Szene 8… Ein Minister stirbt – Jenseits der Schwelle – Scene 8… A Minister is dying – Beyond the Threshold

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Szene 8… Ein Minister stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 12. August 1847

1. Da denn auch die großen Herren der Welt sterben müssen, gegen welche für sie höchst fatale Lebenseigentümlichkeit sie noch immer keinen Assekuranz-Verein (Versicherungsgesellschaft) haben aufstellen können, da sie es mit all ihrer Politik und Diplomatie noch nicht soweit gebracht haben, so mußte denn auch unser Minister sich endlich einmal anschicken, das Zeitliche mit dem Ewigen zu vertauschen.

2. Das Sterben ist für solche Menschen freilich wohl die unangenehmste Erscheinung von der Welt, aber das kümmert den Würgengel wenig. Bei dem er das wohlzimentierte (geeichte) Maß voll findet, den nimmt er ohne Gnade und Pardon!

3. Unser Minister, ein Mann, dem alle Welt huldigte ob seiner Weltklugheit, wurde in seinem bedeutenden Alter von einem gichtischen Katarrhfieber aufs Krankenlager geworfen, das ihn einen halben Monat folterte, und das desto ärger, je mehr Arzneien er zur Behebung dieses Übels einnahm. Gegen das Ende hin ward er voll Unwillen und drohte den Ärzten mit dem Arrest, so sie ihn nicht bald wiederherstellen möchten oder könnten.

4. Aber statt seine Drohung auszuführen, versank er am sechzehnten Tage seiner Krankheit in eine Betäubung, aus der er auf dieser Welt nicht mehr erwachte, außer auf eine Stunde knapp vor seinem Ende, in welcher Stunde er noch ein kurzes Vermächtnis machte, was da mit seiner mächtigen Habe geschehen solle, wobei aber der Armen, wie meistens bei solchen Menschen, nur sehr spärlich Bedacht genommen ward; denn was sind wohl ein paar tausend Gulden gegen mehrere hinterlassene Millionen?!

5. Also ward der Kirche pro forma auch mit einer Stiftung gedacht, aber nicht aus irgendeinem blinden Glauben – denn Glauben hat so ein Mensch entweder nur selten oder gar keinen, und alles, was er tut, ist reine Politik -, sondern nur, wie gesagt, weil so etwas der politische Gebrauch erfordert.

6. Nach dieser letzten Willenskundgabe sank er auf sein Lager zurück und war tot, ohne zuvor gebeichtet und kommuniziert zu haben, auf welchen Akt er – bei sich zwar – ohnehin nichts hielt. Damit war’s mit ihm für diese Welt aber auch für ewig abgeschlossen; darum wollen auch wir nicht länger bei seiner Leiche verharren, sondern uns sogleich nach ‘drüben’ begeben und sehen, was unser überstolzer aristokratischer Mann dort für ein Gesicht macht.

7. Seht, da sind wir schon, und unser Mann steht schon in seinem kompletten Staatskleide vor uns und vor vier verhüllten Engelsgeistern, wobei er aber nur die letzteren sieht. Der Ort stellt genau sein Staatskabinett vor, in welchem er noch Wichtiges zu besorgen und zurechtzubringen sich vorgenommen hatte.

8. Er ersieht nun genau die vier in seinem Geheimkabinett und kann sich vor Ärger kaum fassen über die entsetzlich Keckheit dieser vier ‘Gauner’ nach seiner Ansicht. Er springt auf und ergreift die Klingel und will läuten, aber die Klingel gibt keinen Ton.

9. ‘Verrat! Hochverrat!’ schreit er aus vollem Halse. ‘Wie kamt ihr elenden Wichte in dies nur mir allein zugängliche Gemach, in welchem des Staates geheimste und heiligste Mysterien bearbeitet und aufbewahrt sind?! Wißt ihr, daß auf solch einen Hochverrat der Tod gesetzt ist?! Wer von euch hat diese Klingel entschwengelt, daß sie nun in diesem entscheidendsten Moment keinen Schall von sich geben kann? Bekennet es, ihr Verruchten, wer von euch war der Rädelsführer?!’

10. Der erste Engel spricht: ‘Höre in Geduld tiefst aufmerksam, was ich dir nun künden werde! Wohl weiß ich die gute Ordnung, derzufolge auf der Welt kein Mensch, außer dem König nur, in dies Gemach treten darf. Wärest du noch auf der Welt, da hättest du uns auch nicht an dieser Stelle erblickt. Aber siehe, du bist nun dem Leibe nach gestorben und bist jetzt in der Geisterwelt, wo es nur einen Herrn gibt, während alle andern Geister Brüder sind, gute und schlechte, je nachdem sie auf der Erde gehandelt haben entweder gut oder böse. Also haben wir auch vom Herrn das stets liebepflichtige Recht, jedermann zu besuchen und ihm unsere Dienste anzubieten, wenn er, wie du, für uns noch zugänglich ist.

11. Darin aber besteht eben auch des einigen Herrn Auftrag an dich durch uns, daß wir dir eben solches künden sollen und auch eröffnen, daß hier in dieser ewigen Welt für dich alle weltliche Ehre und Stellung aufgehört hat samt aller Politik; und dies Gemach, dein Kleid und alle diese deine vermeintlichen wichtigsten Staatspapiere sind nur Trug und Ausgeburt deiner noch überstark an der Welt hängenden Phantasie und werden verschwinden, sobald du uns folgen wirst. – Wirst du uns folgen, da wirst du einen leichten Weg in das wahre, ewige Lebensreich haben, alldort es Seligkeiten gibt ohne Maß und Zahl; wirst du uns aber nicht folgen, da wirst du einen überharten Stand haben, zum Gottes-Lebensreiche zu gelangen! Denn siehe, du warst auf der Welt wohl mit Gottes Zulassung ein großer Mann und hattest eine große Macht; durch diese Macht ist aber bei dir auch gar mächtigst die Herrschliebe erwacht, die dich zu manchem geführt hat, das da nicht gegründet war in der göttlichen Ordnung. Auch hat dir diese Weltgewalt als Herrschlust auch den Glauben an den Herrn und vielfach die Liebe zum Nächsten genommen und hat dich fürs Reich Gottes völlig untauglich gemacht.

12. Aber siehe, der Herr weiß es, welch schwere Bürde du zu tragen hattest, und hat große Erbarmung mit dir. Darum sandte Er uns zu dir, auf daß du gerettet werden sollest und erhoben und nicht untergehen durch deine noch mit herübergebrachte große Weltbürde. Denke hier nicht an ein Gericht; denn im Reiche der Freiheit des Geistes gibt es kein Gericht und keinen Richter, außer den eigenen freien Willen jedes Menschen! Denke auch nicht an die Hölle. Diese ist nirgends, außer in jedem Menschen selbst, so er diese in sich durch sein Böses – eben in sich – erst erschafft. Also denke aber auch an keinen Himmel als verheißenen Lohn für gute Werke; sondern des Herrn Jesu Wort sei dein Wille, durch dieses suche Ihn allein! Hast du Ihn, dann hast du alle Himmel und eine ganz andere Macht aus der Liebe, als du sie gehabt hast auf der Welt aus deiner Weltklugheit und hohen Stellung. Nun weißt du alles; tue, was dir dein freier Wille zuläßt im Namen des Herrn Jesus. Amen.’

13. Der Minister spricht: “Wahrlich, eure Rede ist weise und bürgt mir, daß da alles so ist, wie ihr es mir nun gekündet habt. Auch bin ich nun völlig klar, daß ich leiblich gestorben bin. Aber daß da der gewisse Jude Jesus der alleinige Gott und Herr sein soll, das fasse ich nicht! Was ist dann der ‘Vater’ und der ‘Heilige Geist’? Seht, das stimmt mit der eigenen Lehre Jesu nicht zusammen, der doch der erste war, der eine göttliche Dreiheit allenthalben lehrte! Darum verzeiht mir, daß ich euch darum schon nicht so schnell folgen kann, wie ihr es wünscht, – außer ihr überzeugt mich dessen schnell!’

14. Spricht der Engel: ‘Bruder, das geht so geschwind nicht, wie du meinst. Lege vorerst dein Staatskleid ab und ziehe ein anderes der Demut und völligen Selbstverleugnung an, dann wirst du alsbald die vollste Überzeugung davon bekommen, das dir jetzt noch als unfaßlich erscheint.’

15. Der Minister antwortet: “Wohl denn, so übernehmet mich und bringt mich zurecht, und schabet sorglich alles Weltliche von meiner Seele, dann wird es sich zeigen, wie es mit eurer Aussage aussieht.’

16. Nun treten die drei anderen Engel hinzu, ziehen dem Manne die Staatskleider aus und ziehen ihm dafür aschgraue, sehr zerlumpte und ziemlich schmutzige an. Und der zweite Engel spricht nun zu ihm: “Nun bist du mit dem Kleide der Demut angetan. Aber das allein genügt noch nicht, sondern du mußt auch in der Tat demütig sein. Darum folge uns!”

17. Der Mann folgt, und seht, sie kommen bei einem Bauernhofe an und sagen zu ihm: ‘Siehe, hier wohnt ein schroffer Mann und hat große Schweineherden. Bei diesem sollst du dienen und mit allem zufrieden sein, was er dir zum Lohne geben dürfte; und wird er hart und ungerecht sein gegen dich, so sollst du alles mit Geduld ertragen und dir bloß in des Herrn Gnade und Erbarmung Recht schaffen.

18. Wird er dich schlagen, da schlage nicht zurück; sondern wie ein Sklave halte ihm den Rücken dar, so wie du auf der Erde – zufolge der militärischen Subordination – es oft gesehen hast, wie sich ein armer Soldat ganz willenlos auf die Bank legen mußte und aushalten die harte, oft höchst ungerechte Strafe! Wirst du das alles in rechter Geduld ertragen, dann soll dir ein besseres Los zuteil werden!’

19. Darauf spricht der Mann: ‘Ich bedanke mich gehorsamst für diese Führung! Gebt mir nur mein Staatskleid wieder, ihr Betrüger; ich werde schon selbst mir die Wege bahnen!

20. Da schaut’s die Lumpen an; aus unsereinem, der wenigstens zwanzig Ahnen zählt, wollen sie so mir nichts, dir nichts einen Sauhalter machen! O wäre ich noch auf der Welt, ich wollte euch dafür zahlen, daß ihr es euch merken solltet! Diese Vagabunden geben sich noch für Gottes Boten aus! Nein wartet, diese Gottesbotenschaft soll euch noch teuer zu stehen kommen!’

21. Sehet, die Engel geben ihm sein Staatskleid wieder und sagen: ‘Wie du willst. Da ist dein irdisch Kleid! Willst du die Wege des Lebens nicht wandeln, so wandle deine eigenen; unser Dienst bei dir aber ist zu Ende.’ Nun sehet, in welch ein ‘Wasser’ unser Mann sich begibt; da wird er lange zu schwimmen haben, bis er auf des verlorenen Sohnes Rückweg zum Vater gelangen wird.

22. Hüte sich darum ein jeder vor der Herrschlust; denn diese hat stets die gleichen Folgen. – Nächstens ein anderes Exempel.

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Scene 8… A Minister is dying

Jesus Christ reveals thru Jakob Lorber – Beyond the Treshold… Deathbed Scenes
August 12th, 1847

1. Since also the great lords of the world have to die, against the utterly disagreeable peculiarity of their lives they have still not been able to establish an insurance company, having failed to achieve it despite all their politicking and diplomacy, also our minister had to finally make up his mind to exchange the temporal with the eternal.

2. For such people dying is the most unpleasant event in the world, but it is of little concern to the angel of death. With whomsoever he finds the well-calibrated measure full, him he takes without grace and pardon.

3. Our minister, a man revered by all the world on account of his worldly intellect, was in his later years thrown onto his sickbed by a catarrhal fever with gout, which tormented him for half a month, and the more it hurt, the more medicines he took in order to remedy this evil. Towards the end he became angry and threatened the physicians with arrest, unless they would or could restore him to health soon.

4. However, instead of carrying out his threat, he sank on the sixteenth day of his illness into a coma from which he did not awaken in this world, except one hour shortly before his death. In this hour he made a brief last will as to what should be done with his considerable property, whereby the poor, as usual with such people, were only considered in a beggarly mariner, for what are a few thousand guilders compared to several millions bequeathed?

5. Thus also the Church was favored pro forma with a bequest, however, not out of some blind faith – for such a person has seldom any faith or none at all and all he ever does is pure politics – but only, as aforementioned, because policy demands it.

6. Having made this last will, he sank back on his bed and was dead, without taking confession and Communion, of which act he anyway – as far as he was concerned – did not think much. This meant for him the end forever for this world; and so we will not stay any longer with his corpse, but will at once proceed to the “beyond” to find out how our very proud and aristocratic man behaves there.

7. You see, we are already there, and our man is standing in his complete official robe before us and four veiled angel spirits, where he only sees the latter. The locality is represented by his very state cabinet, where he had intended to attend to some important business.

8. Now he sees the four clearly in his secret cabinet and can hardly contain his anger over the extreme audacity of these four “rascals”, as he thinks. Jumping up and reaching for the bell he tries to ring it, but the bell gives no sound.

9. “Treason! High treason!” He shouts as loudly as he can. “How did you miserable scoundrels manage to enter this cabinet, which is accessible only to me and where the most secret and holy mysteria of the state are worked at and kept? Do you know that such high treason is punishable by death? Which of you has tampered with this bell that now, in this decisive moment, it cannot utter a sound? Confess, you villains, which of you was the ringleader?”

10. The first angel speaks: “Listen patiently and attentively to what I shall now tell you! I am well acquainted with the wise rule according to which no man on earth, except the king, can enter this cabinet. If you were still on earth, you would not have beheld us in this spot. But you see, you have now died in your physical body and are now in the spirit world, where there is only one Lord, whereas all other spirits are brothers, good and bad ones, depending on how they have acted on the earth, in a good or evil manner. Thus we have been given the loving right and duty by the Lord to visit everyone offering him our services, provided he is still, like you, accessible to us.

11. The commission to you through us of the one Lord is therefore, to inform and reveal to you that here in this eternal world all worldly honor and status, including all politics have ceased to exist; and this cabinet, your robe and all your presumed important state documents are only a deception and have sprung from your fantasy, which is still clinging excessively to the world and will disappear as soon as you will follow us. If you follow us, you will have an easy path to the true, eternal realm of life, where there is immeasurable, uncountable bliss; if, however, you refuse to follow us, you will find it extremely difficult to attain to the living Kingdom of God. For you see, with God’s permission you were a great man in the world and had great power. However, through this power the lust for power has awakened mightily in you and this has led you into many a thing not grounded in the divine order. Besides, this worldly power, as lust for power, has also robbed you in many cases of the love for your neighbor and has rendered you totally unsuitable for the Kingdom of God.

12. But you see, the Lord knows what a heavy burden you had to carry and is feeling great pity for you. So He sent us to you, so that you might be saved and lifted up and not perish under your great worldly burden, which you brought along. Do not think here about a judgment; for in the realm of the freedom of spirit there is no judgment and no judge, except the innate free will of every human being! Do not think of hell either. It is nowhere, except in every person, if that person creates it within himself through his own evil. At the same time, do not think of a heaven as the promised reward for good works. Let the Word of the Lord Jesus be your will, seek Him alone through it! Once you have Him, you have all the heavens and a totally different might out of love than you used to have in the world on account of your worldly cleverness and high position. Now you know everything; do what your free will allows you in the name of the Lord Jesus. Amen.”

13. The minister says: “Truly, your speech is wise and is my token that everything is as you say. It is now also completely clear to me that I have died physically. But I cannot grasp that the certain Jew Jesus should be the sole God and Lord! What then is the “Father” and the “Holy Spirit”? You see, this is not in agreement with the teaching of Jesus, Who was the first to teach everywhere a divine trinity! Therefore, forgive me if I cannot follow you as fast as you desire, unless you quickly convince me of it!”

14. Says the angel: “Brother, this does not happen as fast as you think. First of all, discard your state robe and put on another one of humility and complete self-denial, and you will soon become fully convinced of that which until now appears inconceivable to you.”

15. The minister replies: “Well then, so take me and show me the right way and carefully scrape everything worldly off my soul, and we will see where you stand with your statement.”

16. Now the other three angels step up, divest the man of the state robe, replacing it with ashen-gray, dirty rags. And the second angel now speaks to him: “Now you are dressed in the dress of humility. But this alone is insufficient, for you must be humble in fact. And so follow us!”

17. The man follows and look, they arrive at a farm and tell him: “You see, here lives a harsh man who owns great herds of swine. You shall serve him and be contented with anything he will offer you; and if he is harsh and unjust towards you, you shall bear everything with patience and shall only get satisfaction in the Lord’s grace and mercy.”

18. “If he strikes you, do not strike back; offer him your back, like a slave, as you have often seen – for the sake of military subordination – a poor soldier lie down against his will on the bench and endure the harsh, often utterly unjust punishment. If you will bear all this with the right patience, a better lot will be your share.”

19. Thereupon says the man: “Many thanks for this guidance! Just give me back my state robe, you imposters, I shall certainly find my own way!

20. Look at the rascals! Out of one like me, who counts at least twenty ancestors, they want to make a swineherd without ado! Oh, if only I were still in the world, I would pay you for this so that you would remember! These vagabonds even pose as God’s messengers! No, just wait, being messengers of God will cost you dearly!”

21. You see, the angels return his state robe to him and say: “As you like. There is your earthly garment! If you refuse to walk the roads of life, walk your own; our service with you is finished.” You see into what sort of “water” our man is moving; there he will have to swim until he reaches the Father by turning back like the Prodigal Son.

22. Let everyone beware of the lust for power, for it always has the same consequences. Next time a different example!

Jenseits der Schwelle Szene 7… Ein Papst stirbt – Beyond the Threshold Scene 7… A Pope is dying

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7. Szene… Ein Papst stirbt

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber am 11. August 1847

1. Bei diesem Exempel wollen wir sogleich beim Jenseits beginnen und einen Mann betrachten, der in der Welt eine sehr große Rolle gespielt hat und am Ende der Meinung war, die Welt sei bloß seinetwegen da und er könne mit ihr machen, was er wolle, da er sich die förmliche Stellvertreterschaft Gottes anmaßte, mehr noch als so mancher andere seines Gelichters. Aber er mußte dessenungeachtet dennoch »ins Gras beißen«, und es schützte ihn davor weder seine angemaßte Großmacht noch die Welt und ebensowenig die Gottesstellvertreterschaft.

2. Dort, seht hin, stark gegen Mitternacht wandelt langsamen Schrittes eine überaus hagere Mannesgestalt von sehr dunkler Farbe, blickt forschend um sich und späht bald dahin und bald wieder dorthin!

3. In seiner Gesellschaft seht ihr ein Männlein, gleich einem kohlschwarzen Affen, das sich um unsern Mann sehr geschäftig herumtummelt und tut, als hätte es mit diesem Manne gar überaus wichtige Sachen abzumachen. – Treten wir aber nur näher, damit ihr vernehmen könnt, was dieser Mann, der seinen Gesellschafter sowenig wie uns sieht, mit sich für sonderbare Gespräche führt.

4. Da sind wir schon in rechter Nähe; nun horcht, er spricht: »Alles Lüge, alles Trug, und der Betrogenste ist der Glücklichste; aber unglücklich der Betrüger, so er wissentlich ein Betrüger ist! Ist er aber unwissentlich ein Betrüger und lügt und betrügt, ohne zu wissen, daß er lügt und betrügt, da ist ihm zu gratulieren; denn da zieht ein Esel den andern, und beide sind mit dem schlechtesten Futter zufrieden. – Aber ich, was bin denn ich? – Ich war ein Oberhaupt, alle mußten glauben und tun, was ich anordnete; ich aber tat, was ich wollte, da ich die Schlüssel der Macht in meinen Händen hatte als einer, der sie nimmt ohne zu fragen, ob er sie wohl zu nehmen berechtigt ist. Ich wußte alles; ich wußte, daß da alles nur Lüge und Trug ist, und dennoch drang ich Lüge und Trug jedermann bei strenger Ahndung auf, der es nicht annehme und glaube, daß da alles, was von mir ausgeht, ob geschrieben oder nicht, als volle Wahrheit anzunehmen ist.

5. Ich meinte aber auf der Welt: Des Leibes Tod ist das Ultimatum allen Seins. Das war mein heimlicher, fester Glaube, und alle Weisheit der Welt hätte mir keinen andern Glauben geben können! Dies einzige hielt ich für Wahrheit, und sieh, auch das ist Lüge; denn ich lebe fort, obschon ich gestorben bin dem Leibe nach.

6. Himmel, Fegfeuer und Hölle ließ ich predigen auf vielen tausend Kanzeln, erteilte Ablässe und sprach eine Menge Verstorbener heilig und gebot Fasten, Gebet, Beichte und Kommunion, – und nun stehe ich selbst da und weiß nicht, wo aus und wo ein! Gäbe es ein Gericht, dann wäre ich schon gerichtet. Gäbe es einen Himmel, da hätte ich doch das erste Anrecht darauf, denn fürs erste mußte ich doch durch den Willen Gottes Statthalter der Kirche Christi werden; und was ich dann als solcher tat, war sicher auch nur ein allerhöchstes oberstes Wollen, denn ohne ein solches kann laut der Schrift ja kein Haar am Kopfe gekrümmt werden und kein Sperling vom Dache fliegen.

7. Also beichtete und kommunizierte ich auch nach der alten Vorschrift, obschon ich mich davon gar leicht hätte exemtieren können, indem ich die Macht hatte, die Beichte samt der strengen Kommunion für jedermann auf ewige Zeiten aufzuheben, was ich aber dennoch aus politischen Rücksichten nicht tun konnte und wollte. – Gäbe es eine Hölle, so wäre auch Grund genug vorhanden, mich darinnen zu befinden; denn vor Gott ist ein jeder Mensch ein Totschläger! – Wenigstens sollte ich mich im Fegefeuer befinden; denn das soll doch jedermann wenigstens auf drei Tage zuteil werden! Aber weder das eine noch das andere wird mir zuteil, – darum ist Gott, Christus, Maria, Himmel, Fegfeuer und Hölle nichts als Lug und Trug! Der Mensch aber lebt nur aus den Kräften der Natur und denkt und fühlt nur nach der eigenen Konzentration der verschiedenen Naturkräfte in ihm, die sich da wahrscheinlich zu einem ewig unzerstörbaren Eins verbinden und verknüpfen. Meine Aufgabe wird daher nun sein, diese Kräfte näher zu erforschen und mir dann mittels der genauesten Bekanntschaft mit ihnen einen Himmel zu gründen.

8. Aber ich merke fortwährend ein gewisses Zupfen an meiner Toga pontificalis! Was sollte denn das sein, ist denn etwa doch irgend ein unsichtbarer Geist in meiner Nähe, oder tut so etwas etwa irgend ein Wind? Es ist im Ernste sonderbar in dieser unendlichen Wüste, denn man kann schon gehen, wohin man will, so bleibt man aber dennoch ewig ganz allein. Man kann rufen, schreien, schimpfen, schelten und fluchen – oder beten, zu wem man will, so rührt sich dennoch nichts und man bleibt vor – wie nachher ganz allein! Es mögen doch schon einige Jahre sein, da ich auf der Erde gestorben bin, und das auf eine sehr schmerzliche, höchst fatale Weise, – und ich bin dito allein, nichts als die ganz kahle Wüste unter den Füßen! Platz habe ich da wohl, das ist wieder eine Wahrheit, aber wo ich bin, was für die Zukunft aus mir werden soll werde ich also ewig fortleben oder doch etwa einmal ganz vergehen -, das ist ein unauflösliches Rätsel.

9. Also nur frisch an die Erforschung der Naturkräfte in mir, und es soll sich durch ihre nähere Bekanntschaft bald entwickeln, was da aus mir werden soll!«

10. Habt ihr ihn nun gehört, wie er räsoniert, er, der Stellvertreter Gottes auf Erden? Oh, er wird noch lange also solo räsonieren, wie es ihm sein unsichtbarer Begleiter einhaucht; denn solcher auf Erden höchstgestellter Menschen Los ist stets das gleiche, nämlich das Alleinsein, indem sie sich auf der Erde auch über alles hinaus isoliert haben.

11. Diese Isolierung ist aber dennoch eine große Gnade für sie; denn nur dadurch ist es möglich, sie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Aber es geht das sehr lange; sie müssen in sich alle Grade der Nacht und Finsternis, der Not, auch des Schmerzes, wie er in der Hölle zu Hause ist, durchmachen.

12. Hat ein solcher Zelot diese Solo-Tour durchgemacht etwa in fünfhundert bis tausend, auch zehntausend Jahren -, dann erst kommt er in die Gesellschaft von strengen Geistern. Folgt er diesen nicht, so wird er wieder verlassen und ganz allein gestellt, wo ihm dann aber alle Greueltaten vorgeführt werden, die entweder unter ihm oder unter seinen Vorgängern verübt worden sind, bei welcher Gelegenheit er aber auch alle Schmerzen verkosten muß, die alle Verfolgten unter ihm oder unter seinen Vorgängern verkostet haben. Bringt ihn diese Kur noch nicht zurecht, so wird er belassen, wie er ist; bloß der Hunger wird ihm zur Begleitung gegeben und der Durst, welche zwei Hofmeister mit seltenster Ausnahme fast jeden mit der Zeit zurechtbringen.

13. Da habt ihr nun wieder ein Bild, aus dem ihr das Jenseits näher kennenlernen möget – und das »Wasser«, das ein solcher Häuptling zu durchschwimmen hat, bis er ans Ufer der Demut, Wahrheit und Liebe gelangt. Daher nun nichts mehr weiter von diesem Manne.

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Scene 7… A Pope is dying

Jesus Christus reveals thru Jakob Lorber on August 11th, 1847

1. In this instance we will begin at once with the beyond. We will observe a man, who had been playing a very great role, being finally of the opinion that the world existed only for his sake and that he could do as he liked. For he arrogated the actual stewardship of God, and that more than many another of his like. Notwithstanding all this, he had to “bite the dust”, and neither his presumed great power nor the world or the stewardship of God protected him against it.

2. Look over there, straight towards midnight, a very lean male figure of a very dark color is walking along slowly, looking around searchingly in all directions.

3. In his company you see a little man, like a pitch-dark monkey, who busies himself around our man and is acting as if he had some very important business with this man. Let us step closer, so that you may hear the strange monologue of this man, who is oblivious of both his company or us.

4. We are already close to him. Now listen, he says: “Everything a lie, everything deceit, and the deceived is the most fortunate; but unfortunate the deceiver, if he is knowingly a deceiver! However, if he is unknowingly a deceiver, lying and deceiving without realizing it, he can be congratulated. For in that case one donkey pulls another, and both are contented with the worst fodder. But I, what am I? I was a supreme head, all had to believe and do what I ordered. However, I did what I wanted, for I had the keys to power in my hands, like one who takes it without asking whether he is entitled to take it. I knew everything; I knew that everything is only a lie and deceit, but despite this fact I imposed falsehood and deceit under threat of punishment on everyone refusing to accept them and believing that everything issuing from me, written or not, has to be accepted as the full truth.

5. On the earth I thought: Physical death is the end of all existence. This was my secret, firm belief, and all the wisdom of the world could not have given me a different one! This alone I held to be the truth, and you see, also this is a falsehood; for I continue to live, although I have died in the body.

6. Heaven, purgatory and hell I had preached on many thousands of pulpits, issued letters of indulgence and canonized a great many deceased and ordered fasting, prayer, confession and Communion – and now I myself stand here, not knowing what is what! If there were a Judgment, I would be judged already. If there were a heaven, I should have the first right to it, for in the first place I had to become steward of Christ’s Church through the will of God. And what I then did as such was certainly also only a supreme will, for according to Scripture no hair of the head will be bent and no sparrow fly from the roof.

7. Thus I confessed and attended Communion according to the old rules, although I could easily have exempted myself. For I had the power to abolish confession, including the strict Communion for everyone, for all times, which, however, I could not and would not do for political reasons. Should there be a hell, I would have reason enough to be in it, for in God’s eyes every human being is a killer! At least I ought to be in purgatory, for this is said to be everybody’s lot for at least three days! But neither the one nor the other is my lot, therefore God, Christ, Mary, heaven, purgatory and hell are nothing but falsehood and deceit! Man lives only from the forces of nature and thinks and feels only according to the concentration of his inherent natural forces, which probably combine there to an eternally indestructible One. Therefore, it will now be my task to investigate these forces more closely and then, owing to my precise acquaintance with them, to found a heaven.

8. However, I notice a continual certain tugging at my toga pontificalis! What could that be, should there still be an invisible spirit in my vicinity, or is it done by some wind? In earnest, it is queer in this infinite desert, for no matter where one goes, one still remains forever completely alone. One can call, cry, call abuse, scold and curse – or pray to whom one wants, and yet nothing stirs and one remains all alone as before! It may well be several years since I died on the earth, and this in a very painful, utterly disagreeable manner, and I am just as alone, nothing beneath my feet but whole barren desert! I certainly have room to move, this again is a truth, but where I am, what shall become of me in the future shall I continue to live forever or still be totally annihilated in the future this is an insolvable riddle.

9. So get on with the investigation of the natural forces inherent in me, and through their closer acquaintance it shall soon become evident what shall become of me!”

10. Have you heard him, how he reasons, he, the steward of God on earth? Oh, he will continue for a long time to reason thus solo, as his invisible companion inspires him. For the lot of such people, who were on earth in the highest positions, is always the same, namely, being alone, inasmuch as they have excessively isolated themselves on earth.

11. However, this isolation turns out to be a great grace for them; for only in that way is it possible to then turn back onto the right path. But this takes a long time. They have to go through all degrees of night and darkness within, of distress, also of pain, as it is peculiar to hell.

12. Once such a zealot has absolved this solo journey – perhaps in five hundred to a thousand, also ten thousand years, he comes only then into the company of strict spirits. If he fails to follow them, he is again left alone and to his own devices. But then all the abominable deeds, carried out either under him or under his predecessors, will be brought home to him, at which occasion, however, he will have to taste all the pains, which all the persecuted had to taste under him or his predecessors. If this treatment fails to cure him, he is left as he is; as companions only hunger and thirst are given him, which two stewards with rare exceptions bring almost every one gradually onto the right road.

13. Here again you have a picture, from which you may learn more about the beyond – and the “water”, which such a leader has to swim through, until he reaches the shore of humility, truth and love. Therefore, nothing more of this man.