Die WAHRE Weihnachtsgeschichte… Die Geburt Jesu Teil 2 – The TRUE Christmas-Story… The Birth of Jesus Part 2

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Die wahre Weihnachtsgeschichte Teil II

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber
“Kindheit und Jugend Jesu” – aus den Kapiteln 20 – 34

20. Kapitel – Des Cornelius Fragen über den Messias

20,1. Joseph sprach zum Hauptmann Cornelius: „Machtträger des grossen Kaisers, was wohl kann ich armer Mann dir für deine grosse Freundschaft entgegenbieten? – Womit werde ich dir in dieser feuchten Höhle aufwarten können?

20,2. Wie dich bewirten deinem hohen Stande gemäss? – Siehe, hier in dem Karren ist meine ganze Habseligkeit, teils mitgebracht aus Nazareth, teils aber ein Geschenk schon von den hierortigen Hirten!

20,3. Wenn du davon etwas geniessen kannst, so sei ein jeder Bissen, den du in deinen Mund führen möchtest, tausendfach gesegnet!“

20,4. Cornelius aber sagte: „Guter Mann, kümmere und sorge dich ja nicht um mich; denn siehe, hier ist ja meine Hausherrin, diese wird schon Sorge tragen für die Küche, und wir werden alle genug haben um ein lichtes Geldstück, das da gezieret ist mit des Kaisers Haupte!“

20,5. Hier gab der Hauptmann der Wehmutter eine Goldmünze und hiess sie sorgen für ein gutes Mittag- und Abendmahl und, sobald es der Kindbetterin möglich wird, auch für eine bessere Wohnung.

20,6. Joseph aber sagte darauf zum Cornelius: „O herrlicher Freund! Ich bitte dich, mache dir doch unsertwegen keine Unkosten und Bemühungen; denn wir sind für die wenigen Tage, die wir hier noch zubringen werden, ohnehin – dem Herrn, Gott Israels, alles Lob! – gut versorgt!“

20,7. Hier sagte der Hauptmann: „Gut ist gut, aber besser ist besser! Daher lass es nur geschehen, und lasse mich dadurch deinem Gotte auch ein freudig Opfer bringen; denn siehe, ich ehre aller Völker Götter!

20,8. Also will ich auch den deinigen ehren; denn Er gefällt mir, seit ich Seinen Tempel zu Jerusalem gesehen habe. Und Er muss ein Gott von grosser Weisheit sein, da ihr solch eine grosse Kunst von Ihm erlernt hattet!?“

20,9. Joseph aber sprach: „O Freund! wäre es möglich mir, dich von der alleinigen einigen Wesenheit unseres Gottes zu überführen, wie gerne würde ich es tun zu deinem grössten ewigen Wohle!

20,10. Aber ich bin ein schwacher Mensch nur und vermag solches nicht; aber suche du irgend unsere Bücher auf und lese sie, da du unserer Sprache so wohl kundig bist, und du wirst da Dinge finden, die dich ins höchste Erstaunen setzen werden!“

20,11. Und der Cornelius sagte: „Guter Mann, was du mir nun freundlichst geraten hast, das habe ich schon getan, habe auch wirklich Erstaunliches darinnen gefunden!

20,12. Unter anderem aber bin ich auch auf eine Vorhersage gekommen, in der den Juden ein neuer König für ewig verheissen ist; sage mir, ob du wohl weisst, nach der Auslegung solcher Vorsage, wann da dieser König kommen wird – und von woher?“

20,13. Hier ward der Joseph etwas verlegen und sagte nach einer Weile: „Dieser wird kommen aus den Himmeln als der Sohn des ewig lebendigen Gottes! Und Sein Reich wird nicht von dieser, sondern von der Welt des Geistes und der Wahrheit sein!“

20,14. Und der Cornelius sprach: „Gut, ich verstehe dich; aber ich habe auch gelesen, dass dieser König in einem Stalle bei dieser Stadt solle geboren werden von einer Jungfrau! – Wie ist denn das zu nehmen?“

20,15. Joseph aber sprach: „O guter Mann, du hast scharfe Sinne! – Ich kann dir nichts anderes sagen als: Gehe hin, und siehe an das Mägdlein mit dem neugebornen Kinde; dort wirst du finden, das du finden möchtest!“ 1. September 1843

20,16. Und der Cornelius ging hin und betrachtete die Jungfrau mit dem Kindlein mit scharfen Augen, um aus ihr und in dem Kinde den künftigen König der Juden zu entdecken.

20,17. Er fragte daher auch die Maria, auf welche Weise sie also früh ihres Alters ist schwanger geworden.

20,18. Maria aber erwiderte: „Gerechter Mann, so wahr mein Gott lebt, so wahr auch habe ich nie einen Mann erkannt!

20,19. Es geschah aber vor drei Vierteln des Jahres, da ein Bote des Herrn zu mir kam und unterrichtete mich mit wenig Worten, dass ich vom Geiste Gottes aus solle schwanger werden.

20,20. Und also geschah es denn auch; ich ward, ohne je einen Mann erkannt zu haben, schwanger; und siehe, hier vor dir ist die Frucht der wunderbaren Verheissung! Gott aber ist mein Zeuge, dass solches alles also geschehen ist!“ –

20,21. Hier wandte sich der Cornelius an die beiden Schwestern und sagte: „Was sagt denn ihr zu dieser Geschichte? Ist das ein feiner Trug von diesem alten Manne, ein für ein blindes, abergläubiges Volk guter Vorschutz, um sich bei solchen Umständen der gesetzlichen Strafe zu entziehen?

20,22. Denn ich weiss, dass Juden für derlei Fälle die Todesstrafe gesetzt haben! – Oder sollte daran im Ernste etwas sein, – das noch schlimmer wäre als im ersten Falle, weil da des Kaisers Gesetz müsste in schärfste Anwendung gebracht werden, das da jeden Aufwiegler schon im ersten Keime erstickt haben will?! O redet die Wahrheit, damit ich weiss, wie ich mit dieser sonderbaren Familie daran bin!“

20,23. Die Salome aber sprach: „Höre mich an, o Cornelius, ich bitte dich bei aller deiner grosskaiserlichen Vollmacht! Habe ja mit dieser armen und doch wieder endlos reichen Familie nichts Ernstes und Gesetzliches zu schaffen!

20,24. Denn du kannst es mir glauben, denn ich stehe mit meinem Kopfe für die Wahrheit: dieser Familie stehen alle Mächte der Himmel, wie dir dein eigener Arm, zu Gebote, davon ich die lebendigste Überzeugung erhielt.“

20,25. Hier stutzte Cornelius noch gewaltiger und fragte die Salome: „Also auch Roms heilige Götter, Roms Helden, Waffen und unbesiegbare Macht? – O Salome! was redest du?!“

20,26. Salome aber sagte: „Ja, wie du gesagt, also ist es! – Davon bin ich lebendigst überzeugt; magst du es aber nicht glauben, da gehe hinaus und sehe an die Sonne! Sie leuchtet heute schon bei vier Stunden, und siehe, sie steht noch im Osten und getraut sich nicht weiterzuziehen!“

20,27. Und der Cornelius ging hinaus, sah an die Sonne, kam sobald wieder zurück und sagte ganz erstaunt: „Fürwahr, du hast recht; wenn die Sache mit dieser Familie in Beziehung steht, so gehorcht dieser Familie sogar der Gott Apollo!

20,28. Also muss hier Zeus sein, der mächtigste aller Götter, und es scheint sich die Zeit Deukalions und der Pyrrha zu erneuen; wenn aber das der Fall ist, so muss ich solch eine Begebenheit ja sogleich nach Rom vermelden!?“

20,29. Bei diesen Worten erschienen zwei mächtige Engel; ihre Angesichter leuchteten wie die Sonne und ihre Kleider wie der Blitz. Und sie sprachen: „Cornelius! – Schweige sogar gegen dich von dem, was du gesehen hast, – sonst gehest du und Rom heute noch zugrunde!“

20,30. Hier überfiel den Cornelius eine grosse Furcht. Die beiden Engel verschwanden; er aber ging hin zum Joseph und sprach: „O Mann! – Hier ist endlos mehr als ein werdender König der Juden! Hier ist Der, dem alle Himmel und Höllen zu Gebote stehen! Daher lass mich wieder ziehen von hier; denn ich bin’s nicht wert, in solcher Nähe Gottes mich zu befinden!“

21. Kapitel – Der freie Willen des Menschen – Rat an Cornelius

21,1. Und der Joseph, selbst ganz frappiert durch diese Äusserung des Cornelius, sagte zu ihm: „Wie gross dieses Wunder ist in sich, wüsste ich dir selbst zu künden nicht!

21,2. Dass aber grosse und mächtige Dinge dahinterstecken, das kannst du mir glauben; denn um geringer Sachen wegen würden sich nicht alle Mächte der ewigen Himmel Gottes also bewegen!

21,3. Aber darum ist dennoch kein Mensch in seinem freien Willen gehemmt und kann tun, was er will; denn das erkenne ich aus dem Gebote, das dir die zwei Engel des Herrn gegeben haben!

21,4. Denn siehe, der Herr könnte ja unsern Willen bei dieser Gelegenheit gerade also durch Seine Allmacht binden, wie Er den Willen der Tiere bindet, und wir müssten dann handeln nach Seinem Willen!

21,5. Aber Er tut das nicht und gibt dafür nur ein freies Gebot, daraus wir ersehen können, dass wir frei aus uns das wollen und tun können, was da ist Sein heiliger Wille.

21,6. Also bist auch du in keiner Fiber deines Lebens im geringsten gebunden und kannst daher tun, was du willst! Willst du heute mein Gast sein, da bleibe; willst du aber das nicht oder getrauest dir es nicht, so hast du ebenfalls den freiesten Willen.

21,7. Hätte ich dir aber zu raten, da würde ich freilich dir wohl also raten und sagen: O Freund, bleibe! – denn besser aufgehoben bist du nun wohl in der ganzen Welt kaum irgendwo, als hier unter dem sichtbaren Schutze aller himmlischen Mächte!“

21,8. Und der Cornelius sagte: „Ja, du gerechter Mann vor den Göttern und vor deinem Gotte, und vor allen Menschen, dein Rat ist gut, und ich will ihn befolgen und will bleiben bis morgen bei dir!

21,9. Aber nur so viel werde ich mich jetzt mit meiner Hausherrin auf eine kurze Zeit entfernen, dass ich Anstalten treffen kann, durch die ihr alle – wenn schon hier in dieser Höhle – besser gelagert werdet.“

21,10. Und der Joseph sagte: „Guter Mann, tue, was du willst! Gott, der Herr, wird es dir dereinst vergelten!“

21,11. Hier ging der Hauptmann mit der Wehmutter in die Stadt und liess zuerst verkünden durch alle Gassen, dass an dem Tage Amtsferien seien, nahm dann dreissig Kriegsknechte, gab ihnen Bettzeug, Zelte und Brennholz und hiess sie dies alles hinaustragen zur Höhle.

21,12. Die Wehmutter nahm Speise und Trank in gerechter Menge mit sich und liess noch mehr nachtragen.

21,13. In der Höhle angelangt, liess der Hauptmann sogleich drei Zelte aufrichten: ein reiches für Maria, eines für sich, Joseph und seine Söhne und eines für die Wehmutter und ihre Schwester.

21,14. Und im Zelte Mariens liess er ein frisches und gar weiches Bett aufrichten und versah das Zelt noch mit andern nötigen Einrichtungen. Also richtete er auch die andern Zelte zweckmässig ein, liess dann einen Kochherd in aller Geschwindigkeit von seinen Knechten erbauen, legte selbst Holz darauf und machte Feuer zur Erwärmung der Höhle, in welcher es sonst ziemlich kalt war in dieser Jahreszeit.

22. Kapitel – Die neue ewige Geistessonne

22,1. Also versorgte unser Cornelius die fromme Familie und blieb den ganzen Tag und die ganze Nacht bei ihr.

22,2. Des Nachmittags aber kamen auch wieder die Hirten, anzubeten das Kindlein, und brachten allerlei Opfer.

22,3. Als sie aber in der Hütte Zelte und den römischen Hauptmann erschauten, da wollten sie fliehen aus grosser Furcht vor ihm;

22,4. denn es waren mehrere Beschreibungsflüchtlinge unter ihnen, die sich vor der auf solche Flüchtlinge gesetzten Strafe gar gewaltigst fürchteten.

22,5. Der Hauptmann aber ging hin zu ihnen und sprach: „Fürchtet euch nicht vor mir, denn ich will euch nun alle Strafe nachlassen; aber bedenket, was da nach dem Willen des Kaisers geschehen muss, und kommet daher morgen, und ich werde euch so zart und sanft als nur möglich beschreiben!“

22,6. Da nun die Hirten erfahren hatten, dass der Cornelius ein so sanfter Mensch ist, da verloren sie ihre Scheu und liessen sich am nächsten Tage alle beschreiben.

22,7. Nach der Rede mit den Hirten aber fragte der Hauptmann den Joseph, ob die Sonne diesmal nimmer den Morgen verlassen werde.

22,8. Und der Joseph erwiderte: „Diese Sonne, die heute der Erde aufgegangen ist, ewig nimmer! Aber die natürliche gehet ihren alten Weg nach dem Willen des Herrn fort und wird in etlich Stündlein untergehen.“

22,9. Solches aber sprach der Joseph prophetisch und wusste und verstand im Grunde selbst kaum, was er geredet hatte!

22,10. Und der Hauptmann aber fragte den Joseph: „Was sagst du hier? – Siehe, ich habe deiner Worte Sinn nicht begriffen; daher rede verständlicher zu mir!“

22,11. Und der Joseph sprach: „Es wird eine Zeit kommen, in der du dich wärmen wirst in den heiligen Strahlen dieser Sonne und baden in den Strömen ihres Geistes!

22,12. Mehr zu sagen aber weiss ich dir nicht und verstehe selbst nicht, was ich dir nun gesagt habe; die Zeit aber wird es dir enthüllen, da ich nicht mehr sein werde, in aller Fülle der ewigen Wahrheit.“

22,13. Und der Hauptmann fragte den Joseph nicht mehr und behielt diese tiefen Worte in seinem Lebensgrunde.

22,14. Am nächsten Tage aber grüsste der Hauptmann die gesamte Familie und gab ihr die Versicherung, dass er so lange für sie sorgen werde, als sie sich allda aufhalten werde, und werde sie in seinem Herzen behalten sein Leben lang.

22,15. Nachdem aber begab er sich an sein Geschäft und gab der Wehmutter wieder eine Münze, zu sorgen für die Familie.

22,16. Joseph aber sprach zu seinen Söhnen, als der Hauptmann schon fort war: „Kinder, wie ist denn das, dass ein Heide besser ist als so mancher Jude? – Sollten etwa hierher die Worte Isaias passen, da er spricht:

22,17. ,Siehe, Meine Knechte sollen vor gutem Mute jauchzen; ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen!‘?“ – Und die Söhne Josephs erwiderten: „Ja, Vater, diese Stelle wird hier in ihrer Fülle erklärt und verstanden.“

23. Kapitel – Aufbruch nach Jerusalem zur Darstellung Jesu im Tempel

23,1. Also verlebte Joseph sechs Tage in der Höhle und ward an jedem Tage besucht von Cornelius, der da emsigst sorgte, dass dieser Familie ja nichts abgehen solle.

23,2. Am sechsten Tage frühmorgens aber kam ein Engel zu Joseph und sprach: „Verschaffe dir ein Paar Turteltauben, und ziehe am achten Tage von hier nach Jerusalem!

23,3. Maria solle die Turteltauben nach dem Gesetze opfern, und das Kind muss beschnitten werden und erhalten den Namen, der dir und der Maria ist angezeigt worden!

23,4. Nach der Beschneidung aber ziehet wieder hierher, und verweilet hier so lange, bis ich es euch anzeigen werde, wann und wohin ihr von hier ziehen sollet!

23,5. Du, Joseph, wirst dich zwar früher zur Abreise anschicken; aber ich muss dir sagen: Du wirst nicht um einen Pulsschlag eher von hier kommen, als bis es der Wille Dessen sein wird, der bei dir ist in der Höhle!“

23,6. Nach diesen Worten verschwand der Engel, und der Joseph ging hin zur Maria und zeigte ihr solches an.

23,7. Maria aber sprach zu Joseph: „Siehe, ich bin ja allzeit eine Magd des Herrn, und so geschehe mir nach Seinem Worte!

23,8. Ich aber hatte heute einen Traum, und in diesem Traume kam das alles vor, was du mir jetzt eröffnet hast; daher sei nur besorgt um das Taubenpaar, und ich werde mit dir am achten Tage getrost ziehen nach der Stadt des Herrn.“

23,9. Es kam aber bald nach dieser Erscheinung eben auch wieder der Hauptmann auf einen Morgenbesuch, und der Joseph zeigte ihm sogleich an, warum er am achten Tage werde nach Jerusalem ziehen müssen.

23,10. Und der Hauptmann bot dem Joseph sogleich alle seine Gelegenheit an und wollte ihn führen lassen nach Jerusalem.

23,11. Aber Joseph dankte ihm darum für den herrlich guten Willen und sprach: „Siehe, also ist es der Wille meines Gottes und Herrn, dass ich also ziehen solle nach Jerusalem, wie ich hierher gezogen kam!

23,12. Und so will ich denn auch die kurze Reise also anstellen, auf dass der Herr mich nicht züchtige meines Ungehorsams willen.

23,13. So du aber schon bei dieser Gelegenheit mir etwas tun willst, so verschaffe mir zwei Turteltauben, die da zu opfern sind in dem Tempel, und erhalte mir die Wohnstätte!

23,14. Denn am neunten Tage werde ich wieder hierher kommen und werde mich darinnen so lange aufhalten, als es da von mir verlangen wird der Herr!“

23,15. Und der Cornelius versprach dem Joseph, all das Verlangte zu bieten, und ging darauf fort und brachte dem Joseph selbst eine ganze Taubensteige voll Turteltauben, aus denen sich Joseph die schönsten aussuchen musste.

23,16. Nachdem aber ging der Hauptmann wieder an sein Geschäft und liess die Taubensteige (Taubenhaus) unterdessen bis auf den Abend in der Höhle, allda er sie dann selbst wieder abholte.

23,17. Am achten Tage aber, als Joseph nach Jerusalem abgereist war, liess Cornelius eine Wache hinstellen vor die Höhle, die da niemanden aus und ein gehen liess, ausser die zwei ältesten von Joseph zurückgelassenen Söhne und die Salome, die sie mit Speise und Trank versah; denn die Wehmutter zog mit nach Jerusalem.

24. Kapitel – Beschneidung und Namensgebung des Kindleins. Der fromme Simeon und das Jesuskind

24,1. Am achten Tage nachmittags aber – nach gegenwärtiger Rechnung um die dritte Stunde – ward das Kindlein im Tempel beschnitten und bekam den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, ehe noch das Kindlein im Mutterleibe empfangen war.

24,2. Da aber für den äussersten Fall der erwiesenen Jungfrauschaft Marias auch ihrer Reinigung Zeit konnte als gültig angesehen werden, so wurde Maria auch sogleich gereinigt im Tempel.

24,3. Darum nahm Maria bald nach der Beschneidung das Kindlein auf ihren Arm und trug Es in den Tempel, auf dass sie Es mit Joseph darstellete dem Herrn nach dem Gesetze Mosis.

24,4. Wie es denn auch geschrieben steht im Gesetze Gottes: „Allerlei Erstgeburt solle dem Herrn geheiligt sein.

24,5. Und solle darum geopfert werden ein Paar Turteltauben oder ein Paar junge Tauben!“

24,6. Und Maria opferte ein Paar Turteltauben und legte es auf den Opfertisch; und der Priester nahm das Opfer und segnete Mariam.

24,7. Es war aber auch ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon, der war überaus fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; denn er war erfüllt mit dem Geiste Gottes!

24,8. Diesem Manne hatte zuvor der Geist des Herrn gesagt: „Du wirst nicht den Tod des Leibes sehen, bevor du nicht sehen wirst Jesum, den Gesalbten Gottes, den Messias der Welt.“

24,9. Darum kam er nun aus einer inneren Anregung in den Tempel, da gerade Joseph und Maria sich mit dem Kinde noch in dem Tempel befanden und noch taten, was alles das Gesetz verlangte.

24,10. Als er aber das Kindlein erblickte, da ging er sobald hin zu den Eltern und verlangte bittend, dass sie ihn möchten dasselbe auf eine kurze Zeit auf seine Arme nehmen lassen.

24,11. Das frommste Elternpaar aber tat das gerne dem alten, überfrommen Manne, den sie wohl kannten.

24,12. Und Simeon nahm das Kindlein auf seine Arme, kosete es, lobte dabei Gott inbrünstigst und sprach endlich:

24,13. „Herr! nun lasse Du Deinen Diener im Frieden fahren, wie Du es gesagt hast;

24,14. denn meine Augen haben nun den Heiland gesehen, den Du verheissen hast den Vätern und den Propheten.

24,15. Dieser ist es, den Du bereitet hast vor allen Völkern!

24,16. Ein Licht zu leuchten den Heiden, ein Licht zum Preise Deines Volkes Israel.“

24,17. Joseph und Maria aber wunderten sich selbst über die Worte Simeons; denn sie verstanden noch nicht, was er von dem Kinde ausgesagt hatte.

24,18. Simeon aber gab das Kindlein nun der Maria wieder, segnete darauf beide und sprach dann zur Maria:

24,19. „Siehe, dieser wird gesetzt zum Falle und zur Auferstehung vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird!

24,20. Ein Schwert aber wird durch deine Seele dringen, auf dass da vieler Herzen offenbar werden!“

24,21. Maria aber verstand die Worte Simeons nicht; aber dessenungeachtet behielt sie dieselben tief in ihrem Herzen.

24,22. Desgleichen tat es auch der Joseph und lobte und pries Gott darum gar mächtig in seinem Herzen.

25. Kapitel – Die Prophetin Hanna

25,1. Es war aber zu dieser Zeit auch eine Prophetin im Tempel – Hanna war ihr Name; sie war eine Tochter Phanuels vom Stamme Assers.

25,2. Diese war schon im hohen Alter und war so fromm, dass sie, als sie sich in ihrer Jugend mit einem Manne verband, aus Liebe zu Gott sieben Jahre sich nicht enthüllte dem Manne und behielt diese Zeit ihre Jungfrauschaft.

25,3. In ihrem achtzigsten Jahre ward sie Witwe, ging da sobald in den Tempel und verliess denselben nicht mehr.

25,4. Sie diente hier ausschliesslich Gott dem Herrn allein durch Beten und Fasten nahe Tag und Nacht aus eigenem Antriebe.

25,5. Bei dieser Gelegenheit aber war sie schon vier Jahre also im Tempel und kam nun auch herzu, pries Gott den Herrn und redete also zu allen, die da auf den Erlöser harrten zu Jerusalem, was ihr der Geist Gottes gab.

25,6. Als sie aber zu Ende war mit ihren prophetischen Worten, da bat auch sie um das Kindlein, kosete es und pries und lobte Gott.

25,7. Nachdem aber gab sie das Kindlein wieder der Maria und sagte zu ihr: „Glücklich und gebenedeiet bist du, o Jungfrau, darum du die Mutter meines Herrn bist.

25,8. Lasse dir es aber ja nie gelüsten, dich darum preisen zu lassen; denn Das nur, was da sauget an deiner Brust, ist allein würdig, von uns allen gelobt, gepriesen und angebetet zu werden!“

25,9. Nach diesen Worten kehrte die Prophetin wieder zurück, und Joseph und Maria gingen, nachdem sie bei drei Stunden im Tempel zugebracht hatten, wieder aus demselben und suchten bei einem Verwandten Herberge.

25,10. Als sie aber dahin kamen, fanden sie das Haus verschlossen; denn der Verwandte befand sich diesmal eben auch in Bethlehem bei der Beschreibung.

25,11. Joseph aber wusste nicht, was er nun tun solle; denn fürs erste war es bereits tiefe Nacht, wie es in dieser kürzesten Tageszeit gewöhnlich zu sein pflegt, und es war auch fast kein Haus mehr offen um diese Zeit, und das um so mehr, da es ein Vorsabbat war.

25,12. Im ganz Freien zu übernachten, war es zu kalt, indem der Reif auf den Feldern lag und dazu noch ein kalter Wind wehte.

25,13. Als Joseph also hin und her dachte und den Herrn bat, dass Er ihm helfen möchte aus dieser Not,

25,14. siehe, da kam auf einmal ein junger vornehmer Israelit auf den Joseph zugeschritten und fragte ihn: „Was machst du denn so spät mit deinem Gepäck auf der Gasse? Bist du nicht auch ein Israelit – und weisst nicht den Gebrauch?“

25,15. Joseph aber sagte: „Siehe, ich bin aus dem Stamme Davids! Ich war aber im Tempel und habe geopfert dem Herrn; da hat mich die frühe Nacht übereilt, und nun kann ich keine Herberge finden und bin in grosser Angst ob meines Weibes und ihres Kindes!“

25,16. Und der junge Israelit sagte zu Joseph: „So kommt mit mir denn; ich will euch bis morgen eine Herberge vermieten um einen Groschen oder um dessen Wert!“

25,17. Und Joseph folgte mit Maria, welche sich auf dem Lasttiere befand, und mit seinen drei Söhnen dem Israeliten in ein prachtvollstes Haus und nahm dort in einer niederen Kammer Herberge.

26. Kapitel – Der Tadel des Herbergsbesitzers Nikodemus.

26,1. Am Morgen aber, als Joseph sich schon zur Abreise nach Bethlehem angeschickt hatte, kam der junge Israelit und war willens, den Mietgroschen zu verlangen.

26,2. Aber als er in die Kammer trat, befiel ihn alsobald eine so mächtige Angst, dass er darob keinen Laut über seine Lippen zu bringen vermochte.

26,3. Joseph aber trat hin zu ihm und sagte: „Freund! siehe, was wohl hältst du an mir für einen Groschen wert? – Das nehme, da ich kein Geld in meinem Besitze habe!“

26,4. Nun erholte sich der Israelit etwas und sagte mit bebender Stimme: „Mann aus Nazareth, nun erst erkenne ich dich! – Du bist Joseph, der Zimmermann, und bist derselbe, dem vor neun Monden Maria, die Jungfrau des Herrn, aus dem Tempel durchs Los zugefallen ist!

26,5. Hier ist dieselbe Jungfrau! – Wie hast du sie gehütet, da sie nun Mutter ist in ihrem fünfzehnten Jahre? – Was ist da vorgefallen?

26,6. Wahrlich, du bist der Vater nicht! Denn Männer von deinem Alter und von deiner Gottesfurcht, die anerkannt ist in ganz Israel, tun desgleichen nimmer.

26,7. Aber du hast erwachsene Söhne; kannst du bürgen für deren Unschuld? Hast du sie stets in den Augen gehabt und hast beobachtet all ihr Denken, Handeln, Tun und Lassen?“

26,8. Joseph aber entgegnete dem jungen Manne und sprach: „Nun habe auch ich dich erkannt; du bist Nikodemus, ein Sohn Benjams aus dem Stamme Levi! Wie magst du mich erforschen wohl, da dir solches nicht zukommt? – Mich aber hat der Herr erforschet darum im Heiligtume und auf dem Berge des Fluches und hat mich gerechtfertiget vor dem Hohen Rate; was für Schuld willst du noch an mir und meinen Söhnen finden?

26,9. Gehe aber hin in den Tempel und erforsche den Hohen Rat, und es wird über mein ganzes Haus dir ein rechtes Zeugnis gegeben werden!“

26,10. Diese Worte drangen dem jungen reichen Manne tief ins Herz, und er sagte: „Aber um des Herrn willen, wenn es also ist, so sage mir doch, wie es zugegangen ist, dass diese Jungfrau also geboren hat! – Ist das ein Wunder, oder ist es natürlich?“

26,11. Hier trat die anwesende Wehmutter hin zum Nikodemus und sprach: „Mann! Hier ist der Mietgroschen für die höchst dürftige Herberge! Halte uns aber nicht vergeblich länger auf; denn wir müssen noch heute in Bethlehem eintreffen!

26,12. Bedenke aber, was das ist, was heute in deinem Hause dürftig beherberget war um einen Groschen! – Wahrlich, wahrlich! deine herrlichsten Zimmer, die mit Gold und Edelsteinen gezieret sind, wären zu schlecht für solche Herrlichkeit Gottes, die da eingekehrt ist in diese Kammer, die sich höchstens für Sträflinge schickt!

26,13. Gehe aber hin und rühre an das Kindlein, auf dass von deinen Augen falle die grobe Decke und du sehest, wer dich heimgesucht hatte! – Ich als Wehmutter aber habe das alte Recht, dir zu gestatten, das Kindlein anzurühren.“

26,14. Hier ging Nikodemus hin und rührte an das Kindlein; und als er es berührt hatte, da ward ihm die innere Sehe auf eine kurze Zeit erschlossen, dass er ersah die Herrlichkeit Gottes.

26,15. Er fiel sobald nieder vor dem Kinde und betete es an und sprach: „Welche Gnade, welche Liebe und welche Erbarmung muss, o Herr, in Dir sein, dass Du also dein Volk heimsuchest!

26,16. Was solle aber ich nun mit meinem Hause geschehen lassen, und was mit mir, dass ich die Herrlichkeit Gottes also verkannt habe?!“

26,17. Die Wehmutter aber sprach: „Bleibe in allem, wie du bist; aber allertiefst schweige von dem, was du gesehen, sonst unterliegst du dem Gerichte Gottes!“ – Hier gab Nikodemus den Groschen zurück, ging weinend hinaus und liess hernach diese Kammer mit Gold und Edelsteinen verzieren. – Joseph aber machte sich sogleich auf die Reise.

27. Kapitel – Rückkehr nach Bethlehem

27,1. Abends, noch eine Stunde vor dem Untergange der Sonne, erreichten die hohen Reisenden Bethlehem wieder und zogen ein in die schon bekannte Höhle.

27,2. Die beiden zurückgebliebenen Söhne, die Salome und der Hauptmann kamen ihnen mit offenen Armen entgegen und fragten die Zurückkehrenden sorglichst, wie es ihnen ergangen sei auf der Reise.

27,3. Und Joseph erzählte alles, was ihnen begegnet ist, bekannte aber auch zuletzt, dass er an diesem Tage noch völlig nüchtern sei samt allen den Mitreisenden; denn der höchst geringe Vorrat hatte kaum für die schwache Maria hingereicht.

27,4. Als der Hauptmann solches von Joseph vernommen hatte, da ging er sogleich in den Hintergrund der Höhle und brachte eine Menge den Juden erlaubter Speisen hervor und sprach dann zum Joseph:

27,5. „Hier segne es dir dein Gott, und segne es du nach deiner Sitte, und stärket und sättiget euch alle daran!“

27,6. Und der Joseph dankte Gott und segnete die Speise und ass dann ganz wohlgemut mit Maria und seinen Söhnen und mit der Wehmutter.

27,7. Es war aber der Maria das Kindlein den ganzen Tag hindurch schon schwer geworden, darum sie denn auch zum Joseph sagte:

27,8. „Joseph, siehe, wenn ich nur neben mir ein Plätzchen hätte, das Kindlein niederzulegen, um meinen Armen eine kleine Ruhe zu gönnen, da wäre ich für alles versorgt, und das Kindlein Selbst könnte Sich ruhiger im Schlafe stärken!“

27,9. Als der Hauptmann solchen Wunsch Mariens noch kaum gemerkt hatte, da sprang er sogleich in den Hintergrund der Höhle zurück und brachte eilends eine kleine Futterkrippe hervor, welche für Schafe bestimmt war (und also aussah, wie heutzutage die Futtertröge vor den Gasthöfen auf dem Lande).

27,10. Die Salome aber nahm sogleich schönstes frisches Heu und Stroh, belegte das Kripplein damit, deckte dann ein frisches Tuch darüber und machte also ein weiches Bettchen fürs Kindlein.

27,11. Maria aber wickelte das Kindlein in frische Linnen, drückte Es dann an ihre Brust, küsste Es und gab Es dann dem Joseph zu küssen und dann auch allen Anwesenden und legte Es dann in das wohl sehr ärmliche Bettchen für den Herrn Himmels und der Erde!

27,12. Gar ruhig schlief das Kindlein, und Maria konnte nun ruhig essen und sich stärken am Mahle, welches ihnen der überaus gutherzige Hauptmann bereitet hatte.

27,13. Nach der Mahlzeit aber sprach wieder Maria zu Joseph: „Joseph, lasse mir mein Lager zurechtmachen, denn ich bin gewaltig müde von der Reise und möchte mich darum zur Ruhe begeben!“

27,14. Salome aber sprach: „O Mutter meines Herrn, siehe, dafür ist schon lange bestens gesorgt; komm und siehe!“

27,15. Und Maria erhob sich, nahm wieder das Kindlein und liess sich auch das Kripplein in ihr Zelt tragen und begab sich also zur Ruhe; und das war die erste völlige Schlafnacht für Maria nach der Geburt.

27,16. Der Hauptmann aber liess ja fleissig heizen auf dem Herde und weisse Steine wärmen und mit selben das Zelt Mariens umstellen, auf dass sie mit dem Kindlein ja keine Kälte leiden solle; denn es war dies eine kalte Nacht, in der das Wasser im Freien zu festem Eise ward.

28. Kapitel – Die Kunde von der persischen Karawane und von des Herodes Fahndung nach dem Kinde

28,1. Am Morgen des kommenden Tages aber sprach Joseph: „Was sollen wir nun noch länger hier? Maria ist wieder gestärkt, daher wollen wir aufbrechen und uns nach Nazareth begeben, allwo wir doch eine ordentliche Unterkunft haben!“

28,2. Als aber der Joseph schon sich zum Aufbruche anzuschicken anfing, da kam der Hauptmann, welcher vor Tagesanbruch schon in der Stadt etwas zu tun hatte, wieder zurück und sprach zum Joseph:

28,3. „Gotteswürdiger Mann! – Du willst aufbrechen zur Heimreise; aber für heute, morgen und übermorgen widerrate ich es dir!

28,4. Denn siehe, soeben sind Nachrichten durch meine Leute, die heute gar früh schon von Jerusalem angekommen sind, zu meinen Ohren gekommen, dass da in Jerusalem drei mächtige persische Karawanen eingezogen sind!

28,5. Drei oberste Anführer als Magier hatten sich bei Herodes um den neugeborenen König der Juden angelegentlichst erkundigt!

28,6. Dieser, von der Sache als ein römischer Mietfürst aus Griechenland nichts wissend, wandte sich an die Hohenpriester, auf dass sie ihm kundgäben, wo der Neugesalbte geboren werden sollte.

28,7. Diese aber gaben ihm kund, dass solches in Judäa, und zwar in Bethlehem, geschehen solle; denn also stünde es geschrieben!

28,8. Darauf entliess der Herodes die Priester und begab sich mit seiner ganzen Dienerschaft wieder zu den drei Anführern und gab ihnen kund, was er von den Hohenpriestern erkundschaftet hatte,

28,9. und empfahl darauf den dreien, in Judäa ja sorglichst den Neugesalbten der Juden zu suchen und, wenn sie ihn fänden, ja sobald wieder zu ihm zurückzukehren, auf dass auch dann er käme und dem Kinde seine Huldigung darbrächte.

28,10. Weisst du aber, mein geliebtester Freund Joseph, dass ich weder den Persern, am allerwenigsten aber dem überaus herrschsüchtigen Herodes traue?!

28,11. Die Perser sollen Magier sein und sollen die Geburt durch einen sonderbaren Stern entdeckt haben. Das will ich gar nicht in Abrede stellen; denn haben sich hier bei der Geburt dieses Knäbleins so grosse Wunder gezeigt, so hat solches auch in Persien geschehen können.

28,12. Aber das ist für die Sache eben auch der misslichste Umstand; denn offenbar geht es dieses Kind an. Finden es die Perser, so wird es auch der Herodes finden!

28,13. Und wir werden uns dann sehr auf die Hinterbeine zu stellen haben, um dem alten Fuchse aus den Krallen zu kommen!

28,14. Daher musst du, wie gesagt, wenigstens drei Tage noch hier verweilen an diesem abseitigen Orte, binnen welcher Zeit ich mit den Königsuchern sicher eine gute Wendung machen werde; denn siehe, ich gebiete hier über zwölf Legionen Soldaten! – Mehr brauche ich dir zu deiner Ruhe nicht zu sagen. Nun weisst du das Nötigste; bleibe daher! Ich aber gehe nun wieder und werde um des Tages Mitte wieder zu dir kommen!“ 13. September 1843

28,15. Joseph, durch diese Nachricht samt seiner Familie eingeschüchtert, blieb und wartete in aller Ergebung in den Willen des Herrn ab, was da aus dieser sonderbaren Fügung werden solle.

28,16. Und er ging hin zur Maria und erzählte ihr, was er soeben vom Hauptmanne vernommen hatte.

28,17. Die Maria aber sprach: „Des Herrn Wille geschehe! Was alles für bittere Dinge sind uns schon bisher begegnet, – und der Herr hat sie alle in Honig verwandelt!

28,18. Sicher werden uns auch die Perser nichts zuleide tun, falls sie im Ernste zu uns kommen sollten; und sollten sie an uns irgendeine bedungene Gewalt verüben wollen, so haben wir ja durch die Gnade Gottes den Schutz des Hauptmanns für uns!“

28,19. Und der Joseph sagte: „Maria, das alles ist in der Ordnung! Die Perser fürchte ich auch eben nicht so sehr; aber den graubärtigen Herodes, dieses reissende Tier in menschlicher Gestalt, – der ist es, den ich fürchte, und auch der Hauptmann sich scheut vor ihm!

28,20. Denn wird es durch die Perser allenfalls erwiesen, dass da unser Knäblein der neugesalbte König ist, dann wird uns nichts als eine schnöde Flucht übrigbleiben!

28,21. Denn dann wird auch unser Hauptmann aus staatlichen römischen Rücksichten uns seines Heiles willen zum Feinde werden müssen und wird uns, statt zu retten, nur verfolgen müssen, will er nicht als ein Abtrünniger und als ein geheimer Verräter seines Kaisers angesehen werden!

28,22. Und das sieht er heimlich auch sicher ein, da er selbst zu mir bezüglich des Herodes nicht unbedeutende Bedenklichkeiten zu erkennen gab.

28,23. Darum, meine ich, lässt er uns auch noch drei Tage hier harren! Geht es gut, so bleibt er sicher unser Freund;

28,24. geht es aber schlecht, so hat er uns aber auch bei der Hand, um uns der Grausamkeit Herodis auszuliefern, und wird dadurch noch obendrauf von seinem Kaiser eine grosse Auszeichnung erhalten, darum er auf eine so feine Art einen jüdischen König, der einst dem Staate gefährlich werden könnte, aus der Welt befördert hat!“

28,25. Maria aber sagte darauf: „Joseph! Ängstige dich und mich nicht vergeblich! – Siehe, haben wir doch das Fluchwasser getrunken, und es ist uns nichts geschehen! Warum sollen wir uns denn nun ängstigen, da wir doch schon so viel der Herrlichkeit Gottes ob dieses Kindes gesehen und erprobet haben?!

28,26. Gehe es, wie es wolle, ich sage dir: Der Herr ist mächtiger denn die Perser, der Herodes, der Kaiser Roms und der Hauptmann samt seinen zwölf Legionen! Daher sei ruhig, wie du siehst, dass ich ruhig bin!

28,27. Übrigens aber bin ich überzeugt, dass der Hauptmann eher alles aufbieten wird, als bis er notgedrungen unser Feind werden wird!“

28,28. Damit ward der gute, frommste Joseph wieder beruhigt und ging hin und erwartete den Hauptmann und liess von seinen Söhnen die Höhle beheizen und einige Früchte kochen für Maria und für sich und die Söhne.

29. Kapitel – Der drei Weisen Zeugnis über das Kind: ein König der Könige, ein Herr der Herren von Ewigkeit!

29,1. Der Mittag war herangekommen, aber der Hauptmann verzog diesmal, und Joseph zählte mit banger Erwartung die Augenblicke; aber der Hauptmann kam nicht zum Vorscheine.

29,2. Darum wandte sich Joseph zum Herrn und sprach: „Mein Gott und mein Herr, ich bitte Dich, dass Du mich doch nicht so sehr möchtest ängstigen lassen; denn siehe, ich bin alt und schon ziemlich schwach in allen meinen Gelenken!

29,3. Daher stärke mich durch eine Verkündung, was ich tun solle, um nicht zuschanden zu werden vor allen Söhnen Israels!“

29,4. Als der Joseph also gebetet hatte, siehe, da kam der Hauptmann fast ausser Atem und sprach zu Joseph:

29,5. „Mann meiner höchsten Achtung! – Soeben komme ich von einem Marsche zurück, den ich selbst mit einer ganzen Legion nahe auf den drittel Weg gen Jerusalem gemacht habe, um etwas von den Persern zu erspähen,

29,6. und habe auch allorts Spione aufgestellt, aber bis jetzt konnte ich nichts entdecken! Sei aber nur ruhig; denn wenn sie kommen, müssen sie auf meine ausgestellten Posten stossen!

29,7. Da aber solle es ihnen eben nicht zu leicht werden, irgendwo durchzubrechen und hierher zu gelangen, bevor sie nicht von mir sind verhört und beurteilt worden! – Ich gehe nun darum sogleich wieder und werde die Wachen verstärken; am Abende bin ich bei dir!“

29,8. Hier eilte der Hauptmann wieder fort, und der Joseph lobte Gott und sprach zu seinen Söhnen: „Nun setzet die Speisen auf den Tisch, und du, Salome, frage die Maria, ob sie mit uns am Tische essen will, oder sollen wir ihr die Speisen aufs Lager bringen?“

29,9. Maria aber kam selbst mit dem Kindlein ganz heiteren Mutes heraus aus ihrem Zelte und sprach: „Weil ich stark genug bin, will ich bei euch am Tische essen; nur das Kripplein schaffet her fürs Kindlein!“

29,10. Joseph aber war darüber voll Freuden und setzte vor Maria die besten Stücke hin; und sie lobten Gott den Herrn und assen und tranken.

29,11. Als sie aber noch kaum abgespeist hatten, siehe, da entstand auf einmal vor der Höhle ein starkes Lärmen. Joseph sandte den Joel, nachzusehen, was es gäbe.

29,12. Als der Joel aber hinausblickte zur Türe (denn die Höhle war am Ausgange gezimmert), da sah er eine ganze Karawane von Persern mit belasteten Kamelen und sprach mit ängstlicher Stimme:

29,13. „Vater Joseph! Um des Herrn willen, wir sind verloren! – Denn siehe, die berüchtigten Perser sind hier mit vielen Kamelen und grosser Dienerschaft!

29,14. Sie schlagen ihre Zelte auf und lagern sich in einem weiten Kreise, unsere Höhle ganz umringend, und drei mit Gold, Silber und Edelsteinen gezierte Anführer packen goldene Säcke aus und machen Miene, sich herein in die Höhle zu begeben!“

29,15. Diese Nachricht machte unseren guten Joseph beinahe sprachunfähig; mit grosser Mühe brachte er die Worte heraus: „Herr, sei mir armem Sünder barmherzig! – Ja, jetzt sind wir verloren!“ – Maria aber nahm das Kindlein und eilte damit in ihr Zelt und sprach: „Nur wenn ich tot bin, werdet ihr Es mir entreissen!“

29,16. Joseph aber ging nun hin zur Türe, geleitet von seinen Söhnen, und sah verstohlen hinaus, was da macheten die Perser.

29,17. Als er aber die grosse Karawane und die aufgerichteten Zelte erschaute, da ward es ihm doppelt bange ums Herz, dass er darob inbrünstigst zu flehen anfing, der Herr möchte ihm nur diesmal aus solcher grossen Not helfen.

29,18. Als er aber also flehte, siehe, da kam der Hauptmann in ganz kriegerischer Rüstung, geleitet von tausend Kriegern, und stellte die Krieger zu beiden Seiten der Höhle auf.

29,19. Er selbst aber ging hin und befragte die drei Magier, aus welcher Veranlassung und wie – von ihm also ganz unbemerkt – sie hierher gelanget seien.

29,20. Und die drei sprachen einstimmig zum Hauptmann: „Halte uns ja nicht für Feinde; denn du siehst ja, dass wir keine Waffen mit uns führen, weder offene noch verborgene!

29,21. Wir sind aber Sternkundige aus Persien, und wir haben eine alte Prophezeiung, in dieser steht es geschrieben, dass in dieser Zeit den Juden wird ein König der Könige geboren werden, und seine Geburt wird durch einen Stern angezeigt werden.

29,22. Und die da den Stern sehen werden, die sollen sich auf die Reise machen und ziehen, dahin sie der mächtige Stern führen wird; denn sie werden dort den Heiland der Welt finden, wo der Stern wird seinen Stand nehmen!

29,23. Siehe aber, ob diesem Stalle stehet der Stern, sicher jedermann sichtbar am hellen Tage sogar! – Dieser war unser Führer hierher; hier aber blieb er stehen ob diesem Stalle, und wir haben sicher ohne allen Anstand die Stelle erreicht, allwo das Wunder aller Wunder sich lebendig vorfindet, ein neugebornes Kind, ein König der Könige, ein Herr der Herren von Ewigkeit!

29,24. Diesen müssen wir sehen, anbeten und Ihm die allerhöchste Huldigung darbringen! – Daher wolle uns ja nicht den Weg verrammen; denn sicher hat uns kein böser Stern hierher geführt!“

29,25. Hier sah der Hauptmann nach dem Sterne und verwunderte sich hoch über ihn; denn fürs erste stand er ganz nieder, und fürs zweite war sein Licht nahe so stark wie das Naturlicht der Sonne.

29,26. Als der Hauptmann aber sich von alledem überzeugt hatte, da sprach er zu den dreien: „Gut, ich habe nun aus euren Worten und aus dem Sterne die Überzeugung erlangt, dass ihr redlichen Sinnes hierher gekommen seid; aber nur sehe ich nicht ein, was ihr zuvor in Jerusalem bei Herodes zu tun hattet! – Hat euch der Stern auch jenen Weg gezeigt?

29,27. Warum hat euch denn euer Wunderführer nicht sogleich hierher geführt, indem doch alsonach sicher hier der Ort eurer Bestimmung ist? – Darüber verlange ich noch eine Antwort von euch, sonst kommt ihr nicht in die Höhle!“

29,28. Die drei aber sagten: „Der grosse Gott wird das wissen! Sicher muss es in Seinem Plane liegen; denn keiner aus uns hatte je den Sinn gefasst, sich Jerusalem auch nur von ferne zu nahen!

29,29. Und du kannst uns völlig glauben, uns gefielen die Menschen in Jerusalem gar nicht, am wenigsten aber der Fürst Herodes! Da wir aber schon dort waren und aller Stadt Aufmerksamkeit auf uns gerichtet war, so mussten wir doch zeigen, was da ist unsere Absicht!

29,30. Die Priester gaben uns Kunde durch den Fürsten, der uns bat, dass wir ihm wieder die Kunde überbringen sollen von dem gefundenen Könige, auf dass auch er käme und brächte dem neuen Könige seine Huldigung dar.“

29,31. Der Hauptmann aber sprach: „Das werdet ihr nimmer tun; denn ich kenne die Absicht dieses Fürsten! Eher bleibet ihr hier als Geiseln! – Ich aber gehe nun hinein und will mich mit dem Vater des Kindes über euch besprechen.“

30. Kapitel – Der Stern der drei Weisen und die alte Prophezeiung der persischen Sternkundigen Chaspara, Melcheor und Balthehasara. Die sie begleitenden Geister: Adam, Kain und Abraham.

30,1. Als der gute Joseph alles das vernommen hatte, da ward es ihm leichter ums bedrängte Herz; und da er vernommen hatte, dass der Hauptmann zu ihm kommen werde, so machte er sich auf seinen Empfang bereit.

30,2. Und der Hauptmann trat ein, grüsste den Joseph und sprach dann zu ihm: „Mann meiner höchsten Achtung!

30,3. Siehe, durch wunderbare Fügung sind diese draussen nun harrenden Morgenländer hierher gekommen. – Ich habe sie scharf geprüft und habe an ihnen nichts Arges entdeckt!

30,4. Sie wünschen dem Kinde nach der Beheissung ihres Gottes ihre Huldigung darzubringen, und so bin ich der Meinung, du kannst sie ohne die allergeringste Furcht hereinlassen, wann es dir gelegen ist.“

30,5. Und der Joseph sprach: „Wenn es also ist, da will ich meinen Gott loben und preisen; denn Er hat wieder einen glühenden Stein von meinem Herzen genommen!

30,6. Aber es hat sich zuvor die Maria etwas entsetzt, als sich die Perser um diese Höhle zu lagern anfingen; darum muss ich doch zuvor nachsehen, wie sie bestellt ist, auf dass da ein unvorbereitetes Eintreten dieser Gäste sie nicht noch mehr erschreckt, als sie sich schon ehedem vor ihnen erschreckt hat.“

30,7. Der Hauptmann aber billigte diese Vorsicht Josephs; und Joseph ging hin zur Maria und benachrichtigte sie von allem, was er vom Hauptmann vernommen hatte.

30,8. Und Maria ganz heiteren Mutes sprach: „Friede allen Menschen auf Erden, die eines treuen und guten Herzens sind und haben einen Willen, der sich von Gott lenken lässt!

30,9. Diese sollen nur kommen, wann es ihnen des Herrn Geist anzeigen wird, und sollen den Segen ihrer Treue ernten! – Denn ich habe nicht die allergeringste Furcht vor ihnen!

30,10. Aber wenn sie eintreten werden, musst du doch mir recht nahe zur Seite stehen; denn es würde sich doch nicht schicken, dass ich sie ganz allein empfinge in diesem Zelte!“

30,11. Joseph aber sagte: „Maria, so du Kraft hast, da stehe auf mit dem Kinde, nehme das Kripplein und lege Es vor dir in dasselbe, und dann können die Gäste eintreten und dem Kinde ihre Ehre geben!“

30,12. Und die Maria vollzog sogleich diesen Willen Josephs, und Joseph sprach darauf zum Hauptmann:

30,13. „Siehe, wir sind bereit; so da die drei eintreten wollen, da können wir es ihnen schon andeuten, dass wir nach unserer Armut ganz auf ihren Empfang bereitet sind!“

30,14. Und der Hauptmann ging hinaus und kündigte solches den dreien an. – Die drei aber fielen sobald zur Erde nieder, lobten Gott für diese Gestattung, nahmen dann die goldenen Säcke und begaben sich allerehrfurchtsvollst in die Höhle. 18. September 1843

30,15. Der Hauptmann öffnete die Tür, und die drei traten mit der allerhöchsten Ehrfurcht in die Höhle; denn es ging im Augenblicke ihres Eintretens ein mächtiges Licht vom Kinde aus.

30,16. Als sie, die drei Weisen nämlich, sich auf ein paar Tritte dem Kripplein, darinnen das Kindlein lag, näherten, da fielen sie sobald auf ihre Angesichter nieder und beteten dasselbe an.

30,17. Bei einer Stunde lang lagen sie, von der höchsten Ehrfurcht ergriffen und gebeugt, vor dem Kinde; dann erst erhoben sie sich langsam und richteten kniend ihre mit Tränen befeuchteten Angesichter auf und besahen den Herrn, den Schöpfer der Unendlichkeit und Ewigkeit.

30,18. Die Namen der drei aber waren: Chaspara, Melcheor und Balthehasara.

30,19. Und der erste, in Gesellschaft des Geistes Adams, sprach: „Gebet Gott die Ehre, das Lob, den Preis! Hosianna, hosianna, hosianna Gott, dem Dreieinigen, von Ewigkeit zu Ewigkeit!“

30,20. Hier nahm er den goldgewirkten Beutel, in dem dreiunddreissig Pfunde feinsten Weihrauchs waren, und übergab ihn mit der grössten Ehrerbietung der Maria mit den Worten:

30,21. „Nimm ohne Scheu, o Mutter, dies geringe Zeugnis dessen, davon mein ganzes Wesen ewig erfüllt sein wird! – Nimm hin den schlechten äusseren Tribut, den jedes denkende Geschöpf aus dem Grunde seines Herzens seinem allmächtigen Schöpfer schuldet für ewig!“

30,22. Maria nahm den schweren Beutel und übergab ihn dem Joseph, und der Spender erhob sich, stellte sich hin zur Türe und kniete da abermals nieder und betete den Herrn in dem Kinde an.

30,23. Und sobald erhob der zweite, der da ein Mohr war und des Kain Geist in seiner Gesellschaft hatte, einen etwas kleineren Beutel, aber von gleichem Gewichte, gefüllt mit reinstem Golde, und überreichte ihn der Maria mit den Worten:

30,24. „Was dem Könige der Geister und der Menschen auf Erden gebührt, bringe ich dar, ein kleinstes Opfer Dir, Du Herr der Herrlichkeit ewig! – Nimm es hin, o Mutter, die du geboren hast, das aller Engel Zunge ewig nie wird auszusprechen imstande sein!“

30,25. Hier übernahm Maria den zweiten Beutel und übergab ihn dem Joseph. – Und der opfernde Weise erhob sich und ging hin zum ersten und tat, was dieser tat.

30,26. Sodann erhob sich der dritte, nahm seinen Beutel, gefüllt mit allerfeinster Goldmyrrhe, einer damals allerkostbarsten Spezerei, und übergab ihn der Maria mit den Worten:

30,27. „Der Geist Abrahams ist in meiner Gesellschaft und sieht nun den Tag des Herrn, auf den er sich so mächtig gefreut hat!

30,28. Ich aber, Balthehasara, opfere hier in kleiner Gabe, was da gebühret dem Kinde der Kinder! – Nimm es hin, o Mutter aller Gnade! – Ein besseres Opfer aber berge ich in meiner Brust; es ist meine Liebe, – diese solle diesem Kinde ewig ein wahrstes Opfer bleiben!“

30,29. Hier nahm Maria den ebenfalls dreiunddreissig Pfunde schweren Beutel und übergab ihn dem Joseph. – Der Weise aber erhob sich dann auch und ging hin zu den zwei ersten, betete an das Kindlein und ging nach vollendetem Gebete mit den ersten zweien hinaus, da ihre Zelte aufgerichtet waren.

31. Kapitel – Die drei gesegneten Geschenke Gottes: Sein heiliger Wille, Seine Gnade und Seine Liebe

31,1. Als die drei Weisen aber völlig wieder draussen waren und sich zur Ruhe begeben hatten in ihren Zelten, da sagte die Maria zum Joseph:

31,2. „Siehe, siehe nun, du ängstlicher, sorgerfüllter Mann, wie herrlich und gut der Herr, unser Gott, ist, wie gar so väterlich Er für uns sorgt!

31,3. Wer hätte von uns sich je im Traume etwas solches können beifallen lassen? Aus unserer grossen Angst hat Er solch einen Segen für uns bewirkt und hat alle unsere grosse Furcht und Sorge in eine so grosse Freude verwandelt!

31,4. Von denen wir befürchteten, dass sie nach dem Leben des Kindes trachten möchten, gerade von denen haben wir erlebt, dass sie Ihm nur eine Ehre dargebracht haben, wie wir sie nur immer Gott, dem Herrn, schuldig sind!

31,5. Und haben uns noch obendrauf so reichlich beschenkt, dass wir uns um den Wert der Geschenke ein sehr ansehnliches Landgut völlig zu eigen ankaufen können und können dort für die Erziehung des göttlichen Kindes sicher nach dem Willen des Herrn bestens sorgen!

31,6. O Joseph! – Heute erst will ich dem allerliebvollsten Herrn danken, Ihn loben und preisen die ganze Nacht hindurch; denn Er ist nun unserer Armut auch so sehr zuvorgekommen, dass wir uns jetzt recht gütlich behelfen können! – Was sagst denn du dazu, lieber Vater Joseph?“

31,7. Und der Joseph sprach: „Ja, Maria, unendlich gut ist Gott der Herr denen, die Ihn lieben über alles und alle ihre Hoffnung auf Ihn allein richten; – aber ich meine, nicht uns, sondern dem Kinde gelten die Geschenke, und wir haben demnach nicht das Recht, sie zu gebrauchen nach unserem Gutdünken.

31,8. Das Kind aber heisst Jesus und ist ein Sohn des Allerhöchsten; daher müssen wir zuerst den allerhabensten Vater fragen, was da mit diesen Schätzen geschehen solle!

31,9. Und was Er damit anordnen wird, das wollen wir auch tun; ohne Seinen Willen aber will ich sie nicht anrühren mein Leben lang und will dir und mir lieber auf die beschwerlichste Art von der Welt ein gesegnetes Stückchen Brotes verdienen!

31,10. Habe ich dich und meine Söhne doch bis jetzt durch die vom Herrn gesegnete Arbeit meiner Hände ernährt; also werde ich es mit der Hilfe des Herrn auch noch fürder zu tun vermögen!

31,11. Daher sehe ich nicht auf diese Geschenke, sondern allein auf den Willen des Herrn und auf Seine Gnade und Liebe.

31,12. Das sind die drei grössten, uns allzeit mächtig segnenden Geschenke Gottes; Sein heiliger Wille ist mir der köstlichste Weihrauch, Seine Gnade das reinste und schwerste Gold, und Seine Liebe die allerköstlichste Myrrhe!

31,13. Diese drei Schätze dürfen wir allzeit ohne Scheu verschwenderisch gebrauchen; aber diesen Weihrauch, dieses Gold und diese Myrrhen da in den goldenen Säcken dürfen wir nicht anrühren ohne die ersten drei Hauptschätze, die uns bis jetzt noch immer die reichlichsten Interessen abgeworfen haben.

31,14. Also, liebe Maria, wollen wir tun, und ich weiss, der Herr wird uns darum mit grossem Wohlgefallen ansehen; Sein Wohlgefallen aber sei uns der allergrösste Schatz!

31,15. Was meinst du, holdeste Maria, habe ich recht oder nicht? Ist also nicht am besten mit diesen Schätzen die rechte Bestimmung getroffen?“

31,16. Hier wurde die Maria bis zu Tränen gerührt und lobte die Weisheit Josephs. Und der Hauptmann fiel dem Joseph um den Hals und sprach: „Ja, du bist noch ein wahrer Mensch nach dem Willen deines Gottes!“ – Das Kindlein aber sah den Joseph lächelnd an, hob ein Händchen auf und tat, als segnete Es den Nährvater, den frömmsten Joseph.

32. Kapitel – Der Engel als Ratgeber der drei Weisen

32,1. Die drei Weisen aber traten in einem Zelte zusammen und besprachen, was sie nun tun sollten.

32,2. Sollten sie dem Herodes das gegebene Wort halten, oder sollten sie hier zum ersten Male wortbrüchig werden?

32,3. Und so sie einen anderen Weg in ihr Land einschlagen sollten, da frage es sich, welchen, der sie sicher wieder brächte in ihr Land.

32,4. Und einer fragte den andern: „Wird wohl der wunderbare Stern, der uns hierher geführt hatte, uns auch wieder anderen Weges nach Hause führen?“

32,5. Als sie sich aber also berieten, siehe, da trat auf einmal ein Engel unter sie und sprach zu ihnen: „Sorget euch nicht vergeblich, der Weg ist schon gebahnt!

32,6. So gerade als da fallet der Sonne Strahl auf die Erde am Mittage, ebenso geraden Weges sollet ihr morgen in euer Land anderen Weges denn über Jerusalem geleitet werden!“

32,7. Darauf verschwand der Engel, und die drei begaben sich zur Ruhe. Und früh am Morgen zogen sie von da hinweg und gelangten auf dem kürzesten Wege bald wieder in ihr Land, allwo sie vielen Freunden die grosse Ehre Gottes verkündeten und weckten sie wieder im rechten Glauben an den einigen Gott.

32,8. Am selben Morgen aber fragte Joseph den Hauptmann, wie lange er denn noch in dieser Höhle werde verweilen müssen.

32,9. Der Hauptmann aber sagte freundlichst zu Joseph: „Mann meiner höchsten Achtung! Glaubst du denn, ich halte dich hier wie einen Gefangenen?

32,10. O welch ein Gedanke! – Wie sollte ich, ein Wurm im Staube vor der Macht deines Gottes, dich wohl je gefangen halten!? – Was aber meine Liebe zu dir tut, siehe, das ist ja keine Gefangenschaft!

32,11. Von meiner Macht aus bist du zu jeder Stunde frei und kannst ziehen, dahin du willst! – Aber nicht ebenso frei bist du von meinem Herzen aus; das möchte dich freilich hier halten für alle Zeit, denn es liebt dich und dein Söhnlein mit unbeschreiblicher Macht!

32,12. Sei aber noch ein paar Tage ruhig; ich will sogleich Kundschafter nach Jerusalem senden und dort erfahren, was da der graue Fuchs machen wird, so die Perser ihm das Wort nicht gehalten haben!

32,13. Dann aber werde ich mich schon zu richten wissen und werde dich schützen gegen jede Verfolgung dieses Wüterichs.

32,14. Denn du kannst es mir glauben, dieser Herodes ist der grösste Feind meines Herzens, und ich will ihn schlagen, wo ich nur immer mag und kann!

32,15. Ich bin freilich nur ein Hauptmann und bin noch selbst ein Untergebener dem höheren Feldherrn, der zu Sidon und Smyrna residiert und befiehlt über zwölf Legionen in Asien.

32,16. Aber ich bin kein gemeiner Zenturio, sondern bin ein Patrizier und gebiete daher nach meinem Titel mit über die zwölf Legionen in Asien! So ich eine oder die andere gebrauchen will, da brauche ich nicht erst nach Smyrna zu senden, sondern als Patrizier nur zu gebieten, und die Legion muss mir gehorchen! Daher kannst du auf mich schon rechnen, wenn sich Herodes erheben sollte!“ 22. September 1843

32,17. Joseph dankte dem Hauptmann für diese allerfreundlichste Sorgfalt, setzte aber dann hinzu und sprach:

32,18. „Höre mich nun auch an, du achtbarster Freund! – Siehe, du hast dich ehedem wohl auch allerwachsamst gesorget wegen der Perser; aber was hat das alles genützt?!

32,19. Die Perser kamen ungesehen von all deinen tausend Augen und hatten lange eher schon ihr Lager geschlagen, als du auch nur einen von ihnen entdecken mochtest!

32,20. Siehe, hätte mich da der Herr, mein Gott, nicht beschützt, wo wäre ich nun schon mit deiner Hilfe? Ehe du zum Vorscheine kamst, hätten die Perser mich samt meiner Familie schon lange erwürgen können!

32,21. Daher sage ich dir nun als ein wärmsten Dankes vollster Freund: Menschenhilfe ist zu nichts nütze; denn alle Menschen sind nichts vor Gott!

32,22. So aber Gott der Herr uns helfen will und auch allein nur helfen kann, da sollen wir uns gar nicht viel Mühens machen; denn es wird trotz alles unseres Mühens dennoch alles also geschehen, wie es der Herr will, aber nie, wie wir es wollen.

32,23. Unterlasse daher das mühsame und gefährliche Auskundschaften in Jerusalem, durch das du fürs erste wenig Erhebliches erfahren möchtest und fürs zweite, so es aufkäme, dir noch meinetwegen ein herbes Los bereiten könntest!

32,24. In dieser Nacht aber wird es mir der Herr ohnehin sicher anzeigen, was da Herodes tun wird, und was ich werde tun müssen; daher magst du nun samt mir ganz ruhig sein und den Herrn allein über mich und dich walten lassen, und es wird schon alles recht sein.“

32,25. Als der Hauptmann aber solche Rede von Joseph vernommen hatte, ward er sehr bewegt in seinem Gemüte, und es tat ihm wehe, dass der Joseph seine Hilfe abgelehnt hatte.

32,26. Joseph aber sprach: „Guter, liebster Freund! dich schmerzt es, weil ich dir es abgeraten habe, dich ferner noch um meine Wohlfahrt zu kümmern.

32,27. Aber so du die Sache beim hellen Lichte betrachtest, da musst du ja doch selbst notwendig dasselbe finden!

32,28. Siehe, wer von uns hat noch je die Sonne und den Mond und alle die Sterne über das Firmament getragen? Wer von uns noch je den Winden, Stürmen und Blitzen geboten?

32,29. Wer hat dem mächtigen Meere sein Bett gegraben, wer von uns den grossen Strömen ihren Weg vorgezeichnet?

32,30. Welchen Vogel haben wir den schnellen Flug gelehrt und wann sein Gefieder geordnet? Wann für ihn die klang- und sangreiche Kehle gebildet?

32,31. Wo wohl stehet das Gras, zu dessen Wachstume wir den lebendigen Samen gebildet hätten?

32,32. Siehe, das alles aber tut der Herr täglich! – So dich aber Sein mächtiges wunderbares Walten doch in jedem Augenblicke an Seine unendlich liebvollste Fürsorge erinnert, wie sollte es dich da wundern, wenn ich dich freundlichst darauf aufmerksam mache, da vor Gott alle Menschenhilfe in den Staub der Nichtigkeit zurücksinket?“

32,33. Diese Worte brachten den Hauptmann wieder in eine günstige Stimmung; aber dessenungeachtet sandte er dennoch heimlich Kundschafter nach Jerusalem, um zu erfahren, was dort vor sich ginge.

33. Kapitel – Die Vorbereitungen zur Flucht nach Ägypten

33,2. „Joseph! verkaufe die Schätze und kaufe dir noch einige Lasttiere; denn du musst mit deiner Familie nach Ägypten fliehen!

33,3. Siehe, Herodes ist in einen mächtigen Grimm ausgebrochen und hat beschlossen, alle Kinder von ein bis zwölf Jahren Alters zu ermorden, darum er von den Weisen hintergangen ward!

33,4. Diese hätten es ihm anzeigen sollen, wo der neue König geboren ward, auf dass er dann seine Schergen ausgesandt hätte, welche das Kind hätten ermorden sollen, welches da ist der neue König.

33,5. Wir Engel der Himmel aber haben die Weisung vom Herrn erhalten, eher noch, als Er in die Welt ging, über alles das allsorglichst zu wachen, was eure Sicherheit betrifft!

33,6. Darum denn kam ich nun zu dir, um es dir anzuzeigen, was der Herodes tun wird, da er des Einen nicht bestimmt habhaft werden kann.

33,7. Der Hauptmann selbst wird müssen dem Herodes Subsidien leisten, will er nicht von ihm beim Kaiser verraten werden; darum sollst du dich schon morgen auf die Reise machen!

33,8. Solches aber kannst denn du wohl auch dem Hauptmann anzeigen, und er wird dir behilflich sein zur schleunigen Abreise! – Also geschehe im Namen Dessen, der da lebet und sauget die Brüste Marias!“

33,9. Hier ward Joseph wach, und also auch die Maria, die da sogleich mit ängstlicher Stimme den Joseph zu sich rief und ihm dann sogleich ihren Traum erzählte.

33,10. Joseph aber ersah sobald sein Gesicht in der Erzählung Mariens und sagte darauf: „Maria, sorge dich nicht, noch vor der Mitte des Tages sind wir schon übers Gebirge – und in sieben Tagen in Ägypten!

33,11. Ich will aber nun, da es schon helle wird, sogleich ausgehen und alles bestellen zur schnellen Abreise.“

33,12. Hier ging der Joseph auch sobald mit den drei ältesten Söhnen, nahm die Schätze und trug sie hin zu einem Wechsler, welcher ihm sobald die Türe öffnete und ihm alles ablöste um den gerechten Betrag.

33,13. Dann ging Joseph zu einem Lasttierhändler, geleitet von einem Diener des Wechslers, und kaufte sogleich noch sechs lastbare Esel und kam also wohl ausgerüstet wieder in die Höhle zurück.

33,14. Daselbst harrte auch schon der Hauptmann seiner und erzählte ihm sogleich, was für allergrausamst schändlichste Nachrichten ihm von Jerusalem überbracht worden sind. 25. September 1843

33,15. Joseph aber verwunderte sich nicht sehr über diese Erzählung des Hauptmanns, sondern sprach nur in einem gottergebenen Tone:

33,16. „Geehrter Freund! was du mir hier kundgibst, das alles und viel genauer liess mir in dieser Nacht, wie ich es dir gestern meldete, der Herr kundgeben, was alles der Herodes beschlossen hat!

33,17. Siehe, du selbst wirst ihm noch obendrauf müssen Subsidien leisten; denn er will um Bethlehem und in der Stadt selbst alle Kinder von etlichen Wochen Alters bis ins zwölfte Jahr erwürgen lassen, um unter ihnen auch auf das meine zu kommen!

33,18. Darum muss ich heute noch fliehen von hier, dahin mich des Herrn Geist führen wird, um der Grausamkeit Herodis zu entkommen.

33,19. Darum aber ersuche ich dich, dass du mir den sicheren Weg gen Sidon weisest; denn schon in einer Stunde muss ich aufbrechen!“

33,20. Als der Hauptmann aber solches vernommen hatte, ward er ergrimmt über alle Massen über den Herodes und schwor ihm unversiegbare Rache, sagend:

33,21. „Joseph, so wahr es jetzt Tag wird und die Sonne schon über dem Horizonte steht, so wahr dein Gott lebt, so wahr will ich mich als edelster Patrizier Roms eher ans Kreuz binden lassen, ehe ich solch ein Unternehmen den Wüterich werde ungestraft verüben lassen!

33,22. Führen will ich dich sogleich übers Gebirge selbst mit einer guten Bedeckung; und weiss ich dich in Sicherheit, dann werde ich zurückeilen und sogleich einen Eilboten nach Rom senden, der dem Kaiser alles anzeigen soll, was da der Herodes zu unternehmen gedenkt.

33,23. Ich aber werde alles Mögliche aufbieten, um hier das Vorhaben des Scheusals zu hintertreiben.“

33,24. Und der Joseph erwiderte: „Guter, achtbarster Freund! Wenn du schon etwas tun kannst, da beschütze wenigstens die Kinder von drei bis zwölf Jahren! Solches wird in deiner Macht stehen!

33,25. Aber die Kindlein von der Geburt an bis ins zweite Jahr wirst du nicht zu schützen vermögen!

33,26. Ersteren Schutz aber wirst du auch nicht durch Gewalt, sondern allein durch Klugheit zu bewerkstelligen imstande sein!

33,27. Der Herr aber wird dich in solcher Klugheit leiten! Darum denke nicht viel, was du tun wirst; denn der Herr wird dich leiten im geheimen!“

33,28. Der Hauptmann aber sprach: „Nein, nein, der Kinder Blut solle nicht fliessen; eher will ich militärische Gewalt brauchen!“

33,29. Joseph aber sprach: „Siehe, was kannst du wohl tun, so der Herodes schon mit einer ganzen römischen Legion soeben Jerusalem verlässt, – wirst du wider deine eigene Macht ins Feld ziehen? – Daher tue, wie dich der Herr leiten wird, damit du auf freundlichem Wege doch die Drei- bis Zwölfjährigen rettest!“ – Hier gab der Hauptmann nach.

34. Kapitel – Der Aufbruch zur Flucht.

34,1. Nach dieser Unterredung Josephs mit dem Hauptmanne sprach der Joseph zu seinen Söhnen: „Machet euch auf, und rüstet die Lasttiere!

34,2. Die sechs neuen Esel sattelt für mich und euch und den alten und approbierten für die Maria! Nehmet, soviel ihr könnet, von den Esswaren mit; den Ochsen mit dem Karren aber lassen wir hier der Wehmutter zum Angedenken und zum Lohne für ihre Aufmerksamkeit für uns!“

34,3. Also ward der Ochse mit dem Karren von der Wehmutter in Besitz genommen und wurde zu keiner Arbeit mehr verwendet.

34,4. Die Salome aber fragte den Joseph, ob sie nicht mit ihm ziehen dürfte.

34,5. Und der Joseph sprach: „Das kommt auf dich an; ich aber bin arm, das weisst du, und kann dir keinen Lohn geben, so du mir eine Magd abgeben möchtest!

34,6. Hast du aber Mittel und kannst sorgen mit mir für den Mund und für des Leibes Haut, da kannst du mir ja folgen!“

34,7. Die Salome aber sprach: „Höre, du Sohn des grossen Königs David! Nicht nur für mich, sondern für deine ganze Familie solle mein Vermögen auf hundert Jahre genügen!

34,8. Denn ich bin reicher an Weltgütern, als du dir es gedenken möchtest! Warte aber nur noch eine Stunde, und ich werde mit Schätzen beladen reisefertig dastehen!“

34,9. Joseph aber sprach: „Salome, siehe, du bist eine junge Witwe und bist Mutter; du musst also auch deine zwei Söhne mitnehmen!

34,10. Siehe, das wird dir viel Arbeit machen, und ich habe keine Minute Zeit mehr zu verlieren; denn in drei Stunden wird schon Herodes hier seinen Einzug halten, und in einer Stunde werden schon seine Vorboten und Läufer eintreffen!

34,11. Daraus aber kannst du ersehen, dass es für mich unmöglich ist, auf deine Zurechtrichtung zu warten!

34,12. Daher meine ich, so du bleibest, tust du besser, indem ich nicht durch dich aufgehalten werde; komme ich aber einst nach dem Willen des Herrn wieder zurück, so werde ich wieder Nazareth beziehen.

34,13. So du mir aber schon einen Dienst erweisen willst, so ziehe bei Gelegenheit nach Nazareth und verpachte auf weitere drei bis sieben oder zehn Jahre meinen Grund, auf dass er nicht in fremde Hände komme!“

34,14. Und die Salome stand von ihrer Forderung ab und begnügte sich mit diesem Auftrage.

34,15. Nachdem umarmte Joseph den Hauptmann und segnete ihn – und berief dann die Maria, auf dass sie sich setzete auf ihr Lasttier mit dem Kindlein.

34,16. Als sonach alles zur Abreise bereitet war, sprach der Hauptmann zum Joseph: „Mann meiner höchsten Achtung! – werde ich dich je wieder zu sehen bekommen! – und dieses Kind mit der Mutter?!“

34,17. Und der Joseph sprach: „Es werden kaum drei Jahre verfliessen, werde ich dich wieder begrüssen und das Kind und Seine Mutter! Des sei versichert; – nun aber lasse uns aufbrechen, Amen.“ –

34,18. Hier bestieg Joseph sein Lasttier, und seine Söhne folgten seinem Beispiele; und Joseph ergriff die Zügel des Lasttieres der Maria und führte es unter Lobpreisung des Herrn aus der Höhle.

34,19. Als sich nun alles schon im Freien befand, da ersah Joseph, wie sich eine Menge Volkes aus der Stadt zu drängen anfing, um den Abzug des Neugebornen zu sehen, indem es durch die heimkehrende Wehmutter und durch den Wechsler erfuhr, dass solches geschehen werde.

34,20. Dem Joseph aber kam die Gafflust sehr ungelegen; er bat daher den Herrn, Er möchte ihn doch so bald als möglich dieser schnöden Gafflust müssiger Menschen entziehen.

34,21. Und siehe, sobald fiel ein dichter Nebel über die ganze Stadt, und es war niemandem möglich, auch nur fünf Schritte weit zu sehen.

34,22. Das Volk aber ward darob verdriesslich und zog sich wieder in die Stadt zurück, und Joseph, geleitet vom Hauptmanne und der Salome, konnte ungesehen das nächste Gebirge erreichen.

34,23. Als er so die Grenze zwischen Judäa und Syrien erreichte, da gab der Hauptmann dem Joseph einen Schutzbrief an den Landpfleger Cyrenius, der über Syrien gestellt war.

34,24. Und Joseph nahm ihn mit Dank an, und der Hauptmann sprach: „Cyrenius ist ein Bruder zu mir; mehr brauche ich dir nicht zu sagen, und so denn reise glücklich und komme wieder also!“ Hier kehrte der Hauptmann um mit der Salome, und Joseph zog weiter im Namen des Herrn.

34,25. Um die Mittagsstunde hatte Joseph die Vollhöhe des Gebirges erreicht, in einer Entfernung von zwölf Stunden von Bethlehem, welche schon ganz in Syrien lag, auch zu der Zeit von den Römern Coelesyria genannt ward.

34,26. Denn Joseph musste diesen etwas grösseren Umweg nehmen, indem von Palästina kein sicherer Weg nach Ägypten führte.

34,27. Seine Reiseroute aber war folgende: Am ersten Tage kam er in die Nähe der kleinen Stadt Bostra. Allda übernachtete er, den Herrn preisend. Da geschah es auch, dass Räuber zu ihm kamen, um ihn zu berauben.

34,28. Als sie aber das Kindlein ersahen, fielen sie auf ihr Angesicht, beteten Dasselbe an, und flohen dann überaus erschreckt ins Gebirge.

34,29. Von da zog Joseph des andern Tages wieder über ein starkes Gebirge und kam am Abende in die Gegend von Panea, einem Grenzstädtchen zwischen Palästina und Syria nördlich.

34,30. Von Panea aus erreichte er am dritten Tage die Provinz Phoenicia und kam in die Gegend von Tyrus, wo er am nächsten Tage sich mit seinem Schutzbriefe zum Cyrenius begab, welcher in der Zeit sich Geschäfte halber in Tyrus aufhielt.

34,31. Cyrenius nahm den Joseph freundlichst auf und fragte ihn, was er ihm tun solle.

34,32. Joseph aber sprach: „Dass ich sicher nach Ägypten käme!“ – Und Cyrenius sagte: „Guter Mann, du hast einen starken Umweg gemacht; denn Palästina liegt Ägypten ja um vieles näher denn Phoenicia! Nun musst du doch wieder Palästina durchwandern – und musst von hier nach Samaria, von dort nach Joppe, von dort nach Askalon, von da nach Gaza, von da nach Geras und von da erst nach Elusa in Arabien!“

34,33. Da ward Joseph traurig, darum er sich also verirrt hatte. Aber der Cyrenius fasste Mitleid mit dem Joseph und sprach: „Guter Mann, es schmerzt mich deine Not. Du bist zwar ein Jude und ein Feind der Römer; aber da mein Bruder, mein Alles, dich so lieb hat, da will auch ich dir eine Freundschaft tun.

34,34. Siehe, morgen geht ein kleines, aber sicheres Schiff von hier nach Ostracine ab! Mit diesem sollst du in drei Tagen dort anlangen; und bist du in Ostracine, so bist du auch schon in Ägypten! – Ich werde dir aber auch einen Schutzbrief mitgeben, demzufolge du in Ostracine wirst ungehindert verweilen und dir auch etwas ankaufen können. Für heute aber bist du mein Gast; lasse daher dein Gepäck hereinbringen!“

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The TRUE Christmas-Story… Th Birth of Jesus Part 2

Jesus Christ reveals thru Jacob Lorber

“The Childhood of Jesus” – Chapters 20 – 34

Chapter 20. – Cornelius’ questions about the Messiah

20,1. But Joseph, who was very happy about this, spoke to the captain: “Upholder of the great Emperor’s power, what can I, a poor man, offer you for your great friendship? – What can I serve you in this humid cave?

20,2. How can I treat you in accordance with your high position? – Look, here in my cart are all my belongings, partly brought from Nazareth, but partly a present from the local shepherds!

20,3. If you’re able to take some of it, may each bite fed to your mouth be a thousand times blessed!”

20,4. But Cornelius said: “Good fellow, worry not about me; see, here is my landlady, who will take care of the kitchen and we shall all have enough for only one small coin adorned by the emperor’s head!”

20,5. And the captain gave a gold coin to the midwife and told her to arrange for a good lunch and dinner and for better housing, as soon as the woman in childbed would be able to move.

20,6. But then Joseph said to Cornelius: “Oh splendid friend! Please, do not go to any trouble or expense for us; because for the few days we shall spend here, we are – praise the Lord, God of Israel! – Well taken care of!”

20,7. The captain then said: “Good is good, but better is better! Therefore just let it happen and let me make a happy sacrifice to God as well; see, I honour the gods of all peoples!

20,8. I also want to honour your God, because ever since I saw His temple at Jerusalem I am pleased by Him. He must be a God of great wisdom, that you have learned such great skill from him?”

20,9. But Joseph spoke: “Oh friend! If it would be possible for me to convince you of the one and only nature of our God, how much I would like to do it for your eternal well being!

20,10. But I am weak and ignorant and am not able to do so. But just look into some of our books and read them, you know our language well, and you will find things which will amaze you!”

20,11. And Cornelius said: “Good fellow, I have already done what you have now kindly advised me to do, and I have found truly astonishing things therein!

20,12. Among other things I discovered a prediction, in which the Jews are promised a new eternal king. Tell me, do you know, after interpreting such prediction, when this king will come – and from where?”

20,13. After some moments of embarrassment, Joseph said: “He will come from the heavens as the son of the everlasting God! And his Kingdom will not be of this world, but of the world of the spirit and truth!”

20,14. And Cornelius spoke: “Well, I understand you, but I have also read that this king shall be born to a virgin in a stable, near this town! – How can this be understood?”

20,15. But Joseph spoke: “Oh good man, you have a keen perception! – I cannot tell you anything else than this: Go and see the maid with the new born Child; there you will find what you want to find.”

20,16. And Cornelius went and looked with sharp eyes at the virgin and the Infant, in order to discover, from her and the Child, the future king of the Jews.

20,17. He also asked Mary how she had become pregnant at such an early age.

20,18. And Mary replied: “Honest man, as truly as God exists have I never known a man!

20,19. But it so happened nine months ago, that a messenger of the Lord came to me and taught me in a few words that I would become pregnant from the spirit of God.

20,20. And it happened so: I became pregnant without ever having known a man; and look, before you is the fruit of the Divine promise! As God is my witness, this has happened so!” –

20,21. Now Cornelius turned to both of the sisters and said: “What do you say to this story? Is this a fine deception of this old man, a good pretext for blind, superstitious people to escape legal punishment under such circumstances?

20,22. For I know that Jews have set the death penalty for such cases! – But should there be anything more serious to it – which would be worse than in the first case, because then the emperor’s law has to be applied severely, to make short work of any agitator?! Oh speak truth, so that I know what to think of this extraordinary family!”

20,23. But Salome spoke: ” Listen to me, oh Cornelius, I plead to you by all your great imperial authority! There will be no need for you to take any serious steps with regard to this poor, yet infinitely rich, family!

20,24. You can believe me, for I stand for the truth with my life: all the powers of the heavens are at the disposal of this family, like your arm to you, of this I am truly convinced.”

20,25. Now Cornelius was taken aback even more and asked Salome: “Even the powers of Rome’s holy Gods, Rome’s heroes, weapons and invincible power? – Oh Salome! what are you talking about?!”

20,26. But Salome said: “As you have said, so it is! – This is my conviction; in case you may not believe it, you might go outside and look at the sun! It is already shining for four hours today, and look, it is standing still in the east and does not dare to move on!”

20,27. And Cornelius went outside, looked at the sun, came back and said in astonishment: “Indeed, you are right, if this is in connection with this family, then even the god Apollo obeys them!

20,28. Zeus must be here as well, the mightiest of all gods and the time of Deucalion and of Pyrrha seems to come again; but if that is the case, then I have to report such an incident to Rome immediately!”

20,29. When these words were spoken, two mighty angels appeared; their faces were radiant like the sun and their clothes like a flash of lightning. And they spoke: “Cornelius! – Be silent about all you have seen, even to yourself – otherwise you and Rome will perish this day!”

20,30. Cornelius was then overcome by great fear. The two angels disappeared; but he went to Joseph and spoke: “Oh man! – Here is infinitely more than a future king of the Jews! Here is the One, whom all heaven and hell obeys! Therefore let me go from here; for I am not worthy of being so close to the presence to God!”

Chapter 21. – The free will of man – Advice to Cornelius

21,1. And Joseph, himself quite astonished by Cornelius’ remarks, said to him: “This wonder is so great that I do not even know how to tell you!

21,2. Bit you can believe me when I tell you that great and mighty things are behind it; for all the powers of God’s eternal heaven are not be set in motion for insignificant matters!

21,3. With regard to this wonder, no man is inhibited in his free will and can do whatever he wants; for that is what I have understood from the commandments given to you by the two angels of the Lord!

21,4. For behold, the Lord through his omnipotence could bind our will in this instance, just as He binds the will of the animals, and we would then have to act according to His will!

21,5. He does not do that, however. He only gives us free commandment from which we can learn that we can want and act on our own, that is His holy will.

21,6. So you too are not bound in the slightest, not even with one fibre of your body, and can therefore do whatever you want! If you wish to be my guest today, then stay; however, if you do not wish or dare to do this, you are likewise completely free to decide.

21,7. If you would ask for my advice, I would definitely give it and say to you: O friend, stay! – For you will not be in better hands anywhere else in the whole world than here under the visible protection of all the heavenly powers!”

21,8. And Cornelius said: “Yes, just man before the Gods and before your God, and before all men, your advice is good, and I will follow it and stay with you until tomorrow!

21,9. I will now leave with my landlady for a short while, to make arrangements so that all of you can be provided – despite this cave – with better shelter.”

21,10. And Joseph said: “Good man, do as you wish! The Lord God will reward you some day!”

21,11. Hereupon the captain went to town with the midwife and first had it announced that the day was an official holiday, then took thirty warriors, gave them bedding, tents and firewood and told them to carry it all to the cave.

21,12. The midwife took an appropriate amount of food and drink with her and had some more brought after her.

21,13. On arrival at the cave, the captain immediately had three tents set up: a spacious one for Mary, one for himself, Joseph and his sons and one for the midwife and her sister.

21,14. And in Mary’s tent he had a new and rather soft bed set up and provided the tent with other necessary facilities. He also suitably equipped the other tents, got his men to quickly build a stove, laid some wood on it himself and made a fire to warm the cave, which was quite cold at this time of year.

Chapter 22. – The new eternal spiritual sun

22,1. Thus Cornelius looked after the devout family and stayed the whole day and the whole night with them.

22,2. In the afternoon, the shepherds came again to worship the Infant, and brought various offerings.

22,3. However, as they saw tents and the Roman captain in the hut, they wanted to flee from him in great fear;

22,4. for there were many fugitives from the Roman registration among them, who were in great fear of the penalty that could be imposed on such fugitives.

22,5. The captain went to them and spoke: “Do not fear me, for I will abate your punishment; but bear in mind that the will of the Emperor must be fulfilled, and therefore come tomorrow, and I will register you as gently and mildly as possible!”

22,6. As the shepherds now learnt that Cornelius was such a mild person, they overcame their shyness and let themselves be registered on the following day.

22,7. After his talk with the shepherds, the captain asked Joseph, whether the sun would never leave the morning this time.

22,8. And Joseph replied: “This sun, which rose on the earth today, never! But the natural sun will set in a few hours after running its normal course according to the Lord’s will.”

22,9. Such was Joseph’s prophetic speech that he himself hardly knew and understood anything of what he had said!

22,10. But the captain asked Joseph: “What are you saying? – Look, I have not understood the meaning of your words; so speak to me in a more comprehensible way!”

22,11. And Joseph spoke: “A time will come in which you will warm yourself in the holy rays of this sun and will bathe in the stream of its Spirit!

22,12. I do not know what else to tell you and hardly understand myself what I have just said; in time, when I am no more, the magnificence of the eternal truth will be revealed to you.”

22,13. And the captain did not ask Joseph anything more and kept these profound words in his soul.

22,14. On the following day, the captain greeted the entire family and assured them that he would take care of them as long as they stayed there, and keep them in his heart all his life.

22,15. Subsequently, he went about his business and gave the midwife another coin to provide for the family.

22,16. And when the captain had left, Joseph spoke to his sons: “Children, how is it that a heathen is better than many a Jew? – Is it possible that here the words of Isaiah are fitting, when he said:

22,17. ‘Behold, my servants shall rejoice in good spirits; you, however, shall scream in anguish and howl in sorrow!’?” – And the sons of Joseph replied: “Yes, father, this passage is explained and understood in its entirety here.”

Chapter 23. – The departure to Jerusalem and the presentation in the temple

23,1. So Joseph spent six days in the cave and was visited daily by Cornelius, who diligently saw to it that the family would not lack anything.

23,2. During the early morning of the sixth day, an angel appeared to Joseph and spoke: “Obtain a pair of turtledoves, and depart for Jerusalem on the eighth day!

23,3. Mary shall sacrifice the turtledoves according to the law, and the Child must be circumcised and bear the name that has been indicated to you and Mary!

23,4. Return to this place after the circumcision, and stay here until I tell you when and where you shall go from here!

23,5. You, Joseph, will prepare to leave earlier; but I must tell you: you will not be able to leave this place one heartbeat earlier than it is the will of Him, who is with you in the cave!”

23,6. After these words the angel disappeared, and Joseph went to Mary and notified her of the angel’s words.

23,7. And Mary said to Joseph: “I am a maidservant of the Lord at all times, so may His will be done unto me!

23,8. And I had a dream today, and in this dream all happened as you disclosed now; so just get me the pair of turtledoves, and I will confidently leave here on the eighth day to go to the city of the Lord.”

23,9. Soon after the angel’s appearance, the captain came once again for a morning visit, and Joseph notified him as to why he would have to go to Jerusalem on the eighth day.

23,10. And the captain instantly offered Joseph all his facilities and wanted to give him a guide to lead him to Jerusalem.

23,11. But Joseph thanked him for his magnificent good will and spoke: “See, it is the will of my Lord God that I go into Jerusalem, just as I came to this place!

23,12. And so I will make the short journey in the same way, so that the Lord does not punish me for disobedience of His will.

23,13. However, as you wish to do something for me on this occasion, please provide me with two turtledoves, which have to be offered to the temple, and take care of this dwelling place for me!

23,14. For I will come back to this place on the ninth day and remain here as long as the Lord demands!”

23,15. And Cornelius promised Joseph to offer all that was requested, and thereupon departed, and himself brought Joseph a cage full of turtledoves, from which Joseph could select the most beautiful ones.

23,16. Subsequently, the captain returned to his duties and, in the meantime, left the cage of turtledoves in the cave until evening, till the time he himself went to fetch it back.

23,17. On the eighth day, after Joseph had departed for Jerusalem, Cornelius placed a guard in front of the cave, who prevented all from entering or leaving it, with the exception of the two eldest sons of Joseph who were left behind and Salome, who provided them with food and drink; for the midwife had also travelled to Jerusalem.

Chapter 24. – The circumcision and naming of the Infant. The devout Simeon and the Child Jesus

24,1. On the afternoon of the eighth day – according to present calculation, at around the third hour – the Infant was circumcised in the temple and received the name Jesus, the name given by the angel before He was even conceived in the womb.

24,2. And since in the extreme case of Mary’s proven virginity the time for her purification could be considered as fulfilled, Mary was immediately purified in the temple.

24,3. Therefore Mary took the Infant on her arm soon after the circumcision and carried Him into the temple, so that she, together with Joseph, could present Him to the Lord according to the Law of Moses.

24,4. For it is written in God’s law: “Every kind of firstborn must be consecrated to the Lord.”

24,5. And hence a pair of turtledoves or a pair of young pigeons should be sacrificed!”

24,6. And Mary offered a pair of turtledoves and laid them on the offering table; and the priest took the offering and blessed Mary.

24,7. There was a man in Jerusalem whose name was Simeon, who was most devout and god-fearing and waited for the consolation of Israel; for the Holy Spirit was upon him.

24,8. And it had been revealed to him by the Holy Spirit that he would not see death before he had seen Jesus, the one anointed by God, the Messiah of the world.”

24.9. And, prompted by an inner urge, he came into the temple, where Joseph and Mary were still present with the Child Jesus and doing all that the law required.

24,10. As he saw the Infant, he immediately went to the parents and entreated them to let him take the Infant into his arms for a short while.

24,11. The most devout parents gladly agreed to this old, most devout man whom they knew well.

24,12. And Simeon took the Infant into his arms, most fervently praised God and then spoke:

24,13. “Lord! Now allow Your servant to go in peace, according to Your word;

24,14. for my eyes have now seen the Saviour, whom you promised to the fathers and the prophets.

24,15. This is the One, whom You prepared in the presence of all peoples!

24,16. A light of revelation to the pagans, and the glory of Your people Israel.”

24,17. Joseph and Mary were surprised themselves about Simeon’s words; for they still did not understand the things he had said about the Child.

24,18. Simeon returned the Infant to Mary, blessed both of them and said to Mary:

24,19. “Behold, this Child is set for the fall and rise of many in Israel; and for a sign that will be opposed!

24,20. A sword will pierce even your own soul, so that thoughts from many hearts may be revealed!”

24,21. And although Mary did not understand Simeon’s words, she kept them deep in her heart.

24,22. And Joseph also did the same and mightily praised God for it in his heart.

Chapter 25. – The prophetess Hannah

25,1. At this time, there was also a prophetess in the temple, called Hannah; she was a daughter of Phanuel, from the tribe of Asher.

25,2. She was already quite old and was so devout, that during her youth she had retained her virginity for seven years after her marriage because of her love of God.

25,3. In her eightieth year she became a widow, and immediately went to the temple and never left it.

25,4. There, at her own will, she served only the Lord God, with prayers and fasting almost throughout the day and night.

25,5. At that particular time, she was already four years in the temple and she now came over, praised the Lord God, and the Holy Spirit spoke through her to all those who awaited the Saviour of Jerusalem.

25,6. When she ended her prophetic words, she requested to hold the Infant, cuddled him and honoured and praised God.

25,7. Afterwards she returned the Infant to Mary and spoke to her: “Fortunate are you, o virgin, to be the mother of my Lord.

25,8. However, do not desire praise because of it; for only He, who suckles at your breast, is worthy to be honoured, praised and worshipped by us all!”

25,9. After these words the prophetess turned back, and Joseph and Mary, after spending close to three hours in the temple, went out and searched for accommodation with a relative.

25,10. As they came there, however, they found the house locked; for at this time, the relative was in Bethlehem for the registration.

25,11. Joseph did not know what he should do; for firstly, it was the dead of night, as is wont in the season of short daytime, and besides, there were almost no houses open at this time, as it was the day before the Sabbath.

25,12. It was too cold to stay overnight in the open, as there was hoarfrost on the fields and, moreover, there was a cold wind blowing.

25,13. As Joseph thought to and fro and appealed to the Lord for help in this difficulty,

25,14. behold, a young, distinguished Israelite walked up to Joseph and asked him: “What are you doing this late with your luggage in the lane? Are you not also an Israelite – and do not know the custom?”

25,15. Joseph said: “I am from the tribe of David! I was in the temple and offered a sacrifice to the Lord; but the early night came upon us very suddenly, and now I cannot find accommodation and have greatly concerned about my wife and her Child!”

25,16. And the young Israelite said to Joseph: “So come with me; I will rent you a room in an inn for a penny or its equivalent!”

25,17. And Joseph, together with Mary, who was on the pack animal, and with his three sons, followed the Israelite to a magnificent house and were lodged in a small, low room.

Chapter 26. – The rebuke of the inn proprietor Nicodemus

26,1. In the morning, as Joseph was getting ready for departure to Bethlehem, the young Israelite came and demanded the rent money.

26,2. But as he entered the small room, he was overcome by such great fear, that his lips could not utter a sound.

26,3. Joseph went up to him and said: “Friend! Look, what do you see on me that has the value of a penny? – Take that, as I do not possess any money!”

26,4. The Israelite now recovered somewhat and said with a trembling voice: “Man from Nazareth, only now do I recognize you! – You are Joseph, the carpenter, and you are the same one to whom Mary, the virgin of the Lord, was given by lot from the temple nine moons ago!

26,5. Here is the same virgin! – How have you cared for her, that she is now a mother in her fifteenth year? – What has happened?

26,6. Truly, you are not the father! For men of your age and your godliness, recognized throughout Israel, would never do such things.

26,7. However, you have grown-up sons; can you vouch for their innocence? Have you always kept an eye on them and observed all their thoughts, actions, everything they did?”

26,8. Joseph, however, retorted to the young man: “Now I have recognized you; you are Nicodemus, a son of Benjamin from the tribe of Levi! How is it that you propose to examine me, while it is not your role to do so? – The Lord has examined me on this matter in the holy shrine and on the mountain of damnation and vindicated me before the highest court; what blame do you still want to put on me and my sons?

26,9. Go to the temple and investigate in the highest court, and you will get a proper testimonial of my whole house!”

26,10. These words deeply pierced the heart of the young, rich man, and he said: “But for the Lord’s sake, if it is so, tell me, how it happened that this virgin has given birth! – Is it a miracle, or is it natural?”

26,11. Here the midwife who was present went to Nicodemus and spoke: “Good man! Here is the rent for the inadequate lodging! But do not hold us up here any longer; for we must reach Bethlehem today itself!

26,12. Only consider what it was that was given shelter in your house for a penny! – Truly, truly! Your most splendid rooms, adorned with gold and precious stones, would have been inadequate for the Glory of God, who stayed in this small room, which is, at best, suitable for convicts!

26,13. Go there and touch the Infant, so that the thick veil in front of your eyes is lifted and you can see who has visited you! – As the midwife I have the ancient right to permit you to touch the Infant.”

26,14. At this, Nicodemus went there and touched the Infant; and as he had touched Him, he got a glimpse of his inner vision, so that he saw the glory of God.

26,15. He immediately fell down before the Child, worshipped Him and spoke: “What mercy, what love and what compassion must be in You, o Lord, that You visit your people!

26,16. What should I do to my house and what to myself, now that I have not recognized the glory of God?!”

26,17. To this the midwife said: “Remain in all this, as you are; but keep an innermost silence on what you have seen, otherwise you will be subject to the tribunal of God!” – Thereupon Nicodemus returned the penny, went out weeping and hereafter adorned the small room with gold and precious stones. – And Joseph immediately went on his journey.

Chapter 27. – The return to Bethlehem

27,1. The eminent travellers once again arrived in Bethlehem in the evening, one hour before sunset, and settled in the familiar cave.

27,2. The two sons who had stayed behind, Salome and the captain came to meet them with open arms and asked those who had returned how the journey had been.

27,3. And Joseph narrated everything they had encountered, declaring in the end, that he, together with all the fellow travellers, had not eaten anything during that day; for the extremely limited supplies were barely sufficient for the weak Mary.

27,4. As the captain heard this, he immediately went to the back of the cave and came back with various food stuffs that were permitted to the Jews and spoke to Joseph:

27,5. “May your God bless this for you, and may you bless this according to your custom, and may all of you be strengthened and restored on this!”

27,6. And Joseph thanked God and blessed the food and then, in good spirits, ate together with Mary, his sons and the midwife.

27,7. However, carrying the Infant the whole day had become difficult for Mary, so she said to Joseph:

27,8. “Joseph, see, if only I had a small place beside me on which to lay down the Infant, so as to give my arms a little rest, then I would be well taken care of, and the Infant could grow in strength with a restful sleep!”

27,9. Before the captain was scarcely even aware of Mary’s wish, he immediately leapt into the back of the cave and hurriedly brought forth a manger that was meant for the sheep (and which looked like a present-day feeding trough in front of the inns in the countryside).

27,10. Salome immediately took the best straw and fresh hay, placed it inside the little crib, then covered it with a clean cloth and thus made a soft bed for the Infant.

27,11. Mary wrapped the Infant in fresh linen, pressed Him to her heart, kissed Him and then gave the Infant to Joseph, so that he could kiss him and then also to all the others. She then laid the Infant in the rather inadequate little bed for the Lord of the heaven and the earth!

27,12. The Infant slept quite peacefully, and Mary could now eat in peace and fortify herself from the meal that the most kind-hearted captain had prepared.

27,13. After the meal, Mary spoke again to Joseph: “Joseph, let my bed be made ready, for I am extremely tired from the journey and would like to rest!”

27,14. Salome said: “O mother of my Lord, look, this has already been taken care of; come and see!”

27,15. And Mary arose, took the Infant and had the crib carried into her tent and went to rest; and this was Mary’s first whole night’s sleep since giving birth.

27,16. And the captain made sure that the stove was lit diligently and white stones were warmed and put around Mary’s tent, so that the Infant would not suffer from cold; for it was a cold night, in which the water in the open air had turned into solid ice.

Chapter 28. – The news about the Persian caravan and of Herod’s search for the Child

28,1. The next morning, Joseph said: “Why should we stay here any longer? Mary feels strong again, so we want to leave for Nazareth, where we have good accommodation!”

28,2. However, as Joseph prepared to leave, the captain, who had had some work in the city before daybreak, returned once again and spoke to Joseph:

28,3. “God-worthy man! – You want to leave for the journey home; but I would like to dissuade you from it today and tomorrow!

28,4. See, I have just got information from my men, who arrived early today from Jerusalem, that three enormous Persian caravans have entered into Jerusalem!

28,5. Three main leaders, who are Magi, have made specific inquiries with Herod about the newborn King of the Jews!

28,6. Herod, as a Roman tenant sovereign from Greece who knows nothing of this, turned to the high priests, so that they could reveal the birthplace of the newly Anointed to him.

28,7. They announced to him that such an event would occur in Judea, and particularly in Bethlehem, for it was written in the Scriptures!

28,8. Herod then dismissed the priests and, together with all his servants, went to the three leaders and revealed to them what he had learnt from the high priests,

28,9. and then suggested to the three to conduct a diligent search for the newly Anointed of the Jews, and if they should find the Child, to return to him immediately, so that he too could go there and pay homage to the Child.

28,10. But do you know, my dearest friend Joseph, that I do not trust the Persians, and least of all do I trust the most tyrannical Herod?!

28,11. These Persians are believed to be Magi and are said to have found out about the birth through a strange star. This I will not dispute in the least; for such great miracles have taken place during the birth of this Infant, that similar events could have occurred in Persia as well.

28,12. However, in this matter it is also the most unfortunate circumstance; for evidently it involves this Child. If the Persians find Him, then Herod will also find Him!

28,13. And we will need to put up a big fight to elude this cunning old fox!

28,14. So, as I said before, you must stay at least three more days at this remote place. Within this period I will certainly be able to get the king-seekers to change their direction; because you see, I have command over twelve legions of soldiers here! – For your peace of mind, I will not say anymore. You now know the essentials; therefore stay! I will now go away again and return to you around noon!”

28,15. Joseph, who, together with his family, was intimidated by this news, stayed and waited in all humility in the Lord’s Will, to see what this strange providence would lead to.

28,16. And he went to Mary and told her what he had just learnt from the captain.

28,17. Mary spoke: “The Lord’s will be done! What bitter events have we already encountered – and the Lord has transformed them all into honey!

28,18. The Persians will certainly not harm us, if they are really supposed to come to us; and if they are hired to use any force upon us, well, through God’s grace we have the protection of the captain!”

28,19. And Joseph said: “Mary, all this is right! I do not fear the Persians so greatly; but the grey-bearded Herod, this rapacious animal in human form, – it is him I fear, and even the captain dreads him!

28,20. For if it is ascertained, perhaps by the Persians, that our Infant Son is the newly-anointed King, then our only recourse would be a despicable flight!

28,21. For then even our captain, out of Roman political considerations would, for his own well-being, have to become an enemy. He will have to pursue us instead of helping us, if he does not want to be regarded as a traitor to his emperor!

28,22. And he has surely also realized this for himself, as he expressed his significant doubts about Herod to me.

28,23. That is why, I assume, he is making us wait here for three more days! If all goes well, he will certainly remain our friend;

28,24. if not, he has us at hand to deliver us to Herod’s cruelty, and moreover, will receive a great honour from his emperor for so cleverly removing the Jewish King, who could have one day endangered the state, from this world!”

28,25. Hereupon Mary said: “Joseph! Do not needlessly frighten yourself and me! – Look, we drank the accursed water, and nothing happened to us! Why then should we be afraid, since we have, on account of this Child, seen and confirmed so much of the glory of God?!

28,26. Let it happen as it should, I tell you: The Lord is mightier than the Persians, Herod, the Roman emperor and the captain together with his twelve legions! Thus be calm, as you see that I am calm!

28,27. Incidentally, I am confident, that the captain will do his utmost before he is forced to become our enemy!”

28,28. Thereupon the good, devout Joseph again felt reassured and went forth and awaited the captain. He let his sons heat the cave and boil some fruits for Mary, for himself and the sons.

Chapter 29. – The testimonial of the Child by the three wise men: a King of Kings, a Lord of Lords, the Everlasting Lord!

29,1. Noon had approached, but the captain was late this time, and Joseph counted the seconds in fearful anticipation; but the captain did not appear.

29,2. Hence Joseph turned to the Lord and spoke: “My God and my Lord, I beg you not to let me feel so greatly frightened; for look, I am old and quite weak in all my limbs!

29,3. Therefore give me strength by telling me what to do, so that I do not disgrace myself before all the sons of Israel!”

29,4. As Joseph prayed thus, behold, the captain arrived almost breathless and spoke to Joseph:

29,5. “My most highly respected man! – Just at this moment, I have returned from a march with an entire legion to a place that is one-third the distance towards Jerusalem, so that I could espy something of the Persians,

29,6. and have posted spies everywhere, but have not discovered anything until now! However, rest assured, for when they come, they will have to encounter the sentries I have posted!

29,7. It shall not be too easy for them to break through anywhere and reach this place, before I have interrogated them and judged their plans! – So I will immediately go back and reinforce the sentries; in the evening I will be with you!”

29,8. Now the captain hurried off and Joseph praised God and spoke to his sons: “Now set the food on the table, and you, Salome, ask Mary, whether she would like to eat with us at the table, or wants us to bring it to her tent?”

29,9. Mary, however, came out of the tent with the Infant in very happy spirits and spoke: “As I am strong enough, I will eat with you at the table; only fetch the little crib for the Baby!”

29,10. Joseph was overjoyed to hear this and placed the best food in front of her; and she praised the Lord God and ate and drank.

29,11. She had hardly finished eating, however, when a loud noise came from the entrance of the cave. Joseph sent Joel to check what was happening.

29,12. As Joel looked out of the door (for the cave was timbered at the exit), he saw a whole caravan of Persians with laden camels and spoke anxiously:

29,13. “Father Joseph! For the Lord’s sake, we are lost! – For look, the notorious Persians are here with many camels and numerous attendants!

29,14. They are pitching tents and setting up camp in a wide circle, completely encircling our cave, and three leaders adorned with gold, silver and precious stones, are unpacking golden sacks and seem to prepare themselves to approach the cave!”

29,15. This news made our good Joseph almost speechless; with great effort he brought out the words: “Lord, be merciful to a poor sinner like me! – Yes, now we are lost!” – Mary took the Child and hurried into her tent and said: “Only when I am dead, will you be able to take Him from me!”

29,16. Joseph then went to the door, accompanied by his sons, and furtively looked out to see what the Persians were doing.

29,17. When he saw the big caravan and the pitched tents, he was doubly alarmed, and in his great distress, began to beseech the Lord most fervently for assistance just this once.

29,18. As he implored thus, behold, the captain arrived in full armour, led by a thousand soldiers, and lined up the soldiers on both sides of the cave.

29,19. He went forth and interrogated the three Magi, as to the motive for their arrival and the manner in which they – completely undetected by him – had reached this place.

29,20. And the three spoke with one voice: “Do not consider us enemies, for you can see that we do not carry arms, either openly or concealed!

29,21. We are astronomers from Persia, and we have an old prophecy in which it is written, that during this time a King of Kings will be born to the Jews, and His birth will be indicated by a star.

29,22. And whoever saw the star should make a journey and follow the mighty star; for they will find the Saviour of the world at the place where the star comes to a stop!

29,23. And look, the star has halted above this stable, surely visible to everyone even in broad daylight! – This led us to this place; it is here, however, above this stable, that it remains standing, and without hesitation we have reached the spot in which the living Wonder of Wonders can be found, a newly-born Child, a King of Kings, a Lord of Lords from eternity!

29,24. We must see, worship and pay the greatest homage to Him! – Therefore, do not want to get in our way; for surely no evil star has led us here!”

29,25. At this, the captain looked for the star and was highly astonished by it; for firstly, it stood quite low in the sky, and secondly, it was almost as bright as the natural light of the sun.

29,26. As the captain had ascertained all this, he spoke to the three men: “Good, I am convinced from your words and from the star, that you have come here for an honest purpose; however, I do not understand why you went first to Herod in Jerusalem! – Did the star also show you that path?

29,27. Why did your miracle guide not lead you here straightaway, as obviously this place was the intended one? – I demand an answer on this from you, otherwise you will not enter the cave!”

29,28. The three men said: “The great God will know the reason! It must have surely been His plan; for none of us ever thought of going even close to Jerusalem!

29,29. And you may entirely believe us when we say that we did not at all like the people of Jerusalem, and least of all, the sovereign Herod! However, as we were already there and the attention of the whole city was on us, we had no option but to indicate our intention!

29,30. The priests informed us through the sovereign, who requested us to bring him news about the discovered King, so that he too could come and pay homage to the new King.”

29,31. The captain said: “You will never do this; for I know the intention of this sovereign! You might rather remain here as captives! – I will now go inside and confer with the father of the Child about you.”

Chapter 30. – The star of the three wise men and the old prophecy of the Persian astronomers Caspar, Melchior and Balthazar. The accompanying spirits: Adam, Cain and Abraham.

30,1. As the good Joseph heard all this, his troubled heart was relieved; and as he heard that the captain would come to him, he made himself ready to receive him.

30,2. And the captain entered, greeted Joseph and spoke to him: “My most highly respected man!

30,3. See, the people from the East, now waiting outside, have arrived here through miraculous providence. – I have strictly examined them and have found no malice in them!

30,4. They wish to pay homage to the Child according to the promise of their God, and so I am of the opinion that you can allow them to enter without the least fear, whenever it is convenient for you.”

30,5. And Joseph spoke: “If it this so, then I will praise and glorify my God; for He has once again taken a heavy stone from my heart!

30,6. However, Mary was somewhat afraid earlier, when the Persians began to camp around the cave; so I must first check how she feels about this, so that an unprepared entry of these guests does not frighten her even more than she already is.”

30,7. The captain approved of Joseph’s circumspection and Joseph went to Mary and informed her of everything he had heard from the captain.

30,8. And Mary spoke in very happy spirits: “Peace be unto all men on earth, who are faithful and good in heart, and who allow their will to be guided by God!

30,9. They should come when it is indicated to them by the Lord’s spirit, and shall reap the blessings of their devotion! – For I do not have the slightest fear of them!

30,10. However, when they enter, you must stay close to me; for it is not proper that I receive them all alone!”

30,11. Joseph said: “Mary, when you have the strength, then get up with the Child, take the crib and lay Him in it, and then the guests can enter and honour the Child!”

30,12. And Mary immediately carried out Joseph’s wishes, and Joseph then spoke to the captain:

30,13. “Well, we are ready; so if the three men wish to enter, you can tell them that we have made all preparations to receive them in our indigence!”

30,14. And the captain went out and announced this to the three men. – The three men immediately fell down upon the ground, praised God for this permission, then took the golden sacks and proceeded reverently to the cave.

30,15. The captain opened the door, and the three men entered into the cave with great reverence; for at the moment of their entry, a powerful light emanated from the Child.

30,16. As the three wise men were a few steps away from the crib in which the Infant lay, they immediately fell down upon their faces and worshipped Him.

30,17. They remained in this bent position for one hour before the Child, gripped by the deepest reverence; then they slowly arose and knelt, while lifting their tear-filled faces to see the Lord, the Creator of infinity and eternity.

30,18. The names of the three men were: Caspar, Melchior and Balthazar.

30,19. And the first, accompanied by the spirit of Adam, spoke: “Give God the honour, the praise, the glory! Hosanna, hosanna, hosanna God, the Trinity, in all eternity!”

30,20. Here he took the gold-adorned bag, which had thirty-three pounds of the finest frankincense, and handed it over with great deference to Mary with the words:

30,21. “Take without shyness, o mother, this humble testimonial of That, which will always fill my entire being! – Take this poor external tribute, for every thinking creature is eternally indebted to his almighty Creator from the bottom of his heart!”

30,22. Mary took the heavy bag and gave it to Joseph, and the donor got up, went and stood at the door, knelt again and worshipped the Lord in the Child.

30,23. And immediately the second man, a Moor, who was accompanied by the spirit of Cain, raised a somewhat smaller bag, albeit of the same weight, that was filled with the purest gold, and handed it to Mary with the words:

30,24. “I offer that what is worthy of the King of the spirits and the men on earth, the smallest sacrifice for you, o Lord of everlasting glory! – Take it, o mother, who has given birth to Him, who all the angels’ tongues will never be able to express!”

30,25. Here Mary accepted the second bag and handed it over to Joseph. – And the wise man who made the offering went to the first wise man and did as he did.

30,26. Then the third man got up, took his bag, which was filled with the finest gold myrrh, one of the most valuable spices of that time, and handed it over to Mary with the words:

30,27. “The spirit of Abraham is accompanying me and is now seeing the day of the Lord, to which he had looked forward with such great joy!

30,28. I, Balthazar, make a small offering that is worthy of the Child of all the children! – Take it, o mother of all mercy! – However, I hold a better offering in my heart; it is my love, – this shall eternally be my truest offering to this Child!”

30,29. Here Mary took the heavy bag, also weighing thirty-three pounds, and handed it over to Joseph. – The wise man then got up and went to the first two, worshipped the Infant and after completing his prayer, went out with the other two men to where their tents were pitched.

Chapter 31. – The three blessed gifts of God: His holy will, His mercy and His love

31,1. As the three wise men had left and had returned to their tents for rest, Mary said to Joseph:

31,2. “Look, look now, you fearful, anxious man, how marvellous and good the Lord, our God, is, how fatherly He cares for us!

31,3. Who could have imagined such a thing even in a dream! Out of our dread He has brought about such a blessing and has transformed all our great fear and worry into such great joy!

31,4. Precisely from those whom we feared were after the life of the Child, did we find out that they offered Him only glory, in the way we are only and always indebted to God, the Lord!

31,5. In addition, they have given us such bounteous presents, that we can buy a most respectable place in the country from its sale, where we can provide the godly Child with the best possible upbringing according to the Lord’s will!

31,6. O Joseph! – Today I will first thank, praise and glorify the most loving Lord all night long; for He has forestalled our poverty to the extent that we can now manage very well! – What do you say to that, dear father Joseph?”

31,7. And Joseph spoke: “Yes, Mary, our God is infinitely good to those, who love Him above all else and direct all their hopes to Him alone; – however, I believe that these gifts are meant for the Child, and not us, and so we do not have the right to make use of them as we like.

31,8. The Child is called Jesus and is the Son of God Most High; so we must first ask the all-possessing father what should be done with these treasures!

31,9. And we will do whatever He orders us to do with them; I will not touch them all my life without His will and I would rather earn your and my blessed livelihood in the most arduous manner!

31,10. I have until now supported you and my sons with the manual work that is blessed by the Lord; so I hope to continue doing that with the help of the Lord!

31,11. That is why I am not looking at these gifts, but only at the will of the Lord and His mercy and love.

31,12. These are the three greatest, at all times mightily blessed gifts of God to us; His holy will is the most exquisite frankincense, His mercy is the purest and heaviest gold, and His love is the most fragrant myrrh!

31,13. We may use these three treasures extravagantly without fear at all times; however, we should not touch this frankincense, gold and myrrh in the golden sacks without the first three principal treasures, that have paid us the most abundant dividends until now.

31,14. So, dear Mary, this is what we should do, and I know, that the Lord will look upon us with great pleasure; his pleasure is our greatest treasure!

31,15. What do you think, fairest Mary, am I right or not? Is this not the right decision with regard to these treasures?”

31,16. Here Mary was touched to tears and praised Joseph’s wisdom. And the captain fell on Joseph’s neck and spoke: “Yes, you are a true man according to the will of your God!” – The Infant smiled at Joseph, raised a tiny hand as if He blessed the foster father, the most devout Joseph.

Chapter 32. – The angel as adviser of the three wise men

32,1. The three wise men now gathered in one tent and discussed what they should do next.

32,2. Should they keep their word to Herod, or should they break their word for the first time?

32,3. And in the event that they would have to return to their country by another route, the question was which route would bring them safely back.

32,4. And one of them asked the others: “Will the miraculous star that led us to this place, also lead us back home by a new route?”

32,5. As they conferred with each other, behold, an angel appeared among them and spoke to them: “Do not fear uselessly, for the way has already been paved!

32,6. As straight as the sun’s rays fall upon the earth at noon, just that straight you will be led to your country tomorrow, and this route will not pass through Jerusalem!”

32,7. Thereupon the angel disappeared and the three wise men retired for the night. Early in the morning, they left the place and soon arrived in their country via the shortest route, and they announced the great glory of God to all and awakened the true faith in the united God in them.

32,8. In the same morning, Joseph asked the captain how much longer he still had to stay in this cave.

32,9. The captain said to Joseph in the friendliest possible manner: “My most highly respected man! Do you then suppose that I am keeping you here as a prisoner?

32,10. What an idea! – How can I, a worm in the dust before the power of your God, ever hold you prisoner!? – What my love for you does, see, is not captivity!

32,11. As far as my power is concerned your are free at any hour and can go wherever you want! – However, you are not as free of my heart; for it wants to keep you here for all time, because it loves you and your little Son with indescribable strength!

32,12. Be patient for a few more days; I will immediately send scouts into Jerusalem and find out what the cunning old devil plans to do, now that the Persians have not kept their word!

32,13. I will then know what to do and will protect you against any persecution from this ruthless tyrant.

32,14. For you can believe me when I say that Herod is the greatest enemy of my heart, and I will strike him, wherever and whenever I can!

32,15. I am, of course, only a captain and am myself a subordinate to a higher-ranked general, who resides in Sidon and Smyrna and commands twelve legions in Asia.

32,16. However, I am not a common centurion, but a patrician, and according to my title, also have command over the twelve legions in Asia! So if I want to deploy any of the legions, I do not need to first make a request in Smyrna, but as a patrician I only need to command and the legion would have to obey me! Therefore you can count on me if Herod should appear!”

32,17. Joseph thanked the captain for this most kindly care, sat down and then spoke:

32,18. “Listen to me, honourable friend! – See, you had previously made the most careful plans to deal with the Persians; but of what use were they in the end?!

32,19. The Persians arrived unseen by all your thousand eyes and had already set up camp, before you even discovered them!

32,20. See, if my Lord, my God, had not guarded me, where would I be now, even with your help? The Persians could have strangulated me, together with my entire family, long before you appeared!

32,21. Therefore I say to you as a friend with the utmost gratitude: human help is worthless; for men are nothing before God!

32,22. If, however, the Lord God wishes to help us, and God alone can help, we need not take too much trouble; for in spite of many efforts on our part, everything will happen only according to the Lord’s wishes, and never according to ours.

32,23. Therefore refrain from laborious and dangerous reconnaissance in Jerusalem, through which firstly, only little relevant information can be obtained, and secondly, a harsh fate could be the consequence for you, on my account!

32,24. This night, the Lord will surely indicate to me what Herod will do, and what I must do; therefore, along with me, you should not worry at all and let the Lord prevail over me and you, and all will be right.”

32,25. As the captain heard Joseph’s speech, his emotions were greatly roused, and it caused him pain that Joseph had refused his help.

32,26. Joseph spoke: “Good, dearest friend! It pains you because I have dissuaded you of taking care of my future welfare.

32,27. But if you look at the matter in a clear light, you will necessarily agree with me!

32,28. See, which one of us has ever carried the sun and the moon and all the stars across the skies? Which one of us has ever commanded the winds, storms and strikes of lightning?

32,29. Who has dug a bed for the mighty sea, and which one of us has marked out the paths of the great rivers?

32,30. Which bird have we taught the swift flight and when have we arranged their plumage? When have we made their throats with which they can make such melodious sounds?

32,31. Where is the grass which grows from the living seeds created by us?

32,32. See, the Lord does all this every day! – As His mighty and wonderful reign reminds you at every moment of His infinitely loving care, how can you wonder when I most amicably point out to you that before God all human help sinks back in the dust of insignificance?”

32,33. These words put the captain again in a positive mood; but, nevertheless, he secretly sent scouts to Jerusalem to find out what was happening there.

Chapter 33. – The preparation for the flight to Egypt

33,1. During this night, an angel appeared in a dream to Joseph as well as to Mary, and spoke:

33,2. “Joseph! Sell the treasure and buy yourself some pack animals; for you and your family must flee to Egypt!

33,3. See, Herod has erupted in fury because he was deceived by the wise men and has resolved to kill all the children from one to twelve years of age!

33,4. The wise men were to inform him where the new King had been born, so that he could have sent his thugs to kill the Child, who is the new King.

33,5. We angels of heaven were instructed by the Lord, before He came on earth, to keep a most attentive watch over you and guard your safety!

33,6. Hence I have now come to you to tell you what Herod will do, since he cannot be certain that he can seize the One.

33,7. The captain himself must pay his dues to Herod, if he does not want to be betrayed by him to the emperor; therefore you shall start your journey tomorrow itself!

33,8. You can also inform the captain about this, and he will help you with your prompt departure! – So let this be done in the name of Him, who lives and suckles on Mary’s breast!”

33,9. Here Joseph awoke, as also did Mary, who immediately called Joseph in a frightened voice and then narrated her dream to him.

33,10. At that moment, Joseph saw the angel’s face in Mary’s narration and said: “Mary, do not worry, before noon we will be on our way over the mountains – and in seven days in Egypt!

33,11. As dawn is already coming now, I will go out at once and make preparations for a quick departure.”

33,12. Joseph went with the three eldest sons, took the treasure and carried it to a money-changer, who bought up everything for a fair price.

33,13. Afterwards, led by a servant of the money-changer, Joseph went to a trader in pack animals, and immediately bought six mules and returned well-equipped to the cave.

33,14. There, the captain already awaited him and immediately related to him the most atrocious and despicable news that he had received from Jerusalem.

33,15. Joseph, however, did not wonder at the Captain’s narration, but spoke in a tone which revealed his faith in God:

33,16. “Honoured friend! What you tell me now, all that and many more details of Herod’s decision, has been revealed to me last night by the Lord, just as I had foretold you yesterday!

33,17. See, you yourself have to pay tribute to him; for he wants all the children from a few weeks up to twelve years, in and around Bethlehem and in the city, be strangulated, so that he can also get my child!

33,18. Therefore I must flee from here today itself, and go wherever the Lord leads me to escape Herod’s atrocity.

33,19. So I request you to show me a safe route to Sidon; for I must leave in one hour!”

33,20. As the captain heard this, he became most angry about Herod and swore indefatigable vengeance against him, saying:

33,21. “Joseph, I swear by the daybreak and the sun in the horizon, I swear by your God that is living, I swear as a noble patrician from Rome that I would rather be crucified, than allow this ruthless tyrant to commit such atrocity with impunity!

33,22. I will lead you over the mountains myself under adequate cover; and when I know you are in safety, I will hastily return and quickly send a messenger to Rome, who will inform the emperor of all that Herod is planning to do.

33,23. I will do everything I can think of to thwart the plan of that monster.”

33,24. And Joseph replied: “Good and honourable friend! If you can do something, then at least protect the children between three and twelve years! This will be within your power!

33,25. But you will not have the power to protect the infants from the time of birth until their second year!

33,26. You will be able to offer protection to the older children not by force, but only by wisdom!

33,27. The Lord will guide you in this wisdom! Therefore do not think too much about what you will do; for the Lord will guide you in secret!”

33,28. The captain spoke: “No, no, the blood of children will not flow; I would rather use military force!”

33,29. Joseph spoke: “See, what can you do, now that Herod leaves Jerusalem with an entire Roman legion – will you enter into battle against your own forces? – Hence act according to the Lord’s guidance, so that you can, in an amicable way, save the three-to twelve-year-old children!”– Thereupon the captain gave in to Joseph.

Chapter 34. – The departure for the flight

34,1. After this discussion with the captain, Joseph spoke to his sons: “Rush out and get the animals ready!

34,2. Saddle the six newly-bought mules and the old, tried one for Mary! Take along as much food as you can; we will, however, leave the ox with the cart to the midwife as a keepsake and as payment for her attentiveness towards us!”

34,3. So the midwife took possession of the ox with the cart and was not required for further work.

34,4. Salome, however, asked Joseph whether she might go along with him.

34,5. And Joseph spoke: “That is up to you; you know that I am poor and cannot pay you if you work for me as a maidservant!

34,6. However, if you have the means and can take care of your food and clothing along with me, you may follow me!”

34,7. Salome spoke: “Listen, son of the great King David! My means will suffice not only for me, but also for your entire family for a hundred years!

34,8. For I am richer in worldly goods than you can imagine! Wait for only one hour and I will be ready to travel, laden with treasure!”

34,9. Joseph spoke: “Salome, see, you are a young widow; you must also bring along your two sons!

34,10. This entails a lot of work for you, and I do not have one minute to lose; for Herod will reach this region in three hours, and his forerunners and runners will already be here in one hour!

34,11. Hence you can see, that it is impossible for me to wait for your preparations!

34,12. I think it would be better if you stayed, so that I am not delayed because of you; if, however, the Lord’s will makes me return to this place, I will again settle in Nazareth.

34,13. Since you wish to be of service to me, please go to Nazareth occasionally and lease out my property for another three to seven years, so that it does not fall into the hands of strangers!”

34,14. And Salome relinquished her demand and contented herself with this assignment.

34,15. Afterward Joseph embraced the captain and blessed him – and then called out to Mary to sit on her animal, together with the Infant.

34,16. As everything was now ready for their departure, the captain spoke to Joseph: “My most highly respected man! – Will I ever see you again! – And this Child with the mother?!”

34,17. And Joseph spoke: “It will be barely three years before I, and the Child with His mother, will greet you once again! Rest assured on this; – now let us depart, Amen.” –

34,18. Here Joseph mounted his animal, and his sons followed his example; and Joseph seized the reins of Mary’s animal and led it out of the cave, all the while praising the Lord.

34,19. As all were outside, Joseph saw a crowd of people from the city hastening to see the newborn Child, for they had heard about the departure of the Child from the midwife who had returned to her home, and through the money-changer.

34,20. But this crowd of onlookers was most inconvenient to Joseph; he thus requested the Lord to take him away from this contemptible gawking crowd as soon as possible.

34,21. And behold, a dense fog descended over the entire city at that moment, and it was not possible for anyone to see more than five paces.

34,22. This annoyed the crowd and it returned to the city, and Joseph, led by the captain and Salome, was able to reach the next mountain range unseen.

34,23. As he reached the border between Judea and Syria, the captain gave Joseph a letter of safe-conduct addressed to the regional governor Cyrenius, who was appointed over Syria.

34,24. Joseph accepted it gratefully, and the captain spoke: “Cyrenius is a brother to me; I need say no more, so travel safely and return in the same manner!” Thereupon the captain turned back, together with Salome, and Joseph continued on his way in the name of the Lord.

34,25. At around noon, Joseph had reached the summit of the mountain, at a distance of twelve hours from Bethlehem. The summit lay wholly within Syria, and was also called Coelesyria by the Romans in those days.

34,26. Joseph had to make this rather long detour, as no safe way led from Palestine to Egypt.

34,27. His itinerary was as follows: on the first day, he came near the small town of Bostra. He stayed there overnight, praising the Lord. That is where the robbers came to steal from him.

34,28. However, when they saw the Infant, they fell on their faces, prayed to Him, and then fled into the mountains in great fear.

34,29. The next day, Joseph again crossed a big mountain range and arrived in the region of Panea, a small border town between Palestine and northern Syria.

34,30. From Panea, he arrived in the province of Phoenicia on the third day and came to the region of Tyre, where he handed over the letter of safe-conduct to Cyrenius, who had some duties in Tyre during that time.

34,31. Cyrenius received Joseph in a most friendly manner and asked him what he could do for him.

34,32. Joseph spoke: “That I might reach Egypt safely!” – And Cyrenius said: “Good man, you have taken a long detour; for Palestine is much closer to Egypt than Phoenicia! Now you will still need to wander through Palestine – and must go from here to Samaria, then to Joppe, from there to Ascalon, from there to Gaza, from there to Gerasa, and only from there can you go to Elusa in Arabia!”

34,33. Joseph was sad when he realized how far he had gone astray. However, Cyrenius took pity on Joseph and spoke: “Good man, your distress pains me. You may be a Jew and an enemy of the Romans; but since my brother, my all, has so much love for you, I too will do something in friendship.

34,34. See, a small but safe ship will leave from here to Ostracine tomorrow! This ship will take you there in three days; and once you are in Ostracine, you will be already in Egypt! – I will give you a letter of safe-conduct, which will allow you stay and buy some supplies in Ostracine without hindrance. For today, however, you are my guest; please have your luggage brought in!”

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Auszug aus dem Jakobus-Evangelium über die Kindheit und Jugend Jesu

Dies offenbart Jesus Christus durch Jakob Lorber
zwischen dem 22. Juli 1843 und 9. Mai 1851

(Nähere Informationen bezüglich des Jakobus-Evangeliums sind zu Beginn des gesamten Werkes „Kindheit und Jugend Jesu“ durch den Herrn selbst gegeben.)

Vorgeschichte: Wie die Tempelschülerin Maria in Josephs Obhut kam

1,3. Maria aber, die im Tempel auferzogen ward, ist reif geworden, und es war nach dem Mosaischen Gesetze not, sie aus dem Tempel zu geben.

1,4. Es wurden darum Boten in ganz Judäa ausgesandt, solches zu verkünden, auf daß die Väter kämen, um, so jemand als würdig befunden würde, das Mägdlein zu nehmen in sein Haus.

1,6. Als sich aber nach Ablauf von drei Tagen die sich darum gemeldet Habenden wieder am vorbestimmten Orte versammelt hatten und ein jeder Bewerber um Maria einen frischen Lilienstab so bestimmtermaßen dem Priester dargereicht hatte, da ging der Priester alsbald mit den Stäben in das Innere des Tempels und betete dort.

1,7. Nachdem er aber sein Gebet beendet hatte, trat er wieder mit den Stäben heraus und gab einem jeglichen seinen Stab wieder.

1,8. Alle Stäbe aber wurden sobald fleckig; nur der zuletzt dem Joseph überreichte blieb frisch und makellos.

1,9. Es hielten sich aber darob einige auf und erklärten diese Probe für parteiisch und somit für ungültig und verlangten eine andere Probe, mit der sich durchaus kein Unfug verbinden ließe.

1,10. Der Priester, darob etwas erregt, ließ sogleich Maria holen, gab ihr eine Taube in die Hand und behieß sie treten in die Mitte der Bewerber, auf daß sie daselbst die Taube frei solle fliegen lassen

1,11. und sprach noch vor dem Auslassen der Taube zu den Bewerbern: »Sehet, ihr Falschdeuter der Zeichen Jehovas! Diese Taube ist ein unschuldig reines Tier und hat kein Gehör für unsere Beredung,

1,12. sondern lebte allein in dem Willen des Herrn und versteht allein die allmächtige Sprache Gottes!

1,13. Haltet eure Stäbe in die Höhe! – Auf dessen Stab diese Taube, so sie das Mägdlein auslassen wird, sich niederlassen wird und auf dessen Haupt sie sich setzen wird, der soll Maria nehmen!«

1,14. Die Bewerber aber waren damit zufrieden und sprachen: »Ja, dies soll ein untrüglich Zeichen sein!«

1,15. Da aber Maria die Taube auf Geheiß des Priesters freiließ, da flog dieselbe alsbald zu Joseph hin, ließ sich auf seinen Stab nieder und flog dann vom selben sogleich auf das Haupt Josephs.

1,16. Und der Priester sprach: »Also hat es der Herr gewollt! Dir, du biederer Gewerbsmann, ist das untrügliche Los zugefallen, die Jungfrau des Herrn zu empfangen! So nimm sie denn hin im Namen des Herrn in dein reines Haus zur ferneren Obhut! Amen.«

1,17. Als aber der Joseph solches vernommen hatte, da antwortete er dem Priester und sprach: »Siehe, du gesalbter Diener des Herrn nach dem Gesetze Mosis, des getreuen Knechtes des Herrn Gott Zebaoth, ich bin schon ein Greis und habe erwachsene Söhne zu Hause und bin seit lange her schon ein Witwer; wie werde ich doch zum Gespötte werden vor den Söhnen Israels, so ich dies Mägdlein nehme in mein Haus!

1,18. Daher laß die Wahl noch einmal ändern und laß mich draußen sein, auf daß ich nicht gezählt werde unter den Bewerbern!«

1,19. Der Priester aber hob seine Hand auf und sprach zum Joseph: »Joseph! Fürchte Gott den Herrn! Weißt du nicht, was Er getan hat an Dathan, an Korah und an Abiram?

Zeugnis Gottes über Josephs Gerechtigkeit und Integrität

1,24. Der Priester aber ging hinein und betete für Joseph vor dem Allerheiligsten, und der Herr sprach zum Priester, der da betete:

1,25. »Betrübe Mir den Mann nicht, den Ich erwählt habe; denn gerechter als er wandelt wohl keiner in Israel, und keiner auf der ganzen Erde, und keiner vor Meinem ewigen Throne in allen Himmeln!

1,26. Und gehe hinaus und gib die Jungfrau, die Ich Selbst erzogen habe, dem gerechtesten der Männer der Erde!«

1,27. Hier schlug sich der Priester auf die Brust und sprach: »O Herr, Du allmächtiger, einiger Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, sei mir Sünder vor Dir barmherzig; denn nun erkenne ich, daß du Dein Volk heimsuchen willst!«

1,28. Darauf erhob sich der Priester, ging hinaus und gab segnend im Namen des Herrn das Mägdlein dem geängstigten Joseph

1,29. und sprach zu ihm: »Joseph, gerecht bist du vor dem Herrn, darum hat Er dich erwählt aus vielen Tausenden! Und so magst du im Frieden ziehen! Amen.«

1,32. Es wartete aber die nötige Arbeit des Joseph; daher machte er in seiner Behausung diesmal auch nicht Säumens und sprach daher zur Maria:

1,33. (Joseph): »Maria, siehe, ich habe dich nach dem Willen Gottes zu mir genommen aus dem Tempel des Herrn, meines Gottes; ich aber kann nun nicht bei dir verbleiben und dich beschützen, sondern muß dich zurücklassen, denn ich muß gehen, um meinen bedungenen Hausbau zu besorgen an der Stelle, die ich dir auf der Reise hierher gezeigt habe!

1,34. Aber siehe, du sollest darum nicht allein zu Hause sein; ich habe ja eine mir nahe anverwandte Häuslerin, die ist fromm und gerecht; die wird um dich sein und mein jüngster Sohn, und die Gnade Gottes und Sein Segen wird dich nicht verlassen!

1,35. In aller Bälde aber werde ich mit meinen vier Söhnen wieder nach Hause kommen zu dir und werde dir ein Leiter sein auf den Wegen des Herrn! Gott der Herr aber wird nun über dich und mein Haus wachen, Amen.«

* * * * *

Erneuerung des Vorhanges im Jerusalemer Tempel durch Maria

2,1. Es war aber zu der Zeit noch ein Vorhang im Tempel vonnöten, da der alte hier und da schon sehr schadhaft geworden ist, um zu decken das Schadhafte.

2,5. Rufet mir aber dennoch sieben unbefleckte Jungfrauen aus dem Stamme Davids, und wir wollen dann eine Losung halten, wie da die Arbeit ausgeteilt sein solle!«

2,9. Als aber die Jungfrauen in der Vorhalle versammelt waren, da kam alsbald der Hohepriester und führte sie allesamt in den Tempel des Herrn.

2,10. Und als sie da versammelt waren in dem Tempel des Herrn, da sprach sobald der Hohepriester und sagte:

2,11. »Höret, ihr Jungfrauen aus dem Stamme Davids, der da verordnet hat nach dem Willen Gottes, daß da die feine Arbeit am Vorhange, der da scheidet das Allerheiligste vom Tempel, allezeit solle von denen Jungfrauen aus seinem Stamme angefertigt werden,

2,12. und solle nach seinem Testamente die mannigfache Arbeit durch Verlosung ausgeteilt werden, und solle dann eine jede Jungfrau die ihr zugefallene Arbeit nach ihrer Geschicklichkeit bestens verfertigen!

2,13. Sehet, da ist vor euch der schadhafte Vorhang, und hier auf dem goldenen Tische liegen die mannigfachen rohen Stoffe zur Verarbeitung schon bereitet!

2,14. Ihr sehet, daß solche Arbeit not tut; daher loset mir sogleich, auf daß es sich herausstelle, diewelche aus euch da spinnen solle den Goldfaden und den Amiant (eine Art Asbest) und den Baumwollfaden,

2,15. den Seidenfaden, dann den hyazinthfarbigen, den Scharlach und den echten Purpur!«

2,16. Und die Jungfrauen losten schüchtern, da (als) der Hohepriester über sie betete; und da sie gelost hatten nach der vorgezeichneten Ordnung, hatte es sich herausgestellt, wie die Arbeit verteilt werden sollte.

2,17. Und es fiel der Jungfrau Maria, der Tochter Annas und Joachims, durchs Los zu der Scharlach und der echte Purpur.

2,18. Die Jungfrau aber dankte Gott für solche gnädige Zuerkennung und Zuteilung solch rühmlichster Arbeit zu Seiner Ehre, nahm die Arbeit und begab sich damit, vom Joseph geleitet, wieder nach Hause.

2,19. Daheim angelangt machte sich Maria sogleich an die Arbeit freudigen Mutes; Joseph empfahl ihr allen Fleiß, segnete sie und begab sich sodann gleich wieder an seinen Hausbau.

2,20. Es begab sich aber dieses zur selbigen Zeit, als der Zacharias, da er im Tempel das Rauchopfer verrichtete, zufolge seines kleinen Unglaubens ist stumm geworden, darum für ihn ein Stellvertreter ward erwählt worden, unter dem diese Arbeit ist verlost worden.

2,21. Maria aber war verwandt sowohl mit Zacharias, wie mit dessen Stellvertreter, darum sie denn auch ums Doppelte ihren Fleiß vermehrte, um ja recht bald, ja womöglich die erste, mit ihrer Arbeit fertig zu werden.

2,22. Aber sie verdoppelte ihren Fleiß nicht etwa aus Ruhmlust, sondern nur um nach ihrer Meinung Gott dem Herrn eine recht große Freude dadurch zu bereiten, so sie baldmöglichst und bestmöglichst ihre Arbeit zu Ende brächte.

2,25. In kurzer Frist von drei Tagen ward Maria mit dem Scharlach zu Ende und machte sich sodann alsogleich über den Purpur; da sie aber diesen stets annetzen mußte, so mußte sie während der Arbeit öfter den Krug nehmen und hinausgehen, sich ein Wasser zu holen.

* * * * *

Schilderung der Empfängnis Marias

3,1. An einem Freitage morgens aber nahm Maria abermals den Wasserkrug und ging hinaus, ihn mit Wasser zu füllen, und horch! – eine Stimme sprach zu ihr:

3,2. »Gegrüßet seist du, an der Gnade des Herrn Reiche! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite (Gesegnete, Seligzupreisende) unter den Weibern!«

3,3. Maria aber erschrak gar sehr ob solcher Stimme, da sie nicht wußte, woher sie kam, und sah sich darum auch behende nach rechts und links um; aber sie konnte niemanden entdecken, der da geredet hätte.

3,4. Darum aber ward sie noch voller von peinigender Angst, nahm eiligst den gefüllten Wasserkrug und eilte von dannen ins Haus.

3,5. Als sie da bebend anlangte, stellte sie alsbald den Wasserkrug zur Seite, nahm den Purpur wieder zur Hand, setzte sich auf ihren Arbeitssessel und fing den Purpur wieder gar emsig an fortzuspinnen.

3,6. Aber sie hatte sich kaum so recht wieder in ihrer Arbeit eingefunden, siehe, da stand schon der Engel des Herrn vor der emsigen Jungfrau und sprach zu ihr:

3,7. »Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast eine endlos große Gnade gefunden vor dem Angesichte des Herrn; siehe, du wirst schwanger werden vom Worte Gottes!«

3,8. Als aber Maria dieses vernommen hatte, da fing sie an, diese Worte hin und her zu erwägen, und konnte nicht erfassen ihren Sinn; darum sprach sie denn zum Engel:

3,9. »Wie soll denn das vor sich gehen? Bin ich doch noch lange nicht eines Mannes Weib und habe auch noch nie dazu eine Bekanntschaft mit einem Manne gemacht, der mich sobald nähme zum Weibe, auf daß ich gleich anderen Weibern schwanger würde und dann gebäre ihnen gleich!«

3,10. Der Engel aber sprach zur Maria: »Höre, du erwählte Jungfrau Gottes! Nicht also soll es geschehen, sondern die Kraft des Herrn wird dich überschatten!

3,11. »Darum wird auch das Heilige, das da aus dir geboren wird, der ‘Sohn des Allerhöchsten’ genannt werden!«

3,12. »Du sollst Ihm aber, wann Er aus dir geboren wird, den Namen Jesus geben; denn Er wird erlösen Sein Volk von all den Sünden, vom Gerichte und vom ewigen Tode.«

13. Maria aber fiel vor dem Engel nieder und sprach: »Siehe, ich bin ja nur eine Magd des Herrn; daher geschehe mir nach Seinem Willen, wie da lauteten deine Worte!« Hier verschwand der Engel wieder und Maria machte sich wieder an ihre Arbeit.

* * * * *

Fragen und Probleme der 14-jährigen Maria hinsichtlich ihrer Schwangerschaft

4,1. Als aber darauf der Engel alsbald wieder verschwand, da lobte und pries Maria Gott den Herrn und sprach also bei sich in ihrem Herzen:

4,2. »Oh, was bin ich denn doch vor Dir, o Herr, daß Du mir solche Gnade erweisen magst?!

4,3. Ich solle schwanger werden, ohne je einen Mann erkannt zu haben; denn ich weiß ja nicht, was Unterschiedes da ist zwischen mir und einem Manne!

4,4. Weiß ich denn, was da so in der Wahrheit ist: ‘schwanger sein’?! O Herr, siehe, ich weiß es ja nicht!

4,11. Aber wann, wann wird das geschehen, und wie? Oder ist es schon geschehen? Bin ich schon schwanger, oder werde ich es erst werden?«

4,12. »O Herr! Du ewig Heiliger Israels, gib mir, Deiner armen Magd, doch ein Zeichen, wann solches geschehen wird, auf daß ich Dich darob loben und preisen möchte!«

4,13. Bei diesen Worten ward Maria von einem lichten Ätherhauche angeweht, und eine gar sanfte Stimme sprach zu ihr:

4,14. »Maria, sorge dich nicht vergeblich; du hast empfangen, und der Herr ist mit dir! Mache dich an deine Arbeit, und bringe sie zu Ende, denn fürder wird für den Tempel keine mehr gemacht werden von dieser Art!«

4,15. Hier fiel Maria nieder, betete zu Gott und lobte und pries Ihn für solche Gnade. – Nachdem sie aber dem Herrn ihr Lob dargebracht hatte, erhob sie sich und nahm ihre Arbeit zur Hand.

* * * * *

Überbringung des fertigen Tempelvorhanges nach Jerusalem

5,1. In wenigen Tagen ward Maria auch mit dem Purpur fertig, ordnete ihn dann und nahm den Scharlach und legte ihn zum Purpur.

5,2. Darauf dankte sie Gott für die Gnade, daß Er ihr hatte lassen ihre Arbeit so wohl vollenden, wickelte dann das Gespinst in reine Linnen und machte sich damit nach Jerusalem auf den Weg.

5,3. Bis zum Hausbau, da (wo) Joseph arbeitete, ging sie allein; aber von da an begleitete sie wieder Joseph nach Jerusalem und daselbst in den Tempel.

5,4. Da angelangt, übergab sie sobald die Arbeit dem Hohenpriester.

5,5. Dieser besah wohl den Scharlach und den Purpur, fand die Arbeit allerausgezeichnetst gut und belobte und begrüßte darum Maria mit folgenden Worten:

5,6. »Maria, solche Geschicklichkeit wohnt nicht natürlich in dir, sondern der Herr hat mit Seiner Hand gewirkt!

5,7. Groß hat dich darum Gott gemacht; gebenedeit wirst du sein unter allen Weibern der Erde von Gott, dem Herrn, da du die erste warst, die da ihre Arbeit dem Herrn in den Tempel überbracht hat!«

5,8. Maria aber, voll Demut und Freude in ihrem Herzen, sprach zum Hohenpriester:

5,9. »Würdiger Diener des Herrn in Seinem Heiligtume! O lobe mich nicht zu sehr, und erhebe mich nicht über die andern; denn diese Arbeit ist ja nicht mein Verdienst, sondern allein des Herrn, der da meine Hand leitete!

5,10. Darum sei Ihm allein ewig alles Lob, aller Ruhm, aller Preis und alle meine Liebe und alle meine Anbetung ohne Unterlaß!«

5,11. Und der Hohepriester sprach: »Amen, Maria, du reine Jungfrau des Herrn, du hast wohl geredet vor dem Herrn! So denn ziehe nun wieder hin in Frieden; der Herr sei mit dir!«

5,12. Darauf erhob sich Maria und ging mit Joseph wieder bis zur Baustelle hin, allda sie eine kleine Stärkung, bestehend aus Brot und Milch und Wasser, zu sich nahm. –

5,13. Es wohnte aber bei einer halben Tagesreise weit vom Bauplatze, über einem kleinen Gebirge, eine Muhme (Tante) Mariens, namens Elisabeth, diese möchte (wollte) sie besuchen und bat Joseph darum um die Erlaubnis.

* * * * *

Umstände der Ankunft Marias bei Elisabeth

6,1. Bei der Elisabeth angelangt, d.h. bei ihrem Hause, pochte sie gar bald schüchternen Gemütes an die Türe nach dem Gebrauche der Juden.

6,2. Als aber Elisabeth vernommen hatte das schüchterne Pochen, gedachte sie bei sich: »Wer pocht denn da so ungewöhnlich leise?

6,3. Es wird ein Kind meines Nachbars sein; denn mein Mann, der da stumm noch ist im Tempel und harrt der Erlösung, kann es nicht sein!

6,4. Meine Arbeit aber ist wichtig; solle ich sie wohl weglegen des unartigen Kindes meines Nachbars wegen?

6,5. Nein, das will ich nicht tun, denn es ist eine Arbeit für den Tempel, und diese steht höher denn die Unart eines Kindes, das da sicher wieder nichts anderes will, als mich bekanntermaßen necken und ausspötteln!

6,6. Daher werde ich fein bei der Arbeit sitzen bleiben und das Kind lange gut pochen lassen!«

Reaktion des Johannes im Mutterleib auf Ankunft der schwangeren Maria

6,7. Maria aber pochte noch einmal, und das Kind im Leibe der Elisabeth fing an vor Freude zu hüpfen, und die Mutter vernahm eine leise Stimme aus der Gegend des in ihr hüpfenden Kindes, und die Stimme lautete:

6,8. »Mutter, gehe, gehe eiligst; denn die Mutter meines und deines Herrn, meines und deines Gottes ist es, die da pocht an die Türe und besucht dich im Frieden!«

6,9. Elisabeth aber, als sie das gehört hatte, warf sogleich alles von sich, was sie in den Händen hatte, und lief und öffnete der Maria die Türe,

6,10. gab ihr dann nach der Sitte sogleich ihren Segen, umfing sie dann mit offenen Armen und sagte zu ihr:

6,11. »O Maria, du Gebenedeite unter den Weibern! Du bist gebenedeit unter allen Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!«

6,12. »O Maria, du reinste Jungfrau Gottes! Woher kommt wohl mir die hohe Gnade, daß mich die Mutter meines Herrn, meines Gottes, besucht?!«

6,13. Maria aber, die nichts von all den Geheimnissen verstand, sagte zur Elisabeth:

6,14. »Ach, liebe Muhme, ich kam ja nur auf einen freundlichen Besuch zu dir! Was sprichst du denn da für Dinge über mich, die ich nicht verstehe? – Bin ich denn schon im Ernste schwanger, daß du mich eine Mutter nennst?«

6,15. Elisabeth aber erwiderte der Maria: »Siehe, als du zum zweiten Male pochtest an die Türe, da hüpfte alsbald das Kindlein, das ich unter meinem Herzen trage, vor Freude und gab mir solches kund und grüßte dich in mir schon zum Voraus!«

Dreimonatiger Aufenthalt Marias bei Elisabeth

6,18. Elisabeth aber sprach: »O Maria, du Erwählte Gottes, tritt in mein Haus und stärke dich; da wollen wir uns besprechen und gemeinschaftlich Gott loben und preisen aus allen unseren Kräften!«

6,19. Und die Maria folgte alsbald der Elisabeth in ihr Haus und aß und trank und stärkte sich und ward voll heiteren Mutes.

6,32. Also verbrachte aber Maria noch volle drei Monate bei der Elisabeth und half ihr wie eine Magd alle Hausarbeit verrichten.

Marias Rückkehr; Reaktion Josephs

6,33. Mittlerweile hatte aber auch unser Joseph seinen Bau beendet und befand sich mit seinen Söhnen wieder zu Hause und besorgte da seinen kleinen, freilich nur gemieteten Grund.

6,34. Eines Abends aber sagte er zum ältesten Sohne: »Joël, gehe und rüste mir für morgen früh mein Lasttier, denn ich muß Maria holen gehen!

6,35. Das Mädchen ist nun schon bei drei Monaten aus meinem Hause, und ich weiß nicht, was da mit ihr geschieht.

(…Maria steht bereits vor der Tür)

6,42. Obschon der Joseph die Maria gerne ein wenig ausgezankt hätte ob ihres langen Ausbleibens, so konnte er aber solches doch nicht über sein Herz bringen; denn fürs erste hatte die Stimme Mariens sein edelstes Herz zu sehr gerührt, und fürs zweite sah er sich selbst als Schuldigen an, da er Maria so lange nicht durch einen Boten hatte holen lassen.

6,46. In der Zeit aber vernahm Joseph plötzlich, als würden Psalmen gesungen vor seinem Hause.

* * * * *

Sichtbarkeit von Marias Schwangerschaft; Argwohn Josephs

7,1. Joseph aber ward voll hoher Ahnungen erfüllt und sprach zu Maria: »Kind des Herrn! Viel Freude ist meinem Hause in dir gegeben, meine Seele ist von hohen Ahnungen erfüllt!

7,15. Tag für Tag aber ward der Leib Marias voller; da sie solches wohl merkte, so suchte sie ihre Schwangerschaft vor den Augen Josephs und seiner Söhne so gut als nur immer möglich zu verbergen.

7,16. Aber nach einer Zeit von zwei Monaten half ihr ihr Verbergen nichts mehr, und Joseph fing an, Argwohn zu schöpfen und beriet sich insgeheim mit einem seiner Freunde in Nazareth über den sonderbaren Zustand Mariens.

* * * * *

Vorwürfe und Verhör Marias durch Joseph

8,1. Der Freund Josephs aber war ein Sachkundiger; denn er war ein Arzt, der da die Kräuter kannte und bei gefährlichen Geburten nicht selten denen Wehmüttern beistand.

8,2. Dieser ging mit Joseph und besah insgeheim Maria; als er sie beschaut hatte, sprach er zu Joseph:

8,3. »Höre mich an, Bruder aus Abraham, Isaak und Jakob! Deinem Hause ist ein großes Unheil widerfahren; denn siehe, die Magd ist hochschwanger!«

8,5. Joseph aber antwortete: »Siehe, Maria war unter der Zeit kaum drei Wochen in einem fort zu Hause, und das im Anfange, da sie in mein Haus kam; dann brachte sie volle drei Monde bei ihrer Muhme Elisabeth zu!

8,10. Ich aber weiß nun, was ich tun werde, um der Wahrheit der Sache auf die rechte Spur zu kommen! Du, Freund, magst nun wieder in Frieden ziehen, und ich werde mein Haus einer starken Prüfung unterziehen!«

8,11. Josephs Freund verzog nicht und ging alsbald aus dem Hause Josephs; Joseph aber wandte sich alsbald zu Maria und sprach zu ihr:

8,12. »Kind, mit welcher Stirne soll ich nun aufschauen zu meinem Gott? Was soll ich nun sagen über dich?

8,13. Habe ich dich nicht als eine reine Jungfrau aus dem Tempel empfangen, und habe ich dich nicht getreulich gehütet durch mein tägliches Gebet und durch die Getreuen, die da sind in meinem Hause?!

8,14. Ich beschwöre dich darum, daß du mir sagest, wer es ist, der es gewagt hat, mich zu betrügen und sich also schändlich zu vergreifen an mir, einem Sohne Davids, und an dir, die du auch demselben Hause entsprossen bist!

8,17. Also antworte mir auf meine Frage! Gehe aber, und fasse dich; denn dir soll es nicht gelingen, mich zu täuschen!« – Hier warf sich Joseph vor Gram auf einen mit Asche gefüllten Sack auf sein Angesicht und weinte.

8,18. Maria aber zitterte vor großer Furcht, fing an zu weinen und zu schluchzen und konnte nicht reden vor zu großer Furcht und Traurigkeit.

8,19. Joseph aber erhob sich wieder vom Sacke und sprach mit einer etwas gemäßigteren Stimme zu Maria:

8,20. »Maria, Kind Gottes, das Er Selbst in Seine Obhut genommen, warum hast du mir das getan? Warum hast du deine Seele so sehr erniedrigt und vergessen deines Gottes?!«

8,22. Hier ermannte sich Maria und sprach: »Vater Joseph, du gerecht harter Mann! Ich sage dir: So wahr ein Gott lebt, so wahr auch bin ich rein und unschuldig und weiß bis zur Stunde von keinem Manne etwas!«

8,23. Joseph aber fragte: »Woher ist denn hernach das, was du unter deinem Herzen trägst?«

8,24. Und Maria erwiderte: »Siehe, ich bin ja noch ein Kind und verstehe nicht die Geheimnisse Gottes! Höre mich aber an und ich will es dir ja sagen, was mir begegnet ist! – Solches aber ist auch so wahr, als wie da lebt ein gerechter Gott über uns!«

* * * * *

Bericht Marias über geistige Zeugung und Unschuldsbeteuerung

9,1. Und Maria erzählte dem Joseph alles, was ihr, da sie noch am Purpur arbeitete, begegnet ist, und schloß dann ihre Erzählung mit dieser Beteuerung:

9,2. »Darum sage ich dir, Vater, noch einmal: So wahr Gott, der Herr Himmels und der Erde, lebt, so wahr auch bin ich rein und weiß von keinem Manne und kenne auch ebensowenig das Geheimnis Gottes, das ich unter meinem Herzen zu meiner eigenen großen Qual, nun tragen muß!«

9,3. Hier verstummte Joseph vor Maria und erschrak gewaltig; denn die Worte Mariens drangen tief in seine bekümmerte Seele, und er fand bebend seine geheime Ahnung bestätigt.

9,4. Er aber fing darum an, hin und her zu sinnen, was er da tun solle, und sprach so bei sich in seinem Herzen:

9,5. »So ich ihre vor der Welt, wie sie nun ist, doch unwiderlegbare Sünde darum verberge, weil ich sie nicht als solche mehr erkenne, so werde ich als Frevler erfunden werden gegen das Gesetz des Herrn und werde der sicheren Strafe nicht entgehen!

9,6. Mache ich sie aber wider meine innerste Überzeugung als eine feile Sünderin vor den Söhnen Israels offenbar, da doch das, was sie unter ihrem Herzen trägt, nur – nach ihrer unzweideutigen Aussage – von einem Engel herrührt,

9,7. so werde ich ja von Gott, dem Herr, erfunden werden als einer, der ein unschuldiges Blut überliefert hat zum Gerichte des Todes?!«

Ein Engel verhindert Josephs Pläne, Maria zu verlassen und bestätigt geistige Zeugung

9,8. »Was soll ich also mit ihr beginnen? – Soll ich sie heimlich verlassen, d.h. soll ich sie heimlich von mir tun und sie irgend verbergen im Gebirge, nahe an der Grenze der Griechen? Oder soll des Tages des Herrn ich harren, auf daß Er mir am selben kundtue, was ich da tun solle?«

9,12. Joseph aber versank über seinen mannigfachen Gedanken ebenfalls in einen Schlummer; und siehe, ein Engel des Herrn erschien ihm im Traume und sprach zu ihm:

9,13. »Joseph, sei nicht bange ob der Maria, der reinsten Jungfrau des Herrn! – Denn was sie unter dem Herzen trägt, ist erzeugt vom heiligen Geiste Gottes, und du sollst Ihm, wann Es geboren wird, den Namen ‘Jesus’ geben!«

9,14. Hier erwachte Joseph vom Schlafe und pries Gott den Herrn, der ihm solche Gnade erwiesen hatte.

* * * * *

Meldung von Marias Schwangerschaft

10,1. Es ist aber zwei Wochen lang nach diesem Begebnisse ein großer Rat in Jerusalem gehalten worden, und zwar darüber, da man von einigen in Jerusalem wohnenden Römern vernommen hatte, daß der a Kaiser werde das gesamte jüdische Volk zählen und beschreiben lassen.

10,3. Darum berief der Hohepriester zu dem Behufe eine große Versammlung zusammen, zu der alle Ältesten und Kunstmänner, wie da auch der Joseph einer war, erscheinen mußten.

10,4. Joseph aber hatte gerade eine kleine Reise ins Gebirge wegen Bauholz unternommen und blieb etliche Tage aus.

10,6. Joseph aber kam schon am nächsten Tage morgens wieder nach Hause. Der Sohn Joses benachrichtigte ihn sogleich davon, was da gekommen ist aus Jerusalem.

10,7. Joseph aber sagte: »Nun bin ich fünf Tage lang im Gebirge herumgestiegen und bin daher überaus müde geworden, und meine Füße würden mich nimmer tragen, so ich nicht zuvor ein paar Tage werde geruht haben; daher bin ich diesmal genötigt, dem Rufe Jerusalems nicht zu folgen.

10,8. Übrigens ist diese ganze große Versammlung keiner hohlen Nuß wert; denn der mächtige Kaiser Roms, der sein Zepter nun schon sogar über die Länder der Skythen schwingt, wird wenig Notiz nehmen von unserer Beratung und wird tun, was er will! Daher bleibe ich nun fein zu Hause!«

10,9. Es kam aber nach drei Tagen ein gewisser Annas aus Jerusalem, der da ein großer Schriftgelehrter war, zu Joseph und sprach zu ihm:

10,10. »Joseph, du kunstverständiger und schriftgelehrter Mann aus dem Stamme Davids! – Ich muß dich fragen, warum du nicht in die Versammlung gekommen bist!?«

10,11. Joseph aber wandte sich zum Annas und sprach: »Siehe, ich war fünf Tage lang im Gebirge und wußte nicht, daß ich berufen ward!

10,12. »Da ich aber nach Hause kam, und durch meinen Sohn Joses die Nachricht erhielt, war ich zu müde und schwach, als daß es mir möglich gewesen wäre, mich alsbald gen Jerusalem auf die Beine zu machen! Zudem aber ersah ich ja ohnehin auf den ersten Blick, daß diese ganze große Versammlung wenig oder gar nichts nützen wird.«

10,13. Während aber Joseph solches gesprochen hatte, sah sich der Annas um und entdeckte unglücklicherweise die hochschwangere Jungfrau.

10,14. Er verließ daher auch wie ganz stumm den Joseph und eilte, was er nur konnte, nach Jerusalem.

10,15. Allda ganz atemlos angelangt, eilte er sogleich zum Hohenpriester und sagte zu ihm:

10,16. »Höre mich an, und frage mich nicht, warum der Sohn Davids nicht in die Versammlung kam; denn ich habe unerhörte Greueldinge in seinem Hause entdeckt!

10,17. »Siehe, Joseph, dem Gott und du das Zeugnis gabst dadurch, daß du ihm die Jungfrau anvertraut hast, hat sich unbeschreiblich tief und grob vor Gott und dir verfehlt!«

10,18. Der Hohepriester aber war ganz entsetzt über die Nachricht Annas’ und fragte ganz kurz: »Wieso, wie das? Rede mir die vollste Wahrheit, oder du bist heute noch des Todes!«

10,19. Und Annas sprach: »Siehe, die Jungfrau Maria, die er laut des Zeugnisses Gottes aus diesem Tempel des Herrn zur Obhut erhielt, hat er weidlichst geschändet; denn ihre schon hohe Schwangerschaft ist ein lebendiges Zeugnis davon!«

10,20. Der Hohepriester aber sprach: »Nein, Joseph hat das nimmer getan! – Kann auch Gott ein falsches Zeugnis geben?!«

10,21. Annas aber sprach: »So sende deine vertautesten Diener hin, und du wirst dich überzeugen, daß da die Jungfrau im Vollernste hochschwanger ist; ist sie es aber nicht, so will ich hier gesteinigt werden!«

* * * * *

Gottesurteil an Joseph und Maria durch das Fluchwasser; Zwangsverheiratung

11,1. Der Hohepriester aber besann sich eine Zeitlang und sprach also bei sich: »Was soll ich tun? Annas ist voll Eifersucht ob der Wahl der Jungfrau, und man soll nie nach dem Rate eines Eifersüchtigen handeln.

11,3. Ich will daher dennoch insgeheim Diener hinsenden zu Joseph, die, falls sich die schlimme Sache bestätigen solle, die Jungfrau samt Joseph sogleich hierher ziehen sollen!«

11,4. Also ward es gedacht und beschlossen; der Hohepriester berief insgeheim vertraute Diener und gab ihnen kund, was sich im Hause Josephs zugetragen habe!, und sandte sie dann sobald zu Joseph hin mit der Bestimmtheit, wie sie zu handeln haben, falls sich die Sache bestätigen sollte.

11,5. Und die Diener begaben sich eiligst hin zu Joseph und fanden alles also, wie es ihnen der Hohepriester bezeichnet hatte.

11,6. Und der älteste von ihnen sagte zu Joseph: »Siehe, darum sind wir aus dem Tempel hierher gesandt worden, auf daß wir uns überzeugen sollen, wie es mit der Jungfrau steht, da von ihr üble Gerüchte zu den Ohren des Hohenpriesters gelangt sind!

11,7. Wir aber fanden die traurige Mutmaßung leider bestätigt; daher laß dir keine Gewalt antun und folge uns mit der Maria in den Tempel, allda du aus dem Munde des Hohenpriesters das gerechte Urteil vernehmen sollst!«

11,8. Und Joseph folgte mit Maria alsbald ohne Widerrede den Dienern vor das Gericht in den Tempel.

11,9. Als er da vor dem Hohenpriester anlangte, fragte der erstaunte Hohepriester alsbald die Maria, in ernstem Tone redend:

11,10. »Maria! Warum hast du uns das getan und hast mögen gar so gewaltig erniedrigen deine Seele?«

11,13. Maria aber fing an, bitterlich zu weinen, und sprach unter gewaltigem Schluchzen und Weinen: »So wahr Gott, der Herr Israels, lebt, so wahr auch bin ich rein und habe noch nie einen Mann erkannt! – Frage den von Gott erwählten Joseph!«

11,14. Und der Hohepriester wandte sich darauf zu Joseph und fragte ihn: »Joseph, ich beschwöre dich im Namen des ewig lebendigen Gottes: sage mir es unverhohlen, wie ist das geschehen? Hast du solches getan?«

11,15. Und Joseph sprach: »Ich sage dir bei allem, was dir und mir heilig ist, so wahr der Herr, mein Gott lebt, so wahr auch bin ich rein vor dieser Jungfrau, wie vor dir und vor Gott!«

11,16. Und der Hohepriester erwiderte: »Rede nicht ein falsches Zeugnis, sondern sprich vor Gott die Wahrheit! Ich aber sage dir: Du hast erstohlen dir deine Hochzeit, hast nicht Kunde gegeben dem Tempel und hast nicht zuvor dein Haupt gebeugt unter die Hand des ewig Gewaltigen, auf daß Er gesegnet hätte deinen Samen! Daher rede die Wahrheit! …

11,27. Wohl denn, da du vor Gott deine laute Schuld bekämpfst, so will ich euch beide trinken lassen das Fluchwasser Gottes, des Herrn, und es werden offenbar werden eure Sünden in euren Augen und vor den Augen alles Volkes!«

11,28. Und alsbald nahm der Hohepriester das Fluchwasser und ließ davon den Joseph trinken und sandte ihn dann nach dem Gesetze in ein dazu bestimmtes Gebirge, das da nahe an Jerusalem lag.

11,29. Und desgleichen gab er auch solches Wasser der Jungfrau zu trinken und sandte sie dann ebenfalls ins Gebirge.

11,30. Nach drei Tagen aber kamen beide gänzlich unverletzt zurück, und alles Volk wunderte sich, daß an ihnen keine Sünde war offenbar gemacht worden.

11,31. Der Hohepriester aber sprach dann selbst ganz über alle Maßen erstaunt zu ihnen: »So Gott der Herr eure Sünde nicht hat offenbar machen wollen, da will auch ich euch nicht richten, sondern spreche euch für schuldlos und ledig!«

11,32. Da aber die Jungfrau schon schwanger ist, so soll sie dein Weib sein zur Buße, darum sie mir unbewußtermaßen ist schwanger geworden, und soll fürder nimmer einen andern Mann bekommen. so sie auch eine junge Witwe würde! Also sei es! – Und nun ziehet wieder in Frieden von dannen!«

11,33. Joseph aber nahm nun Maria und ging mit ihr in seine Heimat und ward voll Freuden, und lobte und pries seinen Gott. Und seine Freude war nun um so größer, da nun Maria sein rechtmäßiges Weib ist geworden.

* * * * *

Römische Volkszählung zur Zeit der nahen Entbindung Marias

12,1. Und Joseph verbrachte nun ganz wohlgemut mit Maria, die nun sein Weib war, noch zwei Monate in seinem Hause und arbeitete für den Unterhalt Mariens.

12,2. Als aber diese Zeit verstrichen war und Maria der Zeit der Entbindung nahe war, da geschah ein neuer Schlag, welcher Joseph in eine große Bekümmernis versetzte.

12,3. Der römische Kaiser Augustus ließ nämlich in allen seinen Landen einen Befehl ergehen, demzufolge alle Völker seines Reiches sollten beschrieben und gezählt und der Steuer und Rekrutierung wegen klassifiziert werden.

12,4. Und so waren auch die Nazaräer von diesem Gebote nicht ausgenommen, und Joseph ward genötigt, sich auch nach Bethlehem, der Stadt Davids, zu nahen, in welcher die römische Beschreibungskommission aufgestellt war.

12,5. Als er aber dieses Gebot vernahm, dessentwegen er schon ohnehin zu einer Versammlung nach Jerusalem ist berufen worden, da sprach er bei sich selbst:

12,6. »Mein Gott und mein Herr, das ist ein harter Schlag für mich gerade zu dieser Zeit, da Maria der Entbindung so nahe ist!

12,7. Was soll ich nun tun? – Ich muß wohl meine Söhne einschreiben lassen, denn diese sind dem Kaiser leider waffenpflichtig; aber was soll ich, um Deines Namens willen, o Herr, mit Maria machen? …

12,15. Ja, ich weiß, was ich nun wieder tun will: den Tag des Herrn will ich abwarten! An diesem wird der Herr, mein Gott, machen, was Er wird wollen, und das wird auch das Beste sein! Und also geschehe es denn!«

* * * * *

Aufbruch der Hl. Familie nach Bethlehem

13,1. Am selben Tage aber noch kam ein alter weiser Freund aus Nazareth zu Joseph und sagte zu ihm:

13,2. »Bruder, siehe, also führt der Herr Sein Volk über allerlei Wüsten und Steppen! Die aber willig folgen, dahin Er lenkt, die kommen ans rechte Ziel!«

13,5. Joseph aber verstand wohl, was der Freund zu ihm geredet hatte, und als der Freund ihn segnete und wieder verließ, da sprach der Joseph zu seinen Söhnen:

13,6. »Höret mich an! Der Herr will es, daß wir alle nach Bethlehem ziehen müssen; also wollen wir uns denn auch Seinen Willen gefallen lassen und tun, was Er will!

13,7. Du, Joel, sattle die Eselin für Maria, und nimm den Sattel mit der Lehne; und du, Joses, aber zäume den Ochsen, und spanne ihn an den Karren, in dem wir Lebensmittel mitführen wollen!

13,8. Ihr drei, Samuel, Simeon und Jakob, aber bestellet den Karren mit haltbaren Früchten, Brot, Honig und Käse, und nehmet davon so viel, daß wir auf vierzehn Tage versehen sind; denn wir wissen es nicht, wann die Reihe an uns kommen wird, und wann wir frei werden, und was mit Maria geschehen kann unterwegs! Darum leget auch frische Linnen und Windeln auf den Karren!«

13,9. Die Söhne aber gingen und bestellten alles, wie es ihnen der Joseph anbefohlen hatte.

13,19. Er nahm Maria und setzte sie so weich und bequem als nur immer möglich auf das Lasttier und nahm dann das Zügel in seine Hand und führte die Eselin.

* * * * *

Geburtswehen Marias erzwingen eine Reiseunterbrechung

14,1. Also kam unsere frömmste Gesellschaft nahe bis auf sechs Stunden vor Bethlehem hin und machte da eine Rast im Freien.

14,9. Als sie aber in die Nähe von Betlehem kamen, da sprach Maria auf einmal zu Joseph:

14,10. »Höre mich an, Joseph! – Das in mir ist, fängt mich an ganz gewaltig zu bedrängen; lasse daher stillehalten!«

14,11. Joseph erschrak völlig vor diesem plötzlichen Ausrufe Mariens; denn er sah nun, daß das gekommen war, was er eben am meisten befürchtet hatte.

14,12. Er ließ daher auch plötzlich stillehalten. Maria aber sprach wieder alsbald zu Joseph:

14,13. »Hebe mich herab von der Eselin: denn das in mir ist, bedrängt mich mächtig und will von mir! Und ich vermag dem Drange nicht mehr zu widerstehen!«

14,14. Joseph aber sprach: »Aber um des Herrn willen! Du siehst ja, daß hier nirgends eine Herberge ist; wo soll ich dich denn hintun?«

14,15. Maria aber sprach: »Siehe, dort in den Berg hinein ist eine Höhle; es werden kaum hundert Schritte dahin sein! Dorthin bringet mich; – weiter zu kommen, ist mir unmöglich!«

14,16. Und Joseph lenkte alsbald sein Fuhr- und Reisewerk dahin und fand zum größten Glücke in dieser Höhle, da sie den Hirten zu einem Notstalle diente, etwas Heu und Stroh, aus welchem er sogleich für Maria ein notdürftiges Lager bereiten ließ.

* * * * *

Geburt Jesu in einer Höhle während Josephs Suche nach einer Hebamme

15,1. Als aber das Lager bereitet war, brachte Joseph die Maria alsbald in die Höhle, und sie legte sich aufs Lager und fand Erleichterung in dieser Lage.

15,2. Als Maria aber also erleichtert sich auf dem Lager befand, da sagte Joseph zu seinen Söhnen:

15,3. »Ihr beiden Ältesten bewachet Maria und leistet ihr im Falle früher Not die gerechte Hilfe, besonders du, Joel, der du einige Kenntnis in diesem Fache dir durch den Umgang mit meinen Freunden in Nazareth erworben hast!«

15,4. Den anderen dreien aber befahl er, den Esel und den Ochsen zu versorgen und den Karren auch irgend in der Höhle, welche so ziemlich geräumig war, unterzubringen.

15,5. Nachdem aber Joseph solches alles also wohl geordnet hatte, sagte er zur Maria: »Ich will nun gehen hinauf auf den Berg und will in der Stadt meines Vaters mir eine Wehmutter in aller Eile suchen und will sie bringen hierher, dir zur nötigen Hilfe!«

15,6. Nach diesen Worten trat Joseph alsbald aus der Höhle, da es schon ziemlich spät abends war und man die Sterne am Himmel recht wohl ausnehmen konnte.

15,7. Was aber Joseph bei diesem Austritte aus der Höhle alles für wunderliche Erfahrungen gemacht hat, wollen wir mit seinen eigenen Worten wiedergeben, die er seinen Söhnen gab, als er mit der gefundenen Wehmutter in die Höhle zurückkehrte und Maria schon geboren hatte.

15,8. Die Worte Josephs aber lauten also: »Kinder, wir stehen am Rande großer Dinge! Ich verstehe nun dunkel, was mir die Stimme am Vorabende vor unserer Abreise hierher gesagt hat; wahrlich, wäre der Herr unter uns – wennschon unsichtbar – nicht gegenwärtig, so könnten unmöglich solche Wunderdinge geschehen, wie ich sie jetzt geschaut habe!

15,9. Höret mich an! – Als ich hinaustrat und fortging, da war es mir, als ginge ich, und als ginge ich nicht! Und ich sah den aufgehenden Vollmond und die Sterne im Aufgange wie im Niedergange, und siehe, alles stand stille, und der Mond verließ nicht den Rand der Erde, und die Sterne am abendlichen Rande wollten nimmer sinken!

15,10. Dann sah ich Scharen und Scharen der Vöglein sitzen auf den Ästen der Bäume; alle waren mit ihren Gesichtern hierher gewendet und zitterten wie zu Zeiten großer bevorstehender Erdbeben und waren nicht zu verscheuchen von ihren Sitzen, weder durch Geschrei noch durch Steinwürfe.

15,11. Und ich blickte wieder auf dem Erdboden umher und ersah unweit von mir eine Anzahl Arbeiter, die da um eine mit Speise gefüllte Schüssel saßen, einige hielten ihre Hände unbeweglich in der Schüssel und konnten keine Speise aus der Schüssel heben.

15,12. Die aber schon eher einen Bissen der Schüssel enthoben hatten, die hielten ihn am Munde und mochten nicht den Mund öffnen, auf daß sie den Bissen verzehreten; aller Angesichter aber waren nach aufwärts gerichtet, als sähen sie große Dinge am Himmel.

15,13. Dann sah ich Schafe, die von den Hirten getrieben wurden; aber die Schafe standen unbeweglich da, und des Hirten Hand, der sie erhob, um zu schlagen die ruhenden Schafe, bieb wie erstarrt in der Luft, und er konnte sie nicht bewegen.

15,14. Wieder sah ich eine ganze Herde Böcke, die hielten ihre Schnauzen über dem Wasser und vermochten dennoch nicht zu trinken, denn sie waren alle wie gänzlich gelähmt.

15,15. Also sah ich auch ein Bächlein, das hatte einen starken Fall vom Berge herab, und siehe, das Wasser stand stille und floß nicht hinab ins Tal! – Und so war alles auf dem Erdboden anzusehen, als hätte es kein Leben und keine Bewegung.

15,16. Als ich aber also dastand oder ging und nicht wußte, ob ich stehe oder gehe, siehe, da ersah ich endlich einmal wieder ein Leben!«

15,17. »Ein Weib nämlich kam den Berg entlang herabgestiegen gerade auf mich zu und fragte mich, als sie vollends bei mir war: ‘Mann, wo willst du hingehen so spät?’

15,18. »Und ich sprach zu ihr: ‘Eine Wehmutter suche ich; denn in der Höhle dort ist eine, die gebären will!’

15,19. »Das Weib aber antwortete und sprach: ‘Ist sie aus Israel?’ – Und ich antwortete ihr: ‘Ja, Herrin, ich und sie sind aus Israel; David ist unser Vater!’

15,20. Das Weib aber sprach weiter und fragte: ‘Wer ist die, welche in der Höhle dort gebären will? Ist sie dein Weib, oder eine Anverwandte oder eine Magd?’

15,21. »Und ich antwortete ihr: ‘Seit kurzem allein vor Gott und dem Hohenpriester nur mein Weib; sie aber war noch nicht mein Weib, da sie schwanger ward, sondern ward mir nur zur Obhut in mein Haus vom Tempel durch das Zeugnis Gottes anvertraut, da sie früher auferzogen ward im Allerheiligsten!

15,22. Wundere dich aber nicht über ihre Schwangerschaft; denn das in ihr ist, ist wunderbar gezeugt vom Heiligen Geiste Gottes!’ – Das Weib aber erstaunte sich darob und sagte zu mir: ‘Mann, sage mir die Wahrheit!’- Ich aber sagte zu ihr: ‘Komm, siehe, und überzeuge dich mit deinen Augen!’«

* * * * *

Verhüllung der Höhle durch Od-Wolke
Bestätigung der visionären Vorschau der Hebamme

16,1. Und das Weib willigte ein und folgte dem Joseph hin zur Höhle; da sie aber hin zur Höhle kamen da verhüllte sich dieselbe plötzlich in eine dichte weiße Wolke, daß sie nicht den Eingang finden mochten.

16,2. Ob dieser Erscheinung fing sich die Wehmutter hoch zu verwundern an und sprach zu Joseph:

16,3. »Großes ist widerfahren am heutigen Tage meiner Seele! Ich habe heute Morgen ein groß-wunderbarstes Gesicht gehabt, in dem alles sich also gestaltete, wie ich es jetzt in der Wirklichkeit gesehen habe, noch sehe und noch mehr sehen werde!

16,4. Du bist derselbe Mann, der mir im Gesichte entgegenkam; also sah ich auch zuvor alle Welt ruhen mitten in ihrem Geschäfte und sah die Höhle, wie eine Wolke über sie kam, und habe mit dir geredet, wie ich nun geredet habe.

16,5. Und ich sah noch mehreres Wunderbarstes in der Höhle, als mir meine Schwester Salome nachkam, der ich allein mein Gesicht am Morgen anvertraute!

16,6. Darum sage ich denn nun auch vor dir und vor Gott, meinem Herrn: »Israel ist ein großes Heil widerfahren! Ein Retter kam, von oben gesandt, zur Zeit unserer großen Not!«

16,7. Nach diesen Worten der Wehmutter wich alsbald die Wolke von der Höhle zurück, und ein gewaltiges Licht drang aus der Höhle der Wehmutter und dem Joseph entgegen, so daß es die Augen nicht zu ertragen imstande waren, und die Wehmutter sprach: »Wahr ist also alles, was ich gesehen habe im Gesichte! O Mann, du Glücklicher, hier ist mehr denn Abraham, Isaak, Jakob, Moses und Elias!«

16,8. Nach diesen Worten aber fing das starke Licht nach und nach erträglicher zu werden, und das Kindlein ward sichtbar, wie es gerade zum ersten Male die Brust der Mutter nahm.

16,9. Die Wehmutter aber trat mit Joseph nun in die Höhle, besah das Kindlein und dessen Mutter, und als sie alles auf das herrlichste gelöst fand, sagte sie:

16,10. »Wahrlich, wahrlich, das ist der von allen Propheten besungene Erlöser, der da ohne Bande frei sein wird schon im Mutterleibe, um anzudeuten, daß er all die harten Bande des Gesetzes lösen wird!

16,11. Wann aber hat jemand gesehen, daß ein kaum geborenes Kind schon nach der Brust der Mutter gegriffen hätte!?

16,12. Das bezeugt ja augenscheinlichst, daß dieses Kind einst als Mann die Welt richten wird nach der Liebe, und nicht nach dem Gesetze!

16,13. Höre, du glücklichster Mann dieser Jungfrau! Es ist alles in der größten Ordnung, darum laß mich aus der Höhle treten, denn mir fällt es schwer nun auf die Brust, da ich empfinde, daß ich nicht rein genug bin, um die zu heilige Nähe meines und deines Gottes und Herrn zu ertragen!«

16,14. Joseph erschrak völlig über diesen Worten der Wehmutter; sie aber eilte aus der Höhle ins Freie.

16,15. Als sie aber aus der Höhle trat da traf sie draußen ihre Schwester Salome, welche ihr ob des bewußten Gesichtes nachgefolgt war, und sprach sogleich zu ihr:

16,16. »Salome, Salome, komme und siehe mein Morgengesicht in der Wirklichkeit bestätigt! Die Jungfrau hat in der Fülle der Wahrheit geboren, was die menschliche Weisheit und Natur nimmer zu fassen vermag!«

16,17. Salome aber sprach: »So wahr Gott lebt, kann ich eher nicht glauben, daß eine Jungfrau geboren habe, als bis ich sie werde mit meiner Hand untersucht haben!«

* * * * *

Überprüfung der Jungfernschaft Marias durch die kritische Salome; Gottesgericht

17,1. Nachdem aber Salome solches geredet hatte, trat sie alsbald hinein in die Höhle und sprach:

17,2. »Maria, meine Seele beschäftigt kein geringer Streit; daher bitte ich, daß du dich bereitest, auf daß ich mit meiner wohlerfahrenen Hand dich untersuche und daraus ersehe wie es mit deiner Jungfrauschaft aussieht!«

17,3. Maria aber fügte sich willig in das Begehren der ungläubigen Salome, bereitete sich und ließ sich untersuchen.

17,4. Als aber Salome Marias Leib anrührte mit ihrer prüfenden Hand, da erhob sie alsbald ein gewaltiges Geheul und schrie überlaut:

17,5. »Wehe, wehe mir meiner Gottlosigkeit wegen und meines großen Unglaubens willen, daß ich habe wollen den ewiglebendigen Gott versuchen! Denn sehet, sehet hierher, meine Hand verbrennt im Feuer des göttlichen Zornes über mich Elende!!!«

17,6. Nach diesen Worten aber fiel sie alsbald vor dem Kindlein auf ihre Knie nieder und sprach:

17,7. »O Gott meiner Väter! Du allmächtiger Herr aller Herrlichkeit! Gedenke mein, daß auch ich ein Same bin aus Abraham, Isaak und Jakob!

17,8. Mache mich doch nicht zum Gespötte vor den Söhnen Israels, sondern schenke mir meine gesunden Glieder wieder!«

17,9. Und siehe, alsbald stand ein Engel des Herrn neben der Salome und sprach zu ihr: »Erhört hat Gott der Herr dein Flehen; tritt zu dem Kindlein hin und trage Es, und es wird dir darob ein großes Heil widerfahren!«

17,10. Und als solches die Salome vernommen hatte, da ging sie auf den Knien vor Maria hin und bat sie um das Kindlein.

17,11. Maria aber gab ihr willig das Kindlein und sprach zu ihr: »Es möge dir zum Heile gereichen nach dem Ausspruche des Engels des Herrn; der Herr erbarme Sich deiner«

17,12. Und Salome nahm das Kindlein auf ihre Arme und trug es kniend und sprach, sobald sie das Kindlein auf dem Arme hatte:

17,13. »O Gott, Du allmächtiger Herr Israels, der Du regierst und herrschst von Ewigkeit! In aller, aller Fülle der Wahrheit ist hier Israel ein König der Könige geboren, welcher mächtiger sein wird denn da war David, der Mann nach dem Herzen Gottes! Gelobt und gepriesen sei Du von mir ewig!«

17,14. Nach diesen Worten ward Salome alsbald völlig wieder geheilt, gab dann unter der dankbarsten Zerknirschung ihres Herzens das Kindlein der Maria wieder und ging also gerechtfertigt aus der Höhle wieder.

17,15. Als sie aber draußen war, da wollte sie alsbald laut zu schreien anfangen über das große Wunder aller Wunder und hatte auch ihrer Schwester sogleich zu erzählen angefangen, was ihr begegnet war.

17,16. Aber alsbald meldete sich eine Stimme von oben und sprach zu Salome: »Salome, Salome, verkündige ja niemandem, was Außerordentliches dir begegnet ist! Denn die Zeit muß erst kommen, wo der Herr von Sich Selbst zeugen wird durch Worte und Taten!«

17,17. Hier verstummte alsbald die Salome, und Joseph ging hinaus und bat die beiden Schwestern, nun wieder in die Höhle zurückzutreten nach dem Wunsche Marias, auf daß da niemand etwas merken solle, was Wunderbarstes in dieser Höhle nun vorgefallen sei. Und die beiden traten wieder demütig in die Höhle.

* * * * *

Lobgesang und Anbetung Jesu durch Engel und Hirten

18,1. Als aber alle also in der Höhle versammelt waren, da fragten die Söhne Josephs ihren Vater (den Joseph nämlich):

18,2. »Vater, was sollen wir nun tun; Es ist alles wohl versorgt! Die Reise hat ermüdet unsere Glieder; dürfen wir uns denn nicht zur Ruhe legen?«

18,3. Und Joseph sprach: »Kinder, ihr sehet ja, welch eine endlose Gnade von oben uns allen widerfahren ist; daher sollet ihr wachen und Gott loben mit mir!

18,6. Und die Söhne Josephs gingen hin und rührten das Kindlein an; das Kindlein aber lächelte sie an und streckte Seine Händchen nach ihnen aus, als hätte Es sie als Brüder erkannt.

18,7. Darob sie sich alle hoch verwunderten und sprachen: »Fürwahr, das ist kein natürliches Kind! – Denn wo hat jemand so etwas erlebt, daß jemand wäre von einem kaum geborenen Kinde gottseligst also begrüßt worden!-?

18,8. Zudem sind wir nun auch im Ernste noch obendrauf plötzlich also gestärkt worden in allen unseren Gliedern, als hätten wir nie eine Reise gemacht und befänden uns daheim an einem Morgen mit völligst ausgerastetem Leibe!«

18,9. Und Joseph sagte darauf: »Sehet, also war mein Rat gut! Aber nun merke ich, daß es anfängt, mächtig kühl zu werden; daher bringet den Esel und den Ochsen hierher! Die Tiere werden sich um uns lagern und werden durch ihren Hauch und ihre Ausdünstung einige Wärme bewirken; und wir selbst wollen uns darum auch um die Maria lagern!«

18,10. Und die Söhne taten solches. Und als sie brachten die beiden Tiere in die Nähe Marias, da legten sich diese sogleich am Hauptteile des Lagers Mariens und hauchten fleißig über Maria und das Kindlein hin und erwärmten es also recht gut.

18,11. Und die Wehmutter sprach: »Fürwahr, nichts Geringes kann das sein vor Gott, dem sogar die Tiere also dienen, als hätten sie Vernunft und Verstand!«

18,12. Salome aber sprach: »O Schwester, die Tiere scheinen hier mehr zu sehen als wir! Was wir uns noch kaum zu denken getrauen, da beten schon die Tiere an Den, der sie erschaffen hat!

18,13. Glaube mir, Schwester, so wahr Gott lebt, so wahr auch ist hier vor uns der verheißene Messias; denn wir wissen es ja, daß sich nie bei der Geburt selbst des größten Propheten solche Wunderdinge zugetragen haben!«

18,14. Maria aber sagte zur Salome: »Gott der Herr hat dir eine große Gnade erwiesen, darum du solches erschaust, davor selbst meine Seele erbebt.

18,15. Aber schweige davon, wie es dir zuvor der Engel des Herrn geboten hat; denn sonst könntest du uns ein herbes Los bereiten!«

18,16. Salome aber gelobte der Maria zu schweigen ihr Leben lang, und die Wehmutter folgte dem Beispiele ihrer Schwester.

18,17. Und so ward nun alles ruhig in der Höhle. In der ersten Stunde aber vor dem Sonnenaufgange vernahmen alle a gar mächtige Lobgesänge draußen vor der Höhle. (a Lukas.02,13)

18,18. Und Joseph sandte sogleich seinen ältesten Sohn, nachzusehen, was es sei, und wer so gewaltig singe die Ehre Gottes im Freien.

18,19. Und Joel ging hinaus und sah, daß alle Räume des Firmaments erfüllt waren hoch und nieder mit zahllosen Myriaden leuchtender Engel. Und er eilte erstaunt in die Höhle zurück und erzählte es allen, was er gesehen.

18,20. Alle aber waren hoch erstaunt über die Erzählung des Joel und gingen hinaus und überzeugten sich von der Wahrheit der Aussage Joels.

18,21. Als sie solche Herrlichkeit des Herrn gesehen hatten, da gingen sie wieder in die Höhle und gaben Maria auch das Zeugnis. Und Joseph sagte zur Maria:

18,22. »Höre, du reinste Jungfrau des Herrn, die Frucht deines Leibes ist wahrhaftig eine Zeugung des Heiligen Geistes Gottes; denn alle Himmel zeugen nun dafür!«

18,23. »Aber wie wird es uns gehen, so nun alle Welt notwendig erfahren muß, was hier vor sich gegangen ist? Denn daß nicht nur wir, sondern auch alle anderen Menschen nun sehen, welch ein Zeugnis für uns durch alle Himmel strahlt, das habe ich an vielen Hirten nun gesehen, wie sie ihre Angesichter gen oben gerichtet hielten!

18,24. und sangen mit gleicher Stimme mit den mächtigen Chören der Engel, welche nun Allen sichtbar erfüllen alle Räume der Himmel hoch und nieder bis zur Erde herab!«

18,25. »Und ihr Gesang lautete wie der der Engel: ‘Tauet herab, ihr Himmel den Gerechten! Friede den Menschen auf der Erde, die eines guten Willens sind! – Und – Ehre sei Gott in der Höhe in Dem, der da kommt im Namen des Herrn!’

18,26. Siehe, o Maria, solches vernimmt und sieht nun die ganze Welt, also wird sie auch kommen hierher und wird uns verfolgen, und wir werden müssen fliehen über Berg und Tal!

18,27. Daher meine ich, wir sollten uns sobald als nur immer möglich heben von hier und, sobald ich werde beschrieben sein – was heute früh noch geschehen soll -, uns wieder begeben nach Nazareth zurück und von dort gehen zu den Griechen über, von denen ich einige recht wohl kenne! – Bist du nicht meiner Meinung?«

18,28. Maria aber sprach zu Joseph: »Du siehst aber ja, daß ich heute noch nicht dies Lager verlassen kann; daher lassen wir alles dem Herrn über. Er hat uns bisher geführt und beschützt, so wird Er uns auch sicher noch weiter führen und gar treulich beschützen!

18,29. Will Er uns vor der Welt offenbaren, sage: wohin wollen wir fliehen, da Seine Himmel uns nicht entdecken möchten?-!

18,30. Daher geschehe Sein Wille! – Was Er will, das wird recht sein! Siehe, hier auf meiner Brust ruht ja, Dem dieses alles gilt!

18,31. Dieser aber bleibt bei uns, und so wird auch die große Herrlichkeit Gottes nicht von uns weichen, und wir können da fliehen, wohin wir nur immer wollen!«

18,32. Als Maria aber noch kaum solches ausgeredet hatte, siehe, da standen schon zwei Engel als Anführer einer Menge Hirten vor der Höhle und zeigten den Hirten an, daß hier Derjenige geboren ist, dem ihre Lobgesänge gelten!

18,33. Und die Hirten traten ein in die Höhle und knieten nieder vor dem Kindlein und beteten Es an; und die Engel kamen auch scharenweise und beteten an das Kindlein!

18,34. Joseph aber blickte mit seinen Söhnen ganz erstaunt hin nach der Maria und dem Kindlein und sprach: »O Gott, was ist denn das? – Hast Du Selbst Fleisch angenommen in diesem Kinde?

18,35. Wie wohl wäre es möglich sonst, daß Es angebetet würde selbst von Deinen heiligen Engeln? Bist Du aber hier, o Herr, was ist denn nun mit dem Tempel und mit dem Allerheiligsten?«

18,36. Und ein Engel trat hin zum Joseph und sprach zu ihm: »Frage nicht und sorge dich nicht: denn der Herr hat die Erde erwählt zum Schauplatze Seiner Erbarmungen und hat nun heimgesucht Sein Volk, wie Er es vorhergesagt durch den Mund Seiner Kinder, Seiner Knechte und Propheten!

18,37. Was aber geschieht nun vor deinen Augen, das geschieht nach dem Willen Dessen, der da ist heilig überheilig.«

18,38. Hier verließ der Engel den Joseph und ging wieder hin und betete an das Kindlein, welches nun alle die Betenden mit offenen Händchen anlächelte!

18,39. Als aber nun die Sonne aufging, da verschwanden die Engel: aber die Hirten blieben und erkundigten sich beim Joseph, wie möglich doch solches vor sich gegangen ist?

18,40. Joseph aber sagte: »Höret, wie wunderbar das Gras wächst aus der Erde, also geschah auch dieses Wunder! Wer aber weiß, wie das Gras wächst? So wenig weiß ich euch auch von diesem Wunder kundzugeben! Gott hat es also gewollt; das ist alles, was ich euch sagen kann!«

* * * * *

Bericht der Hebamme an Römer Kornelius, Leiter der Schätzkommission

19,1. Die Hirten aber waren mit diesem Bescheide zufrieden und fragten den Joseph nicht weiter und gingen von dannen und brachten der Maria allerlei Stärkungen zum Opfer.

19,2. Als die Sonne aber schon eine Stunde der Erde geleuchtet hatte, da fragte Joseph die Wehmutter:

19,3. »Höre mich an, du meine Freundin und Schwester aus Abraham, Isaak und Jakob! Siehe, mich drückt die Beschreibung ganz gewaltig, und ich wünsche nichts sehnlicher, als sie hinter mir zu haben.

19,4. Ich aber weiß nicht, wo in der Stadt sie gehalten wird; laß daher die Salome hier bei der Maria, mich aber führe mit meinen Söhnen hin zu dem römischen Hauptmann, der da die Beschreibung führt:

19,5. Vielleicht werden wir sogleich vernommen werden, so wir sicher die ersten dort sein werden.«

19,6. Und die Wehmutter sagte zum Joseph: »Gnadenvoller Mann, höre mich an! Der Hauptmann Kornelius aus Rom wohnt in meinem Hause, das schier eines der ersten ist in der Stadt;

19,7. und hat daselbst auch seine Amtsstube. Er ist zwar ein Heide, aber sonst ein guter und rechtlicher Mensch; ich will hingehen und ihm alles anzeigen bis auf das Wunder, und ich meine, die Sache wird abgetan sein.«

19,8. Dieser Antrag gefiel dem Joseph wohl, da er ohnehin eine große Scheu vor den Römern, besonders aber vor der Beschreibung hatte; er bat daher obendrauf noch die Wehmutter, solches zu tun.

19,9. Und die Wehmutter ging und fand den Kornelius, der noch sehr jung war und am Morgen gerne lang schlief, noch im Bette und gab ihm alles kund, was da notwendig war.

19,10. Kornelius aber stand sogleich auf, warf seine Toga um und sprach zu seiner Hausherrin: »Weib, ich glaube dir alles; aber ich will dennoch selbst mit dir hingehen, denn ich fühle einen starken Drang dazu!

19,11. Es ist nach deiner Erzählung nicht weit von hier, und so werde ich zur rechten Zeit noch am Arbeitstische sein! Führe mich also nur gleich hin!«

19,12. Und die Wehmutter erfreute sich dessen und führte den ihr wohlbekannten biederen, jungen Hauptmann hin, welcher ihr vor der Höhle gestand und sagte: »O Weib, wie leicht gehe ich in Rom zu meinem Kaiser, und wie schwer wird es mir hier, in diese Höhle einzutreten!

19,13. Das muß etwas Besonderes sein! Sage mir doch, ob du irgendeinen Grund weißt; denn ich weiß, daß du eine biedere Jüdin bist!«

19,14. Die Wehmutter aber sprach: »Guter Hauptmann des großen Kaisers! Harre hier vor der Höhle nur einen Augenblick; ich will hineingehen und will dir die Lösung bringen!«

19,19. Und Joseph führte den Kornelius in die Höhle. Als aber dieser das Kindlein erblickte, wie Es ihm entgegenlächelte, da erstaunte er ob solchen Benehmens des Kindleins und sagte: »Beim Zeus, das ist selten! Ich bin ja wie neu geboren, und noch nie habe ich eine solche Ruhe und Freude in mir gewahrt! – Fürwahr, heute sind Geschäftsferien, und ich bleibe euer Gast!«

* * * * *

=> Weiterlesen in Teil 2…

Darauf folgen:
– ein 6-tägiger Aufenthalt in der Höhle
– Darstellung und Beschneidung Jesu im Tempel
– Greisin Hanna begrüsst Jesus
– Besuch der 3 Weisen aus Persien
– Die Flucht nach Ägypten; Kindermord des Herodes

 

53 Predigten von Jesus offenbart durch Gottfried Mayerhofer

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53 Predigten von Jesus offenbart – Aufgezeichnet von Gottfried Mayerhofer

“Die Zeichen der Zeit werden dann spurlos an euch vorübergehen,
wenn ihr euern Körper auf wenige leibliche Bedürfnisse habt beschränken lernen,
aber desto mehr auf das Aufbauen eures geistigen Seelenmenschen bedacht seid.”

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Jesus - YahuShua

Predigt 19 - 36 Predigt 37 - 53

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