GEBOT 11… DIE GOTTESLIEBE… Wie liebe ich Gott über alles ?… – COMMANDMENT 11… THE LOVE OF GOD… How do I love God above all else ?…

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Erläuterung des 11. Gebotes… ‘Die Gottesliebe’

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101).

Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 98

1. Wir sind bereits in diesem Saale und ersehen hier in der Mitte des Saales ebenfalls an einer großen, weißen, glänzenden Säule eine runde Tafel. Sie glänzt wie die Sonne, und in ihrer Mitte steht mit rubinrot leuchtender Schrift geschrieben:

2. „Du sollst Gott deinen Herrn lieben über alles, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen von Gott dir verliehenen Lebenskräften“. –

3. Nebst dieser inhaltsschweren, prachtvollen Sonnentafel erblicken wir auch, mehr als sonst in irgendeinem Saale, eine Menge schon groß gewachsener Kinder, welche, wie ihr bemerken könnet, bald die Tafel anblicken, bald sich wieder mit ihren Lehrern besprechen und bald ganz in sich versunken, die Hände kreuzweise auf die Brust legend, gleich Statuen dastehen. Der ganze Anblick sagt schon, daß es sich hier um etwas außerordentlich Wichtiges handelt.

4. Es dürfte vielleicht mancher fragen und sagen: Solches stünde wohl offenbar zu erwarten. Aber wenn man die Sache beim Lichte recht betrachtet, so will dieses auf der Sonnentafel geschriebene Gebot ja doch nichts anderes sagen, als was im Grunde alle früheren Gebote zusammen gesagt haben. Warum muß denn gerade diese Tafel hier also glänzen, während alle vorhergehenden zehn Tafeln nur einfach weiß und wie gewöhnlich mit einer dunklen Substanz beschrieben waren? – Diese Bemerkung ist nicht ganz ohne Gehalt. Dessen ungeachtet verliert sie hier ihren Wert, so wie alle anderen Lehren und Behauptungen gegen ein einziges Wort aus dem Munde des Herrn ihren Schein notwendig verlieren müssen.

5. Es verhält sich mit der Sache gerade so, wie es sich auf der Welt in der großen Natur tagtäglich beinahe handgreiflich beurkundet. Nehmen wir an, wie viele tausend und tausendmal tausend kleinere und mitunter auch stärkere und etwas größere Lichter strahlen in jeder Nacht aus den hohen Himmeln zur finsteren Erde herab. Der Mond selbst ist nicht selten die ganze Nacht hindurch tätig. Neben diesen herrlichen Lichtern zünden zur Nachtzeit die Menschen auf der Erde beinahe ebensoviele künstliche Lichter an.

6. Bei dieser Fülle von Lichtern und Lichtern sollte man meinen, es müsse in der Nachtzeit auf der Erde vor lauter Licht nicht auszuhalten sein. Allein die Erfahrung hat noch allezeit gezeigt, daß es auf der Erde nach dem Untergange der Sonne trotz der stets mehr und mehr auftauchenden Lichter am Himmel stets finsterer wird, je tiefer sich die Sonne unter den Horizont hinabsenkt.

7. Wer kann sagen, diese Lichter seien nicht herrlich? Ja, ein nur mittelmäßiger Verehrer der Wunder Gottes muß beim Anblicke des gestirnten Himmels zur Nachtzeit sich auf die Brust klopfen und sagen: O Herr, ich bin nicht würdig, in diesem Deinem Heiligtume, in diesem Deinem unendlichen Allmachtstempel zu wandeln! Ja fürwahr, man kann in jeder Nacht mit vollem Rechte ausrufen: O Herr! Wer Deine Werke betrachtet, hat eine eitle Lust daran!

8. Warum denn eine eitle? Weil ein jeder Mensch für sich im Ernste hinreichend Grund hat, aus lauter Lust und Wonnegefühl darum fromm-eitel zu sein, weil Derjenige, der solche Wunderwerke erschuf, sein Vater ist!! – Es hat also ein jeder billigermaßen ein heiliges Recht darauf, sich zu freuen, wenn er in einer Nacht mehr in sich gekehrt die großen Wunderwerke seines allmächtigen Vaters betrachtet. Und fürwahr, die Flamme einer Lampe und die am Herde ist nicht minder ein Wunderwerk des allmächtigen Vaters, als das glanzvoll strahlende Licht der zahllosen Sterne des Himmels!

9. Und sehet nun, aller dieser hoch zu bewundernden Wunderpracht gleicht das Alte Testamentswort in allen seinen Teilen.

10. Wir erblicken an diesem alten, aber immer noch nächtlichen Himmel eine kaum zählbare Menge von größeren und kleineren Lichtern. Sie strahlen herrlich, und wer sie betrachtet, wird allezeit mit einer geheimen, heiligen Ehrfurcht erfüllt. Warum? Weil sein Geist Großes ahnt hinter diesen Lichtern. Aber sie sind noch zu weit entfernt von ihm. Er kann schauen und greifen und fühlen, aber die kleinen Lichter wollen mit ihrem großen Inhalte seinem forschenden Geiste nicht näherrücken.

11. Wer sind aber diese Himmelslichter in dem alten Himmel des Geistes?

12. Sehet, es sind alle die euch bekannten vom Geiste Gottes erfüllten Patriarchen, Väter, Propheten, Lehrer und Führer des Volkes. – Aber auf der Erde gibt es ja auch eine Menge künstlicher Lichter, wer sollen denn diese sein im Alten Testamente? Das sind diejenigen achtenswerten Menschen, die nach dem Worte, welches aus dem gottbegeistigten Menschen kam, treulich lebten und durch ihren Lebenswandel ihre Nachbarn erleuchteten und erquickten.

13. Also haben wir diese herrliche Nachtszene vor uns. Wohl werden durch manche nächtliche Partialstürme hie und da die Strahlen des Himmels mit schnell dahineilenden Wolken flüchtig verdeckt. Aber derselbe Sturm, der ehedem eine lichtfeindliche Wolke über das prachtvolle Sternengezelt brachte, eben dieser Sturm treibt diese Wolke über den Horizont hinab, und nach ihm wird das Firmament reiner, als es zuvor war. Alles wird ängstlich ob eines solchen kurzwährenden Sturmes und wünscht sich wieder die ruhige, herrliche, von so vielen tausend Lichtern durchleuchtete Nacht. Aber ein Naturkundiger spricht: Solche Stürme sind nichts als gewöhnliche Vorboten des nahen Tages, daher solle man nicht ängstlich sein.

14. Also ist es auch fürwahr. Denn wo große Kräfte in Bewegung gesetzt werden, da kann man doch mit Recht schließen und sagen: Hier kann eine noch größere, ja die allergrößte Urkraft nicht fern sein, denn kleine Winde sind nichts als Seitenströmungen eines nicht sehr fernen großen Orkans. Also hat unser Naturkundiger ja recht, und wir erquicken uns noch immer an der herrlichen Pracht der Wundernacht. –

15. Wir schwärmen gleich den Verliebten unter den vielen Fenstern des großen Prachthauses umher, und blicken mit phantasie- und sehnsuchtsvoller Brust hinauf zu den durch eine Nachtlampe schwach erleuchteten Lichtöffnungen des Hauses, hinter denen wir den Gegenstand unserer Liebe wittern.

16. Viele Ahnungen, tausend inhaltsschwere Gedanken zucken da gleich Sternschnuppen über unsern Liebehimmel, aber kein solch flüchtiges ephemeres Licht will dem Durste unserer Liebe eine genügende Labung reichen.

17. Also geht es den Menschen auch in dem alten nächtlichen Sternenhimmel des Geistes. Aber was geschieht? Durch den Aufgang der Sonne fängt der Horizont an sich zu röten. Heller und heller wird es über dem Horizont des Aufganges. Noch einen Blick nach dem ehemals so herrlichen Himmel, und was ersieht man? – Nichts als einen Stern um den anderen verschwinden. –

18. Die Sonne, die herrliche, geht mit ihrem urewigen Tagesglanze auf und kein Sternchen am Himmel ist mehr zu erschauen, denn die eine Sonne hat jedes Himmelsatomchen heller gemacht mit dem einen Lichte, als in der Nacht all die zahllosen Sterne zusammen so etwas zu bewirken imstande gewesen wären.

19. Dem harrenden Verliebten, der die ganze Nacht hindurch vergeblich geschwärmt hatte, geht am für ihn inhaltsschweren Hause nur ein Fenster auf. Und von diesem einen Fenster begrüßt ihn der ersehnte Gegenstand seines Herzens und sagt ihm mit einem wohlwollenden Blicke mehr als ehedem die Nacht hindurch seine zahllosen Phantasien und Gedanken!

20. So sehen wir in der großen Natur tagtäglich eine Szene, die unserer geistigen vollkommen entspricht.

21. Den Mond, gleich dem Moses, sehen wir mit abnehmendem und erblaßtem Lichte hinter das abendliche Gebirge untertauchen, wenn die mächtige Sonne am Morgen über den Horizont emporsteigt. Was auch immer ehedem in der Nacht in ein noch so geheimnisvolles Dunkel gehüllt war, steht jetzt hell erleuchtet vor jedermanns Augen!

22. Das alles ist die Wirkung der Sonne. Und am geistigen Himmel alles die Wirkung des Einen Herrn, des Einen Jesus, der da ist der alleinige Einige Gott Himmels und aller Welten!

23. Was Er Selbst in Sich ist als die göttliche Sonne aller Sonnen, das ist auch ein jedes einzelne Wort aus Seinem Munde gesprochen gegen alle zahllosen Worte aus dem Munde begeisterter Patriarchen, Väter und Propheten. Zahllose Ermahnungen, Gesetze und Vorschriften ersehen wir im Verlaufe des Alten Testamentes. Das sind Sterne und auch künstliche Lichter der Nacht. Dann aber kommt der Herr, spricht nur ein Wort – und dieses Wort wiegt das ganze Alte Testament auf. –

24. Und sehet, aus eben diesem Grunde erscheint auch dieses eine erste Wort hier in diesem elften Saale als eine selbstleuchtende Sonne, deren Licht zahllose Sterne wohl erleuchtet, es aber dagegen ewig nimmer vonnöten hat, sich des Gegenschimmers der Sterne zu bedienen. Denn es ist ja das Urlicht, aus dem alle die zahllosen Sterne ihr teilweises Licht genommen haben.

25. Und so wird es auch hier in dieser Erscheinlichkeit sicher begreiflich sein, warum die vormaligen zehn Tafeln nur weiß, also mattschimmernd, aufgerichtet sind, wogegen wir hier das urewige Sonnenlicht dargestellt erschauen, das keines Vor- und Nachtlichtes bedarf, sondern schon in sich alles Licht faßt.

26. Wer dieses nur einigermaßen beherzigt, der wird es vollkommen einsehen, warum der Herr gesagt hat: „In diesem Gebote der Liebe sind Moses und alle Propheten enthalten“. Es ist sicher ebensoviel gesagt, als so man natürlichermaßen sagen möchte: Am Tage erblickt man darum die Sterne nicht mehr und hat deren Licht auch nicht mehr vonnöten, weil all ihr Licht in dem einen Lichte der Sonne zahllos aufgewogen wird. – Wie aber durch solches hier die volle Wahrheit sich handgreiflich darbietet, werdet ihr in der Folge ersehen. –

Kapitel 99 – Die Liebe Gottes – der Urgrundstoff aller Geschöpfe.

1. Die Liebe Gottes ist der Urgrundstoff aller Geschöpfe, denn ohne diese hätte ewig nie etwas erschaffen werden können. Diese Liebe entspricht der allbelebenden und zeugenden Wärme, und nur durch die Wärme sehet ihr die Erde unter euren Füßen grünen.

2. Durch die Wärme wird der starre Baum belaubt, blühend, und die Wärme in ihrem Wesen ist es, die die Frucht am Baume reift. Es gibt überhaupt auf der ganzen Erdoberfläche kein Wesen oder Ding, das seinen Ursprung im gänzlichen Wärmemangel nehmen könnte.

3. Man wird hier etwa sagen und einwenden: Das Eis ermangelt doch sicher aller Wärme, und besonders das Polareis. Mit dem wird die Wärme doch nicht gar zu viel zu schaffen haben, denn bei nahe vierzig Grad Kälte möchte man wohl dasjenige Wärmemessungsinstrument kennen, das dort noch irgendeine Wärme heraustüpfeln könnte. Ich aber sage hierzu nichts anderes, als daß die Gelehrten dieser Erde das Instrument noch nicht erfunden haben, mit dem sie den eigentlichen Wärmestoff vom eigentlichen Kaltstoffe wohl ausmeßlich absondern und gewissenhaft bestimmen können. Bei uns, die wir im inwendigen reinen Wissen sind, ist ein ganz anderes Maß eingeführt und gebräuchlich.

4. Die Gelehrten der Erde fangen da mit der Messung der Kälte an, wo das Wasser gefriert. Wenn beim Gefrierpunkte schon die eigentliche Kälte anfängt, da möchte ich denn doch den Grund wissen, nach welchen Gesetzen oder auf welche Art und Weise dann die Kälte zunehmen kann? Warum empfindet man bei euch eine Temperatur von etwa vier bis fünf Graden unter dem sogenannten Eispunkte noch leidlich erträglich? Wenn aber das Thermometer bis auf achtzehn Grade gesunken ist, da wird ein jeder die Kälte schon sehr schmerzlich empfinden. Kann man hier nicht sagen, und das mit vollem Rechte: Achtzehn Grad Kälte sind darum empfindlicher als vier Grade, weil bei vier Graden offenbar noch mehr Wärme als bei achtzehn Graden vorherrschend ist? Kann man nun achtzehn Grade schon als komplette Kälte annehmen? O nein, denn man hat schon dreißig Grad Kälte erlebt. Diese war noch viel schmerzlicher als die mit achtzehn Graden. Warum? Weil sie wieder bei weitem weniger Wärme in sich enthielt als die mit achtzehn Graden. Aber vierzig Grade werden noch schmerzlicher sein als dreißig. Ist man aber darum schon berechtigt, die vierzig Grade als vollkommen wärmelos zu erklären?

5. Ich aber will euch sagen, daß das nichts als Übergänge von der Wärme zur Kälte und also auch umgekehrt sind. Daher kann man diesen viel richtigeren Maßstab annehmen:

6. Jedes Ding, jeder Körper, der noch erwärmungsfähig ist, kann nicht völlig kalt genannt werden, sondern er hat ebensoviel Wärme in sich, als wie groß und dicht er ist. Ein Eisklumpen vom höchsten Norden kann am Feuer geschmolzen und das Wasser dann bis zum Sieden gebracht werden. Hätte dieses Eis nicht gebundene Wärme in sich, nimmer könnte es erwärmt werden.

7. Kälte ist demnach diejenige Eigenschaft eines Wesens, in der durchaus keine Erwärmungsfähigkeit mehr vorhanden ist. So kann man mit Recht selbst die Bildung des Eises am Nordpole einzig und allein der Reaktion der Wärme zuschreiben, wo sie von der Kälte bedroht ihre Körper ergreift, zusammenzieht und festet, damit sie der eigentlichen Kälte den festesten Widerstand leisten können.

8. Die Wärme ist demnach gleich der Liebe, die eigentliche Kälte aber gleicht der eigentlichen höllischen Liebelosigkeit. Wo diese herrschend auftreten will, da bewaffnet sich ihr gegenüber die alles belebende und erhaltende Liebe, und die eigentliche alles ertötende Kälte vermag der so bewaffneten Liebe keinen Sieg abzugewinnen.

9. Was heißt denn hernach: „Liebe Gott über alles“? – Natürlicherweise betrachtet kann es unmöglich etwas anderes heißen als:

10. Verbinde deine dir von Gott gegebene Lebenswärme mit der dich erschaffenden und erhaltenden Urwärme deines Schöpfers, so wirst du das Leben ewig nimmer verlieren.

11. Wirst du aber deine Liebe oder deine Lebenswärme freiwillig von der göttlichen Urlebenswärme trennen und gewisserart als ein selbständig herrschendes Wesen dasein wollen, so wird deine Wärme keine Nahrung mehr haben.

12. Du wirst dadurch in einen stets größeren Kältegrad übergehen. Und je tiefer du hinabsinken wirst in die stets mächtiger kaltwerdenden Grade, desto schwerer wird es halten, dich wieder zu erwärmen. Bist du aber in die vollkommene Kälte übergegangen, dann bist du dem Satan ganz anheimgefallen, wo du als rein kalt keiner Erwärmung mehr fähig bist!

13. Was da mit dir weiter geschieht, davon weiß kein Engel des Himmels dir eine Silbe zu sagen.

14. In Gott sind freilich unendliche Tiefen. Wer aber wird diese ergründen und dabei das Leben behalten? –

15. Ich meine, aus dieser kurzen Vorerwähnung wird man schon ziemlich klar anfangen können, sich einen Begriff zu machen, warum dieses Gebot, dieses eine Wort des Herrn, der Inbegriff, ja eine Sonne aller Sonnen und ein Wort aller Worte ist. – In der Folge wollen wir noch mehreres davon sprechen. –

Kapitel 100 – Was heißt: Gott über alles lieben?

1. Ich sehe einen, der da kommt und spricht: Es wäre schon alles recht, aber wie sollte man dieses eine göttliche Wort an Gott Selbst realisieren? Wie sollte man denn so ganz eigentlich Gott lieben, und das über alles? Sollte man in Gott etwa also verliebt sein, wie ein junger Bräutigam in seine schöne und reiche Braut? Oder sollte man in Gott also verliebt sein, wie ein Mathematiker in eine mathematische Berechnung oder ein Astronom in seine Sterne? Oder sollte man also verliebt sein wie ein Spekulant in seine Ware oder ein Kapitalist in sein Geld oder wie ein Herrschaftsbesitzer in seine Herrschaften oder auch wie ein herrschender Monarch in seinen Thron? Das sind die einzig möglichen Maßstäbe ernster menschlicher Liebe, denn der Kinder Liebe zu ihren Eltern kann man nicht füglich als einen ernsten Maßstab der Liebe aufstellen, indem das Beispiel lehrt, daß Kinder ihre Eltern verlassen können, um entweder irgendeine gute Heirat zu machen oder viel Geld zu gewinnen oder eine hohe Ehrenstelle einzunehmen. Bei all dem tritt die Liebe der Kinder zu ihren Eltern zurück und muß notwendig einer mächtigeren Platz machen. Daher sind hier nur die mächtigsten Maßstäbe der menschlichen Liebe angeführt, und da fragt es sich, nach welchem soll man so eigentlich die Liebe zu Gott bemessen?

2. Wenn aber nun jemand kommt und spricht: Nach diesem oder jenem, da sage ich einwendend: Freund! Das kann nicht sein.

3. Es ist wahr, die von mir angeführten mächtigsten Liebemaßstäbe sind wohl die einzigen, wonach des Menschen größte Liebekraft bemessen werden kann; aber es heißt ja, man solle Gott über alles lieben, was so viel sagen will als: mehr, als alles in der Welt.

4. Da fragt es sich, wie es anfangen, wie die Liebe zu einer Potenz erheben, von der sich kein menschlicher Geist irgendeinen meßbaren oder vergleichbaren Begriff machen kann? Man wird etwa sagen: Man solle Gott noch mehr lieben als sein eigenes Leben. Da sage ich, der Einwender: Mit der Liebe des eigenen Lebens hält die allerhöchste Liebe zu Gott noch weniger irgendeinen Vergleich aus als mit der Liebe der Kinder zu ihren Eltern. Denn es gehört schon viel dazu, daß die Kinder ihr Leben aus Liebe zu ihren Eltern aufs Spiel setzen, im Gegenteil haben sie es lieber, so die Eltern für sie auf Leben und Tod kämpfen.

5. Alsonach erscheint die Eigenliebe der Kinder gegenüber der Liebe zu ihren Eltern nicht selten bei weitem mächtiger. Aber wir sehen andererseits, daß die Kinder der Menschen für andere Vorteile häufig ihr Leben beinahe verachtend aufs Spiel setzen. Der eine segelt in stürmischen Nächten über den Ozean, ein anderer stellt sich vor die feuernde Front der feindlichen Armee, ein dritter begibt sich nicht selten in lockere Abgründe der Erde, um sich da metallene Schätze zu holen. Und so sehen wir, daß diese äußeren weltlich-ernsten Maßstäbe menschlicher Liebe sicher kräftiger sind und eine allgemeinere Geltung haben als die Liebe der Kinder zu ihren Eltern und die Liebe zum eigenen Leben.

6. Aber was nützen alle diese Maßstäbe, wenn weit über sie hinaus die Liebe zu Gott auf einer solchen Potenz stehen soll, gegen die alle anderen Liebemaßstäbe ins reine Nichts zurücksinken sollen? Sehet, meine lieben Freunde und Brüder, unser Einwender hat uns scharf angegriffen, und wir werden uns recht kräftig auf die Beine stellen müssen, um gegen den Einwender das Übergewicht zu gewinnen.

7. Aber ich sehe soeben wieder einen sehr ernstlich aussehenden Gegenkämpfer. Dieser tritt seines Sieges ganz sicher auf und spricht: Oh, mit diesem Einwender werden wir bald fertig werden, denn der Herr hat uns ja selbst den ausdrücklichen Maßstab gegeben, wie man Gott lieben soll. Ich brauche daher nichts anderes zu sagen, als was der Herr Selbst gesagt hat, nämlich: „Wer Meine Gebote hält, der ist es, der Mich liebt“. – Das ist somit der eigentliche Maßstab, wie man Gott lieben soll.

8. Wenn der Einwender genug scharfe und starke Zähne hat, so soll er noch versuchen, irgendeine andere unübertreffliche Liebeswaage aufzustellen. Gut, sage ich, der Einwender ist noch zur Seite und macht Miene, diesen Einwurf ein wenig zu zerbeißen. Wir wollen ihn daher anhören und sehen, was er alles vorbringen wird. Er spricht:

9. Gut, mein lieber, freundlicher Gegner! In der Aufstellung deiner Einwendung hast du mir gegenüber zum Maßstabe der höchsten Liebe zu Gott nicht viel mehr bewiesen als ein ziemlich gutes Gedächtnis, dem du so manche Texte aus der hl. Schrift zu danken hast. Aber siehe, wer aus all den Texten einen lebendigen Nutzen ziehen will, der muß nicht nur wissen, wie sie lauten, sondern er muß in sich lebendig verstehen, was sie sagen wollen.

10. Was würdest du denn sagen, so ich dir eben aus dem Munde des Herrn Selbst gesprochen nicht nur einen, sondern mehrere Gegensätze dazu aufstellen würde, laut denen der Herr Selbst die Liebe aus der Erfüllung des Gesetzes als nicht genügend darstellt? Du machst zwar jetzt ein Gesicht, als möchtest du sagen: Dergleichen Texte dürften in der Schrift doch wohl etwas karg ausgestreut sein. Ich aber erwidere dir: Lieber Freund, durchaus nicht. Höre mich nur an, ich will dir gleich mit einem halben Dutzend, so du es willst, aufwarten.

11. Ist dir das Gespräch des Herrn mit dem reichen Jünglinge bekannt? Fragt nicht dieser: „Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Was antwortet ihm da der Herr? Du sprichst triumphierend: Der Herr spricht: „Halte die Gebote und liebe Gott, so wirst du leben!“ Gut, sage ich, was spricht aber der Jüngling? Er spricht: „Meister, das habe ich von meiner Kindheit an gehalten“.

12. Das ist alles richtig. Warum aber, frage ich, hat der Jüngling diese Antwort dem Herrn gegeben? Er wollte Ihm dadurch sagen: Trotzdem ich das alles von meiner Kindheit an gehalten habe, verspüre ich dennoch nichts von dem wunderbaren ewigen Leben in mir.

13. Warum erklärt der Herr nun darauf dem Jünglinge die Haltung der Gebote zur Erreichung des ewigen Lebens nicht als genügend, sondern macht sogleich einen sehr gewaltigen Zusatz, indem Er spricht: „So verkaufe alle deine Güter, verteile sie unter die Armen und folge Mir nach!“

14. Frage, wenn der Herr also Selbst einen solchen Zusatz macht, genügen da als höchste Liebe zu Gott die beobachteten Gesetze? Siehe, da hat es schon einen Haken, gehen wir aber weiter!

15. Was spricht einmal der Herr zu Seinen Aposteln und Jüngern, als Er ihnen die zu erfüllenden Pflichten vorstellt und anpreist? Er spricht nichts anderes als bloß die einfachen, sehr bedeutungsvollen Worte: „Wenn ihr aber alles getan habt, da bekennet, daß ihr faule und unnütze Knechte seid“.

16. Ich frage dich nun: Erklärt hier der Herr die Haltung der Gebote als genügend, indem Er doch offenbar erklärt, daß ein jeder das Gesetz vollkommen erfüllende Mensch sich als völlig unnütz betrachten solle? Siehe, da wäre der zweite schon etwas gewaltigere Haken. Aber nur weiter!

17. Kennst du das Gleichnis von dem Pharisäer und Zöllner im Tempel? Der Pharisäer gibt sich frohen Gewissens vor dem Heiligtume selbst das treue Zeugnis, daß er, wie gar viele nicht, das Gesetz Mosis in seinem ganzen Umfange allezeit genauest, also vollkommen buchstäblich erfüllt habe. Der arme Zöllner rückwärts in einem Winkel des Tempels aber gibt durch seine ungemein demütige Stellung jedem Beobachter getreu zu erkennen, daß er eben mit der Haltung des Mosaischen Gesetzes nicht gar viel muß zu schaffen gehabt haben, denn seiner Sünden gar wohl inne, getraut er sich nicht einmal zum Heiligtume Gottes hinaufzublicken, sondern bekennt selbst seine Wertlosigkeit vor Gott und bittet Ihn um Gnade und Erbarmen.

18. Da möchte ich denn doch wohl wissen von dir, du mein lieber textkundiger Freund, warum, wenn das Gesetz genügt, der Herr hier den das ganze Gesetz streng beobachtenden Pharisäer als ungerechtfertigt und den armen sündigen Zöllner als gerechtfertigt aus dem Tempel gehen läßt?

19. Siehe, wenn man das so recht beim Lichte betrachtet, so scheint es, als hätte der Herr da mit der alleinigen Haltung des Gesetzes schon wieder Selbst einen dritten sehr bedeutenden Haken gemacht. Du zuckst nun schon mit den Achseln und weißt nicht mehr, wie du daran bist. Mache dir aber nichts daraus, es soll schon noch besser kommen! Also nur weiter.

20. Was möchtest du denn sagen, wenn ich dir aus der Schrift, und zwar aus dem Munde des Herrn Selbst einen Text anführen möchte, laut welchem Er das ganze Gesetz indirekt als ungültig erklärt und dafür ein ganz anderes Hilfsmittel setzt, durch welches Er Selbst einzig und allein die Gewinnung des ewigen Lebens verbürgt?

21. Du sprichst nun: Guter Freund, diesen Text möchte ich auch hören. Sollst ihn gleich haben, mein lieber Freund! Was spricht einmal der Herr, als Er ein Kind am Wege fand, es aufnahm, herzte und kosete? Er spricht: „So ihr nicht werdet wie dieses Kind, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen!“

22. Frage: Hat dieses Kind, das noch kaum einige Worte zu lallen imstande war, die Gesetze Mosis je studiert und dann sein Leben streng darnach gerichtet? Auf der ganzen Welt gibt es sicher keinen so dummen Menschen, der so etwas behaupten könnte. Frage demnach: Wie konnte der Herr hier als höchstes Motiv zur Gewinnung des ewigen Lebens ein Kind bezeichnen, das mit dem ganzen Gesetze Mosis noch nie ein Jota zu tun hatte? Freund, ich sage hier nichts weiter als: So es dir beliebt, so mache mir darüber eine einwendliche Erörterung. Du schweigst. So ersehe ich, daß du mit deiner Aufstellung dich bei diesem vierten Haken schon ziemlich tief in den Hintergrund zurückgezogen hast. –

Kapitel 101 – Worin besteht die Liebe zu Gott?

1. Du hast in diesen vier Punkten gesehen, daß der Herr einesteils die alleinige Haltung des Gesetzes zur Erlangung des eigentlichen ewigen Lebens nicht als hinreichend darstellt und in dem vierten Punkte dasselbe sogar indirekt aufhebt.

2. Was möchtest du aber sagen, so ich dir ein paar Punkte anführen möchte, wo der Herr sich über die Haltung des Gesetzes sogar tadelnd ausspricht? Du sagst hier: Das wird wohl nicht möglich sein! Dafür kann ich dir sogleich nicht nur mit einem, sondern, so du es willst, mit mehreren Beispielen aufwarten. Höre!

3. Jeder, der das Mosaische Gesetz in seinem Umfange nur einigermaßen durchblättert hat, dem muß es bekannt sein, wie sehr Moses die Gastfreundschaft dem jüdischen Volke anbefohlen hat. Wer sich gegen die Gastfreundschaft versündigte, war vor Gott und vor den Menschen für strafwürdig erklärt. Das Gesetz der Gastfreundschaft ward dem jüdischen Volke, welches sehr zur Habsucht geneigt war, um so mehr eingeschärft, um dieses Volk dadurch vor der Eigenliebe und Habsucht zu verwahren und es zur Nächstenliebe zu leiten.

4. Gesetz war es daher, einen fremden Gast, besonders wenn er der jüdischen Nation angehörte, mit aller Aufmerksamkeit zu empfangen und zu bedienen; und dieses Gesetz rührte von Gott her, denn Gott, und nicht Moses, war der Gesetzgeber.

5. Als aber eben derselbe Herr, der einst durch Moses die Gesetze gegeben hatte, zu Bethania in das Haus des Lazarus kommt, da ist Martha gesetzesbeflissenst und bietet alle ihre Kräfte auf, um diesen allerwürdigsten Gast gebührendst zu bedienen. Maria, ihre Schwester, vergißt vor lauter Freude über den erhabenen Gast des Gesetzes, setzt sich untätig zu Seinen Füßen hin und hört mit der größten Aufmerksamkeit die Erzählungen und Gleichnisse des Herrn an. Martha, über ihrer Schwester Untätigkeit und Gesetzesvergessenheit bei dieser Gelegenheit ein wenig erregt, wendet sich selbst eifrig zum Herrn und spricht: „Herr! ich habe so viel zu tun, beheiße Du doch meine Schwester, daß sie mir ein wenig helfe!“ – Oder noch deutlicher gesprochen: Herr, Du Gründer des Mosaischen Gesetzes, erinnere doch meine Schwester an die Haltung desselben.

6. Was spricht aber der Herr hier? „Martha, Martha!“ spricht Er, „du machst dir viel zu schaffen um Weltliches! Maria aber hat sich den besseren Teil erwählt, welcher ewig nimmer wird von ihr genommen werden.“

7. Sage du mir nun, mein lieber Freund, ob das nicht ein offenbarer Tadel vom Herrn gegen die gar emsige und genaue Haltung des Gesetzes ist, wie im Gegenteil eine außerordentliche Belobung derjenigen Person, die sich gewisserart um das ganze Gesetz nicht kümmert, sondern nur durch ihre Handlungsweise also spricht (Maria):

8. Herr, so ich nur Dich habe, da ist mir die ganze Welt um den schlechtesten Stater feil! – Zeigt hier der Herr nicht wieder, daß die alleinige Haltung des Gesetzes niemandem den bessern, ja besten Teil gibt, der ewig nimmer von ihm genommen wird? Siehe, das ist demnach ein fünfter Haken. Aber nur weiter!

9. Was spricht der Herr Selbst bei Moses, und zwar im dritten Gebot: „Du sollst den Sabbat heiligen!“? Frage, was tut aber der Herr Selbst im Angesichte Seiner buchstäblichen Erfüller des Gesetzes? Siehe, Er geht her und entheiligt Selbst den Sabbat, offenbar nach dem Buchstabensinne des Gesetzes, und erlaubt sogar Seinen Jüngern, an einem Sabbat Ähren zu lesen und sich mit den Körnern zu sättigen. Wie gefällt dir diese Haltung des Gesetzes Mosis, wo der Herr Selbst nicht nur allein für Sich, sondern zum größten Ärgernisse der buchstäblichen Gesetzeserfüller den ganzen Sabbat sozusagen über den Haufen wirft? Du wirst sagen, das konnte der Herr ja wohl tun, denn Er ist auch ein Herr des Sabbates.

10. Gut, aber ich frage: Wußten die sich ärgernden Pharisäer, daß des Zimmermanns Sohn ein Herr des Sabbats ist? – Du meinst, sie hätten solches an Seinen Wunderwerken erkennen sollen. Da aber sage ich: Bei diesem Volke waren Wunderwerke nicht hinreichend, um die vollkommene Göttlichkeit in Christo zu erkennen, denn Wunderwerke haben alle Propheten gewirkt zu allen Zeiten, die echten wie auch mitunter die falschen. Man kann also das nicht voraussetzen, daß die Wunder Christi die Pharisäer von Seiner Göttlichkeit und Herrlichkeit hätten überzeugen sollen.

11. Alle Propheten aber bis auf Ihn haben den Sabbat geheiligt, Er allein warf ihn über den Haufen. Mußte das nicht den Buchstabenerfüllern ein Ärgernis sein? Allerdings, und dennoch ließ der Herr nicht mit Sich handeln.

12. Was geht aber aus dem hervor? Nichts anderes, als daß der Herr die Haltung des Gebotes allein für sich betrachtet ganz unten ansetzt. Warum? Ein kleines Gleichnis aus deiner eigenen Sphäre wie aus der Sphäre eines jeden Menschen, der je in der Welt gelebt hat, soll dir die Antwort bringen:

13. Ein Vater hat zwei Kinder. Er hat diesen Kindern seinen Willen wie gesetzlich bekanntgegeben. Einen Acker und Weingarten zeigte er ihnen und sprach: Ihr seid kräftig geworden, und so verlange ich von euch, daß ihr für mich nun den Weingarten und den Acker fleißig bearbeitet. Aus eurem Fleiße werde ich erkennen, welcher von euch beiden mich am meisten liebt. Nun, das ist das Gesetz, laut welchem natürlich demjenigen Sohne, der den Vater am meisten liebt, des Vaters Herrlichkeit zuteil wird.

14. Was tun aber die beiden Söhne? Der eine nimmt den Spaten und sticht den ganzen Tag fleißig die Erde um und bestellt den Acker und den Weingarten. Der andere läßt sich bei der Arbeit mehr, wie man zu sagen pflegt, gut geschehen. Warum? Er spricht: Wenn ich auf dem Acker oder in dem Weingarten bin, da muß ich stets meinen lieben Vater entbehren, zudem bin ich nicht so herrlichkeitssüchtig wie mein Bruder. Habe ich nur meinen lieben Vater, kann ich nur um Ihn sein, der meinem Herzen alles ist, da frage ich wenig um eine oder die andere Zuteilung einer Herrlichkeit.

15. Der Vater sagt diesem zweiten Sohne auch dann und wann: Aber siehe, wie dein Bruder fleißig arbeitet und sucht sich meine Liebe zu verdienen. Der Sohn aber spricht: O lieber Vater! Wenn ich am Felde bin, da bin ich dir fern, und mein Herz läßt mich nicht ruhen, sondern spricht immer laut zu mir: Die Liebe wohnt nicht in der Hand, sondern im Herzen, daher will sie auch nicht mit der Hand, sondern mit dem Herzen verdient sein! Gib Du, Vater, meinem Bruder, der so emsig arbeitet, den Acker und den Weingarten. Ich aber bin von dir hinreichend beteilt, wenn du mir nur erlaubst, daß ich dich nach meiner Herzenslust allezeit lieben darf, wie ich dich lieben will und muß, weil du mein Vater, mein Alles bist.

16. Was wird nun da wohl der Vater sagen, und das aus dem innersten Grunde seines Herzens? Sicher nichts anderes als:

17. Ja, du mein geliebtester Sohn, dein Herz hat dir das meinige enthüllt; das Gesetz ist nur eine Prüfung. Aber mein Sohn, die Liebe steckt nicht im Gesetze, denn jeder, der das Gesetz allein hält, hält dasselbe aus Eigenliebe, um sich dadurch mit seiner Tatkraft Meine Liebe und Meine Herrlichkeit zu verdienen. Der aber also das Gesetz hält, der ist noch fern von Meiner Liebe, denn seine Liebe hängt nicht an Mir, sondern am Lohne.

18. Du aber hast dich umgekehrt, hast das Gesetz zwar nicht verschmäht, weil es dein Vater gegeben hat, aber du hast dich erhoben über das Gesetz, und deine Liebe führte dich über demselben zu deinem Vater zurück. Also soll denn auch dein Bruder den Acker und den Weingarten überkommen und in meine Herrlichkeit treten; du aber, mein geliebtester Sohn, sollst haben, was du gesucht hast, nämlich den Vater Selbst und alle Seine Liebe!

19. Ich meine, mein lieber Freund, aus diesem Gleichnisse wird es etwa doch handgreiflich klar sein, was da mehr ist, die allein trockene Gesetzhaltung oder deren Übergehung und das Ergreifen der alleinigen Liebe.

20. Sollte dir die Sache noch nicht völlig klar sein, da frage ich dich: So du Gelegenheit hättest, dir aus zwei Jungfrauen eine Braut zu wählen, von denen du zwar überzeugt wärest, daß dich beide lieben, aber noch nicht dessen völlig gewiß, welche dich am meisten liebt. Würdest du nicht sehr wünschen, zu erfahren, welche dich am meisten liebt, um sonach die dich am meisten Liebende zu wählen? Du sprichst: Das ist ganz klar; aber wie es anstellen, um das zu erfahren? Das wollen wir sogleich haben.

21. Siehe, zu der ersten kommst du hin. Sie ist emsig und tätig. Aus Liebe zu dir weiß sie sich aus lauter Arbeit nicht aus, und zwar aus lauter Arbeit für dich, denn sie macht für dich Hemden, Strümpfe, Nachtleibchen und noch mehr dergleichen Kleidungsstücke. Sie hat damit so vollauf zu tun, daß sie nicht selten aus lauter Arbeit kaum gewahr wird, wenn du zu ihr kommst. Siehe, das ist die erste. – Die zweite arbeitet sehr lässig. Sie arbeitet zwar auch für dich, aber ihr Herz ist zu sehr mit dir beschäftigt, als daß sie ihre Aufmerksamkeit der Arbeit spenden könnte. Besuchst du sie, und sie erblickt dich von weitem zu ihr kommend, da ist von einer Arbeit keine Rede mehr; denn da kennt sie nichts Höheres, nichts Verdienstlicheres als dich allein! Du allein bist ihr alles in allem, für dich gibt sie alle Welt! Sage mir, welche der beiden wirst du dir wählen?

22. Du sprichst: Lieber Freund! Um eine ganze Trillion ist mir die zweite lieber, denn was liegt mir an den paar Hemden und Strümpfen? Offenbar ist hier ersichtlich, daß mich die erste ja nur dadurch zu verdienen sucht, daß sie von mir die Anerkennung ihres Verdienstes erzwingen will. Die andere aber sucht mich zu erlieben. Sie ist über alle Verdienstlichkeit hinaus und kennt nichts Höheres als mich und meine Liebe. Diese würde ich auch zu meinem Weibe nehmen.

23. Gut, sage ich dir, mein lieber Freund, siehst du hier nicht deutlich das Wesen der Martha und der Maria? Siehst du, was der Herr zu der gesetzesbeschäftigten Martha spricht und was zu der müßigen Maria?

24. Aus dem aber kannst du auch ersehen, was der Herr über das Gesetz hinaus von jedem Menschen verlangt, und zugleich handgreiflich zu erkennen gibt, worin die Liebe des Menschen zu Gott besteht. – Aus eben dem Grunde verflucht der Herr sogar, erregt in Seinem Herzen, die Buchstabenerfüller des Gesetzes (die Pharisäer und Schriftgelehrten nämlich), lobt den sündigen Zöllner und macht den Dieben, Hurern und Ehebrechern das Himmelreich eher zugänglich als den trockenen Buchstabendreschern.

25. Daher frage ich, der Einwender, nun mit vollstem Rechte noch einmal, nach welchem Maßstabe man Gott über alles lieben soll? Habe ich den Maßstab, dann habe ich alles, habe ich aber den Maßstab nicht, dann liebe ich wie einer, der nicht weiß, was die Liebe ist. Daher noch einmal die Frage:

26. Wie soll man Gott über alles lieben? – Und ich, Johannes, sage: Gott über alles lieben heißt:

27. Gott über alles Gesetz hinaus lieben! – Wie das, soll die Folge zeigen. –

Kapitel 102 – Wie man Gott über alles liebt.

1. Um aber gründlich zu erfahren und einzusehen, wie man Gott über das Gesetz hinaus lieben soll, muß man wissen, daß das Gesetz an und für sich nichts anderes als der trockene Weg zur eigentlichen Liebe Gottes ist.

2. Wer Gott in seinem Herzen zu lieben anfängt, der hat den Weg schon zurückgelegt; wer aber Gott nur durch die Haltung des Gesetzes liebt, der ist mit seiner Liebe noch immer ein Reisender auf dem Wege, allda keine Früchte wachsen und nicht selten Räuber und Diebe des Wanderers harren.

3. Wer aber Gott rein liebt, der liebt Ihn schon über alles! Denn Gott über alles lieben heißt ja: Gott über alles Gesetz hinaus lieben. Wer draußen am Wege ist, der muß fortwährend Schritt um Schritt weiterschreiten, um so auf die mühevollste Weise das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Wer aber Gott alsogleich liebt, der überspringt den ganzen Weg, also das ganze Gesetz, und er liebt sogestalt Gott über alles.

4. Man dürfte hier vielleicht sagen: Das klingt sonderbar, denn nach unseren Begriffen heißt „Gott über alles lieben“: Gott mehr lieben als alles in der Welt. – Gut, sage ich und frage aber zugleich: Welchen Maßstab hat aber der Mensch dafür, um solch eine Liebe zu bemessen? Der Einwender hat diese Maßstäbe der für den Menschen höchst möglichen Liebe auf der Welt deutlich genug auseinandergesetzt und gezeigt, daß der Mensch auf diese Weise für die Über-alles-Liebe zu Gott durchaus keinen Maßstab hat.

5. Ich aber sage: Ist durch das gegebene Gesetz nicht alles dargetan, wie sich der Mensch in seiner Begierde zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat? Im Gesetze sind sonach alle Dinge dargestellt, und daneben für die Liebe des Menschen die gerechte Beschränkung gegeben, nach der sich ein jeder Mensch zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat.

6. Wenn aber nun jemand Gott über das Gesetz hinaus liebt, der liebt Ihn sicher auch über alle weltlichen Dinge hinaus, weil, wie gesagt, eben durch das Gesetz die Benutzung der weltlichen Dinge und das Verhalten zu denselben nach der göttlichen Ordnung dargestellt wird. Ein kurzer Nachtrag in vergleichender Stellung wird die ganze Sache sonnenklar machen.

7. Der Herr spricht zum reichen Jünglinge: „Verkaufe alles, teile es unter die Armen, und folge Mir!“ – Was heißt das? Mit anderen Worten nichts anderes als: So du, Jüngling, das Gesetz beobachtet hast, so erhebe dich nun über dasselbe, gib der Welt alle Gesetze und alle ihre Dinge zurück, und du bleibe bei Mir, so hast du das Leben!

8. Wer wird hier nicht erkennen, was Gott über das Gesetz hinaus lieben heißt?

9. Weiter spricht der Herr zu den Jüngern: „So ihr nicht werdet wie dies Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Was will denn das sagen? Nichts anderes als:

10. So ihr nicht wie dieses Kindlein, alles in der Welt nicht achtend, weder das Gesetz, noch die Dinge der Welt, zu Mir kommet und Mich wie dieses Kind mit aller Liebe ergreifet, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen! Warum denn nicht? Weil der Herr Selbst wieder spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Wer also zu Mir, der Ich vollkommen eins bin mit dem Vater, kommen will, der muß durch Mich in den Stall oder das Reich Gottes eingehen.

11. Solange sonach jemand nicht den Herrn Selbst ergreift, so lange kann er nicht zu Ihm kommen, und wenn er gleich wie ein Fels tausend Gesetze unveränderlich beobachtet hätte. Denn wer am Wege noch ist, der ist noch nicht beim Herrn, wer aber beim Herrn ist, was sollte der noch mit dem Wege zu schaffen haben?

12. Aber hier unter euch gibt es Toren, und das zu vielen Hunderttausenden, die den Weg viel höher halten als den Herrn. Und wenn sie schon beim Herrn sind, so kehren sie wieder um und entfernen sich von Ihm, um nur am elenden Wege zu sein! Solche haben mehr Freude an der Knechtschaft, an der Sklaverei, an dem harten Joche als an dem Herrn, der jeden Menschen frei macht. Sein Joch ist überaus leicht und sanft Seine Bürde. Leicht das Joch, auf daß es im Zuge des Lebens nicht drücke am Nacken der Liebe zum Herrn und gar sanft die Bürde, welche ist das alleinige Gesetz der Liebe! – Weiter sehen wir ein Beispiel.

13. Der gerechte Pharisäer lobt sich selbst am Wege; aber der Zöllner findet den ganzen Weg überaus beschwerlich. Denn nimmer vermag er dessen Ziel zu überschauen. Er beugt sich daher zutiefst vor dem Herrn in seinem Herzen, erkennt seine Schwäche und Unfähigkeit, den Weg genau zu gehen. Dafür aber erfaßt er Gott den Herrn mit seinem Herzen und macht dadurch einen Riesensprung über den ganzen beschwerlichen Weg und erreicht dadurch sein Ziel!

14. Wer wird hier nicht mit den Händen greifen, was „den Herrn über alles lieben“ heißt? – Also gehen wir weiter. Die Martha ist am Wege, die Maria am Ziele! Hier braucht man kaum mehr darüber zu sagen, denn zu klar und deutlich zeigt sich hier, was „den Herrn über alles lieben“ heißt.

15. Wollen wir aber die Sache zum Überflusse noch klarer haben, da betrachten wir noch die Szene, wo der Herr den Petrus dreimal fragt, ob er Ihn liebe? – Warum fragt Er ihn denn dreimal? Denn der Herr wußte ja ohnehin, daß Ihn Petrus lieb hatte, und wußte auch, daß Ihm Petrus die drei gleichen Fragen alle mit demselben Herzen und demselben Munde gleichbedeutend beantworten wird. Das wußte der Herr. Nicht darum auch hat Er diese Frage an den Petrus gestellt, sondern darum, daß der Petrus bekennen sollte, daß er frei ist und den Herrn über alles Gesetz hinaus liebe. Und so bedeutet die erste Frage: „Petrus, liebst du Mich?“ – Petrus, hast du Mich gefunden auf dem Wege? – Solches bejaht Petrus, und der Herr spricht: „Weide Meine Schafe“, das heißt: Lehre auch die Brüder Mich also finden! – Die zweite Frage: Petrus, liebst du Mich? heißt: Petrus, bist du bei Mir, bist du an der Türe? – Der Petrus bejaht solches, und der Herr spricht: „Also weide Meine Schafe!“ oder: Also bringe auch die Brüder, daß sie bei Mir seien an der Türe zum Leben! – Und zum dritten Male fragt der Herr den Petrus: „Liebst du Mich?“ Das heißt so viel als: Petrus, bist du über alles Gesetz hinaus? Bist du in Mir wie Ich in dir? – Ängstlich bejaht Petrus solches, und der Herr spricht abermals: „Also weide Meine Schafe und folge Mir!“ Das heißt so viel als: Also bringe du auch die Brüder, daß sie in Mir seien und in Meiner Ordnung und Liebe wohnen gleich wie du.

16. Denn dem Herrn folgen heißt: in der Liebe des Herrn wohnen. Ich meine, mehr noch zu sagen, was Gott über alles lieben heißt, wäre überflüssig. Und da wir nun solches wissen und das Licht des Lichtes erkannt haben, so wollen wir uns sogleich in den zwölften und letzten Saal begeben.

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Explanation of the 11th Commandment… ‘The Love unto God’

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-102).

The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 98

1. We are already in this hall, and here in the middle of it, we also see a round tablet on a large, white, shiny pillar. It shines like the sun, and in its center is written in ruby-red writing:

2. You shall love God your Lord above all, with all your mind and with all your life forces bestowed upon you by God.

3. In addition to this meaning-laden, beautiful solar tablet, we see already grown children, more than the usual amount of the other halls, who, as you may notice, soon look at the table, then talk with their teachers again, and then become absorbed in themselves, their hands crosswise over their chests, standing like statues. The whole scene implies that this is something extraordinarily important.

4. Some may perhaps ask and say: Such would probably be expected. But if one looks at the matter in the correct light, then this commandment written on the solar tablet will say nothing other than what all the previous commandments have basically said together. Why, then, does this tablet here have to shine, while all the preceding ten tablets were simply white and, as usual, inscribed with a dark substance? – This remark is not without content. Nevertheless, it loses its value here, just as all other doctrines and claims against a single word from the mouth of the Lord must necessarily lose their appearance.

5. It is the same situation as is authenticated every single day in the world in the great nature. Suppose how many thousands upon thousands of smaller and sometimes stronger and slightly larger lights shine down from the high heavens to the dark earth every night. The moon itself is often active throughout the night. In addition to these beautiful lights, at night, people on Earth light almost as many artificial lights.

6. With this abundance of lights upon lights, one would think that at nighttime on earth, it would be impossible to bear it all. But experience has always shown that on the earth, after each sunset, it becomes darker as the sun sinks below the horizon, despite the ever-increasing number of lights in the sky.

7. Who can say these lights are not gorgeous? Yes, a mediocre admirer of the wonders of God must, at the sight of the starry sky at night, beat on his breast and say: O Lord, I am not worthy to walk in this, Your sanctuary, in this infinite temple of Your omnipotence! Yes indeed, one can rightfully exclaim every night: O Lord! Whoever looks at Your works experiences a vain desire for them!

8. Why then a vain one? Because every human being has reason enough for himself, out of sheer pleasure and bliss, to be piously vain because He who created such marvels, is his Father!! Thus, everyone has, as it were, a sacred right to rejoice when he looks at the great wonders of his Almighty Father during a night. And indeed, the flame of a lamp and that of the stove are no less a miracle of the almighty Father than the glorious radiance of the countless stars of the heavens!

9. And look now, all of this marvelous admirable splendor likens to the Old Testament in all its parts.

10. We see a barely countable amount of larger and smaller lights in this old nocturnal sky. They radiate splendidly, and whoever looks at them is always filled with a secret, holy reverence. Why? Because his spirit suspects great things behind these lights. But they are still too far away from him. He can look and grab and feel, but the little lights with their great content do not want to move closer to his inquiring spirit.

11. But who are these heavenly lights in the old heaven of the spirit?

12. See, they are all the patriarchs, fathers, prophets, teachers, and leaders of the people who are known to you by the Spirit of God. – But on earth there are also a lot of artificial lights, who are they supposed to be in the Old Testament? These are the worthy people who faithfully lived according to the words that came from the God-saturated men, who throughout their lives enlightened and refreshed their neighbors.

13. So we have this wonderful night scene in front of us. It is true that the nocturnal local storms occasionally obscure the rays of the sky, with clouds drifting rapidly away. But the same storm that once brought a fiery cloud over the glorious star-spangled sky drives this cloud away over the horizon, and after him the firmament becomes purer than it was before. Everything becomes fearful at such a short-lasting storm and wishes again for the quiet, glorious night, illuminated by so many thousands of lights. But a naturalist speaks: Such storms are nothing but ordinary harbingers of the day, so one should not be afraid.

14. That is indeed true. For where large forces are set in motion, one can rightly conclude and say: Here an even greater, yes even the greatest primordial force cannot be far away, for these lesser winds are nothing but side streams of a not-so-distant great hurricane. So our naturalist is right and we are still refreshed by the wonderful splendor of the miracle night.

15. Like lovers we swarm around under the many windows of the big, magnificent house, and look with imaginative and longing chests up to the light-filled openings of the house, dimly lit by a night lamp, behind which we sense the object of our love.

16. Many fantasies, a thousand content-heavy thoughts twitch like shooting stars over our love-heaven, but no such fleeting ephemeral light will suffice to satisfy the thirst of our love.

17. It is the same for the people in the old night sky of the spirit. But what happens? Through the rising of the sun the horizon begins to redden. It gets brighter and brighter over the horizon. One more glimpse of the once so beautiful sky, and what do you see? – Nothing but the disappearance of one star after the other.

18. The sun, the glorious one, rises with its primeval daylight, and no star in the sky is visible anymore, for the one sun has enlightened every heavenly atom with its singular light, something which at night all those innumerable stars together could not manage to do.

19. For the tarrying lover, who had raved in vain all through the night, one window of the for him very meaningful house opens, and from this one window the longed-for object of his heart greets him, and tells him with a benevolent glance more than all his innumerable fantasies and thoughts during the night!

20. Thus we see every day in the great nature, a scene that corresponds perfectly to our spirituality.

21. The moon, like Moses, we see with diminishing and pale light dipping behind the evening mountains, when the mighty sun rises in the morning over the horizon. Whatever had been shrouded in the night in the most mysterious darkness, is now brightly lit before everyone’s eyes!

22. All this is the effect of the sun. And in the spiritual heaven, it is all the effect of the One Lord, the One Jesus, who is the only One God of heaven and of all worlds!

23. What He Himself is in Himself as the Divine sun of all suns, that is also every single word spoken out of His mouth against all countless words from the mouths of enthusiastic patriarchs, fathers and prophets. Countless exhortations, laws and regulations we see in the course of the Old Testament. These are stars and also artificial lights of the night. But then the Lord comes, speaks only one word – and this word outweighs the whole Old Testament.

24. And, for that very reason, this first word appears here in this eleventh hall as a self-luminous sun, whose light illuminates innumerable stars, but it is never necessary for it to make use of the counter-reflection of the stars. For it is the primeval light from which all the countless stars have taken their partial light.

25. And so it will certainly be understandable here, too, why the former ten erected tablets are only white, that is with a dull shimmer, whereas here we see the primordial sunlight, which requires no pre-light and no post-light, but it is all light in itself.

26. Whoever takes this to heart to a certain extent will fully understand why the Lord has said, “In this commandment of love, Moses and all the prophets are contained.” It is certainly said as much as one would of course like to say: In the daylight, therefore, one no longer sees the stars and no longer needs their light, because all their light gets completely overpowered by the single light of the sun. But how the full truth presents itself palpably through all this, you will see soon.

Chapter 99 – The Love of God as the primordial Material of all Creatures

1. The love of God is the primordial substance of all creatures, for without it nothing could ever have been created. This love corresponds to the all-enlivening and generating warmth, and only through this warmth do you see the earth become green beneath your feet.

2. Through heat, the rigid tree becomes leafy, flowering, and the warmth in its essence is what ripens the fruit on the tree. There is not a single creature or thing on the earth’s surface which could have its origin in the total lack of heat.

3. It will be said and argued that ice surely lacks all warmth, and especially the polar ice. With that, the heat will not be able to do much, because at near forty degrees below zero, one would like to know the measuring instrument that could detect some heat there. But I say nothing else than that the scholars of this earth have not yet invented an instrument with which they are able to discern the actual heat from the actual cold matter and precisely determine it. With us, who are in the inner pure knowledge, a completely different measure is introduced and in use.

4. The scientists of the earth begin with the measurement of cold, where water freezes. If at freezing point the actual cold begins, then I would like to know the reason, according to which laws or in which way cold then can increase? Why is a temperature of about four to five degrees below the so-called ice-point still tolerably bearable? But when the thermometer has dropped to eighteen degrees below, everyone will feel the cold very painfully. Can one not, with full rights, say here: Eighteen degrees of cold are therefore more sensitive than four degrees, because at four degrees, apparently more heat than at eighteen degrees prevails. Can one now accept eighteen degrees as complete coldness? Oh no, because you’ve already experienced thirty degrees of coldness. This was even more painful than the eighteen-degree one. Why? Because it contained far less heat than eighteen degrees. But forty degrees will be even more painful than thirty. But is it therefore justified to declare the forty degrees as completely void of heat?

5. But I want to tell you that these are nothing but transitions from heat to cold, and vice versa. Therefore one can accept this much more correct scale:

6. Every thing, every body that can still be heated, cannot be called completely cold, for the amount of heat it has within itself corresponds to its size and density. A lump of ice from the highest north can be melted by the fire, and the water brought to boiling point. If this ice had no inherent heat, it could never be heated.

7. Cold is therefore the property of a being in which there is no longer any warming capacity. Thus, one can justifiably attribute the formation of ice on the North Pole solely to the reaction of heat, where it is threatened by the cold, seizing, contracting and solidifying its bodies so that they can resist the actual cold.

8. Warmth is therefore equal to love, but the real cold is like the real hellish lovelessness. Wherever it wants to appear ruling, the all-enlivening and sustaining love arms itself against it, and the real cold, which kills everything, cannot achieve any victory against the armed love.

9. Therefore, what does “love God above everything” mean? Of course, it cannot possibly mean something other than:

10. Combine your God-given warmth of life with the original creative and preserving warmth of your Creator, and you will never lose your life.

11. But if you want to voluntarily separate your love or your warmth of life from the Divine primordial warmth of life, and want to exist as an independently ruling being, your warmth will have no more sustenance.

12. You will thereby move into an ever greater degree of cold. And the deeper you go down into the ever more powerful, colder degrees, the harder it will be to warm you up again. But if you have gone into the perfect cold, then you have fallen completely prey to Satan, where you are so cold that no more warming is possible!

13. What would then happen to you, no angel of heaven would know what to tell you.

14. In God, of course, are infinite depths. But who will be able to fathom these and keep his life?

15. I think that from this short discussion, one can already quite clearly begin to form an idea of why this commandment, this one word of the Lord, is the epitome, indeed a sun of all suns and a word of all words. We want to talk more about it shortly.

Chapter 100 – What does it mean to love God above all else?

1. I see one who comes and speaks: It would be all right, but how should one realize this one Divine word on God Himself? How could one truly love God, and above all else? Should one be so in love with God like a young bridegroom would be with his beautiful and rich bride? Or should one be in love with God like a mathematician with a mathematical calculation or an astronomer with his stars? Or should one be in love like a speculator with his commodity, or a capitalist with his money, or a sovereign one with his dominions, or even like a ruling monarch with his throne? These are the only possible standards of serious human love, for the children’s love for their parents cannot be properly established as a serious measure of love, as the example teaches that children can leave their parents to either build a good marriage or to gain much money or to take a high honorary position. With all this, the love of the children for their parents steps down and must necessarily take on a more powerful position. Therefore, only the most powerful standards of human love are given here, and then the question is, by which one should one actually measure the love of God?

2. But if now somebody comes and says: With this or that one, I say: friend! That cannot be.

3. It is true that the most powerful measures of love I quoted are probably the only ones according to which man’s greatest power of love can be measured; but it says that one should love God above all, which means as much as: more than anything in the world.

4. So, how does one begin to raise the love to such a potency of which no human spirit can form any measurable or comparable concept? One will say, for example, that one should love God even more than his own life. Here I say in objection: With the love of one’s own life, the highest love for God holds out even less of a comparison than with the love of the children for their parents. Because it is already well known that the children do not risk their lives out of love for their parents; on the contrary, they expect the parents to fight for them to the death.

5. The self-love of children is usually far more powerful than their love towards their parents. But we see, on the other hand, that the children of men often put their lives on the line for the sake of other benefits.One is sailing across the ocean on stormy nights, another is facing the line of fire of the enemys army, and a third often goes to the unstable abysses of the earth to fetch metallic treasures. And so we see that these external worldly-earnest standards of human love are certainly stronger and have a more general applicability than children’s love for their parents and the love of their own lives.

6. But of what use are all these standards, if far above them, the love for God should stand on such a level, against which all other love measures should sink back into pure nothingness? See, my dear friends and brothers, our objector has attacked us sharply, and we will have to stand up with much vigor in order to win against the opponent’s overweight.

7. But I am just seeing another very serious-looking opponent. This one is sure of his victory and says: Oh, we will deal with this objector soon, because the Lord has even given us the explicit standard of how to love God. Therefore, I need say nothing other than what the Lord Himself has said, namely, “He who keeps my commandments, it is he who loves Me.” – This is the actual measure of how to love God.

8. If the objector has enough sharp and strong teeth, he should still try to set up some other unbeatable measure. Good, I say, the objector is still around and makes an effort to bite this objection a bit. So we want to listen to him and see what he’s going to say. He speaks:

9. Good, my dear, friendly opponent! In the presentation of your objection you have shown to me, according to your measure of the highest love of God, nothing other than that you have a fairly good memory by quoting so many texts from the Holy Scriptures. But see, whoever wants to receive life from all the texts not only has to know them but should also be able to vividly perceive their meaning.

10. What would you say, if I spoke to you from the mouth of the Lord Himself, not just one, but several objections, according to which the Lord Himself presents the love from the fulfillment of the law as insufficient? Although you make a face now, as if you want to say: Such texts should probably be sparsely scattered in the Scripture. But I say to you: Dear friend, not at all. Just listen to me, I will immediately show you half a dozen, if you’d like to see.

11. Are you aware of the Lord’s talk with the rich youth? Does he not ask: “Master, what shall I do to achieve eternal life?” What does the Lord answer with? You speak triumphantly: The Lord says, “Keep the commandments and love God, and you will live!” Good, I say, but what does the youth say? He says, “Master, I have kept them since my childhood.”

12. That’s all right. But why, I ask, did the boy give this answer to the Lord? He wanted to tell him this: Although I have kept them all since my childhood, I still feel nothing of the wonderful eternal life in Me.

13. Why does the Lord then declare to the youth that the keeping of the commandments for the attainment of eternal life is insufficient, and also makes a very tremendous addition, saying, “So sell all your goods, distribute them among the poor, and follow Me!

14. Question, if the Lord makes such an addition, is the observation of the laws then the highest love for God? See, there’s a catch, but let’s move on!

15. What does the Lord say to His apostles and disciples when He introduces and preaches to them the duties to be fulfilled? He speaks nothing but the simple, very meaningful words: “When you have done all things, confess that you are lazy and useless servants.

16. I ask you now: does the Lord here declare the obedience to the commandments as sufficient, while He evidently declares that every man who completely fulfills the law should consider himself completely useless? See, there is already a second, even greater catch. But let us continue!

17. Do you know the parable of the Pharisee and tax collector in the temple? The Pharisee joyfully gives himself the faithful testimony before the sanctuary, that he, unlike many others, has fully fulfilled the law of Moses in all its aspects. The poor publican in a remote corner of the temple, in his immensely humble position, faithfully shows to every observer that he did not manage to fulfill the conditions of the Mosaic Law, for he dares not even to look up to the sanctuary of God due to his many sins, but confesses even his worthlessness before God and pleads for mercy and grace.

18. Surely I would like to know about you, my dear literal friend, why, if the law is sufficient, the Lord lets the Pharisee, who strictly observes the whole law, leave the temple unjustified, all the while letting the poor, sinful publican leave the temple justified?

19. See, if you look at this in the right light, it seems as if the Lord Himself has created a third great catch with the strict observance of the law. You now shrug and do not know what you should make of it. Do not worry about it, it gets even better! So let us continue.

20. What would you say, if I would quote to you from the Scriptures, and indeed from the mouth of the Lord Himself, a text, according to which He indirectly invalidates the whole law and sets a completely different aid, through which He alone guarantees the acquisition of eternal life?

21. You speak now: Good friend, I also want to hear this text. You shall have it soon, my dear friend! What does the Lord say when He found a child by the wayside, picked him up, pressed him to His heart and cuddled him? He says: “If you do not become like this child, you will not enter the kingdom of heaven!”

22. Question: Did this child, who had barely spoken a few words, ever study the laws of Moses and then strictly arrange his life accordingly? There is no person in the world so stupid who could say that. Ask therefore: How could the Lord here designate a child who had never dealt with the law of Moses before as the supreme motive for the gaining of eternal life? Friend, I’ll say nothing more than this: try to raise an objection against this. You are silent. So I see that with your lineup you have already retreated quite far into the background with this fourth catch.

Chapter 101 – What does the Love for God consist of?

1. You have seen in these four points that the Lord, on the one hand, does not present the sole obedience to the law as sufficient for the attainment of actual eternal life, and, in the fourth point, even indirectly abolishes it.

2. But what would you say, if I would cite a few points where the Lord even spoke rebukingly about the observance of the law? You say here: That cannot be possible! For that, I can offer you not just one, but, if you wish, several examples. Hear!

3. Anyone who has studied the Mosaic Law only to some degree must know how much Moses commanded hospitality to the Jewish people. Those who turned against hospitality were declared worthy of punishment before God and before men. The law of hospitality was all the more intensified for the Jewish people who were very prone to greed, in order to protect this people from self-love and greed, and to lead them to charity.

4. The law, therefore, was to receive and serve a foreign guest with all attentiveness, especially if he belonged to the Jewish nation; and this law was from God; for God, not Moses, was the Lawgiver.

5. But when the very same Lord, who had once given the laws through Moses, comes to Bethania into the house of Lazarus, Martha is there ,law-abidingly, and offers all her strength to serve this most worthy guest with due respect. Mary, her sister, forgets about the law out of sheer joy for the exalted guest, sits down idly at His feet and listens with the utmost attention to the stories and parables of the Lord. Martha, somewhat upset about her sisters inaction and obliviosness of the law on this occasion, turns herself eagerly to the Lord and says, “Lord! I have so much to do, would you bid my sister to help me a little! “Or, to be more clearl, Master, You, the Founder of the Mosaic Law, do remind my sister to be obedient.

6. What is the Lord talking about here? “Martha, Martha!” He says, “you’re worried about worldliness! Mary has chosen the better part, which will never be taken from her.

7. Tell me now, my dear friend, whether this is not an obvious censure of the Lord against the zealous and exact observance of the law, and, on the contrary, an extraordinary commendation of the person who, to a certain extent, does not care about the whole law, but rather speaks through her actions (Maria):

8. Lord, when I have You, the whole world is not worth anything to me! Does the Lord not again show that the observance of the law alone does not give anyone the better, and especially not the best part, which would never be taken from him? See, that is a fifth catch. But let us move on!

9. What does the Lord Himself say to Moses, in the third commandment, “Thou shalt sanctify the Sabbath”? Question, what does the Lord Himself do in the face of His literal fulfillers of the law? See, He goes forth and desecrates the Sabbath Himself, apparently according to the literal sense of the law, and even allows His disciples to reap ears on a sabbath day and to satiate themselves with the grains. How do you like this observance of the law of Moses, where the Lord Himself, as it were, does not only desecrate the whole Sabbath for Himself, but to the greatest annoyance of the literal law-enforcers? You will say that the Lord could do that, because He is also a Lord of the Sabbath.

10. Good, but I ask: Did the angry Pharisees know that the carpenter’s son was Lord of the Sabbath? – You think they should have recognized His miracles. But then I say: marvels were not enough for these people to discern the perfect divinity in Christ, for all the prophets worked miracles at all times, the true ones as well as sometimes the false ones. One can therefore not assume that the miracles of Christ should have convinced the Pharisees of His Divinity and glory.

11. But all the prophets, except for Him, sanctified the Sabbath. He alone overthrew it. Would that not have been a nuisance to the literal law-abiders? Certainly, and yet the Lord did not stop with His activity.

12. But what does it mean? Nothing other than that the Lord sets the observance of the law at the very bottom. Why? A little parable out of your own sphere, like of the sphere of every man who has ever lived in the world, will bring you the answer:

13. A father has two children. He has announced his will as law to these children. He showed them a field and vineyard and said, “You have become strong, and so I demand of you that you diligently work for me in the vineyard and the field. From your work I will know which of you loves me the most.” Well, that is the law, according to which, of course, to the son who loves the Father most, would be given more glory.

14. But what are the two sons doing? The one takes the spade and persistently tills the earth all day long and tills the field and the vineyard. The other one is working at his leisure, as one would say. Why? He says: When I am in the field or in the vineyard, I must always bid my dear father farewell, besides, I am not as glory-hungry as my brother. When I have my dear father, who is everything in my heart, when I can be around him, I do not ask for much or for one or the other allotment of glory.

15. The father also says to his second son from time to time: but see how your brother works diligently and seeks to earn my love. But the son says, O dear father! When I am in the field, I am far from you, and my heart does not give me rest, but always speaks aloud to me: Love does not live in the hand, but in the heart, therefore it does not want to be earned with the hand, but the heart. Father, give my brother, who works so diligently, the field and the vineyard. I am sufficiently provided for by you, if you will only allow me to love you to my heart’s content at all times, as I want and must love you, because you are my father, my all.

16. What will the Father then say, and that from the innermost depth of his heart? Certainly nothing other than:

17. Yes, my dearest son, you have revealed your heart to me; the law is just a test. But my son, love, is not in the law, for everyone who keeps the law alone keeps it out of self-love in order to earn my love and glory with his energy. But the one who keeps the law is still far from My love, because his love is not attached to Me, but to the reward.

18. But you have turned back, you may not disdain the law, because your father gave it, but you have risen above the law, and your love has led you back to your father. So then your brother should receive the field and the vineyard and enter into my glory; but you, my dearest son, shall have what you have sought, the Father Himself and all His love!

19. I think, my dear friend, it will be obvious from this parable what is better, that dry abiding of the law, or to pass it over and embrace my love.

20. If all is not completely clear to you yet, I ask you: if you had the opportunity to choose a bride out of two virgins, of whom you would be convinced that both love you, but you are not yet completely sure which one loves you the most. Would you not very much wish to find out who does love you the most, to choose the one who loves you most? You say: That’s very clear, but how do I find out? That we’ll come to know shortly.

21. See, you come to the first one. She is busy and active. Out of love for you, she does not mind all the hard work she does for you, because she makes shirts, socks, nightgowns, and more such clothing for you. She has so much to do, that not seldom, because of all the work, she is hardly aware of you when you come to her. See, that’s the first one. – The second one works very casually. She also does things for you, but her heart is too busy with you to give her attention to the work. If you visit her, and she sees you coming from far away, there is no talk of working, because then she knows nothing higher, nothing more commendable than you alone! You alone are her all in all, for you she would give the entire world! Tell me, which of the two will you choose?

22. You say: Dear friend! The second one is dearer to me, because why would I care about a few shirts and stockings? Obviously it can be seen here that the first one seeks to earn me only by forcing me to acknowledge her merit. The other, however, seeks to love me. She is beyond merit and knows nothing higher than me and my love. I would take the second one for my wife.

23. Well, I tell you, my dear friend, do you not see clearly the nature of Martha and Mary here? Do you see what the Lord is saying to the law-abiding Martha and what to the idle Mary?

24. But from this you can also see what the Lord demands of every human being beyond the law, and at the same time tangibly reveals what mans love for God consists of. For just that very reason the Lord even curses, upset in his heart, the literal observer of the law (the Pharisees and the scribes), praises the sinful publican, and makes the kingdom of heaven more accessible to the thieves, whores, and adulterers than the dry slaves of the letter

25. Therefore I ask the objector now with the fullest right once again, according to which measure one should love God above everything? If I have the measure, then I have everything, but if I do not have the measure, then I love as someone who does not know what love is. So again the question:

26. How should one love God above all else? – And I, John, say: To love God above all means:

27. To love God beyond all law! – How to do this shall be made clear shortly.

Chapter 102 – How to love God above all else

1. But in order to know and understand thoroughly how to love God beyond the law, one must know that the law in and of itself is nothing but the dry way to the true love of God.

2. He who begins to love God in his heart, has already traveled the way; but whoever loves God only through the obedience of the law, is still a traveler with his love on the way, where no fruit grows and not infrequently robbers and thieves of the wanderer wait.

3. But whoever loves God purely, loves Him above all else! For to love God above all means to love God beyond all law. Whoever is out on the way, must go on, step by step, in order to reach, in the most painstaking manner, the goal set for him. But he who loves God fully, skips the whole way, that is, the whole law, and he loves God above all else.

4. One could probably say here: That sounds odd, for according to our concepts “to love God above all” means to love God more than everything in the world. – Good, I say, and I ask at once: What measure does man have to measure such a love? The Objector has very clearly differentiated all these measures for the highest possible love of man upon earth, and has also shown that man does hereby indeed not have a measure for the above-all-love for God.

5. But I say: Is not everything explained by the given law, how man has to behave in his desire for worldly things? All things are therefore represented in the law, and besides that, for the love of man, the just limitation is given, according to which every man has to behave towards worldly things.

6. But if somebody loves God beyond the law, he certainly loves him beyond all worldly things, because, as I have just said, the use of worldly things and the attitude towards them, according to the Divine order, are represented by the law. A short addendum in a comparative position will make the whole thing as clear as daylight.

7. The Lord speaks to the rich youth: “Sell everything, distribute it among the poor, and follow Me!” – What does that mean? In other words, if you, young man, have observed the law, then rise above it, return all laws and all things to the world, and you stay with Me, then you have the life!

8. Who will now not know what it means to love God beyond the law?

9. The Lord continues to speak to the disciples: “If you do not become like little children, you will not enter the kingdom of God.” What does that mean? Nothing other than this:

10. If you are not like this little child, not caring about anything in the world, neither the law nor the things of the world, coming to Me and taking hold of Me like this child with all love, you will not enter into the kingdom of God! Why not? Because the Lord Himself speaks again: “I am the way, the truth, and the life!” So whoever comes to Me, who is completely one with the Father, must enter through Me into the stable or the kingdom of God.

11. As long as one does not embrace the Lord Himself, he cannot come to Him, even if he had, like a rock, observed a thousand laws without fail. For whoever is still on the way is not yet with the Lord, but whoever is with the Lord, what does he still have to do with the way?

12. But here among you there are fools, many hundreds of thousands, who hold the way much higher than the Lord. And when they are already with the Lord, they turn back and move away from Him once more, to be on the wretched way! Such people enjoy subjection, slavery, and the hard yoke more than the Lord, who makes every man free. His yoke is exceedingly light and His burden is gentle. Light is the yoke, so that in the course of your life, your love for the Lord will not press your neck, and the burden will be gentle, which is the sole law of love! – Next we will look at an example.

13. The just Pharisee praises himself by the wayside; but the tax collector finds the whole way quite difficult. For he will never be able to oversee his goal. He therefore bows down deeply before the Lord in his heart, realizes his weakness and inability to walk the path. But he embraces God the Lord with his heart and thereby makes a great leap over the whole arduous way and thereby reaches his goal!

14. Who will not reach out with his hands and realize what “to love the Lord above all things” means? – So let’s move on. The Martha is on the way, the Maria at the goal! One hardly needs to say more about it, for it is obvious and clear here what “loving the Lord above all things” means.

15. But if we want to make the matter clearer, let us look at the scene where the Lord asks Peter three times if he loves Him? – Why does He ask him three times? For the Lord knew anyway that Peter loved Him, and He also knew that Peter would answer all three questions with the same heart and the same mouth. The Lord knew that. It is not for this reason that He asked Peter this question, but that Peter should confess that he is free and loves the Lord beyond all law. And so the first question means: “Peter, do you love Me” – Peter, did you find Me on the way? – Peter affirms this, and the Lord speaks: “Feed my sheep”! that means: Teach also the brothers to find Me! – The second question: Peter, do you love Me? That means: Peter, are you with Me, are you at the door? – Peter affirms this, and the Lord says, “So feed My sheep!” Or: So bring the brethren to be with Me at the door to life! And for the third time the Lord asks Peter: “Do you love Me?” That means as much as: Peter, are you beyond all law? Are you in Me like I am in you? Peter apprehensively affirms this, and the Lord speaks again: “So feed My sheep and follow Me!” That means as much as: So you may also bring the brothers, so that they are in Me and live in My order and love, just like you.

16. For following the Lord means living in the love of the Lord. I think to say more about what “to love God above all things” means, would be superfluous. And since we now know this and have recognized the Light of lights, we will immediately go to the twelfth and last hall.

Gebot 7 … Du sollst nicht stehlen – Commandment 7 … You shall not steal

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Das 7. Gebot… Du sollst nicht stehlen

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 82 – Siebenter Saal – 7. Gebot

1. Wir sind im siebenten Saale. Sehet, in dessen Mitte auf einer an einer lichten weissen Säule befindlichen Tafel steht mit deutlich leserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht stehlen!“ – Hier drängt sich beim ersten Anblicke dieser Gesetzestafel doch sicher einem jeden sogleich die Frage auf:

2. Was sollte hier (im Reiche der Kinderseelen) gestohlen werden können, da niemand ein Eigentum besitzt, sondern ein jeder nur ein Fruchtniesser ist von dem, was der Herr gibt? Diese Frage ist natürlich und hat ihren guten Sinn, kann aber auch mit demselben Recht auf dem Weltkörper gestellt werden; denn auch auf dem Weltkörper gibt alles, was da ist, der Herr, und doch können die Menschen einander bestehlen auf alle mögliche Art.

3. Könnte man da nicht auch fragen und sagen: Hat der Herr die Welt nicht für alle Menschen gleich geschaffen, und hat nicht jeder Mensch das gleiche Recht auf alles, was die geschaffene Welt zum verschiedenartigen Genusse bietet? So aber der Herr sicher die Welt nicht nur für einzelne, sondern für alle geschaffen hat, und sonach ein jeder das Recht besitzt, die Produkte der Welt nach seinem Bedürfnisse zu geniessen, – wozu war denn hernach dieses Gebot gut, durch welches den Menschen offenbar irgendein Eigentumsrecht eingeräumt ward und wodurch erst ein Diebstahl möglich geworden ist? Denn wo kein Mein und kein Dein ist, sondern bloss ein allgemeines Unser aller, da möchte ich doch den sehen, der da bei allem Wollen seinem Nächsten etwas zu stehlen vermöchte.

4. Wäre es demnach nicht klüger gewesen, statt dieses Gebotes, durch welches ein abgesondertes Eigentumsrecht gefährlichermassen eingeräumt wird, jedes Eigentumsrecht für alle Zeiten aufzuheben? Dadurch würde dieses Gebot dann vollkommen entbehrlich, alle Eigentumsgerichte der Welt wären nie entstanden, und die Menschen könnten auf die leichteste Weise untereinander als wahrhafte Brüder leben.

5. Dazu muss man noch bedenken, dass der Herr dieses Gebot durch Moses gerade zu einer Zeit gegeben hat, wo auch nicht ein Mensch aus allen den zahlreichen Israelskindern irgendein eigenes Vermögen hatte; denn das aus Ägypten mitgenommene Gold und Silber war Eigentum des ganzen Volkes unter der Aufsicht ihres Anführers.

6. Was aber die Kleidung betrifft, so war sie höchst einfach und dabei so armselig, dass ein einziges Kleidungsstück in eurer gegenwärtigen Zeit den Wert von einigen schlechten Groschen sicher nicht übersteigen würde. Dazu hatte nicht einer aus den Israeliten einen Kleidungsvorrat, sondern was er am Leibe trug war alles, was er besass.

7. Da kam hernach dieses Gebot. Sicher musste das israelitische Volk sich untereinander mit grossen Augen fragen: Was sollen wir einander wohl stehlen? Etwa unsere Kinder, da doch ein jeder froh ist in dieser gegenwärtigen bedrängten Lage, wenn er so kinderarm als möglich ist? Sollten wir uns gegenseitig etwa unsere Töpfe stehlen? Was sollten wir aber dabei gewinnen? Denn wer da keinen Topf hat, der hat ohnedies das Recht, sich im Topfe seines Nachbarn, so er etwas Kochbares hat, mitzukochen. Hat er aber einen Topf, da wird er es nicht notwendig haben, sich noch eines zweiten zu bemächtigen, um dadurch noch mehr zum Hin- und Herschleppen zu haben. Es ist fürwahr nicht einzusehen, was wir hier einander stehlen könnten. Etwa die Ehre? Wir sind alle Diener und Knechte eines und desselben Herrn, der den Wert eines jeden Menschen gar wohl kennt. So wir einander auch gegenseitig verkleinern wollten, was würden wir dadurch bezwecken im Angesichte dessen, der uns allezeit durch und durch schauet? Wir wissen also durchaus nicht, was wir aus diesem Gebote machen sollen. Soll dieses Gebot für künftige Zeiten gelten, falls uns der Herr einmal ein gesondertes Eigentum einräumen wollte? Wenn das, da lasse Er uns lieber so, wie wir sind, und das Gebot hebt sich von selbst auf.

8. Sehet, also räsonierte im Ernste auch hie und da das israelitische Volk, und solches war ihm in seiner Lage in der Wüste auch nicht zu verdenken; denn da war jeder gleich reich und gleich gross in seinem Ansehen.

9. Könnte aber nun nicht auch das gegenwärtige, neutestamentlich gläubige Volk vor dem Herrn räsonierend aufbegehren und sagen: O Herr! warum hast du denn dereinst ein solches Gebot gegeben, durch welches mit der Zeit den Menschen auf der Erde ein gesondertes Eigentumsrecht eingeräumt ward und eben zufolge dieses Eigentumsrechtes sich eine zahllose Menge von Dieben, Strassenräubern und Mördern gebildet hat? Hebe daher dieses Gebot auf, damit das Heer der Diebe, Mörder und Räuber und allerlei Betrüger und ein zweites Heer der Weltrichter aufhören möchte, jegliches in seiner Art aller Nächstenliebe ledig, tätig zu sein!

10. Ich sage hier: Der Aufruf lässt sich hören und erscheint unter dieser kritischen Beleuchtung als vollkommen billig. Wie und warum denn? Fürs erste kann man von Gott als dem allerhöchst liebevollsten Vater doch sicher nichts anderes als nur das allerhöchst Beste erwarten. Wie sollte man da wohl denken können, Gott, als der allerbeste Vater der Menschen, habe ihnen da eine Verfassung geben wollen, welche sie offenbar unglücklich machen muss, und zwar zeitlich und ewig?

11. Wenn man aber Gott die allerhöchste Güte, die allerhöchste Weisheit und somit die Allwissenheit notwendig zuschreiben muss, derzufolge Er doch wissen musste, welche Früchte ein solches Gebot unfehlbar tragen wird, da kann man doch nicht umhin zu fragen: Herr! warum hast Du uns ein solches Gebot gegeben, warum uns durch dasselbe nicht selten namenlos unglücklich gemacht? War es im Ernste also Dein Wille, oder hast Du dieses Gebot nicht gegeben, sondern die Menschen haben es erst nachträglich eingeschoben ihres Eigennutzes wegen, indem sie sich etwa vorgenommen haben, sich von der allgemeinen Zahl ihrer Brüder abzusondern und sich in solchem Zustande dann berechtigtermassen eigentümliche Schätze zu sammeln, um durch ihre Hilfe sich desto leichter als Herrscher über ihre gesamten armen Brüder zu erheben? Sehet, das alles lässt sich hören, und niemand kann solches in Abrede stellen. Man muss noch obendrauf einem menschlichen Verstande einige Körner echten Weihrauchs streuen, so er es in dieser Zeit wenigstens der Mühe wert gefunden hat, die Gesetze Mosis auf diese Weise kritisch zu beleuchten. Aber wer hat bei dieser Kritik etwas gewonnen? Die Menschen nicht und der Herr sicher auch nicht, denn es spricht sich in dieser Kritik die göttliche Liebe und Weisheit offenbar nicht aus.

12. Wie aber soll denn dieses Gesetz genommen und betrachtet werden, damit es als vollkommen geheiligt vor Gott und allen Menschen erscheint, dass es die höchste göttliche Liebe und Weisheit ausspreche und in sich die weiseste Fürsorge des Herrn zum zeitlichen und ewigen Glückseligkeitsgewinne trage? Also, wie es bis jetzt erklärt ward, besonders in der gegenwärtigen Zeit, hat es freilich nur Unheil verbreiten müssen. Daher wollen wir nach der Erbarmung des Herrn die wahre Bedeutung dieses Gebotes enthüllen, auf dass die Menschen darin fürder ihr Heil, aber nicht ihr Unheil finden sollen. Um aber das zu bewerkstelligen, werden wir vorerst betrachten, was unter dem Stehlen verstanden werden muss. –

Kapitel 83 – Was heisst „Stehlen“?

1. Dass anfänglich unter dem Begriffe „Stehlen“ unmöglich die eigenmächtige Wegnahme der materiellen Güter eines andern verstanden werden konnte, erhellt klar daraus, dass besonders zur Zeit der Gesetzgebung niemand aus dem israelitischen Volke ein Eigentum besass. Selbst als das Volk ins Gelobte Land gezogen war, war seine staatliche Verfassung so bestellt, dass niemand in diesem Lande ein vollrechtliches Eigentum besitzen konnte. Sondern es war dabei soviel als möglich auf eine Gütergemeinschaft abgesehen, und ein jeder dürftige Israelit, wenn er im übrigen in der göttlichen Ordnung lebte, musste allenthalben die gastfreundlichste Aufnahme und Unterkunft finden.

2. Wäre aber in diesem Gebote unter dem Stehlen die willkürliche und eigenmächtige Wegnahme des Gutes eines andern verstanden worden, so fiele, wie es im Verlaufe dieser Darstellung hinreichend klar gezeigt wurde, unfehlbar der Tadel auf den Gesetzgeber, indem Er dadurch gewisserart stillschweigend dem Erwerbe, der Industrie und somit auch dem Wucher das Wort gesprochen hätte. Denn das muss doch jedem Menschen auf den ersten Blick in die Augen fallen, so er nur eines etwas helleren Denkens fähig ist, dass das Eigentumsrecht dann als vollkommen sanktioniert und bestätigt eingeführt ist, sobald man ein Gesetz gibt, durch welches das Eigentum eines jeden als vollkommen gesichert erscheinen muss.

3. Wie könnte man aber auf der andern Seite ein solches Gesetz von jenem Gesetzgeber erwarten, der mit Seinem eigenen Munde zu Seinen Schülern gesprochen hat: „Sorget euch nicht, was ihr essen und trinken werdet und womit euren Leib bekleiden, denn das alles ist Sache der Heiden. Suchet vor allem das Reich Gottes; alles andere wird euch schon von selbst hinzufallen.“

4. Weiter spricht derselbe Gesetzgeber: „Die Vögel haben ihre Nester und die Füchse ihre Löcher, aber des Menschen Sohn hat nicht einen Stein, den Er unter sein Haupt lege!“ Andererseits wieder sehen wir Seine Schüler sogar an einem Sabbate Ähren raufen, also offenbar stehlen. Als sich aber die Eigentümer des Ackers darüber beschwerten, saget: wer bekam da von dem grossen Gesetzgeber den Verweis und eine recht empfindliche Zurechtweisung? Ihr brauchet nur im Buche nachzusehen und es wird euch alles klar sein.

5. Weiter sehen wir denselben Gesetzgeber einmal in der Lage, einen Mautzins entrichten zu müssen. Hat Er in Seine eigene Tasche gegriffen? O nein, sondern Er wusste, dass im nahen See ein Fisch einen verlornen Stater verschluckt hatte. Der Petrus musste hingehen, dem durch die Kraft des Herrn gehaltenen Fische die Münze aus dem Rachen nehmen und mit derselben den Mautzins bezahlen.

6. Ich frage aber: Hat nach euren Eigentumsrechten der Finder auf ein auf was immer für eine Weise gefundenes Gut das verfügbare Eigentumsrecht? Musste der grosse Gesetzgeber nicht wissen – oder wollte Er es nicht wissen –, dass Er von diesem im Fische gefundenen Gute nur auf ein Dritteil das verfügbare Eigentumsrecht hatte, und zwar erst nach vorausgegangener öffentlicher oder amtlicher Bekanntgebung seines Fundes? Er hat solches nicht getan. Sonach hat Er offenbar einen zweidritteiligen Diebstahl oder, was ebensoviel ist, eine Veruntreuung begangen.

7. Ferner liesse sich nach den Rechtsprinzipien fragen – wenn man voraussetzt, dass nur wenige Juden es in der Fülle wussten, wer eigentlich Christus war –, wer Ihm das Recht eingeräumt hat, die bewusste Eselin ihrem Eigentümer abnehmen zu lassen und sie dann Selbst nach Seinem Gutdünken zu gebrauchen.

8. Man wird hier sagen: Er war ja der Herr der ganzen Natur und Ihm gehörte ja ohnehin alles. Das ist richtig, aber wie spricht Er denn in weltlicher Hinsicht, dass des Menschen Sohn keinen Stein habe, und auf der andern Seite spricht Er, dass Er nicht gekommen ist, das Gesetz aufzuheben, sondern es zu erfüllen bis auf ein Häkchen.

9. Wenn wir Seine Geschichte verfolgen wollten, so würden wir noch manches finden, wo der grosse Gesetzgeber nach den gegenwärtigen Eigentumsrechtsprinzipien und nach der umfassenden juridischen Erklärung des siebenten Gebotes gegen eben diese Rechtsprinzipien sich offenbar vergriffen hat. Was würde hier dem geschehen, der einem Eigentümer einen Baum zerstörte oder der eine grosse Herde von Schweinen vernichtete und dem mehr? Ich meine, wir haben der Beispiele genug, aus denen sich mehr als klar ersehen lässt, dass der grosse Gesetzgeber mit diesem siebenten Gebote einen ganz anderen Sinn verbunden hat, als er nach der Zeit von der habsüchtigen und eigennützigen Menschheit ausgeheckt worden ist.

10. Man wird sagen: Das ist nun ganz klar und ersichtlich; aber welchen Sinn Er damit verbunden hat, das liegt noch hinter einem dichten Schleier! Ich aber sage: Nur Geduld! Haben wir bis jetzt die falsche Auffassung dieses Gebotes gehörig beleuchtet, so wird die rechte Bedeutung dieses Gebotes sich sicher auch leicht finden lassen; denn jemand, der die Nacht zu durchblicken vermag, dem darf es doch wohl nicht bange sein, dass er am Tage zu wenig Licht haben wird.

11. Was heisst denn hernach im eigentlichen wahren Sinne: „Du sollst nicht stehlen?“ – Im eigentlichen Sinne heisst das so viel:

12. Du sollst nimmer die göttliche Ordnung verlassen, dich nicht ausser dieselbe stellen und der Rechte Gottes dich bemächtigen wollen. –

13. Was aber sind diese Rechte und worin bestehen sie? Gott allein ist heilig und Ihm allein kommt alle Macht zu! Wen Gott selbst heiliget und ihm die Macht erteilt, der besitzt sie rechtmässig; wer sich aber selbst heiligt und die göttliche Macht an sich reisst, um im Glanze derselben eigennützig und habsüchtig zu herrschen, der ist im wahrhaftigen Sinne ein Dieb, ein Räuber und ein Mörder!

14. Wer also eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äussere Schein- und Trugmittel, seien sie irdischer oder geistiger Art, sich über seine Brüder erhebt, der ist’s, der dieses Gebot übertritt. In diesem Sinne wird es auch diese Kinder hier gelehrt, und ihnen auf praktischem Wege gezeigt, dass da kein Geist je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen soll, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung.

15. Man wird aber jetzt sagen: Wenn dem so ist, da ist das bekannte Stehlen und Rauben ja erlaubt. Ich aber sage: Nur Geduld, die nächste Folge soll alles ins klare Licht bringen. – Für jetzt aber wollen wir uns mit dem zufriedenstellen, indem wir einmal wissen, was unter dem Stehlen zu verstehen ist, und dass der Herr durch dieses Gebot nie ein Eigentumsrecht eingeführt hat. –

Kapitel 84 – Winke über die soziale Frage

1. Es lässt sich nun fragen, da der Herr nie ein Eigentumsrecht eingeführt und daher auch unmöglich je ein Gebot gegeben hat, durch welches man besonders ein erwuchertes Vermögen so vieler geiziger Wucherer respektieren soll, und das gegenüber einer Unzahl der allerärmsten Menschen, – ob man dann wohl stehlen dürfte, das nämlich, was sich solche „Wucherer“, dem göttlichen Gesetze zuwider, zusammengescharrt haben? Denn man nimmt doch einem Diebe nach den irdischen Gesetzen, sobald man ihn ertappt, seine gestohlenen Sachen weg. Sollte man denn nicht umso mehr das Recht haben, den allerbarsten Dieben und Räubern gegenüber dem göttlichen Gesetze ihre zusammengeraubten Reichtümer wegzunehmen und sie unter die Bedürftigen zu verteilen?

2. Nach dem Verstandesschlusse könnte man gegen diese Forderung gerade nichts einwenden; aber der rechte Mensch hat noch höhere Kräfte in sich als seinen Verstand. Was werden aber diese zu dieser Verstandesbilligung sagen?

3. Fragen wir unsere Nächstenliebe und unsere Gottesliebe. Was spricht sie in ihrem inwendigsten, ewig lebendigen Geiste aus Gott? Sie spricht nichts anderes, als was der Herr Selbst gesprochen hat, nämlich: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“ – Und wer sein äusseres Leben liebt, der wird das innere verlieren; wer aber sein äusseres Leben flieht und gering achtet, der wird das innere behalten. Das spricht alsdann der innere Geist.

4. Wir sehen nirgends eine Aufforderung, dass wir uns über die Güter der Reichen hermachen sollen. Der Herr Selbst spricht: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ So befiehlt Er auch nicht dem reichen Jünglinge, seine Güter zu verkaufen, sondern erteilt ihm nur den freundschaftlichen Rat nebst der Verheissung des ewigen Lebens.

5. Da wir sonach nirgends auf ein Gebot vom Herrn stossen, durch welches Er ausdrücklich befohlen hätte, sich irgendwie des Reichtums der Wucherer zu bemächtigen, so liegt es auch sicher klar am Tage, dass ein wahrhaftiger Christenmensch nicht das Recht hat, sich über die Güter der Reichen herzumachen. – Selbst derjenige, der in der grössten Not ist, hat vom Herrn aus kein irgend nachzuweisendes Recht, sich der Güter selbst eines barsten Diebes zu bemächtigen; wohl aber hat bei einem grossen Notzustande ein ganzes Volk das Recht dazu.

6. Warum denn? Weil dann der Herr Selbst im Volke waltend auftritt und bewirkt dadurch für die nimmersatten Wucherer ein gerechtes Gericht. – Nur sollte sich da niemand, ausser im höchsten Notfalle, erlauben, die Wucherer und die reichen Hartherzigen zu ermorden, sondern ihnen nur so viel von ihren höchst überflüssigen Schätzen wegzunehmen, als das Volk zu seiner Unterstützung nötigst bedarf, um sich wieder auf die Füsse des friedlichen Erwerbes stellen zu können.

7. Dem reichen Wucherer aber solle noch immer so viel gelassen werden, dass er auf der Welt keine Not leide; denn das ist ja sein einziger Lohn für seine Arbeit. Der Herr aber will niemanden strafen, sondern jedermann nur belohnen nach der Art seiner Tätigkeit.

8. Da der Reiche und Wucherer aber nach diesem Erdenleben nichts mehr zu erwarten hat, da ist es ja recht und billig, dass er für sein Talent dort seinen Lohn findet, wo er gearbeitet hat.

9. Zudem will der Herr auch keinen Menschen auf dieser Welt völlig richten, damit da für einen jeden die Möglichkeit noch vorhanden bleibe, sich freiwillig von der Welt abzuwenden und zum Herrn zurückzukehren. Würde nun solch einem reichen Wucherer alles weggenommen werden, so erscheint er schon als völlig gerichtet; denn Verzweiflung wird sich seiner bemächtigen und eine endlose Zornwut, in der er unmöglich je den Weg des Heils betreten kann. Ist ihm aber noch ein genügendes Vermögen gelassen worden, so ist er fürs erste keiner irdischen Not ausgesetzt und erscheint auch nicht als völlig unbelohnt für sein Spartalent; fürs zweite aber kann er in diesem Zustande als nicht völlig gerichtet ja auch noch den Rat befolgen, den der Herr dem reichen Jünglinge gegeben hat, und kann dadurch zum ewigen Leben gelangen.

10. Am wenigsten aber sollen bei solchen äussersten Unternehmungen von seiten eines tiefverarmten Volkes blutige Grausamkeiten ausgeübt werden; denn sobald solches geschieht, da wirkt nicht mehr der Herr mit dem Volke und das Volk wird seine Tat nicht gesegnet sehen! Denn wenn es heute siegen wird, so wird es morgen wieder geschlagen, und da wird ein Blut wider das andere fliessen! Nie soll der Mensch vergessen, dass alle Menschen seine Brüder sind. Was er unternimmt, das soll er stets mit einem liebeerfüllten Herzen unternehmen; niemandem soll er je etwas Böses tun wollen, sondern allezeit nur etwas Gutes, besonders im geistigen Teile zum ewigen Leben Wirkendes.

11. Ist so sein Sinn beschaffen, dann wird der Herr seine Handlung segnen, im Gegenteile aber verfluchen! Denn so der Herr Selbst niemandem ein ewig tödlicher Richter sein will, dem doch alle Gewalt im Himmel und auf Erden eigen ist, und Er niemanden zu fragen hat, was Er tun oder nicht tun soll, um so weniger soll ein Mensch auf der Erde etwas nach seinem argen Willen tun.

12. Wehe aber dem Volke, welches ohne die äusserste Notwendigkeit sich gegen die Reichen und Mächtigen erhebt! Das wird für seine Tat bitterst gezüchtigt werden; denn die Armut ist des Herrn. Wer den Herrn liebt, der liebt auch die Armut; der Reichtum und das Wohlleben aber ist der Welt und des Satans! Wer nach diesem trachtet, was der Welt ist, und es liebt, der hat sich vom Scheitel bis zur Zehe dem Satan einverleibt!

13. Solange also irgendein Volk sich des Tages nur einmal halbwegs sättigen und noch das Leben erhalten kann, so lange auch soll es sich nicht erheben. Wenn aber die Reichen und Wucherer beinahe alles an sich gerissen haben, so dass Tausenden von armen Menschen augenscheinlichst der Hungertod droht, dann ist es Zeit, sich zu erheben und die überflüssigen Güter der Reichen untereinander zu teilen; denn dann will es der Herr, dass die Reichen bis zu einem grossen Teile für ihre schändliche Eigenliebe und Habsucht gezüchtigt werden sollen.

14. Zum Schlusse der Abhandlung über dieses Gebot dürfte vielleicht noch jemand fragen, ob die Zinsnahme für geliehene Kapitalien nicht gewisserart auch wider das siebente Gebot ist? Da sage ich: Wenn in einem Staate der Zinsfuss gesetzlich bestimmt ist, so ist es auch erlaubt, nach diesem Zinsfusse von den Reichen die Interessen zu nehmen; hat aber jemand einem Bedürftigen ein erforderliches Kapital geliehen, so soll er dafür keine Zinsen verlangen.

15. Hat sich dieser Notdürftige mit diesem Kapital insoweit geholfen, dass er sich nun in seiner Gewerbshantierung bürgerlich wohl befindet, so soll er darauf bedacht sein, das geliehene Kapital seinem Freunde wieder zurückzuerstatten. Will er aus Dankbarkeit die gesetzlichen Zinsen zahlen, so soll sie der Ausleiher nicht annehmen, wohl aber den Rückzahler erinnern, solche an seine ärmeren Brüder zu verabfolgen nach seiner Kraft.

16. Ganz Armen aber soll niemand ein Kapital leihen, sondern was einer ihnen gibt, das soll er ihnen ganz geben. Das ist in dieser Hinsicht der Wille des Herrn. Wer ihn befolgt, der wird des Herrn Liebe haben.

flagge en  7th Commandmant… You shall not steal – What does steal mean ?…

   

7th Commandmant… You shall not steal

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101). The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Explanation of the 7th Commandment

Chapter 82 – The seventh commandment in the seventh classroom

1. We are in the seventh hall. See, in the middle of it on a tablet on a white pillar is written in a clearly legible font: “Thou shalt not steal!” Here, at the first sight of this law-table, the question inevitably comes to everyone’s mind:

2. What can be stolen here, since no one owns any property, but everyone is just a usufructuary of what the Lord gives? This question is natural and has its good meaning, but it can also be posed with the same right on the world- body; for even on the earth body, all that is there is the Lord’s, and yet men can steal from each other in every possible way.

3. Could not one also ask and say: has the Lord not created the world equally for all men, and does not every man have the same right to all that the created world offers for the various pleasures? But if the Lord has certainly created the world not only for individuals, but for all, and therefore everyone has the right to enjoy the products of the world according to his needs, what good was this commandment by which man is obviously given the right to own, creating the possibility for theft? For where there is no mine and no thine, but merely a universal everything for all, then I would like to see the one who, with all his will, could steal something from his neighbor.

4. Would it not have been wiser then, to abolish every right of ownership for all time, instead of giving the commandment by which a separate property right is dangerously granted? This commandment would therefore be completely dispensable, all property courts of the world would never have arisen, and people could easily live among themselves as true brothers.

5. It must be remembered that the Lord gave this commandment through Moses just at a time when not one person had any of his own wealth among all the numerous children of Israel; for the gold and silver taken from Egypt, was the common property of the people under the supervision of their leader.

6. But as far as clothing is concerned, it was extremely simple and so poor that a single garment in your present time would certainly not exceed the value of some poor cents. Not one of the Israelites had a supply of clothing, but what he wore was all he possessed.

7. Then came this commandment. Surely the Israelite people had to ask each other with wide eyes: What should we steal from each other? Perhaps our children, yet everyone is in this present distressing situation content to have as few children as possible? Should we steal each other’s pots? But what should we gain? Anyone who does not have a pot has the right to cook in the pot of his neighbor if he has something to cook. But if he has a pot, he will not have to seize another, so that he will have more to carry back and forth. It is truly unclear what we could steal from each other here. Each other’s honor? We are all servants and laborers of one and the same Lord, who knows well the value of each person. If we also wanted to belittle each other, what would we achieve in the face of Him who always sees us through and through? So we do not know what we should do with this commandment. Should this commandment be valid for future times, should the Lord once want to grant each of us a separate property? If that is, then He should rather leave us as we are, and the commandment will abolish itself.

8. See, so did the Israelite people occasionally reason in all seriousness, and in their position in the desert, they could not be blamed; because everyone was equal in riches and equal in reputation.

9. But could not the present people, believing in the New Testament, raise their heads before the Lord and say: O Lord! Why then did You once give such a commandment, by which a special right of ownership was granted to men on earth, and because of this right of ownership an innumerable multitude of thieves, robbers, and murderers were formed? Therefore, abolish this commandment, that the army of thieves, murderers and robbers, and all sorts of deceivers, and a second army of world judges, who have ceased to be active in all manners of charity, would stop their doing!

10. I say here: The call can be heard and appears under this critical lighting as completely valid. How and why? Firstly, one can certainly expect nothing but the very best from God as the most loving Father. How could one possibly think that God, as the very best Father of men, wanted to give them a constitution which must make them unhappy, temporally and eternally?

11. But if one must ascribe to God the supreme goodness, the highest wisdom, and thus omniscience, according to which He must know what fruit such a commandment will unfailingly bear, then one cannot help but wonder: Lord! Why did you give us such a commandment, why did we oftentimes become unspeakably unhappy because of it? Was it really Your will, or did You not give this commandment, but the people only added it later on because of their self-interest, for example, by isolating themselves from the general number of their brethren and then legitimising themselves in such a state to collect peculiar treasures, to help them rise more easily as rulers over all their poor brothers? See, all that can be heard, and nobody can deny it. On top of that, one has to sprinkle some grains of real frankincense on a human mind, at least during this time, if he found it worthwhile to critically illuminate the laws of Moses in this way. But who won anything in this review? Not the people and certainly not the Lord, because this criticism does not express the Divine love and wisdom.

12. But how then shall this law be taken and understood, that it may appear as perfectly sanctified before God and to all men, that it would utter the highest Divine love and wisdom, and bear in itself the wisdom of the Lord for temporal and eternal bliss? Well, as it has been explained up till now, especially presently, it has indeed only caused mischief. Therefore, by the Lord’s mercy, we want to reveal the true meaning of this commandment, that men should find in it their salvation, not mischief. But in order to accomplish this, we will first consider what must be understood by stealing.

Chapter 83 – What does ‘steal’ mean?

1. The fact that under the concept of “stealing” it was impossible at first to understand the unauthorized removal of the material possessions of another is clear from the fact that, especially at the time of legislation, no one from the Israelite people owned any property. Even when the people had moved into the Promised Land, their state constitution was ordered as such that no one could have full ownership in this land. But apart from that, property was communal as much as possible, and every poor Israelite, if he lived in the Divine order, could find everywhere the most hospitable reception and lodging.

2. But if in this commandment meant by “stealing”, the arbitrary and deliberate removal of the goods of another, then, as has been shown sufficiently clear in the course of this illustration, the blame would inevitably fall upon the legislator, thereby quietly procuring the industry and would also defend usury. For that must be obvious for everyone at first glance, if he is only capable of somewhat brighter thinking, that the right to property is then introduced as perfectly sanctioned and confirmed, as soon as one gives a law by which the property of each would be completely secured.

3. On the other hand, how could one expect such a law from that legislator who spoke to His disciples with His own mouth: “Do not worry about what you will eat and drink and what you will clothe your body with, because that is what the heathens are after. But above all, seek the kingdom of God; everything else will be given unto you.

4. The same legislator continues: “The birds have their nests, and the foxes their holes, but the Son of Man does not have a stone that He puts under his head!” On the other hand, we see His disciples even on a sabbath rubbing corn ears, and thereby obviously steal. But when the landlords complained about it, who got a reprimand and a very sensitive rebuke from the Great Lawmaker? You only have to look in the Book and everything will be clear to you.

5. We again see the same Legislator once in a position to pay a toll. Did He reach into His own pocket? Oh, no, He knew that in the nearby lake a fish had swallowed a lost stater. Peter had to go and take the coin out of the throat of the fish held by the power of the Lord and pay the toll with it.

6. But I ask: Does the finder have the right of ownership in any good find in whatever way? Did not the Great Lawgiver have to know – or did He not want to know – that of what He had found in the fish he had the right only for one third of it, and only after He made His find publicly or officially known? He did not do as such. Accordingly, He apparently committed a double theft or, basically, embezzlement.

7. Further, one might ask after the principles of law – assuming that few Jews fully knew who Christ actually was – who had granted Himself the right to have the known donkey taken from their owner, and then use it Himself at His own discretion.

8. One can say here: He is the Master of all nature and everything anyway belongs to Him. That is correct, but how then does He speak in worldly terms, saying that the Son of man has no stone, and on the other hand He says that He did not come to abrogate the law, but to fulfill it to the dot.

9. If we wanted to follow His story, we would still find many things where the Great Legislator, according to the present principles of property law and the comprehensive juridical explanation of the seventh commandment, has obviously transgressed these legal principles. What would happen to anyone who destroyed an owner’s tree or destroyed a large herd of pigs and more? I think we have enough of the examples that make it abundantly clear that the Great Lawmaker has intended with this seventh commandment, a very different meaning than was later given to it by a greedy and selfish humanity.

10. One can now say: This is now very clear and obvious, but the meaning He has connected it with, is still behind a dense veil! But I say: only patience! As we have until now properly illuminated the misconception of this commandment, the true meaning of this commandment will certainly be easy to find; for someone who can see in the night, will not be afraid that he will have too little light during the day.

11. What does it mean then after all, in the actual truest sense: “Thou shalt not steal?” – In the true sense it means as much as:

12. You should never abandon the Divine order, not put yourself out of it, and seize the rights of God.

13. But what are these rights and what do they consist of? God alone is holy and all power is His alone! Whom God sanctifies Himself and gives him power, he rightly owns it; but he who sanctifies himself and seizes the Divine power in order to rule in the luster of selfishness and avarice, is in the true sense a thief, a robber and a murderer!

14. Therefore, whoever is arbitrary and self-loving in whatever external appearances and deceptive means, be it earthly or spiritual, and rises above his brothers, it is he who transgresses this commandment. This is the sense in which this is taught to these children here, and it is shown in a practical way, that no spirit should ever arbitrarily use the power and might inherent in it, but only and at all times, in the Divine order.

15. But one will say now: If so, then the well-known stealing and robbing is allowed. But I say: Only patience, the next episode shall bring everything into the clear. But for now let us settle this by knowing what is meant by stealing, and that the Lord has never established a right of ownership by this commandment.

Chapter 84 – Comments on social issues

1. It can now be asked, since the Lord never introduced a right of ownership, and therefore never gave any commandment by which one should specifically respect the accumulated fortune of so many stingy usurers, and that in contrast to a host of the very poorest people, – whether one may then steal; namely, what such “usurers”, contrary to the Divine law, have accumulated? Because one takes away, according to earthly laws, the stolen items from a thief as soon as he is found. Should one then not have the right to take away from the most basic thieves and robbers who transgressed the Divine law, the accumulated riches and distribute them amongst the needy?

2. According to the intellectual conclusion, none could object to this demand; but the true man has higher powers in himself than his intellect. But what will these say to this intellectual endorsement?

3. Let us ask our charity and our love of God. What does it say in our innermost, eternally living spirit out of God? It says nothing but what the Lord Himself has spoken, namely: “My kingdom is not of this world – and who loves his outer life, he will lose the inner; but he who flees his outer life and pays little attention to it, will keep his inner self.” This is what the inner spirit speaks.

4. Nowhere do we see an invitation to help ourselves to the goods of the rich. The Lord Himself says: “Pay to the Emperor what belongs to the Emperor.” Likewise does He not command the rich young man to sell his goods, but only gives him friendly counsel and the promise of eternal life.

5. Therefore, since we nowhere come across a commandment from the Lord, by which He had expressly commanded to somehow seize the wealth of the usurers, it is certainly as clear as day, that a true Christian has no right to own the goods of the rich. Even the one who is in the greatest distress has no justifiable right to seize the goods of even the basest thief, but in the case of a great state of emergency, a whole people has the right to do so.

6. Why then? Because then the Lord Himself appears among the people as a ruler and thus causes a just judgment for the insatiable usurers. Not even then should anyone, except in the highest emergency, allow himself to assassinate the usurers and the hard-hearted rich, but should only take from them as much of their most superfluous treasures as the people need to support themselves, to get themselves on their feet and to be able to peacefully acquire sustenance again.

7. But to the rich usurer should still be left so much that he does not suffer in the world; because that is his only reward for his work. The Lord does not want to punish anyone, but only reward everyone according to the nature of his activity.

8. But since the rich and the usurer cannot expect anything after this earthly life, it is quite fair that he finds his reward for his talent there, where he worked.

9. The Lord also will not judge a person completely in this world, so that there can still be a possibility for everyone to voluntarily turn from the world and return to the Lord. If everything were taken away from such a rich usurer, he would already be completely judged; for despair will take possession of him and an endless anger, in which he can never possibly enter the path of salvation. But if a sufficient fortune has been left for him, he is for the time being exposed to no earthly misery and does not appear completely unrewarded for his austerity; but secondly, in this condition, he is not yet completely judged, and he still can obey the counsel that the Lord has given to the rich youth, to thereby attain eternal life.

10. But where such extreme action would be taken by a deeply impoverished people, it should never be done in a gruesome way; for as soon as this happens, the Lord no longer works with the people, and the people will not see their deeds blessed! For if they prevail today, they will be beaten again tomorrow, and one bloodbath will flow into the other! Man should never forget that all men are his brothers. He should always do what he does with a love-filled heart; He should never want to do anything bad to anyone, but only to do something good at all times, especially regarding the spiritual share of eternal life.

11. If this is his purpose, then the Lord will bless his action, but on the contrary, curse it! For if the Lord, even though all authority in heaven and on earth is His, and He has no one to query what He does or does not do, does Himself not want to be an eternally deadly Judge, the less should any man on earth do something according to his ardent will.

12. But woe to the people which rise without the utmost necessity against the rich and powerful! These will be bitterly punished for this act; because poverty is of the Lord. He who loves the Lord loves poverty too; the wealth and the well-being, however, are of the world and of Satan! He who seeks that which is of the world, and loves it, has taken Satan into himself from head to toe!

13. Therefore, as long as any people can only be partly saturated once a day and still be able to sustain life, so long should it not rise. But when the rich and usurers have taken almost everything, so that thousands of poor people are evidently threatened with starvation, then it is time to rise and share the superfluous goods of the rich among themselves; for then the Lord wants the rich to be chastised to a great extent for their shameful self-love and greed.

14. At the end of the treatise on this commandment, perhaps someone might ask whether the interest on borrowed capital is not, to a certain extent, contrary to the seventh commandment. Here I say: If in a state the interest rate is determined by law, then it is also permissible, according to this interest rate, to gather the interests of the rich; but if someone has lent necessary capital to a needy person, he should not charge any interest.

15. If this poor man has helped himself with this capital to the extent that he is now bourgeois in his trade, he should be inclined to repay the borrowed capital to his friend. If he wants to pay the legal interest out of gratitude, the lender should not accept it, but he should remind the payer to give it to his poorer brothers according to his ability.

16. But no one should lend capital to the utterly poor, but what one gives them, should be given to them completely. That is the will of the Lord in this regard. He who does this, will love the Lord. Since we have thus touched upon everything concerning this commandment, we may at once go to the Eighth Hall, where we shall learn a commandment which in many respects will be like this seventh one.

Gebot 6 … Du sollst nicht Unkeuschheit treiben und nicht ehebrechen – Commandment 6 … You shall not practice Unchastity, nor commit Adultery

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Das 6. Gebot … Du sollst nicht Unkeuschheit treiben und nicht ehebrechen

Jesus offenbart die Geistige Sonne durch Jakob Lorber

Kapitel 79 – Das 6. Gebot im sechsten Saale – Was ist Unkeuschheit?

1. Hier erblicken wir wieder eine Tafel in der Mitte des sechsten Saales. Auf der Tafel steht mit deutlich leserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben, nicht ehebrechen“. – Unverkennbar ist dies das sechste Gebot, welches der Herr durch Moses dem israelitischen Volke gegeben hat. Dieses Gebot ist sicher eines der schwierigsten, um es in seiner Grundbedingung zu erfassen und dann auch genau im Lebensgrunde zu beobachten.

2. Was wird eigentlich durch dieses Gebot verboten? – Und wen geht dieses Gebot überhaupt an, den Geist, die Seele oder den Leib? Wer soll da aus diesen drei Lebenspotenzen nicht Unkeuschheit treiben? Das wäre eine Frage. Was aber ist so ganz eigentlich die Unkeuschheit und was der Ehebruch? Ist die Unkeuschheit der gegenseitige Begattungsakt? Wenn das der Fall ist, so ist durch dieses Gebot auf jede Zeugung Beschlag gelegt; denn wir finden in dem einfachen Gebote durchaus keine bedingnisweise Ausnahme gestellt; es heisst einmal: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“.

3. Wenn also der Akt der Begattung gewisserart als der Kulminationspunkt der Unkeuschheit angesehen wird, so möchte ich selbst denjenigen kennen, der unter der gegenwärtigen Gestalt der Dinge auf der Erde eine Zeugung ohne diesen verbotenen Akt bewerkstelligen könnte. Ob jetzt in der Ehe oder ausser der Ehe, der Akt ist derselbe. Ob er wirklich in kinderzeugender Absicht begangen wird oder nicht, er ist derselbe. Zudem hat das Gebot selbst keine Bedingung in sich, durch welche eine geregelte Ehe von der Unkeuschheit ausgenommen wäre.

4. Andererseits betrachtet aber muss doch jedem Menschen einleuchtend sein, dass es dem Herrn an der Fortpflanzung des menschlichen Geschlechtes vorzugsweise gelegen ist und an einer weisen Erziehung desselben. Auf welchem Wege aber sollte sich das Menschengeschlecht fortpflanzen, wenn ihm der Zeugungsakt bei Strafe des ewigen Todes verboten ist? Ich meine, das kann ein jeder Mensch mit den Händen greifen, dass es hier offenbar einen Haken hat.

5. Dazu aber muss noch ein jeder sich notgedrungen selbst das Zeugnis geben, dass sicher bei keinem zu haltenden Gebote die Natur dem Menschen allgemein so mächtige Prügel unter die Füsse wirft, über die er stolpern muss, als eben bei diesem. – Ein jeder Mensch, wenn seine Erziehung einigermassen geordnet war, findet keinen Anstand, oder höchstens einen nur sehr geringen, in der Haltung der übrigen Gebote; aber bei diesem Gebote macht die Natur allezeit einen kräftigen Strich selbst durch die Rechnung eines Apostels Paulus!

6. Offenbar sehen wir eine Untersagung der fleischlichen Lust, welche mit dem Zeugungsakte unzertrennlich verbunden ist. Liegt also das Verbot nur an der fleischlichen Lust und nicht zugleich auch an dem Zeugungsakte, so fragt es sich, ob von dem ordnungsmässigen Zeugungsakte die fleischliche Lust zu trennen ist? Wer aus euch kann solches erweisen und behaupten, die beiden gesetzlich geordneten Ehegatten empfänden beim Zeugungsakte nicht auch die zeitliche Lust? Oder wo ist dasjenige Gattenpaar, das da nicht wenigstens zur Hälfte durch die bevorstehende fleischliche Lust zum Zeugungsakte aufgefordert worden wäre?

7. Wir sehen aber nun daraus, dass wir mit diesem Gebote hinsichtlich der Unkeuschheit in Anwendung auf den leiblichen Zeugungsakt durchaus nicht aufkommen können. Entweder muss es einen reinen Zeugungsakt geben, der mit der Fleischeslust nichts zu tun hat, oder, wenn sich ein solcher Akt nicht erweisen lässt, muss der fleischliche Zeugungsakt nicht unter diesem Gesetze stehen und als eine freiwillkürliche, straflose Handlung des Menschen angesehen werden. – Denn solches ist schon bemerkt, dass sich das Gesetz schonungslos und jeder ausnahmsweisen Bedingung ledig ausspricht.

8. Das notwendige Bestehen der Menschen aber spricht sich laut gegen das Verbot dieses Aktes aus, sowie die allezeit schonungslos begehrende Natur. Denn da mag jemand sein, wes Standes er will, so wird er davon nicht freigesprochen, wenn er zu seiner Reife gelangt ist. Er müsste sich denn verstümmeln lassen und seine Natur töten, sonst tut es sich wenigstens in seiner Begierlichkeit dazu auf keinen Fall, wenn er auch durch äussere Umstände von der Aktivität abgehalten wird.

9. Also mit dem Fleische tut es sich auf keinen Fall. Vielleicht geht dieses Gesetz allein die Seele an? Ich meine, da die Seele durchaus das lebende Prinzip des Leibes ist und die freie Aktion desselben rein von der Seele abhängt, ohne welche das Fleisch tot ist, so dürfte es denn doch wohl schwerlich irgendwo einen Supergelehrten geben, der da im Ernste behaupten könnte, die Seele habe mit den freien Handlungen des Leibes nichts zu tun.

10. Der Leib ist ja doch nur das Werkzeug der Seele, künstlich eingerichtet zu ihrem Gebrauche; was soll es demnach mit einem Gebote allein für den Leib, der an und für sich eine tote Maschine ist? Wenn jemand mit einer Hacke einen ungeschickten Hieb gemacht hat, war da wohl die Hacke schuld oder seine Hand? Ich meine, solches wird doch niemand behaupten wollen, dass hier der Hacke der ungeschickte Hieb zuzuschreiben sei.

11. Ebensowenig kann man auch den Zeugungsakt als eine sündige Handlung dem Leibe zuschreiben, sondern allein nur dem handelnden Prinzip, das hier die lebendige Seele ist. Also muss auch unsere bisherige kritische Beleuchtung dieses Gebotes bloss der Seele gelten, welche im Fleische denkt, will und handelt; und so ist eben die Seele nach dem verlaufenden Kriterium notwendig frei von diesem Gebote. Also mit der Seele geht es auch nicht; so wird es doch mit dem Geiste gehen? Wir wollen sehen, was sich da der Geist wird abgewinnen lassen.

12. Was ist denn der Geist? Der Geist ist das eigentliche Lebensprinzip der Seele, und die Seele ist ohne den Geist nichts als ein substantiell ätherisches Organ, welches wohl zur Aufnahme des Lebens alle Fähigkeit besitzt, aber ohne den Geist nichts ist als ein substantiell-geistig-ätherischer Polyp, der seine Arme fortwährend nach dem Leben ausbreitet und alles einsaugt, was seiner Natur entspricht.

13. Die Seele ohne den Geist ist also eine bloss stumme polarische Kraft, welche den stumpfen Sinn nach Sättigung in sich trägt, selbst aber keine Urteilskraft besitzt, daraus ihr klar würde, womit sie sich sättigt und wozu ihr die Sättigung dient. Sie ist zu vergleichen mit einem Erzkretin, der keine andere Begierde in sich verspürt als diejenige, sich zu sättigen. Womit und warum? Davon hat er keinen Begriff. Wenn er einen grossen Hunger verspürt, so frisst er, was ihm unterkommt, ob Unrat oder ob Brot oder eine barste Kost für Schweine, das ist ihm gleich.

14. Sehet, dasselbe ist die Seele ohne den Geist. Und diese angeführten Kretins haben eben auch bloss ein seelisches Leben, das heisst, in deren Seele ist entweder ein zu schwacher Geist oder oft auch gar kein Geist vorhanden. Dass aber solches der Fall ist, dazu brauchet ihr nichts als nur einen Blick in die Welt der finsteren Geister zu werfen; was sind diese? Sie sind nach dem Tode fortlebende Seelen, die bei Leibesleben auf die leichtsinnigste und oft böswilligste Weise ihren Geist in sich so sehr geschwächt und niedergedrückt haben, dass er ihnen in solchem Zustand kaum die kargst zugemessene Lebenserregung zu verschaffen imstande ist, bei der aber alle Lebensvorteile nicht selten im ewigen Hintergrund bleiben müssen!

15. Wie aber gebärden sich solche Wesen jenseits gegenüber den seligen lebendigen Geistern? Nicht anders als pure Trottel, also geistige Kretins, in aller Weise noch missgestaltet, so dass nicht selten von einer menschlichen Gestalt nicht die leiseste Spur mehr zu entdecken ist. Diese Wesen sind in der Geisterwelt in ihrer Handlungsweise so wenig mehr zurechnungsfähig wie die Trottel bei euch auf der Erde. Daraus aber geht nun hervor, dass nicht die Seele an und für sich, sondern nur im Besitze des Geistes, dem allein das freie Wollen innewohnt, zurechnungsfähig ist, im Grunde also nur der Geist.

16. Wenn aber das nun evident erwiesen ist, so fragt sich: Wie und auf welche Weise kann denn der absolute Geist Unkeuschheit treiben? Kann der Geist fleischliche Begierden haben? Ich meine, einen grösseren Widerspruch dürfte es kaum geben als den, so sich jemand wollte im Ernste einen „fleischlichen Geist“ denken, der notgedrungenermassen materiell sein müsste, um selbst grobmaterielle Begierden in sich zu haben.

17. Wenn aber schon ein Arrestant an seinem Arreste sicher nicht das grösste Wohlbehagen findet, so wird umsomehr der absolute Geist noch eine geringere Passion haben, sich mit seinem freiesten Wesen mit der groben Materie auf immer zu verbinden und an derselben seine Lust zu finden. In diesem Sinne ist also ein Unkeuschheit treibender Geist doch sicher der grösste Unsinn, den je ein Mensch aussprechen kann. Nun fragt sich demnach: Was ist also die Unkeuschheit, und wer soll dieselbe nicht treiben, indem wir gesehen haben, dass sowohl der Leib als auch die Seele und der Geist für sich nicht Unkeuschheit treiben können, so wie wir sie bisher kennen? –

Kapitel 80 – Über zweierlei Liebe.

1. Es dürften zwar einige sagen: Moses hat sich später darüber näher ausgesprochen, indem er den Zeugungsakt ordnungsmässig nur zwischen den gesegneten Ehegatten erlaubt, anderartig aber verboten hat, und hat auf die anderartige Zeugung, besonders wenn ein verheirateter Mann mit dem Weibe eines anderen Mannes diesen Akt begehen möchte, verordnet, dass solch eine Tat als Ehebruch zu betrachten sei und die Ehebrecher sich beiderseits des Todes schuldig machen. Solches ist richtig, aber nachträgliche Verordnungen geben dem einfach im Anfange gegebenen Gesetze dennoch keine andere Gestalt. Wer sich daran binden will, muss im ersten Gesetze seinen Prozess behaupten; denn weder die Unkeuschheit noch der Ehebruch sind darin auf eine bestimmte Art verboten.

2. Wir haben bisher klar erläutert, was man allenfalls unter der Unkeuschheit verstehen könnte. Nachdem aber alles das auf den Zeugungsakt hinweist, so kann man auch die von uns bisher als bekannt angenommene Art der Unkeuschheit unmöglich durch dieses Gesetz als verboten ansehen.

3. Nun aber meldet sich ein in der Sache Wohlerfahrener, dieser spricht: Unter Unkeuschheit, die da verboten ist, wird bloss die leere Befriedigung des sinnlichen Triebes verstanden. Gut, sage ich; wenn aber ein Mann mit eines anderen Mannes Weibe, die von ihrem Manne nicht befruchtet werden kann, im Ernste ein Kind zeugt, frage, kann ihm das als sündiger Ehebruch angerechnet werden? Ich frage weiter: Wenn ein Jüngling, von seiner Natur getrieben, mit einem Mädchen ein Kind gezeugt hat, kann ihm das zur Sünde der Unkeuschheit angerechnet werden?

4. Ich frage weiter: Wenn ein Mann aus der Erfahrung weiss, dass sein Weib nicht befruchtungsfähig ist, er beschläft sie aber dennoch, weil sie ein üppiges Fleisch hat, das ihn reizt, er also doch offenbar seinen sinnlichen Trieb leer befriedigt; kann ihm dieser Akt zur Sünde der Unkeuschheit angerechnet werden?

5. Ich frage weiter: Es gibt besonders in dieser Zeit, wie es sie auch zu allen Zeiten gegeben hat, eine Unzahl Menschen beiderlei Geschlechtes, welche gar wohl zeugungsfähig sind und eine sie mächtig drängende Natur besitzen; aber sie sind vermöge politischer und dürftiger Verhältnisse nicht imstande, sich zu verehelichen. Wenn nun solche doppelt bedrängte Menschen den Akt der Zeugung begehen, sündigen sie wider dieses sechste Gebot?

6. Man wird sagen: Sie sollen ihren Trieb Gott aufopfern und sich nicht begatten, so werden sie nicht sündigen. Ich aber sage: Welch ein Richter kann solch einen Fehler als eine wirkliche Sünde erklären? Was hat denn der Reiche darum für ein Verdienst, dass er sich ein ordentliches Weib nehmen kann, vor dem Armen, der dieser Glückseligkeit entbehren muss? Soll somit der Bemittelte ein grösseres Recht auf die Zeugung seinesgleichen haben als der Arme? Heiligt also das Geld die Zeugung darum, weil sich der Reiche in den ordentlichen Besitz eines Weibes setzen kann, was tausend Unbemittelten unmöglich ist?

7. Dazu lässt sich noch fragen: Wer ist denn so ganz eigentlich schuld an der vielfachen Verarmung der Menschen? Sicher niemand anderer als der glückliche Reiche, der durch seine eigennützige Spekulation viele Schätze an sich zieht, durch welche nicht selten tausend Menschen sich für den ordentlichen Ehestand hinreichend befähigen könnten. Und dennoch sollte da der reiche Ehemann allein von der Sünde der Unkeuschheit frei sein, so er mit seinem ordentlichen Weibe Kinder zeugt, und der Arme allein sollte der Sündenbock sein, weil er sich eben kein Weib nehmen kann? Wäre das nicht geradeso geurteilt, als so man auf der Erde irgendeinen Wallfahrtsort bestimmen möchte und dazu ein Gebot gäbe, demzufolge niemand zu Fuss diesen Ort besuchen darf, um dort irgendeine sein sollende Gnade zu empfangen, sondern ein jeder, der diesen Ort besucht und eine Gnade empfangen will, muss in einer höchst eleganten Equipage dahin gefahren kommen?

8. Wer ein solches Gebot für gerecht finden sollte, der müsste doch sicher im Ernste von einer solchen Welt sein, von welcher der Schöpfer Himmels und der Erde selbst nichts weiss, das heisst von einer Welt, die nirgends existiert; oder er müsste ein Abgeordneter des Satans sein!

9. Wir sehen aber nun aus diesen Betrachtungen, dass es sich mit der Erklärung unseres sechsten Gebotes durchaus nicht tut. Was werden wir denn anfangen, um diesem Gebote einen vollgültigen Sinn abzugewinnen? Ich sage euch im voraus: Es ist die Sache nicht so leicht, als es sich jemand vorstellen möchte. Ja, ich sage:

10. Um den richtigen Sinn dieses Gebotes zu gewinnen, muss man ganz tief greifen und die Sache in der Grundwurzel fassen; sonst wird man sich dabei immer in der zweifelhaften Lage befinden, in der man leichtlich das, was nicht im entferntesten Sinne eine Sünde ist, als Sünde betrachten wird, und was wirklich eine Sünde ist, kaum der Mühe wert halten, es als eine Sünde zu betrachten.

11. Wo aber ist diese Wurzel? Wir werden sie sogleich haben. Ihr wisset, dass die Liebe der Urgrund und die Grundbedingung aller Dinge ist. Ohne Liebe wäre nie ein Ding erschaffen worden, und ohne die Liebe wäre so wenig irgendein Dasein denkbar, als wie wenig sich je ohne die wechselseitige Anziehungskraft eine Welt nach dem Willen des Schöpfers gebildet hätte. Wer das etwa nicht fassen sollte, der denke sich nur von einer Welt die wechselseitige Anziehungskraft hinweg, und sobald wird er sehen, wie sich alle Atome einer Welt plötzlich voneinander trennen und sich verflüchtigen werden wie ins Nichts.

12. Also ist die Liebe der Grund von allem und ist zugleich der Schlüssel zu allen Geheimnissen.

13. Wie aber lässt sich eben die Liebe mit unserem sechsten Gebot in eine erklärende Verbindung bringen? Ich sage euch, nichts leichter als das, indem bei keinem Akte in der Welt die Liebe so innig verwoben ist wie gerade bei dem, den wir zu den unkeuschsündigen rechnen.

14. Wir wissen aber, dass der Mensch einer zweifachen Liebe fähig ist, nämlich der göttlichen, welche aller Selbstliebe entgegen, und der Selbstliebe, welche aller göttlichen Liebe entgegen ist.

15. Nun fragt es sich: So jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund, die Eigenliebe, unter deren Botmässigkeit auch jegliche Genusssucht steht, oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend? Sehet, wir sind jetzt schon ziemlich dem eigentlichen Hauptkerne auf der Spur.

16. Setzen wir nun zwei Menschen: der eine begeht den Akt aus selbstsüchtiger Genusssucht, der andere aber in dankbarer Andacht für die Zeugungsfähigkeit, seinen Samen einem Weibe mitzuteilen, um in ihr eine Frucht zu erwecken. Welcher von den beiden hat denn gesündigt? Ich glaube, hier einen Richter zu machen und ein rechtes Urteil zu fällen, wird eben nicht schwer sein.

17. Damit uns aber die Sache völlig klar wird, müssen wir uns auch mit dem Begriffe „Unkeuschheit“ näher vertraut machen. Was ist Keuschheit und was ist Unkeuschheit? Keuschheit ist derjenige Gemütszustand des Menschen, in welchem er aller Selbstsucht ledig ist, oder in dem er rein ist von allen Makeln der Eigenliebe. Unkeuschheit ist derjenige Gemütszustand, in welchem der Mensch nur sich selbst berücksichtigt, für sich selbst handelt und seines Nebenmenschen, besonders in Berücksichtigung des Weibes, gänzlich vergisst.

18. Die Selbstsucht aber ist nirgends schmählicher, als wie gerade bei dem Akte, wo es sich um die Fortzeugung eines Menschen handelt. Warum denn? Die Ursache liegt am Tage. Wie der Grund, wie der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche Liebe, also die Keuschheit der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe, Selbst- und Genusssucht, also der unkeusche Zustand des Gemütes der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen?

19. Sehet, in dem liegt es, was durch das sechste Gebot verboten ist. Wäre dieses Gebot beobachtet worden, so wäre die Erde noch ein Himmel, denn es gäbe auf ihr keinen selbstsüchtigen und herrschsüchtigen Menschen! Aber dieses Gebot ist schon im Anbeginne der Menschen übertreten worden, und die Frucht dieser Übertretung war der eigennützige und selbstsüchtige Kain.

20. Aus dem aber geht hervor, dass nicht nur die sogenannte fälschlich bezeichnete „Unzucht“, welche man besser „Genusssucht“ nennen sollte, in die Reihe unserer zu behandelnden Sünde gehört, sondern jegliche Genusssucht, wie gestaltet sie auch immer sein mag, besonders aber, wenn ein Mann das ohnehin schwache Weib sich eigennützig zum genusssüchtigen Nutzen macht, ist als Sünde der Unkeuschheit zu betrachten. – Ein kurzer Verfolg wird uns die Sache noch klarer vor die Augen bringen. –

Kapitel 81 – Was ist Hurerei?

1. Man könnte hier sagen, indem es im sechsten Gebote nur heisst: „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“, dass da die Hurerei nicht als verboten angesehen werden kann, da es im sechsten Gebote nirgends heisst: Du sollst nicht Hurerei treiben. – Ich aber sage: Was ist die Hurerei, welcher Art sie auch sein mag, geistig oder fleischlich? Sie ist eine sichere Anbequemung des Lasters, und zwar auf folgende Weise: Man philosophiert sich über die sündige Möglichkeit hinweg, setzt alle Erscheinungen in das Gebiet „natürlicher Bedürfnisse“. Wenn jemandem seine eigene Wesenheit die Forderung kundgibt, sie zu befriedigen, so tut der Mensch zufolge seines Verstandes und seiner Erfindungskraft ja nur etwas Lobenswertes und Erspriessliches, so er für alle zu fordernden Bedürfnisse seiner Natur Mittel zustande bringt, durch welche denselben Genüge geleistet werden kann. Das Tier muss zwar seine Bedürfnisse in der rohesten instinktmässigen Art befriedigen, weil es keinen Verstand, keine Vernunft und keinen Erfindungsgeist hat. Dadurch aber erhebt sich ja eben der Mensch über das gemein naturmässig Tierische, dass er allein den Anforderungen seiner Art auf eine raffinierte Weise Genüge leisten kann. Daher sagt der Verstand des Kulturmenschen:

2. Wer kann einem Menschen zur Sünde rechnen, so er sich mit Hilfe seines Verstandes ein stattliches Haus zur Bewohnung erbaut, und somit ein ehemaliges Erdloch oder einen hohlen Baum mit demselben vertauscht? Wer kann einem Menschen zur Sünde anrechnen, so er die Baumfrüchte veredelt, aus den sauren Äpfeln und Birnen süsse und wohlschmeckende erzeugt? Wer kann einem Menschen zur Sünde anrechnen, wenn er sich einen Wagen erbaut, das Pferd zähmt, und dann viel bequemer eine Reise macht als mit seinen eigenen schwachen, leidigen Füssen? Wer ferner kann noch dem Menschen zum Fehler anrechnen, so er sich die Naturfrüchte zu seiner Nahrung kocht und würzt und sie ihm wohlschmeckender macht? Oder sind die Dinge in der Welt für einen anderen als für den Menschen erschaffen worden, damit er sie zweckdienlich benützen sollte? –

3. Wie viel Schönes und Nützliches hat der Mensch zu seiner Bequemlichkeit und zu seiner Erheiterung! Sollte ihm das zum Fehler angerechnet werden, so er durch seinen Verstand seinem Schöpfer Ehre macht, ohne den der Weltkörper so unkultiviert dastände wie eine barste Wüste, auf der alles durcheinanderwüchse in chaotischer Unordnung wie Kraut, Rüben und Brennesseln?

4. Wenn aber dem Menschen die verschiedenartige Kultivierung des Erdbodens doch unmöglich zu einem Fehler angerechnet werden kann, obschon sie in sich durchaus kein anderes Zweckdienliches enthält als den angenehmeren und bequemeren Genuss der Dinge in der Welt; so wird doch andererseits auch ein raffinierter Zeugungsgenuss dem Menschen mitnichten können zum Fehler angerechnet werden, indem sich sonst selbst der gebildetste Mensch in diesem Akte am wenigsten von dem Tiere unterschieden hat. Also auch dieser Trieb des Menschen muss auf eine veredeltere und raffiniertere Weise befriedigt werden können, und das aus demselben Grunde, aus welchem man sich bequeme Wohnhäuser erbaut, weiche Kleider verfertigt, geschmackvolle Speisen bereitet, u. dgl. Annehmlichkeiten mehr.

5. Man nehme nur den Fall, ein Mensch gebildeten Standes hat zu seiner Befriedigung die Wahl zwischen zwei Weibspersonen, die eine ist eine schmutzige, gemeine Bauernmagd, die andere aber als die Tochter eines ansehnlichen Hauses ist ein wohlerzogenes, sehr nett gekleidetes, am ganzen Leibe makelloses und sonst üppiges und reizendes Mädchen. Frage: Wonach wird der gebildete Mann greifen? Die Antwort wird hier kein Kopfzerbrechen brauchen; sicher nach Nr. 2 – denn vor Nr. 1 wird es ihm ekeln. Also ist auch hier eine Verfeinerung sicher am zweckdienlichsten Platze, weil der Mensch durch sie beurkundet, dass er ein höheres Wesen ist, welches alles Unangenehme und Schmutzige zu reinigen und angenehmer darzustellen die volle Macht und Kraft in sich hat.

6. Da aber der Mann wie das Weib in dieser Hinsicht ein öfteres Bedürfnis sich zu befriedigen in sich stark wahrnehmen, wobei man doch nicht allezeit die Anforderung machen kann, ein Kind zu erzeugen, wird es da wider die Gebühr der Ausübung seiner Verstandeskräfte sein, wenn er die Mittel aufstellt, durch welche die Befriedigung dieses Triebes zuwege gebracht werden kann, sei es nur durch den blinden Beischlaf mit den Weibern oder durch Selbstbefriedigung oder im Notfalle durch die sogenannte Knabenschändung? Denn dadurch unterscheidet sich ja eben auch der Mensch von dem Tiere, dass er diesen am meisten naturmässigen Trieb auf anderen Wegen befriedigen kann als gerade auf jenen nur, auf die er von der rohen Natur angewiesen wurde. Und sonach sind ja ganz besonders wohlkonditionierte Bordellhäuser und dergleichen Anstalten mehr zu billigen, und können dem Verstande des Menschen keineswegs zur Unehre, sondern nur zur Ehre gereichen!?

7. Sehet, was lässt sich, naturmässig betrachtet, allem dem entgegen einwenden? Denn das ist richtig, dass das Tier dergleichen Kultivierungen und allerlei Nuancierungen in der Befriedigung seines Geschlechtstriebes nimmer zuwege bringen kann; und so ist darin gewisserart eine Meisterschaft des menschlichen Verstandes unleugbar zu entdecken. Das alles ist richtig, das Tier hat in allem dem seine Zeit, ausser welcher es stumpf für die Befriedigung dieses Triebes bleibt.

8. Aber was ist alle diese Raffinesse? Das ist eine kurze Frage, aber ihre Beantwortung ist gross und gewichtig. – Diese Raffinesse hat doch sicher nichts anderes zum Grundmotive als die entsetzlich leidige Genusssucht. Die Genusssucht aber, wissen wir, ist ein unverkennbares Kind der Eigenliebe, welche mit der Herrschliebe ganz identisch einhergeht.

9. Es ist wahr, in einem stattlichen Hause lässt sich angenehmer wohnen denn in einer niedrigen Erdhütte. Betrachten wir aber die Einwohner! Wie stolz und hochtrabend sehen wir den Bewohner eines Palastes einhergehen, und wie zerknirscht beugt sich der schlichte Hüttenbewohner vor einem solchen glänzenden Palastherrn!

10. Betrachten wir die Bewohner einer grossen Stadt und dagegen die eines kleinen Bauerndorfes. Die Bewohner der grossen Stadt wissen sich vor lauter Genusssucht nicht zu helfen, alle wollen angenehm leben, alle sich unterhalten, alle glänzen und womöglich ein bisschen herrschen. Kommt ein armer Landbewohner in die grosse Stadt, so muss er wenigstens einen jeden Stiefelputzer usw. „Euer Gnaden“ anreden, will er sich nicht irgendeiner Grobheit aussetzen.

11. Gehen wir aber ins Dorf, da werden wir noch Hausväter antreffen, nicht selten friedliche Nachbarn, welche sich nicht „Euer Gnaden“ und „Herrn von“ titulieren. Was ist da wohl vorzuziehen, wenn ein Bauer zum andern spricht: „Bruder!“ oder wenn in der Stadt ein nur wenig Bemittelter einen etwas mehr Bemittelten „Euer Gnaden“ und „Herr von“ und dgl. mehr anspricht?

12. Ich meine, es wird kaum nötig sein, dergleichen unsinnige Ausgeburten der Raffinesse des menschlichen Verstandes noch weiter zu verfolgen, sondern wir können sogleich den Hauptspruch machen: Alle derartige genusssüchtige Verfeinerungen sind nach vorangehender Betrachtung nichts als Abgöttereien; denn sie sind Opfer des menschlichen Geistes an die äussere tote Naturmässigkeit.

13. Sind sie aber Abgöttereien, so sind sie auch die barste Hurerei, und dass sie nicht in die Sphäre der Keuschheit aufgenommen werden können, beweist ihre Tendenz.

14. Warum wurde Babel eine „Hure“ genannt? Weil dort jede erdenkliche Raffinerie zu Hause war. Also heisst auch „die Hurerei treiben“ im eigentlichen Sinne: der Unkeuschheit dienen nach aller Lebenskraft. So ist ein reicher Ehemann, der sich des alleinigen Genusses wegen ein üppiges und geiles Weib genommen hat, nichts als ein barster Hurer und das Weib eine barste Hure. Und eben also wird auch hier diesen Kindern die Unkeuschheit in ihrem Fundamente gezeigt, wie sie nämlich eine allerbarste Selbst- und Genusssucht ist.

15. Es war notwendig, dieses Gebot für euch gründlicher zu beleuchten, weil sich der Mensch über kein Gebot so leicht hinwegsetzt wie über dieses. – Ich meine daher, dass ihr nun auch diesen Vortrag verstehet; und so wollen wir uns denn auch sogleich in den siebenten Saal begeben.

flagge en  You shall not practice Unchastity, nor commit Adultery

   

The 6th Commandment …
You shall not practice Unchastity, nor commit Adultery

Jesus reveals the spiritual Sun thru Jakob Lorber

Chapter 79 – The sixth commandment in the sixth room – What is unchastity?

79,1. Here again we see a tablet in the middle of the sixth room. On the board is written in clearly legible writing: “Thou shalt not practice unchastity, nor commit adultery.” This is unmistakably the sixth commandment that the Lord has given to the Israelite people through Moses (Exodus 20:14, Deuteronomy 5:18, Matthew 5:27). This commandment is certainly one of the most difficult to grasp in its fundamental condition and then to exactly observe it in the very basis of life.

79,2. What is forbidden by this commandment? – And who cares about this commandment, the spirit, the soul or the body? Who is not supposed to drive unchastity out of these three life potentials? That would be a question. But what is actually the unchastity and what the adultery? Is unchastity the mutual act of mating? If that is the case, then by this commandment every act of procreation is included; for in this simple commandment we find absolutely no conditional exception; it is said, “Thou shalt not practice unchastity.

79,3. So if the act of intercourse is, in a certain way, regarded as the culmination of unchastity, I would like to know even the one who, under the present form of things on earth, could beget a generation without this forbidden act. Whether in marriage or out of marriage, the act is the same. Whether he is really committed with the intent of child-making or not, it is the same. Moreover, the commandment itself has no condition in which a regular marriage would be exempt from unchastity.

79,4. On the other hand, however, every human being must understand that the Lord is very much in favor of the reproduction of the human race, and to a wise education of the same. But by what means should the human race reproduce, if the act of procreation is forbidden on punishment of eternal death? I think that every human being can easily understand that there is a catch here.

79,5. But for that, everyone must necessarily bear witness that, among all the commandments that should be kept, nature will generally throw a mighty stick before the feet of man over which he must stumble, as with exactly this one. Anyone who enjoyed an even moderately decent education, has no problem, or at most only a very slight one, in the keeping of the other commandments; but with this commandment, nature always draws a strong line, even through the account of the apostle Paul!

79,6. We see an apparent prohibition of carnal pleasure, which is inseparably connected with the act of procreation. If, then, the prohibition lies only in carnal pleasure and not at the same time also in the act of procreation, then it is to be wondered whether carnal pleasure can be separated from the orderly act of procreation? Who among you can prove this and claim that two legally ordered spouses do not feel the temporal desire in the act of procreation? Or where is that couple that would not have been at least halfway driven by the imminent carnal desire for the act of procreation?

79,7. But we can see from this that we cannot possibly understand this commandment with regard to unchastity with regard to the bodily act of procreation. There must be either a pure act of procreation which has nothing to do with the lust of the flesh, or if such an act cannot be proved, the carnal act of procreation need not stand under this law and be regarded as a voluntary, unpunishable act of people. For it has been said before that the law is relentlessly expressed and without room for exception.

79,8. The necessary existence of people speaks out loud against the prohibition of this act, as well as the always relentlessly desiring nature. For, regardless of someone’s class, he will not be acquitted of it when he has reached maturity. He would then have to kill his nature through mutilation, for nothing would curb his concupiscence by any means, even if he would be prevented from doing so by external circumstances.

79,9. So is there nothing to be done with the flesh. Maybe this law affects only the soul? I mean, since the soul is quite the living principle of the body and the free action of it depends purely on the soul, which is dead without the flesh, then it would hardly be difficult to find a super-scholar anywhere who could seriously claim that the soul has nothing to do with the free actions of the body.

79,10. After all, the body is only a tool of the soul, artfully furnished for its use; So what can we do with a commandment only applicable to the body, which in and of itself is a dead machine? If someone made a clumsy hit with a hoe, was it the fault of the hoe or his hand? I think nobody would to say that it is the hoe’s fault.

79,11. Neither can one attribute the act of procreation to the body as a sinful act, but only to the acting principle, which here is the living soul. Thus, our previous critical illumination of this commandment must apply only to the soul which thinks, wants and acts in the flesh; and so the soul is necessarily free from this commandment, according to the applied criterion. So, since it’s not possible with the soul either; will it be applicable to the spirit? We shall see what is to be gained with the spirit.

79,12. What is the spirit? The spirit is the real life-principle of the soul, and without the spirit, the soul is nothing but a substantial etheric organ, which possesses all ability to absorb life, but without the spirit is nothing but a substantial-spiritual-etheric polyp, only continuously spreading its arms after life and suck up everything that corresponds to its nature.

79,13. The soul without the spirit is therefore a mere dumb polar force, which carries the dull sense of satiety in itself, but possesses no judgment, from which it would become clear, with what it saturates itself and what this saturation serves for. It is comparable to an arch-cretin who feels no desire other than to satisfy himself. With what and why? He himself has no idea. When he feels a great hunger, he eats what comes to his aid, whether it be filth, or bread, or the impure food for pigs, all is equal to him.

79,14. See, the same it is with the soul without the spirit. And these driven cretins have also only a soul life, that is, in whose soul either too weak a spirit or often no spirit is present. But to know that this is so, you need nothing more than to look into the world of the dark spirits; What are these? They are living souls after death, who lived their lives in the most reckless and often malicious manner, and have so weakened and depressed their spirits, that in such a condition they are scarcely capable of procuring the life-saving stimulus, often pushing back all life-benefits into the eternal background!

79,15. How does such beings act in the hereafter compared to blessed living spirits ? No different than bums, therefore as spiritual insane ones, being still in all possible ways malformed, showing no evidence of a human stature. These beings are often with regard to their actions in the spiritual realm, just as accountable as a cretin on your earth. This shows that not the soul in itself, but only the soul in possession of the spirit, can be held accountable, for only in the spirit dwells the free will; in essence, it is all in the spirit.

79,16. But if this is now evident, then the question arises: How and in what way can the absolute spirit commit unchastity? Can the spirit have carnal desires? I think there could hardly be a greater contradiction than if someone wanted to seriously think of a ‘carnal spirit’, which would necessarily have to be material in order to even have gross material desires in it.

79,17. But just like an arrested one does not find any comfort in his arrest, the absolute spirit has even less passion to unite forever with his free nature with coarse matter, and to find his pleasure in it. Therefore would the notion of an unchaste acting spirit surely be the greatest nonsense a person can ever pronounce. Now one wonders: What, then, is unchastity, and who should not do it by seeing that neither the body, nor the soul, nor the spirit can impart unchastity to themselves, as we now came to know them?

Chapter 80

About two kinds of love

80,1. While some may say, Moses later elaborated on this by lawfully allowing the act of procreation only between the blessed spouses, but forbade it otherwise, and has ordained the other kind of procreation, especially if a married man wishes to commit this act that such an act should be regarded as adultery and that adulterers are guilty of death on both sides. This is correct, but subsequent ordinances nevertheless do not give a different form to the law which was simply given in the beginning. Whoever wants to commit himself to this must assert his trial in the first law; for neither unchastity nor adultery are forbidden in a certain way.

80,2. So far, we have clearly explained what you could possibly understand by unchastity. But since all this points to the act of procreation, it is impossible to regard as forbidden the kind of unchastity we have hitherto supposed to be known by this law.

80,3. Now, however, a well-informed one announces himself in the matter, saying: Under unchastity, which is forbidden there, only the empty gratification of the sensual impulse is understood. Good, I say; but if a man with another man’s wife, who cannot be fertilized by her husband, seriously longs for a child, I ask: can this be counted as sinful adultery? I also ask: If a young man, driven by his nature, has fathered a child with a girl, can that be counted as a sin of unchastity?

80,4. I also ask: If a man knows from experience that his wife is not fertile, he nevertheless sleeps with her because she has a rich flesh that stimulates him, and he therefore evidently only vainly satisfies his sensuous instinct; can this act be credited to the sin of unchastity?

80,5. I ask further: There are, especially in this time, as there have been at all times, an immense number of people of both sexes who are well able to produce and have a nature which is powerfully urgent; but they are unable, by virtue of political and meager circumstances, to marry. Now, if such doubly afflicted people commit the act of procreation, do they again sin against this sixth commandment?

80,6. It will be said: They are to sacrifice their instinct to God and not mate, so they will not sin. But I say: what judge can declare such a failing as a real sin? What, then, does the rich have the merit of being able to take a decent wife, but the poor are denied this bliss? Should the privileged have a greater right to procreation than the poor? Does money thus sanctify procreation because the rich can afford the proper possession of a woman, which is impossible for a thousand less privileged ones?

80,7. One can still ask: Who is really to blame for the multifarious impoverishment of the people? Certainly none other than the fortunate kingdom, who attracts many treasures through his self-serving speculation, by which not infrequently a thousand people could adequately qualify for ordinary marital status. And yet should the rich husband alone be free from the sin of unchastity, when he bears children with his own wife, and the poor man alone should be the scapegoat because he cannot take a wife? Would not that be just as condemnable as if one would on earth decide to go on a pilgrimage to a place, and be given a commandment that no one should visit this place on foot in order to receive any grace there, but everyone who visits this place and would want to receive grace, must go there in a most elegant equipage?

80,8. He who should find such a command righteous must certainly be in earnest of such a world, of which the Creator of heaven and the earth Himself knows nothing, that is, of a world which does not exist anywhere; or he would have to be a member of Satan!

80,9. But we now see from these considerations that it does not quite do with the explanation of our sixth commandment. What will we do to gain the full meaning of this commandment? I tell you in advance: It’s not as easy as anyone would like to imagine. Yes, I say:

80,10. In order to gain the right meaning of this commandment, one must burrow deeply and grasp the matter at the root; otherwise one will always find oneself in the dubious position in which it is easy to regard as sin what is not a sin in the farthest sense, and what is really a sin, scarcely worth the trouble, considers it to be a sin.

80,11. But where is this root? We will find it right away. You know that love is the foundation and the basic condition of all things. Without love, nothing would never have been created, and without love, no existence would be conceivable, just as little as a world would ever have been formed without the mutual attraction of the will of the Creator. For example, if you do not understand this, think of one world without the mutual power of attraction, and you’ll see how all the atoms of a world suddenly separate and vanish into nothingness.

80,12. Love is therefore the cause of everything and at the same time it is the key to all secrets.

80,13. But how can love be brought into an explanatory connection with our sixth commandment? I say to you, nothing easier than that, because in no act in the world is love as intimately interwoven as in the one we count as uncouth.

80,14. But we know that man is capable of a twofold love, namely the Divine, which opposes all self-love, and the self-love, which is contrary to all Divine love.

80,15. The question now is: if someone commits the act of procreation, what love was there the motive: the self-love, under whose authority also any craving for pleasure stands, or the Divine love, which only wants to communicate what it has, completely forgetting of itself? See, we are already pretty much on the track of the actual main principle.

80,16. Let us now take two men: one commits the act out of selfish lust for pleasure, the other in gratitude for the ability to procreate, to impart his seed to a woman in order to awaken a fruit in her. Which of the two sinned? I think it’s not going to be difficult to judge here and make a decision.

80,17. In order for us to understand the matter completely, we also need to familiarize ourselves with the concept of ‘unchastity’. What is chastity and what is unchastity? Chastity is that state of mind of man in which he is free of all selfishness, or in which he is pure of all the defects of self-love. Non-chastity is that state of mind in which man takes only himself into account, acts for himself, and completely forgets his fellow-man, especially concerning a woman.

80,18. Selfishness, however, is nowhere more disgraceful than it is in the case of a deed in which it is a matter of a man’s perversion. Why then? The cause is as clear as the day. As the ground, so the seed, so also is the fruit. If Divine love is the chastity of the seed, a Divine fruit will also appear; But if self-love, self-indulgence and pleasure-craving, that is, the unchaste state of mind the seed, what fruit will come forth from this?

80,19. See, in that lies what is forbidden by the sixth commandment. If this commandment had been observed, the earth would still be a heaven, for there would be no selfish and domineering person on it! But this commandment was already transgressed in the beginning of man, and the fruit of this transgression was self-serving and selfish Cain.

80,20. But from this it follows that not only the so-called falsely named ‘fornication’, which should better be called ‘pleasure-seeking’, belongs in the series of our sins to be treated, but any enjoyment of pleasure, whatever its design may be, but especially if a man makes the already weak woman selfishly useful for enjoyment, then it is to be regarded as a sin of unchastity. – A short pursuit will make things clearer.

Chapter 81

What is fornication?

81,1. One could say here, in the Sixth Commandment, that only “Thou shalt not do unchastity,” and that fornication cannot be regarded as forbidden, since in the sixth commandment there is nowhere: “Thou shalt not commit fornication.” But I say: What is whoring, of whatever kind, spiritual or carnal? It is a certain accommodation of vice in the following way: One philosophizes about the sinful possibility, places all phenomena in the realm of ‘natural needs’. If one expresses to his own being the demand to satisfy them, then, according to his reason and his inventiveness, man does only something praiseworthy and fruitful, so that, for all the needs of his nature which are being demanded, he can bring about means by which the same goal can be accomplished , The animal must satisfy its needs in the most crude instinctive way, because it has no mind, reason, or inventiveness. In this way, however, man rises above the common, natural animal, that he alone can satisfy the requirements of his species in a refined manner. Therefore, the mind of the cultural man says:

81,2. Who can account it a sin to a man if, with the help of his intellect, builds an imposing house for his habitation, and thus exchanges a former burrow or a hollow tree with it? Who can account it a sin to a man, if he refines the tree fruits, and produces from the sour apples and pears, something sweet and tasty? Who can account it a sin to a man if he builds a chariot, tames the horse, and then journeys much more comfortable than with his own weak, troubled feet? Who else can still account it a sin to a man, if he cooks and spices the natural fruits to his nourishment and makes them more tasty? Or create things in the world for another purpose than to be useful to man?

81,3. How much beautiful and useful things have man discovered for his comfort and amusement! Would this be reckoned to be a mistake if he would pay honor to his Creator with his intellect, without which the body of the world would appear as uncultivated as a barren desert on which everything grows together in a chaotic disorder, such as cabbage, beets and stinging nettles?

81,4. If, however, mankind’s diverse cultivation of the earth cannot possibly be counted as a misstep, even though it contains no other purpose in itself than a more pleasurable and more comfortable enjoyment of things in the world; On the other hand, a refined pleasure in procreation cannot be attributed to man as an error, for otherwise even the most educated man would be, regarding this act, the least differentiated from an animal. Thus, even this instinct of man must be satisfied in a more refined and cultivated manner, for the same reason why one builds comfortable dwelling-houses, makes soft clothes, prepares tasty meals, and so on. That is, more amenities.

81,5. Just assume for instance that a man of the educated class, has to choose between two female persons for his satisfaction; one is a filthy, mean peasant maid, but the other, as the daughter of a respectablehouse, is a well-bred, very well-dressed girl, flawless in her whole body, and all together lush and charming. Question: Who will the educated man choose? The answer will not cause a headache here; certainly the second one, because the first one will disgust him. So here, too, refinement certainly a most convenient purpose, because man attests to it, proving that he is a higher being, who has everything in his power to purify and dispose of everything unpleasant and dirty and make things clean and pleasant.

81,6. But since the man and the woman in this regard often have a great need to satisfy themselves, and yet cannot always make the demand to produce a child, would it again be their duty to exercise the intellectual powers, setting up the means to satisfy this impulse, be it only by blind intercourse with a woman or by self-gratification or, in an emergency, through the so-called boy’s desecration? For this is what makes a man different from an animal in that he can satisfy this most natural instinct in other ways than just that which he has been instructed by rude nature. And so, after all, well-conditioned brothel houses and such institutions are to be endorsed, and can by no means dishonor the intellect of man!

81,7. See, what objection can be raised against this from a natural perspective? For it is true that the animal cannot achieve such cultivations and all sorts of nuances to the satisfaction of its sexual instinct, and so, in a sense, the mastery of the human understanding is undeniably to be discovered. This is all right, the animal has its time in all of this, yet otherwise, it remains dull unto the satisfaction of this urge.

81,8. But what is all this sophistication? It is a quick question, but the answer is big and weighty. Surely this sophistication has nothing to do with basic motives, but with appallingly exasperating lust for pleasure. But pleasure-seeking, we know, is an unmistakable child of self-love, which is quite identical with the lust for power.

81,9. It is true that living in a stately home is easier than living in a lowly mud hut. But let’s take a look at the inhabitants! How proud and lofty we see the inhabitants of a palace company, and how humble the simple hut-dweller bows before such a splendid palace lord!

81,10. Let’s take a look at the inhabitants of a big city and those of a small farming village. The inhabitants of the big city do not know how to help each other out of sheer lust for pleasure, they all want to live comfortably, they all have to talk, they all shine and maybe they can reign a bit. If a poor country-dweller comes to the big city, he has to address at least every boot polisher: ‘Your Grace’, if he does not want to expose himself to any rudeness.

81,11. But if we go to the village, we will still find fathers, not infrequently peaceful neighbors, who do not call themselves ‘Your Grace’ and ‘Lord of’. What is preferable: when one farmer says to the other: ‘Brother’! or if in the city, a slightly more middle-class appeals to a slightly more privileged: your grace’, and ‘Lord of’ and the like?

81,12. I think it will be barely necessary to go on pursuing such nonsensical offshoots of the sophistication of the human mind, but we can at once make the main proposition: All such pleasure-seeking refinements are, according to preceding considerations, nothing but idolatry; for they sacrifice the human spirit, to the outer dead nature.

81,13. But if they are idolatrous, they are also the hardest whores, and their tendency cannot be accepted into the sphere of chastity.

81,14. Why was Babel called a whore? Because every imaginable finery was at home there. This also includes, the whoring urge in the true sense: unchastity serves all their life force. Thus, a rich husband who, for the sole enjoyment of a sumptuous and randy wife, is nothing but a barbarous fornicator, and the wife, a hard whore. And so here too, unchastity is shown in its foundations, as it is a most base desire for self-service and self-pleasure.

81,15. It was necessary to shed more light on this commandment for you, because man does not pass over any command as easily as he does this one. – Therefore I think that you now also understand this lecture; and so we will immediately go to the seventh room.

Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern – The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

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Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern

Geistige Sonne Band 1 – Kapitel 31 & 32

1. Sehet dort, ziemlich fern von uns, wo sich eine rötlichgraue ganz matte Helle zeigt, befindet sich schon eine Gesellschaft von etlichen dreissig Menschen beiderlei Geschlechts. Gehen wir munter darauf zu, und wir wollen sie sogleich eingeholt haben. Nun, könnt ihr schon etwas ausnehmen? – Ihr saget: O ja, da scheint es recht bunt unter- und durcheinanderzugehen; es kommt uns vor, als wenn diese Gesellschaft untereinander in einem Handgemenge wäre. Ich sage euch: Ihr bemerket nicht unrichtig; aber solches ist nur eine „Erscheinlichkeit“. In einiger Ferne nimmt sich ein geistiger Disput aus wie ein Handgemenge. Darum schreiten wir nur noch ein wenig vorwärts, und das Bild wird gleich unter einer anderen Situation vor uns stehen. Merket es nur, je näher wir dieser Gesellschaft kommen, desto ruhiger werden die Hände dieser Gesellschaft; aber dafür vernehmen wir ein vielseitiges Gekläffe, etwa dem einer Getreidemühle bei euch ähnlich. Mitunter vernehmet ihr auch Stimmen, nicht unähnlich einem Geheule.

2. Ihr saget: Das klingt ja fast also, wie der Herr zu den Kindern des Lichts von jenen gesprochen hat, die da in die äusserste Finsternis hinausgestossen werden sollen, allda „Heulen und Zähneklappern“ ihr Los sein wird?! – Ja, ja, meine lieben Freunde, es hat schon denselben Sinn und ganz dieselbe Bedeutung. Was aber unter dem Heulen und Zähneklappern und unter dem Hinausgestossenwerden in die äusserste Finsternis, geistig beleuchtet, verstanden wird, das sollet ihr in der Nähe mit eigenen Ohren und Augen erfahren. Also nur noch wenige Schritte; und sehet, wir sind schon da, wo wir sein wollten.

3. Was erblicket ihr hier? Ihr saget: Der Anblick ist gerade so übel nicht; abgerechnet die sehr abgezehrten Gesichter, die wir hier schon gewöhnt sind, sieht die Gesellschaft ganz erträglich aus. Sie umringt einen Redner, der gerade Miene macht, einen Vortrag zu halten.

4. Meine lieben Freunde, ihr habt recht; eben dieser Rede wegen habe ich euch auch hierhergeführt. Ihr fraget aber: Nachdem wir hier noch nirgends einen erhabenen Punkt gefunden haben, sondern dieses ganze Reich der Nacht nur ein ewig flacher Sandboden zu sein scheint, so möchten wir wohl auch wissen, wie sich dieser Redner so bedeutend höher über seine Zuhörer gestellt hat? – Ihr habt recht, dass ihr so fraget; denn hier hat das Allerunbedeutendste eine grosse Bedeutung. Dieser Redner hat sich aus Sand einen Hügel zusammengestampft; so aber, wie seine Rednerbühne beschaffen ist, wird auch seine Rede sein. Solange der Redner sich auf seiner Sandtribüne ruhig verhält, wird sie ihn wohl tragen; wenn er sich aber nur ein wenig fest darauf fussen will, wird er den Sandhügel auseinanderrollen, und wird aus seiner Höhe hinabsinken bis auf denselben Grund, auf welchem sich alle seine Zuhörer befinden. – Nun aber hat er das Zeichen gegeben, dass er reden werde; also wollen wir ihm auch mit gespannter Aufmerksamkeit verborgener Weise zuhören.

5. Sehet, er fängt an; also hören wir! – Meine wertgeschätzten Freunde und Freundinnen! Ich habe von euch allen sonderheitlich vernommen, wie ihr auf der Erde samt und sämtlich – der eine in dem und der andere in anderem – als vollkommen rechtliche und redliche Bürger gelebt und gehandelt habet. (Beifall von allen Seiten.) Ihr waret auch als „gute Christen“ im gerechten Masse wohltätig gegen die notleidende Menschheit. Eure Namen standen bei allen Unglücksfällen mit den bedeutendsten Opfern mit grossen Buchstaben in allen Zeitungen gedruckt, was nicht mehr als billig war; denn solches muss der Blinde und der Taube erkennen, dass es hinsichtlich der Unterstützung nichts Löblicheres und Erspriesslicheres geben kann, als die Bekanntmachung derjenigen Menschen, welche allzeit Wohltätigkeit ausgeübt haben. Fürs erste weiss durch solche öffentliche Bekanntmachung die arme Menschheit, wohin sie sich in der Not zu wenden hat, und fürs zweite werden dadurch ja offenbar noch andere aufgemuntert, in die schönen menschenfreundlichen Stufen der bekannt gemachten grossen Wohltäter der Menschheit zu treten. (Lauter Beifall von allen Seiten.)

6. Ja, ihr waret überall dabei, wo es sich nur immer um die Gründung wohltätiger Zwecke handelte, und ich kann es mit grosser Rührung meines Herzens sagen, dass ihr im allervollkommensten Sinne des Wortes und der Bedeutung wahrhaftige Edel- und Ehrenbürger der Welt waret. (Ausserordentlicher Beifall von allen Seiten, und von den Zuhörern vernimmt man mit grosser Rührung ausgesprochen: Herrlicher, göttlicher Redner, göttlicher Mann!)

7. Ihr habt allzeit Künste und Wissenschaften unterstützt, ihr habt dem Staate als musterhafte Staatsbürger treulich gedient, ja man kann von euch sagen, dass ihr im vollkommensten Sinne des Evangeliums gelebt habt, denn ihr habt, was ein jeder mit Händen greifen kann, allzeit Gott gegeben, was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Nie waren Ehr- und Ruhmsucht der Beweggrund eurer edlen Taten, sondern allenthalben war die gerechte Notwendigkeit die Triebfeder für all das Grosse und Herrliche, das ihr getan habt. (Wieder ausserordentlicher Beifall, gemengt mit Tränen, Schluchzen und Weinen.) Also war euer Leben makellos wie die Sonne am reinsten Himmel, das heisst, meine allergeehrtesten Zuhörer, auf der Welt genommen, da wir gelebt haben; denn hier ist von einer Sonne keine Spur. – Nun aber erlaubet mir, meine allergeehrtesten Zuhörer, eine grosse und wichtige Frage:

8. Was ist nun all euer Lohn für solche allerausgezeichnetste und ehrenvollste Handlungen? – Wo ist der vielgepriesene Himmel, der denjenigen verheissen ward, die sich allzeit als die reinsten und allernachahmungswürdigsten Christen bewährt haben? (Überaus grosser Beifall von allen Seiten, und von mehreren vernimmt man einen kläglichen Nachhall: Ja, wo ist der trügliche Himmel, welchen zu gewinnen wir so viele Opfer darbrachten?)

9. Meine geehrtesten Zuhörer! Dahier dieser Sandboden, diese mehr denn „ägyptische Finsternis“ und unsere löblich sparsame „Mooskost“ sind der Lohn und der Himmel, den uns die Pfaffen so ungemein zierlich ausgeschmückt haben ! – (Wieder ausserordentlicher Beifall.)

10. Wo ist der gerechte Gott, dem zuliebe ihr so viele edle Taten geübt habt? Denn es heisst ja in den Evangelien: Was ihr immer den Armen tun werdet, das habt ihr Mir getan, und ihr werdet dafür in dem Himmel einen grossen Schatz finden. Ferner heisst es: Mit welchem Masse ihr ausmesset, dasselbe Mass werdet ihr im besten Vollbestande wieder erhalten. – Nun, meine geehrtesten Zuhörer, ihr habt solches alles getan; ihr habt tausend Arme unterstützt und waret allzeit reichlich gerecht im Mass und Gewichte.

11. Wo aber ist nun der Schatz im Himmel und wo das reichlich zurückgegebene Mass all der Wohltaten, die ihr als wahre Christen ausgeübt habt? (Ein Nachhall lautet: Ja, wo ist dieses alles?)

12. Hier haben wir es; der himmlische Schatz ist diese Finsternis, und das wohlgerüttelte Rückmass, das uns in den Himmeln werden sollte, besteht in dem sparsamen Moose, welches auf der Erde höchstens das Elentier gefressen hätte, hier aber können wir uns damit als einem hochgepriesenen himmlischen Lohne sättigen.

13. Wie oft haben wir auf der Erde bei verschiedenen grossedlen Gelegenheiten das „Te Deum laudamus“ angestimmt, und die Pfaffen haben uns von allen Kirchenkanzeln in die Ohren geschrien: Dort im lichten Reiche der Himmel werdet ihr erst das grosse und ewig lebendige Te Deum laudamus anstimmen. Meine geehrtesten Zuhörer, erlaubet mir hier eine Frage, und diese Frage soll also lauten:

14. Wie sieht es nun hier in diesem herrlichen Himmelreiche mit dem so hochgepriesenen Te Deum laudamus aus? Ihr zucket mit den Achseln; wahrlich, ich möchte nicht nur mit den Achseln, sondern mit dem ganzen Leibe zucken, wenn ich nicht befürchten müsste, dass darob meine sehr lockere Rednerbühne mich von meinem wichtigen Posten absetzen würde. Ich meine, ohne jemandem in seiner allfälligen guten Meinung vorzugreifen, für diese erhabene Hymne werden unsere Kehlen bei dieser überaus fetten Kost schwerlich je eine klangvolle Stimme bekommen, weil sich in diesem lichtvollen Himmel überhaupt noch eine sehr grosse Frage aufwerfen lässt, nämlich:

15. Ob es irgendeinen Gott gibt? – Und mit dem „Sich setzen mit Abraham und Isaak zu einem wohlbesetzten Tische himmlischer Speisen“ wird es hier auch seine geweisten Wege haben. Wenn ich jetzt auf der Erde wäre, so könnte ich mir schmeicheln, eine der allertriftigsten Exegesen solcher vielverheissenden Schrifttexte zu bewerkstelligen. So würde ich unter „Abraham und Isaak“ Finsternis und Sand darstellen und unter dem wohlbesetzten Tische das schönste isländische Moos, eine wahrhaft ehrenwerte Kost für Renn- und Elentiere. Und wer uns sagen kann, dass wir besser daran sind, denn diese armseligen Tiere des beeisten Nordens, dem will ich augenblicklich meine lockere Bühne einräumen. Ich meine aber, um solches einzusehen, bedürfen wir nicht mehr und nicht weniger, als nur auf unseren Bauch zu greifen und zu vernehmen, wie diese schwerverdauliche Kost noch gleich einem dürren Stroh in selbem herumrauscht, und nur einen Blick auf diesen wohlbeleuchteten Boden, und der Beweis für unsere Elenund Renntierschaft ist mehr wie handgreiflich dargestellt.

16. Der gute Welterlöser Christus hat wahrscheinlich auch nicht ganz klar gewusst, was für ein Gesicht Sein gepredigtes Himmelreich hat; denn hätte Er das gewusst, da hätte Er Sich sicher nicht ans Kreuz schlagen lassen. – Wenn Ihn Sein gepriesener Gott-Vater nach der Kreuzigung, gleich uns, hat sitzen lassen, so wird dieser an und für sich wirklich verehrungswürdigste Mann ganz kuriose Augen gemacht haben, wenn Er am Ende Sein eingesetztes heiliges Abendmahl in diese schönen Moosfluren verwandelt erblickte, welche zu erschauen uns keine geringere Mühe macht als das Erschauen der Perlen im Grunde des Meeres von seiten der Perlenfischer. Dass sich solches alles richtig so verhält, braucht durchaus keines weiteren Beweises mehr. Aber nun, meine geehrtesten Zuhörer, stelle ich euch eine andere, überaus wichtige Frage, und diese soll also lauten:

17. Hier sind wir einmal, das ist ausser Zweifel; wie lange aber werden wir Bewohner dieses frugalen Reiches bleiben? Wird es mit unserem Dasein noch einmal ein erwünschtes Ende nehmen? Oder werden wir das allerseligste Vergnügen haben, etwa gar ewig auf diesen von Segen triefenden Gefilden uns herumzutreiben? Sehet, das ist eine überaus wichtige Frage; aber eben diese wichtige Frage sucht einen, der sie beantworten möchte. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn es auf mich ankommt, so könnt ihr versichert sein, in dieser Hinsicht eher aus einem Steine eine Antwort zu bekommen als aus mir. Ich will aber darum niemandem vorgreifen; denn in verschiedenen Köpfen können auch verschiedene Ansichten walten. Aber ich meine, in dieser Hinsicht wird aus uns bei dieser ausserordentlichen Beleuchtung unseres grossen Schauplatzes schwerlich jemand etwas Erspriessliches ans Tageslicht fördern können; denn zur Darstellung von etwas Klarem muss auch ein Licht vorhanden sein, und zum Tageslicht gehört eine Sonne.

18. Hier aber etwas Klares ans Licht stellen heisst mit anderen Worten nichts anderes als sich selbst und alle anderen für einen allerbarsten Narren halten. Das ist wieder wahr: Die grossen Gelehrten der Erde werden hier sehr viel Zeit zum Nachdenken gewinnen. Wohl ihnen, wenn sie recht viel Stoff mitgebracht haben; denn mit diesen drei Elementen: Finsternis, Sand und Moos werden sie gar bald fertig werden. Mikroskope und andere Sehwerkzeuge mögen sie füglicherweise auf der Erde zurücklassen, denn sie werden froh sein können, wenn sie mit den eigenen Augen auf dem sandigen Boden eine Moostrift antreffen und erschauen werden; und für die Astronomen wird hier spottschlecht gesorgt sein. Auch Gelehrte und vielwissende Bibliothekare werden sich sicher entsetzlich langweilen; denn dergleichen werden sie hier nicht antreffen. Auch grosse Künstler und Virtuosen werden hier schlechte Geschäfte machen; denn sie werden alle müssen im buchstäblichen Sinne nicht nur ins Gras, sondern ins Moos beissen. Ich verstehe dieses Sprichwort: „ins Gras beissen“ auch hier erst ganz radikal, und sehe es ein, dass es sicher älteren Ursprunges ist, als es mancher Schriftsteller und Geschichtsschreiber sich möchte träumen lassen. Dieses Sprichwort muss von den uralten ägyptischen Weisen herrühren, welche sicher eine kleine Kenntnis davon hatten, was die Sterblichen hier für ein erfreuliches Los erwartet.

19. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn überhaupt alle auf der Erde lebenden Menschen solch ein Los, wie wir es nun haben, erwartet, was ich eben nicht bezweifeln will, so bin ich der Meinung, der ehrliche Moses und der kreuzehrliche Christus haben in dieser Hinsicht mit ihrer Gesetzgebung einen sehr schwankenden und effektlosen Weg eingeschlagen. Hätten sie dafür und ganz besonders der Moses mit seinem Wunderstabe die Erde geschlagen und dabei gesagt: Sonne, verfinstere dich, wir haben für unsere Dummheit am Sternenlichte genug, und du Erde werde zu einer Sandsteppe, auf welcher nichts als nur hie und da echtes isländisches Moos wachsen soll, so hätte die ganze scharfe Gesetzgebung unter Donner und Blitz schön zu Hause bleiben können. Denn unter diesen Verhältnissen müsste das Sündigen von selbst ja zu einer grösseren Rarität geworden sein, als echte Diamanten in Grönland, Spitzbergen und Nowaja Semlja. Ich möchte den kennen, der hier einen Raub oder Diebstahl begehen könnte und einen Wollüstling bei dieser fetten Kost und bei unserer totengerippeartigen sinnlichen Reizbarkeit; auch einen Lügner möchte ich hier mit Gold bezahlen, wenn ich überhaupt eines hätte, – und was hier in jemandem eine Mordlust erregen könnte? Das aufzufinden bei unsern Schätzen und Reichtümern, wäre sicher noch eine bei weitem schwierigere Aufgabe, als für die Astronomen diejenige, mit ihren optischen Werkzeugen Planeten anderer Sonnen zu entdecken. Kurz und gut, wir können tun, was wir wollen, und reden, was wir wollen, so bin ich überzeugt, dass wir unser Los nicht um ein Haar verbessern werden. Ich habe hier schon über einen „Christoph Kolumbus“ weite Reisen unternommen und dieses Sand- und Finsternismeer nach allen Richtungen durchsegelt, aber mir ist das Glück nicht zuteil geworden: Land, Land! auszurufen, sondern überall: Nacht, Moos und Sand! Daher ist meine Meinung zum Schluss meiner Rede diese:

20. Nachdem ich unter allen Menschen, die je die Erde betraten, Christum für den allerehrlichsten befunden habe, der das ausgedehnte Mosaische Gesetz, welches einen sehr tyrannischen Anstrich hat, gewisserart aufhob und dafür das alleinige Gesetz der Nächstenliebe gepredigt hat, so erkläre ich mich dafür – weil unter diesem Gesetze, man kann es drehen, wie man will, intelligente Wesen unter was immer für Verhältnissen doch am glücklichsten leben können -, dass auch wir des Guten selbst willen hier diesem Gesetze treu verbleiben, Christum als einen wahren Ehrenmann in unserem Gedächtnisse behalten und unter diesen Verhältnissen dann mit unserem freilich sauren Lose so viel als möglich zufrieden sein möchten. Ich glaube, dadurch werden wir unser Los, solange es überhaupt währen will, am erträglichsten machen.

21. Doch bitte ich, meine geehrtesten Zuhörer wollen diesen meinen Wunsch nicht etwa als ein positives Gesetz ansehen; denn wie ich gesagt habe, soll meine Schlussrede nur als ein wohlmeinender Wunsch betrachtet sein. Wenn wir uns aber stets mehr gesellschaftlich verhalten, so glaube ich, dass wir eben dadurch mit vereinter Kraft unser Los um vieles leichter tragen werden, als ein jeder, egoistisch, für sich allein. Ich meinerseits will allzeit bereit sein, euch durch meinen Mund, soviel es nur in meinen Kräften steht, angelegentlich zu unterhalten. Mit diesem Wunsche und mit dieser Versicherung schliesse ich meine Rede. (Allgemeiner lauter Beifall von allen Seiten.)

22. Der Redner, wie ihr sehet, steigt ganz behutsam von seiner lockeren Rednerbühne und wird von der ganzen Gesellschaft sehr freundlich aufgenommen. Viele drücken ihm die Hände und sagen: In der Gesellschaft eines solchen Mannes, der Kopf und Herz am rechten Flecke hat, ist’s überall gut sein; daher sind wir überaus froh, dich lieben, teuren Freund gefunden zu haben und wollen dir recht gern in allem folgen, gehe es, wohin es will!

23. Nun sehet, wie es über dieser Gesellschaft etwas heller wird, wie sich der Redner und die ganze Gesellschaft darüber zu erstaunen anfangen, und wie der Redner noch einmal sich in der Gesellschaft vernehmen lässt und spricht: Ja, ja, wie ich mir’s gedacht habe, wenn uns der kreuzehrliche Christus mit Seiner menschenfreundlichen Lehre kein Licht bringt, so bleiben wir ewige Gäste der Nacht!

24. Nun sehet, es wird schon wieder bedeutend heller; und da seht euch um, wie schon von der morgendlichen Seite her zwei vom Herrn gesandte Boten eilen, um noch viel mehr Licht unter diese Gesellschaft zu bringen. Wir wollen daher noch ein wenig abwarten und sehen, was hier weiter geschehen wird.

Kapitel 32 – Geburt aus der Finsternis in einen ersten Grad des Lebenslichtes.1. Sehet, die Gesellschaft wird dieser zwei Boten auch schon ansichtig. Unser Hauptredner geht ihnen freundlich entgegen, um sie ebenso freundlich aufzunehmen. Wie ihr es beinahe selbst hören könnt, spricht er zu ihnen:

2. Seid mir und uns allen tausendmal willkommen! Ich kenne euch zwar nicht; so viel aber sehe ich, dass ihr, uns gleich Menschen, entweder soeben erst von der Erde hier angekommen seid, oder ihr müsst irgendwo einen bessern Weideplatz gefunden haben als wir, indem ihr ums Unvergleichliche besser ausschauet als ich mit dieser meiner lieben Gesellschaft zusammengenommen. Seid ihr erst von der Erde angekommen, so mache ich euch sogleich darauf aufmerksam, dass auf der Erde die sogenannten Robinsone ums Unvergleichliche besser daran sind als wir; denn für diese Behauptung braucht ihr keinen andern Beweis, als uns bloss vom Kopf bis zum Fuss anzublicken, und unser unmenschlich gutes Aussehen wird euch auf den ersten Blick selbst in dieser noch sehr bedeutenden Finsternis überaus hell und klar dartun, um welche Zeit es hier mit dem Wohlleben ist. Dabei aber kann ich euch doch versichern, dass es hier durchaus keine Krankheiten gibt; denn was sollte bei unsereinem auch krank werden? Wir können höchstens nur jenen Krankheiten unterliegen, denen allenfalls die Steine unterliegen. Denn wenn man beinahe gänzlich aller Lebenssäfte flott wird, bin ich der Meinung, wird man auch aller Krankheiten flott. Das einzige Übel, welches einen wenigstens im Anfange heimzusuchen anfängt, ist der Hunger, also ein Magenübel. Wie aber gewöhnlich der Hunger der beste Koch ist, so gibt es dann für ihn auch bald eine Kost, bei welcher er seine Kochkunst auf eine ausserordentliche Probe stellen kann. Sehet, da zu unsern Füssen über dem Sande ist so ein kleiner Probierstein für unseren Magen zu erblicken. Es ist Moos; man könnte sagen, echtes isländisches und sibirisches Moos. Die sparsamen Tautropfen, welche zwischen den Blättchen sitzen, sind dazu auch das einzige durstlöschende Mittel, das sich in dieser ungeheuren Sandwüste ausfindig machen lässt. Machet euch daher nichts daraus, wenn dieses Verhältnis auch etwa ewig dauern sollte, denn Geduld und Gewohnheit macht einem am Ende alles erträglich. Uns alle wird es sehr freuen, wenn ihr mit euren etwas phosphoreszierenden Gewändern bei uns verbleiben wollet; denn ich kann euch versichern, an alles kann man sich eher gewöhnen als an diese Finsternis. Somit könnt ihr es euch wohl vorstellen, dass uns allen euer phosphorischer Schimmer wie eine Sonne vorkommt! – Nun aber, meine lieben Freunde, möchtet ihr mir denn nicht auch gefälligst einen Grund kundgeben, der euch von der Erde hierher versetzt hat, oder, so ihr von einer bessern Trift kommet, mir kundgeben, was euch veranlasst hat, diese zu verlassen und euch hierher zu begeben?

3. Der eine spricht: Armer Freund, du irrst dich an uns sehr; denn wir sind weder von der Erde noch von irgend einer bessern Trift dieser Gegend zu euch gekommen, sondern wir kommen vom Herrn, der da Christus heisset, und den du nur als einen kreuzehrlichen Mann betrachtest, da Er doch der alleinige Herr Himmels und der Erde ist, – zu euch gesandt, um euch zu zeigen, was der Grund ist, demzufolge ihr schon so lange gänzlich unbehilflich in dieser Gegend umherirret.

4. Wenn ihr euch fraget: Wie haben wir auf der Erde gelebt, so wird euch eure helle und klare Erinnerung sagen: Wir alle haben allezeit ehrlich und redlich gehandelt und gelebt. Fraget ihr euch aber hinzu: Warum haben wir also gelebt und gehandelt? so werdet ihr ebenfalls nichts anderes herausbringen können als: wir haben hauptsächlich nur zu unserm Besten gelebt. Weltliche Ehre, weltliches Lob und das darauf begründete Ansehen vor anderen Menschen waren der Hauptbeweggrund aller unserer Edeltaten. Wir waren stets getreue Staats- und Kirchenbürger; warum denn? Etwa aus Liebe zu Gott? Wie könnte solches sein, da wir Gott doch nicht im geringsten kannten und somit auch nicht wussten, was da wäre Sein heiliger Wille, sondern unsere getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft gründete sich vorerst nur darauf, dass wir uns eben dadurch gar leichtlich vieler Vorteile vor anderen bemächtigen konnten, die von seiten des Staates und der Kirche nicht in so günstigem Ansehen standen als wir. Und ferner hatte diese getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft in gewisserart blindgeistiger Hinsicht den Grund, dass wir uns dachten: gibt es jenseits nach der Lehre der Pfaffen und noch anderer Unsterblichkeitsritter irgendein Leben nach dem Tode, so können wir bei einer solchen Handlungsweise offenbar nicht zugrunde gehen. Gibt es kein solches Leben, so wird sich unser Tatenruhm wenigstens auf der Erde in unseren Kindern und Kindeskindern gleichsam unsterblich fortpflanzen, und man wird vielleicht noch in hundert und hundert Jahren von uns sprechen und sagen: Das waren Männer und das waren Zeiten, in denen solche Männer gelebt haben!

5. Sehet, solches muss euch auch, wie gesagt, euer Inneres sagen; sonach seid ihr ja offenbar ohne alle innere Vorstellung aus dem Leibesleben in dieses geistige Leben übergegangen und wusstet nicht im geringsten, was zum geistigen Leben erforderlich, noch weniger, wie dieses beschaffen ist und worin es besteht. Was war demnach natürlicher, als dass ihr in diesem geistigen Leben nichts anderes antreffen konntet als das nur, was ihr vom Leibesleben hierher mitgebracht habt, nämlich eine höchst klägliche, magere Gestalt eurer Wesenheit und die vollkommene Finsternis in den Begriffen über das Leben des Geistes. Mit anderen Worten gesagt: Ihr kamet nahe gerade also hierher, als bei der naturmässigen Zeugung des Menschen ein Embryo kommt in den Mutterleib, wo auch allenthalben vollkommene Finsternis herrscht. Der Embryo ernähret sich gewisserart nur vom Unrate des Blutes der Mutter, bis er bei solcher freilich wohl äusserst mageren und unschmackhaften Kost zu jener Naturkraft gelangt, sich aus diesem finsteren Werdungsorte zu entfernen. Also habt auch ihr euch hier gewisserart in einem „Mutterleibe“ befunden und habt euch müssen von dem stets gleichmässigen Unflate desselben nähren.

6. Da aber in euch sich noch ein lebendiger Funke zum ewigen Leben vorfand, nämlich die kleine Liebe und Hochachtung Christi, so hat dieser Funke euch geistige Embryonen ausgezeitigt zu einer Ausgeburt aus dieser eurer eigenen finsteren Sphäre. Es soll euch werden, was du am Schlusse deiner Rede zu deiner Gesellschaft gesprochen hast, da du sagtest: Wenn uns mit Christus nirgends ein Licht wird, so können wir versichert sein, dass diese Finsternis uns zum ewigen Eigentume verbleiben wird.

7. Also ist euch in Christo Licht geworden; und so sollet ihr denn auch das erfahren, was der Herr zu einem Seiner Jünger gesagt hat, dass niemand das ewige Leben und somit das Reich Gottes überkommen könne, der da nicht wiedergeboren wird. Zur Nachtzeit sprach solches der Herr zu Seinem Jünger, um ihm dadurch anzuzeigen, dass sich ein jeder unwiedergeborene Geist in der Nacht befindet gleich dem Embryo im Mutterleibe und dass der Herr auch in der Nacht zu dem unwiedergeborenen Geiste kommt, um ihn wiederzugebären aus dieser Nacht in das Licht des ewigen Lebens.

8. Da nun für euch zufolge eurer erwachten, wenn schon geringen Liebe zum Herrn diese Zeit der neuen Ausgeburt herangekommen ist, so sind wir hierhergesandt worden, um euch aus dieser eurer geistigen Geburtsstätte zu führen und euch an eine solche Stelle zu bringen, wo ihr unter eine Wartung gleich den Kindern kommen werdet. Ihr werdet euch dadurch wieder neue Lebenskräfte sammeln können, um mit diesen Kräften, je nachdem sie mehr oder weniger ausgebildet sein werden, in eine solche Sphäre zu gelangen, die vom Herrn aus euren Kräften bestens angemessen sein wird.

9. Denket aber ja nie an einen Himmel als einen Belohnungsort für die guten Werke, die der Mensch auf der Erde vollbracht hat; sondern denket, dass der Himmel in nichts anderem besteht als in eurer eigenen Liebe zum Herrn!

10. Je mehr ihr den Herrn mit Liebe erfassen werdet, und je demütiger ihr sein werdet vor Ihm und vor all euren Brüdern, desto mehr des wahren Himmels werdet ihr auch in euch tragen; und so denn sammelt euch und folget uns!

11. Nun sehet, wie die ganze Gesellschaft sich freut und diesen zwei Boten folgt.

12. Ihr fraget, wohin sie diese Gesellschaft etwa führen werden? Kehrt euch nur um und sehet dort, freilich wohl in schon bedeutender Ferne hinter uns, die euch bekannte geöffnete hohe Wand; merket ihr nichts? Hat das nicht beinahe das Aussehen, als wenn sich bei der Geburt eines Kindes die Mutterscheide öffnet?

13. Ihr saget: Solches verstehen wir nun wahrhaftig wie durch einen Zauberschlag wunderbar entsprechend! Wenn aber die Gesellschaft über diese Kluft hinaus gelangen wird, wohin kommt sie dann? – Wohin kommt das Kind gleich nach der Geburt? Ihr saget: In leichte Windeln und dann in eine Wiege; also in noch immer sehr beschränkte Lebensverhältnisse. Ihr habt doch die vielen Täler links und rechts gesehen, als wir uns auf der anderen Seite vom Morgen her dieser Wand näherten. Sehet, das sind die Windeln und das ist die Wiege. Also in diese Täler werden diese Menschen gestellt. In diesen Tälern geht es ungefähr so zu, wie ihr es gleich anfangs links und rechts in ein paar solcher Täler habt kennengelernt.

14. Wie es bei einem neugeborenen Kinde ist, dass es nicht von heute auf morgen zu einem Manne wird, so geht es auch bei einem neuausgeborenen Geiste, besonders im Reiche der Geister, nur langsam vorwärts. – Nun wisst ihr, in welcher Gegend ihr euch befindet; daher darf es euch auch nicht wundernehmen, wenn ihr hier wenig oder beinahe keine höheren Lehrer unter den vielen hier Wandelnden erschauet; denn solche wären hier ebenso unnütz, als so auf der Erde jemand möchte einem Kinde schon im Mutterleibe irgendeinen Unterricht erteilen.

15. Wann bei einem Kinde die Zeit des Unterrichtes als tauglich kommt, wisset ihr ohnehin; darum sind diese Boten hier auch nicht als Lehrer, sondern als wahrhafte geistige „Geburtshelfer“ zu betrachten. Da wir nun solches wissen, können wir uns wieder ein wenig vorwärtsbewegen, allda sich uns eine ganz neue Szene darbieten wird; und somit gut für heute!

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The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

Spiritual Sun Volume 1 – Chapter 31 & 32

31,1. Look there, rather far away from us, where the soft reddish grey light can be seen, is a company of about thirty people of both genders. Let us go there with renewed courage, then we will soon catch up with them. Well, can you discern something? You say: O yes, it looks like a motley riff-raff; it seems as if the company is engaged in physical strife. I tell you: you have not seen wrongly, but this is just an apparent reality. A spiritual dispute will look, at any distance, as if it is a physical fight. Let us go a bit closer still, then the situation will take on quite a different look. See, the closer we get to the company, the quieter their hands become; but instead, we begin to hear from all sides a kind of gnashing, like with a grain mill on earth. Now and then you also hear a voice, not unlike weeping.

31,2. You say: It seems as if what the Master had told the children of the light is being fulfilled here, regarding those who would be pushed out into utter darkness: there will be weeping and gnashing of teeth! Yes, yes, best friends, that is also meant by this and has the same meaning. What is meant spiritually with the weeping and gnashing of teeth and with being pushed out into the outer darkness, you will experience with your own ears and eyes. Only a few more steps, and look, we are where we want to be.

31,3. What do you see here? You say: This scene does not look that bad; despite the very much emaciated faces, to which we are already accustomed, the company seemed to be quite tolerable. They stand around a speaker, who is just getting ready to give a speech.

31,4. Dear friends, you are right. Exactly for this speech have I brought you here. Yet, you say: Since this whole kingdom of the night seems to be an endless plain of sand and there is nowhere a stage to be found, we would like to know how it will be possible for this speaker to elevate himself a bit above his audience. It is good of you to ask this, for the most insignificant things here have the most important meaning. This speaker has made a little heap from sand and compressed it a bit, but just like the composition of his podium, so will be his speech. As long as the speaker stays calm on top of his sand podium, it will carry him. If he should search for more support, the sand heap will collapse, and he will come off his height to the same level as his audience. He has now indicated that he is going to speak; we will listen to him in secret.

31,5. Look, he begins; listen then. “Esteemed friends and ladies, I have heard from each of you personally how you, everyone on his own terrain, have lived and acted as completely righteous and honest citizens on earth. (Agreement from all sides). As ‘good Christians’ you all were, to the correct measure, benefactors for the suffering mankind. At all disasters, your names were listed among the greatest donors with big letters in all newspapers. It also was nothing more than right, for even the blind and the deaf should understand that regarding support, nothing exists that is more laudable and praiseworthy than the acknowledgment of those people who always practiced charity. Firstly, poor mankind knows by such public notice to whom they should turn themselves at times of distress, and secondly are others clearly being encouraged to join the pleasant, humanitarian circles of the known big benefactors of mankind (Loud approval from all sides).

31,6. Yes, you were always present at the foundation of charity institutions and I can say with deep emotion in my heart that you were, in the true sense of the word, true, noble and honorable citizens of the world (Exceptional approval from all sides and one can hear the audience say with emotion: Glorious, Godly speaker, Godly man!).

31,7. You have always supported the arts and the sciences, you faithfully served the state as exemplary citizens; yes, man can say that you have lived completely according to the character of the gospel, for you have, as all would know, always given unto God what is God’s and to Caesar what is Caesar’s. Honor and lust for praise were never the motivation for your noble deeds, but the absolute necessity was always the incentive for all the great and beautiful things you brought about. (Again, the special approval mixed with tears, sighing and weeping!) As such were your lives inscrutable, like the sun in the clearest heaven, esteemed listeners, as it were on the earth upon which we lived; for here is nothing to be seen of a sun. But, esteemed listeners, allow me to pose a very important question:

31,8. What is now your reward for such excellent and honorable deeds? Where is the highly-praised heaven which was promised to those who made themselves true and exemplary Christians? (Great concurrence from all sides and many voices add plaintively: Yes, where is the deceptive heaven for which we offered so many sacrifices to gain it!)

31,9. Esteemed listeners, this sandy ground here, this more than ‘Egyptian darkness’ and our meager ‘mossy food’ is the reward and the heaven which was so extremely magnificently painted to us by the priests! (Again, great concurrence)

31,10. Where is the righteous God for whom you have done so many noble deeds? For it is indeed written in the gospel: what you have done unto the poor, you have done unto Me and you will be richly rewarded in heaven for it. Furthermore is written: with the measure you measure, you will be measured with in abundance as well. Now, honored listeners, you have done it all; you have supported thousands of the poor and were always particularly righteous regarding measure and weight.

31,11. But where is now the treasure in heaven and where the richly returned measure of all charitable deeds, which you have done as true Christians? (Another: Yes, where is it all? Sounds)

31,12. Here we have it: The heavenly treasure is this darkness and the highly-lauded reward which would have been showered upon us in the heavens consists of the scarce moss which is eaten on earth by the Eland in stooping fashion, yet we must satisfy ourselves with it as the highly lauded heavenly reward.

31,13. How often have we upon earth, at various occasions, stroke up the ‘Te Deum laudamus’ [composition by Antoine Charpenter (1690)] and the priests have loudly called out: There, in the radiating kingdom of the heavens, you will, once again, strike up the great and eternal ‘Te Deum laudamus’. Honored listeners, allow me to ask a question at this point, it goes as follows:

31,14. How is it now with you in this beautiful heavenly realm and with this so highly lauded ‘Te Deum laudamus’? You pull up your shoulders; truly, I would not only want to protest with my shoulders alone but with my whole body, if I did not have to fear that my tottering podium would let me fall from my high position. I think, without wanting to violate anyone’s possibly good opinion, that our voices would barely be able to produce a bearable sound to sing this exalted song, due to this exceptionally fatty food; now, another weighty question is presenting itself in this brightly shining heaven, namely:

31,15. Does some or the other God truly exist? And the ‘sit together with Abraham and Isaac at a heavenly table, laden with heavenly foods’, does not seem to be the norm here! If I had been on earth right now, I would be able to praise myself that I would be able to present one of the most watertight exegeses about such promising scriptural texts. I would present ‘Abraham and Isaac’ to be darkness and sand and the well-provided table as Icelandic moss, a truly worthy food for reindeer and land! To anyone wanting to tell us that we are doing better than these miserable animals in the ice-covered north, I would immediately surrender my tottering podium. I do think though that we, to understand this, only must feel our stomachs to find out how this difficult-to-digest food is still fermenting like dry straw. If we would also just have a look at this brightly shining sand, then the proof has been given for our Eland and reindeer status.

31,16. The good savior of the world, Christ, probably did not quite know what the heavenly kingdom, about which He preached, looked like, for if He knew, He would not have let Himself be nailed to the cross for it. If His praised Father God would have let Him see, just like us, after the crucifixion, what we see, then this truly honorable Man would stand truly surprised when He saw the holy communion, which was introduced by Him, represented by this pretty, mossy plain. To see this, we should probably not exert less effort than the pearl harvesters, to see the pearls on the bottom of the sea. That this is so, we do not need any more proof. But now, dear listeners, I am presenting you yet another important question, and it goes as follows:

31,17. We are here, this is how it is, like a stick standing in water; but for how long do we have to stay in this sober kingdom? Will it be well with our existence? Or shall we have the most blissful privilege to wander about here, forever, in these blessing-flooded fields? Look, this is an exceptionally important question, but exactly this important question calls out for someone to answer it. Honored listeners, concerning this, you can be assured that you would rather get an answer from a stone than from me. Yet, I do think that, at this exceptional illumination of our great scene, someone can barely bring something into ‘daylight’, for to bring something into bright light, light is needed, and for light a sun is needed.

31,18. To bring something properly into the light here means nothing other than to declare himself a fool before the others. It is also true that the great learned ones of the earth will find much time to think here. Happy are they if they would bring along much material, for with these three elements: darkness, sand, and moss, they will soon be done. They can leave microscopes and other instruments of investigation on earth, for they would be able to see, with the bare eye, a scanty and mossy field on this sandy surface. Also, for the astronomers is very poor provision made. The learned and well-read librarians will be utterly bored, for they will find nothing here . Also, the virtuoso and artists will do bad business here, for they will literally not bite in the grass, but in the moss! Here I understand the idiom: ‘to bite in the grass’ for the first time fully and see that it had a much older origin than many authors and historians ever could have imagined. This idiom must have its origin from the primordial Egyptian sages, who would have known of the glorious fate waiting upon the mortals here.

31,19. My honored listeners, that the same fate is awaiting the people still living upon earth, I do not doubt; I am also of the opinion that the honest Moses and very honest Christ have, in this respect of their law-giving, tread upon a very wavering and senseless road. Should they, and especially Moses with his wondrous staff, instead have hit the earth and said: Sun, become dark, and we have, for our foolishness, enough starlight, and you, earth, should become a sandy desert and nothing but scarce Icelandic moss will grow, then would all the strict law of thunder and lightning be left behind. But under these circumstances, sins should automatically become something rarer than diamonds in Greenland, Spitsbergen or Nova Zembla [Novya Zemlya]. I would first like to see who would be able to rob or steal here and who would still be able to have lust with this fatty food and our charming, skeleton-like looks. I would also pay a liar here with gold, if I would have any; and would anyone be able to commit murder here? It would be far more difficult for us, with all our treasures and wealth, to get behind this than would the discovery of planets and other suns be for the astronomers, with their optical instruments. In short, we can do and talk as much as we want, I am convinced that our fate will not improve one bit! I have already undertaken journeys here, farther than that of Christopher Columbus, and have crossed this sea of sand and darkness in all directions, but the fortune has not yet befallen me to call out: Land, land! but only: Night, moss and sand! Therefore, I will close my speech with the following opinion:

31,20. Among all people who have ever trodden upon the earth, I hold Christ for the most glorious. He abolished the extensive laws of Moses, which had a strong, tyrannical character in a certain sense and taught, in the place of it, the only law which preaches neighborly love. Because under this law, man can look at it as you will, intelligent beings, in no matter what circumstance, can live the happiest lives, I am for the notion that we too, for the sake of the good, stay true to this law here, keep in mind Christ as the true, honorable Man and then, under these circumstances, be as content as possible with our truly dire fate. I think that we will be able to make our fate as tolerable as possible for as long as it would take.

31,21. Yet, I do ask you, esteemed listeners, to not regard my wish as a set law without consideration, for as I have said, my closing words should only be taken as a well-meant wish. If we should act increasingly more socially, I think that we would, exactly through this, with combined power, endure our fate much more easily than when everyone would do only for himself. I will, from my side, always be willing, as far as it is within my abilities, to support you intensively with my words. With this wish and assurance, I close my speech.” (General loud approval from all sides)

31,22. As you can see, the speaker descends his tottering podium with great caution and is entertained very amiably by the whole company. Many are shaking his hand, saying: It is always good to stay in the company of a man whose heart sits in the right place. Therefore we are very happy to have found you, dear and loving friend, and we want to follow you in everything, whatever happens.

31,23. Look now, how it becomes lighter above the company and how the speaker and the whole company is surprised about it and how the speaker is making himself heard for one more time, saying: Yes, yes, as I am of the opinion: if the very true Christ, with His humane teaching, would not bring us any light, then we would forever stay guests of the night!

31,24. Look, it again becomes considerably lighter; and look around, how two messengers sent by the Master from the morning-side are rushing closer to bring much more light to the company. We will, therefore, stay a while longer to see what will happen next.

Chapter 32
Birth out of the darkness to a first degree of light of life

32,1. Look, the company now also see the two messengers. Our main speaker goes to meet them in a friendly manner to receive them into the company. As you can hear for yourselves, he says to them:

32,2. Be welcome here with me as well as with us a thousand-fold! I indeed do not know you, but I do see that you, people like us, have just come here from the earth, or have found better pastures than us, for you look incomparably better than all of us together. If you have just arrived from earth, I will immediately direct your attention to it, that the so-called Robinsons have it much better there than us. For this assumption, you only have to look at us from top to toe. Our superhuman good looks will show you even in this still very considerable darkness very clearly how it is with the good life here. In addition, I can assure you that there are no illnesses here, for what can still become sick here with us? We can only barely contract the illnesses rocks can, for I think that when man is devoid of all its life juices, you also are free of all illnesses. The only evil plaguing someone mostly, in the beginning, is hunger, thus a stomach complaint. But, as hunger is usually the best cook, he will soon find a food which would challenge his cookery excessively. Look, at our feet on the sand is such a morsel for our stomachs to be seen. This is moss; one could say, true Icelandic and Siberian moss. The scarce dewdrops caught between these little leaves are also the only way to quench our thirst that can be found in this enormous sandy desert. Do not trouble yourselves if this situation would last forever, for patience and habit finally makes everything bearable. We shall all be very happy if you would want to stay with us, with your phosphoric garments, for I can assure you that one can have victory over everything but this darkness. You can, therefore, imagine yourselves that your phosphoric shine looks to us like a sun! But now, dear friends, would you be so friendly to tell us the reason why you came here from the earth, or if you came from a better pasture, tell me what has made you leave there to come here?

32,3. One says: Poor friend, you are gravely mistaken with us, for we came neither from the earth, nor from some other, better pasture in this region; but we come from the Master, called Christ, whom you see as merely a fully honest man, while He indeed is the only Master of heaven and earth. He sent us to you to show you the reason why you have been wandering around for so long and so helplessly in this region.

32,4. If you would ask yourselves: How did we live upon earth, you will say with clear and sound memory: all of us always lived honestly and reasonably. But would you ask yourselves some more: Why did we live and act like this? Then you could say nothing else but: We have predominantly lived for our own well-being. Worldly honor, worldly praise and the consequent prestige before other people, were the most predominant motivation for all our noble deeds. We were faithful members of state and church. Why then? Maybe out of love for God? How would it be possible, since we do not know God at all and thus also would not know His holy will. Our faithful church membership was firstly based on the privileges that could easily be obtained, more so than others who did not have such good report with state and church as we did. In addition, has this blind spiritual faithfulness to the state and church the following idea as its foundation: If there would be some or the other kind of life after death, according to the priests and other preachers of immortality, we would not perish by acting like we do. If there is not such a life, then will our prestige gained through deeds, at least still live upon earth through our children and grandchildren, and people might, even hundreds of years later, still talk about us, saying: Those were men and those were times when such men lived!

32,5. Look, as was said, you also had to say in yourselves. As such, you have obviously, without any inner understandin,g passed from the earthly life into the spiritual life and you do not know at all what is needed for the spiritual life. What would be more self-evident than that you could find nothing in this spiritual life, but what you have brought along of your material life, namely a highly pitiable and poor form of your actual character and a complete darkness about the concepts of the spiritual life. In other words: You came here almost like an embryo at natural conception of man in the motherly womb, where complete darkness prevails. The embryo feeds himself in a certain sense with the waste from the blood of the mother, until he reaches, despite this very poor and unsavory food, the right level of power with which it frees itself from the dark resort of origin. Likewise, do you find yourselves here in a ‘mother’s body’ and do you also have to feed yourselves with its comparable waste.

32,6. But because there is still a living spark of eternal life in you, namely your little love and high esteem of Christ, this spark has taken hold of your spiritual embryos out of your dark sphere, unto birth. It will go with you, like you said at the end of your speech, to your company: If there will be no light rising for us with Christ, we can be assured that darkness shall be our eternal possession.

32,7. You have therefore found the light in Christ. And you will indeed experience what the Master had said to one of His disciples, namely that no one can have part in the eternal life and thus also the kingdom of God, who hasn’t been reborn. This the Master has said in the night to His disciple, to show him that every non-rebirthed spirit finds himself in a night, like an embryo in the mother’s body and that the Master also comes in the night to the not yet reborn spirit, to lift him out of this night into the light of eternal life, to rebirth.

32,8. Because your time of rebirth has arrived through your awakening, yet still with only a little love towards the Master, we have been sent here to take you out of the place of your spiritual rebirth and take you to a place where you would be taken care of as children. There you will be able to gather new life power, in the measure by which you will be more or less developed, to come into a sphere, which will be particularly adapted to your powers.

32,9. But never think of heaven to be a resort of reward for the good works one has done upon earth, but think about it that heaven consists of nothing else but your own love for the Master!

32,10. The more you will take hold of the Master with love and the humbler you would be towards Him and all your brothers, the more you will carry the true heaven inside of yourselves. Therefore, join us and follow us!

32,11. Look how the whole company rejoices and follows these two messengers.

32,12. You ask where they are going to take the company to. Turn around and look, there, already far behind us is the already known and opened, high wall; do you not see it yet? Does it not look like the opening of the mother’s womb at the birth of a child?

32,13. You say: Indeed, like with a stroke of lightning, we now recognize the wondrous correspondence. But when the company has passed through this cleft, where would it rightfully go? What happens to a child shortly after birth? You say: It is wrapped in soft cloth and laid into a crib; it still finds itself in very much restricted life circumstances. You indeed saw, when we approached this wall from the other side from the morning, many valleys to the left and to the right? Look, these are the cloths and the crib. These people are settled in these valleys. It then fares with them just like you have come to know in the beginning in some of these valleys to the left or to the right.

32,14. Just like a newborn child cannot become a man from today to tomorrow, a newborn spirit also, especially in the kingdom of the spirits, grows only gradually. Now you know in what region you find yourselves. Therefore, it will also not surprise you that you will find among the many ones moving around here not many higher teachers, for it would be for them just as useless as when someone on earth would want to educate a child still finding itself in the mother’s womb.

32,15. You do know when the time has arrived to educate a child. Therefore, do these messengers also not come here as teachers, but can be considered truly spiritual ‘midwives’! Now that we know this, we can move on a bit, where a very different and new scene will present itself to us. With this, enough for today!

Gebot 5 … Du sollst nicht töten – Commandment 5 … You shall not kill

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Erklärung des 5. Gebotes… Du sollst nicht töten

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 78

1. Ihr sehet in diesem fünften Saale abermals eine Tafel angebracht, und auf dieser steht mit wohlleserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht töten“. – Wenn ihr dieses Gebot nur einigermassen beim Lichte betrachtet und dazu die Geschichte des israelitischen Volkes mit in Augenschein nehmet, so müssten eure Augen mit mehr als dreifachem Stare behaftet sein, wenn ihr es nicht auf den ersten Augenblick ersehen würdet, dass es mit diesem Gebote einen sonderbaren Haken hat. „Du sollst nicht töten!“ Wie, wo, wann und was denn?

2. Was heisst „töten“ überhaupt? Heisst töten bloss den Leib lebensuntätig machen oder heisst es den Geist seiner himmlischen Lebenskraft berauben? Ist das Töten bloss auf den Leib des Menschen gesetzlich beschränkt, da kann die Tötung des Geistes doch unmöglich darunter gemeint sein; denn es heisst ja eben, dass gewissenart ein jeder Mensch sein Fleisch töten solle, um den Geist zu beleben, wie da auch der Herr Selbst spricht: „Wer sein Leben, d.h. das Leben des Fleisches, liebt, der wird es verlieren; wer es aber flieht um Meinetwillen, der wird es erhalten“.

3. Gleichermassen zeigt sich dies auch in der Natur der Dinge. Wird bei einer Frucht die äussere Rinde oder Hülse nicht zum Sterben gebracht, so wird die Frucht zu keinem lebendigen Keime kommen. Also geht aber aus all dem hervor, dass eine Tötung des Fleisches nicht zugleich auch eine Tötung des Geistes sein kann. Wird aber unter diesem Gesetze bloss die Tötung des Geistes verstanden, wer ist dann wohl seines Leibeslebens sicher?

4. Im Gegenteil aber ist es auch zugleich jedermann bekannt, dass die besonders in gegenwärtiger Zeit vielfach vorkommenden Belebungen des Fleisches nichts als „Tötungen des Geistes“ sind. Betrachtet ihr gleich daneben die Geschichte des israelitischen Volkes, dem da gewisserart, wie ihr zu sagen pfleget, diese Gesetze frisch gebacken gegeben wurden, so findet ihr den merkwürdigen Kontrast, dass der Gesetzbringer Moses selbst zuerst eine Menge Israeliten hat töten lassen; und seine Nachfolger mussten mit den am Gesetze Schuldiggewordenen das Gleiche tun.

5. „Du sollst nicht töten“ – dieses Gesetz lag so gut wie alle anderen in der Bundeslade. Was tat aber das ganze israelitische Heer, als es ins Gelobte Land einzog, mit den früheren Bewohnern dieses Landes? Was tat selbst David, der Mann nach dem Herzen Gottes? Was der grösste Prophet Elias? – Sehet, sie alle töteten, und das sehr vielfach und sogar oft auf ziemlich grausame Weise.

6. Wer da aus euch nüchternen und unbefangenen Geistes ist, muss der nicht in sich selbst das Urteil aussprechen und sagen: Was ist das für ein Gebot, wider das, wie sonst wider keines, selbst die ersten von Gott gestellten Propheten zu handeln genötigt waren?

7. Ein solches Gebot ist ja doch so gut wie gar keines. Auch in unseren Zeiten ist das Töten der Brüder im Kriege sogar eine Ehrensache! Ja, der Herr Selbst tötet Tag für Tag Legionen von Menschen dem Leibe nach; und doch heisst es: „Du sollst nicht töten!“ Und David musste sogar einen Heerführer umbringen lassen, da er sich gegen einen zu vernichtenden Ort, freilich wohl meineidig, schonend benommen hatte.

8. Gut, sage ich, also steht es mit dem Gebote auf der Erde. Hier aber sehen wir es im Reiche der Himmel, wo kein Wesen mehr das andere töten kann, und auch sicher nie jemand auch nur den allerleisesten Gedanken in sich fassen wird, jemanden zu töten. Wozu steht es also hier auf der Tafel geschrieben? Etwa aus rein historischer Rücksicht, damit die Schüler hier erlernen sollen, was es auf der Erde für Gebote gibt und gegeben hat? Oder sollen etwa diese allergutmütigsten Kindergeister dieses Gebotes wegen auf eine Zeitlang in eine Mordlust versetzt werden und diese dann gegenüber dem Gesetze in sich selbst bekämpfen? Das könnte man zwar annehmen; aber welchen Schluss oder welches Endresultat wird man daraus bekommen? Ich sage euch nichts anderes als: Wenn die Mordlust den Kindern am Ende doch wieder genommen werden muss, so sie sich als Mordlustige dem Gesetze gegenüber genügend bewährt haben, muss man ja auch annehmen, dass sie dabei weder etwas gewonnen noch verloren haben würden, so sie nie mit der Mordlust erfüllt gewesen wären.

9. Ich sehe aber, dass bei dieser gründlichen Darstellung der Sache ihr nun selbst nicht wisset, was ihr so ganz eigentlich aus diesem Gebote machen sollet. Sorget euch nicht; wenige Worte werden genügen, um euch alles bisher Zweifelhafte ins klarste Licht zu stellen, und das Gesetz wird gleich würdig wie auf der Erde also auch im Himmel wie eine Sonne am Himmel strahlen!

10. Damit ihr aber die nachfolgende Erklärung leicht und gründlich fasset, so mache ich euch nur darauf aufmerksam, dass in Gott die ewige Erhaltung der geschaffenen Geister die unwandelbare Grundbedingung aller göttlichen Ordnung ist. – Wisset ihr nun das, so blicket auf das Gegenteil, nämlich auf die Zerstörung; und ihr habt das Gebot geistig und körperlich bedeutungsvoll vor euch.

11. Saget demnach anstatt: Du sollst nicht töten – du sollst nicht zerstören, weder dich selbst, noch alles das, was deines Bruders ist; denn die Erhaltung ist das ewige Grundgesetz in Gott Selbst, demzufolge Er ewig ist und unendlich in Seiner Macht. Da aber auf der Erde auch des Menschen Leib bis zur von Gott bestimmten Zeit für die ewig dauernde Ausbildung des Geistes notwendig ist, so hat ohne ein ausdrückliches Gebot Gottes niemand das Recht, eigenwillig weder seinen eigenen Leib noch den seines Bruders zu zerstören.

12. Wenn hier also von der gebotenen Erhaltung die Rede ist, da versteht es sich aber dann auch von selbst, dass jedermann noch weniger berechtigt ist, den Geist seines Bruders wie auch seinen eigenen durch was immer für Mittel zu zerstören und für die Erlangung des ewigen Lebens untüchtig zu machen. Gott tötet freilich tagtäglich der Menschen Leiber; aber zur rechten Zeit, wenn der Geist entweder auf die eine oder die andere Weise irgendeine Reife erlangt hat. Auch die Engel des Himmels, als fortwährende Diener Gottes, erwürgen in einem fort der Menschen Leiber auf Erden; aber nicht eher, als bis sie vom Herrn den Auftrag haben, und dann nur auf diejenige Art und Weise, wie es der Herr haben will.

13. Sonach aber erlernen auch die Kinder hier auf geistig praktischem Wege, worin die Erhaltung der geschaffenen Dinge besteht und wie sie vereint mit dem Willen des Herrn stets auf das Allersorglichste gehandhabt werden muss. Und wenn ihr dieses nun nur einigermassen begriffen habt, so wird es sicher einleuchtend sein, fürs erste die grosse Würde dieses Gesetzes selbst zu erschauen, und fürs zweite, warum es auch hier im Reiche der himmlischen Kindergeister vorkommt. – Da wir aber solches wissen, so können wir uns auch sogleich in den sechsten Saal begeben. –

Zu diesem Gebot sagt der Herr auch im Grossen Johannes Evangelium, Band 7, Kapitel 31, 10-15:

10. Wenn ihr Meine Gesetze mit menschlichen Sinnen beurteilt, dann müsset ihr freilich wohl Lücken und Mängel darin entdecken. Wenn du deinen Nächsten liebst wie dich selbst, so wirst du ihn nicht hassen, nicht anfeinden und ihm keinen Schaden zufügen; tust du das aber, so wirst du ihn um so weniger je irgendwann weder leiblich und noch weniger seelisch durch allerlei Ärgernisse töten wollen.

11. Du sollst nicht töten! Das ist ganz richtig und wahr also gegeben im Gesetze. Aber warum? Weil unter ,töten‘ schon von uralters her Neid, Scheelsucht, Zorn, Hass und Rache verstanden ward.

12. ,Du sollst nicht töten!‘ heisst demnach soviel wie: Du sollst niemanden beneiden, sollst den Glücklicheren nicht mit scheelen Augen ansehen und sollst nicht im Zorn erbrennen wider deinen Nebenmenschen; denn aus dem Zorn entsteht der Hass, und aus dem Hass geht die böse, alles verheerende Rache hervor!

13. Es steht ja auch geschrieben: ,Mein ist der Zorn, und Mein ist die Rache, spricht der Herr.‘

14. Ihr Menschen aber sollet euch in aller Liebe achten, und es soll einer dem andern gute Dienste erweisen; denn ihr alle habt an Mir einen Vater und seid somit gleich vor Mir! Ihr sollet euch untereinander nicht ärgern und lästern und einer soll dem andern durch bösen Leumund nicht die Ehre abschneiden; denn wer das tut, der tötet die Seele seines Nebenmenschen!

15. Und seht, alles das ist kurz in dem Bilde ,Du sollst nicht töten!‘ ausgedrückt! Und die ersten Juden, auch noch die zu den Zeiten Salomos, verstanden dieses Gesetz nicht anders, und die Samariter als die Altjuden verstehen es heutzutage noch also. Wenn aber dieses Gesetz vom Fundamente aus nur also zu verstehen ist, – wie kann jemand da annehmen, dass durch dieses Gesetz dem Menschen die Notwehr gegen böse Menschen und sogar gegen reissende Tiere untersagt sei?“

flagge en  You shall not kill … You shall not destroy

   

Explanation of the 5th Commandment … You shall not kill

The Spiritual Sun, Vol. 2 – Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101).

The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 78

1. You once again see a tablet installed in this fifth hall, and on it is written in an easy readable script: “Thou shalt not kill.” If you consider this commandment only somewhat moderately and then consider the history of the Israelite people, your eyes would have to more than triple cross, if you would not see it at the first moment that there is a strange problem with this commandment “thou shalt not kill!” How, where, when, and what?

2. What does “kill” mean anyway? Does killing kill the body or deprive the spirit of its heavenly life force? If killing is restricted to the human body, the killing of the spirit cannot possibly be meant by it; for it is said that every man should certainly kill his flesh in order to enliven the spirit, just as the Lord Himself speaks: “Whoever loves his life, that is the life of the flesh, he will lose it; but whoever loses it for My sake, will receive it. ”

3. Likewise, this is also evident in the nature of things. If the outer bark or pod of a fruit would not die, the fruit will not come to any living germination. But it is clear from all this that the killing of the flesh cannot at the same time be the killing of the spirit. But if this law is understood merely as the killing of the spirit, then who is sure of his physical life?

4. It is in contrast, well known to all that the prevalent contemporary multifarious exaltation of the flesh, is nothing but the “killing of the spirit.” If you would compare it to the history of the Israelite people to whom, as you would say, these laws were freshly baked, you will find the strange contrast that the lawgiver Moses himself, was the first to have many Israelites killed; and his successors had to do the same with transgressors of the law.

5. “Thou shalt not kill “- this law was as good as all the others in the ark of the covenant. But what did the whole Israelite army do when it entered the Promised Land, with the former inhabitants of that land? What did even David do, the man after the heart of God? What about the greatest prophet Elijah? – See, they all killed, and very often, and often quite cruelly.

6. Whoever is of a sober and unbiased spirit, does not have to pronounce the judgment in himself and say: What is this commandment, against which, as otherwise against none, even the first prophets appointed by God were obliged to act?

7. Such a commandment is as good as none. Even in our times, the killing of brothers in war is even a matter of honor! Yes, the Lord Himself kills legions of human beings day after day; and yet it says: “Thou shalt not kill!” and David had even had a military commander killed, for he had spared a place which had to be destroyed, despite the swearing of an oath.

8. Good, I say, so it is with the commandment on earth. But here we see it in the heavenly realm, where one being cannot kill the other anymore, and certainly no one will even remotely conceive the slightest thought of killing anyone. So why is it written here on the board? For example, from a purely historical point of view, so that the students should learn here, what commandments have been given on earth? Or should these very good-natured children’s spirits, for some time be brought into a lust for murder by this commandment, to then fight against it in themselves? You could indeed accept that; but what conclusion or end result will you get from this? I say to you nothing else than: If the murder-lust must finally be removed from the children, if they have proven themselves as sufficiently resistant against murder lust according to the law, one must assume also that they would not have gained or lost anything thereby, as if they had never been filled with the lust for murder.

9. But I see that in this thorough account of the matter you do not know what you are supposed to do with this commandment. Do not worry; just a few words will suffice to put everything that is doubtful in the clearest light before you, and the law will be just as worthy as on earth, even in heaven, as a sun shines in the sky!

10. But for you to grasp the following explanation easily and thoroughly, I only point out to you that in God the eternal preservation of the created spirits is the unchangeable basic condition of all Divine order. Now if you know that, look for the opposite, that is, for the destruction; and you have the full spiritual and physical implication of the commandment before you.

11. Instead of saying: Thou shalt not kill, one should say: thou shalt not destroy, neither thyself, nor all that which is thy brother’s; for preservation is the eternal basic law in God Himself, according to which He is eternal and infinite in His power. But since on the earth also the human body is necessary for the everlasting education of the spirit until God’s appointed time, without an explicit command of God, no one has the right to willfully destroy neither his own body nor that of his brother.

12. So, when we speak of the required preservation, it goes without saying that everyone is just as little entitled to destroy the spirit of his brother as his own by whatever means and make one unfit for the attainment of eternal life. God, of course, kills human bodies every day; but at the right time, when the spirit has matured in some or the other way. Even the angels of heaven, as perpetual servants of God, kill the bodies of men on earth; but not unless they are commanded by the Lord, and then only in the way the Lord wants it.

13. In this way do the children here learn in spiritually practical ways in which the preservation of created things consists, and how, united with the will of the Lord, it must always be handled with the utmost care. And if you have understood this only to some extent, it will certainly be plausible to see for yourself, firstly the great dignity of this law, and secondly why it also occurs here in the realm of the heavenly children’s spirits. But since we know such things, we can immediately go to the sixth room.

Regarding this Commandment, the Lord says in the great Gospel of John, Volume 7, Chapter 31:10-15

10. When you judge My laws with a human sense, then surely you must find gaps and shortcomings therein. If you love your neighbour as yourself, you will not hate him, not treat him with hostility and not harm him; but if you do this, even less so would you try to ever kill him, either physically or even to a lesser extend emotionally by all kinds of nuisances.

11. You shall not kill! This is absolutely correct and true stated in the law. But why? Because since primeval times under ‘kill’ is understood, jealousy, enviousness, rage, hatred and revenge.

12. ‘You shall not kill!’ therefore means: You should not envy anybody, you should not look at the more fortunate with askance eyes and you should not burn with anger against your fellow man; since anger breeds hate, and from hate arises the evil revenge destroying everything!

13. It also is written: “Mine is the anger and Mine is the revenge, says the Lord.”

14. But you people should respect each other in all love, and one should do good to the other; since you all have in Me one Father and are therefore equal before Me! You should not annoy and curse each other and the one should not through bad lies cut off the honour of the other; since who does that, kills the soul of his fellow man!

15. And see, all that is in short expressed with ‘You shall not kill!’ And the first Jews, also during the times of Solomon, did not understand this law any other way, and the Samaritans as the old Jews, still understand it today in the same manner. If this law from its foundation is understood only like this, – how can anyone assume that through this law man is forbidden to defend himself against evil people and even savage animals?”

Gebot 1… Du sollst an einen Gott glauben… – Commandment 1… You shall believe in one God…

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flagge de  1. Gebot… Du sollst an einen Gott glauben & Keine anderen Götter…

Gebot 1… „Du sollst an einen Gott glauben und dir nie denken, es gäbe entweder keinen Gott, oder es gäbe zwei, drei oder mehrere Götter.“

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.

Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Da sie ihr Probeleben entweder gar nicht oder nur kurz “erleben” durften, werden sie im Reich der Kinder unter liebevoller Anleitung ausgebildet, wobei ein sehr wichtiger Teil davon die Kenntnis und praktische Erfahrung der 12 Gebote Gottes ist (also Zehn Gebote Moses und die beiden Gebote der Liebe). Dass in der “Göttlichen Lehranstalt” keine menschliche Interpretation gelehrt wird, versteht sich von selbst. Demnach darf (oder besser sollte) sich auch jeder noch im Fleisch lebende Mensch an dieser Erklärung orientieren. Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

73. Kapitel – Schulhaus der 12 göttlichen Gebote. Erster Saal – Erläuterung des 1. Gebotes.

1. Wir dürfen von hier keine gar grosse und weite Reise machen, der nächste Garten wird sogleich vor unseren Augen stehen. Sehet hin, in einer mässigen Entfernung begrüssen uns schon unabsehbar weit gedehnte Baumreihen, hinter denen wir einen überaus grossen und ebenmässig prachtvollen Palast erblicken. Das ist schon der Garten, in welchen wir zu kommen haben, in diesem werdet ihr sogar auch diejenigen Kinder antreffen, die euch der Herr auf der Erde genommen hat.

2. Ob ihr sie aber sogleich erkennen werdet, das ist freilich wohl eine andere Frage; denn im Geiste haben die Kinder nicht mehr das Anähnelnde der Gestalt ihrer irdischen Eltern, sondern nur das Anähnelnde in entsprechendem Masse nach der Aufnahmsfähigkeit für das Liebegute und Glaubenswahre aus dem Herrn mit dem Herrn. – Dessen ungeachtet aber können sie auch bei gewissen Gelegenheiten das irdisch Anähnelnde, welches in ihrer Seele haftet, annehmen und sich dadurch der Form nach denjenigen kennbar machen, welche von der Erde hier anlangen und von den geistigen Verhältnissen noch eben nicht gar zuviel wissen.

3. Wir wollen aber vorderhand nicht zu lange davon sprechen, sondern uns lieber sogleich in den Garten begeben, um uns allda von allem dem mit den eigenen geistigen Augen zu überzeugen, was wir sonst nur mit dem Munde hier ausfechten müssten.

4. An den Baumreihen oder Alleen sind wir schon, in denen ihr die schönsten blumigen Wege entdecket und auch hier und da die Kinder munter auf denselben wandeln sehet. Gehen wir aber nur tiefer hinein, und wir werden uns sobald bei dem erst geschauten Palaste befinden.

5. Sehet, da steht er schon vor uns, und das in einer nahe unabsehbar weit gedehnten Länge. Tausendmal tausend Fenster laufen in einer Reihe fort. Ein jedes ist bei sieben Klafter hoch. Über der Höhe der Fenster entdecken wir noch eine kleinere Fensterreihe, welche jedoch überall genau über den unteren grossen Fenstern zu stehen kommen.

6. Ihr saget und fraget hier: Aber um des Herrn willen, ist dieses ganze Gebäude, dieser unabsehbar lange Palast, nur ein einziger Saal? – Ich sage euch: Solches ist er mitnichten, sondern er besteht aus zwölf Abteilungen. In der Höhe aber, wo ihr die zweite Reihe der kleinen Fenster bemerket, läuft ununterbrochen eine herrliche und breite Galerie um den ganzen Saal, von welcher Galerie aus man, ohne die Schüler zu ebener Erde irgendwie zu stören, alle die zwölf Abteilungen nacheinander übersehen und sich da überzeugen kann, was alles in ihnen vorkommt. – Gehen wir aber nun hinein, damit euch alles klar werde.

7. Sehet, da sind wir schon am Eingange. Wir brauchen aber nicht auf die Galerie hinaufzugehen, da wir diesen kleinen Kindergeistern ohnehin zum grössten Teile unsichtbar bleiben müssen. Bemerkbar werden wir nur den Lehrern; diese aber sind schon unterrichtet, warum wir hier sind.

8. Nun sehet, hier sind wir schon im ersten Saale. Was sehet ihr in der Mitte dieses grossen Saales auf einer weissen Tafel, welche auf einer Säule aufrecht stehend angebracht ist, geschrieben? Ihr saget: Zuoberst die uns wohlbekannte Zahl 1, die sicher die Nummer des Saales sein wird, und unterhalb: Weg zur Freiheit des Geistes! – Das eins bedeutet, sage ich euch, nicht die Nummer des Saales, sondern es bezeichnet das erste Gesetz Gottes durch Moses.

9. Ihr fraget: Was sollen aber die vielen Kinder, die wir hier schon ziemlich erwachsen erschauen, mit dem irdischen Gesetze Mosis, welches wohl für sterbliche, irdisch ungläubige Menschen gilt, aber doch sicher nicht für Kinder, welche als reine Geister hier schon lange die lebendigste Überzeugung von dem Dasein des einen Gottes haben, indem ihnen solches doch schon bei dem ersten Elementarunterrichte, wie wir gesehen haben, zur Übergenüge lebendigst anschaulich bei jeder Gelegenheit gezeigt wird?

10. Meine lieben Freunde und Brüder, die Sache verhält sich ganz anders, als ihr meinet. Ähnliches findet ihr aber auch auf der Erde, allda ihr auch die Kinder fragen und betrachten könnet, wo ihr wollet, und ihr werdet bei ihnen überall einen wirklich lebendigen Glauben an einen Gott antreffen. Denn niemand ist gläubiger als die Kinder, und es gibt doch nicht leichtlich irgendein so böswilliges Elternpaar, das seinen Kindern, wenigstens zu Anfang ihres Seins, verweigern möchte, einen Gott zu erkennen, da dies jede Religion vorschreibt und den Eltern wenigstens aus politisch-moralischen Gründen zur Pflicht gemacht wird, solches ihre Kinder erlernen und erkennen zu lassen.

11. Sollte man da nicht eben auch glauben, dass solchen von Gott unterrichteten Kindern nach der Zeit kein fernerer Unterricht über Gott not tut? – Ihr müsst da selbst bekennen und sagen: Ja, ein solcher Unterricht tut jedermann bis an sein letztes Lebensende not; denn nur gar zu leicht werden die ersten Eindrücke in den Kinderjahren verwischt, und dann stehen die den Kinderschuhen entwachsenen Menschen da, als hätten sie nie etwas von Gott gehört. Ich sage euch: ein solches Verwischen ist hier freilich wohl nicht leichtlich möglich; aber das müsset ihr doch annehmen, dass diese Kinder, zufolge ihrer frühen Hieherkunft, auf der Erde keine Gelegenheit hatten, die Freiheitsprobe für ihren Geist, welche die eigentliche Lebensprobe ist, zu bestehen. Daher muss diese überaus wichtige Aktion für das Leben des Geistes, hier ins vollste Werk gesetzt werden. Bisher waren diese Kindergeister nur gewisserart geistige lebendige Maschinen. Hier aber handelt es sich ums Lebendigwerden aus ihnen selbst, und darum müssen sie auch alle die Gebote kennenlernen, dieselben dann werktätig an sich selbst erproben und erfahren, wie sich ihr selbst lebendiges geistiges Wesen unter einem gegebenen Gesetze verhält.

12. Und so denn ist auch hier das erste Gebot gegeben, welches da lautet: „Du sollst an einen Gott glauben und dir nie denken, es gäbe entweder keinen Gott, oder es gäbe zwei, drei oder mehrere Götter.“

73,13. Hier fragt es sich dann freilich wieder weiter: Wie kann man denn demjenigen an einen Gott zu glauben gebieten, der ohnehin an einen Gott lebendig glaubt und keinen Zweifel darüber hat? Das ist fürwahr eine gute Bemerkung; darum aber werden eben hier die Kinder von ihren Lehrern durch allerlei Lehre und Taten in einen solchen Zustand versetzt, in welchem sie von allerlei Zweifeln über das Dasein Gottes behaftet werden, welche Unterrichtsweise man hier die Abödung des eigenen Geistes nennt.

73,14. Um aber solches bei diesen Kindern zu bewirken, lassen die Lehrer nicht selten die merkwürdigsten Dinge wie zufällig vor den Augen ihrer Schüler entstehen, lassen sie dieselben betrachten und fragen sie dann, ob dazu Gott vonnöten war, den sie doch dabei nicht als handelnd gesehen haben. Sagen da die Kinder, Gott kann solches bloß durch Seinen Willen bewirken, ohne dabei wesenhaft notwendig gegenwärtig zu sein, da lassen die Lehrer ihre Schüler selbst verschiedene Dinge denken, und was da gedacht wird von den Kindern, das steht schon fertig da. Dabei fragen dann die Lehrer die Kinder wieder, wer nun solches getan habe?

73,15. Dadurch werden schon mehrere ins Zwielicht gebracht. Einige sagen, solches hätten sie selbst getan, andere wieder meinen, es haben solches die Lehrer nach dem Erkennen der Gedanken in den Schülern getan. Einige aber sagen, sie hätten sich solches wohl gedacht; aber es müßte doch ein allmächtiger Gott es zugelassen haben, darum das von ihnen Gedachte als ein vollendetes Werk vor ihnen erschien.

73,16. Wenn die Schüler so ziemlich noch immer beim festen Glauben an einen Gott verbleiben, da fragen sie dann die Lehrer, woher sie denn das wüßten, daß es einen Gott gebe? Die Schüler antworten ihnen da gewöhnlich: Solches haben uns die ersten weisen Lehrer gelehrt. Nun fragen aber diese Lehrer weiter und sagen: Was würdet ihr denn dann sagen, so wir als die offenbar weiseren Lehrer sagen und lehren, daß es keinen Gott gibt, und daß das alles, was ihr sehet, von uns gemacht und errichtet ist? Und was werdet ihr sagen, wenn wir von uns aussagen, daß wir die eigentlichen Götter sind?

73,17. Sehet, hier stutzen die Kinder ganz gewaltig und fragen dann die Lehrer, was sie denn nun in diesem Falle tun sollen?

73,18. Diese Lehrer aber sagen zu ihnen: Suchet in euch, was ihr da tun müßt; gibt es einen Gott, so müsset ihr Ihn in euch finden, und gibt es keinen, so werdet ihr auch ewig keinen finden.

73,19. Wenn dann die Kinder fragen, wie sie in sich ein solches Suchen anstellen sollten, da sagen die Lehrer: Versuchet, den Gott, den ihr meinet, daß Er ist, in euren Herzen also zu lieben, als wäre Er einer. Nehmet in solcher Liebe zu, und wenn es einen Gott gibt, so wird Er euch in eurer Liebe antworten, gibt es aber keinen, da werdet ihr in euren Herzen keine Antwort bekommen.

73,20. Sehet, hier fangen die Schüler an, in ihr Inneres zu gehen und fangen an, den früher bloß nur kindlich geglaubten Gott im Ernste zu lieben. Aber da geschieht es, daß Sich Gott der Herr nicht sobald meldet, und unsere Kinder dadurch in nicht geringe Zweifel kommen. – Wie sie aber aus diesen gebracht werden, wird der Verfolg zeigen. –

74. Kapitel – Wie soll man Gott suchen?

74,01. Sehet, da sind schon einige, die sich soeben an ihren Lehrer wenden und ihm die Bemerkung machen, daß sie nun im Ernste zu glauben genötigt seien, es gäbe keinen Gott außer den Lehrern, die vor ihnen Wunderdinge leisten, indem sich Gott trotz der Heftigkeit ihrer Liebe, mit der sie Ihn in ihren Herzen erfaßt haben, auch nicht einem unter ihnen zu einer allergeringsten Wahrnehmung gezeigt habe.

74,02. Was tun aber die Lehrer auf die Äußerung ihrer Schüler? Höret nur den an, an den solcher Bericht ergangen ist: er (der Lehrer) spricht zu seinen Schülern:

74,03. Meine geliebten Kinder! Es mag wohl sein, daß sich bei euch Gott noch nicht gemeldet hat; es kann aber auch sein, daß er sich gemeldet hat, ihr aber waret zu unaufmerksam und habt eine solche Anmeldung nicht wahrgenommen.

74,04. Saget mir daher: Wo waret ihr, als ihr Gott in euren Herzen erfaßt habt? Waret ihr draußen unter den Bäumen des Gartens oder auf den Galerien des Saales, oder waret ihr auf dem großen Söller des Saalgebäudes oder in irgendeiner Kammer, oder waret ihr in euren Wohnstuben, welche da außerhalb dieses großen Lehrgebäudes reichlich erbaut sind? Und saget mir auch, was alles ihr hier und da gesehen, bemerkt und empfunden habt.

74,05. Die Kinder sprechen: Wir waren draußen unter den Bäumen und betrachteten da die Herrlichkeiten der Schöpfungen Gottes, an den wir glauben sollen, und lobten Ihn darob, daß Er so herrliche Dinge gemacht hat. Wir stellten Ihn uns vor als einen recht lieben Vater, der gern zu Seinen Kindern kommt, und haben dadurch auch in unseren Herzen eine große Sehnsucht gefaßt, Ihn zu erschauen und Ihm dann mit all unserer kindlichen Liebe entgegenzueilen, Ihn zu erfassen und nach all unserer möglichen Kraft zu liebkosen.

74,06. Allein es kam von keiner Seite irgendein Vater zu uns. Wir befragten uns auch sorgfältig untereinander, ob einer oder der andere noch nichts merke vom Vater. Doch ein jeder aus uns bekannte offenherzig, daß er nicht von fernher auch nur etwas Allerleisestes merke.

74,07. Wir verließen dann den Platz, eilten auf die Söller des Lehrsaalgebäudes und taten da dasselbe. Allein der Erfolg war ganz derselbe wie unter den Bäumen. Wir gingen von da in unsere Wohnstuben, in der Meinung, hier würde uns der Vater am ehesten besuchen, denn wir beteten da viel, und baten Ihn inbrünstig, daß Er Sich uns zeigen möchte. Aber es war alles umsonst! Da wir sonach deinen Rat vergeblich befolgt haben, so sehen wir uns nun genötigt, deiner Lehre beizupflichten, nämlich daß es eher keinen als einen Gott gäbe. Und so haben wir unter uns beschlossen: Wenn es schon irgendeinen Gott gibt, so gibt es aber dennoch keinen ganzen, sondern einen geteilten in all den lebenden und freitätigen Wesen, wie ihr und wir da sind. Gott ist demnach nur ein Inbegriff der lebendigen Kraft, welche aber erst in den Wesen, wie ihr es seid, freitätig sich und andere erkennend und dadurch auch mächtig wirkend auftritt.

74,08. Sehet hier die kleinen Philosophen, und erkennet aber auch zugleich den Grund oder das falsche Samenkorn, von dem alle diese schlüpfrigen Vernunftsspekulationen die Frucht sind!

74,09. Was spricht unser Lehrer zu diesen Philosophemen seiner Schüler? Höret, also lauten seine Worte: Meine lieben Kinderchen! Nun habe ich den Grund in euch recht klar erschaut, warum sich euch kein Gott gezeigt hat, weder unter den Bäumen, noch auf dem Söller, noch in den Wohnstuben (das heißt: weder im Forschen in der Natur durch Erfahrungen und Zergliederungen derselben, noch auf dem Wege höherer Vernunft- und Verstandesspekulation, noch in eurem nicht viel besseren als einem Alltagsgemüte), weil ihr schon mit den Zweifeln hinausgegangen seid.

74,10. Ihr habt Gott nicht bestimmt, sondern allenfalls möglicherweise erwartet. Gott aber, so einer ist, muß ja doch in Sich Selbst die höchste abgeschlossene Bestimmtheit sein. Wenn ihr aber mit der Unbestimmtheit eures Denkens, Glaubens und Wollens die höchste göttliche Bestimmtheit suchtet, wie hätte sich da euch solche wohl offenbaren können? Merket euch demnach wohl, was ich euch nun sagen werde:

74,11. Wenn ihr Gott suchen wollet und wollet Ihn auch erschaulich finden, da müsset ihr mit der größten Bestimmtheit hinaustreten und Ihn auch so suchen. Ihr müsset ohne den allergeringsten Zweifel fort glauben, daß Er ist, und wenn ihr Ihn auch noch so lange nicht irgend zu Gesichte bekommen solltet, und müsset dann auch mit eurer Liebe Ihn ebenso, bestimmt ergreifen, als wie bestimmt ihr an Ihn glaubet. Sodann wird es sich erst zeigen, ob ihr in eurem Denken, Glauben, Wollen und Lieben die größtmöglichste Bestimmtheit erlangt habt.

74,12. Habt ihr dieselbe erlangt, wird sich Gott euch auch sicher zeigen, so Er einer ist. Habt ihr aber diese Bestimmtheit nicht erlangt, so werdet ihr ebenso unverrichteter Dinge wieder zu mir zurückkehren, wie es diesmal der Fall war. –

74,13. Sehet, die Kinder überdenken die Lehre des Lehrers wohl, und eines, scheinbar das schwächste aus ihnen, tritt hin zum Lehrer und spricht: Höre mich an, du lieber weiser Lehrer! Meinst du denn nicht, wenn ich ganz allein in mein Wohnstübchen ginge und möchte da Gott den Herrn als den allerliebevollsten Vater allein mit meiner Liebe recht bestimmt ergreifen, indem ich ohnehin noch nie recht daran habe zweifeln können, ob es einen oder keinen Gott gäbe, sondern in mir – aller Gegenbeweise ungeachtet – fortwährend bei einem Gott stehengeblieben bin. Meinst du demnach nicht, Er würde Sich mir zeigen, wenn ich Ihn allein lieben möchte? Denn das viele Denken und Glauben darnach kommt mir ohnehin etwas mühselig vor.

74,14. Der Lehrer spricht zum Kinde: Gehe hin, mein liebes Kindlein, und tue, was dir gut dünkt; wer weiß vorderhand, ob du nicht recht habest? – Ich kann dir nun weder ein Ja noch ein Nein geben, sondern sage zu dir: Gehe hin und erfahre, was alles die Liebe vermag!

74,15. Nun sehet, das Kindlein läuft aus dem Saale in seine Wohnstube, und die anderen Schüler befragen den Lehrer, ob er die Unternehmung des einen Kindes, das sich jetzt in seine Wohnstube entfernte, dem vorziehe, was sie nun nach seinem Rate zu tun gedenken, nämlich mit aller Bestimmtheit hinauszugehen und nach Gott zu forschen.

74,16. Der Lehrer aber spricht: Ihr habt gehört, was ich zu dem einen eurer Mitschüler gesagt habe, nämlich weder ein Ja noch ein Nein; eben dasselbe sage ich auch zu euch. Gehet hin oder hinaus; tut, was euch am besten dünkt, und die Erfahrung wird es zeigen, welcher Weg der bessere und der kürzere ist, oder ob der eine falsch oder der andere richtig, oder ob beide falsch oder beide richtig seien.

74,17. Nun sehet, ein Teil der Kinder erfaßt die Bestimmtheit, ein anderer aber die Liebe allein. Die die Bestimmtheit Erfassenden gehen voll tiefen Denkens, Wollens und festen Glaubens hinaus in den Garten; ein Teil aber begibt sich in die Wohnstuben, um Gott zu suchen. –

74,18. Aber da sehet hin, soeben kommt das zuerst mit der Liebe zu Gott hinausgeeilte Kind, geleitet von einem schlichten Manne, in den Saal herein und geht geradewegs auf den Lehrer zu. Was etwa wird es wohl vorbringen?

74,19. Höret, es (das Kind) spricht: Lieber, weiser Lehrer, da sieh einmal her! Als ich in meinem Wohnstübchen den lieben großen Himmelsvater so recht zu lieben anfing, da kam dieser einfache Mann zu mir und fragte mich, ob ich den Vater im Himmel wohl im Ernste so lieb hätte? Ich aber sprach zu ihm: O lieber Mann, das kannst du mir ja aus meinem Angesichte lesen. – Dann aber fragte mich der Mann, wie ich mir den großen Himmelsvater in meinem Gemüte vorstellte. Und ich sagte zu ihm: Ich stelle Ihn mir so wie einen Menschen vor; aber nur muß Er sehr groß und stark sein und auch sicher einen großen Glanz um sich haben, weil schon diese Welt und die Sonne, die ihr scheint, so überaus herrlich und glänzend ist.

74,20. Hier hob mich der schlichte Mann auf, drückte mich an sein Herz, gab mir einen Kuß und sprach dann zu mir: Führe mich hinüber in den Lehrsaal zu deinem Lehrer; dort wollen wir das Weitere ausmachen und recht gründlich ersehen, wie der Himmelsvater aussieht, wenn Er einer ist, und wie Er alles aus Sich erschafft, leitet und regiert. Und nun siehe, lieber weiser Lehrer, da bin ich nun mit dem schlichten Manne. Was dünkt dir wohl, wer dieser Mann sein möchte, weil er gar so lieb mit mir umgegangen ist?

74,21. Und der Lehrer spricht in sichtbar allerhöchster Liebe und Achtung: O überglückliches Kind, du hast schon den Rechten gefunden; siehe das ist Gott, unser allerliebevollster Vater! Und der Herr beugt sich nun nieder, nimmt das Kind auf Seinen Arm und fragt es: Bin Ich wohl Der, als den mich dein Lehrer dir angekündigt hat? Und das Kind spricht in großer Aufregung: O ja, Du bist es, das erkenne ich ja an Deiner unendlichen Güte, denn wer sonst ist so gut wie Du, daß er mich auf seine Arme nähme und möchte mich also herzen und kosen wie Du?! Ich liebe Dich aber nun auch so unbegreiflich, daß ich mich ewig nimmer von Dir trennen kann; mußt mich darum nicht mehr hier lassen, lieber heiliger Vater! Denn solche Güte und Liebe habe ich noch nie empfunden wie jetzt auf Deinen Armen! – Und der Herr spricht: Fürchte dich nicht, Mein Kindlein! Wer Mich einmal wie du gefunden hat, der verliert Mich ewig nimmer.

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Commandment 1… Thou shalt believe in one God, and never think that there is either no God, nor that there are two, three, or several gods.

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond.

Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43).

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101). Because they could not experience their trial life at all or only for a short while, they are taught and trained in the Children’s Kingdom under a loving guidance, whereby a very important part is, to know and experience practically the 12 Commandments of God (The 10 Commandments of Moses and the 2 Commandments of Love). It is self-evident, that in the ‘Divine Teaching Facility’ no human interpretations are taught. That is why each human being, still living in the flesh, may take one’s bearings from this explanation. (or better should) The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 73 – The first commandment in the first classroom – explanation

1. We do not need a long and wide voyage from here, for the next garden is before our very eyes. Look, at a moderate distance we are already greeted with endlessly stretched rows of trees, behind which we see an exceedingly large and equally splendid palace. This is already the garden in which we have to be, in which you will even meet those children whom the Lord has taken from you on the earth.

2. But if you would recognize them at once, is certainly another question; for in the spirit, the children no longer resemble the physical traits of their earthly parents, but they only resemble the Lord to the extent of their receptive capacity for the loving-goodness and faithfulness from the Lord. Nevertheless, on certain occasions, they can also accept the earthly similarities which are bound in their souls, and thus make themselves known in form to those who have come here from the earth, and are not yet too much acquainted with the spiritual conditions.

3. We shall not, however, spend any more time speaking about this, but rather to go straight into the garden, to convince ourselves of all that with our own spiritual eyes, which we would otherwise have to attain with the mouth here.

4. We are already in the tree-rows or avenues, in which you have discovered the most beautiful flowery lanes, and also here and there children, walking gaily on it. Let us go in deeper, and we shall find ourselves, as soon as we are there, at the palace we have first seen.

5. See, it is already standing in front of us, with a nearly indefinitely stretched length. Thousands times thousand windows are set in rows. Every one measures seven klafter high. Above the height of the windows, we find a smaller row of windows, which are placed exactly above each of the lower large windows.

6. You say and ask, “But for the sake of the Lord, is this whole building, this immensely long palace, but a single hall? I say unto you, It is not, but is divided into twelve divisions. At the height where you see the second row of small windows, a splendid and wide gallery runs along the whole hall, from which gallery one can, without disturbing the students on the floor at all, overlook the twelve sections one by one, and convince oneself of what is in them. Now let us go in, that everything may be clear to you.

7. Look, here we are at the entrance. But we do not need to go up to the gallery because we are to remain largely invisible to these little children. Only the teachers will be aware of us; but these are already told why we are here.

8. Well, here we are already in the first room. What do you see in the middle of this great hall written on a white tablet placed on a column standing upright? you say: At the very top, the number 1, which is known to us, and which will surely be the number of the hall, and below: the path to the freedom of the spirit! That is, I tell you, not the number of the hall, but the first law of God by Moses.

9. You ask, “What are the many children, whom are already looking quite mature, to do with the earthly law of Moses, which is considered to be for mortal, disbelieving people, but certainly not for children, who as pure spirits have long been convinced of the existence of the one God; since, as we have seen, this is shown to them at the very beginning of the first elementary lecture, as a vivid illustration, at every possible opportunity?

10. My dear friends and brothers, the matter is quite different from what you think. But you also find something similar on the earth, where you can ask the children wherever you want, and you will find everywhere with them a truly living faith in a God. For none is more believing than a child, and yet there is surely no such mean parental couple to be found who would deny their children, at least in the beginning of their lives, to acknowledge a God, since every religion prescribes it, and the parents have to, at least from the moral point of view, allow their children to learn about and recognise it.

11. Would not it also be believed that such children, taught by God, do not need any further instruction about God by this time? You must confess, and say: yes, every human does require such teaching till the end of his life; for it is only too easy for the first impressions of childhood to become blurred, and then are these people who have outgrown their children’s shoes, as if they had never heard of God. I tell you: such a blurring is, of course, not easily possible here; but you must understand that these children, because of their early arrival, had no opportunity on earth to react on the freedom of their spirit, which is the actual motive for life. Therefore, this most important action for the life of the spirit, must be put into the fullest action here. So far, these children’s spirits have been, to a certain extent, spiritual living machines. Here, however, they are concerned with becoming alive out of themselves, and therefore they must also learn all the commandments, and then test them in their own right, and learn how they themselves are living spiritual beings under a given law.

12. And so here is the first commandment given, which is, “Thou shalt believe in one God, and never think that there is either no God, nor that there are two, three, or several gods.”

13. Here, of course, we ask ourselves again: how can one command a believing of a God who believes in God anyway, and has no doubt about it? This is indeed a good remark; but the children are here subjected to all sorts of doctrines and customs by their teachers, in which they are afflicted by all sorts of doubts about the existence of God; this mode of instruction is called the desolation of one’s own spirit.

14. But in order to do this with these children, the teachers not infrequently make the most remarkable things happen as if coincidental before the students’ eyes, let them have a look at it, and then ask them whether God was needed for this, since they have not seen Him acting. If the children say that God can do this only through His will, without necessarily having to be present, then the teachers let their students themselves think of different things, and whatever is thought by the children, would appear immediately before them. Then the teachers would again ask the children: who has done this?

15. Thereby several are brought into the twilight. Some say that they themselves have done this, others think that the teachers have done it according to the recognition of the thoughts in the students. But some say that they have thought of such things, but the one omnipotent God must have admitted it, so that the thought appeared as a finished work before them.

16. If the students still remain faithful to the one God, then the teachers would ask them how then do they know that there is a God? The students then usually reply to them: The first wise teachers have taught us this. Now, however, these teachers probe further, saying, What then would you say, if we, as equally wise teachers would say and teach that there is no God, and that all that you see is made and built by us? And what will you say when we say of ourselves that we are the actual true gods?

17. Behold, here the children really hesitate, and then ask the teachers what they should do in this case?

18. But these teachers say to them, “Seek in you what you must do; if there is a God, then you must find him in you, and if there be none, you will never find any.

19. When the children ask how they should make such a search in themselves, the teachers say, “Try to love the God which you believe that he exists, in your hearts, as if He really exists. Let this love grow, and if there is a God, He will answer you in your love, but if there is none, you will not receive an answer in your hearts.

20. See, here the pupils begin to go into their inner being and begin to love the God whom they only previously believed in, in a childlike fashion. But then it happens that God, the Lord does not report as soon as expected, and our children are in no small doubt. But how they are brought to conquer this doubt, from these, the persecution will show.

Chapter 74 – How should one seek God?

1. There are already some who have just turned to their teachers, and have made the remark that they are now compelled to believe that there is no God besides the teachers who perform miracles before them, while this God, whom they have took hold of with their love in their hearts, has not shown up among them in any perceptible way.

2. But what do teachers do in reaction to their students’ statements? Listen to how a teacher, who received such a report, responds: he (the teacher) speaks to his students:

3. My beloved children! It may well be that God has not yet spoken to you; but it can also be that he has spoken, but that you are too inattentive and have not noticed it.

4. Therefore tell me, Where were you, when you took hold of God in your hearts? Were you outside under the trees of the garden, or in the galleries of the hall, or were you on the great floor of the hall, or in some chamber, or were you in your boarding-rooms, which were built outside this great school? And tell me what you have seen, noticed, and felt here and there.

5. The children say, “We were outside among the trees, and we saw the glories of God’s creations, which we should believe in, and rejoiced that He had done such splendid things. We imagined Him to be a very dear father, who likes to come to His children, and have thereby also felt a great longing in our hearts to see Him, and then to meet Him with all our childish love, to embrace Him and to love Him with all our might.

6. But no Father came to us from any side. We also asked each other carefully, whether one or the other has not yet noticed the Father. But every one of us can honestly say that we have not in the least seen anything at all of Him.

7. We then left the square, hurried to the booths of the lecture hall building, and did so there. But the success was the same as under the trees. We went from there to our dormitories, in the opinion that here the Father would be most likely to visit us, for we prayed a great deal, and begged Him fervently to show Himself to us. But it was all in vain! Since we have obeyed your advice in vain, we now feel compelled to agree with your doctrine that there is not a God. And so we have decided among ourselves that if there is already a God, there is not a whole, but a divided one in all the living and free beings as you and we are. God is, therefore, only a totality of the corporeal power, which first and foremost recognizes Himself and others in the beings, as you are, and also acts powerfully as such.

8. See the little philosophers here, and at the same time recognize the reason or the false seed which is the fruit of all these slippery rational speculations.

9. What does our teacher say about these philosophies of his disciples? Hear, therefore, his words: My dear children! Now I have shown you the reason in yourselves quite clearly why no God has shown up for you, neither under the trees, nor in the solitude, nor in the dormitories (that is, neither in the inquiry in nature through experiences nor dissections thereof, nor by the way of higher speculations of reason and intellect, nor in your not much better than daily life) because you have already gone out with doubts.

10. You have not definitely expected God, but only expected a probability. But God must be in Himself the highest degree of definite determination. When you have sought with doubt in your thoughts, faith and will for the highest Godly certainty, how could He reveal Himself amidst such indefinite probability? Therefore, remember what I will tell you now:

11. If you want to seek God, and you also want to see Him, then you must step out with the greatest certainty and seek Him as such. You must, without the slightest doubt believe that He is, even if you do not get to see Him for how long. Then you must embrace Him with your love with the same certainty as your belief in Him. Then it will be shown whether you have attained the greatest possible determination in your thinking, faith, will, and love.

12. If you have obtained the same, God will surely show up for you, if He does exist. But if you have not attained this determination, you will return to me without having achieved your objective, as you did this time.

13. Look, the children consider the teaching of the teacher, and one, seemingly the weakest of them, goes to the teacher and says: Listen to me, you dear, wise teacher! Do you not think that if I went all alone into my dormitory, and if I would like to embrace God the Lord as the most loving Father with my love, in the right way, since I have never been able to doubt whether there is a God, but I remained, despite all the contradictory proofs, forever and steadfastly sure of God. Don’t you think he would show up with me if I wanted to love Him alone? For that many thoughts and beliefs, after all, seem to me a little arduous.

14. The teacher said to the child, “Go, my dear little child, and do what is good to you; who knows for the present whether you are right? I can now give you neither a yes nor a no, but say to you, “Go and find out what love can do!”

15. Now see the child running out of the hall into his dormitory-room, and the other students question the teacher whether he preferred the enterprise of the one child, which now went to his dormitory-room, to what they are now doing according to his advice, to go out with all certainty and to search for God.

16. But the teacher said, “You have heard what I said to your fellow student, that is neither a yes or no; I also say to you. Go out or don’t; do what is best for you, and experience will show which path is the better and the shorter one, or whether the one is false or the other right, or whether both are false or both correct.

17. Now see, a part of the children understand the determination concept, but others only the love. Those who enter into determination go out into the garden in full depth of thought, willingness and firm faith; but a part goes into the dormitory-rooms to seek God.

18. But as you can see, the child, first led by love for God, is led into the hall by a simple man and goes straight to the teacher. What is he going to say?

19. Listen, he (the child) speaks: Dear, wise teacher, come here! When I began to love the dear great Heavenly Father in my dormitory-room, this simple man came to me and asked me if I was really so fond of the Heavenly Father. I told him, O dear man, thou canst read it on my face. But then the man asked me how I imagined the great Heavenly Father in my mind. And I said to him, I imagine Him as a man; but only He must be very great and strong, and surely also have a great radiance, because this world and the sun shining upon it, are already so exceedingly glorious and splendid.

20. Here the simple man lifted me, pressed me to his heart, gave me a kiss, and then said to me, “Take me over to the tutor’s school; there we want to discuss everything, and to properly see what the Heavenly Father looks like, if He exists, when He is, and how He creates, directs, and governs everything out of Himself. Now, behold, my wise teacher, here I am now with this simple man. Who do you think this man would be, because he treats me with so much fondness?

21. And the teacher speaks in the most obvious love and respect: O most happy child, you have already found the Right One; behold, this is God, our most loving Father! And the Lord now bows down, and takes the child upon His arm, and asks him, Am I the one whom thy teacher has announced unto thee? And the child speaks with great excitement: Oh, yes, it is You, I recognize Your infinite goodness, for who else is as good as You, that he would take me into His arms, and would cuddle and caress like You?! But I also love you so incomprehensibly much that I can never be separated from You ever again; do therefore not to leave me here, my dear Father. For I have never felt such kindness and love as now in Your arms! And the Lord says, Fear not, O my child! Whoever has once found Me like you will never ever lose Me.