deceit under threat of punishment on everyone refusing to accept them and believing that everything issuing from me, written or not, has to be accepted as the full truth.

5. On the earth I thought: Physical death is the end of all existence. This was my secret, firm belief, and all the wisdom of the world could not have given me a different one! This alone I held to be the truth, and you see, also this is a falsehood; for I continue to live, although I have died in the body.

6. Heaven, purgatory and hell I had preached on many thousands of pulpits, issued letters of indulgence and canonized a great many deceased and ordered fasting, prayer, confession and Communion – and now I myself stand here, not knowing what is what! If there were a Judgment, I would be judged already. If there were a heaven, I should have the first right to it, for in the first place I had to become steward of Christ’s Church through the will of God. And what I then did as such was certainly also only a supreme will, for according to Scripture no hair of the head will be bent and no sparrow fly from the roof.

7. Thus I confessed and attended Communion according to the old rules, although I could easily have exempted myself. For I had the power to abolish confession, including the strict Communion for everyone, for all times, which, however, I could not and would not do for political reasons. Should there be a hell, I would have reason enough to be in it, for in God’s eyes every human being is a killer! At least I ought to be in purgatory, for this is said to be everybody’s lot for at least three days! But neither the one nor the other is my lot, therefore God, Christ, Mary, heaven, purgatory and hell are nothing but falsehood and deceit! Man lives only from the forces of nature and thinks and feels only according to the concentration of his inherent natural forces, which probably combine there to an eternally indestructible One. Therefore, it will now be my task to investigate these forces more closely and then, owing to my precise acquaintance with them, to found a heaven.

8. However, I notice a continual certain tugging at my toga pontificalis! What could that be, should there still be an invisible spirit in my vicinity, or is it done by some wind? In earnest, it is queer in this infinite desert, for no matter where one goes, one still remains forever completely alone. One can call, cry, call abuse, scold and curse – or pray to whom one wants, and yet nothing stirs and one remains all alone as before! It may well be several years since I died on the earth, and this in a very painful, utterly disagreeable manner, and I am just as alone, nothing beneath my feet but whole barren desert! I certainly have room to move, this again is a truth, but where I am, what shall become of me in the future shall I continue to live forever or still be totally annihilated in the future this is an insolvable riddle.

9. So get on with the investigation of the natural forces inherent in me, and through their closer acquaintance it shall soon become evident what shall become of me!”

10. Have you heard him, how he reasons, he, the steward of God on earth? Oh, he will continue for a long time to reason thus solo, as his invisible companion inspires him. For the lot of such people, who were on earth in the highest positions, is always the same, namely, being alone, inasmuch as they have excessively isolated themselves on earth.

11. However, this isolation turns out to be a great grace for them; for only in that way is it possible to then turn back onto the right path. But this takes a long time. They have to go through all degrees of night and darkness within, of distress, also of pain, as it is peculiar to hell.

12. Once such a zealot has absolved this solo journey – perhaps in five hundred to a thousand, also ten thousand years, he comes only then into the company of strict spirits. If he fails to follow them, he is again left alone and to his own devices. But then all the abominable deeds, carried out either under him or under his predecessors, will be brought home to him, at which occasion, however, he will have to taste all the pains, which all the persecuted had to taste under him or his predecessors. If this treatment fails to cure him, he is left as he is; as companions only hunger and thirst are given him, which two stewards with rare exceptions bring almost every one gradually onto the right road.

13. Here again you have a picture, from which you may learn more about the beyond – and the “water”, which such a leader has to swim through, until he reaches the shore of humility, truth and love. Therefore, nothing more of this man.

6. Sterbeszene… Ein Feldherr stirbt – Deathbed-Scene 6… A General is dying

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flagge de  6. Szene… Ein Feldherr stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 10. August 1847
Jenseits der Schwelle… Sterbe-Szenen

6. Szene… Ein Feldherr stirbt

1. Seht, wir befinden uns in einem königlichen Prachtgemach. Hier strotzt alles von Gold und Silber und von den kostbarsten Edelsteinen und – für die Welt – von den wertvollsten Gemälden. Der Boden des Gemachs ist mit den feinsten asiatischen Teppichen belegt, und die großen Spiegelglasfenster sind mit Gardinen behangen, von denen eine soviel kostet, daß davon tausend Arme einen ganzen Monat zu essen hätten. Kästen, Tische, Sofas, Stühle und noch eine Menge königlicher Einrichtungsstücke von großem Wert zieren es und allerlei Wohlgerüche durchduften das Krankengemach, und die berühmtesten Ärzte umgeben das reich mit Gold verzierte Bett, in welchem der irdisch hohe Kranke vergeblich der Genesung harrt.

2. Es wird ein Konsilium über das andere gehalten, und die Medikamente werden alle Stunde gewechselt. Im angrenzenden Gemach beten aus lateinischen, rot und schwarz gedruckten Büchern abwechselnd in einem fort zwei Mönche und wo nur ein Bethaus oder irgend eine Kapelle steht, wird für die Wiedergenesung unseres großen Feldherrn eine feierliche Messe gehalten. Aber das nützt alles nichts. Denn für diese Feldherrnkrankheit gibt es weder in der Apotheke noch im Breviarium und ebensowenig im Meßbuche irgendeine Hilfe mehr, sondern da heißt es einmal: »Komm und laß sehen, wie deine Werke beschaffen sind!«.

3. Seht nun den Kranken an, wie tapfer er sich hält! Aber diese Tapferkeit ist nur ein Schein, denn innerlich möchte unser Held vergehen vor Angst und Verzweiflung und verflucht dabei die stark schmerzende Krankheit wie ein Husar sein Pferd, das ihm keinen Gehorsam leisten will. – Die Geschichte geht hübsch zusammen: Dort beten die Mönche – freilich wohl mit einer Andacht, die ihresgleichen sucht, mit der heimlich auch noch ein ganz entgegengesetzter Wunsch vereinigt ist propter certum quoniam (einer gewissen Sache wegen) -, aber rar ist das immer, so der, für den wenigstens »aufs Aug« gebetet wird, flucht, daß es eine barste Schande ist!

4. Nun aber wird sein Schmerz stets ärger, ja beinahe unerträglich, und unser Patient, darob vor Grimm entbrannt, fährt nun zum Erstaunen seiner Umgebung ganz wütend auf und schreit aus vollem Halse: »O du verfluchtes Hurenleben! Kannst du, Schöpfer, so du irgend einer bist, es mir denn nicht auf eine schmerzlosere Art nehmen?! Auf ein solches Hurenleben sollen alle Teufel, so sie irgend sind, scheißen; und ich möchte es selbst, so ich’s nur vermöchte! He, ihr dümmsten Viecher von Ärzten, die ihr alle zusammen keinen Schuß Pulver wert seid, gebt mir eine scharf geladene Pistole her, auf daß ich selbst für dies Hunde- und Hurenleben mir eine Medizin durchs Hirn verschreibe, die dasselbe auf einen Knall von jeder ferneren Marter sicher befreien solle!«

5. Ein Protomedikus naht sich dem Krankenbett und will den Puls fühlen und bittet den Patienten um Ruhe. Aber der hohe Patient richtet sich auf und spricht: »Komm nur her, du Luder, du schlechter Hund von einem Arzte, damit ich an dir meine gerechte Wut kühlen kann! Fahr zu allen Teufeln, du dummes Luder! Möchtest mich nicht wieder mit Opium martern?! Schau, – wie gescheit diese Kanaillen sind; so sie nichts mehr wissen, da kommen sie sogleich mit Opium, auf daß der Kranke dann einschlafe und sie sich dadurch mehrere Stunden des gerechten Vorwurfs, den sie überaus wohl verdienen, entledigen und sich dabei brav ins Fäustchen lachen und schon Rechnung machen, wieviel da nach meinem Tode ein jeder für sich in der dritten Vergleichungsstufe wird verlangen können! Hahaha, gelt, ich durchschaue eure Pläne! Weg daher mit euch, ihr bösen Hunde, sonst bringe ich euch noch mit diesen meinen letzten Kräften um euer scheußliches Luderleben! – He, was sehe ich denn dort im Nebengemache für zwei schwarze Kanaillen?! Was tun denn diese Luder? – Ich glaube gar, sie beten für meine Seele? Wer hat sie denn dazu berufen?! – Hinaus mit ihnen, sonst stehe ich auf und schieße sie wie Hunde zusammen!« –

6. Seht, auf diese gewaltige oberfeldherrliche Detonation machen sich die Mönche recht behende aus dem Staube; die Ärzte zucken stets greller mit den Achseln, und der Patient verstummt und fängt unter den horrendesten Verzerrungen des Gesichts zu röcheln an. Wir aber begeben uns nun, da es hier an dem Patienten nichts mehr zu beobachten gibt, sogleich in die Geisterwelt und werden ganz kurz unsere Beobachtung machen, wie unser Held in die Geisterwelt eintreten wird. –

7. Seht, wir sind schon da, und dort auf gleichem Lager liegt der Patient in einem ganz gleich aussehenden Gemach. Noch röchelt er, wie ihr es leicht merken könnt, unter ganz entsetzlich schweren Atemzügen und zerbeißt sich die Zunge vor heimlicher Wut seiner ergrimmten Seele.

8. Dort aber, seht, ist schon der alleinige Würgengel in der Bereitschaft, die ergrimmte Seele unseres Helden von ihrem überstolzen und hochmütigsten Aristokratenfleische loszumachen. Mit einem flammenden Schwert ist der Engel bewaffnet – zum Zeichen seiner großen, ihm von Mir verliehenen Kraft und zum Zeichen seines Mutes und seiner gänzlichen Furchtlosigkeit vor solchen Großhelden der Erde wie vor der ganzen Hölle.

9. Sehet, nun ist in der Zeiturne das letzte Sandkörnchen für diesen Helden gefallen, und der Engel rührt ihn mit seinem Flammenschwerte an und spricht: »Erhebe dich, du matte Seele, und du, stolzer Staub, falle in das Meer deiner bodenlosen Nichtigkeit zurück!«

10. Seht, nun verschwindet der Leib, und nicht mehr zu sehen ist das Lager und das Gemach voll irdischer Pracht. Dafür erhebt sich eine, wie ihr es leicht merken könnt, ganz dunkelaschgraue, schmählichst verkümmerte Seele, stehend auf lockerem Sande, der sie zu verschlingen droht. Zornig, wirr und scheu blickt sie um sich – und erschaut nichts als sich selbst. Aber sie sieht sich ganz anders, als wir sie sehen, – sie ersieht sich noch als einen Feldherrn mit all ihren Orden und mit einem Degen geziert.

11. »Wo bin ich denn?« spricht nun der Held. »Welcher Teufel hat mich denn hierher gebracht? Nichts, und abermals nichts! Wohin ich schaue, ist überall nichts. Da seht, auch unter mir ist nichts!

12. Bin ich denn ein Nachtwandler – oder träume ich? – oder sollte ich denn wirklich gestorben sein? Ah, das ist ja doch ein verflucht dummer Zustand! Ich bin zwar recht gesund nun und fühle keinen Schmerz, erinnere mich an jede Kleinigkeit meines ganzen Lebens, – ich war ja höchst krank; ich habe die dummen Arzte gemustert, die zwei Heuchler zum Teufel verscheucht und habe auch, natürlich ob des zu starken, unerträglichen Schmerzes, dem Schöpfer einige derbe Grobheiten in meiner Aufwallung ins Gesicht gesagt, – alles dessen erinnere ich mich sehr wohl! Auch weiß ich, daß ich sehr zornig war und hätte alles zerreißen können vor Wut. Aber nun ist mir alles vergangen. Es wäre alles recht, wenn ich nur wüßte, wo ich so ganz eigentlich bin und was da mit mir vorgegangen ist?! Es ist wohl etwas licht um mich; aber je weiter hinaus ich meine Blicke richte, desto finsterer wird es, und ich sehe nichts, nichts, nichts und abermals nichts! Das ist doch verflucht! Wahrlich, wer da nicht des Teufels wird, der wird es in Ewigkeit nimmer!

14. Sonderbar, sonderbar, ich werde stets munterer, stets lebendiger, – aber auch stets leerer wird es um mich. Ich muß mich sicher in so einer Art Lethargie befinden? Aber die, so davon befallen, sollen alles hören und sehen, was um sie geschieht, – ich aber höre und sehe nichts außer mich, also kann das keine Lethargie sein.

15. Es ist hier weder kalt noch warm, noch völlig finster, obschon einen das Licht wahrlich nicht blendet! lch bin, was mir unbegreiflich ist, in diesem Solozustand dazu noch sehr heiter und aufgeräumt, daß ich darob einen Bajazzo abgeben könnte, – und doch, wie Figura zeigt, bin ich sicher im Mutterleibe nicht gesellschaftsloser gewesen als hier! Wahrlich, wenn ich hier ein Dingsda, eh, so ein Dings – nun, so ein Dings – ja, ja, so recht – so ich so ein ‘Menschchen’ bei mir hätte, wahchaftig, ich könnte mich sogar vergessen, daß ich – doch hol’s der Kuckuck, den Feldherrn samt seinen fünf Dutzend Großahnen! Wahrlich, für ein ‘Menschchen’ gemeinsten Standes wäre mir nun schon alles feil!

16. Wenn ich aber nur erfahren könnte, wo ich denn so ganz eigentlich bin?! Wenn die Sache noch lange dauern sollte, da dürfte einem dieser Zustand so hübsch verdammt langweilig werden! Hab’ ja einmal von einem Gott etwas gehört, – will mich doch einmal ernstlich an ihn wenden. Hab’ freilich ehedem mich etwas barsch benommen gegen ihn; aber er wird mir das, so er irgend einer ist, ja nicht so übel anrechnen. – Heda, mein Gott, mein Herr! So du irgend bist, hilf mir aus dieser sonderbar fatalen Lage!”

17. Nun seht, sogleich kommt ein Engel herbei und spricht: “Freund, in dieser Lage wirst du so lange verbleiben, bis der letzte Tropfen deines Hochmutes aus dir hinausgeschafft sein wird und dadurch bezahlt der letzte Blutstropfen von dem Blute, das du an vielen Tausenden deiner Brüder vergossen hast! Wirf all deine feldherrlichen Insignien von dir, und du wirst dann Boden und mehr Licht und auch Gesellschaft finden, – aber hüte dich vor deinesgleichen, sonst bist du verloren! Vor allem aber wende dich an den Herrn, so wird dein Weg kurz und leicht sein, amen.”

18. Seht, diesen Rat befolgt aber unser Held jetzt noch nicht. Daher verläßt ihn der Engel, und er wird noch einige hundert Jahre in solcher Schwebe verbleiben.

19. Daraus könnt ihr schon sein ‘Wasser’ merken, darum nichts weiter nun von ihm.

flagge en  Scene 6… A General

Jesus Christ reveals thru Jacob Lorber on August 10th, 1847
Beyond the Threshold… Deathbed Scenes

Scene 6… A General

1. Look, we are at present in a princely, luxurious chamber. Here, everything is full of gold and silver and of the most precious gems and – for the world – of the most precious paintings. The floor of the chamber is laid with the finest rugs and the great plate glass windows are hung with curtains, the cost of which would feed a thousand poor for a whole month. Cupboards, tables, sofas, chairs and a great many more princely furnishings of great value adorn the chamber, which is permeated by all sorts of aromatic scents, and the most renowned physicians are surrounding the bed, richly embossed with gold, in which the worldly prominent patient is waiting in vain for his recovery.

2. One conference after another is held and the medication is changed hourly. In the adjoining room, two monks are praying continuously, taking turns from Latin books in red and black print, and wherever there is a prayer house or some chapel, a solemn mass is held for the recovery of our great general. But it is all in vain. For neither in the pharmacy, the breviary nor in the missal is there any help, and here it says for once: “Come and let us see of what kind your deeds are!”

3. Look at the sick man, how courageous he is! But this courage is only a sham, for inwardly our hero could expire for fear and despair, cursing the very painful illness like a hussar who curses his horse, which refuses to obey him. It all fits nicely together. There the monks are praying – of course with a reverence which cannot be rivaled and added to, which is joined to quite a different wish propter certum quoniam (because of a certain matter). But it is always strange if the one for whom prayers are outwardly said, curses abominably.

4. Now his pain increases, becoming almost unbearable, and our patient, inflamed with anger, raises himself up to the astonishment of those surrounding him and shouts full of rage: “O you accursed life! Can you, Creator, if you exist, not take it from me in a more painless manner. On such a miserable life all the devils, if they exist, can defecate and I myself would, if I could! Hah, you silliest beasts of doctors, the whole lot of you are not worth a rap, give me a well-loaded pistol, so that I myself may write a medicine for this dog’s and whore’s life through the brain, with one report safely freeing the same of any further torment!”

5. A protomedicus approaches the sickbed, trying to feel the pulse and calm down the patient. But the noble patient raises himself up and says: “Just come here, you rascal, you miserable dog of a doctor, so that I can vent my justified anger on you! Go to the devil, you silly rascal! Would you not like to torment me again with Opium? Look how clever these rascals are; as soon as they are at their wits’ end, they come with Opium. Then the sick man falls asleep and they do not have to fear the justified complaints lasting for hours. And they will laugh into their sleeve and calculate how much each of them will be able to charge according to the third table after my death! Ha ha ha, I certainly see through your plans! So away with you, you evil dogs, or I will rid you with my last strength of this miserable whores’ life! Hah, who are the two black rascals I can see in the adjoining room? What are these fellows doing? I almost believe they are praying for my soul! Who has ordered them to do it? Out with them, or I get up and shoot them down like dogs!”

6. Look, following this explosion on the part of the supreme commander, the monks make off at once. The physicians keep shrugging their shoulders more and more, the patient falls silent and amid the most horrid distortions of the face the death-rattle sets in. However, being unable to observe more in the patient, we proceed at once to the spirit world and shall make our brief observations as to how our hero will enter into the spirit world.

7. You see, we are already there, and there on the same bed lies the patient in an identically looking room. He is still gasping, as you can easily see, drawing air painfully and biting his tongue in the silent rage of his angry soul.

8. But there, you see, is already the sole death angel in readiness to liberate the enraged soul of our hero from its excessively proud and arrogant aristocratic flesh. The angel is armed with a flaming sword – as a sign of his great power lent him by Me and as a sign of his courage and his total lack of fear before such great heroes of the earth, as well as before the whole hell.

9. You see, now the last grain of sand in the urn of time has fallen for this hero, and the angel touches him with his flaming sword and speaks: “Rise, you feeble Soul, and you, proud dust, fall back into the ocean of your bottomless nothingness!”

10. Look, now the body disappears and the bed and the chamber full of earthly splendor are no longer visible. Instead, as you can easily see, a very dark ashen-gray, decrepit-looking soul rises, standing on loose sand, which threatens to swallow it. It looks around, angry, distraught and shy. However, it sees itself in a different way from how we see it – it sees itself still as a general decorated with all his medals and with a sword.

11. “Were am I?” the hero now says, “Which devil has taken me here? Nothing, and again nothing. Wherever I turn my eyes, there is nothing. Look down there, also below me there is nothing!

12. Am I a sleepwalker – or dreaming – or should I actually have died? Oh, this is truly an accursed, silly state! To be sure, I am quite well now and feel no pain, remember every little detail in my life. I was extremely sick. I have scrutinized the silly doctors, have sent the two hypocrites to the devil and have also, of course, owing to the strong, unbearable pain, said some rude things to the Creator; all this I very well remember! I also know that I was very angry and ready to tear everything apart in my rage. But now all this is past. It would be all right, if only I knew where I really am and what has gone on with me?!”

13. There is a little light around me, but the farther out I direct my gaze, the darker it becomes, and I see nothing, nothing, nothing, and again nothing! This is really accursed! Truly, he who does not go to the devil under these circumstances, win not do so in eternity!

14. Strange, strange, I keep becoming more wide-awake, more alive, but at the same time it keeps getting emptier around me. I must surely be in a sort of lethargy? However, those who are afflicted with it, are said to hear and see everything happening around them – but I hear and see nothing except myself; so this can be no lethargy.

15. It is here neither cold nor warm, nor totally dark, although the light is truly not blinding. What I find incomprehensible is that I am in this solo state very merry and in high spirits, so that I could be a clown; and yet, I have as Figura shows, surely not been more solitary in the womb than here. Truly, if I had here such a little thing, eh, such a thing – well, such a thing – yes, yes, all right – if I had such a harlot with me, I could even forget myself, that I – confound it, the general together with his five dozen ancestors! Truly, I would give anything for the most common harlot!

16. If only I could find out where I really am? If this state of affairs should last much longer, this condition could become damned boring! Have once heard something of a God, want to earnestly turn to Him. Have earlier behaved somewhat rudely towards Him. But, if He exists, He will not hold it against me. Hallo, my God, my Lord! If you exist, help me out of this queer, unfortunate situation!”

17. You see, at once an angel comes along and speaks: “Friend, you will remain in this situation until the last drop of your pride has been drained out of you, whereby the last drop of blood will be paid of the blood of many thousands of your brothers shed by you. Throw away all your insignia as a general, and you will find more ground and more light and also company – but beware of your own kind, or you will be lost! Above all, turn to the Lord, and your path will be short and easy. Amen.”

18. You see, at this stage our hero is not prepared to follow this advice. Therefore, the angel leaves him; he will be kept in suspension for several hundred years more.

19. From this you can draw your conclusions as to his “water”, and so nothing further of him.

5. Jesus erläutert Sterbeszenen… Eine Modenärrin stirbt – Jesus explains Deathbed-Scences… A young fashion lady is dying

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flagge de  5. Szene… Eine Modenärrin stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 6. August 1847
Jenseits der Schwelle… Sterbe-Szenen

5. Szene… Eine Modenärrin stirbt

1. Hier folgt noch ein früher Tod, der einer jungen Modeheldin, die sich bei einem Ball zu sehr dem Tanze hingab, um sich irgend einen jungen und reichen Bräutigam zu ertanzen, sich statt dessen aber nur den frühen Tod ertanzt hat.

2. Ein junges, dem Leibe nach überaus gefällig gestaltetes Mädchen von neunzehn Jahren wurde auf einen noblen Gesellschaftsball geladen, welche Einladung sie natürlich mit Einwilligung ihrer Eltern bereitwilligst annahm. Alsogleich wurden die Modekaufläden durchmustert, die zum Glück unter tausend Artikeln doch einen besaßen, der da unserer geladenen Holden anständig war. Nun ging’s zum ersten Modeschneider und zwar mit dem Bedeuten, das Kleid nicht nur nach der letzten Pariser oder Londoner, sondern womöglich nach der letzten Madrider oder New Yorker Mode zu verfertigen, damit man auf einem so glänzenden Ball doch mit etwas Außerordentlichem erscheinen könne, um dadurch das größte Aufsehen zu erregen und auch als eine außerordentliche Erscheinung betrachtet zu werden!

3. Der Schneider hatte keine kleine Angst ob solchen Auftrags, indem er seine Kundschaft schon kannte, mit wieviel Dutzend Kapricen sie bei solchen Gelegenheiten gesalbt war. Er nahm sich daher kreuzmöglichst zusammen und verfertigte wirklich ein Meisterstück von einem Ballkleid zur vollen Zufriedenheit seiner Kundschaft; denn das Kleid konnte ohne Schnürmieder angezogen werden und ob der vielen feinsten elastischen Bänder aber den Leib dennoch so eng zusammenziehen, daß unsere Heldin um die Leibesmitte dünner war als um ihren runden Hals.

4. Dieses New Yorker Modekleid aber war auch so ganz eigentlich die Ursache ihres frühen und nahe plötzlichen Todes; denn da sie auf dem Ball die Königin der Schönheit und Grazie war, so tanzte sie auch mit einem jungen, reichen Affen, der ihr sehr bedeutend in die Augen stach, so wütend viel, daß sie sich dadurch in der zu sehr gepreßten Lunge ein großes Blutgefäß sprengte und ob des dadurch gar starken Blutverlustes in wenigen Minuten eine Leiche war.

5. Als sie auf dem Tanzboden zusammenbrach und aus ihrem Rosenmund ein Blutstrom sich ergoß – zum Schauder aller zahlreich eben auch nicht zu locker geschnürten Mädchen und Damen -, da stürzten freilich wohl ihre Eltern, Verwandte und Ärzte herbei, rissen ihr die Kleider vom Leib und begossen sie mit eiskaltem Wasser und gaben ihr Medikamente, die sie aber, als schon vollkommen tot, natürlich nicht mehr einnehmen konnte.

6. Alles weinte und klagte laut. Die Eltern und der ritterliche Affe von einem Liebhaber rissen sich aus Verzweiflung die Haare vom Kopfe. Andere fluchten solch einem Geschick, wieder andere bedauerten die Unglückliche. Viele verließen den Tanzsaal und trugen ein Notabene mit nach Hause, aber natürlich um nicht viel besser als die Sperlinge, die ein Schuß vom Dache vertrieb.

7. Hier, bei diesem Falle, werden wir in der Geisterwelt eben nicht viel von Belang zu sehen bekommen; aber dessenungeachtet sollt ihr es sehen, wie sich derlei Übersiedlungen in der Geisterwelt ausnehmen.

8. Sehet, da liegt unsere Heldin noch zusammengekauert am mit ersichtlichem Blute besudelten Boden, und dort in einiger Ferne erseht ihr einen Engelsgeist mit über Kreuz geschlagenen Armen stehen! Sein Antlitz verrät Trübsinn, d.i. eine Art Wehmut, die ein solcher Schutzgeist bei solchen Fällen der krassesten Narrheit der Menschen empfindet, so er ihnen mit all seiner Sorge nicht zu helfen vermag.

9. Was aber wird nun dieser trauernde Engel hier tun? Seht, er naht sich dem auch in der Geisterwelt als Leiche ersichtlichen Mädchen! Nun ist er bei ihr und spricht: »O du unsinniges Wesen! Was soll ich nun erwecken bei dir, da alles tot ist an dir, dahin ich nur mein Auge wende?! O Herr, sieh gnädig herab! Hier langt die Kraft nicht aus, die Du mir verliehen; daher strecke Du Deine allmächtige Hand aus und tue mit dieser Törin nach Deinem Wohlgefallen!«

10. Nun seht, dort kommt schon ein anderer, ganz feuriger Engel! Nun ist er da, und seht, sein Feuer ergreift die Tote und verzehrt sie im Augenblick zu Asche. (In der Naturwelt kann das nicht bemerkt werden, weil dieser Akt nur den seelischen Leib betrifft.) Nun fängt in der Asche sich etwas zu rühren an. Der Engel betet über diese Asche. Seines Gebetes letzte Worte sind: »Herr, Dein Wille geschehe!«

11. Darauf verläßt der zweite Engel die sich stets mehr rührende Asche; aber der erste Engel bleibt. Dieses Rühren aber ist nichts anderes als ein neues Zusammenordnen der ganz zerstörten, zerstreuten und höchst zerrütteten Seelenspezifikalpartikel, was nun unmittelbar durch Meine Kraft geschieht. Nun aber wird sich auch sogleich zeigen, wieviel und was von dieser Mädchenseele noch übriggeblieben ist!

12. Seht, nun erhebt sich ein dunkelgraues Wölkchen! Das Wölkchen prägt sich stets mehr aus. – Und nun seht, da haben wir schon eine Gestalt! Ihr könnt sie wohl mit nichts Ähnlichem auf der Erde vergleichen! Der Kopf gleich dem einer Fledermaus, der Leib gleich dem einer Riesenheuschrecke, die Hände wie Gänsefüße, und die Füße gleich denen eines Storches! — Wie gefällt euch diese Mode nun als die Frucht jener weltlichen? – An der Mode aber läge so viel Außerordentliches nicht; aber daß diese Törin, als quasi Selbstmörderin, schwerlich je des Himmels Lichtgefilde betreten wird, das ist etwas anderes! —

13. Es werden wohl einige hundert Jahre vergehen, bis diese zur menschlichen Gestalt kommen wird, und das nur auf sehr schmerzliche Art! Nachher aber wird sie im Geisterreiche sein, was die Albinos auf der Erde sind, nämlich lichtscheu.

14. Weiter ist bei dieser nichts mehr zu sehen und zu lernen, darum nächstens ein anderes Exempel.

flagge en  Scene 5… A young fashion lady is dying

Jesus Christ reveals thru Jacob Lorber on August 6th, 1847

Beyond the Threshold – Deathbed Scenes

Scene 5… A young fashion lady is dying

1. Here follows another early death, that of a young lady of fashion, who during a ball indulged too much in dancing with a view to securing a young and rich bridegroom. Instead, she only gained an early death.

2. A young, physically very attractive girl of nineteen years was invited to attend a grand society ball, which invitation she gladly accepted, with the permission of her parents. At once the fashion stores were gone through, which luckily amongst a thousand articles still had one which found the approval of our invited beauty. Now came a visit to a first-class dressmaker with the intention of making the gown not only according to the latest Paris or London fashion, but if possible after the latest fashion of Madrid or New York. In this way she would appear at this glittering ball in an outstanding outfit, thereby arousing the greatest attention and being regarded as of extraordinary appearance.

3. The dressmaker, knowing his client and the dozens of capricious ideas cropping up on such occasions, was in quite a bit of trepidation on account of this order. Therefore, he did his utmost and actually made a masterpiece of a ball gown to the fullest satisfaction of his client; for the gown could be worn without a corset. However, the many fine elastic bands could compress the body to such an extent that our heroine’s waist became thinner than her round neck.

4. This gown according to the New York fashion was actually the cause of her early and very sudden demise. For, being the beauty queen of the ball, she danced with a young, rich dandy, who suited her fancy, so much so that a large blood vessel in her compressed lungs burst. Owing to the enormous loss of blood, she was dead in a few minutes.

5. When she broke down on the dance floor and a stream of blood gushed from her rosy mouth – to the horror of all girls and ladies, who were also tightly corseted -her parents, relatives and doctors came running, undressed her, poured icy cold water onto her and gave her medicine, which she, being totally dead, could no longer take.

6. Everybody wept and lamented loudly. The parents and the attentive dandy of a lover tore their hair in despair. Some cursed such a fate, others again pitied the unfortunate one. Many left the dance hall caring a reminder home, but of course not much better than the sparrows that are scattered by a shot from the roof.

7. In this case we shall not see much that is of interest in the spirit world. Notwithstanding all this, you shall see how such transitions proceed in the spirit world.

8. Look, there is our heroine still crouched down on the bloodspattered floor, and there at a little distance you see an angel spirit standing with crossed arms. His countenance shows dejection, meaning a kind of sadness, which such a guardian spirit feels in cases of extreme human folly, where he can no longer help the people with his loving care.

9. What will this mourning angel be doing here? You see, he approaches the girl, who is also in the spirit world recognizable as a corpse. Now he has reached her and says: “O you foolish being! What shall I now awaken in you, since everything is dead within, wherever I turn my eyes? O Lord, look graciously down! Here the strength is not sufficient with which you have endowed me; therefore, do stretch out Your almighty hand and do to this foolish girl according to Your liking!”

10. Now look, there comes another, fiery-looking angel! Now he is there, and look, his fire seizes the dead girl and consumes her instantly to ashes. (In the natural/material world this cannot be observed, since this act concerns only the soul/body or: psychic body.) Now something in the ashes begins to stir. The angel is praying over these ashes. The last words of his prayer are: “Lord, Your will be done!”

11. Now the second angel leaves the ashes, which are more and more stirred up, but the first angel remains. This stirring is nothing else but a new gathering together of the totally destroyed, scattered and utterly deranged soul specifica and is directly effected through My power. Now we shall see at once what is left over from this girl’s soul!

12. Look, a dark-gray little cloud is rising! The little cloud takes on more and more form. And now look, there we have a form! You can compare it with nothing else on earth. The head looks like that of a bat, the body like that of a giant grasshopper, the hands are like the feet of a goose and the feet like those of a stork! How do you like this fashion, being the fruit of that worldly one? The fashion is not what is so extraordinary; but it is a different matter that this foolish girl, quasi a suicide, will hardly ever enter the luminous realms of heaven!

13. It may take hundreds of years till she will attain a human form, and then only in a most painful manner. Afterwards she will be in the spirit-realm, as what the albinos are on earth, namely, she will shun the light.

14. With this one, nothing further can be seen and learnt, so another example next.

Szene 4… Ein verwöhnter, fauler, eitler und amoralischer Stutzer stirbt – Scene 4… A spoiled, lazy, vain and immoral Dandy is dying…

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Jakob Lorber Sterbeszenen 04-Jenseits der Schwelle-Ein Stutzer stirbt-Ein Modenarr stirbt-Ein Saeufer stirbt-Ein Raucher stirbt-Ein Sexbesessener stirbt Jacob Lorber Deathbed-Scenes 04-Beyond the Threshold-A dandy dies-A drunkard dies-A Smoker dies-sex-obsessed-lazy
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flagge de  Szene 4… Ein verwöhnter, fauler, eitler und amoralischer Stutzer stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 5. August 1847
Jenseits der Schwelle… Sterbe-Szenen

Szene 4… Ein verwöhnter, fauler, eitler und amoralischer Stutzer (Mode-Narr)

1. Hier die letzte Stunde und der frühe Tod eines Stutzers, der außer Tabakrauchen, Spielen, Fressen, Saufen und Courmachen (den Hof machen) aller schöneren weiblichen Welt und vortrefflich Tanzen nebst Walzerspielen auf einem Flügel – eben dieser schönen Welt zuliebe – nicht viel kannte, obschon er fast seine ganze Zeit auf den Kollegien und Universitäten zugebracht hatte. Unser vorgeführtes Stück von einem Stutzer war der Sohn ziemlich reicher Eltern, die diesen ihren hoffnungsvollen, über die Maßen verzärtelten Sohn natürlich nichts anderes als studieren ließen, sobald er nur das ABC aus der Hand gelegt hatte.

2. Damit es aber dem zarten Knäbchen beim schweren Studieren der lateinischen Sprache ja doch nicht gar zu schwer geschehen solle, so ward er fürs erste in ein sehr gutes Kosthaus gegeben, damit er gehörig zu essen haben und natürlich wachsen solle, aber freilich nicht an Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen, sondern nur am Leibe. Und daß ihm das angestrengte Studieren ja nicht etwa eine Abzehrung an den Hals zöge, so durfte er jedes Jahr repetieren, falls er es nicht so weit bringen konnte – natürlich mit der leichtesten Mühe -, eine Schule in einem Jahre durchzumachen. Zu dem Behufe wurden auch die Professoren zu jeder Zeit, besonders in den unteren Schulen, aufs gehörige gespickt und für jeden Gegenstand ein sanftmütigster Instruktor aufgenommen.

3. Auf diese Weise rutschte unser Student wohl mit genauer Not durch die unteren Schulen; nur in den Kopf ist ihm auf diese Art wenig oder nichts hineingerutscht. Die Folge davon war, daß er in den höheren Schulen dann fortwährend steckenblieb. Und da ihn gewöhnlich das Studieren anekelte, so verlegte er sich danebst hauptsächlich auf die oben angeführten Freikünste, nämlich aufs Tabakrauchen, Spielen, Fressen, Saufen etc.

4. Nach zurückgelegten Studien und überall mittelmäßig gemachten Prüfungen versuchte er sich in den Kanzleien zwar, aber diese Papier- und Tintenluft mundete ihm nicht; er bekam von seiner Mutter ja stets soviel Geld, daß er sich auch ohne Kanzlei ganz kavaliermäßig durchbringen konnte. Dabei machte er allen noblen Mädchen den Hof und einer nach der andern Heiratsanträge, wodurch es denn auch geschah, daß aus lauter Hoffnungmacherei auf verheißene Heiraten recht viele von ihm angebetete Holde in die wirkliche ‘Hoffnung’ ohne Heirat kamen.

5. Nebst diesen mit blinden und dadurch, wie bemerkt, sehr oft mit freilich unangenehmen, dafür aber lebendigen »Hoffnungen« dotierten Holden verlegte sich unser »Staatsmann« aber auch auf andere weibliche Wesen, die er, ohne ihnen zuvor das Heiraten zu versprechen und Hoffnung zu machen, allzeit um einen leichten Sold haben konnte und nicht zu fürchten hatte, daß diese Grazien von ihm dadurch in eine gewisse andere »Hoffnung« gesetzt werden könnten.

6. Aber dabei geschah es denn auch nicht selten, daß er mit der Syphilis in allen Graden zu tun bekam und am Ende so stark, daß selbst die erfahrensten Ärzte auf diesem Felde ihm weder Rat noch Hilfe schaffen konnten. Allgemeine Vertrocknung der natürlichen Lebenssäfte war die Folge solch »schöner« stutzerischer Lebensweise, für welches Übel Ich, der Herr, bei der Welterschaffung leider rein »vergessen« habe, ein »heilend Kräutlein« zu erschaffen. Daher sich denn auch unser Stutzerchen nolens volens zum Sterben bereitmachen mußte. Freilich wohl eine sehr unangenehme Erscheinung für einen die Welt mit ihren süßen Venusfreuden überaus liebgewonnenen Fashionablen. Aber es ist schon einmal also, daß da alles den Weg des Fleisches wandeln muß. Und so mußte am Ende auch dieser Stutzer, der am Fleische seine größte irdische Seligkeit hatte, ja um so mehr den so ganz eigentlichen »Weg des Fleisches« wandeln.

7. Seht aber nun hin auf sein stinkend Lager, wie er sich krümmt und bäumt und nach Luft und Wasser lechzt; aber er bringt keines mehr in den Magen, da alle seine Schlundsehnen ausgetrocknet sind und nicht mehr vermögen, auch nur einen Wassertropfen in den Magen hinabzuziehen! Sein Atem ist kurz und sehr schmerzlich, da die Lunge schon nahe ganz vertrocknet ist. Also ist auch seine Stimme ganz gebrochen; nur kurze, gelähmte Halbworte kann er noch unter großen Schmerzen ausstoßen, und da gleicht der Ton dem eines schlechten Fagotts in den Händen eines Schülers. Er möchte wohl noch stutzerisch fluchen und möchte am Ende wohl gar auch noch einige gelehrte Phrasen aus Voltaire oder Sir Walter Scott herstammeln; aber die allgemeine Trocknis läßt so etwas nicht ausführen, und die starken Schmerzen in allen Lebenswinkeln lassen ihm auch nicht Zeit, seine Gedanken dazu noch einmal wie auf einen Punkt zusammenzubringen. Daher liegt er stumm röchelnd da, nur manchmal stößt er einen gellend schnarrenden Fagott-Ton aus seiner ganz vertrockneten Kehle.

8. Seht, so gestaltet sich häufig das Ende solcher Wüstlinge diesseits! Da wir aber bei diesem Stutzer diesseits auch nichts mehr zu betrachten haben, da ihm, wie ihr zu sagen pflegt, der Tod schon für die nächste Minute auf der Zunge sitzt, so wollen wir uns sogleich nach jenseits wenden und sehen, wie da unser »Mann« einrücken wird.

9. Sehet, da ist sein Lager gleichwie das auf der Welt! Noch liegt er gleichgestaltig auf demselben. Aber zugleich ersehet ihr an seinem Lager nur einen Engel mit einer Brandfackel in der Hand, um mit deren geistiger Flamme des Stutzers letzte Lebenssafttropfen zu vernichten!

10. Bei solchen Menschen erscheint darum nur ein Engel, weil in ihnen Seele und Geist völlig wie tot sind. Nur der Würgengel, der über das Fleisch und über den Nervengeist gesetzt ist, hat hier das zu tun, daß er nämlich das Fleisch und den Nervengeist möglichst stark peinige und brenne, auf daß er dadurch die zerfetzten Seelenreste und in diesen den ebenso zersplitterten Geist in den Nervengeist zurücktreibe – und auf diese Art den also sterbenden Menschen vor dem ewigen Tod verwahre!

11. Er (der Engel) wird bei diesem Menschen auch nichts reden, sondern wird ihn lediglich mit seiner Fackel aus der naturmäßigen in diese Geisterwelt herüberbrennen, was gewöhnlich mit solchen Menschen zu geschehen pflegt und auch geschehen muß, weil sie ohne solche letzte Gnadenmanipulation um das ganze Dasein kämen.

12. Dieser Akt ist gleich dem entstellten heidnischen in der Sage des Prometheus. Denn die geistigeren Urmenschen sahen derlei Verrichtungen in der Geisterwelt, die damals aber freilich unaussprechlich viel seltener vorkamen als in dieser weit über Sodom und Gomorra sinnlichen Zeit. So erhielten sich davon denn auch noch Sagen, aber nach ein paar tausend Jahren über die Maßen entstellt.

13. Hier aber stellt sich auch wieder derselbe Prometheus vor – in seinem eigentlichen, unentstellten Wirken. – Aber sehet, nun hat der einsame Engel sein Werk gut beendet; das Fleisch unseres Stutzers ist hier ersichtlich durch und durch zu Asche verbrannt, und seht, aus der Asche erhebt sich ganz langsam und träge – nicht etwa ein herrlicher, verjüngter Vogel Phönix, o nein, sondern – seht – nur ein dummer Affe, aussehend wie ein alter, dekrepiter (degenierter, d. Hg.)’ Pavian! Er ist ganz stumm, nur etwas sehen kann er.

14. Die Tiergestalt hat darin Ihren Grund, weil solche Menschen ihr wüstes Leben hindurch die feineren Menschenseelen-Spezifikalpartikel völlig vergeuden durch ihre Wollust und nur die gröberen tierischen in resto behalten. – Bei diesem ist doch noch wenigstens die Affenseele geblieben. Aber da gibt es andere, die bis zu den scheußlichsten Amphibien sich ganz verpfuschen!

15. Bei diesem Menschen läßt sich nun das »Wasser seines Lebens« auch noch nicht bestimmen; denn der muß jetzt, wie ihr zu sagen pflegt, auf die Halt (Weide) und wird Geistern übergeben, die über solche entartete Tierseelen gesetzt sind. Vielleicht bewirken sie mit allem Fleiße in hundert Jahren, daß diese Seele wieder zur menschlichen Gestalt kommt.

16. Mehr läßt sich nun von dieser Seele nicht beschreiben; daher nächstens ein anderes Exempel.

flagge en  Scene 4… A spoiled, lazy, vain and immoral Dandy is dying…

Jesus Christ reveals thru Jacob Lorber August 5th, 1847
Beyond the Threshold – Deathbed Scenes

Scene 4… A spoiled, lazy, vain and immoral Dandy is dying…

1. This is the last hour and the early death of a dandy, who apart from tobacco smoking, gambling, gluttony, drink, paying court to all the better looking females and being an excellent dancer and player of waltzes for the sake of this beautiful world, did not know much, although he had spent almost all his time at colleges and universities. The dandy demonstrated here was the son of rather wealthy parents, who, of course, allowed their promising, enormously spoilt son to take up all sorts of studies as soon as he had mastered the ABC.

2. So that the tender boy during the difficult learning of the Latin language should not do too badly, he was given into a very good boarding-house, where he had plenty to eat and could grow; however, not in wisdom and in favor with God and men, but only in body. And so that he should not waste away with all this heavy learning, he was allowed to repeat each year in case he could not finish – naturally in the easiest manner – a grade in one year. For this purpose the professors, particularly in the lower grades, were heavily bribed and for every subject a goodhearted instructor was taken on.

3. In this way our student narrowly made it through the lower grades, only his head benefited little or nothing in this manner. As a consequence, he continually failed to pass in the higher grades. And since he had no great liking for learning, he applied himself mainly to the above mentioned free arts, namely smoking, gambling, gluttony, drinking etc.

4. Having gone through his studies and passed everywhere with just fair marks, he tried his hand in lawyer’s offices, but the air reeking of paper and ink did not agree with him. He was always given so much money by his mother, that he could live the life of a gentleman also without a lawyer’s office. At the same time, he courted all the daughters of better houses and proposed to many, so that with all the prospects of matrimony held out to them, many a sweet girl ended up “expecting” without the marriage bond.

5. Apart from these beauties, whom he instilled with disagreeable, but  living “hope”, our “government official” also favored other females, whom he could have at any time for little money, without the promise of marriage and the fear of impregnating these beauties.

6. And so it sometimes happened that he was infected with Syphilis in all degrees, finally so much so that even the most experienced doctors in this field could no longer help him. The consequence of this disorderly conduct was a general drying up of the natural vital juices, for which evil I, the Lord, at the creation of the world, alas, had completely forgotten to create a “healing herb”. And so our dandy nolens, volens had to prepare himself for death. Certainly a rather disagreeable procedure for a fashionable man, who loved the world and its sweet pleasures. But as it so happens, everyone must go the way of the flesh. And finally also this dandy, whose greatest earthly bliss was the flesh, was all the more forced to walk the true “way of the flesh”.

7. Just look towards his smelly bed, where he twists and turns gasping for air and water. But he is no longer able to get any into his stomach, for all the ligaments of his gullet are dried out and unable to draw even a drop of water into the stomach. His breath is short and very painful, since the lungs are almost completely dry. His voice is also quite broken. He is only able to utter a few painful, half-expressed words, the sound of which is like that of a bassoon in the hands of a pupil. And although he tries to curse like a dandy and to stammer a few learned phrases from Voltaire or Sir Walter Scott, the general dryness of his system does not allow it and the strong pains in all his vital parts leave him not even the time to concentrate his thoughts once more on one point. Therefore, he lies there gasping, only sometimes uttering a piercing, rasping bassoon sound from his completely dried out throat.

8. You see, this is how the end of such libertines often turns out in this world! However, since there is nothing more to be observed with this dandy in this world and, as you express it, death is about to claim him any moment, we will turn at once to the beyond and see how our man will arrive there.

9. Look, his bed is exactly like the one he had in the world. He still lies there like before, but at the same time you see by his bed only an angel with a flaming torch, destroying the dandy’s last vital drops with its spiritual flame!

10. The reason why there is only one angel with such people is because  their soul and spirit are completely dead. Only the angel of death, who governs the flesh and the nerve spirit, is here to torment and burn the flesh and the nerve spirit, thereby collecting the scattered remnants of the soul and the equally scattered spirit in the nerve spirit, in this way preventing the dying person from eternal death.

11. He (the angel) will not speak to this man, but will only burn him with his torch from the natural world into the spirit world. This usually happens, and must happen, with such people, for without this last act of grace they would lose their whole being.

12. This act is like the distorted pagan act in the fable of Prometheus. For the more spiritual original people observed such performances in the spirit world which, to be sure, were indescribably rarer than in this time, which is far more voluptuous than Sodom and Gomorrah. So a few of their fables survived, only distorted beyond measure after a few thousand years.

13. Here the same Prometheus appears – as he acted in reality. But look, now the solitary angel has brought his work to a good end. The flesh  of our dandy is burnt to ashes through and through, and observe, out of the ashes, quite slowly and idly – not a glorious, rejuvenated bird Phoenix, oh no, but look – only a silly monkey, looking like an old decrepit baboon, is rising! He is quite dumb, but he can see a little.

14. The animal form is due to the fact that such people during the course of their debauched life totally waste the finer human soul specific particles through their lust, retaining only the coarser animal ones. In this case at least the monkey soul remained. But there are others, who have spoilt themselves down to the ugliest of amphibians.

15. With this man the “water of his life” cannot be determined as yet, for he must now, as you say, “go into pasture”. There he will be handed over to spirits, who are placed in charge of such degenerated animal souls. Perhaps they will achieve that, with all diligence in a hundred years, this soul will again attain a human form.

16. It is not possible to say more of this.

Ein Ehebrecher stirbt… Jesus erläutert Sterbeszenen – An Adulterer is dying… Jesus explains Deathbed-Scenes

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flagge de  Szene 3… Ein reicher, religiöser, wohltätiger Ehebrecher stirbt…

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber Jenseits der Schwelle am 3. August 1847

Szene 3 – Ein wohltätiger, religiöser, ehebrechender Reicher stirbt

1. Da sind wir schon wieder am Sterbebett eines Mannes, der sehr reich war, seinen Reichtum rechtmäßig verwaltete, seine Kinder möglichst wohlerzog und dabei die Armen stets bestens bedachte, – freilich mitunter auch manchmal für ein sogenanntes vergnügtes Stündchen jene armen, aber jungen Schwesterchen, die um einen Herzogspfennig (Dukaten) für allerlei lustige Dinge zu haben sind. Daneben aber hielt er im Ernste große Stücke auf die Heilige Schrift, las oft und fleißig darin und glaubte fest, daß Jesus der eigentliche Jehova ist, denn er lernte solches aus Swedenborgs Werken, von denen er in seinen Musestunden bis auf einige kleine Werkchen alle gelesen hatte.

2. Solche seine Belesenheit aber machte ihn auch sehr aufbrausend, so er jemanden über Jesus gleichgültig oder gar schmählich reden hörte, und befand sich irgend ein solcher ‘Antichrist’ in seiner Gesellschaft, so mußte dieser sich beizeiten aus dem Staube machen, ansonst er wohl die übelsten und sehr handgreiflichen Folgen zu befürchten hatte. Kurz und gut, unser Mann war ein vollkommener strenger Held fürs reine Christentum.

3. Dieser Mann erkrankte in seinem bedeutend vorgerückten Alter, und zwar infolge einer großen Festtafel, bei der er des Guten schon ohnehin zuviel tat, und nach der Tafel besonders ob des – wegen des durch die vielen starken Weine zu sehr aufgereizten Blutes – gepflogenen zweimaligen Beischlafes mit einer jungen, fleischlich sehr üppigen Schwester.

4. Als unser Mann nach solcher Expedition nach Hause kam, empfand er einen leichten Schwindel, den er für ein ‘Ruschel’ hielt. Aber er irrte sich. Kaum war er im Begriff ins Bett zu steigen, als ihm schon die Füße den Dienst versagten. Er stürzte für die Welt bewußtlos zusammen und war – wie ihr zu sagen pflegt – auch schon mausetot.

5. Daß die Seinigen – zutiefst erschreckt – augenblicklich alles aufboten, ihren Hausvater zu erwecken, versteht sich von selbst. Aber es war vergebliche Mühe, – denn was einmal von den Engelsgeistern geholt wird, das erwacht für diese Welt nimmer.

6. Es ist daher bei diesem Manne diesseits nicht viel mehr zu beschauen und zu behorchen, darum wollen wir uns aber auch sogleich in die Geisterwelt begeben und sehen, wie sich unser Mann dort ausnimmt, was er beginnt und wohin er sich wendet.

7. Vor allem aber müßt ihr wissen, daß Menschen, die von einem Totalschlag gerührt werden, durchaus nicht wissen und auch nicht im geringsten merken, daß und wie sie gestorben sind. Sie finden keine Veränderung – weder ihres Hauswesens, wie sie es auf der Erde hatten, noch in ihrem Befinden, außer daß sie ganz gesund sind, was sie aber gewöhnlich auf der Welt auch waren. Desgleichen sehen sie auch keine Engel, obschon diese nahe bei ihnen sich befinden, und vernehmen auch nicht das Geringste aus der Geisterwelt, in der sie sich doch vollkommen befinden. Kurz und gut, sie sind in allem und jedem wie noch ganz auf der Welt. Sie essen und trinken, sie leben in ihrem wohlbekannten Ort, in ihrem Hause und vollends in ihrem Familienkreis, da ihnen sozusagen kein teures Haupt fehlt.

8. Also war und ist es auch mit unserem Manne der haargleiche Fall, – seht, nun schon in der Geisterwelt! Er steigt ganz guter Dinge in sein Bett in seinem wohlbekannten Schlafzimmer, das hier ganz auf ein Haar mit all dem ein gerichtet ist wie das auf der Erde. Seht, wie ganz gemächlich er sich im Bette ausstreckt und den Schlaf sucht und erwartet! Aber dieser einzige Umstand macht unseren Mann etwas stutzig, daß er diesmal zu keinem Schlafe kommt, – denn der Schlaf ist den Geistern fremd. Sie haben wohl auch einen entsprechenden Zustand, der dort Ruhe heißt, aber im wesentlichen nicht die leiseste Ähnlichkeit mit dem irdischen Schlafe hat.

9. Behorchen wir nun aber unseren Mann selbst und sehen, wie er sich in seinem neuen Zustande benimmt und wie er ihm vorkommt. Hört, was er nun im Bette spricht: ‘Du, Lini, schläfst du?’ Die Lini (sein Weib) richtet sich auf und sagt: ‘Was willst du, lieber Leopold, fehlt dir etwas?’ (N.B. Weib und Kinder und sonstige zum Hause Gehörige reden durch eigens dazu beorderte Geister wie verdeckt dargestellt.) Spricht der Mann: ‘Nein, mir fehlt gerade nichts, ich bin, Gott sei’s gedankt, ganz kerngesund. Nur kein Schlaf, aber auch nicht die leiseste Anmahnung zum Schlafe will sich meiner bemächtigen. Geh und gib mir meine Schlafpillen, ich werde ein paar verschlucken, vielleicht wird sich’s nachher tun.’

10. Die Lini steht sogleich auf und erfüllt den Willen des Mannes. Die Pillen sind nun ‘verschluckt’, aber der Schlaf bleibt noch immer aus.

11. Der Mann spricht nach einer Weile: “Lini, geh, gib mir noch ein paar, denn sieh, mir kommt noch kein Schlaf, ich werde nur stets munterer statt schläfriger.”

12. Lini spricht: “Geh, laß die Pillen, könntest dir damit noch den Magen verderben. Pflege dafür lieber mit mir einen Beischlaf, und du wirst dadurch vielleicht eher zu einem Schlafe kommen, wenn du denn schon durchaus schlafen willst.”

13. Spricht der Mann etwas betroffen: “Ja liebe Lini, mit dem Akte wird’s nun bei mir etwas hart hergehen; denn du weißt es ja schon aus langer Erfahrung, daß ich nach einem großen Schmause dazu nie disponiert bin. Denn da versagt mir die Natur allzeit den gewissen erforderlichen Dienst. Daher gib mir doch lieber noch ein paar Pillen!”

14. Spricht das Weib: “Sonderbar, mein lieber Herr Gemahl! Man spricht aber doch, daß sich der reiche, gottesfürchtige Leopold gewöhnlich nach solchen Festtafeln zu einer gewissen Cilli begebe und dort seinen Mann derart stellen soll, daß sich daran ein Jüngling ein Beispiel nehmen könnte. Aber so nachher daheim die treue, freilich wohl schon etwas mehr bejahrte Lini merken läßt, daß sie des Leopolds Weib ist und manchmal aus gewissen Gründen auch zu keinem Schlafe kommen kann, da hat der Leopold dann allzeit tausend theosophische, philosophische und Gott weiß was alles noch für Gründe, des Weibes billiges und ohnehin sehr seltenes Verlangen zu beschwichtigen! Schau Leopold, du Freund der Wahrheit, wie kommt es dir denn so geheim bei dir vor, so du mich, dein allzeit getreuestes Weib, so schnöde und wahrhaft scheinheilig anlügst? Wie oft hast du mir die Schändlichkeit des Ehebruches mit den grellsten Farben ausgemalt! Was sagst du aber nun zu dir selbst, so ich es dir sonnenklar bezeigen kann, daß du selbst ein Ehebrecher bist?!”

15. Spricht der Mann ganz verdutzt: “Lini, liebes Weib, woher weißt du denn solche Taten von mir? Wahrlich, so etwas könnte ich nur in einem dicksten Rausche getan haben, – und habe ich’s getan, so rechne ich darauf, daß du mit einer menschlichen Schwäche an mir auch eine christliche Geduld haben wirst und wirst davon weiter keinen unser ganzes Haus entehrenden Gebrauch machen! Sei gescheit, liebes Weib, sei gescheit und rede nicht mehr davon; denn sieh, deswegen habe ich dich dennoch überaus lieb! – Sei nur wieder gut, sei gut, mein liebes Weiberl, ich werde so was in meinem ganzen Leben nimmer tun!”

16. Spricht die Lini: “Ich glaub’s auch. Wenn man schon sein ganzes hindurch so gelebt hat und sein treues Weib wenigstens alle vierzehn Tage einmal betrogen und ein paarmal sich sogar eine abscheuliche Krankheit geholt hat, da wird es freilich wohl an der Zeit sein, von derlei Verrichtungen abzustehen, von denen in der Schrift geschrieben steht: ,Hurer und Ehebrecher werden in das Himmelreich nicht eingehen!` Sage mir du, mein in aller Gottesgelehrtheit wohlunterrichteter Mann! – was wohl würdest du nun tun, so dich der Herr plötzlich abriefe? Wie sähe es da mit deiner Seligkeit aus? Oder hast du es vom Herrn etwa schriftlich, daß Er dich so lange wird leben lassen, bis du dich bessern wirst aus deines Lebens Fundament? – Ich möchte aber noch wegen der gewissen Schwester Cilli nichts sagen; aber die unverkennbare sinnliche Neigung, die du zu unserer eigenen ältesten Tochter, bevor sie heiratete, auf eine Weise kundgetan hast, die dir einen unvergänglichen Schandfleck vor Gott und allen Menschen, so sie es wüßten, auf deine gottesgelehrte Stirne gedrückt hat, – sage, was soll ich denn dazu sagen?! Oder was wird Gott dazu sagen?!”

17. Spricht der Mann noch viel mehr verdutzt: “O Weib, du fängst an, mich im Ernste zu quälen. Freilich, leider mit allem Recht, denn es wäre mehr als läppisch von mir, so ich es dir negieren möchte. Aber weh tut es mir dennoch, und ich begreife überhaupt gar nicht, wie du, meines Wissens, durch unsere ganze Ehezeit nichts davon erwähntest und nun alle Schleusen auf einmal öffnest und mich förmlich vernichten willst!?

18. Bedenke, daß wir Menschen alle schwach sind in unserem Fleische, wenn wir auch den willigsten Geist haben, und du wirst mir alle meine Schwächen leicht verzeihen! Bedenke, daß der Herr die Ehebrecherin nicht gerichtet hat, so wird wohl auch ein reuiger Ehebrecher bei Ihm Erbarmung finden! Und also richte auch du, liebes Weib, mich nicht; denn ich bekenne und bereue ja meine große Schuld an dir samt dem leidigen Vergehen an unserer verheirateten Tochter! Der Herr Jesus vergebe es mir, wie du es mir vergibst!”

19. Das Scheinweib spricht: “Gut denn, so sei dir alles Geschehene vollends vergeben. Sieh aber zu, daß du in Zukunft von deiner vorgeschützten Schwäche keinen Gebrauch mehr machst, sonst wirst du wenig Segen von dieser meiner vollsten Nachsicht haben! Ich werde dich daher noch eine Zeit ertragen – und sehen! – Aber schlafen wirst du nimmer, denn sieh und höre! Du bist nicht mehr auf der Erde, sondern hier in der Geisterwelt! Und Ich, die du nun als dein oft berücktes Weib ansahst, bin nicht dein Weib, sondern – siehe her! – Ich bin dein Herr und dein Gott! Belasse dich aber, so du willst, wie du nun bist; willst du aber weiter, so folge Mir hinaus aus diesem deinem alten Schandgemach!”

20. Der Mann erkennt Mich und fällt wortlos vor Mir auf sein Angesicht.

21. Ich aber sage zu ihm: “Richte dich empor; denn deine Liebe ist größer denn deine Sünde, daher sei dir alles vergeben! Aber bei Mir kannst du noch nicht Wohnung nehmen, solange dir noch Irdisches anhängt. Siehe aber, dort stehen Engel in Bereitschaft, die werden dich führen die rechten Wege. Und wenn dein irdisch Haus wird von diesen deinen Führern mit der Not und Armut geschlagen sein, dann wirst du bei Mir ein neues Wohnhaus finden für ewig. Amen!”

22. Seht, das ist wieder ein anderes ‘Wasser’. Manche verharren länger in dem Naturzustand, wie da der war dieses unseres Exempel-Mannes; dieser aber war nur darum sehr kurz, weil er auf der Welt viel Liebe-Gutes tat, und weil er für sein Vergehen sogleich ernstliche Reue bezeigte.

flagge en  Scene 3… A rich, religious, benevolent Adulterer is dying…

Beyond the Threshold – Deathbed Scenes
Revealed by Jesus Christ thru Jacob Lorber on August 3rd, 1847

Scene 3… A rich, religious, benevolent Adulterer is dying

1. Here we are again, at the deathbed of a man, who was very rich, managed his wealth justly, brought up his children in the best possible manner and with all that always gave freely to the poor – of course also now and again for a so-called jolly hour to those poor but young harlots, who can be had for such jolly things for a ducat. Besides, he held the Holy Scriptures in great esteem, reading often and diligently in them and firmly believing that Jesus was actually Jehovah. All this he learnt from the works of Swedenborg, all of which, with the exception of a few minor books, he had read.

2. Such literacy made him also flare up whenever he heard someone talk indifferently or even in a belittling manner of Jesus; and if he met such an “Antichrist” among his company, this person did well to leave early or else had to expect evil consequences, even physical attacks. In short, our man was a perfect paragon of pure Christianity.

3. This man fell ill at a rather advanced age after a great banquet where he had too much to eat, but particularly because after the meal, his blood being stirred up owing to the many strong wines imbibed, he cohabited twice with a young, voluptuous harlot.

4. When our man came home after this expedition, he felt a slight dizziness, which he mistook for intoxication. And as soon as he tried to get into bed, his legs failed him. He collapsed and was instantly completely dead, as you say.

5. It goes without saying that his loved ones, in great alarm, at once tried everything to revive the householder. But it was a vain effort, for whatsoever has once been picked up by angel spirits, will not wake up again for this world.

6. Therefore, not much more can be seen and heard in this world of this man, and so we will proceed at once to the spirit world and see how our man fits in, what he is going to do and where he turns to.

7. First of all you must know that people who have suffered a stroke do not know and are not in the least aware of the fact that, and how, they have died. They find no change, neither in their household, as it was on earth, nor in their physical well-being, except that they are quite healthy, which they have usually been in the world also. As well, they fail to see angels, although these are close by, and they see nothing at all of the spirit world in which they are certainly and completely. In short, in everything they are still, as it were, in the world. They eat and drink, living where they always lived, in their house and within the circle of their family, where they miss no member of their family.

8. Thus it was and is exactly the same case with our man – look, already in the spirit world. He gets into bed in good spirits in his well-known bedroom, which is in every detail identical with the one on earth. See how comfortably he stretches out on his bed seeking and expecting sleep! But this single detail makes our man somewhat puzzled, namely, that this time he cannot find any sleep, for sleep is unknown to spirits. Although they have a corresponding condition, which is there called rest, essentially it has not the slightest resemblance to the earthly sleep.

9. Now let us listen to our man personally and see how he is behaving in his new condition and what he thinks of it. Listen to what he is now saying while in his bed: “You, Lini, are you asleep?” Lini (his wife) sits up in bed and asks: “What do you want, dear Leopold, is anything the matter with you?” (Wife and children and others belonging to the household are represented as it were undercover by specially commissioned angels). Says the man: “No, nothing is the matter, I am quite well, heaven be praised. Only sleep, not the slightest resemblance to sleep is there. Go and give me my sleeping pills; I shall swallow a few, perhaps it will be all right then.”

10. Lini gets up and fulfils her husband’s will. But although the pills have been swallowed, sleep will not come.

11. After a while the man says: “Lini, go, give me a few more, for you see, I still cannot find any sleep. Instead of more sleepy, I am becoming more and more lively.”

12. Lini says: “Go on, forget the pills; you could easily spoil your stomach with them. Instead, make love to me, and you will perhaps have a better chance to sleep, since you want to sleep at all costs.”

13. Says the man in some consternation: “Yes, dear Lini, concerning the act, it may have its difficulty with me. For you know from long experience that I am never disposed to it after a great feast. For in that case, nature refuses to cooperate. So give me a few more pills instead!”

14. Says the wife: “Strange, my dear husband! But rumor has it that the rich, pious Leopold after such feasts usually goes to one Cilli, making love to her so that a youth could take an example from him. But if later the faithful, somewhat more aged Lini points out to him that she is Leopold’s wife and sometimes for certain reasons cannot find any sleep either, Leopold has always a thousand theosophical, philosophical and God knows what reasons with which to appease the wife’s justified and anyway rarely made demands. Look, Leopold, you friend of truth, how do you feel in secret when you utter such despicable and truly hypocritical lies to me, your always most faithful wife? How often you painted to me the ignominy of adultery in the most glaring colors! What do you say for yourself, if I can prove to you beyond doubt that you yourself are an adulterer?”

15. Says the husband, quite taken aback: “Lini, dear wife, how is it that you know such deeds of mine? Truly, this I could have done only heavily intoxicated, and if I did it, I count on your Christian patience with my human weakness, hoping you will not use it to dishonor our whole house! Be reasonable, dear wife, be reasonable and stop talking about it. You see, I still love you exceedingly. Just be good again, be good, my dear Lini wife, and I shall never again do this in all my life!”

16. Says Lini: “I believe that too. If someone has lived all his life like that, deceiving his faithful wife at least every two weeks and even contracting several times a nasty sickness, it will certainly be time to forget such actions, of which Scripture says: “Whoremongers and adulterers will not enter the Kingdom of Heaven!” Do tell me, my in all theosophy well-informed husband, what would you do if the Lord should suddenly call you away? How about your blissfulness in that case? Or do you have a written statement by the Lord, saying that He will let you love until your thorough betterment? I do not want to say anything on account of one Cilli, but what shall I say about the unmistakable amorous attachment to our own eldest daughter, which prior to her marriage you demonstrated in a manner as to imprint on your theosophical forehead an indelible blemish before God and all people, provided they knew about it? Or what will God say about it?”

17. Says the husband, even more startled: “O wife, you are beginning to torment me in earnest. Of course, it is, alas, justified, for it would be more than silly of me to deny it. But it is still hurtful and I fail to comprehend how you, who as far as I know in all our married years never made mention of it, suddenly open all locks trying to downright destroy me?”

18. “Consider that we human beings are all weak in our flesh, even though we have the willing spirit, and you will easily forgive me all my weaknesses! Remember that the Lord did not condemn the adulteress, and so also a repentant adulterer will surely find mercy with Him. Therefore also you, dear wife, do not judge me, for I certainly confess and repent my great sin against you as well as the grievous sin against our married daughter. May the Lord Jesus forgive me, as you are forgiving me.”

19. The phantom wife says: “Well then, let all that has happened be forgiven you in full. But see that from now on you no longer abuse your pretended weakness, or you will derive little blessing from this fullest forgiveness on my part! Therefore, I shall bear with you for some time more – and see! But you will not ever sleep, for look and listen: you are no longer on the earth, but here in the world of spirits! And I, whom you mistook for your often mad wife, am not your wife, but – observe – I am your Lord and your God! Remain as you are, if you like; however, if you want to progress, follow Me out of this your old phantom room!”

20. The man recognizes Me and falls on his face before Me, speechless.

21. But I say to him: “Raise yourself up; for your love is greater than your sin, and thus everything is forgiven you! However, with Me you cannot as yet take your abode, as long as anything earthly is clinging to you. But look, angels are standing there in readiness, who will guide you on the right paths. And when your earthly house will be smitten with want and poverty by your guides, you will find a new abode with Me forever. Amen!”

22. You see, this is again another “water”. Some remain for a longer time in the natural state like the one of our man. The reason why it was so short was because he did many loving and good deeds while on the earth and because he immediately showed earnest remorse for his transgression.

Szene 2 – Ein gelehrter Astronom & Philosoph stirbt… Jesus erläutert – Scene 2 – An Astronomer & Scholar is dying… Jesus elucidates

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flagge de  Szene 2 – Ein gelehrter Astronom & Philosoph stirbt… Jesus erläutert

Szene 2 – Ein gelehrter Astronom & Philosoph stirbt… Jesus erläutert
Niederschrift durch Jakob Lorber am 02. August 1847

1. Gehen wir an das Krankenlager eines Gelehrten, für dessen irdische Lebenserhaltung – wie ihr zu sagen pflegt – kein Kräutlein mehr gewachsen ist, und betrachten diesen zweiten berühmten Mann, wie er sich in den letzten Stunden noch diesseits befindet – und wie er drüben erwacht und welche Richtung ihm seine Liebe gibt.

2. Der Mann, den wir nun betrachten werden, war auf der Welt ein Philosoph und zugleich ein Astronom “in optima forma” (In vollendeter Ausprägung, d. Hg.), wie ihr zu sagen pflegt.

3. Dieser Mann hat in seinem großen Eifer, die Sterne zu mustern und zu berechnen, ein Alter von etlich siebzig Jahren erreicht, hat sich aber bei einer anhaltenden Sternguckerei an einem sehr kalten Winterabend dergestalt abgekühlt, daß man ihn bei seinem Tubus (Fernrohr, d. Hg.) beinahe ganz erstarrt angetroffen hatte, von wo er dann von seinem Freunde sogleich in seine erwärmte Wohnung gebracht und augenblicklich mit der bestmöglichen ärztlichen Hilfe versehen ward, der zufolge er auch in der Zeit von ein paar Stunden wieder soweit zurechtgebracht wurde, daß er seinen sogenannten letzten Willen seinen Freunden kundgeben konnte, welcher also lautete:

4. “Im Namen der unerforschlichen Gottheit! Da man nicht wissen kann, wie lange das unerforschliche Geschick einem Menschen noch dies elende Leben belassen wird, und man auch nicht weiß, welch ein Ersatz einem dafür zuteil wird, so ist es mein Wille, daß ihr, meine lieben Freunde, zuerst meinen Leichnam – so ich sterben sollte – durch Einbalsamierung vor der Verwesung bewahret und ihn in einem wohlvermachten Kupfersarge in eine Gruft bringet, darin schon mehrere meiner wertesten Kollegen ruhen und gewisserart meiner harren. Das Eingeweide aber, das da zuerst in Fäulnis übergeht, tuet in eine eigene Testinal-Urne unter Spiritus und setzet es in mein Museum an einen Ort, der jedermann sogleich in die Augen fällt, auf daß ich wenigstens in der Erinnerung der Menschen fortlebe, so schon an kein anderes Fortleben nach dem Tode des Leibes zu denken ist.

5. Was mein Vermögen betrifft, so wisset ihr, meine Freunde, es ohnehin, daß ein Gelehrter auf dieser Welt selten mehr besitzt, als er zu seinen täglichen geistigen und physischen Auslagen benötigt, und so ist es denn auch bei mir jetzt, wie es allezeit war. Ich habe kein Geldvermögen je gehabt und kann daher auch keines hinterlassen. Veräußert aber bald nach meinem Hintritt meine hinterlassenen Effekten und besorget damit das, was ich gleich anfangs anbefohlen habe.

6. Meine drei noch lebenden Kinder, die alle gut versorgt sind, benachrichtiget, wenn ich nicht mehr bin, und der älteste Sohn, mein Liebling, der mein Fach gewählt hat, soll der Erbe meiner sämtlichen Bücher und Schriften sein und soll ehestmöglich meine noch unedierten Schriften zum Drucke befördern.

7. Damit sei mein Wille beschlossen für diese schöne Sternenwelt, die ich fürderhin nimmer schauen und berechnen werde!

8. Ach, was ist doch der Mensch für ein elend Wesen! Voll erhabener Ideen, voll überirdischer Hoffnungen, solange er noch gesund auf der Erde umherwandelt, – aber am Rande des Grabes schwinden sie alle dahin wie die Träume und Luftschlösser eines Kindes und an ihre Stelle tritt die traurige Wirklichkeit, der Tod als der letzte Moment unseres Daseins und mit ihm die Vernichtung, die keine Schranken hat!

9. O Freunde! Es ist ein schwerer, schrecklicher Gedanke vom »Sein« bis zum »Nichtsein« für den, der – wie ich nun – am Rande des Grabes steht! Mein Inneres ruft mir zu: ,Du stirbst, du stirbst jetzt! Nur wenige Minuten noch und über dein ganzes Wesen hat sich die schwarze Nacht der ewigen, schrankenlosen Vernichtung gesenkt!’ O Freunde, dieser Zuruf ist erschrecklich für den, der am Grabesrande steht, mit dem einen Auge noch die lieben schönen Sterne beschaut und mit dem andern die ewige tote Nacht, in der keine Idee die Moderasche durchweht, kein Bewußtsein, keine Erinnerung!

10. Wohin, wohin wird dieser Staub in tausend Jahren verweht werden? Welcher Orkan wird ihn aus dem Grabe entwirren, und welche Meereswoge wird ihn dann wieder verschlingen oder welch anderes neues Grab?

11. O Freunde! Reicht mir einen Trank, denn ich bin ganz entsetzlich durstig! Einen Trost gebt mir zur Linderung meiner großen Angst! Gebt mir den besten Wein – und viel, damit ich mich noch einmal erquicke und berausche und leichter den schrecklichen Tod erwarte!

12. O du furchtbarer Tod, du größte Schande für den erhabenen Menschengeist, der so Herrliches erschaffen hat und Entdeckungen gemacht, die ihm zur größten Ehre gereichen! Dieser Geist muß nun sterben, die größte Schande ist sein Lohn: der Tod, die ewige Vernichtung!

13. O Fatum, o Gottheit, habt ihr ewige Sterne kreieren können, warum nicht auch einen Menschen, der nicht stürbe?! O du Tollheit, wie groß mußt du sein in der Gottheit, die ein Vergnügen daran hat, Erhabenstes zu erschaffen, um es dann wieder zu zerstören auf ewig oder zu bilden aus Menschen schändlich Gewürm oder Infusorien!

14. Muß ich denn sterben? Warum muß ich denn sterben? Was tat ich, was taten Millionen, daß sie sterben müssen? Wahrlich, in einem Tollhause hätte eine bessere Schöpfungsnorm statuiert werden können, als diese sterbliche da ist, gestellt von einer höchst weise sein sollenden Gottheit!«

15. Hier ermahnten die umstehenden Freunde und Ärzte unseren Astronomen zur Ruhe, die ihm not tue, so er wieder genesen wolle. Denn es stünde ja noch nirgends geschrieben, daß er nun wegen dieser freilich wohl sehr starken Verkühlung sterben müsse, wohl aber könnten ihm solche mächtigen Gemütsaufregungen im Ernste das teure Leben kosten.

16. Diese Mahnung aber fruchtete bei unserem Astronomen sehr wenig, denn er fuhr darauf nur desto ärger auf und sprach in einem höchst aufgeregten Ton: »Weg, weg mit eurer Hilfe! Weg mit diesem elenden verfluchten Leben! Wenn der Mensch nicht ewig leben kann, dann ist das Leben die größte und schändlichste Prellerei und der Tod und das Nichtsein nur die Wahrheit! Schämen muß sich der Weise eines solchen Scheußlebens, das nur von heute bis morgen dauert! Ich will daher auch nicht mehr leben! Mich ekelt nun dieses miserabelste Leben tausendmal mehr an als der elendeste Tod; daher gebt mir Gift, stärkstes Gift gebt mir, auf daß ich ehestens dieses Scheußlebens loswerde! Verflucht sei solch ein Leben, solch ein Mückenleben, und ewige Schande der Urkraft oder Gottheit oder welch ein Kloakengeist sie sonst ist, die es nicht konnte oder nicht wollte, dem erhabenen Menschen ein Leben zu geben, das sich mit den Sternen auch der Dauer nach messen könnte! Daher weg mit diesem Leben, weg mit dieser Gottheitsprellerei! Kann sie dem Menschen kein besseres Leben geben, so soll ihr auch für das gepfiffen sein, das mag sie für sich behalten! Lebt wohl, ihr meine lieben Freunde, ich sterbe, ich will sterben, ja ich muß sterben; denn nun könnte ich als ein erhabenster Menschengeist nimmer die Schande dieses Fopplebens ertragen!«

17. Hier ermahnen die Arzte unseren Astronomen wieder zur Ruhe. Aber er verstummt und gibt keinen Bescheid mehr. Die Ärzte reichen ihm Moschus, aber er schleudert ihn von sich. Die Ärzte bitten ihn, daß er Medizin nehmen solle, aber er wird stets stummer und fängt an zu röcheln. Man reibt ihn und sucht ihn wieder aus dieser Lethargie zu retten, allein es ist vergeblich. Nach einer Zeit von ein paar Stunden legt sich zwar das Röcheln, aber an seine Stelle tritt ein grelles Delirium – in der Welt also erscheinlich -, in welchem der Astronom folgendes mit einer hohlen Kreischstimme aussagt:

18. »Wo seid ihr denn, die ich so sehr liebte, ihr schönen Sterne? Schämt ihr euch meiner denn, weil ihr euer holdes Antlitz vor mir verberget? O schämt euch meiner nicht! Denn euer harret ja ein gleiches Los, das mich nun getroffen. Ihr werdet auch sterben, wie ich nun gestorben bin! Aber grollet darum dem schwachen Schöpfer nicht, wie ich ihm gegrollt habe. Denn seht, er hatte sicher wohl den besten Willen, aber zu wenig Weisheit und Kraft, darum alle seine Werke so hinfällig und vergänglich sind. Er hätte freilich wohl besser getan, wenn er nie etwas erschaffen hätte, wodurch er sich bei uns, seinen weisen Geschöpfen, nur blamiert hat; denn ein unvollkommenes Werk läßt auf keinen vollkommenen Meister schließen! Daher nicht mehr gegrollt dem armen Hascher von einem Schöpfer, der am Ende zu tun haben wird, sich selbst über die schrankenlose Vergänglichkeit all seiner Werke hinaus zu erhalten. O du armer Schöpfer du! Jetzt sehe ich es erst ein, daß du wohl ein recht gutes Wesen bist und selbst die größte Freude hättest, so dir deine Schöpfung besser gelungen wäre, aber: ‘Ultra posse nemo tenetur’ (Niemand vermag etwas über sein Können, d. Hg.). Ein Schelm, der’s besser machen will, als er’s kann. Du aber hast es nicht über dein Vermögen besser gemacht, daher bist du auch kein Schelm!

20. O du armer guter Mensch Jesus, der du der Welt wohl die weiseste Moral gegeben hast unter mehrfachen Scheinwundern! Du hast dich auch zu viel auf deinen vermeintlichen Gott-Vater verlassen, der dich gerade dann ob seiner evidenten Schwäche im Stiche ließ, als es gerade am meisten an der Zeit gewesen wäre, dich am mächtigsten mit einer Allkraft zu unterstützen, mit der du deine Feinde hättest wie Spreu verwehen können! Als du am Schandpfahle hingst, war es freilich wohl zu spät auszurufen: ‘Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!?’ Denn sieh, dein Gott hat dich schon lange verlassen müssen, weil ihm für deine wie nun für meine Erhaltung die Kraft ausgegangen ist! Er tat zwar, was er konnte, und hätte auch gern mehr getan, aber siehe, da gilt immer das ‘ultra posse nemo tenetur’!

21. Ah, das ist aber doch lächerlich! Jetzt bin ich gestorben und lebe aber dennoch – wie ein gefoppter Esel! Das Rarste bei der Sache ist, daß es mir nun geradeso vorkommt, als wäre es die reinste Unmöglichkeit, je sterben zu können! – Wo aber nur die Erde hingerutscht ist, und meine guten Freunde? Ich sehe zwar nichts und höre auch nichts, außer mich allein nur, aber ich bin dabei bei hellstem Bewußtsein, und meine Erinnerung erstreckt sich nun ganz klar bis tief und weit über den Mutterleibesstand zurück. Es ist wahrlich sonderbar! Sollte die Gottheit mir etwa zeigen wollen, daß sie mehr vermag, als ich in dieser meiner letzten Zeit von ihr erwartet habe? Oder lebt noch mein Leib im allerletzten Vernichtungsmoment und mein nunmehriges Leben gleicht dem Nachglanz jener Sonnen, die vor Trillionen Jahren erloschen sind und nur in der Emanation ihres Lichtes durch den unendlichen Raum fortleben?

22. Aber für solch ein Scheinleben, das – mathematisch richtig – wohl auch ewig dauern muß, weil der ausgehende Strahl nie an eine endliche Grenze stoßen und somit nie völlig aufhören kann, bin ich mir meiner selbst nun zu klar bewußt, ja tausendmal klarer als je irgendwann in meinem ganzen irdischen Leben. Nur, wie gesagt, daß ich nichts höre und sehe außer mich allein. – Aha, aha, still nun! Mir kommt es vor, als vernähme ich ein leises Gemurmel, ein Geflüster! Auch will sich meiner wie ein leiser, sehr süßer Schlaf bemächtigen. Und doch ist es kein Schlaf, nein, nein, es ist nur, als ob ich von einem Schlafe erwachen sollte!? – Doch nun stille, stille; ich höre Stimmen aus der Ferne, bekannte Stimmen, sehr bekannte Stimmen! Stille, sie kommen, sie kommen näher!«

23. Hier verstummte unser Astronom völlig und bewegte auch die Lippen nicht mehr, woraus die ihn umstehenden Freunde und Ärzte schlossen, daß es nun mit ihm völlig aus sein werde, da ohnehin die halbe Rede, die hier angeführt ist, von den Umstehenden mehr als ein röchelndes Gekreische denn als ein artikulierter Ausdruck vermeintlicher innerer Phantasie des starr werdenden Organismus vernommen ward.

24. Die Ärzte schritten zwar wohl noch zu den extremsten Wiederbelebungsmitteln – aber sie waren nun fruchtlos – und ließen dann den nach ihrer Meinung in die tiefste Lethargie versunkenen Astronomen ruhen und warteten ab, was die Natur von selbst zum Vorschein bringen werde. Aber sie warteten vergeblich, denn die Natur brachte da weiter nichts zum Vorschein als den bald wirklich erfolgten Leibestod.

25. Wo aber für der ärzte Natur die »ultima linea rerum« (die letzte Grenze aller Dinge, d. Hg.) erfolgt ist, da empfehlen sie sich. Und wir empfehlen uns auch, aber nicht wie die ärzte, sondern wie Geister, die dem für diese Erde gestorbenen Manne auch ins Jenseits folgen können und beobachten, was er da beginnen wird und wohin sich wenden.

26. Sehet, da ist er noch ganz wie auf der Welt auf seinem Lager – und daneben niemand außer die drei euch schon bekannten Engel. Und dort hinter den drei Boten noch Jemand!

27. Hört, noch redet er und spricht: »Siehe, nun höre Ich wieder nichts. Was waren denn das früher für akustische Täuschungen? Hm, hm, nun alles mäuschenstill. Bin ich denn noch, oder ist es aus mit mir? Oh, aus ist es auf keinen Fall, denn ich fühle mich ja, ich bin mir klarst bewußt, ich denke, ich erinnere mich an alles haarklein, was ich je verrichtet habe, – nur die Nacht, Nacht, die verruchte Nacht, die will nicht weichen! Ich will einmal aus Spaß doch zu rufen anfangen, und das so laut als möglich. Vielleicht wird mich per Spaß doch jemand vernehmen?! Heda! – Niemand in meiner Nähe, der mir aus dieser Nacht hülfe?! Zu Hilfe, so da jemand sich zufällig irgend in meiner Nähe befindet!«

28. Nun meldet sich der Bote A und spricht zu B: »Bruder, hebe ihn aus seinem Grabe!« Und der Bote B beugt sich über den Astronomen und spricht: »Es geschehe dir, wie es der Herr allen Lebens und Seins ewig gleich will, erhebe dich aus deinem irdischen Grabe, du irdischer Bruder!«

29. Seht, nun erhebt sich im Augenblick der Astronom und sein Leib fällt wie ein aufgelöster Dunst zurück! Aber der Astronom ruft: »Bruder, hast du mich aus dem Grabe gezogen, so ziehe mich auch aus meiner Nacht!« Und der Bote C spricht: »Also ist es von Ewigkeit des Herrn Wille, daß alle Seine Geschöpfe, und ganz besonders Seine Kinder, Licht haben und im Lichte wohlsehend wandeln sollen. Sonach öffne deine unsterblichen Augen und sehe und schaue, was dir wohlgefällt. Es sei!«

30. Nun öffnet der Astronom in der geistigen Welt zum ersten Mal seine Augen und sieht klar seine Umgebung und hat eine rechte Freude, daß er – nach seiner Idee – nun wieder Menschen sieht und einen Boden, auf dem er fußt. Nun fragt er aber: »Liebe Freunde, wer seid ihr denn? Und wo bin ich? Denn mir kommt es hier zum Teil sehr heimelig und zum Teil doch wieder sehr fremd vor. Auch bin ich so leicht und ungewöhnlich gesund und begreife nicht so recht, wie ich hierher gekommen bin und wie eurer Worte Kraft mich sehend gemacht hat. Denn ich war im Ernste stockblind!«

31. Der Engel A spricht: »Du bist für die Welt dem Leibe nach gestorben und bist nun – für ewig lebend deiner Seele und deinem Geiste nach – hier in der eigentlichen wahren Welt des Lebens der Geister. Wir drei aber sind Engel des Herrn, zu dir gesandt, dich zu erwecken und zu führen den rechten Weg zum Herrn, deinem Gott und unserem Gott, zu deinem Vater voll Liebe, Geduld und Erbarmung, Der auch unser Vater ist, heilig, überheilig, Den du in deiner letzten Erdenstunde ‘eine schwache Gottheit’ nanntest, da du blind warst, Der dir aber auch alles verzieh, darum, weil du blind und schwach warst! Nun weißt du alles, tue nun danach und du wirst überselig sein gleich uns ewig!«

32. Der Astronom spricht: »Brüder, Freunde Gottes, führt mich, wohin ihr wollt, ich folge euch! Aber wenn ich je der endlosen Gnade sollte teilhaftig werden, zur Anschauung Gottes zu gelangen, da stärket mich gewaltigst! Denn zu elend, schmachvoll und unwert fühle ich mich für ewig, diesen heiligsten Anblick zu ertragen! – Aber dort sehe ich ja noch jemanden, der uns gar so freundlichst anblickt! Wer ist denn dieser Herrliche? Sicher auch ein Bote der Himmel?«

33. Der Engel A spricht: »Ja, wohl ein Bote aller Himmel! Gehe hin zu Ihm, der Weg ist kurz. Er Selbst wird es dir offenbaren.«

34. Der Astronom geht hin, und der gewisse Jemand geht ihm entgegen und spricht: »Bruder, kennst du Mich denn nicht?« Und der Astronom antwortet: »Wie sollte ich dich kennen, sehe ich dich doch zum ersten Male?! Wer bist du aber, du lieber, herrlicher Bruder?«

35. Der Freundlichste spricht: »Siehe an Meine Wundmale! Siehe, Ich bin dein schwacher Jesus und komme dir entgegen, um mit Meiner Schwähe zu helfen deiner Schwäche; denn käme Ich mit Meiner Kraft dir entgegen, so hättest du kein Leben! Denn siehe, jedes beginnende Leben ist eine zarte Pflanze, die ohne Luft nicht fortkommt, aber der Orkan tötet das Leben der Pflanze! Also bin Ich nun auch nur ein zartes Lüftchen, dir entgegenkommend, um dich voll zu beleben, und kein Orkan, dich zu zerstören. Liebe Mich, wie Ich dich liebe von Ewigkeit, so wirst du das wahre ewige Leben haben!«

36. Spricht der Astronom: »O du mein allergeliebtester Jesus! Du also bist es, – der die herrlichste Lehre den Bewohnern der Erde gegeben und sie dich dafür gekreuzigt haben!? O lehre auch mich den rechten Weg, der zu Gott führt, den du gelehrt hast; von mir sollst du dafür nie gekreuzigt werden! Aber, so es dir möglich, lasse mich dabei auch die große Schöpfung in ihrer Klarheit beschauen, die mich durch mein ganzes Leben so sehr beschäftigt hat!«

37. Spricht Jesus: »Dein Weg zu Gott wird nicht weit sein, so du ihn sogleich betreten willst; willst du aber zuvor deine Sterne durchmustern, dann wirst du einen langen Weg haben. Wähle nun, was du lieber willst!«

38. Spricht der Astronom: »Mein geliebtester Jesus, siehe, für Gott bin ich noch lange nicht reif. Daher sei mir, so es dir möglich ist, behilflich, daß ich in den Gestirnen reif werde.«

39. Spricht der Herr: »Es geschehe dir nach deiner Liebe! Aus diesen drei Engeln wähle dir einen, der dich führen wird und dir am Ende deiner Reise zeigen, Wer dein vermeintlicher Jesus ist, Den du als einen Menschen kennst, der gekreuzigt ward!«

40. Sehet nun wieder, wie dieser Astronom sein »Wasser« sucht und nur im selben Mir zuschwimmen will, nicht beachtend, daß Ich schon bei ihm und er bei Mir war! Daher hütet euch vor dem zu gelehrten Wasser der Sternkundigen und Geologen, denn es hat seinen Zug nicht nach Mir, sondern nach der Liebe des Gelehrtenfaches! – Zu diesem Zweck dies längere Exempel. – Amen.

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Scene 2 – An Astronomer & Scholar is dying… Jesus elucidates
Written on 2 August 1847 by Jakob Lorber

Let us go to the sickbed of a scholar, for the preservation of whose life – as you like to say – there is no longer a herb growing. There we look at this second famous man and see how he spends the last hours of this life, how he awakens in the beyond and into what direction his love points him.

The man whom we shall put under scrutiny was in the world a philosopher as well as an astronomer “in optima forma”, as you say.
In his great zeal to investigate the stars, this man has reached an age of seventy-odd years. On a very cold winter’s night, while watching the stars, he caught a cold and was found almost frozen stiff at his telescope. Taken to his warm lodgings by his friends, he was provided with the best possible medical care, so that after a few hours he had rallied sufficiently to make known to his friends his so-called last will and testament, which was as follows:

“In the name of the inscrutable Deity! Not knowing how long the inscrutable Fate will allow a man to hang on to this miserable life and not knowing what will replace it, this is my will. First of all I want you, my dear friends, if I should die, to preserve my body through embalmment and take it in a well-made copper coffin to a vault containing several of my most esteemed colleagues, who as it were are waiting for me. But the entrails, which are first to decay, preserve in alcohol in a special urn and display them in my museum in a conspicuous spot. In this way I win live on at least in the memory of the people, since there is no hope of survival after physical death anyway.

As for my property, you, my friends, know anyway that in this world a scholar rarely ever has more than is absolutely necessary for his daily spiritual and physical sustenance, and so it is now with me as it has always been. I have never had any money and can, therefore, leave none. Soon after my demise sell what I have to leave, so that you can do with the money what I first asked you to do.

When I am deceased, inform my three children, who are all well provided for; the eldest son, my favorite child, who follows in my footsteps, shall inherit my books and writings in their entirety and as soon as feasible arrange for the publication of my unedited writings.

This is my last will concerning this beautiful stellar world, which henceforth I shall no longer behold and consider.
Oh, what a miserable being man is! Full of noble ideas, full of hopes for a beyond while he is still treading the earth as a healthy man, but before the open grave all that evaporates like the dreams and imaginings of a child and their place is taken by the sad reality, namely death as the last moment of our existence and with it, annihilation which knows no limits!

Oh friends, it is a heavy, terrible thought to pass from “existence” to “non-existence” for the one who, like I, now stands at the open grave! My innermost is calling out to me: you die, you are dying! Only a few minutes, and the black night of eternal, limitless annihilation has seized your whole being!” Oh friends, this call is horrifying for the one standing on the brink of the grave, looking with one eye at the dear beautiful stars and with the other at the eternal, dead night, where no idea enlivens the decaying ashes, no consciousness, no memory!

Where will this dust have been blown to in a thousand years? Which gale will unravel it from its grave, which wave of the ocean or which other, new grave will swallow it?

Oh friends, give me a drink, for I am terribly thirsty. Give me a consolation to lessen my great fear! Give me of the best wine, so that I refresh myself once more and, intoxicated, find it easier to wait for the terrible death!

Oh you horrible death, you greatest disgrace for the majestic human spirit, which has created such glorious things and made discoveries to its greatest honor! This spirit must now die, the greatest disgrace is its reward: death, eternal annihilation!
Oh Fatum, Oh Deity, having created eternal stars, why not create an immortal human being? Oh folly, how great you must be in the Deity to take a pleasure in creating what is most noble only to destroy it again forever or to form ignominious worms or infusorian out of human beings!

Must I die? Why must I die? What did I do, what did millions do to deserve death? Truly, a better creation could have been established in a madhouse than this mortal one by a supposedly wise Deity!”

Here the surrounding friends and doctors admonish our astronomer to calm down, if he wants to recover. For it was nowhere written that he had to die because of this certainly very heavy cold; on the other hand, such mighty emotional upsets could in all earnest cost him his life.

This admonition had little effect on our astronomer, for he flared up even more and said in great excitement: “Away, away with your help! Away with this miserable accursed life! If man cannot live forever, life is the greatest and most disgraceful deception, and death and non-existence only the truth. The wise man must be embarrassed about such a sham life lasting from today till tomorrow. Therefore, I will no longer live! This most miserable life now disgusts me a thousand times more than the most miserable death. Therefore, give me poison, give me the strongest poison, so that I can get rid of this sham life as soon as possible. A curse on such a life, such a gnat’s life, and eternal shame to the primordial force or Deity or whatever sort of sewer spirit it may be, which could not or would not give a life to the noble man which would compare favorably with the stars in duration also.

So away with this life, away with this divine deception! If it cannot give a better life to man, why should man care for it; let it keep such a life! Good-bye, my dear friends. I am dying, I want to die, yes I must die, for as a most noble human spirit I could now no longer bear the shame of this sham life!”

Here the doctors again admonish our astronomer to calm down. But he falls silent, not saying another word. The doctors give him musk, but he flings it away. They entreat him to take medicine, but he talks less and less and begins to gasp for air. He is given massage in an attempt to rouse him from his lethargy, but in vain. After some time the death rattle subsides, but it is replaced by a strong delirium – as it appears to the world, in which the astronomer says the following words with a hollow, shrieking voice:
“Where are you, which I loved so much, you beautiful stars? Are you ashamed of me, hiding your lovely countenance from me? Oh, do not be ashamed of me, for the same fate, which has now come upon me, is in store for you. Also you will die as I have now died. But for this do not be angry with the weak Creator, as I was angry with Him. You see, He surely had the best intention, but too little wisdom and power, wherefore all His works are so feeble and perishable. He would certainly have done better if He had never created anything, thereby making only a fool of Himself before us, His wise created beings; for an imperfect work cannot be traced back to a perfect Master. Therefore, no more recriminations for the poor fellow of a Creator, Who will in the end have to do to sustain Himself beyond the limitless transience of all His works.

Oh you poor Creator! Only now can I see that you are surely a thoroughly good being and would have the greatest joy Yourself, if Your creation had been a greater success, but “ultra posse nemo tenetu” (nobody can go beyond his capabilities). A scoundrel who tries to do more than he can. You, however, did not go beyond Your capabilities, and so you are no scoundrel!

Oh you good man Jesus, who has given to the world the wisest moral teaching together with many a pseudo miracle! You too relied too much on your presumed God – Father, who then forsook you owing to his evident weakness exactly when it would have been time to support you with an omnipotence scattering your enemies like chaff! When you were hanging on the pillory, it was surely too late to exclaim: “My God, My God, why hast thou forsaken Me!” For you see, your God has had to forsake you long ago because he lost the power to support you, as well as now me. He did what he could, and would have liked to do more, but, you see, also here the “ultra posse nemo tenetur” still holds good.

Oh, but this is ridiculous. Now I have died, but I am still alive, like a deceived donkey. The funniest part is that I am under the impression that it is a sheer impossibility ever to die! But where did the earth glide to, and where are my good friends? I hear and see nothing except myself alone. At the same time I am fully conscious, my memory clearly reaching far back beyond my mother’s womb. It is truly strange! Should the Deity try to show me that It can achieve more than I have expected of It lately? Or is my body still alive at the last moment of its annihilation, my present life resembling the after-glow of those suns which became extinct trillions of years ago and live on only in the emanation of the light through the infinite space?

However, as for such a sham life, which, mathematically thinking, must last forever, because the emanating ray can never meet a finite border and can therefore never be completely extinguished, I am now only too clearly aware, indeed, a thousand times more clearly than of anything in my whole earthly life. Only, as mentioned before, that I hear nothing and see nothing but myself. Oh, oh, quiet now! It seems to me as if I heard a low murmur, a whisper! Also a light, very sweet sleep is trying to overwhelm me. Yet it is no sleep, no, no, it is only like awaking from a sleep?! But now quiet, quiet; I hear voices from afar, voices I know, well-known voices! Quiet, they are coming, they are coming closer!”

Here our astronomer fell completely silent, not even moving his lips. From this the friends and doctors surrounding him concluded that this meant his end was near; and anyway half the speech rendered here was heard by those present more like a gasping shrieking than an articulated expression of a presumed inner fantasy of the dying organism.

The doctors went to any length to revive him – but in vain – and allowed the astronomer who, they thought, had sunk into the most profound lethargy, to rest, waiting to let nature take its course. However, they waited in vain, for nature affected nothing but the soon occurring real death.

Where for the doctors the “ultima linea rerum” (the ultimate goal of things) is reached, they take their leave. And we too take our leave, but not like the doctors but like spirits, who can follow the just deceased man also into the beyond and observe what he will do there and where he will turn.

Look, he is still, just as in the world, on his bed and apart from the three angels mentioned no one is present. And over there, behind the three messengers there is Somebody Else!

Listen, he is still talking, saying: “You see, now I hear nothing again. What sort of acoustic deceptions had there been? Hm, hm, now everything is as quiet as a mouse. Do I still exist or am I dead? Oh, I am under no circumstances dead, for I have sensations, have the clearest awareness, thinking, remembering everything I have ever done in every detail, only the night, the night, the accursed night, which will not go! I must try to call out aloud for fun’ s sake, perhaps somebody will hear me for fun’s sake?! Hallo! No one near who could help me out of this night? Help me, if someone happens to be in my vicinity!”

Now messenger A speaks up saying to B: “Brother, lift him out of his grave!” And messenger B bends over the astronomer and speaks: “Let there be what the Lord of all life and existence wants in all eternity: rise from your earthly grave, you earthly brother!”

You see, in an instant the astronomer rises and his body falls back like a dissolving mist! But the astronomer calls out: “Brother, since you have pulled me out of the grave, pull me also out of my night!” And the messenger C speaks: “Thus it is from eternity the Lord’s will that all His created beings, and particularly His children, shall have light and walk in clear vision in the light. So open your immortal eyes and look and see what you will like. So be it.”

Now for the first time in the spiritual world the astronomer opens his eyes and sees his surroundings clearly. And he is very happy to see, according to his idea, people again and the ground on which he stands. But now he asks: “Dear friends, where are you? And where am I? For on the one hand this looks very familiar and on the other hand very strange. Besides, I feel so light and unusually healthy and do not quite understand how I got here and how the power of your words made me seeing. For I was stone-blind in earnest.”

Angel A speaks: “You have died for the world according to the body and are now – forever alive according to your soul and your spirit – here in the actual true world of life of the spirits. We three are angels of the Lord, sent to you to awaken you and guide you on the right road to the Lord, your God and our God, to your Father full of love, patience and mercy, Who is our Father also, holy, exceedingly holy, Whom in your last hour on earth you called “a weak Deity”, since you were blind, and Who forgave you everything because you were blind and weak. Now you know everything, do accordingly, and you will be forever exceedingly blissful, like we are!”

The astronomer says: “Brothers, friends of God, lead me wherever you like and I will follow you! But if ever I should have the endless grace of beholding God, do strengthen me mightily. For I am feeling forever to miserable, despicable and worthless to bear this most holy sight. But there I see somebody else who regards us in a most friendly manner. Who is this Glorious One? Surely also a messenger of the heavens?”

Angel A says: “Yes, probably a messenger of all the heavens. Go to Him, the road is short. He Himself will reveal it to you.”

The astronomer goes; and the certain Somebody goes to meet him and says: “Brother, do you not know Me?” And the astronomer replies: “How should I know you, since I see you for the first time? Who are you, dear, glorious brother?”

The Most Friendly One speaks: “Look at My stigmata. You see, I am your weak Jesus and come to meet you to help your weakness with My weakness, for if I were to meet you with My strengths, you would have no life. You see, every beginning life is a tender plant, which cannot live without air, but the gale kills the life of the plant. Thus I too am only a tender breeze which meets you to revive you fully, not a gale to destroy you. Love Me as I have loved you from eternity, and you will have the true eternal life.”

Speaks the astronomer: “O You my most beloved Jesus! So it is You, Who gave the most glorious teaching to the dwellers of the earth and was crucified for it?! Oh, teach me also the right path leading to God, which you taught. You shall not ever be crucified for it by me! However, if possible, let me at the same time contemplate in full clarity the great creation, which has been my main concern all my life.”

Speaks Jesus: “Your road to God will not be far if you will enter it at once. If, however, you at first want to travel through your stars, you will have a long road. Now choose what you prefer!”

Speaks the astronomer: “My most beloved Jesus, you see, I am far from being ready for God. So if you can, help me to mature in the stars.”

Speaks the Lord: “It will be done to you according to your love! Choose one out of these three angels, who will guide you and will show you at the end of your journey who your presumed Jesus is, Whom you know as a man who was crucified.”
Here you can again see how this astronomer is looking for his “water” in which alone he wants to swim towards Me, not heeding the fact that I had already been with him and he with Me! Therefore, beware of the too learned water of the astronomers and geologists, for it does not draw to Me, but after the love of science!
This longer example for this purpose. Amen.

1. Einleitung & Ein Berühmter stirbt… Jesus erläutert – Introduction & A famous man is dying… Jesus elucidates

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Einleitung zu den von Jesus erläuterten Sterbeszenen…

Niederschriften ab 27. Juli 1847

EIN HINWEIS FÜR DEN LESER oder HÖRER

Während der Aufzeichnung der “Sterbeszenen” empfing Jakob Lorber eine zusätzliche Botschaft, welche dazu dient, das Verständnis davon zu erleichtern, was hier offenbart wird und aufgrund der Wichtigkeit dient es als Einleitung. Es soll auch als Antwort auf Kritik dienen, welche gewisse Szenen und Sätze als unvereinbar erklären mit der göttlichen Inspiration dieser Diktate – ohne zu beachten, dass die Seele im Jenseits, vor der Vereinigung mit ihrem Geist, nicht anders denken, sprechen und handeln kann. Hier die Aussage:… “Einige Szenen sind bildlich und mündlich wiedergegeben, wie sie tatsächlich geschehen in der geistigen Welt, um dem Leser und Hörer den klaren Beweis zu liefern über die folgende Tatsache:

Der Mensch, nachdem er seinen Körper verlassen hat, bleibt genau die gleiche Person betreffend seiner äusserlichen Erscheinung, seiner Sprache, seiner Meinungen, seiner Gewohnheiten, seines Benehmens, seiner Neigungen und Leidenschaften. Dies trifft auch auf seine Handlungen zu, die dem Letzteren entspringen. All dies ist so, bis er die vollständige geistige Wiedergeburt erreicht hat. Deshalb wird dieser Zustand nach dem Übertritt die “natürliche (materielle) Geistlichkeit” genannt, während ein komplett wiedergeborener Geist sich selbst im Zustand der “reinen Geistlichkeit” befindet. Wie auch immer, die Lokalität ist immer eine Wiederspiegelung der wahren inneren Natur des betroffenen Geistes”…

Möge dieser Hinweis für den neuen Leser oder Hörer der präsentierten Szenen im Jenseits eine Hilfe sein.

1. Der Bruder A. möchte wissen, wie sich der Übertritt aus dem materiellen ins geistige oder sogenannte jenseitige Leben gestaltet, besonders bei den weltlich Großen.

2. Dieser Übertritt ist sehr leicht und ganz natürlich zu beschreiben.

3. Siehe, welchen Unterschied macht wohl das Wasser, so entweder ein großer oder ein armer, unbeachteter Mensch hineinfällt? Höre, beide ertrinken auf die ganz gleiche Weise! Oder welchen Unterschied macht das Feuer? Höre, es verzehrt den Kaiser so gut wie den Bettler!

4. Wenn ein Bettler und ein Minister oder Kaiser von einem Turme fielen zur selben Zeit, so wird der eine so gut wie der andere seinen Tod finden durch den jähen Fall.

5. Welchen Unterschied wohl macht das Grab zwischen groß und klein, zwischen reich und arm, zwischen schön und häßlich oder jung und alt? Siehe, gar keinen! Alles verwest und wird zum Unflate der Würmer und endlich zum nichtigsten Staub.

6. Wie es aber dem Leib im Reiche der sogenannten Naturkräfte ergeht, ebenso ergeht es auch der Seele im Reiche der Geister. Ob sie auf der Welt Bettler oder Kaiser war, das ist im Geisterreich vollkommen gleich. Da wird niemandem eine sogenannte Extrawurst gebraten, auf daß niemandes Eigendünkel genährt werde und der Große nicht mehr von seiner Größe und der Arme nicht mehr von dem Anspruch aufs Himmelreich – da er auf der Welt viel Not gelitten – und der Fromme nicht mehr von seinem »Verdienst ums Himmelreich« geblendet werde. Wie aber schon öfter gesagt, drüben – wohlverstanden! – drüben gilt nichts als nur die reine Liebe.

7. Alles andere aber ist wie ins Meer geworfene Steine, wo der Diamant gleich dem gemeinsten

Sandstein in den ewigen, stinkenden Schlamm versinkt. In sich bleiben sie zwar wohl, was sie sind und was sie waren außerhalb des Meeres, aber das Los beider ist gleich, höchstens mit dem Unterschied, daß der Sandstein eher aufgelöst wird als der Diamant.

8. Also ist es jenseits auch mit dem diesweltlichen Adel oder mit der diesweltlichen Geringheit. Diese werden sich im Meeresschlamme der unerbittlichen Ewigkeit wohl in ihrer Einbildung noch lange als das dünken, was sie auf der Welt waren. Der Kaiser wird dort sich noch als Kaiser dünken und der Bettler – mit dem Anspruch auf Vergeltung – als Bettler. Aber dessenungeachtet werden in der großen Wirklichkeit dennoch beide miteinander im Meeresschlamme der Ewigkeit ein gleiches Los teilen. Nur düfte der Arme eher in die Gärung kommen – und sein Wesen daher auch eher von den wahren, innersten Demutsbläschen angefüllt werden, die ihn dann aus dem Schlamme ziehen und hinauftragen zum ewigen Licht und Leben – als der Kaiser oder ein sonstiger Weltgroßer.

9. Nach diesem Muster oder nach dieser Kardinalregel könnt ihr den Hintritt eines jeden Menschen genau beurteilen. Haltet euch daher an die Liebe, auf daß ihr dereinst nicht des allgemeinen Loses teilhaftig werdet! Amen. Amen. Amen.

Szene 1 – Ein Berühmter stirbt… Jesus erläutert
Niederschrift am 28.07.1847

1. Gehen wir an das Krankenlager eines großen, äußerst berühmten Mannes der Welt – und zwar einige Stunden vor dem Hintritt in die Ewigkeit – und betrachten da sein Benehmen diesseits und seinen Eintritt ins Jenseits und wie sich da die zwei Welten begegnen und ineinander übergehen mit einem Blick, und es wird sich euch sogleich sonnenhell zeigen, wie so ganz und gar voll Wahrheit die vorhergehende Kardinalregel diese Sache darstellt.

2. Seht, dieses Menschen Taten und Handlungen in der Welt waren von solcher Art und wurden auf einem solchen Boden ausgeführt – von dem zumeist das resonierende Echo die ganze Erde durchschwirrt wie ein zischender Meteor -, daß sie aller Menschen Augen auf sich zogen und wegen des starken Bodenwiderhalls an allen Punkten der Erde vernommen und weidlichst pro und kontra besprochen und beschrieben wurden, und zwar auf so viel Papier, daß man damit ganz Europa überziehen könnte. Und nun liegt dieser große Mann, dieser Philanthrop, dieser hitzige Scheinverfechter politischer und kirchlicher Interessen seiner Nation hingestreckt auf seinem Lager voll Verzweiflung und Furcht ob der herbeigekommenen letzten Stunde, der zu entgehen sich für ihn auch nicht die leiseste Hoffnung mehr herausstellt.

3. In einer Art dumpfer, schmerzlichster Verwirrung sieht er – als heimlicher Atheist – bald die ewige Vernichtung seines Daseins, bald fühlt er wieder vermeintliche Schmerzen der Verwesung, darum er sich auch die Einbalsamierung testamentarisch bedingt, – und daß er im Grabe nimmer erwache, müssen Herz und Eingeweide von seinem Leibe getrennt werden, und damit diesen getrennten Teilen die Zeit nicht zu entsetzlich lang werde, müssen sie an solchen Orten beigesetzt werden, die nicht gar zu selten von Menschen besucht werden.

4. Aber mitten unter solche vernichtende Gedanken mischt sich auch der Katholizismus mit seinen scharfen Höllenandrohungen, über die der Mann bei sich freilich gelacht hatte, solange er noch hundert Jahre zu leben wähnte. Aber sie kehren nun wie leicht entflohene Furien zurück und peinigen das sich so mancher großen Schuld bewußte Gemüt unseres Sterbenden ganz entsetzlich, und es können sein Gemüt weder die Kommunion noch die Ölung, noch die ununterbrochenen Gebete und vielen Messen und das starke Glockengeläut beschwichtigen. Nur stets gräßlicher und stets ewiger sieht seine Seele die Flamme des Pfuhls emporschlagen.

5. Da entflieht all seine frühere Manneskraft und all seine Philosophie ist rein am Hunde, und sein brechendes Herz sinkt schon in die stets dichter und dichter werdende Nacht des Todes. Und die Seele, von allen Seiten von höchster Angst bedräut, sucht noch in den letzten Atemzugsperioden ein Trostfünklein in den schon tot werdenden Furchen des Herzens, das einst soviel irdischen Mut hatte. Aber da ist es überall leer und statt des Trostes starrt ihr überall entweder die ewige Vernichtung oder die Hölle mit all Ihren Schrecken entgegen.

6. Also sieht es diesseits aus; nun aber machen wir auch einen Blick ins Jenseits.

7. Siehe, da stehen drei verhüllte Engel am entsprechend gleich aussehenden Lager unseres Sterbenden und betrachten unsern Mann mit unverwandtem Blick.

8. Nun spricht A zu B: »Bruder, ich meine, für den ist es irdisch vollbracht. Auf dieser Dornhecke werden irdisch wohl nimmer Trauben zum Vorschein kommen. Sieh, wie sich seine Seele krümmt und windet und keinen Ausweg findet und wie gar so verkümmert der arme Geist in ihr aussieht! Daher greife du mit deiner Hand in die schon starren Eingeweide und entwinde diese gar jämmerlich elende Seele aus ihrer Nacht, und ich werde sie in des Herrn Namen anhauchen und sie erwecken für diese Welt. Und du, Bruder C, führe sie dann des Herrn Wege ihrem Bestimmungsorte zu nach der Freiheit ihrer Liebe. – Es geschehe!«

9. Nun greift der Engel B in die Eingeweide unseres Mannes und spricht: »Im Namen des Herrn – erwache und werde frei, du Bruder, nach deiner Liebe. Es sei!«

10. Nun sinkt diesseits die sterbliche Hülle in den Staub, jenseits aber erhebt sich eine blinde Seele!

11. Aber der Engel A tritt hinzu und spricht: »Bruder, warum bist du blind?« Und der Neuerwachte spricht: »Ich bin blind. Macht mich sehend, so ihr könnt, auf daß ich erfahre, was da mit mir vorgegangen ist, da mich nun auf einmal all meine Schmerzen verlassen haben!«

12. Darauf behaucht A die Augen des Erwachten, und der Erwachte öffnet sie und schaut ganz erstaunt um sich und sieht niemand außer den Engel C und fragt ihn: »Wer bist du? Und wo bin ich? Und was ist mit mir vorgegangen?«

13. Antwortet der Engel: »Ich bin ein Bote Gottes, des Herrn Jesu Christi, bestimmt, dich zu führen, so du willst, des Herrn Wege. Du aber bist nun für ewig gestorben für die äußere, materielle Welt körperlich und befindest dich nun in der Geisterwelt.
14. Hier stehen dir zwei Wege offen: der Weg zum Herrn in den Himmeln oder der Weg zur Herrschaft der Hölle. Es kommt nun ganz auf dich an, wie du wandeln wirst. Denn siehe, hier bist du vollkommen frei und kannst tun, was du willst. Willst du dich leiten lassen von mir und mir folgen, so wirst du wohl tun. Willst du aber lieber dich selbst bestimmen, so steht es dir auch frei. Aber das wisse, daß es hier nur einen Gott, einen Herrn und einen Richter gibt – und dieser ist Jesus, der in der Welt Gekreuzigte! Auf Diesen allein halte, so wirst du zum wahren Licht und Leben gelangen. Alles andere aber wird sein Trug und Schein deiner eigenen Phantasie, in der du nun lebst und von mir dieses vernimmst!”

15. Darauf spricht der Erwachte: “Das ist ja eine neue Lehre und ist wider die Lehre Roms, also eine Ketzerei! Und du, der du sie mir hier an einsamem Orte aufdrängen willst, scheinst eher ein Abgesandter der Hölle als des Himmels zu sein; daher entferne dich von mir und versuche mich fürder nicht!”

16. Und der Engel C spricht: “Gut, deine Freiheit enthebt mich in des Herrn Jesu Namen meiner Sorge um dich. Daher werde dir dein Licht; es sei!”

17. Darauf entschwindet der Engel C, und der Neuerwachte tritt in seine naturmäßige Sphäre und ist so wie unter seinen Bekannten in der Welt und erinnert sich kaum mehr, was da mit ihm vorgefallen ist, und lebt nun – freilich schimärenhaft – wie auf der Welt, tut fort, was er auf der Welt tat, und kümmert sich wenig weder um den Himmel noch um die Hölle und noch weniger um Mich, den Herrn. Denn das alles sind bei ihm drei vage Lächerlichkeiten gleich einem Traumgebilde, und jeder ihn daran Erinnernde wird aus seiner Gesellschaft gewiesen.

18. Sehet, aus diesem ersten Exempel könnt ihr nun schon entnehmen, in welch ein ‘Wasser’ unser großer, berühmter Mann gefallen ist. Die ferneren Beispiele werden diese Sache aber noch heller erleuchten.

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Beyond the threshold… Jesus reveals Deathbed scenes

Introduction – A HINT FOR THE READER

While recording the “Deathbed Scenes” Lorber received an additional message, which was meant to facilitate the comprehension of that which is here being presented and because of its importance serves as an introduction. It is also intended to answer criticism declaring certain scenes and phrases incompatible with the divine inspiration of these dictations – without considering that the soul in the beyond, prior to uniting with its spirit, cannot think, talk and act otherwise. Here the statement: … “Some scenes are here rendered pictorially and verbally as they really take place in the spirit world, so as to give clear proof to the reader of this revelation of the following fact: man, after the shedding of his body, remains exactly the same person as to his outward appearance, his language, his opinions, his habits, behavior, inclinations and passions. This applies also to his actions arising from the latter. All this is so until he has achieved the full spiritual rebirth.

Therefore, this condition after transition is called the “natural (material) spirituality”, while a fully reborn spirit finds himself in the condition of the “pure spirituality”. However, the locality is always a reflection of the true inner nature of the spirits concerned”…

May this hint be of help to the new reader of the presented scenes in the beyond and of the great works on the beyond which because of their volume, appear as separate works.

Brother A. wants to know how the transition from the material to the spiritual life or the so-called life in the beyond takes place, particularly with the worldly great.

This transition can be quite easily and naturally described. You see, what difference does it make to the water, as to whether an important man or a poor, insignificant one falls into it? Listen, both will drown in the same manner! Or what distinction does the fire make? Listen, it will consume the emperor as well as the beggar!

If a beggar and a minister or emperor were to fall from a tower at the same time, both the one and the other will come to his death through his sudden fall.

What distinction does the grave make between great and little, between rich and poor, beautiful and ugly or young and old? You see, none at all! Everything decays and becomes the filth of worms and, finally, insignificant dust.

As the body fares in the realm of the so-called natural forces, the soul fares in the realm of the spirit. Whether it was a beggar or an emperor on earth, in the realm of spirits this is completely irrelevant. No one is given special treatment. In this way no one’s pride is nourished and the great man is no longer blinded by his greatness and the poor man – having suffered much hardship in the world – no longer by his claim on the Kingdom of Heaven, nor the pious by his expected reward of the Kingdom of Heaven. As often mentioned, in the beyond – mind you – in the beyond nothing but the purest love is of value.
Everything else is like rocks thrown into the ocean, where the diamond sinks down into the eternal, stinking slime, just like the most common sandstone. In themselves they remain what they are and what they were outside of the ocean, but their fate is the same, only with the difference that the sandstone is dissolved sooner than the diamond.

This applies in the beyond also to the worldly nobility or to the worldly lowliness. In the ocean slime of the inexorable eternity they will continue for a long time, fancying to be what they once were in the world. There the emperor will fancy to be emperor and the beggar, with the claim for compensation, a beggar. In spite of that, in the great Reality both will share the same fate in the ocean slime of eternity. Only the poor man should go through fermentation sooner, where his nature will be filled sooner with the true, innermost little bubbles of humility, which will then pull him out of the mire, carving him up to eternal light and life, than the emperor or some other great man of the world.

You can precisely judge the transition of every human being according to this pattern or this cardinal rule. Therefore, adhere to love, lest you share the common fate one day.

Amen, Amen, Amen.

Scene 1 – A famous man is dying… Jesus elucidates
(28 July 1847)

Let us go to the sickbed of a great, very famous man of the world – some hours prior to his transition to eternity and look at his behavior here and his entrance into the beyond and how the two worlds meet and merge with one glance, and you will immediately and clearly see that the aforementioned cardinal rule describes the full truth.

You see, this man’s deeds and actions in the world were of such a kind and carried out on such a soil – the resounding echo of which traverses the whole earth like a hissing meteor, so that they drew the eyes of all people to them and, on account of the strong ground echo, were heard on all points of the earth and thoroughly described and discussed pro and contra on so much paper as to cover all Europe with it. Now this great man, this philanthropist, this ardent pseudo fighter for the political and religious interests of his nation, is lying stretched out full length on his bed, full of despair and fear because of the approaching last hour, which he can no longer hope to escape.

In a sort of numb, painful confusion he, an atheist in secret, alternately sees the eternal destruction of his existence and feels the presumed pains of decay, for which reason he stipulates for embalmment. Expecting not ever to wake up in the grave, his heart and bowels must be separated from the body and, to prevent these severed parts from boredom, they must be buried in such a spot which is not too infrequently visited by people.

In the midst of such devastating thoughts, Catholicism intrudes with its painful threats of hell, at which the man had laughed while expecting to live for a hundred years. But like quickly fleeing furies, they return and plague the heart of the dying man horribly, which is conscious of many a great sin. And so neither communion nor extreme unction, or the many Masses and the loud ringing of the bells can set his heart at rest. In the sight of his soul the flames of hell burn all the more horribly and eternally.

Now all his former manly vigor and all his philosophy are at an end and his breaking heart is sinking already into the growing night of death. And the soul, threatened by the greatest fear from all sides, looks with the last gasps for a little spark in the already dying furrows of the heart, which once had so much worldly courage. But everywhere there is emptiness and, instead of consolation, it is faced with eternal destruction or with hell and all its pain.
Thus it looks on this side; now let us also take a glance into the beyond. Look, three veiled angels are standing by the identical bedside of our man gazing at him.

Now A says to B: “Brother, I think for this one it is over. On this thornbush no earthly grapes will appear. Look how his soul is twisting and wriggling without finding a way out and how stunted the poor spirit in it looks! So reach with your hand into the already rigid intestines and snatch this miserable soul from its night, and I shall breathe at it in the name of the Lord and awaken it for this world. And you, Brother C, lead it then on the Lord’s paths toward its destination according to the freedom of its love. So be it!”

Now the Angel B reaches into the bowels of our man and speaks: “In the name of the Lord, awake and become liberated, brother, according to your love. So be it!”

On this side, the mortal remains now sink into the dust, but in the beyond a blind soul is rising!

But the angel steps up to him and says: “Brother, why are you blind?” And the newly awakened one says: “I am blind. If you can, make me seeing, so that I may learn what has happened to me, for all of a sudden all my pains have left me!”

Thereupon A breathes into the eyes of the awakened and he opens them and looks around in amazement. Seeing no one except angel C, he asks him: “Who are you? And where am I? And what has happened to me?”

Answers the angel: “I am a messenger of God, of the Lord Jesus Christ, destined to lead you on the Lord’s paths, if you desire it. You, however, are now bodily forever dead for the outer, material world and are now in the spirit world.

Two paths are open to you: the path to the Lord in the heavens or the path to the realm of hell. Now, it is completely up to you as to what you will do. For you see, you are here completely free and can do what you like. You will fare well if you let yourself be guided by me. However, if you prefer to be your own master, you are also free to do so. But this much know, namely, that here there is only one God, one Lord and one judge, Who is Jesus, the One Whom they crucified in the world! Adhere to Him alone, and you will attain to the true light and to life. Everything else will be deception and illusion of your own fantasy, in which you are now living hearing this from me.”

Thereupon says the awakened one: “This is a new doctrine and in contrast to the doctrine of Rome and therefore a heresy! And you, who are trying to impose it on me in this remote spot, seem to be rather an emissary of hell than of heaven; so leave me alone and do not tempt me any longer.”

And the angel C says: “Good, in the name of the Lord Jesus your freedom relieves me of my care for you. Therefore, the light be given to you; so be it!”

Then the angel C disappears and the newly awakened one enters his natural-material sphere and is among his acquaintances in the world and hardly remembers what has happened to him. And so he continues to live in the world like before, doing what he used to do and caring little about heaven or hell and even less about Me, the Lord. For all these are for him three vague things held up to ridicule, like a dream, and whosoever should remind him of these things is told to leave him alone.

You see, from this first example you can already gather into what kind of “water” our great, famous man has fallen. The following examples will elucidate this matter even further.

 

Einleitung zu ‘Jesus erläutert Sterbeszenen’ – Introduction to ‘Jesus explains Deathbed-Scenes’

Jesus erlaeutert Sterbeszenen... Einleitung - an Jakob Lorber Jesus explains Deathbed-Scenes - Introduction - given to Jakob Lorber
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Einleitung zu den von Jesus erläuterten Sterbeszenen…

Niederschriften ab 27. Juli 1847

EIN HINWEIS FÜR DEN LESER oder HÖRER

Während der Aufzeichnung der “Sterbeszenen” empfing Jakob Lorber eine zusätzliche Botschaft, welche dazu dient, das Verständnis davon zu erleichtern, was hier offenbrt wird und aufgrund der Wichtigkeit dient es als Einleitung. Es soll auch als Antwort auf Kritik dienen, welche gewisse Szenen und Sätze als unvereinbar erklären mit der göttlichen Inspiration dieser Diktate – ohne zu beachten, dass die Seele im Jenseits, vor der Vereinigung mit ihrem Geist, nicht anders denken, sprechen und handeln kann. Hier die Aussage:… “Einige Szenen sind bildlich und mündlich wiedergegeben, wie sie tatsächlich geschehen in der geistigen Welt, um dem Leser und Hörer den klaren Beweis zu liefern über die folgende Tatsache:

Der Mensch, nachdem er seinen Körper verlassen hat, bleibt genau die gleiche Person betreffend seiner äusserlichen Erscheinung, seiner Sprache, seiner Meinungen, seiner Gewohnheiten, seines Benehmens, seiner Neigungen und Leidenschaften. Dies trifft auch auf seine Handlungen zu, die dem Letzteren entspringen. All dies ist so, bis er die vollständige geistige Wiedergeburt erreicht hat. Deshalb wird dieser Zustand nach dem Übertritt die “natürliche (materielle) Geistlichkeit” genannt, während ein komplett wiedergeborener Geist sich selbst im Zustand der “reinen Geistlichkeit” befindet. Wie auch immer, die Lokalität ist immer eine Wiederspiegelung der wahren inneren Natur des betroffenen Geistes”…

Möge dieser Hinweis für den neuen Leser oder Hörer der präsentierten Szenen im Jenseits eine Hilfe sein.

1. Der Bruder A. möchte wissen, wie sich der Übertritt aus dem materiellen ins geistige oder sogenannte jenseitige Leben gestaltet, besonders bei den weltlich Großen.

2. Dieser Übertritt ist sehr leicht und ganz natürlich zu beschreiben.

3. Siehe, welchen Unterschied macht wohl das Wasser, so entweder ein großer oder ein armer, unbeachteter Mensch hineinfällt? Höre, beide ertrinken auf die ganz gleiche Weise! Oder welchen Unterschied macht das Feuer? Höre, es verzehrt den Kaiser so gut wie den Bettler!

4. Wenn ein Bettler und ein Minister oder Kaiser von einem Turme fielen zur selben Zeit, so wird der eine so gut wie der andere seinen Tod finden durch den jähen Fall.

5. Welchen Unterschied wohl macht das Grab zwischen groß und klein, zwischen reich und arm, zwischen schön und häßlich oder jung und alt? Siehe, gar keinen! Alles verwest und wird zum Unflate der Würmer und endlich zum nichtigsten Staub.

6. Wie es aber dem Leib im Reiche der sogenannten Naturkräfte ergeht, ebenso ergeht es auch der Seele im Reiche der Geister. Ob sie auf der Welt Bettler oder Kaiser war, das ist im Geisterreich vollkommen gleich. Da wird niemandem eine sogenannte Extrawurst gebraten, auf daß niemandes Eigendünkel genährt werde und der Große nicht mehr von seiner Größe und der Arme nicht mehr von dem Anspruch aufs Himmelreich – da er auf der Welt viel Not gelitten – und der Fromme nicht mehr von seinem »Verdienst ums Himmelreich« geblendet werde. Wie aber schon öfter gesagt, drüben – wohlverstanden! – drüben gilt nichts als nur die reine Liebe.

7. Alles andere aber ist wie ins Meer geworfene Steine, wo der Diamant gleich dem gemeinsten

Sandstein in den ewigen, stinkenden Schlamm versinkt. In sich bleiben sie zwar wohl, was sie sind und was sie waren außerhalb des Meeres, aber das Los beider ist gleich, höchstens mit dem Unterschied, daß der Sandstein eher aufgelöst wird als der Diamant.

8. Also ist es jenseits auch mit dem diesweltlichen Adel oder mit der diesweltlichen Geringheit. Diese werden sich im Meeresschlamme der unerbittlichen Ewigkeit wohl in ihrer Einbildung noch lange als das dünken, was sie auf der Welt waren. Der Kaiser wird dort sich noch als Kaiser dünken und der Bettler – mit dem Anspruch auf Vergeltung – als Bettler. Aber dessenungeachtet werden in der großen Wirklichkeit dennoch beide miteinander im Meeresschlamme der Ewigkeit ein gleiches Los teilen. Nur düfte der Arme eher in die Gärung kommen – und sein Wesen daher auch eher von den wahren, innersten Demutsbläschen angefüllt werden, die ihn dann aus dem Schlamme ziehen und hinauftragen zum ewigen Licht und Leben – als der Kaiser oder ein sonstiger Weltgroßer.

9. Nach diesem Muster oder nach dieser Kardinalregel könnt ihr den Hintritt eines jeden Menschen genau beurteilen. Haltet euch daher an die Liebe, auf daß ihr dereinst nicht des allgemeinen Loses teilhaftig werdet! Amen. Amen. Amen.

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Beyond the threshold… Jesus reveals Deathbed scenes

Introduction – A HINT FOR THE READER

While recording the “Deathbed Scenes” Lorber received an additional message, which was meant to facilitate the comprehension of that which is here being presented and because of its importance serves as an introduction. It is also intended to answer criticism declaring certain scenes and phrases incompatible with the divine inspiration of these dictations – without considering that the soul in the beyond, prior to uniting with its spirit, cannot think, talk and act otherwise. Here the statement: … “Some scenes are here rendered pictorially and verbally as they really take place in the spirit world, so as to give clear proof to the reader of this revelation of the following fact: man, after the shedding of his body, remains exactly the same person as to his outward appearance, his language, his opinions, his habits, behavior, inclinations and passions. This applies also to his actions arising from the latter. All this is so until he has achieved the full spiritual rebirth.

Therefore, this condition after transition is called the “natural (material) spirituality”, while a fully reborn spirit finds himself in the condition of the “pure spirituality”. However, the locality is always a reflection of the true inner nature of the spirits concerned”…

May this hint be of help to the new reader of the presented scenes in the beyond and of the great works on the beyond which because of their volume, appear as separate works.

Brother A. wants to know how the transition from the material to the spiritual life or the so-called life in the beyond takes place, particularly with the worldly great.

This transition can be quite easily and naturally described. You see, what difference does it make to the water, as to whether an important man or a poor, insignificant one falls into it? Listen, both will drown in the same manner! Or what distinction does the fire make? Listen, it will consume the emperor as well as the beggar!

If a beggar and a minister or emperor were to fall from a tower at the same time, both the one and the other will come to his death through his sudden fall.

What distinction does the grave make between great and little, between rich and poor, beautiful and ugly or young and old? You see, none at all! Everything decays and becomes the filth of worms and, finally, insignificant dust.

As the body fares in the realm of the so-called natural forces, the soul fares in the realm of the spirit. Whether it was a beggar or an emperor on earth, in the realm of spirits this is completely irrelevant. No one is given special treatment. In this way no one’s pride is nourished and the great man is no longer blinded by his greatness and the poor man – having suffered much hardship in the world – no longer by his claim on the Kingdom of Heaven, nor the pious by his expected reward of the Kingdom of Heaven. As often mentioned, in the beyond – mind you – in the beyond nothing but the purest love is of value.
Everything else is like rocks thrown into the ocean, where the diamond sinks down into the eternal, stinking slime, just like the most common sandstone. In themselves they remain what they are and what they were outside of the ocean, but their fate is the same, only with the difference that the sandstone is dissolved sooner than the diamond.

This applies in the beyond also to the worldly nobility or to the worldly lowliness. In the ocean slime of the inexorable eternity they will continue for a long time, fancying to be what they once were in the world. There the emperor will fancy to be emperor and the beggar, with the claim for compensation, a beggar. In spite of that, in the great Reality both will share the same fate in the ocean slime of eternity. Only the poor man should go through fermentation sooner, where his nature will be filled sooner with the true, innermost little bubbles of humility, which will then pull him out of the mire, carving him up to eternal light and life, than the emperor or some other great man of the world.

You can precisely judge the transition of every human being according to this pattern or this cardinal rule. Therefore, adhere to love, lest you share the common fate one day.

Amen, Amen, Amen.