Arche Noah – Der Herr erzählt die wahre Geschichte der Sintflut / Sündenflut – Noah’s Ark – The Lord tells the true Story of the Flood

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Arche Noah – Die wahre Geschichte der Sintflut / Sündenflut
HAUSHALTUNG GOTTES – Eine Lesung aus Band 3, die Kapitel 352 -357

Geschichte der Urschöpfung der Geister und Materie, der Urpatriarchen von Adam bis Abraham

Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (15.03.1840-07.09.1844)
Gesprochen von Theo

Kapitel 352 – Trauer und Wehmut des Herrn

1. Also aber war es, als der Herr den Noah behieß in die Arche zu gehen:

2. Als der Himmel sich gar mächtig zu trüben und das Gewölk die nächsten Bergspitzen in eine dichte Nacht zu hüllen begann und die Tiefe über unabsehbare Fernen hin dampfte gleich einer brennenden Stadt, da kam der Herr zu Noah wie voll Wehmut und Trauer und sagte zu ihm:

3. „Noah, fürchte dich nicht; denn siehe, Ich, der Herr aller Kreatur und aller Dinge, bin bei dir, um dich zu schützen und zu schirmen vor jeglichem Ungemache, das Ich nun über die Welt werde kommen lassen darum, weil es die arg gewordenen Menschen also haben wollten!

4. Siehe, siehe, wie traurig es nun aussieht auf dieser alten Erde! Der Menschen Kunst hat ohne ihr Wissen und Wollen die argen gefangenen Urgeister dieser Erde vor der Zeit frei gemacht, wodurch ohne ein Gericht alle Himmel gefährdet würden. Daher ist nun der Raum von der Erde bis zum Monde mit solchen Geistern angefüllt. Und würde nicht durch ein örtliches Glühen der Wolken, in denen die freigewordenen argen Geister nun wüten und toben, eine Helle auf den Erdboden kommen, so wäre hier eine solche Nacht, in der alles Leben ersticken müßte; denn der Sonne Licht vermag nimmer durch solche Massen von Wolken und Dünsten zu dringen!

5. Aber die Menschen der Tiefe haben keine Furcht! Sie beleuchten ihre Städte mit Fackeln und großen Öllampen und sind lustig dabei; sie freien noch und lassen sich freien und halten Gastmähler, Spiel und Tanz, während Ich, ihr Schöpfer, um sie traure und ihnen nicht helfen kann, um sie nicht zu vernichten in ihrem Geiste auf ewig!

6. O du Mein Noah, das ist ein harter Stand für einen Vater, der Seine Kinder vor dem Abgrunde sieht und ihnen nicht helfen kann und darf – außer durch eine neue schroffste Gefangennehmung, welche da ist das bevorstehende nunmehr unausweichliche Gericht! – Was soll Ich dazu sagen?

7. Siehe, es gibt auf der Erde weit von hier entfernten Gebieten Nachkommen Kains! Diesen war eine schmutzige Offenbarung genug, und sie leben noch in Meiner Ordnung bis zur Stunde; und die wenigen unter ihnen, die mehr oder weniger manchmal durch eine Tat ihr Gewissen beschwert haben, diese ringen jetzt in dieser allgemeinen Nacht des herangekommenen Gerichtes die Hände zu Mir und flehen Mich an um Erbarmung!

8. Ich aber sage dir: Siehe, Ich will Mich ihrer auch erbarmen in ihrer Not; aber dieser große Erdkreis, den da bewohnen Meine Kinder im Gemische mit den Kindern der Welt, soll nun Mein unerbittlichstes Gericht erfahren!

9. Bevor Ich aber noch die Wasser aus den Wolken zur Erde fallen lasse, will Ich noch sieben Tage lang in der Tiefe die Menschen durch allerlei Erscheinungen schrecken und wo möglich sie dadurch nötigen, sich hierher zur Flucht zu begeben!

10. Sieben Tage wollen wir also noch harren hier in dieser Nacht, und Ich will eine schwache Helle ziehen von hier bis Hanoch und weiter noch, auf daß niemand den Weg hierher verfehlen solle, der sich noch retten will; und so jemand hierher kommen sollte, und wäre es Fungar-Hellan selbst, so soll er in die Arche aufgenommen werden!“

11. Nach dieser Rede ward es dämmerlich helle von der Höhe bis gen Hanoch und weiter; und der Herr öffnete dem Noah die geistige Sehe, daß er zugleich mit dem Herrn in alle Tiefen schauen konnte; aber man ersah niemanden zur Stadt hinausziehen.

12. Es geschahen gewaltige Rufe wie Donner; aber niemand kehrte sich daran. Es brachen in Hanoch Feuer aus und setzten viele in große Angst und Schrecken; aber dennoch wollte niemand aus der Stadt ziehen. Es brachen unterirdische Wasser aus und setzten Hanochs Plätze und Gassen mannstief unter Wasser; da flohen die Ärmeren wohl auf die naheliegenden Hügel, – aber die Reichen nahmen Boote und Kähne und fuhren jubelnd über Plätze und Gassen, und niemand begab sich mehr auf die Höhe.

13. Und solche Kalamitäten dauerten sieben Tage in der Tiefe; und dennoch kehrte sich niemand daran.

14. Da brach dem Herrn die Geduld, und Er führte den Noah zur Arche.

Kapitel 353 – Noah geht in die Arche, dann bricht die Erde auf

1. Als aber Noah mit dem Herrn bei der Arche anlangte, da sprach der Herr zu ihm: „Noah, gehe nun in den Kasten mit deinem ganzen Hause; denn Ich habe nun in dieser Zeit dich allein gerecht gefunden vor Mir!

2. Nimm aber vom reinen Viehe je sieben Stücke und vom unreinen Getiere nur je ein Paar; aber überall ein Männlein und ein Fräulein, – desgleichen auch von den Vögeln unter dem Himmel je sieben und sieben das Männlein und sein Fräulein, auf daß der Same lebendig bleibe auf dem ganzen Erdboden!

3. Denn nach sieben Tagen, von diesem Augenblicke angefangen, will Ich regnen lassen vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen alles auf diesem Erdkreise, was da ein lebendiges Wesen hat, das Ich geschaffen habe!“

4. Noah fiel hier vor dem Herrn nieder und betete Ihn an ob der großen Gnade, die ihm der Herr erwiesen hatte.

5. Der Herr aber hob den Noah von der Erde und sprach wieder zu ihm: „Noah, du denkst nach, wie es sei, daß Ich dir schon ehedem einmal befohlen habe, ohne Unterschied von allem Getiere gattungsweise nur ein Paar zu dir in die Arche zu nehmen, nun aber von den reinen Tieren sieben paarweise von jeder Gattung, also auch vom Gevögel der Luft ohne Unterschied; nur bei den unreinen Tieren habe es bei einem Paare zu verbleiben!

6. Siehe, der Grund liegt darinnen: Damals gedachte Ich im Herzen mit Meiner abgewandten Allsehe: ,Es werden ja doch die Menschen aus der Tiefe kommen und werden hier Schutz suchen!‘

7. Und siehe, Ich wollte Mich nicht fragen in Meiner Allsehe, ob die Menschen, die Ich so oft gerufen habe, das tun werden! Da Ich sie aber nun angesehen habe, da ersah Ich keinen Willen mehr, da alle ihre Geister vom Fleische und von der Welt verzehrt waren, und Ich ersah auch, daß da keiner kommen werde!

8. Darum sollst du an die Stelle der unreinsten Menschen, die unter alles Getier hinabgesunken sind, mehr der reinen Tiere zu dir nehmen, und also auch mehr von dem Gevögel unter dem Himmel! Zudem wird dir auch das Getier auf der neuen Erde gut zustatten kommen!

9. Verstehst du nun dieses, so gehe und handle darnach! Nimm dir aber kein künstlich Licht in den Kasten; denn Ich Selbst werde dir den Kasten erleuchten aus Mir! Amen.“

10. Hier ging der Noah und tat alles, wie es ihm der Herr befohlen hatte; der Herr aber war mit ihm und half dem Noah alles verrichten.

11. Als Noah alles das mit des Herrn Hilfe in der größten Ordnung verrichtet hatte, da begab er sich in die Arche in seinem sechshundertsten Altersjahre, und zwar am siebzehnten Tage des andern Monats, welcher da war nach der jetzigen Zeitrechnung der 17. Februar.

12. Als der Noah also mit all den Seinen in der Arche sich befand und mit allem dem anbefohlenen Getiere, da nahm der Herr Selbst das große Tor der Arche und schloß dasselbe mit eigener Hand und segnete dadurch den Kasten; und also ward Noah nun gesichert, und der Herr Selbst bewachte den Kasten.

13. Als aber also der Noah gesichert war, da hob der Herr Seine allmächtige Hand auf und gebot den Wolken, den Regen in den mächtigsten Strömen von sich zu lassen auf die Erde, und also auch den mächtigen Brunnen in der Erde, daß sie ihre Gewässer herauftrieben auf der Erde Oberfläche. Da brachen auf die Brunnen in der großen Tiefe und taten sich auf die Schleusen der Himmel.

14. Da waren zahllose gar mächtige Springquellen auf dem Boden der Erde und trieben ihr Gewässer bis zu den Wolken, und von den Wolken fiel der Regen wie Wasserfälle von hohen Schneegebirgen, wodurch das Wasser über dem Erdboden so schnell wuchs, daß die Menschen nicht schnell genug auf die Berge sich flüchten konnten; und die da noch flohen auf die Berge, wurden von mächtig über Felsen herabstürzenden Fluten wieder zurückgerissen und ersäuft.

15. Nur gar wenigen gelang es mit der Verzweiflung Kraft, die Höhe Noahs zu erreichen. Als sie da ersahen unter beständigem Blitzen diesen mächtigen Rettungskasten, da schrien sie um Hilfe und Rettung; aber des Herrn Macht trieb sie von dannen, und sie eilten den höchsten Bergspitzen zu und klommen mit blutenden Händen hinauf. Aber Blitze rissen sie von den Wänden und stürzten sie hinab in die mächtig wachsenden Fluten.

Kapitel 354 – Die Flucht der Herren von Hanoch

1. Der gewaltige Regen aber trieb den Mahal wieder in die Grotte, in der er auf und ab ging und manchmal staunend und halb verzweifelnd hinaussah, wie die gewaltigsten Wasserströme über Felsen dahinstürzten, das Erdreich mit sich rissen, die größten Bäume entwurzelten und sie dann mit der entsetzlichsten Gewalt in die Tiefen hinabschleuderten und auch ganze Felsen lostrennten und sie dann mit Tausenddonnergetöse in die Gräben und Schluchten hinabrollten!

2. Er war zwar ein großer Freund von großen Naturspektakeln, aber diese waren ihm denn doch etwas zu stark; denn da ersah er, der sonst so heldenmütige Mahal, den offenbaren Untergang aller Welt und seiner selbst. Daher bebte er aus großer Furcht und sprach bei sich selbst:

3. „O Herr, – wahrlich, Deine Macht lernt man erst in Deinem gerechten Zorne kennen! Bist Du auch wunderbar groß, heilig und erhaben in Deinem Frieden, so aber achtet der durch die Gewohnheit stumpfe Mensch dennoch wenig darauf und kann Deiner, o Herr, wohl gar vergessen; aber so eine Szene Deiner Macht zeigt dem stumpfen und auf seine Dummheit stolz pochenden Wurm der Erde, daß Du, o Herr, sehr gewaltig endlos mehr bist als der in Deinem Frieden so hochtrabende Mensch!

4. Wenn ich nur nicht gar so allein hier stünde, da ließe sich diese Szene noch erbaulicher ansehen; aber so ganz verlassen von aller lebendigen Gesellschaft ist es wohl ganz verzweifelt schrecklich, also den sichern Untergang aller Dinge und also auch den eigenen zu erwarten!

5. O Herr, nimm mich von der Welt, und laß mich nicht länger Zeuge sein von diesem Deinem erschrecklichsten Gerichte! Dein heiliger Wille geschehe!“

6. Als der Mahal also sein Selbstgespräch beendet hatte, da kamen drei Flüchtlinge aus der Tiefe und suchten Schutz in dieser Grotte. Das war für den Mahal eine höchst erwünschte Erscheinung, daß er doch jemanden hatte, um sich ihm mitzuteilen in dieser seiner bedrängtesten Lage!

7. Er ging daher sogleich auf die drei Schutzsuchenden zu und bewillkommte sie und fragte sie, wer sie wären.

8. Und die drei sprachen: „Wir sind die drei größten Toren aus der Tiefe! Wir glaubten vor wenigen Tagen noch, die Herren von Hanoch und also auch von der ganzen Welt zu sein; aber nun hat uns der alte Gott gezeigt, daß nur Er allein der Herr ist! Wir flohen daher, von der schrecklichsten Wassernot getrieben, hierher und sind auch schon vielleicht die einzigen Lebendigen aus Hanoch; denn da ist alles schon viele Klafter tief unter Wasser und Schlamm! – Unsere Namen sind: Gurat, Fungar-Hellan und Drohuit!“

9. Hier schrie der Mahal auf und sprach: „O Herr, welch eine wunderbare Fügung! Deine größten Feinde hast Du hierher geführt und hast sie wie in meine Hand gegeben!

10. Wisset, wer ich bin?! – Sehet, ich bin Mahal, der ich gar oft zu euch von diesem Gerichte geredet habe! Aber eure Ohren waren verstopft! Nun ist es vor euren Augen euer eigenhändig Werk, das schrecklichste Gericht Gottes! Was saget ihr nun dazu? Wo ist nun eure Macht und Herrlichkeit?!“

11. Hier erschraken die drei und wollten wieder fliehen aus der Grotte; aber im Augenblicke trat der Herr in die Grotte und ließ Sich sogleich erkennen von all den vieren.

Kapitel 355 – Gericht

1. Mahal aber, als er den Herrn ersah, ging hin vor Ihn, fiel als ein reuiger Büßer nieder auf sein Angesicht und sprach:

2. „O Herr Himmels und der Erde, allmächtiger Gott, mein heiliger, liebevollster Vater! Ich habe mich schwer versündigt an Deinem Herzen in diesen meinen letzten Tagen; ja, an Deinem allerheiligsten Herzen, welches von der endlosesten ewigen Vaterliebe erfüllt ist, habe ich mich schwer versündigt! O Du heiliger Vater, Du ewige Liebe, – werde ich, ein elender Wurm des Staubes, des Nichts, wohl je wieder Erbarmung und Gnade finden vor Deinem allerheiligsten Angesichte?“

3. Der Herr aber sprach: „Mahal, Mein Sohn, der du verloren warst und dich nun wieder finden und von Mir ergreifen hast lassen, stehe auf! Denn Ich, dein ewiger, heiliger Vater, sage es dir: Vor Meiner ewigen und unendlichen Liebe ist niemand so weit gefallen von Mir, daß Ich ihn nicht annehmen möchte, so er käme zu Mir in der reuigen Erkenntnis seiner Sünde!

4. Aber wer da nicht kommt, der hat sich sein Urteil selbst an seine Stirne geschrieben; denn Ich hebe niemanden wider seinen freien, von Mir ihm eingehauchten Willen und ziehe niemanden wider solchen Willen!

5. Alles aber, was Ich, der Allmächtige, tue, ist, daß Ich Meine Kinder rufe, zu Mir zu kommen, als ein allein ewiger, wahrer Vater! Wohl denen, die den Ruf nicht überhören und so sie ihn hören, sich darnach kehren!

6. Also habe Ich bis jetzt bei zweitausend Jahre lang Meine Kinder gerufen, gelehrt und gewarnt; aber sie wollten sich solche Meine liebgerechte Warnung nimmer gefallen lassen, sondern legten ihr Ohr und Herz nur an den alten Lügenmund des Satans, und dieser hat ihnen die Wege zum Verderben gezeigt. Und sie wandelten so lange unermüdet auf diesen Wegen, bis sie sich darauf das erbeuteten, was nun über sie und über diesen ganzen Erdkreis gekommen!

7. Nicht Ich rief dieses Gericht über die Erde und bin nicht dessen Schöpfer, – sondern hier diese drei sind es! Diese wollten die Erde zerstören, und da ist nun ihr Werk vor ihren Augen!

8. Diese haben tollkühn aus Zorn gegen Mich, ihren Schöpfer, in die Erde gestochen, und der Satan führte sie geraden Weges auf jene Punkte der Erde, wo ihre Pulse am seichtesten liegen. Da rissen sie mit ihrer Beize und mit ihren Körnern aus der Hölle die feste Haut von den Adern der Erde, und die mächtigsten Dämpfe und Ströme fingen an emporzubrechen, genötigt von der Schwere der Oberhaut der Erde. Und diese alles verheerende und tötende Flut über diesen ihren Erdkreis ist nun die Frucht ihres Eifers für die Hölle!“

9. Bei diesen Worten fingen die drei ganz gewaltig an zu beben; denn sie merkten es wohl, daß ihr Frevel Millionen den Tod gebracht habe, und wie sie die fast alleinigen Schuldträger dieses Gerichtes wären.

10. Der Herr aber berief hier den Satan; und als dieser, vom Grimme entbrannt im Augenblicke dastand, da sprach der Herr zu ihm: „Elender Versucher Meiner Langmut, Liebe und Geduld! Siehe, hier stehen deine drei getreuesten Knechte; sie haben deinen Plan meisterhaft vollbracht! Welchen Lohn wirst du ihnen darum nun geben?“

11. Und der Satan sprach: „Hatten sie nicht auf der Erde alles, wonach ihr Herz dürstete?! Welchen Lohn sollen sie dann fürder noch haben wollen?! – Der Tod sei ihr Los!“

12. Hier sprach der Herr: „Habt ihr es nun vernommen, wie euer Meister seine Knechte lohnt? Seid ihr zufrieden damit?“

13. Hier fingen die drei zu heulen an vor Furcht und Angst und baten den Herrn um Hilfe.

14. Der Herr aber sprach: „Das tut nun die Angst in euch, und ihr habt keine Reue! Daher weichet von Mir, Satans Diener, und büßet mit ihm in seinem Feuer euren Frevel!“

15. Hier fuhr ein mächtiger Blitz durch die Grotte und tötete die drei, und des Herrn Macht trieb dann die vier Geister zur Hölle.

16. Mahal aber klammerte sich an den Herrn; der aber führte ihn alsbald aus der Grotte hin zur Arche.

Kapitel 356 – Das Ende Mahals – sein Geist als Seraph

1. Bei der Arche angelangt, bat der Mahal den Herrn um den Tod des Leibes, da er es nimmer ertragen möge, den so mächtigen Regen über seinen schwachen Leib sich ergießen zu fühlen und durch die große Kälte in allen seinen Fasern gefiebert zu werden.

2. Der Herr aber sprach: „Mahal, wie magst du über den Regen und über die Kälte dich beklagen in solcher Meiner außerordentlichen Nähe?! Bin es nicht Ich, der dem Cherub seine Glut, dem Seraph seinen Glanz, und allen Sonnen Feuer, Licht und Wärme gab aus Mir?!

3. Meinst du, dieser Regen würde dich nässen und gefrieren machen deine Glieder, wenn du völlig bei Mir wärest in deinem Herzen?!

4. Oh, mitnichten! Ich sage dir: Jeder Tropfen, der da auf dein Haupt fällt, würde dir also eine Labung sein, wie er es der müden und nun halb getöteten Erde ist, über die eben diese Flut kommen mußte, auf daß sie ja nicht sterbe und vergehe unter dem Frevel der Menschen!

5. Diese Fluten werden die Wunden der Erde wieder heilen und vernarben, und sie wird sich wieder erholen und wird genesen und wird wieder den Menschen und Tieren zur Wohnstätte dienen!

6. Also aber soll es auch mit dir der Fall sein! Auch über dich muß vorher durch die große Tätigkeit deiner Liebe und daraus hervorgehenden Reue eine Flut kommen; diese wird dich heilen und erwärmen zum ewigen Leben aus Mir in deinem Geiste!

7. Wie deine Liebe, so dein Geist! Ist deine Liebe lebendig in Mir, so wird auch dein Geist lebendig sein aus Mir; und das ist diejenige wahre Wärme, die nimmer erkältet werden kann durch alle Kälte, die der Tod in der ganzen Unendlichkeit ausgestreut hat durch die Macht der Lüge in ihm!“

8. Hier erbrannte Mahal und sprach aus der neu angefachten Glut seines Herzens: „O Du überheiliger, der allerhöchsten Liebe vollster Vater! Wie endlos gut mußt Du doch sein in Deinem Wesen, daß Du mit mir, einem nichtigsten Sünder, also liebevollst Dich abgeben kannst, als hättest Du sonst kein Wesen mehr in der ganzen Unendlichkeit!

9. O wie unbegreiflich reut es mich nun, daß ich Dich je also sehr habe verkennen können und habe allerundankbarst mit Dir, o Du heilige, ewige Liebe, hadern mögen, wie ein loser Bube mit seinesgleichen! – O Vater, Du heilige, ewige Liebe, ist es wohl möglich noch, daß Du mir vergäbest solchen Frevel?“

10. Hier rührte der Herr den Mahal mit einem Finger an, und im Augenblicke sank der sterbliche Leib in Staub und Asche zusammen; aber der verklärte Geist Mahals stand als ein leuchtender Seraph neben dem Herrn und lobte und pries mit unsterblichen Lippen die ewige Liebe des Vaters, die noch im Gerichte von gleicher endlosester Fülle ist, wie im Frieden der ewigen Ordnung.

Kapitel 357 – Mahals erster Auftrag als Schutzengel der Arche…
Von der Sündflut betroffene Gegenden

1. Als aber der Herr den Mahal erlöst hatte von seinem Leibe, da hatte die Sündflut schon sieben Tage gedauert, und das Wasser stieg mit solcher Raschheit, daß es in der Zeit von sieben Tagen nämlich schon die Stelle erreicht hatte, wo Mahal mit dem Herrn bei der Arche stand; und so war auch die Voraussage des Herrn am Mahal erfüllt, nach der er nicht eher seines Leibes ledig werden solle, als bis das Wasser seine Füße werde erreicht haben.

2. Als aber der erlöste Mahal dem Herrn die Ehre gegeben hatte, da sprach der Herr zu ihm: „Da du nun erlöst bist, so bestehe nun dein erster Engelsdienst darin, daß du diese kleine Welt leitest über die Fluten und sie nicht verlässest eher, als bis sich alle Flut wieder legen wird und Ich kommen und über die neue Erde spannen werde den Bogen des Friedens! – Von da an erst wird dir ein anderer Dienst werden! Mein Wille sei ewig deine Kraft!“

3. Darauf verschwand der Herr in Seiner außerordentlichen Persönlichkeit, und Mahal sah gleich den anderen Engelsgeistern dann nur die Sonne der Himmel, in der der Herr im unzugänglichen Lichte wohnt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

4. Und also leitete der Mahal die Arche nach dem Willen des Herrn getreu.

5. Das Wasser aber stieg auf der Erde so sehr, daß es am siebenten Tage von der Erlösezeit Mahals an schon den Kasten hob und ihn zu tragen anfing. Da leitete dann Mahal den Kasten, auf daß er nicht wankete nach dem Schwunge der Wogen, sondern also ruhig dahinschwamm, wie da schwimmt ein Schwan auf dem ruhigsten wellenlosen Spiegel eines Sees.

6. Um sieben Tage später überflutete das Wasser schon die höchsten Berge dieses Erdkreises bis zum allerhöchsten Himalajagebirge, das da das Land der Sihiniten von dem ganzen andern Asien trennte.

7. Und dieses Gebirge allein ragte fünfzehn Ellen aus dem höchsten Wasserstande empor; alle anderen höchsten Berge aber waren wenigstens so tief unter dem Wasser. Natürlich waren nach dem verschiedenen Höhenverhältnisse manche niedere Berge wohl auch mehrere Hunderte von Klaftern unter dem Wasser.

8. Wie aber und wohin ergoß sich das Gewässer der Sündflut? – Der Hauptteil war das Mittelasien, allwo noch heute der Aralsee und das Kaspische Meer die Überbleibsel von der denkwürdigsten Art sind; denn wo nun das Kaspische Meer ist, da stand einst das übergroße und stolze Hanoch, und es ließen sich noch heutzutage Überreste von dieser Stadt finden, – aber freilich in einer Tiefe von mehr als tausend Klaftern.

9. Und an der Stelle des Aralsees stand einst jener See mit seinen Umgebungen und mit seiner Wassergottsinsel, den wir auch sehr wohl kennen; ebenso sind auch der Baikal- oder nun Balkaschsee und Tsanysee ähnliche, die sündigen Reste der Vorsündflutzeit in sich bergende Denkmäler.

10. Von diesen Hauptpunkten ergoß sich das Gewässer reichlichst nach Siberien, wie auch nach Europa, das aber damals noch nicht bewohnt war. Ein Teil brach gegen Süden nach dem heutigen Ostindien und am stärksten über Arabien; auch das nördliche Afrika wurde stark mitgenommen bis zum Hochlande, von wo ab dies Land dann nur kleine Überströmungen erlitt. Amerika ward nur von Siberien aus im Norden etwas mitgenommen; der Süden aber blieb ganz frei also, wie die meisten Inseln des großen Meeres.

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Noah’s Ark – The True Story of the Flood

THE HOUSEHOLD OF GOD – A reading from Volume 3, Chapters 352 -357
History of the primordial creation of the spirits and matter,
the primate patriarchs from Adam to Abraham

Received through the inner word by Jakob Lorber in 1843/44
Spoken by Pascal

Chapter 352 – Sorrow and sadness of the Lord

1. This is what happened when the Lord instructed Noah to go into the ark:

2. When the sky became mightily cloudy and the clouds began to shroud the nearby mountain peaks in a thick night and the depths over immeasurable distances steamed like a burning city, the Lord, as full of melancholy and sadness, came to Noah and said to him:

3. “Noah, do not be afraid; for behold, I, the Lord of all creation and of all things, am with you to protect you against any hardship which I am now going to allow to come over the world, because the people who became evil want it like that!

4. See, see, how sad it looks now on this old earth! The people’s art has without their knowledge and volition, released the imprisoned, evil primordial spirits of this earth prematurely, whereby all heavens would be jeopardized, without a judgment. Therefore, the space from the earth to the moon is now filled with such spirits. And if it wasn’t for the locally glowing clouds, caused by the raging and roaring freed evil spirits in it, no light at all would reach the surface of the earth, and it would be here such dense night, that all life would suffocate; for the sun’s light can never penetrate through such masses of clouds and vapors!

5. But the people of the depths have no fear! They illuminate their cities with torches and big oil lamps and having fun doing it; they still court and let them be courted, and hold banquets, games and dances, while I, their Creator, mourn them and cannot help them, as to not destroy them in their spirits forever!

6. O you my Noah, this is a tough stand for a father who sees his children standing in front of the abyss, but cannot and may not help them, except through an anewed rugged imprisonment which there is the impending inevitable judgment! – What should I say to that?

7. See, on this earth in regions far away from here, there are living descendants of Cain! For them a dirty (tarnished, not directly from God) revelation was enough, and they are still living in My order until this very hour; and the few among them who more or less have sometimes ballasted their conscience by their faulty actions, are now wrenching their hands to Me and begging Me for mercy, in this global night of the approaching judgment!

8. But I tell you: Behold, I will have mercy on them in their hour of need; but this great region which is inhabited by My children mixed with the children of the world, will now experience My merciless judgment!

9. But before I will let the water fall from the clouds to the earth, I will still for seven days startle the people in the depths by all kinds of phenomena and where possible to compel them to escape to here!

10. We thus will wait here for seven days in this night, and I want to create a path of dim light from here to Hanoch and even further, so that no one should miss the way to here who still wants to save himself; and should someone come here, and even if it is Fungar-Hellan himself, he shall be accepted into the ark!”

11. After this speech a streak of dim light stretched from the heights to Hanoch and beyond; and the Lord opened the spiritual sight of Noah so that he could look at the depths together with the Lord; but they saw no one leaving the city.

12. Formidable cries occurred like thunder; but no one took note of it. In Hanoch fires erupted and many were in great fear and terror about it; but no one wanted to move out of town. Underground waters pushed upwards and put the squares and streets of Hanoch man deep under water; then the poor fled to the nearby hills, but the rich took boats and barges and sailed jubilantly on squares and streets, but no one went to the heights.

13. And such calamities lasted for seven days in the depths; and yet no one took note.

14. And then the Lord’s patience broke, and He led Noah to the ark.

Chapter 353 – Noah goes into the ark, then the earth breaks

1. But when Noah together with the Lord arrived at the ark, the Lord said to him: “Noah, go now into the box with your whole house; for I have found you as the only righteous before Me!

2. But take from the pure creatures each seven animals and from the unclean beasts only one pair; but everywhere a male and a female, – likewise also of the birds under the heavens each seven, the male and its female, so that the seed stays alive on the face of the earth!

3. For after seven days, starting from this moment, I will let it rain for forty days and forty nights, and destroy everything in this region of the earth, which has a living being, that I have created!”

4. Noah fell here before the Lord on his knees and worshiped Him for the great mercy which the Lord had bestowed on him.

5. But the Lord lifted Noah from the ground and said to him: “Noah, you thinking now, why it is so, that I’ve previously already ordered you to take from all beasts, without distinction, only one pair into the ark, but now from the clean animals seven pairs of every kind, including the fowls of the air without distinction; only with the unclean animals, it had to remain with a couple!

6. See, the reason lies therein: Previously I thought in My heart with my averted omniscience: ‘The people from the depths will come anyway and will be looking for protection here!’

7. And, behold, I did not wanted to ask Myself in My omniscience, if the people who I have called so many times, will do so! But since I have looked at them now, I saw no will anymore, for all their spirits were consumed by the flesh and the world, and I also saw that nobody will come!

8. Therefore you should instead of the impurest people who have sunk below all animals, take on more of the clean animals and also more of the birds under the heavens! In addition, the animals will come in handy on the new earth!

9. You now understand this, thus go and act accordingly! But do not take any artificial light into the box; for I Myself will illuminate your box out of Me! Amen.”

10. Here Noah went and did everything as the Lord had commanded him; but the Lord was with him and helped Noah to do everything.

11. When Noah had achieved everything in the greatest order with the help of Lord, he went into the ark in his six hundredth year of age, namely on the seventeenth day of the other month, which according to the current time calculation was the 17th of February.

12. When Noah with all his people and all the animals were inside the ark, the Lord Himself took the big gate of the ark and closed the same with His own hands, and blessed by the box; and thus Noah was safe now and the Lord Himself guarded the box.

13. But when Noah thus was save now, the Lord raised His almighty hand and commanded the clouds to let the rain come down on to the earth in mighty floods, and also the powerful fountains in the earth, to push the water from below to the surface of the earth. And the fountains opened in the great depths as well as the floodgates of the heavens.

14. There were countless mighty gushers on the surface of the earth which drove its waters to the clouds, and from the clouds the rain fell like waterfalls from high snow mountains, whereby the water level grew so quickly that the people could not flee on to the mountains; and those who still managed to flee on to the mountains, were flung back down by powerful floods crushing down over the rocks and drowned.

15. Only a few succeeded with the strength of despair to reach the heights of Noah. When they under constant lightning flashes saw this enormous rescue box, they cried for help and rescue; but the Lord’s power drove them away and they hurried to the highest mountain peaks and climbed with bleeding hands to the top. But lightning tore them from the walls and threw them down into fast growing floods.

Chapter 354 – The flight of the lords of Hanoch

1. But the terrible rain drove Mahal back into the cave where he walked up and down and sometimes looked in amazement and half in despair to the outside, how the most powerful water currents crushed over rocks, and tore the earth with it, uprooted the largest trees and then hurled them with appalling violence to the depths and even entire rocks came loose and with a thousand thunder bluster rolled down into the trenches and canyons!

2. Although he was a great friend of the great natural spectacles, this was a little too much for him; for now he saw, the otherwise heroic Mahal, the apparent demise all the world and of himself. He therefore trembled from great fear and said to himself:

3. “O Lord, – verily, Your power one only gets to know in Your righteous anger! Even if You are wonderfully great, holy and exalted in Your peace, the by routine dulled person pays little attention to it and may, Lord, easily forget about you; but such a scene of Your power, shows the blunted and in his stupidity proud throbbing worm of the earth, that You, Lord, are very formidable endlessly more than the, in your peace, so pompous man!

4. If only I would not be so alone here, this scene could be looked at in an edifying manner; but so completely forsaken by all living society, it is quite desperate horrible, to wait for the certain destruction of all things and also one’s own!

5. O Lord, takes me from this world, and let me no longer be a witness of this Your most terrifying judgment! Your holy will be done!”

6. When Mahal thus finished his soliloquy, three refugees came from the depths and sought shelter in this cave. This was for Mahal a highly desirable appearance, so that he had someone to share with him this most distressful situation!

7. He therefore immediately went to meet the three asylum seekers and welcomed them and asked them who they were.

8. And the three said, “We are the three biggest fools from the depths! A few days ago we still thought to be the masters of Hanoch and thus also of the whole world; but now the old God has shown us that only He is the Lord alone! We therefore fled to here, driven by the terrible water flood, and perhaps are already the only survivors from Hanoch; for there everything is already many fathoms deep under water and mud! – Our names are: – Gurat, Fungar-Hellan and Drohuit!”

9. Here Mahal screamed and said: “O Lord, what a wonderful providence! Your biggest enemies You have led here and have them given as in my hand!

10. Know who I am?! – Look, I am Mahal, who often spoke to you about this judgment! But your ears were clogged! Now you have your own work before your eyes, the terrible judgment of God! What are you now saying to this? Where is now your power and glory?!”

11. Here the three were frightened and tried to escape from the grotto; but at that moment the Lord stepped into the cave and was immediately recognized by all four. 12. Henceforth what further!

Chapter 355 – Judgment

1. But Mahal, when he saw the Lord, went before Him, fell as a repentant penitent on his face and said:

2. “O Lord of heaven and earth, almighty God, my holy, most loving Father! I have sinned greatly against your heart in these my last few days; yes, I have heavily sinned against Your most sacred heart, which is filled with the most endless, eternal, fatherly love! O You holy Father, You eternal love, will I, a miserable worm of the dust and of nothingness, ever again find mercy and grace before Your most holy countenance?”

3. And the Lord said: “Mahal, My son, who was lost and who now had let himself found again by Me, arise! For I, Your eternal, Holy Father, say to you: Nobody has fallen so far from My eternal and infinite love, that I will not accept him anymore, if he would come to me in the repentant knowledge of his sin!

4. But who does not come, has written his own judgment on his forehead; for I hold nobody against his free, by Me given will and draw no-one against such will!

5. The only thing that I, the Almighty, do, is to call My children to come to Me, the only, eternal, true Father! Blessed are those who hear the call, and once they hear it, convert themselves!

6. I now have called, taught and warned My children for two thousand years; but they did not wanted to heed those My loving, fair warnings, but only put their ears to the old lie mouth of Satan, and he has shown them the ways to perdition. And they walked for so long tirelessly on these ways, until they reached what now has come over them and over this whole region of the earth!

7. Not I called this judgment over the earth and I am not its creator, – but here these three are! They wanted to destroy the earth, and now they have their work in front of their eyes!

8. Out of rage against Me, their Creator, they foolhardily have stung holes into the earth, and Satan guided them straight to those points of the earth, where its pulses are lying the shallowest. There they tore with their acid and with their grains from hell, the tight skin off the veins of the earth, and the most powerful currents and vapors began to break through, compelled by the heaviness of the surface skin of the earth. And this now all devastating and killing tide over this their region of the earth is now the fruit of their zeal for hell!”

9. At these words the three began stupendously to tremble; for they knew quite well that their iniquity have brought death to millions, and how they were almost solely guilty of this judgment.

10. But at that point the Lord called Satan; and when he, burning of rage, stood there in an instant, the Lord said to him: “Miserable tempter of My forbearance, love and patience! Behold, here are standing your most faithful servants; they have accomplished your plan masterfully! What reward will you give them now for it?”

11. And Satan said: “Didn’t they had everything on earth for which their hearts thirsted?! What reward are they still expecting henceforth?! Death is their fate!”

12. Here, the Lord said: “Have you heard it, how your master rewards his servants? Are you satisfied with that?”

13. Here the three began to howl of fear and anxiety and asked the Lord for help.

14. And the Lord said: “That you only say due to the fear in you, but you have no regrets! Therefore depart from Me you servants of Satan, and suffer with him your wickedness in his fire!”

15. Here a powerful lightning struck through the cave and killed the three, and the Lord’s power then drove the four spirits to hell.

16. But Mahal clung to the Lord; and He led him out of the cave towards the ark. 17. Henceforth what further!

Chapter 356 – The end of Mahal – his spirit as Seraph

1. Arriving at the ark, Mahal asked the Lord for the death of the body, for he could not endure it an longer, for the mighty rain to pour over his weak body and to feel be terrible cold feverishly in all his fibers.

2. And the Lord said: “Mahal, how can you complain about the rain and coldness in such My extraordinary closeness?! Is it not Me who gave the cherub its glow, the seraph its luster, and all suns fire, light and heat out of Me?!

3. Do you think this rain would drench you and make your limbs freeze, if you would be completely near Me in your heart?!

4. Oh, not at all! I tell you: Every drop which falls on your head would be a refreshment to you, as it now is for the tired and semi-killed earth, over which this flood had to come so that it would not die and perishes under the abuse of the people!

5. These floods will cure and cicatrize the wounds of the earth again, and it will recover and heal and will once again serve the people and animals as a dwelling place!

6. Thus it should be the case with you too! Also over you must first come a flood through the great activity of your love and therefrom emerging repentance; this will heal you and warm you up to eternal life out of Me in your spirit!

7. As your love, so your spirit! Is your love alive in Me, also your spirit will be alive out of Me; and that is the true warmth which never can be made cold through all refrigerants, which death has spread throughout infinity by the power of the lie in it!”

8. Here Mahal ignited and spoke from the newly kindled fierceness of his heart: “O You most holy, most highest and loving Father! How endlessly good You must be in Your being, that You with me, a most trivial sinner, so lovingly can engage, as if You had no other being in the whole of infinity to care about!

9. Oh, how incomprehensibly, I repent it now to ever have You so much misunderstand and have so most ungratefully could have wrangled with You, You holy, eternal Love, like a loose jack with his peers! – O Father, You holy, eternal Love, is it still possible that You can forgive me such a sin?”

10. Here the Lord touched Mahal with one finger, and in that moment the mortal body slumped in dust and ashes; but the glorified spirit of Mahal stood as a shining seraph beside the Lord and glorified and praised with immortal lips the Father’s eternal love, which is still in judgment of the same endless fullness, as in peace of the eternal order.

Chapter 357
Mahal’s first order as a Guardian Angel for the Ark. Areas affected by the flood

1. But when the Lord had redeemed Mahal from his body, the Flood had lasted for seven days already and the water rose with such rapidity that it in the course of seven days had already reached the point where Mahal was standing with the Lord at the ark; and so also the prediction of the Lord with Mahal was met, after which he would not get rid of his body, until the water will have reached his feet.

2. When the redeemed Mahal had given the Lord the glory, the Lord said to him: “Since you now have been redeemed, your first duty as an angel lies therein that you guide this little world over the floods and will not leave it until all floods will have receded and I come and span over the new earth the arch of peace! – Only from then on, you will be assigned another duty! My will be eternally your strength!”

3. Thereupon the Lord vanished in His extraordinary personality, and Mahal saw, just like the other angels spirits, only the sun of the heavens, where the Lord dwells in the unapproachable light from eternity to eternity.

4. And thus Mahal guided the ark according to the Lord’s will.

5. The water, however, rose above the earth so much, that it had lifted the box after the seventh day of the redemption of Mahal and began to carry it. And then Mahal guided the box, so that it not started to roll with the sweep of the waves, but quietly drifted along like a swan swimming on the quietest, waveless mirror of a lake.

6. Already seven days later the water flooded the highest mountains of this region of the earth up to the highest Himalaya Mountains, which separated the country of Sihinites from all the rest of Asia.

7. And these mountains protruded only fifteen ell above the highest water level; all other highest mountains were at least the same length below the water. Of course, according to the different height ratios, some of the lower mountains were several hundred fathoms under the water.

8. But how and where did the waters of the Flood went? – The main part was Central Asia, where still today the Aral Sea and the Caspian Sea are the remains of the most memorable kind; because where now the Caspian Sea is located, there once stood the exceedingly great and proud Hanoch, and even today some remains of this city could be found, – but of course at a depth of more than a thousand fathoms.

9. And in the place of the Aral Sea was once that lake with its environment and with its water god island, which we also know quite well; also the Baikal- or now Balkhash Lake and Tsany Lake are similar, sinful remains of the pre Flood era in itself sheltering monuments.

10. From these main points the waters flowed mainly towards Siberia, as well as to Europe, which, however, was not inhabited at that stage. Part of it broke to the south, today’s East India, and strongest over Arabia; thus also northern Africa was strongly affected up to the Highlands, from where this land suffered only minor floods. America was only affected a little over Siberia at its northern tip; but the whole south remained entirely free like most of the islands of the great sea.

 

Propheten als Gesandte Gottes – Prophets as Messengers of God

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Verhältnis eines Propheten zu Gott und den Menschen

DAS GROSSE JOHANNES EVANGELIUM – Band 2, Kapitel 108 und 109
Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Kapitel 108
Verhältnis eines Propheten zu Gott und den Menschen

Der Herr spricht:

1. Sage Ich: „Ein Prophet ist gerade solch ein ganz einfacher, natürlicher Mensch mit allerlei Schwächen behaftet wie du; aber da er ein verständiges Herz hat, in dem weder Zorn noch Rache, noch Missgunst, noch Stolz, noch Ehebruch und allerartige Hurerei feste Wurzeln schlagen können, so reinigt der göttliche Geist dessen Herz von den mannigfachen Schlacken der Welt; und wenn das alleinige Herz also gereinigt ist, so giesst der göttliche Geist ein Licht aus den Himmeln in solch ein Herz.

2. Da der Prophet es leicht erkennt, dass dies ein Licht aus den Himmeln ist, das sich allzeit in klar vernehmbaren Worten ausspricht, so darf der sohin fertige Prophet dann nur mit der Stimme seines Mundes laut nachsprechen, was er in seinem Herzen klar und deutlich vernimmt, und er prophezeit dann schon im vollendet prophetischen Masse!

3. Wenn es nun notwendig ist, so wird des Propheten Wille von Gott aus angetrieben, das zu reden zu dem Volke, und desgleichen zu tun vor demselben, was er in seinem Herzen vernimmt, – und solches heisst dann eine vollwahre Prophezeiung oder Weissagung und ist ebensogut reines Gotteswort, als hätte Gott Selbst unmittelbar aus Seinem Munde zu den Menschen geredet.

4. Aber darum gilt ein solcher Prophet um kein Haar mehr vor Gott als jeder andere Mensch, dem diese Gabe ganz mangelt; denn der Prophet muss dann aus seinem höchst eigenen Willen ebenfalls das tun, was der Geist Gottes durch sein Herz und durch seinen Mund zu den Menschen geredet hat, sonst kommt über ihn so gut ein Gericht wie über jeden, der den Willen Gottes vernimmt, aber nicht danach tut, – und es ist da ein Prophet schlimmer daran denn ein anderer Mensch. So ein anderer in der Schwäche und Nacht seiner Seele es schwer glaubt, was der Prophet zu ihm spricht, so wird er ein minderes Gericht zu bestehen haben, dieweil er nicht glauben mochte, was der Prophet zu ihm geredet hat; aber für den Propheten selbst gibt es keine Entschuldigung, sowie auch für den nicht, der da geglaubt hat und dennoch aus Liebe zur Welt und deren Schätzen nicht tat, was ihm vom Propheten zu tun geboten ward.

5. Jedoch aber wird der Lohn eines Propheten dereinst grösser sein denn der eines andern Menschen; denn ein Prophet muss allzeit siebenfach soviel tragen als ein jeder andere Mensch für sich. Alle, zu denen ein Prophet geredet hat, werden jenseits, die Guten wie die Schlechten, ihm übergeben, und er wird sie in Meinem Namen richten über jegliches Wort, das er vergeblich zu ihnen geredet hat!

6. Wer aber einen rechten Propheten aufnimmt in Meinem Namen und im Namen des Propheten selbst und verpflegt ihn und ist dessen Freund, der wird dereinst auch eines Propheten Lohn überkommen. Und wer einen Propheten unterstützt, dass es dem Propheten leichter geschieht in seiner schweren Arbeit, der wird auch eines Propheten Lohn überkommen; denn jenseits wird der Knecht des Propheten auf gleicher Stufe stehen neben dem Propheten und wird mithin richten die dem Propheten untergebenen Geister und herrschen über sie immerdar, und seines Reiches wird für ewig nimmer ein Ende sein!

7. Wehe aber denen, die einen Propheten verlassen der Welt wegen oder ihn gar verdächtigen hie und da und in einem und dem andern! Und noch mehr Wehe den Verfolgern eines Propheten; denn diese werden schwerlich ewig je zur Anschauung Gottes gelangen! Wer aber an einen Propheten die Hand legt, soll mit dem ewigen Feuer in der untersten Hölle bestraft werden! Denn eines Propheten Herz ist Gottes, und sein Mund ist Gottes, und so seine Hände, Füsse, Augen und Ohren! Wo ein Prophet ist, da ist auch Gott; darum sollt ihr seine Wohnstätte mit tiefer Ehrfurcht betreten, denn der Ort, da er steht, ist heilig. Das soll beachtet sein im Herzen, zwar nicht des Propheten willen, der ein Mensch ist, sondern um Gottes willen, der im Herzen des Propheten redet und zeugt.

8. Dass aber ein rechter Prophet für die Welt nur ein Gericht ums andere verkündet, hat seinen Grund ganz einfach darin, weil Gott nur dann einen Propheten erweckt, wenn diese (d.i.: die Welt) Gottes vergessen und sich in alle Laster eben der Welt hineingestürzt hat!

9. Sage Mir nun, Ebahl, ob du nun über das Wesen eines rechten Propheten im reinen bist!“

10. Sagt Ebahl: „Vollkommen, du mein überaus hochgeachteter Meister! Du bist demnach aber doch sicher auch ein Prophet!?“

11. Sage Ich: „Ich bin kein Prophet; denn es steht geschrieben: ,Aus Galiläa steht kein Prophet auf!‘ Aber Ich bin mehr denn ein Prophet! Denn in Meiner Brust wohnt ebenderselbe Geist, der durch den Mund der Propheten geredet hat und hinfort noch viel mehr reden wird. Denn die in der Folge Meinen Namen vollgläubig in ihrem Herzen tragen werden, denen wird auch der Geist der Weissagung innewohnen! Verstehst du solches?“

12. Sagt Ebahl: „Herr und Meister! Mir kommt es vor, dass so wie du kein gewöhnlicher Mensch reden kann! Hinter dir steckt ein anderer, den dein Rock und deine Haut vor unsern Augen verbirgt!“

Kapitel 109
Die Propheten als Gesandte Gottes und deren Unterschied vom Wesen des Herrn

1. Während Ebahl, dem schon ein anderes Licht aufzugehen beginnt, noch so fort ratschlagt, kommt auch schon der Hauptmann wieder zurück und erzählt voll Freude und Verwunderung, wie er alles in der besten Ordnung angetroffen habe, und wie sich seine Unterkommandanten gewundert hätten, als er nach ihrer Aussage zum zweiten Male gekommen sei und gefragt habe, ob wohl alles in Ordnung sei, indem er doch um eine halbe Stunde zuvor selbst alles aufs beste bestellt und geordnet hätte! Er aber habe sich damit wieder herausgeputzt, dass er vorgab, hiermit nur eine kluge Nachrevision angestellt zu haben, womit denn auch alle ohne weitere Fragen vollkommen befriedigt waren.

2. Mich aber fragte er darauf höchst wissbegierig, wer denn sonach sein zweites Ich gewesen wäre, das seine Arbeit gar so lobenswert an seiner Statt verrichtet habe.

3. Sage Ich: „Habe Ich dir ja doch zuvor gesagt, dass Mir alle Mächte der Himmel und die Kräfte dieser Erde in jedem Augenblick zu Gebote stehen; du aber mochtest es nicht glauben! Nun aber wirst du es hoffentlich wohl glauben, dass Ich ewig keinen Tod zu fürchten habe, und dass auch Ich ein Herr bin, der etwas zu reden und zu gebieten hat!“

4. Sagt der Hauptmann: „Ja, Herr und Meister, du musst ein Gott sein! Und es erscheint mir unsere römische Gotteslehre eben nicht mehr so fabelhaft wie ehedem; denn ich habe nun an dir ja die vollkommen lebendigste Überzeugung, dass dann und wann denn doch ein Gott seine Himmel verlassen hat und eine Zeitlang bald in der und bald in einer andern Art sich den sterblichen Kindern gezeigt und sie mit allerlei geistigen und irdischen Schätzen bereichert hat, auf dass die Sterblichen die sonst wüste Erde also kultivierten, dass sie dereinst auch ein Wohnsitz für unsterbliche Götter würde! – Habe ich recht oder nicht?“

5. Sage Ich: „Das ist nichts als eine eitel leere Dichtung, die recht heidnisch zart klingt, aber kein Fünklein von einer Wahrheit in sich enthält in der Art, wie du sie verstehst.

6. Ah, wenn du aber unter der ,Erde‘ die Erkenntnisse und den Willen der Menschen verstehst, dann könntest du wenigstens in einer der Wahrheit gut entsprechenden Art und Weise recht haben; aber Götter, die nicht und nirgends sind, haben wohl nie irgendwo der Erde Boden betreten. Jene Menschen, durch deren Mund der Geist Gottes zu den Menschen der Erde geredet hat, und durch deren Willen gar oft und gar viele Wunder geschehen sind, waren keine Götter, sondern Propheten, an und für sich gleichsogut Menschen wie du, und sind auch gestorben dem Fleische nach, – aber freilich der Seele und dem Geiste nach nicht.

7. In Mir aber betritt der Geist Gottes nun zum ersten Male diese Erde! Das ist derselbe Geist, von dem alle die Urväter und alle die alten Weisen und alle die Propheten oft und oft in ihren reinen Gesichten geweissagt haben.“

8. Während Ich aber solches zum erstaunten Hauptmanne redete, kam ein Diener ins Zimmer und sagte, dass draussen im Freien schon wieder eine Menge Kranker auf die Hilfe harreten, und ob Ich ihnen helfen möchte.

9. Sage Ich zum Diener: „So geh hinaus und sage ihnen, dass sie getrost in ihre Heimat ziehen sollen!“

10. Und der Diener begab sich eiligst hinaus und erstaunte nicht wenig, als er alle, die ehedem vor dem Hausflur jammerten und wehklagten, heiter, munter und fröhlich, Gott lobend, untereinander hin- und herwandelnd erblickte. Nach einer Weile erst sagte er zu den Geheilten das, was Ich ihm zu sagen gebot – und die Geheilten zogen in ihre Heimat.

11. Es ward aber darauf und darüber noch bei zwei Stunden lang geredet, das mit dem, was man schon bei der früheren Heilung geredet hatte, von ein und demselben Geiste war und darum hier füglich übergangen werden kann. Wir nahmen während des Geredes Brot und Wein und begaben uns darauf zur Ruhe.

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Relationship of a Prophet to God and Man

THE GREAT GOSPEL OF JOHN – Volume 2, Chapter 108 and 109
Revealed from the Lord thru the Inner Word to Jacob LorberChapter 108
Relationship of a prophet to God and Man

The Lord says:

1. Says I: ‘A prophet is a simple, natural man just like you with all kinds of weaknesses. However, since he has a wise heart wherein neither anger nor vengefulness nor envy or pride or adultery or various kinds of harlotry can strike roots, the Divine Spirit cleanses his heart of the manifold dross of the world. And when the heart has been cleansed like that, the Divine Spirit pours a light from the heavens into such a heart.

2. Since the prophet easily recognises this to be a light from the heavens which always expresses itself in clearly audible words, the thus prepared prophet needs only to repeat with the voice of his mouth what he clearly and distinctly hears in his heart and is hereby already prophesying on a fully prophetic scale.

3. If this is necessary, the prophet‘s will is prompted by God to speak to the people and also do before them what he hears in his heart, – and this is then called a truthful prophecy or prediction and is quite as much God‘s word as if God Himself had spoken directly to the people.

4. However, because of this such a prophet is not a jot more important before God than any other person who does not possess this gift at all; for the prophet must of his very own will also practice what the Spirit of God has spoken through his heart and mouth to the people, otherwise a judgment will come upon him just as upon everyone who hears the will of God but does not follow it – and there a prophet is even worse off than another person. For if another one in the weakness and night of his soul has difficulty believing what the prophet speaks to him, his judgment for not believing what the prophet told him will be a lighter one. But for the prophet himself there is no excuse, and this applies also to the one who did believe but for love of the world and its treasures did not do what the prophet had bid him.

5. However, the reward of a prophet will once be greater than that of another person, for a prophet must always bear a sevenfold burden compared with that of any other person. All those to whom a prophet has spoken, the good as well as the bad, will in the beyond be handed over to the prophet and he will judge them in My name for every word he has spoken to them in vain.

6. But whoever in My name and the name of the prophet himself takes a true prophet into his house, provides for him and is his friend, will once also receive the reward of a prophet. And who supports a prophet to ease his difficult work will also receive a prophet‘s reward; for in the beyond a prophet‘s servant will be on the same level as the prophet himself and will, therefore, judge the spirits subordinate to the prophet and reign over them, and his kingdom will be everlasting.

7. But woe betide those who forsake a prophet and sometimes in one or the other thing even distrust him, and even greater woe to the persecutors of a prophet. For these will hardly ever come to see God. But whoever lays hands on a prophet shall be punished with eternal fire in the lowest hell. A prophet‘s heart is God‘s and so is his mouth, his hands, feet, eyes and ears. Where the prophet is, there is also God; therefore, you shall enter his dwelling place with deep reverence, for the place where he is standing is holy. That must be observed within the heart, not for the sake of the prophet who is a man, but for the sake of God Who speaks and testifies in the prophet‘s heart.

8. The reason why a true prophet announces judgment upon judgement on the world is simply the fact that God awakens a prophet only when the world has forgotten Him and has plunged into all the worldly vices.

9. Tell Me, Ebahl, whether you now do understand the nature of a true prophet?’

10. Says Ebahl: ‘Completely, you my highly regarded master. But judging from this you must surely be a prophet too?’

11. Say I: ‘I am not a prophet, for it is writhen: ‗No prophet will arise from Galilee!‘ But I am more than a prophet. For in My bosom dwells that same Spirit whom spoke through the mouth of the prophets and will be speaking much more henceforth. For those who will be carrying My name in their heart, fully believing, will also have the spirit of prophecy within them. Do you understand this?“

12. Says Ebahl: ‘Lord and Master! It seems like to me that no ordinary person would be able to speak like you! Behind you is someone else, someone your skirt and skin hides from our eyes!”

Chapter 109
The prophets as messengers of God and their distinction from the Lord’s nature

1. Whilst Ebahl, within whom a different light was already dawning is still reasoning thus, the Centurion is already returning and telling joyfully and in amazement how he had found everything in the best of order. And how his subordinates were astonished that according to their witness he had now come to them a second time asking if all was in good order, since he had already himself a half hour previously given orders to that effect! But he got himself out of the corner by pretending to just be checking up, after which all were at ease without further questions.

2. But filled with curiosity he asked who in that case had been his stand-in, carrying out his work so laudably in his stead.

3. Say I: ‘Did I not previously say unto you that all powers in heaven and forces upon earth were under My command every moment. Which however you were not willing to believe! Now however you surely shall believe that I eternally have no need of fearing death, and that I too am a Lord Who has something to say and command!’

4. Says the captain: ‘Yes, Lord and Master, You must be a God! And our Roman divine doctrine is no longer as mysterious to me as heretofore, for in Yourself I now have the most living proof that now and then a God left His heaven to show himself for a time to mortal children one way or another, enriching them with all kinds of spiritual and earthly treasures, so that the mortal may cultivate the otherwise barren earth for a future abode of immortal gods! – Am I right or not?’

5. Say I: ‘This is no more than empty conjecture of quite pagan subtlety but lacking even a single spark of truth the way you understand it.

6. Ah, if by ‘earth‘ You understand mens‘ cognition and will, then you could at least be right by some good correspondence of truth; but gods that are not and exist nowhere have never trodden the earth‘s soil anywhere. Those men, however, through whom God‘s spirit spoke to men of this earth, and through whose will many and quite frequent wonders took place, were no gods but prophets, humans more or less like yourself, and who too died physically, – but of course not according to soul and spirit.

7. In Me, however, the spirit of God for the first time sets foot on this earth! It is the same spirit about whom all the forefathers, all the old wise and all the prophets have over and over again prophesied in their pure visions.’

8. But even as I was speaking thus to the astonished Commander, a servant came into the room saying that out there in the open once again a large number of sick were waiting for help, and whether I was prepared to help them.

9. Said I to the servant: ‘Go and tell them that they can depart to their homes in good cheer!’

10. And the servant rushed outside and was not a little amazed at seeing all those, previously moaning and lamenting in the hallway, now cheerfully and gaily pacing about, praising God. Only after a while did he say to the healed what I told him, and the healed left for their respective homes.

11. Thereafter for nearly another two hours discussions of a similar nature as with the previous healing were conducted and therefore can be passed over here. During the conversations we enjoyed bread and wine and then took to our rest.

 

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Verhältnis eines Propheten zu Gott und den Menschen

DAS GROSSE JOHANNES EVANGELIUM – Band 2, Kapitel 108 und 109
Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Kapitel 108
Verhältnis eines Propheten zu Gott und den Menschen

Der Herr spricht:

1. Sage Ich: „Ein Prophet ist gerade solch ein ganz einfacher, natürlicher Mensch mit allerlei Schwächen behaftet wie du; aber da er ein verständiges Herz hat, in dem weder Zorn noch Rache, noch Missgunst, noch Stolz, noch Ehebruch und allerartige Hurerei feste Wurzeln schlagen können, so reinigt der göttliche Geist dessen Herz von den mannigfachen Schlacken der Welt; und wenn das alleinige Herz also gereinigt ist, so giesst der göttliche Geist ein Licht aus den Himmeln in solch ein Herz.

2. Da der Prophet es leicht erkennt, dass dies ein Licht aus den Himmeln ist, das sich allzeit in klar vernehmbaren Worten ausspricht, so darf der sohin fertige Prophet dann nur mit der Stimme seines Mundes laut nachsprechen, was er in seinem Herzen klar und deutlich vernimmt, und er prophezeit dann schon im vollendet prophetischen Masse!

3. Wenn es nun notwendig ist, so wird des Propheten Wille von Gott aus angetrieben, das zu reden zu dem Volke, und desgleichen zu tun vor demselben, was er in seinem Herzen vernimmt, – und solches heisst dann eine vollwahre Prophezeiung oder Weissagung und ist ebensogut reines Gotteswort, als hätte Gott Selbst unmittelbar aus Seinem Munde zu den Menschen geredet.

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5. Jedoch aber wird der Lohn eines Propheten dereinst grösser sein denn der eines andern Menschen; denn ein Prophet muss allzeit siebenfach soviel tragen als ein jeder andere Mensch für sich. Alle, zu denen ein Prophet geredet hat, werden jenseits, die Guten wie die Schlechten, ihm übergeben, und er wird sie in Meinem Namen richten über jegliches Wort, das er vergeblich zu ihnen geredet hat!

6. Wer aber einen rechten Propheten aufnimmt in Meinem Namen und im Namen des Propheten selbst und verpflegt ihn und ist dessen Freund, der wird dereinst auch eines Propheten Lohn überkommen. Und wer einen Propheten unterstützt, dass es dem Propheten leichter geschieht in seiner schweren Arbeit, der wird auch eines Propheten Lohn überkommen; denn jenseits wird der Knecht des Propheten auf gleicher Stufe stehen neben dem Propheten und wird mithin richten die dem Propheten untergebenen Geister und herrschen über sie immerdar, und seines Reiches wird für ewig nimmer ein Ende sein!

7. Wehe aber denen, die einen Propheten verlassen der Welt wegen oder ihn gar verdächtigen hie und da und in einem und dem andern! Und noch mehr Wehe den Verfolgern eines Propheten; denn diese werden schwerlich ewig je zur Anschauung Gottes gelangen! Wer aber an einen Propheten die Hand legt, soll mit dem ewigen Feuer in der untersten Hölle bestraft werden! Denn eines Propheten Herz ist Gottes, und sein Mund ist Gottes, und so seine Hände, Füsse, Augen und Ohren! Wo ein Prophet ist, da ist auch Gott; darum sollt ihr seine Wohnstätte mit tiefer Ehrfurcht betreten, denn der Ort, da er steht, ist heilig. Das soll beachtet sein im Herzen, zwar nicht des Propheten willen, der ein Mensch ist, sondern um Gottes willen, der im Herzen des Propheten redet und zeugt.

8. Dass aber ein rechter Prophet für die Welt nur ein Gericht ums andere verkündet, hat seinen Grund ganz einfach darin, weil Gott nur dann einen Propheten erweckt, wenn diese (d.i.: die Welt) Gottes vergessen und sich in alle Laster eben der Welt hineingestürzt hat!

9. Sage Mir nun, Ebahl, ob du nun über das Wesen eines rechten Propheten im reinen bist!“

10. Sagt Ebahl: „Vollkommen, du mein überaus hochgeachteter Meister! Du bist demnach aber doch sicher auch ein Prophet!?“

11. Sage Ich: „Ich bin kein Prophet; denn es steht geschrieben: ,Aus Galiläa steht kein Prophet auf!‘ Aber Ich bin mehr denn ein Prophet! Denn in Meiner Brust wohnt ebenderselbe Geist, der durch den Mund der Propheten geredet hat und hinfort noch viel mehr reden wird. Denn die in der Folge Meinen Namen vollgläubig in ihrem Herzen tragen werden, denen wird auch der Geist der Weissagung innewohnen! Verstehst du solches?“

12. Sagt Ebahl: „Herr und Meister! Mir kommt es vor, dass so wie du kein gewöhnlicher Mensch reden kann! Hinter dir steckt ein anderer, den dein Rock und deine Haut vor unsern Augen verbirgt!“

Kapitel 109
Die Propheten als Gesandte Gottes und deren Unterschied vom Wesen des Herrn

1. Während Ebahl, dem schon ein anderes Licht aufzugehen beginnt, noch so fort ratschlagt, kommt auch schon der Hauptmann wieder zurück und erzählt voll Freude und Verwunderung, wie er alles in der besten Ordnung angetroffen habe, und wie sich seine Unterkommandanten gewundert hätten, als er nach ihrer Aussage zum zweiten Male gekommen sei und gefragt habe, ob wohl alles in Ordnung sei, indem er doch um eine halbe Stunde zuvor selbst alles aufs beste bestellt und geordnet hätte! Er aber habe sich damit wieder herausgeputzt, dass er vorgab, hiermit nur eine kluge Nachrevision angestellt zu haben, womit denn auch alle ohne weitere Fragen vollkommen befriedigt waren.

2. Mich aber fragte er darauf höchst wissbegierig, wer denn sonach sein zweites Ich gewesen wäre, das seine Arbeit gar so lobenswert an seiner Statt verrichtet habe.

3. Sage Ich: „Habe Ich dir ja doch zuvor gesagt, dass Mir alle Mächte der Himmel und die Kräfte dieser Erde in jedem Augenblick zu Gebote stehen; du aber mochtest es nicht glauben! Nun aber wirst du es hoffentlich wohl glauben, dass Ich ewig keinen Tod zu fürchten habe, und dass auch Ich ein Herr bin, der etwas zu reden und zu gebieten hat!“

4. Sagt der Hauptmann: „Ja, Herr und Meister, du musst ein Gott sein! Und es erscheint mir unsere römische Gotteslehre eben nicht mehr so fabelhaft wie ehedem; denn ich habe nun an dir ja die vollkommen lebendigste Überzeugung, dass dann und wann denn doch ein Gott seine Himmel verlassen hat und eine Zeitlang bald in der und bald in einer andern Art sich den sterblichen Kindern gezeigt und sie mit allerlei geistigen und irdischen Schätzen bereichert hat, auf dass die Sterblichen die sonst wüste Erde also kultivierten, dass sie dereinst auch ein Wohnsitz für unsterbliche Götter würde! – Habe ich recht oder nicht?“

5. Sage Ich: „Das ist nichts als eine eitel leere Dichtung, die recht heidnisch zart klingt, aber kein Fünklein von einer Wahrheit in sich enthält in der Art, wie du sie verstehst.

6. Ah, wenn du aber unter der ,Erde‘ die Erkenntnisse und den Willen der Menschen verstehst, dann könntest du wenigstens in einer der Wahrheit gut entsprechenden Art und Weise recht haben; aber Götter, die nicht und nirgends sind, haben wohl nie irgendwo der Erde Boden betreten. Jene Menschen, durch deren Mund der Geist Gottes zu den Menschen der Erde geredet hat, und durch deren Willen gar oft und gar viele Wunder geschehen sind, waren keine Götter, sondern Propheten, an und für sich gleichsogut Menschen wie du, und sind auch gestorben dem Fleische nach, – aber freilich der Seele und dem Geiste nach nicht.

7. In Mir aber betritt der Geist Gottes nun zum ersten Male diese Erde! Das ist derselbe Geist, von dem alle die Urväter und alle die alten Weisen und alle die Propheten oft und oft in ihren reinen Gesichten geweissagt haben.“

8. Während Ich aber solches zum erstaunten Hauptmanne redete, kam ein Diener ins Zimmer und sagte, dass draussen im Freien schon wieder eine Menge Kranker auf die Hilfe harreten, und ob Ich ihnen helfen möchte.

9. Sage Ich zum Diener: „So geh hinaus und sage ihnen, dass sie getrost in ihre Heimat ziehen sollen!“

10. Und der Diener begab sich eiligst hinaus und erstaunte nicht wenig, als er alle, die ehedem vor dem Hausflur jammerten und wehklagten, heiter, munter und fröhlich, Gott lobend, untereinander hin- und herwandelnd erblickte. Nach einer Weile erst sagte er zu den Geheilten das, was Ich ihm zu sagen gebot – und die Geheilten zogen in ihre Heimat.

11. Es ward aber darauf und darüber noch bei zwei Stunden lang geredet, das mit dem, was man schon bei der früheren Heilung geredet hatte, von ein und demselben Geiste war und darum hier füglich übergangen werden kann. Wir nahmen während des Geredes Brot und Wein und begaben uns darauf zur Ruhe.

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Relationship of a Prophet to God and Man

THE GREAT GOSPEL OF JOHN – Volume 2, Chapter 108 and 109
Revealed from the Lord thru the Inner Word to Jacob LorberChapter 108
Relationship of a prophet to God and Man

The Lord says:

1. Says I: ‘A prophet is a simple, natural man just like you with all kinds of weaknesses. However, since he has a wise heart wherein neither anger nor vengefulness nor envy or pride or adultery or various kinds of harlotry can strike roots, the Divine Spirit cleanses his heart of the manifold dross of the world. And when the heart has been cleansed like that, the Divine Spirit pours a light from the heavens into such a heart.

2. Since the prophet easily recognises this to be a light from the heavens which always expresses itself in clearly audible words, the thus prepared prophet needs only to repeat with the voice of his mouth what he clearly and distinctly hears in his heart and is hereby already prophesying on a fully prophetic scale.

3. If this is necessary, the prophet‘s will is prompted by God to speak to the people and also do before them what he hears in his heart, – and this is then called a truthful prophecy or prediction and is quite as much God‘s word as if God Himself had spoken directly to the people.

4. However, because of this such a prophet is not a jot more important before God than any other person who does not possess this gift at all; for the prophet must of his very own will also practice what the Spirit of God has spoken through his heart and mouth to the people, otherwise a judgment will come upon him just as upon everyone who hears the will of God but does not follow it – and there a prophet is even worse off than another person. For if another one in the weakness and night of his soul has difficulty believing what the prophet speaks to him, his judgment for not believing what the prophet told him will be a lighter one. But for the prophet himself there is no excuse, and this applies also to the one who did believe but for love of the world and its treasures did not do what the prophet had bid him.

5. However, the reward of a prophet will once be greater than that of another person, for a prophet must always bear a sevenfold burden compared with that of any other person. All those to whom a prophet has spoken, the good as well as the bad, will in the beyond be handed over to the prophet and he will judge them in My name for every word he has spoken to them in vain.

6. But whoever in My name and the name of the prophet himself takes a true prophet into his house, provides for him and is his friend, will once also receive the reward of a prophet. And who supports a prophet to ease his difficult work will also receive a prophet‘s reward; for in the beyond a prophet‘s servant will be on the same level as the prophet himself and will, therefore, judge the spirits subordinate to the prophet and reign over them, and his kingdom will be everlasting.

7. But woe betide those who forsake a prophet and sometimes in one or the other thing even distrust him, and even greater woe to the persecutors of a prophet. For these will hardly ever come to see God. But whoever lays hands on a prophet shall be punished with eternal fire in the lowest hell. A prophet‘s heart is God‘s and so is his mouth, his hands, feet, eyes and ears. Where the prophet is, there is also God; therefore, you shall enter his dwelling place with deep reverence, for the place where he is standing is holy. That must be observed within the heart, not for the sake of the prophet who is a man, but for the sake of God Who speaks and testifies in the prophet‘s heart.

8. The reason why a true prophet announces judgment upon judgement on the world is simply the fact that God awakens a prophet only when the world has forgotten Him and has plunged into all the worldly vices.

9. Tell Me, Ebahl, whether you now do understand the nature of a true prophet?’

10. Says Ebahl: ‘Completely, you my highly regarded master. But judging from this you must surely be a prophet too?’

11. Say I: ‘I am not a prophet, for it is writhen: ‗No prophet will arise from Galilee!‘ But I am more than a prophet. For in My bosom dwells that same Spirit whom spoke through the mouth of the prophets and will be speaking much more henceforth. For those who will be carrying My name in their heart, fully believing, will also have the spirit of prophecy within them. Do you understand this?“

12. Says Ebahl: ‘Lord and Master! It seems like to me that no ordinary person would be able to speak like you! Behind you is someone else, someone your skirt and skin hides from our eyes!”

Chapter 109
The prophets as messengers of God and their distinction from the Lord’s nature

1. Whilst Ebahl, within whom a different light was already dawning is still reasoning thus, the Centurion is already returning and telling joyfully and in amazement how he had found everything in the best of order. And how his subordinates were astonished that according to their witness he had now come to them a second time asking if all was in good order, since he had already himself a half hour previously given orders to that effect! But he got himself out of the corner by pretending to just be checking up, after which all were at ease without further questions.

2. But filled with curiosity he asked who in that case had been his stand-in, carrying out his work so laudably in his stead.

3. Say I: ‘Did I not previously say unto you that all powers in heaven and forces upon earth were under My command every moment. Which however you were not willing to believe! Now however you surely shall believe that I eternally have no need of fearing death, and that I too am a Lord Who has something to say and command!’

4. Says the captain: ‘Yes, Lord and Master, You must be a God! And our Roman divine doctrine is no longer as mysterious to me as heretofore, for in Yourself I now have the most living proof that now and then a God left His heaven to show himself for a time to mortal children one way or another, enriching them with all kinds of spiritual and earthly treasures, so that the mortal may cultivate the otherwise barren earth for a future abode of immortal gods! – Am I right or not?’

5. Say I: ‘This is no more than empty conjecture of quite pagan subtlety but lacking even a single spark of truth the way you understand it.

6. Ah, if by ‘earth‘ You understand mens‘ cognition and will, then you could at least be right by some good correspondence of truth; but gods that are not and exist nowhere have never trodden the earth‘s soil anywhere. Those men, however, through whom God‘s spirit spoke to men of this earth, and through whose will many and quite frequent wonders took place, were no gods but prophets, humans more or less like yourself, and who too died physically, – but of course not according to soul and spirit.

7. In Me, however, the spirit of God for the first time sets foot on this earth! It is the same spirit about whom all the forefathers, all the old wise and all the prophets have over and over again prophesied in their pure visions.’

8. But even as I was speaking thus to the astonished Commander, a servant came into the room saying that out there in the open once again a large number of sick were waiting for help, and whether I was prepared to help them.

9. Said I to the servant: ‘Go and tell them that they can depart to their homes in good cheer!’

10. And the servant rushed outside and was not a little amazed at seeing all those, previously moaning and lamenting in the hallway, now cheerfully and gaily pacing about, praising God. Only after a while did he say to the healed what I told him, and the healed left for their respective homes.

11. Thereafter for nearly another two hours discussions of a similar nature as with the previous healing were conducted and therefore can be passed over here. During the conversations we enjoyed bread and wine and then took to our rest.

 

V2-K107… Jesus und der römische Hauptmann – Jesus and the Roman Captain

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DAS GROSSE JOHANNES EVANGELIUM
BAND 2 – Kapitel 107… Jesus und der römische Hauptmann

Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Kapitel 107. Jesus und der römische Hauptmann

1. Sage Ich: »Du bist Mir wohl ein recht lieber Mann und Freund, und was du geredet hast, ist leider nur zu wahr; wäre Ich ein Mensch der Art, wie die Menschen der Erde sind, so würde Ich deinen Rat auch ohne weiteres befolgen, denn in deiner Brust pulst ein redliches Männerherz; aber Ich bin ein ganz anderer Mensch und ein ganz anderes Wesen, als für was du Mich hältst! Siehe, Mir müssen gehorchen alle Mächte der Himmel und dieser Erde; und Ich habe sonach nichts zu befürchten. Es wird wohl an Mir die Schrift bitter und schmerzlich erfüllet werden, aber nicht nach dem Willen dieser Welt, sondern nach dem Willen des Vaters im Himmel, der aber nun in Mir ist, wie Ich in Ihm bin von Ewigkeit her! Aber darum wird Meine Macht über Himmel und Erde nicht den allergeringsten Verlust erleiden. Denn wollte Ich es, so wäre diese Erde im schnellsten Augenblick in den nichtigsten Staub umgestaltet samt allem, was in und auf ihr ist, atmet, lebt und webt; aber da Mein Grund ‘Erhaltung’ heißt, so geschieht solches nicht!

2. Es kann geschehen, daß Ich als ein Aufwiegler des Volkes und Gotteslästerer angeklagt werde aus Ärger und neidigster Scheelsucht des Tempels und darob ans Querholz geheftet werde; aber alles das wird Meine Macht nicht brechen und Meiner Lehre bis zum Ende dieser Welt nicht den geringsten Eintrag tun.

3. Es werden zwar die eigentlichen Weltmenschen mit der Zeit aus Meiner Lehre zum größten Teile dasselbe machen, was die Ägypter, Griechen und Römer aus der Urlehre gemacht haben, die Adam und seine ersten Nachkommen erhielten; aber neben solcher Abgötterei werden dennoch viele sein, die Meine Lehre und Meine Macht geradeso rein erhalten und besitzen werden, wie sie nun kommt aus Meinem Munde, und damit werden sie auch gleichfort haben und besitzen die Macht, die ihnen durch den lebendigen Glauben an Mein Wort verliehen wird für zeitlich und jenseits für ewig! Ich bin also auch ein Herr und fürchte darum keinen Herrn und keine Gesetze desselben!«

4. Sagt der Hauptmann: »Freund, da ist mit wenig Worten viel gesprochen! Nach dem, was du hier geleistet hast, könnte ich es fast glauben, daß dir so etwas möglich sein dürfte, obschon mir ähnliche Heilungen – nur nicht in diesem überweit gedehnten Maße – nicht ganz fremd sind; denn es ist eine bekannte Sache, daß außerordentliche Erscheinungen auf die leibliche wie auch seelische Gesundheit eines Menschen, je nachdem sein Temperament beschaffen ist, einen oft wunderbar entschiedenen Einfluß haben. So zum Beispiel hat ein großer Schreck schon einem Taubstummen das Gehör und die Sprache wiedergegeben! Ich wüßte dir eine Menge ähnlicher Fälle zu erzählen, – aber es ist die Zeit zu kurz.

5. Ich will aber in aller Kürze dir damit nur das sagen, daß deine Heilart, so außergewöhnlich sie auch ist und zu wieviel Dank sie uns auch verpflichtet, mir aber dennoch die volle Überzeugung nicht verschaffen kann, daß dir darum jede andere Macht der Himmel und der Welt nichts anhaben könnte! Ich will dir die Möglichkeit nicht streitig machen, – bei Gott sollen ja alle Dinge möglich sein; aber Freund, es ist eine große Kluft zwischen der Möglichkeit und Wirklichkeit! So ich dich näher werde kennenlernen, werde ich vielleicht auch glaubensfester werden.

6. Aber nun, liebster, teuerster Freund, bitte ich dich, meine vielleicht ein bißchen zu anmaßende Rede ja nicht für ungut anzunehmen; denn ich habe nur geredet, wie ich es verstehe, nicht etwa aus bösem Herzen, sondern aus einem sicher guten Herzen! Mich aber rufen nun die Amtsgeschäfte, denen ich Folge leisten muß; morgen aber stehe ich dir den ganzen Tag zu Diensten!«

7. Sage Ich: »So du bleiben willst, kannst du auch bleiben; denn dein Dienst ist in deinem Namen verrichtet!«

8. Sagt der Hauptmann: »Es ist zwar schon ziemlich dämmerig geworden; ohne den Mond wäre es schon Nacht; ich werde aber gleich wieder hier sein, – nur muß ich zuvor noch einen Sprung ins Lager tun und sehen, ob die Nachtwachen wohl ordentlich ausgeteilt und aufgestellt sind.«

9. Mit diesen Worten verläßt der Hauptmann eilig das Zimmer, und Ebahl lobt ihn als einen Kommandanten, der wenige seinesgleichen haben dürfte, und daß Genezareth sich es für ein großes Glück rechnen könne, solch einen guten, in allen Dingen erfahrenen, gerechten und in seiner Sphäre äußerst klugen Militärchef zu haben!

10. Sage Ich: »Das ist er allerdings zur großen Beschämung vieler Juden, die Gottes Wort und Gottes Gebote haben, und deren ganzes Herz dennoch voll Lüge und voll Betrug, voll Zank, Zorn, Ehebruch und aller Hurerei ist. Darum auch wird es geschehen, daß den Juden das dem David verheißene Reich nach der Aussage Daniels hinweggenommen und den Heiden gegeben werden wird, und die Nachkommen des Sohnes der Hagar werden herrschen über die Nachkommen Isaaks, obschon alles Heil zu dieser Zeit über die ganze Erde ausgeht vom Stamme Juda.«

11. Sagt Ebahl: »Meister, du bist als Heiland besser denn als Prophet! Ich kann überhaupt noch immer nicht begreifen, warum die Propheten ohne Ausnahme gleichweg allzeit nur Schlechtes, nie aber etwas Gutes aussagten! Muß das also sein, oder glauben die Propheten, lediglich dadurch ihr mysteriöses Ansehen aufrechtzuerhalten, so sie den Menschen nichts als eine Gottesstrafe um die andere verkünden?

12. Lieber, herrlicher Meister, ich habe aus deinen Reden gemerkt, daß du neben dem Wunderheilande noch etwas anderes bist, nämlich ein Prophet gleich einem der vier großen Propheten, und so könntest du mir wohl über das sonderbare Wesen der Propheten irgendeine Aufklärung geben! Wie gesagt, mir sind die Propheten stets ein Rätsel gewesen, und so möchte ich etwas Näheres über sie von dir vernehmen!«

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THE GREAT GOSPEL OF JOHN
VOLUME 2 – Chapter 107… Jesus and the Roman Captain

Revealed from Jesus Christ by the inner Word thru Jacob Lorber

Chapter 107 – The Lord gives the Roman Captain hints about His nature and ministry

1. Say I: »You are indeed a truly dear man and friend, and what you said is unfortunately only too true; if I were a man like the people of this earth then I would follow your advice without hesitation, for there is an upright virile heart beating in your breast; but I am a completely different man and being than you take Me for! Behold, all power of the heavens and this earth must obey Me, and hence I have nothing to fear. The Scripture shall indeed be fulfilled in Me bitterly and painfully, but not according to this world‘s will but the Father in heaven, Who now is within Me nonetheless, as I am in Him from eternity. But My power shall not suffer the tiniest loss on that account. For if it was My will, then this earth would be transformed into minutest dust, together with everything in and upon it that breathes and strives; but since My motto is to maintain, this does not happen.

2. It is possible that I shall be accused of stirring up the people and of blaspheming against God, out of rage and the most jealous hypocrisy of the Temple, and then nailed to the cross; but none of this shall break My might nor make the least inroad upon My doctrine to the end of this world.

3. With time, worldly-minded men shall do with My doctrine what in the mainly the Egyptians, Greeks and Romans did with the primordial teaching which Adam and his first descendants received; but next to such idolatry there shall also be many who will maintain My doctrine and power in the same original state it went forth from My mouth and therewith possess the power that shall be given them through a living faith in My word, both temporally and in the beyond eternally. I therefore also am a Lord and hence fear no lord nor their laws.«

4. Says the Centurion: »Friend, with a few words a lot is said! After what you have achieved here, I almost could believe it that something like this is possible for you, although such healings – just not in this exceeding measure – are not altogether foreign; for it is a known matter, that extraordinary appearances often have a miraculous decisive influence on the bodily as well as psychological health of a person depending the composition of his temperament. It so happened for example that a great shock gave a deaf-mute person back his hearing and voice! I could tell you many similar cases, – but the time is too short.

5. In short I just want to tell you by this, that your healing method, however extraordinary it is and how much thanks we owe you, cannot provide me with the full conviction, that no other power in heaven and on earth can cause you any harm! I do not want to argue the possibility of it, – with God all things should be possible; however friend, there exists a large gap between possibility and reality! If I get to know you better, I perhaps will become a more firm believer.

6. But now, dearest, best friend, I beg you, do not regard my perhaps somewhat presumptuous speech as negative; since I only spoke as I understand it, not from a bad heart but from a surely good heart! But now official matters are calling to which I must attend; but tomorrow I will be at service to you for the whole day!«

7. Says I: »If you want to stay, you can stay; for your duties have been concluded in your name!«

8. Says the captain: »It is already quite dusk; without the moon it would already be dark; I will be back soon, – I quickly must hop into the camp and see whether the guards have been properly posted.«

9. With these words the captain hastily leaves the room and Ebahl praises him as a commandant without equal and that Genezareth can regard it as a great fortune, to have in all matters such an experienced, righteous and in his sphere very clever military chief!

10. Says I: »This he really is to the shame of many Jews who have Gods‘ words and Gods‘ commandments, but whose heart is nevertheless full of lies and full of deceptions, full of bickering, rage, adultery and all kinds of harlotry. Therefore it will come to pass, that the promised kingdom to David will according to the statement of Daniel be taken away from the Jews and given to the heathens, and the descendants of the son of Hagar will rule over the descendants of Isaac, although at this stage all salvation over the whole earth originates from the tribe Juda.«

11. Says Ebahl: »Master, you are as Saviour better than a prophet! I can still not understand it why the prophets without exception always state something bad but never something good! Must it be like this or do the prophets believe to sustain their mysterious reputation by it, if they announce to the people one judgement of God after another?

12. Dear, marvellous Master, I have noticed from your speeches, that besides being a miracle healer you are something else, namely a prophet similar to the four great Prophets, and as such you could give me some explanation about the unusual being of the prophets! As said, the prophets have always been a riddle to me, and therefore I would like to know something more about them from you!«

Erläuterungen zu den Amts- und Funktions-Anmassungen der Kirchen – Die geistige Sonne 1

Geistige Sonne Jakob Lorber-Amtsanmassungen der Kirchen-Funktionsanmassungen der Kirchen-Im Jenseits
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=> Erläuterungen Jesu über die Äussere Finsternis, wo Heulen und Zähneklappern ist

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Erläuterungen zu den Amts- und Funktions-Anmassungen der Kirchen
Die geistige Sonne… Band 1 – Kapitel 83-85

Offenbarungen Jesu über die jenseitigen Lebensverhältnisse durch Jakob Lorber (1800-64)

Einleitende Informationen
Die Sphäre des Geistes des Evangelisten Markus führt in diverse Bereiche der geistigen Welt. Diese Bereiche entsprechen in sämtlichen “äusseren” Merkmalen dem Zustand der Seelen ihrer Bewohner.

Ab Kapitel 65 ist die seelische Errettung von Augustinermönchen geschildert. Es werden etliche (nicht bloss von der römisch-katholischen Kirche) gänzlich verkehrt aufgefassten Lehraussagen – seien sie biblischen oder gar menschlicher Vorstellung entsprungen – dargestellt und ins rechte Licht gerückt. Beispielsweise behandelt Kapitel 67 die Frage, ob Petrus der Gründer der römisch-katholischen Kirche ist.

In den Kapiteln 83, 84 und 85 geht es um die Frage nach der Sünde wider den Heiligen Geist und den “Auftrag” Jesu, die Sünden zu vergeben. Diese drei Kapitel sollen hier dargestellt werden.

Anmerkung
Wer nicht erkannt hat, dass Der Herr persönlich durch den Propheten und Schreiber Jakob Lorber gewirkt hat, sollte das Lesen oder Hören eventuell besser bleiben lassen, denn dann hat das klarste Wasser keinen reinigenden und aufhellenden Effekt…

Die Begrüssung des Evangelist Markus und seiner Begleitung durch einen Mönch (aus Kapitel 67):

3. Christus, der Herr, hat Seine Kirche also gegründet, daß Er allein dem Petrus die Schlüssel zum Himmelreiche übergab. Unsere Kirche ist auf dem Felsen Petri erbaut, also von Petro gegründet, und ihr von ihm für alle Zeiten der Zeiten die Macht gegeben, selig zu machen oder zu verdammen. Denn daß der Kirche auch das Verdammungsrecht von Christo eingeräumt ist, erhellt klar aus jenen Texten, wo es einmal heißt: „Ihr werdet auf den Richterstühlen sitzen und mit Mir richten die zwölf Stämme Israels“; – und wieder heißt es: „Was ihr lösen werdet auf der Erde, das soll auch im Himmel gelöset werden, und was ihr binden werdet auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein“, – und wieder heißt es: „Nehmet hin den Heiligen Geist, denen ihr die Sünden vergeben werdet, denen sollen sie vergeben sein auch in dem Himmel, und denen ihr die Sünden vorenthalten werdet, denen sollen sie auch im Himmel vorenthalten sein.“ – Und so stehen noch einige solche Texte, wo der Herr dem Petrus auf Erden alle Gewalt über das menschliche Geschlecht gegeben hat. Es ist demnach nicht dem geringsten Zweifel unterworfen, daß nur die römisch-katholische, von Petro selbst gegründete Kirche nach dem unwandelbaren Ratschlusse Gottes die alleinseligmachende ist.

4. Wenn ihr zweifelsohne auch aus dieser Kirche seid, so könnet ihr auch hier nur einzig und allein die Pforte des Himmels finden. Seid ihr aber nicht aus dieser Kirche, so werdet ihr gar leichtlich schließen, welch ein Los hier eurer harret. Denn es lautet ebenfalls in der Schrift: „Wer nämlich nicht an diese Kirche glaubt und nicht in ihr getauft wird, der soll verdammt werden.“…

Nun zum Kapitel 83 … In der Zwischenzeit haben viele Ereignisse die Mönche dazu bewogen, in sich zu gehen. Der Prior – der Vorsteher des Klosters – ist unterdessen der Hauptredner seiner versammelten Schar von Mönchen und befindet sich in Besprechung mit dem Evangelisten (vielleicht sollte man eher “Wortgefecht” sagen…)

Kapitel 83 – Das ewige Wort Gottes als der Richterstuhl Christi.

1. Wir wären nun schon auf gute Redeweite bei der Mönchsgesellschaft; und so will ich denn auch sogleich meine Fragen an diese Gesellschaft erneuern, damit wir daraus ersehen, inwieweit sich eben diese Gesellschaft zufolge unserer früheren Besprechung mit ihr gefunden hat. Ihr fraget zwar: Muß solches in dieser geistigen Welt auch allzeit wörtlich abgemacht werden? Steht es Geistern von deiner Vollkommenheit nicht zu, solche trügliche Geister ohne Wortwechsel auf den ersten Augenblick zu erkennen, wie sie inwendig beschaffen sind?

2. Ich sage euch: Solches steht jedem Geiste des obersten Himmels zu, und er kann somit auch jeden unvollkommenen Geist auf den ersten Blick durch und durch schauen. Aber dadurch ist dem unvollkommenen Geiste nicht viel geholfen, und es ist nahe derselbe Fall, als so auf der Erde irgendein Verbrecher eingefangen würde. Das Gericht ist zwar durch Zeugen beim ersten Verhöre völlig überzeugt, daß das eingefangene Individuum sich eines gewissen Verbrechens schuldig gemacht hat. Dessen ungeachtet aber kann es den Verbrecher dennoch nicht zur gesetzlichen Strafe verurteilen, und das so lange nicht, als bis sich der Verbrecher selbst seines Verbrechens entäußert hat. Das Wort aber ist das alleinige Mittel der inneren Entäußerung, oder, der Mensch wie der Geist gibt sich durch das Wort der äußerlichen Beschaulichkeit preis, also wie er beschaffen ist in seinem Inwendigen.

3. Daher nützt auch hier die alleinige Erkenntnis von meiner Seite hinsichtlich der innern Beschaffenheit dieser Geister, allein für sich genommen, so gut wie nichts. Aber ich kann zufolge dieser Erkenntnis die Geister so zur eigenen Äußerung leiten, daß sie mir, wie notgedrungen, nicht ausweichen können, und müssen daher ihr Inwendigstes eben durch ihr Wort nach außen kehren und es der allgemeinen Beschaulichkeit preisgeben.

4. Dadurch wird denn auch die Stelle in der Fülle der Wahrheit ersichtlich, da es heißt: „Von den Dächern wird man es euch laut verkündigen!“ Und wieder heißt es, wie Paulus spricht: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhle Christi offenbar werden!“, welches alles soviel besagt als: Alles muß durch das Wort offenbar oder entäußert werden, denn das Wort ist der eigentliche Richterstuhl Christi. Und „vom Dache laut verkündigen“ besagt, daß sich ein jeder durch sein eigenes Wort wird richten oder, besser gesagt, sein Inneres völlig entäußern müssen. Denn wie das Dach sonst ein Schutzmittel des Hauses ist, so ist auch, geistig genommen, das Wort dasjenige eigenliebige und eigenschützende Mittel, durch welches der Mensch bei seinem Leibesleben sich so gut als möglich vor allen von außen her auf ihn einwirkenden Ungewittern beschützt. Da aber in diesem Sinne das Eigenwort in geistiger Beziehung gleich ist einem Hausdache, hier aber in der geistigen Welt durchaus keinen Schutz mehr gewähren kann, so heißt „vom Dache laut verkündigen“: durch das eigene Wort sich aller inwendigen Schalkheit entäußern. Ihr habt schon dergleichen Entäußerungen eine Menge gehört; dessen ungeachtet aber wird euch das Fernere nicht überflüssig sein.

5. Ich will daher meine schon vorbestimmte Frage aus dem euch nun bekanntgegebenen Grunde an diese Mönchsgesellschaft richten, und ihr werdet daraus ersehen, welch ein arger finsterer Kern noch in ihr verborgen liegt. Und so habet denn acht! Ich will nun meine Frage stellen und spreche:

6. Nun, wie ihr sehet, bin ich nach der Überwindung eures Himmels wieder hierhergekommen; wie sieht es nun mit eurer innern Erkenntnis aus und mit eurer Demütigung darnach? Haltet ihr euch noch für wirkliche Diener des Herrn? Oder haltet ihr euch vielmehr für eigenwillige betrogene Betrüger des Volkes?

7. Der Prior spricht: Wir haben uns geprüft und uns vollkommen der höllischen Strafe würdig befunden, da wir bei guter Betrachtung völlig erkannt haben, daß du ein wahrer Bote der göttlichen Gerechtigkeit und dazu mit einer Macht ausgerüstet bist, von welcher alle unsere Mauern und Türme wie nichtige Spreu zerfallen. Wir sind und bleiben dem Herrn ewige Schuldner, und ein jeder von uns trägt so viel von dieser Schuld auf seinem eigenen Nacken, daß sie ihm zufolge der göttlichen Gerechtigkeit ewig nimmer vergeben werden kann. Wir haben daher mit dir nichts Weiteres mehr zu reden, sondern bitten dich, wenn es dir möglich ist, nur um so viel göttliche Gnade und Erbarmung, daß du uns ob unserer Schuld nicht in den allerbittersten und allerschmerzlichsten Grad der Hölle verdammest.

8. Wäre hier zu beichten möglich, so wollten wir hundert Jahre lang beichten, um dadurch die Lossprechung von unserer Schuld nach dem Grade der mit der Beichte verbundenen Buße zu erlangen. Aber da hier solches nicht mehr möglich ist und wir nach Paulus liegen, wie wir gefallen sind, so bleibt uns ja nichts anderes übrig, als traurigst das Verdammungsurteil von dir zu erwarten.

9. Nun spreche ich: Also mit der Beichte, meint ihr, wäre es wohl möglich, sich von den Sünden loszumachen? Wenn euer Glaube dahin geht, da saget mir doch, bei welcher Gelegenheit denn der Herr auf der Erde die Beichte als ein sündenvergebendes Mittel eingesetzt hat?

10. Der Prior spricht: Lieber Freund! Solches wirst du doch wissen, wie der Herr Seinen Aposteln die Macht zu lösen und zu binden eingeräumt hat. Da ist ja doch sonnenklar erwiesen, daß der Herr die Beichte eingesetzt hat, auch spricht ausdrücklich der Apostel Jakobus: „Bekennet einander eure Sünden.“ Wenn man dieses alles wie noch so manches andere betrachtet, so ist es ja doch unmöglich in eine Abrede zu bringen, als hätte der Herr die Beichte nicht offenkundigst als ein sündenvergebendes Mittel eingesetzt.

11. Nun spreche ich: Höre, Freund und Bruder, wenn du das Wort Gottes so verstehst, da ist es kein Wunder, daß du dich hier im Grade der Verzweiflung befindest. Sage mir, welche Torheit könnte wohl größer sein als diese, so da wären zwei sich gegenseitig feindselige Menschen, also zwei gegenseitige Sünder oder Schuldner, einen jeden aber würde mit der Zeit dieser sündige Zustand im Gewissen zu drücken anfangen. Damit sich aber ein jeder dieses lästigen Zustandes entledige, da ginge er zu einem andern Menschen hin und möchte sich seines lästigen Zustandes dadurch entledigen, daß ihm dieser ganz fremde Mensch, den die gegenseitige Feindseligkeit der beiden nicht im geringsten angeht, die Schuld tilgte. Sage mir, wenn nun ein solcher fremde Mensch, den die ganze Schuld nicht im geringsten angeht, eine solche Schuldentilgung auf sich nimmt, was ist er da wohl? Ist er nicht ein allergröbster Betrüger? Du bejahst mir solches in deinem Gemüte. Gut, es soll dir aber die Sache noch klarer werden.

12. Nehmen wir an, der A wäre dem B tausend Pfund schuldig. Der A aber, anstatt dem B die tausend Pfund getreulich zurückzuzahlen, läßt sich von einem betrügerischen C verleiten, an diesen, dem der A nie einen Heller geschuldet hatte, die Schuldforderung des B anstatt mit tausend Pfund bloß mit hundert Pfund völlig zu tilgen. Was wird wohl der B zu dieser Schuldtilgung sagen, und wird dadurch wohl der A aufhören, dem B schuldig zu sein? Ich meine, solches können sogar die höllischen Geister nicht behaupten. Also können wir vom Herrn um so weniger solches behaupten, da Er doch in Sich die allerhöchste Liebe und Weisheit ist.

13. Daher werden deine angeführten Texte über die sündenvergebende Gewalt schon einer anderen Erklärung unterworfen werden müssen; denn mit deiner früheren kommst du auf keinen Fall durch. Ich will dir aber darum eine kurze Frist gönnen, damit du dich darüber gehörig erforschen und mir dann kundgeben sollst, wie du diese Sache nun gefunden hast, aber über sieben Minuten sollst du nicht darüber nachdenken. Und so denn erforsche dich im Geiste und in der Wahrheit. Amen.

Kapitel 84 – Von der Sünde wider den Heiligen Geist.

1. Sehet, unser Prior hat seine Erforschung schon gemacht und beginnt soeben, sich darüber vor uns zu entäußern. Also höret denn, er spricht: Lieber Freund, ich habe deine Beispiele und deine Frage in aller meiner Tiefe wohl erwogen und kann dir darüber nichts anderes sagen, als daß du vollkommen recht hast. Denn ich sehe jetzt zum erstenmal in meinem zweifachen Leben, daß die Beichte ein allergrößter Mißgriff sowohl in die göttlichen wie in die gegenseitig brüderlichen Rechte ist.

2. Man kann sich im Ernste nichts Tolleres denken, wie ich es jetzt einsehe, als daß sich zwei gegenseitige Schuldner dadurch zufriedenstellen müssen und ein jeder gegenseitig schuldlos wird, so ein dritter, den weder des einen noch des andern Schuld im geringsten angeht, einem oder dem anderen die Schuld nachläßt; oder wenn gar ein dritter zufolge der Annahme eines geringen Betrages, natürlich auf die ungerechteste Weise von der Welt, einen Schuldner dahin überzeugend bestimmen will, daß er dadurch dem Gläubiger die bedeutend größere Schuld vollkommen abgetragen hat. O Freund, das ist mir nun so klar wie diese überaus durchsichtige Luft hier. Aber nun kommt eine andere Frage:

3. Wenn es überzeugend und ungezweifelt also ist, welches Los erwartet da am Ende alle die törichten Beichtväter und welches die Beichtkinder? Wenn ich bedenke, daß das in meiner Kirche gerade die hauptsächlichste „Conditio sine qua non“ ist, da fährt’s mir nun eiskalt und wieder höllisch heiß durch mein ganzes Wesen.

4. Wie aber war es denn um Gottes, unseres Herrn, willen möglich, daß dieser entsetzliche Unsinn so tiefe und unausrottbare Wurzeln hat schlagen können? O Freund, ich will ja für meine Torheit gerne in der Hölle büßen, aber laß mich zuvor nur auf drei Jahre lang mit einem unsterblichen Leibe zur Erde gelangen. Ich will da der Kirche ein Licht anzünden, das für ihren Unsinn bei weitem gefährlicher werden soll als ein weißglühendes Stück Eisen einem Wassertropfen. Denn ich weiß nur zu gut, mit welcher entsetzlichen Hartnäckigkeit die Hohepriesterschaft dieser Kirche auf diesem allerunsinnigsten Betruge reitet und sehe es auch ein, wie sie nie auf dem gewöhnlichen, natürlichen Wege diesen Unsinn fahren lassen wird. Daher möchte ich, wie gesagt, mit einem unsterblichen und unzerstörbaren Leibe hinab, um diesem und noch so manchem andern nicht minder zu beachtenden Unsinne dieser Kirche ein Ende zu machen.

5. Nun spreche ich: Lieber Freund und Bruder, dessen hat der Herr nicht vonnöten. Erfasse aber die Sündenvergebung hier aus dem wahren Gesichtspunkte, und es werden sich dir millionenfach Gelegenheiten bieten, dieselbe hier ums Unaussprechliche besser und dienlicher in eine ersprießliche Anwendung zu bringen, als wenn es dir gestattet wäre, tausend Jahre auf der Erde mit aller Wundertätigkeit dagegen zu wirken.

6. Denn die Erde ist nicht ein Ort der Reinigung, sondern nur ein Ort der Prüfung des freien Willens, und da ist denn auch alles frei. Guter Sinn und Unsinn, Satan und Engel können nebeneinander einhergehen.

7. Damit aber der Wille des Geistes in seiner Freiheit sich üben kann, so müssen auf einem Weltkörper auch allerlei Reizungen vorhanden sein, welche unablässig dahin wirken, den Menschen von der Wahrheit abzuziehen und ihn ins Falsche zu leiten, wodurch dann ein jeder Mensch, wie ganze Gesellschaften, einen beständigen Kampf zu bestehen haben, durch welchen die Lebenskraft geübt und die Freiheit des Willens irgendeine bestimmte Richtung annehmen muß.

8. Wolltest du demnach deine Absicht auf einem Weltkörper, wie in einer kirchlichen Gesellschaft, in eine helleuchtend wirkende Werktätigkeit bringen, so müßtest du fürs erste alle Reizungen des Fleisches aufheben, und zwar den Geschlechtsreiz, dann das lebendige Gefühl und daneben auch alle Bedürfnisse des leiblichen Menschen rein vernichten. Wenn du aber solches tätest oder tun könntest, was wird wohl der Mensch auf einem Weltkörper dann sein?

9. Siehe, aus diesen lebendigen Reizungen aber geht ja das menschliche Geschlecht selbst hervor und sonach auch aller Tätigkeitstrieb des hervorgegangenen Menschengeschlechtes. Wenn es dir nun sicher klar sein wird, daß die Ausrottung des Falschen und damit verbundenen Argen bei den Menschen auf den Weltkörpern, im Vollmaße genommen, auf keine andere Weise denkbar möglich ist, als durch die Ausrottung des menschlichen Geschlechtes selbst, so wirst du doch auch einsehen, daß dein vermeintliches dreijähriges wundertätiges Sein auf einem Weltkörper noch bei weitem weniger fruchten wird für die Gegenwart wie für die Zukunft, als da zur völligen Umkehrung all des Falschen und Argen gefruchtet hat das Erdendasein des Herrn und das Leben vieler mit Seinem Geiste erfüllter Apostel und Jünger.

10. Ich will dir aber sagen, warum du eigentlich auf die Erde möchtest. Siehe, es sind zwei Gründe; der Hauptgrund heißt Rache und der andere Grund, um dadurch ganz irriger Weise durch ein falsches und schlechtes Mittel dem Herrn für deine eigene Torheit eine noch bei weitem törichtere Genugtuung zu leisten! Daher stehe du von deinem Vorhaben nur ganz lebendig ab und lasse statt der Rache in deinem Herzen die wahre Nächsten- und Bruderliebe aufkeimen, und du wirst dann bald in dir klarst erschauen, auf welch eine viel zweckmäßigere Weise man hier im Orte der eigentlichsten Reinigung (Purgatorium) nach dem allerhöchst weisen Liebeplane des Herrn den Torheiten der Welt begegnen kann.

11. Da du, wie ich es ersehe, solches auch samt deiner ganzen Gesellschaft begreifst und einsiehst, so muß ich dich nun darauf aufmerksam machen, daß du mir die eigentliche Antwort über die sündenvergebenden Texte in der Schrift noch schuldig bist. Wir können eher keinen weiteren Schritt vorwärts tun, als bis diese Sache völlig lebendig erörtert ward. Und so denn mache dich nur an die Beantwortung, und zwar zuerst an die in der Schrift vorkommende Lösungs- und Bindungsstelle im 18. Verse des 18. Kapitels Matthäus wie gleichlautend auch im 23. Verse des 20. Kapitels Johannis. Wirst du solches beantwortet haben, dann erst gehen wir auf Jakobum über. Und so denn rede!

12. Der Prior spricht: O lieber, erhabener Freund! In diesem Punkte wird es mir unaussprechlich schwer gehen, und du wirst es mir nicht verargen, so ich dich allerdemütigst darum bitte, denn von mir wirst du in dieser Hinsicht wohl schwerlich je eine genügende Antwort bekommen können, indem ja selbst der Tod nichts nehmen kann, wo nichts ist.

13. Nun spreche ich: Siehe, ich habe es ja gewußt, daß es auf das hinausgehen wird. Du wolltest auf die Erde gehen, deine Kirche zu bessern; sage mir, auf welche Art hättest du das wohl angestellt, so dir zu einer solchen Unternehmung das Allernötigste und Allerwesentlichste mangelt?

14. Der Prior spricht: O erhabener Freund, wahrlich, meine Torheit wächst wie ein wucherndes Unkraut auf einem gedüngten Boden. Ich sehe jetzt, auf diese deine Frage und Erörterung, daß ich nicht einmal für einen Sauhalter tauge, geschweige erst zu einem wundertätigen Kirchenverbesserer. O sage mir doch, wieviel des allergrößten Unsinns steckt noch in mir?

15. Spreche ich: Ich sage dir, es ist noch eine tüchtige Portion, aber die Beantwortung meiner Frage wird in dir Wunder tun. Daher habe acht, wie ich sie dir nun beantworten werde; und so höre denn.

16. Ich will dir den Johannes darlegen, da dieser die Erleuchtung des hl. Geistes voraussetzt: „Nehmet hin den Heiligen Geist; denen ihr die Sünden vergeben werdet, denen sollen sie auch im Himmel vergeben sein; denen ihr sie aber vorenthalten werdet, denen sollen sie auch im Himmel vorenthalten sein.“ – Also lautet der Text; wie aber ist sein Verständnis?

17. „Nehmet hin den hl. Geist“ – heißt so viel als: Werdet erleuchtet mit Meiner Wahrheit! – und heißt tiefer noch: Folget Mir in allem nach! – und am allertiefsten heißt es: „Liebet euch untereinander, wie Ich euch geliebet habe! Denn daraus wird man erkennen, daß ihr Meine wahrhaftigen Jünger seid, so ihr euch untereinander liebet.“ –

18. Siehe, das heißt: Nehmet hin den hl. Geist! Denn der Herr hat kein Gebot als das der Liebe gegeben, also kann Er auch unmöglich einen andern Geist als nur den der Liebe bieten und geben. Verstehst du diesen Text? Du bejahst es mir in deinem Herzen; gut, so gehen wir weiter.

19. „Denen ihr die Sünden vergeben werdet, denen sollen sie auch vergeben sein im Himmel“ – das heißt soviel als: Wenn wer immer aus euch nach Meinem Geiste der Liebe und Weisheit seinem Bruder die Schuld, welche dieser Bruder gegen ihn hat, erlassen wird, dann will auch Ich eben diese Schuld nicht nur dem schuldigen Bruder, sondern auch dem Erlasser der Schuld jegliche Schuld von Mir nachlassen. Wenn aber jemand im Gegenteile, was der zweite Teil des Textes besagt, seinem Bruder die Schuld nicht erlassen wird, dann will ich dafür auch dem Gläubiger seine Schuld vorenthalten. Wenn aber der Gläubiger sich dem, der gegen ihn gesündigt hat, versöhnen will, der Schuldner aber will die Versöhnung nicht annehmen, da werde auch Ich gegen den Schuldner unversöhnlich bleiben, solange er sich mit seinem Gegner nicht versöhnen wird.

20. Siehe, das ist die im Himmel alleingültige Erklärung dieser Texte. Was aber diejenigen Sünden betrifft, welche ein Mensch wider Gott und dann wider seinen eigenen Geist begeht, so kann diese Sünden ja doch niemand vergeben als derjenige nur, gegen dessen heilige Ordnung sie begangen wurden. Und die Sünde gegen den eigenen Geist kann doch auch sicher niemand anderer vergeben oder nachlassen, als eben der eigene Geist selbst, das heißt durch den vollernstlichen Willen, aus Liebe zum Herrn sich selbst zu verleugnen und solche Sünde fürder nimmer begehen zu wollen.

21. Was aber eine Sünde wider den göttlichen Geist betrifft, der an und für sich die auswirkende Liebe des Herrn ist, da wird es etwa doch klar sein, wenn jemand sich dem allerhöchst wirkenden Gnadenmittel eigenmächtig entgegenstellt, daß sich dann sehr bedeutungsvoll fragen läßt: durch welches Mittel solle der wohl rettbar sein, so er gegen das allerhöchste, über das keines mehr ist, allerfreventlichst ankämpft?

22. Siehe, das ist demnach die völlige bedeutungsvolle Erläuterung der sündenvergebenden Texte, welche gleichbedeutend in aller Kürze in dem erhabensten Gebete des Herrn allerklarst dargelegt ist, da es unwiderruflich heißt: „Vergib uns unsere Schuld, so wie wir vergeben unseren Schuldigern.“ Und es heißt nicht etwa: Vergib uns unsere Schuld nach dem Grade unserer Bußwerke, also wie wir gebeichtet, genug getan, dann kommuniziert haben, und wie uns der Beichtvater von unseren Sünden losgesprochen hat. Noch an einer andern Stelle wird dadurch von einer allgemeinen Sündenvergebung gesprochen, daß es heißt: „Seid barmherzig, so werdet ihr Barmherzigkeit erlangen.“ – Was wieder nicht heißt: Beichtet, so werden euch die Sünden erlassen.

23. Und im Gleichnis vom verlorenen Sohne zeigt der Herr doch mit dem Finger, welches das allergültigste Mittel ist, um zur Vergebung seiner Sünden zu gelangen, nämlich die wahre liebtätige, demütige und liebeerfüllte Umkehr zu Gott, dem allerbesten und allerliebevollsten Vater aller Menschen! – Verstehst du solches? Du bejahst es; also wollen wir uns an den Jakobus wenden.

Kapitel 85 – Das Wort des Herrn! Der eigentliche Richter.

1. Was den Jakobus betrifft, so sagt er mitnichten, daß die Gemeinde ihre allfälligen Sünden einem Ältesten der Gemeinde „beichten“ soll, sondern er will dadurch nur das sagen, daß kein Bruder in der Gemeinde vor dem andern etwas geheim haben soll und von der ganzen Gemeinde nicht wollen für besser gehalten werden, als er im Grunde wirklich ist. Und das ist der Grund, warum der Jakobus anempfiehlt, aber durchaus nicht bestimmt gebietet, daß man sich gegenseitig die Sünden oder Fehler bekennen soll.

2. Wenn aber alles dieses unwiderlegbar der Fall ist, was ist demnach die Ohrenbeichte in der katholischen Kirche? Ich sage dir, sie ist nichts anderes als eine zinstragende Sünden-Bank, wo die Menschen ihre Lebensobligationen und Schuldscheine versetzen. Durch dieses Versetzen machen sie sie durch den kirchlichen Wucher doppelt zinserträglich, einmal ein jeder für sich, zum andern, da er durch die Beichte sich zwar den Augen seiner Brüder und Nebenmenschen entzieht, auf daß sie ja nicht wissen sollen, wer er so ganz eigentlich seinem Inwendigen nach ist und ihn somit wenigstens nach der Beichte sogleich wieder für einen grundehrlichen Menschen ansehen sollen, während er doch nach der Beichte auf ein Haar derselbe Mensch bleibt, der er vor der Beichte war.

3. Also werden alle gebeichteten Sünden auf diese Art nur aufbewahrt, und jeglicher Eigentümer bekommt sie hier insoweit gut verzinst zurück, als er auf diese Weise erstens sich selbst und dann alle seine Nebenmenschen betrog! Sich selbst, weil er sich nun nach einer jeden Beichte für einen vollkommen der göttlichen Gnade würdigen Menschen ansah und zu dem Behufe auch allzeit ein gewissenerleichterndes Wohlgefallen an sich selbst hatte. Seine Nebenmenschen aber betrog er dadurch, daß diese nie wußten, wie sie so ganz eigentlich mit ihm daran sind und ihn daher auch notgedrungen für viel besser ansehen mußten, als er es von jeher war.

4. Das sind also die Zinsen, und sie heißen: doppelter Betrug! Und dieser Betrug wird noch zu einem Hauptbetruge, welcher darin besteht, daß der also Beichtende in den Wahn gerät, sich auch vor dem Herrn vollkommen gerechtfertigt zu haben.

5. Ich kann dich versichern, wenn Judas, der Verräter, eine christliche Gemeinde gestiftet hätte, sie wäre sicher besser ausgefallen als diese, welche nicht aus dem Christentume, sondern aus dem Heidentume dadurch hervorgegangen ist, daß man das Heidentum mit dem Christentume nur ein wenig gesalzen hat. Denn wie bei einer Speise das Salz den kleinsten Teil ausmacht, so macht auch in diesem Heidentume das Christentum den allerkleinsten Teil aus. Das wäre zwar noch erträglich, wenn es nur gut wäre. Aber ist das Salz selbst schal, wie soll es dann das reine Heidentum zu einem Christentume würzen?

6. Das Heidentum hatte viele Götter, darum mochte es auch mit der neuen Würze nicht bei dem einen Gott verbleiben, sondern machte drei aus Ihm. Und nach diesem dreigeteilten Gotte vergöttlichte es dann auch die Menschen, welche auf der Erde gelebt haben, um dadurch einen Ersatz für seine abgenützten „Halbgötter“ und „Hauslaren“ zu bekommen. Das alte Heidentum war den Priestern überaus einträglich, das reine Christentum aber war solcher Gewinnsucht gerade entgegen, nachdem es ausdrücklich heißt: „Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst sollt ihr’s auch wieder weitergeben.“

7. Solches konnte das Heidentum nicht brauchen, daher machte es lieber ein „Sündenregister“. Und weil nach dem Mosaischen Gesetze zu wenig gesündigt ward, so gab es noch eigenmächtige, schwer zu haltende Gesetze hinzu, konstruierte dann zu dem Sündenregister und dem sehr zahlreichen Gesetzbuche die sündenvergebende „Beichte“ und leitete durch diese Beichte die Menschheit auf allerlei einträgliche Bußwerke hin. Durch diese hat sich dann das alleinseligmachende Pontifikat mit Hilfe noch anderer einträglicher gottesdienstlicher Zeremonien zu einem Weltglanze emporgearbeitet, vor welchem alle Könige bebten!

8. Damit aber dieses alleinseligmachende Pontifikat sich noch unabhängiger und also auch unumschränkter wirkend aufstellen konnte, wußte es durch ein vortreffliches Mittel sich ein mächtiges stehendes Heer, über eine Million stark, zu bilden, welches allerorts die Burgen, Festungen, Städte und Länder der Kaiser, Könige und Fürsten unüberwindlich besetzte und somit alle Reiche sich botmäßig und zinspflichtig machte. Das Heer sind die „Priester“ und „Mönche“, und das Mittel ist der „Zölibat“. Auf diese Weise war die (neu) heidnische Kirchenmacht unüberwindbar begründet. Da aber jeder Herrscher, so er wissen will, wie es mit seinen Untertanen stehe, geheime Kundschafter haben muß, so waren solche geheime Kundschafter auch dem Pontifikate überaus notwendig. Wer sind aber diese Kundschafter? Siehe, das gesamte Priestertum.

9. Und wie heißt das Mittel, durch welches die geheimen Gesinnungen ausgekundschaftet wurden und noch werden? Es ist kein anderes als die „Beichte“. Und siehe, das auch ist der zweite Gewinn, und das für die Beichtiger, also für das gesamte finstere Priestervolk.

10. Und worin besteht dieser Gewinn? Ich sage dir, er besteht in nichts anderem, als daß für die Kirche alle die gebeichteten Sünden ganz als eigentümlich zugute geschrieben werden, zugleich aber auch noch in dem damit notwendig verbundenen eigennützigen Menschenbetruge, durch welchen sie in den Wahn gebracht werden, so oft vor Gott gerechtfertigt zu sein, als wie oft sie nur immer gebeichtet haben.

11. Und mit eben solchem „Gewinne“ ausgerüstet stehet nun ihr dahier, und es läßt sich nun abermals eine neue Frage setzen, welche also lauten soll: Was werdet ihr nun zur Verringerung oder wohl gar zur gänzlichen Tilgung solch eines allerbarsten Höllengewinnes vorbringen? Denn das muß ich euch sogleich hinzubemerken, daß durch ein pures unvermitteltes Erbarmen von seiten des Herrn ewig niemand zum Leben eingehen kann; denn wer nicht hat, dem wird noch genommen werden, was er hat.

usw…

Schlussbemerkung

Diese, vom Herrn gegebene Darstellung der Verhältnisse betreffend der römisch-katholischen Kirche ist, in ähnlicher Form, in jeder Kirche oder Konfession anzutreffen. Der Schlüssel zu der Erkenntnis ist zuerst das offene und ehrliche Suchen der Wahrheit aus Jesus Christus, danach denn auch die demütige Bitte um Verständnis des Willens des Herrn.

Zentrum der Lehre ist und bleibt die Liebe zu Gott und dem Nächsten. Amts- und Funktionsübertragungen von Jesus an die Menschen sind nur in Ausübung der Liebesgebote gegeben. Alles, was darüber ist, kommt nicht vom Herrn.

Der ungefärbte Wille Gottes und die wahre Jesulehre sind vielerorts aufgezeichnet und nachzulesen – sofern sich der Mensch ernsthaft darum bemühen will.

 

Das 10. Gebot… Weg zur Freiheit des Geistes – ‘Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib’

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Das 10. Gebot… „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!“
Die geistige Sonne, Band 2

Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch Johannes, den Apostel der Liebe. Klare Kenntnis und praktische Anwendung der 12 göttlichen Gebote (10 Gebote Moses und die beiden Gebote der Liebe) gehören zu den wichtigsten Ausbildungsbereichen der Kinderseelen. Die universelle Gültigkeit und die wahrhaftige Erläuterung sind augenblicklich einleuchtend.

Das 10. Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!“

93. Kapitel – Zehnter Saal – 10. Gebot.

93,1. Wir sind darin und erblicken auf der Tafel mit deutlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!“

93,2. Daß dieses Gebot hier im reinen Reiche des Geistes und ganz besonders im Reiche der Kinder sicher einem jeden Denker etwas sonderbar klingt, braucht kaum erwähnt zu werden. Fürs erste wissen diese Kinder noch nicht im geringsten, was da etwa ist ein ehelich Weib, und fürs zweite ist hier auch das Verehelichen beider Geschlechter untereinander durchaus nicht gang und gäbe, besonders im Reiche der Kinder. Im Geisterreiche findet dieses Gebot, dieser Betrachtung zufolge, also offenbar keine Anwendung.

93,3. Man wird aber sagen: Warum sollte denn der Herr unter zehn Geboten nicht eines gegeben haben, welches allein den irdischen Verhältnissen entspricht? Denn auf der Erde ist die Verbindung zwischen Mann und Weib gang und gäbe und ist daher ein altbegründetes, auf der göttlichen Ordnung beruhendes Verhältnis, welches ohne ein Gebot nicht in der göttlichen Ordnung verbleiben kann. Also kann man hier ja annehmen, daß der Herr unter den zehn Geboten eines bloß für die Aufrechterhaltung der Ordnung eines äußeren, irdischen Verhältnisses wegen gegeben hat, damit durch die Aufrechterhaltung dieser Ordnung eine geistige, innere, höher stehende nicht gestört wird.

93,4. Gut, wenn dem also ist, da sage ich: Dieses Gebot ist dann nichts als eine höchst überflüssige Wiederholung des ohnehin ganz dasselbe gebietenden sechsten Gebotes. Denn auch in diesem wird in seinem völligen Verlaufe alles als verboten dargestellt, was auf die Unzucht, Hurerei und den Ehebruch nur irgendeine Beziehung hat, sowohl in leiblicher, wie ganz besonders in geistiger Hinsicht.

93,5. Wenn wir nun dieses ein wenig gegeneinander abwägen, so ergibt sich daraus, daß dieses Gebot für den Himmel gar nicht taugt, und daß es neben dem sechsten Gebote rein überflüssig ist.

93,6. Ich sehe aber jemanden, der da kommt und spricht: He! lieber Freund, du irrst dich. Dieses Gebot, wenn schon an und für sich nahe dasselbe verbietend, was da verbietet das sechste Gebot, ist dennoch für sich ganz eigen und höher stehend und tiefer greifend, als da ist das sechste Gebot. Beim sechsten Gebot wird offenbar nur die wirkliche grobe Handlung, in diesem zehnten aber das Verlangen und die Begierde als die allzeitigen Grundursachen zur Tat verboten. Denn man sieht es ja leicht ein, daß besonders junge Ehemänner auch gewöhnlich junge schöne Weiber haben. Wie leicht ist es einem andern Manne, daß er seines vielleicht nicht schönen Weibes vergißt, sich in das schöne Weib seines Nächsten vergafft, in sich dann einen stets größeren Trieb und ein stets größeres Verlangen erweckt, seines Nächsten Weib zu begehren und mit ihr seine geile Sache zu pflegen.

93,7. Gut, sage ich, wenn man dieses Gebot von diesem Standpunkte zunächst betrachtet, so ergeben sich daraus nicht mehr als eine halbe Legion Lächerlichkeiten und Narrheiten, durch welche das Göttliche eines solchen erhabenen Gebotes in den schmutzigsten Staub und in die stinkendste Kloake des weltlichen Witzes und Verstandes der Menschen herabgezogen werden muß. Wir wollen beispiels- und erläuterungshalber geflissentlich einige Lächerlichkeiten anführen, damit dadurch jedermann klar werde, wie seicht und rein äußerlich dieses Gebot über acht Jahrhunderte hindurch aufgefaßt, erklärt und zu beobachten befohlen ward.

93,8. Ein Mann soll also kein Verlangen nach dem Weibe seines Nächsten haben. Hier läßt sich fragen: Was für ein Verlangen oder Begehren? Denn es gibt ja eine Menge redlicher und wohlerlaubter Verlangen und Begehrungen, die ein Nachbar an das Weib seines Nächsten richten kann. Aber im Gebote heißt es unbedingt, „kein Verlangen haben“. Dadurch dürfen nur die beiden Nachbarn miteinander in der Konversation stehen, die Weiber aber müssen sich gegenseitig stets mit Verachtung ansehen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine geradezu türkische Auffassung dieses mosaischen Gebotes.

93,9. Ferner, betrachtet man die Sache buchstäblich und materiell, so muß man doch gewiß alles buchstäblich nehmen und nicht ein paar Worte buchstäblich und ein paar Worte geistig; was sich geradeso ausnähme, als so jemand an einem Bein ein schwarzes und an dem andern ein ganz subtil durchsichtiges weißes Beinkleid trüge. Oder als wolle jemand behaupten, ein Baum müsse so wachsen, daß die eine Hälfte seines Stammes mit Rinde, die andere ohne Rinde zum Vorschein käme. Dieser Betrachtung zufolge verbietet das zehnte Gebot nur das Verlangen nach dem Weibe des „Nächsten“. Wer kann das im buchstäblichen Sinne sein? Niemand anderer als entweder die nächsten Nachbarn oder auch nahe Blutsverwandte. Buchstäblich dürfte man also nur nach den Weibern dieser beiden Nächsten kein Verlangen haben, die Weiber entfernter Bewohner eines Bezirks, besonders aber die Weiber der Ausländer, die sicher keine Nächsten sind, könnten daher ohne weiteres verlangt werden. Denn solches wird doch ein jeder ohne Mathematik und Geometrie begreifen, daß man im Vergleiche zum nächsten Nachbarn einen andern, einige Stunden entfernten oder gar einen Ausländer für einen Nächsten oder Nächstseienden nicht anerkennen kann. Sehet, auch das ist türkisch, denn diese halten dieses Gebot nur gegenüber Türken, gegen fremde Nationen haben sie da kein Gesetz. – Gehen wir aber weiter.

93,10. Ich frage: Ist das Weib meines Nächsten denn von der Haltung des göttlichen Gesetzes ausgenommen? Denn im Gesetze steht nur, daß ein Mann nach dem Weibe seines Nächsten kein Verlangen haben solle. Aber von dem, daß etwa ein geiles Weib nach ihrem nächsten Nachbarn kein Verlangen haben solle, davon steht im Gebote keine Silbe. Man gibt auf diese Weise den Weibern offenbar ein Privilegium, die ihnen zu Gesicht stehenden Männer ohne Bedenken zu verführen. Und wer wird es ihnen verbieten, solches zu tun, da für diesen Fall vom Herrn aus kein Gebot vorhanden ist? Auch das ist aus der türkischen Philosophie; denn die Türken wissen aus dem Buchstabensinne, daß die Weiber von solchem Gesetze frei sind. Daher sperren sie dieselben ein, damit sie nicht ins Freie kommen und andere Männer nach ihnen lüstern machen möchten. Gestattet schon ein Türke einem seiner Weiber einen Ausgang, so muß sie sich so unvorteilhaft für ihre körperlichen Reize vermummen, daß sie sogar einem ihr begegnenden Bären einigen Respekt einflößen würde. Ihre Reize darf sie allein nur vor ihrem Manne entfalten. Wer kann da auftreten und dagegen behaupten, als wäre solches nicht aus dem Buchstabensinne des Gebotes zu erkennen? Offenbar hat diese Lächerlichkeit ihren unleugbaren Grund eben im Gebote selbst. Gehen wir aber weiter.

93,11. Können die nächsten Nachbarn nicht etwa schon erwachsene Töchter haben oder andere recht hübsche Dienstmädchen? Ist es nach dem zehnten Gebote erlaubt oder nicht, nach den Töchtern oder anderen Mädchen des Nächsten ein Verlangen zu haben, selbst als Ehemann? Offenbar ist solches gestattet, denn im sechsten Gebote ist vom Verlangen keine Rede, sondern nur von der Tat. – Das zehnte Gebot verbietet aber nur das Verlangen nach dem Weibe, also ist das Verlangen nach den Töchtern und allfälligen anderen hübschen Mädchen des Nächsten ohne Widerrede erlaubt. (?) – Sehet, da haben wir wieder eine türkische Auslegung des Gesetzes mehr. Um die Sache aber sonnenklar anschaulich zu machen, wollen wir noch einige solcher Lächerlichkeiten anführen. –

94. Kapitel – Wer ist der „Du“ im 10. Gebote?

94,1. Im Gesetze heißt es: „Du sollst nicht verlangen deines Nächsten Weib“. – Läßt sich da nicht fragen: Wer ist denn eigentlich der Du? Ist er ein Verheirateter, ein Witwer, ein unverheirateter junger Mann, ein Jüngling, oder ist es etwa auch ein Weib, zu dem man doch auch sagen kann: Du sollst dies oder jenes nicht tun? Man wird hier sagen: Das ist vorzugsweise für das männliche Geschlecht bestimmt, ohne Unterschied, ob ledig oder verheiratet, und daß die Weiber beiläufig auch miteinbegriffen werden können und nicht das Recht haben sollen, andere Männer zu verlocken und zu begehren, das alles versteht sich von selbst.

94,2. Ich aber sage dagegen: Wenn schon die Menschen ihre Satzungen gar fein zu bestimmen imstande sind und in eben ihren Satzungen für jeden möglichen Fall gar feine und kluge Sonderungen machen, so wird man dem Herrn doch nicht den Vorwurf machen können, als hätte Er gar aus Unkunde unbestimmt ausgedrückte Gesetze gegeben, oder Er hätte gleich einem pfiffigen Advokaten Seine Gesetze also auf Schrauben gestellt, daß die Menschen darüber unvermeidlich sich so oder so versündigen müssen.

94,3. Ich meine, eine solche Folgerung aus der näheren Betrachtung des freilich unbestimmt gegeben scheinenden Gesetzes zu machen, wäre denn doch etwas zu arg. Man kann daher viel leichter schließen, daß dieses Gesetz, wie alle übrigen, ein höchst bestimmtes ist. Es ist nur mit der Zeit und ganz besonders in der Zeit des entstandenen Hierarchentums sogestalt verdreht und fälschlich ausgelegt worden, daß nun kein Mensch mehr den eigentlichen wahren Sinn dieses Gesetzes kennt. Und das ist geschehen aus purer Habsucht. Im eigentlichen reinen Sinne hätte dieses Gesetz dem Priesterstande nie einen Pfennig eingetragen, in seinem verdeckten Sinne aber gab es Anlaß zu allerlei taxierten Vermittlungen, Dispensen und Ehescheidungen, und das natürlich in der früheren Zeit bei weitem mehr als jetzt. Denn da war die Sache also gestellt, daß zwei oder mehrere Nachbarn sich gegen die Versündigung an diesem Gesetze durchaus nicht verwahren konnten. Wieso denn?

94,4. Sie mußten natürlicherweise mehrere Male im Jahre aus übergroßer Furcht vor der Hölle gewissenhaft beichten. Da wurden sie in diesem Punkte gar emsig examiniert, und es war, im Falle irgendein Nachbar ein schönes junges Weib hatte, schon sogar ein Gedanke, ein Blick, etwa gar eine Unterredung von seiten der anderen männlichen Nachbarn, als eine ehebrecherische Sünde gegen dieses Gebot erklärt, welche meist mit einer Opferbuße belegt wurde. Geschah gar eine etwas stärkere Annäherung, so war auch schon die volle Verdammnis fertig, und der einmal auf der einen Waagschale St. Michaels in die Hölle Hinabgesunkene mußte in die andere leere Waagschale sehr bedeutende Opfer werfen, damit diese die Überschwere bekamen und den armen verdammten Sünder wieder glücklich aus der Hölle zogen. Die Gottes Macht innehabenden Priester gehörten da durchaus nicht unter diejenigen, welche nur sehr vieles verlangen, sondern sie wollten im Ernste lieber alles!

94,5. Auf diese Weise mußten einst viele sehr wohlhabende Ritter und Grafen ins Gras beißen und noch obendrauf als aus der Hölle erlösende Buße ihre Güter der Kirche vermachen. Ihre allenfalls zurückgebliebenen Weiber wurden zur Sühnung der Strafe für ihren ungetreuen Mann in ein Kloster aufgenommen. Auch die allfälligen Kinder sowohl männlicher als weiblicherseits sind dann gewöhnlich in solche Klöster eingeteilt worden, in denen man keine irdischen Reichtümer besitzen darf.

94,6. Ich meine, es dürfte genug sein, um all das wirklich Schmähliche einzusehen, das aus der Verdrehung dieses Gesetzes zum Vorschein kam. Das unbestimmte „Du“ des Gesetzes war die Urquelle zu Dispensen, welche gewöhnlich am meisten eingetragen haben. Hatte jemand ein großes Opfer gebracht, so konnte man das Du so modifizieren, daß der Sünder wenigstens nicht in die Hölle kam. Im Gegenteil aber konnte dieses Du auch so verdammlich bestimmt werden, und zwar zufolge der angemaßten Löse- und Bindegewalt, daß dem Sünder nur sehr bedeutende Opfer in der Erlösung aus der Hölle behilflich sein konnten.

94,7. Wir haben jetzt gesehen, zu welchen Abirrungen das unbestimmte Du Gelegenheit gegeben hat. Wir wollen uns aber damit noch nicht begnügen, sondern noch einige solche lächerliche Auslegungen betrachten, damit es jedem umso klarer wird, wie für jedermann notwendig die Bekanntschaft mit dem reinen Sinne des Gesetzes ist, ohne den man nie frei werden kann, sondern sklavisch unter dem Fluche des Gesetzes verbleiben muß! – Und so gehen wir weiter! –

95. Kapitel – Beispiele verkehrter Auffassung des 10. Gebotes.

95,1. Wie das Gesetz lautet, wissen wir: es untersagt ein Verlangen oder ein Begehren. Nun aber fragt es sich: Irgendein Mann ist verarmt, während sein Nachbar ein reicher Mann ist. Das Weib des Nachbarn als des Nächsten unseres armen Menschen, hat, wie ihm bekannt ist, ein mitleidiges und mildtätiges Herz. Unser Armer bekommt nun offenbar ein Verlangen nach dem mildtätigen Weibe seines Nachbarn und begehrt, daß sie ihm den Hunger stille. Frage, hat dieser gesündigt oder nicht? Er hat offenbar ein Verlangen und Begehren nach dem Weibe seines Nachbarn gestellt. Nachdem es aber heißt: Du sollst kein Verlangen nach dem Weibe deines Nächsten haben – wer kann hier begründetermaßen dieses billige Verlangen des Armen als unsündhaft erklären? Denn unter „kein Verlangen, kein Begehren haben“ muß doch sicher jedes Verlangen und jedes Begehren untersagt sein, da in dem Wort „kein“ durchaus keine Ausnahme erweislich ist. So muß denn auch dadurch ein wie immer geartetes Verlangen untersagt sein.

95,2. Leuchtet aus dieser Erklärung nicht augenscheinlich hervor, als habe der Herr dadurch das weibliche Geschlecht offenbar von der Liebtätigkeit abwendig machen wollen, wonach dann sicher eine jede Wohltat, die eine Hausfrau einem armen Menschen erteilt, als eine dem göttlichen Gebote vollkommen zuwiderlaufende Sünde anzusehen ist?

95,3. Läßt sich aber ein so unsinniges Gebot von seiten der allerhöchsten Liebe des Herrn wohl denken? Man wird hier freilich sagen: Das Gebot beschränkt sich nur auf das fleischlich wollüstige Verlangen. Ich aber sage: Es ist gut, lassen wir es also bei dem bewendet sein, nur muß man mir dabei erlauben, einige Bemerkungen zu machen. Stoßen diese Bemerkungen das Bewendet-sein-lassen um, dann muß es sich ein jeder Einwender gefallen lassen, bei der Bestimmung dieses Gebotes einen anderen Weg zu ergreifen. Und so vernehme man die Bemerkungen.

95,4. Das Gebot soll also lediglich ein sinnlich fleischliches Verlangen untersagen. Gut, sage ich, frage aber dabei: Ist im Gebot ein bestimmtes Weib angegeben oder sind im Gebote alle Weiber verstanden oder finden gewisse natürliche Ausnahmen statt?

95,5. Nehmen wir an, mehrere sich gegenüberstehende Nachbarn haben alte, nicht mehr reizende Weiber. Da können wir versichert sein, daß diese Nachbarn hinsichtlich ihrer gegenseitigen Weiber durchaus kein fleischliches Verlangen mehr haben. Demnach müßten nur die jungen Weiber verstanden sein und auch nur dann, wenn sie schön und reizend sind. Sicher werden auch alte und abgelebte Männer nicht mehr viel von fleischlich sinnlichen Begierden gequält sein gegenüber was immer für Weibern ihrer Nachbarn.

95,6. Daraus aber sehen wir, daß dieses Gesetz nur unter gewissen Bedingungen geltend ist. Also hat das Gesetz Lücken und hat somit keine allgemeine Geltung. Denn wo schon die Natur Ausnahmen macht und ein Gesetz so nicht einmal die volle naturmäßige Geltung hat, wie soll es sich da ins Geistige erstrecken? Wer solches nicht begreifen kann, der breche nur einen Baum ab und sehe, ob er dann noch wachsen wird und Früchte tragen.

95,7. Ein göttliches Gesetz aber muß doch sicher so gestellt sein, daß dessen beseligende Geltung für alle Ewigkeiten „gesetzt“ ist. Wenn es demnach aber schon im Verlaufe des kurzen irdischen Daseins unter gewissen Umständen natürlicherweise über die geltenden Schranken hinausgedrängt wird, also schon im Naturzustande des Menschen als wirkend zu sein aufhört, was soll es dann für die Ewigkeit sein? Ist nicht jedes Gesetz Gottes in Seiner unendlichen Liebe gegründet? Was ist es denn aber hernach, wenn ein solches Gesetz außer Geltung tritt? Ist das etwas anderes, als so man behaupten möchte, die göttliche Liebe tritt ebenfalls unter gewissen Umständen außer Geltung für den Menschen?

95,8. Darauf aber beruht auch der traurige Glaube eurer heidnisch-christlichen Seite, demzufolge die Liebe Gottes nur so lange dauert, solange der Mensch auf dieser Welt lebt. Ist er einmal dem Leibe nach gestorben und steht lediglich seelisch und geistig da, so fängt sogleich die unwandelbare, schrecklichst gestrenge, strafende Zorngerechtigkeit Gottes an, bei der von einer Liebe und Erbarmung ewig keine Rede mehr ist.

95,9. Hat der Mensch durch seine Lebensweise den Himmel verdient, so kommt er nicht etwa zufolge der göttlichen Liebe, sondern nur zufolge der göttlichen Gerechtigkeit in den Himmel, natürlich durch das eigene, Gott dienliche und wohlgefällige Verdienst. Hat aber der Mensch nicht also gelebt, so ist die ewige Verdammnis augenblicklich vorhanden, aus der nimmer eine Erlösung zu erwarten ist. Mit anderen Worten will dies sagen, es gäbe irgendeinen törichten Vater, der da in seinem Haushalte ein Gesetz aufstellte, und das gegen seine Kinder, welches also lauten möchte:

95,10. Ich gebe allen meinen Kindern von der Geburt an bis in ihr siebentes Jahr vollkommene Freiheit. In dieser Zeit sollen sie alle meine Liebe ohne Unterschied genießen. Nach Verlauf des siebenten Jahres aber ziehe ich bei allen Kindern meine Liebe zurück und will sie von da an entweder richten oder beseligen. Die als unmündige Kinder meine schweren Gesetze gehalten haben, die sollen nach dem siebenten Jahre sich fortan meines höchsten Wohlgefallens zu erfreuen haben. Welche sich aber im Verlaufe der sieben Jahre nicht völlig bis auf ein Atom nach meinem schweren Gesetze gebessert haben, diese sollen fortan für alle Zeiten aus meinem väterlichen Hause verflucht und verworfen werden. – Saget, was würdet ihr zu einem so grausamen Esel von einem Vater sagen? Wäre das nicht ungeheuer mehr als die schändlichste Tyrannei aller Tyrannen?

95,11. Wenn ihr aber solches schon bei einem Menschen unbeschreiblich töricht, arg und böse finden würdet, wie entsetzlich unsinnig müssen da die Menschen sein, die noch weit Ärgeres Gott, der die allerhöchste Liebe und Weisheit Selbst ist, ansinnen und zuschreiben können!

95,12. Was tat der Herr am Kreuze als die alleinige göttliche Weisheit, da Sie gewisserart dem Außen nach wie geschieden war von der ewigen Liebe? – Er, als die Weisheit, und als solche der Grund aller Gerechtigkeit, wandte Sich Selbst an den Vater oder an die ewige Liebe, forderte diese nicht gewisserart gerechtermaßen um Rache auf, sondern Er bat die Liebe, daß Sie allen diesen Missetätern, also auch allen den Hohepriestern und Pharisäern alle ihre Tat vergeben möchte, indem sie nicht wissen, was sie tun! –

95,13. Solches tut also hier schon die göttliche Gerechtigkeit für Sich. Soll dann die unendliche göttliche Liebe da zu verdammen anfangen, wo die göttliche Gerechtigkeit die noch endlos barmherzigere Liebe um Erbarmung anfleht?

95,14. Wenn man das nicht gelten läßt, daß es dem Herrn wirklich Ernst war mit Seiner Bitte, und sagt, solches habe Er nur beispielsweise getan, macht man da den Herrn nicht zu einem Heuchler, indem man Ihn nur scheinhalber am Kreuze um Vergebung bitten läßt, heimlich aber sieht man in Ihm doch die unvertilgbare Rache, derzufolge Er in Sich dennoch alle diese Übeltäter schon lange in das allerschärfste höllische Feuer verdammt hat?

95,15. O Welt! O Menschen! O schrecklichster Unsinn, der je irgend in der ganzen Unendlichkeit und Ewigkeit erdacht werden könnte! Kann man sich wohl etwas Schändlicheres denken, als so man zur falschen, freilich zeitlich einträglichen Autoritätsbegründung der Hölle den Herrn am Kreuze zu einem Lügner, Scheinprediger, Verräter und somit zum allgemeinen Weltenbetrüger macht? Aus wessen Munde als nur allein aus dem des Erzsatans kann solche Lehre und können solche Worte kommen?

95,16. Ich meine, es genügt auch hier wieder, um euch zu der Einsicht zu bringen, welche Greuel aus einer höchst verkehrten Deutung und Auslegung eines göttlichen Gesetzes hervorgehen können. Daß es bei euch auf der Welt also ist, das könnt ihr wohl schon selbst bereits mit den Händen greifen. Aber warum es also ist, aus welchem Grunde, das wußtet ihr nicht und konntet es auch nicht wissen; denn zu verwirrt war der Gesetzesknoten, und nimmer hätte jemand diesem Knoten die volle Lösung geben können. –

95,17. Daher hat sich der Herr euer erbarmt und läßt euch in der Sonne, da es doch sicher licht genug ist, die wahre Lösung dieses Knotens verkünden, auf daß ihr den allgemeinen Grund aller Bosheit und Finsternis erschauen möchtet.

95,18. Man wird freilich sagen: Ja, wie kann denn so viel Übel von dem Mißverstehen der zehn Gebote Mosis abhängen?

95,19. Da meine ich: Weil diese zehn Gebote von Gott gegeben sind und in sich tragen die ganze unendliche Ordnung Gottes selbst.

95,20. Wer sonach in einem oder dem andern Punkte auf was immer für eine Art aus der göttlichen Ordnung tritt, der bleibt in keinem Punkte mehr in der göttlichen Ordnung, indem diese gleich ist einem geraden Wege. So jemand wo immer von diesem Wege abweicht, kann er da sagen: Ich bin nur ein Viertel; Fünftel, Siebentel oder Zehntel des Weges abgewichen? Sicher nicht. Denn so wie er nur im geringsten den Weg verläßt, ist er schon abseits vom ganzen Wege. Will er nicht auf den Weg zurückkehren, da wird man doch gewiß behaupten können, daß derjenige einzelne Punkt am Wege, wo der Wanderer von selbem abwich, den Wanderer vom ganzen Wege entfernt hatte.

95,21. Und eben also verhält es sich auch mit jedem einzelnen Punkte des göttlichen Gesetzes. Es kann nicht leichtlich jemanden geben, der sich am ganzen Gesetze gewaltigst versündigt hätte, indem solches nahezu unmöglich ist. Aber es ist genug, wenn sich jemand in einem Punkte versündigt und dann dabei beharrt. Er kommt auf diese Weise doch vom ganzen Gesetze hinweg, und wenn er es nicht will und der Herr ihm nicht behilflich sein möchte, so käme er nimmer auf den Weg des Gesetzes oder der göttlichen Ordnung zurück. Und so könnt ihr auch versichert sein, daß die meisten Übel der Welt vom freilich wohl leider anfänglich eigen- und böswilligen Unverstande oder vielmehr von der böswilligen Verdrehung des Sinnes dieser beiden letzten göttlichen Gebote herrühren. –

95,22. Wir haben nun aber auch der Lächerlichkeiten und falschen Auslegungen dieses Gebotes zur Genüge kundgegeben; daher wollen wir denn zur rechten Bedeutung dieses Gesetzes schreiten, in deren Lichte ihr alle die Albernheiten noch ums Unvergleichliche heller erleuchtet erschauen werdet. –

96. Kapitel – Grund des Verdecktseins des eigentlichen Sinnes des 10. Gebotes.

96,1. Es werden hier so manche, die das Vorhergehende gelesen haben, sagen: Darauf sind wir im Ernste sehr neugierig, was dieses Gebot für einen eigentlichen beständigen Sinn hat, nachdem jeder Sinn, den wir ehedem diesem Gebote beigelegt haben, unwiderlegbar ins unsinnigst Lächerliche gezogen und dargestellt wurde. Wir möchten im Ernste schon sehr gern erfahren, wer demnach der Du, der Nächste und dessen Weib ist? Denn aus dem Gebote läßt sich mit Bestimmtheit nichts aufstellen. Der Du kann wohl jedermann sein, ob aber darunter auch ein Weib verstanden sein kann, das steht noch in weitem Felde. Der Nächste ließe sich wohl allenfalls etwas näher bestimmen, besonders wenn man dieses Wort in einem umfassenderen Sinne nimmt, wodurch dann jedermann unser Nächster ist, der irgend unserer Hilfe bedarf. Mit dem Weibe aber hat es sicherlich den größten Anstand; denn man weiß nicht, wird darunter nur ein verheiratetes Weib oder auch das ledige weibliche Geschlecht verstanden. Es ist hier freilich mehr in der einfachen als in der vielfachen Zahl; aber das macht die Sache eben auch um kein Haar bestimmter. Denn wenn man in irgendeinem Erdteile die Polygamie annimmt, so hätte es da mit der einfachen Zahl offenbar wieder einen neuen Haken. Aus allem diesem sind wir um so neugieriger auf den eigentlichen Sinn dieses Gebotes, indem der Buchstabensinn allenthalben ganz gewaltig unstichhaltig ist.

96,2. Und ich sage hinzu: Also ist es bestimmt und klar, daß sich mit der Annahme des puren äußeren Buchstabensinnes nur der größte Unsinn, nie aber irgendeine gegründete Wahrheit darstellen läßt.

96,3. Man wird hier freilich sagen: Ja warum hat denn der Herr das Gesetz nicht sogleich also gegeben, daß es für jedermann nicht verdeckt, sondern ganz offen erschien, in was für einem Sinne es eigentlich gegeben und wie es nach eben diesem Sinne zu beobachten ist?

96,4. Diese Einwendung läßt sich dem außen nach wohl hören und gilt als eine ziemlich weise gestaltete Gegenphrase; aber beim Lichte betrachtet ist sie so dumm, daß man sich nicht leichtlich etwas Dümmeres vorstellen kann. Damit aber die außerordentliche Albernheit dieser Einwendung einem jeden gleich so in die Augen fällt, als stünde er nur wenige Meilen von der Sonne entfernt und würde diese plötzlich mit seinen Augen wahrnehmen – oder damit es einem dabei wird, wie dem, der in einem Walde den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, so will ich für diese Gelegenheit einige natürliche, ganz kurz gefaßte Betrachtungen aufstellen.

96,5. Nehmen wir an, einem sogenannten Naturforscher und Botaniker möchte es der Bequemlichkeit seiner Untersuchung wegen einfallen zu fragen: Warum hat denn die schöpfende Kraft des schaffenden allerhöchsten Wesens die Bäume und Pflanzen nicht so erschaffen, daß der Kern auswendig und die Rinde inwendig ist, so daß man mit leichter Mühe durch Mikroskope das Aufsteigen des Saftes in die Äste und Zweige und dessen Reaktionen und andere Wirkungen genau beobachten könnte? Denn es kann doch nicht des Schöpfers Absicht gewesen sein, den denkenden Menschen sogestaltet auf die Erde zu setzen, daß er nie in das Geheimnis der Wunderwirkungen in der Natur eindringen sollte. – Was sagt ihr zu diesem Verlangen? Ist es nicht im höchsten Grade dumm?

96,6. Nehmen wir aber an, der Herr möchte Sich von einer solchen Aufforderung bestechen lassen und die Bäume also umkehren samt den Pflanzen – werden da nicht gleich wieder andere Naturforscher hinzukommen und sagen: Was nützt uns die Betrachtung des auswendigen Kerns, wenn wir dabei nicht die wunderbare Bildung der inneren Rinde entdecken können? – Was folgt nun hieraus? Der Herr müßte Sich auch jetzt wieder fügen und auf eine mir fürwahr nicht begreifliche Art Rinde und Kern auswendig am Baume anbringen. Nehmen wir aber an, der Herr hätte solches im Ernste zuwege gebracht und das Inwendige des Baumes besteht nun bloß im Holze. Wird da nicht ein anderer Naturforscher sobald ein neues Bedürfnis kundgeben und sagen: Durch die Rinde und auf einer Seite durch den Kern ist nun die ganze wunderbare Bildung des Holzes verdeckt. Könnte denn ein Baum nicht so gestaltet sein, daß alles, Kern, Holz und Rinde auswendig wäre oder wenigstens so durchsichtig wie die Luft?

96,7. Ob man einen aus notwendig zahllos vielen Organen zusammengefügten Baum so durchsichtig wie die Luft oder wenigstens wie ein reines Wasser gestalten kann, das sollen Optiker und Mathematiker entscheiden. Was aber übrigens auf vollkommen luftigen Bäumen für Früchte wachsen werden, das dürfte einer ungefähr in den Gegenden des Nordpols oder Südpols in gute Erfahrung bringen. Denn dort geschehen manchmal solche Phänomene, daß zufolge der großen Kälte, auf die Weise wie bei euch im Winter auf den Glasfenstern, dort aber in der Luft kristallinische Eisbäume aufschießen. Ob auf diesen Bäumen auch Feigen und Datteln zum Vorscheine kommen, ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden.

96,8. Was aber andererseits die Bäume betrifft, wo alles, Kern, Holz und Rinde, auswendig sein sollte, so könnet ihr dessen vollkommen versichert sein, daß es ebensoleicht wäre, eine viereckige Kugel zu machen als einen solchen Baum. Ich meine, durch diese Betrachtung sollte die Dummheit obiger Einwendung schon so ziemlich sonnenhaft vor den Augen liegen. Aber um die Sache, wie gewöhnlich, wahrhaft überflüssig klar zu machen, wollen wir noch ein paar Betrachtungen hinzufügen.

96,9. Nehmen wir an, wenn ein Arzt, der sehr viel studieren muß und schon einen ganzen schweren Wagen voll Gelehrsamkeit gleich einem Polypen in sich eingeschlürft hat, zu einem bedenklich kranken Patienten verlangt wird, so steht er nicht selten am Krankenlager, wie ein Paar neueingespannte Ochsen an einem steilen Berge. Der Arzt wird von den Umstehenden gefragt: Wie finden Sie den Kranken, was fehlt ihm denn? Wird ihm wohl zu helfen sein?

96,10. Ob dieser Fragen macht der Arzt ein zwar gelehrtes, aber dennoch sehr bedenklich verlegenes Gesicht und spricht: Meine Lieben! Jetzt läßt sich noch nichts bestimmen, ich muß erst durch eine Medizin die Krankheit prüfen. Werden sich da Reaktionen so oder so ergeben, so werde ich schon wissen, wie ich daran bin. Treten aber hier keine Reaktionen auf, da müßt ihr selbst einsehen, daß unsereiner in den Leib nicht hineinschauen kann, um den Sitz der Krankheit nebst ihrer Beschaffenheit ausfindig zu machen.

96,11. Da spricht aber jemand etwas lakonisch: Herr Arzt, da hätte unser Herrgott wohl besser getan, wenn er den Menschen entweder so erschaffen hätte wie der Schreiner einen Schrank, den man aufsperren und hineinsehen kann, was darinnen ist. Oder der Schöpfer hätte sollen bei dem Menschen die heikleren Teile, zu denen man auf diese Weise so schwer gelangen kann, gleich den Fingern, Ohren, Augen und Nase außerhalb stellen, damit man diesem Teil sogleich leicht entweder mit einem Pflaster, mit einer Salbe oder mit einem Umschlage zu Hilfe kommen könnte. Am besten aber wäre es offenbar, Er hätte entweder den Menschen durchsichtig wie das Wasser erschaffen oder Er hätte ihn überhaupt nicht aus so lebensgefährlichen Teilen zusammen setzen und ihn überhaupt mehr wie einen Stein gestalten sollen.

96,12. Der Arzt rümpft hier etwas die Nase, spricht aber dennoch: Ja, mein lieber Freund, das wäre freilich gut und besser, aber es ist einmal nicht so, wie du soeben den Wunsch geäußert hast. So müssen wir uns schon damit zufriedenstellen, wenn wir nur auf dem Wege der Erfahrungen etwas genauer auf den inneren Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen zu schließen imstande sind. Denn wäre der Mensch auch wie ein Kasten aufzumachen, so wäre das für jeden Menschen noch um vieles lebensgefährlicher, als es so ist, denn nur ein ein wenig ungeschickter Griff in das Innere könnte plötzlich das Leben kosten. Und könnte man auch durch ein solches Öffnen die Eingeweide beschauen, so würde einem das noch sehr wenig nützen. Die Eingeweide und ihre feinen Organe müßten doch verschlossen bleiben, nachdem bei der Öffnung auf der Stelle alle Lebenssäfte und jede Lebenstätigkeit flott würden. Was aber die auswendige Stellung der inwendigen Leibesteile betrifft, fürwahr, mein Lieber, das gäbe der menschlichen Gestalt einen höchst unästhetischen Anblick. Und wenn der Mensch erst völlig durchsichtig wäre, so würde sich ein jeder gegenseitig vor dem andern erschrecken, denn er würde da den Hautmenschen, dann den Muskelmenschen, den Gefäßmenschen, den Nervenmenschen und endlich den Knochenmenschen zu gleicher Zeit erschauen. Daß ein solcher Anblick nicht einladend wäre, das kannst du dir wohl von selbst einbilden.

96,13. Ich meine, bei dieser Betrachtung wird einem das Törichte der obigen Einwendung noch klarer in die Augen springen.

96,14. Aber es ist noch jemand, der da spricht: Es ist bei natürlichen, materiellen Dingen freilich widersinnig zu denken, daß ihr Inwendiges auch zugleich ihr Äußeres ausmachen sollte. Aber das Wort für sich ist ja doch weder ein Baum, noch ein Tier, noch ein Mensch, sondern es ist schon an und für sich geistig, indem es nichts Materielles an sich trägt. Warum sollte das hernach gleich einem Baume oder Menschen noch irgendeinen unbegreiflichen inneren Sinn haben? Oder wie sollte dieser möglich sein, wenn man die ohnehin außerordentliche Einfachheit und Flachheit des Wortes betrachtet?

96,15. Gut, sage ich, nehmen wir das Wort Vater. Was bezeichnet es? Ist das Wort schon der Vater selbst oder bezeichnet das Wort einen wirklich wesenhaften Vater, von dem dieses Wort eben bloß ein äußerer Merkmalstypus ist? Man wird sagen: Offenbar ist hier das Wort nicht der Vater selbst, sondern nur eine äußere Bezeichnung dessen. Gut, sage ich, frage aber dabei: Was muß man dann alles unter dem Worte verstehen, auf daß man eben dieses Wort als einen äußeren richtig bezeichnenden Typus anerkennt? Antwort: Das Wort muß einen Menschen darstellen, der ein entsprechendes Alter hat, verheiratet ist, mit seinem Weibe lebendige Kinder erzeugt hat und dieselben dann wahrhaft väterlich leiblich und geistig versorgt.

96,16. Wer kann hier nur im geringsten in Abrede stellen, daß diese ziemlich gedehnte und überaus wesentliche Bedeutung im einfachen Worte „Vater“ stecken muß, ohne welche dieses Wort gar kein Wort wäre?

96,17. Wenn aber schon in äußeren Beziehungen ein jedes einfache Wort eine mehr inwendige Erklärung und Zergliederung zulassen muß, um wie viel mehr muß demnach ein jedes äußere Wort auch einen inwendigen geistigen Sinn haben, indem doch alles, was durch äußere Worte bezeichnet wird, selbst ein inwendiges Geistiges, also Kraftvolles und Wirkendes haben muß. Ein Vater hat sicher auch Seele und Geist. Wird das Wort den Begriff „Vater“ wohl richtig bezeichnen, wenn es sein Seelisches und Geistiges ausschließt? Sicher nicht, denn der wesenhafte Vater besteht aus Leib, Seele und Geist, also aus Auswendigem, Innerem und Inwendigstem. Wenn sonach der wesenhafte Vater lebendig also beschaffen ist, muß solches dann nicht auch wie in einem Spiegel im Worte, durch das der wesenhafte Vater als Vater bezeichnet wird, ebensogut vollkommen bezeichnend zugrunde liegen?

96,18. Ich meine, deutlicher und klarer läßt sich ein notwendiger innerer Sinn des Wortes nicht darstellen. Daraus aber kann auch ersichtlich sein, daß der Herr, so Er auf der Welt Seinen Willen kundgibt, Er ihn für äußere Menschen nach Seiner ewigen göttlichen Ordnung nicht anders kundgeben kann, als eben nur durch äußere, bildliche Darstellungen, in denen dann offenbar ein innerer und ein innerster Sinn zugrunde liegt. Dadurch ist dann der ganze Mensch von seinem Inwendigsten bis zu seinem Äußersten nach der göttlichen Liebe versorgt.

96,19. Da wir aber nun die Notwendigkeit und die Gewißheit solcher Einrichtung mehr als handgreiflich dargetan haben, so wird es nun auch ein gar Leichtes sein, den inneren, wahren Sinn unseres Gesetzes beinahe von selbst zu finden, und so er von mir dargestellt wird, wenigstens als den unumstößlichen, einzig wahren und allgemein geltenden zu erkennen. – Und so gehen wir sogleich zu solcher Darstellung über! –

97. Kapitel – Der innere, eigentliche Sinn des 10. Gebotes.

97,1. Das Gesetz lautet sonach, wie wir es bereits auswendig wissen: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“ – oder: Du sollst kein Verlangen haben nach deines Nächsten Weib, was eines und dasselbe ist. – Wer ist denn „das Weib“ und wer ist der „Nächste“?

97,2. Das Weib ist eines jeden Menschen Liebe und der Nächste ist jeder Mensch, mit dem ich irgend in Berührung komme oder der irgend, wo es sein kann, möglich und notwendig ist, meiner Hilfe bedarf. Wenn wir das wissen, so wissen wir im Grunde schon alles.

97,3. Was besagt demnach das Gebot? Nichts anderes als: Ein jeder Mensch soll nicht eigenliebig die Liebe seines Nächsten fordernd zu seinem Besten verlangen; denn Eigenliebe ist an und für sich nichts anderes, als sich die Liebe des andern zuziehen zum eigenen Genusse, aber ihm selbst keinen andern Funken Liebe mehr wiederzuspenden.

97,4. Also lautet demnach das Gesetz in seinem geistigen Ursinne. Man sagt aber:

97,5. Hier ist es offenbar im Sinne des Buchstabens wiedergegeben, den man im Anfange ebensogut wie jetzt hätte aussprechen können, wodurch vielen Abirrungen vorgebeugt gewesen wäre. – Ich aber sage: Das ist allerdings richtig. Wenn man einen Baum in der Mitte auseinanderspaltet, so kommt der Kern auch nach außen, und man kann ihn dann ebenso bequem beschauen wie ehedem die Rinde.

97,6. Der Herr aber hat den inneren Sinn darum geflissentlich weise in ein äußeres naturmäßiges Bild verhüllt, damit dieser heilige, inwendige, lebendige Sinn nicht sollte von irgend böswilligen Menschen angegriffen und zerstört werden, wodurch dann alle Himmel und Welten in den größten Schaden gebracht werden könnten. Aus diesem Grunde hat auch der Herr gesagt: „Vor den großen und mächtigen Weisen der Welt soll es verborgen bleiben und nur den Kleinen, Schwachen und Unmündigen geoffenbart werden“.

97,7. Es verhält sich so ja schon mit den Dingen der Natur. Nehmen wir an, der Herr hätte die Bäume sogestalt erschaffen, daß ihr Kern und ihre Hauptlebensorgane zu äußerst des Stammes lägen – saget selbst, wie vielen Gefahren wäre da ein Baum zu jeder Sekunde ausgesetzt?

97,8. Ihr wisset, wenn man eines Baumes inneren Kern geflissentlich oder mutwillig durchbohrt, so ist es um den Baum geschehen. Wenn irgendein böser Wurm die Hauptstammwurzel, welche mit dem Kerne des Baumes in engster Verbindung ist, durchnagt, so stirbt der Baum ab. Wem ist nicht der bösartige sogenannte „Borkenkäfer“ bekannt? Was tut dieser den Bäumen? Er nagt zuerst am Holze und frißt sich hier und da in die Hauptorgane des Baumes ein und der Baum stirbt ab. Wenn der Baum auf diese wohlverwahrte Weise schon so manchen Lebensgefahren ausgesetzt ist, wie vielen wäre er erst dann ausgesetzt, so seine Hauptlebensorgane zu äußerst des Stammes lägen?

97,9. Sehet, gerade so und noch ums Unaussprechliche heikler verhält es sich mit dem Worte des Herrn. Würde da gleich anfänglich der innere Sinn nach außen gegeben, so bestände schon lange keine Religion mehr unter den Menschen. Sie hätten diesen inneren heiligen Sinn in seinem Lebensteile ebensogut zernagt und zerkratzt, wie sie es mit der äußeren Rinde am Baume des Lebens getan haben. Schon lange wäre so die innere heilige Stadt Gottes ebenso zerstört, daß da kein Stein auf dem andern geblieben wäre, wie sie es mit dem alten Jerusalem getan haben und wie sie es getan haben mit dem äußeren, allein Buchstabensinn innehabenden Worte.

97,10. Denn das Wort Gottes in seinem äußeren Buchstabensinne, wie ihr es in der Heiligen Schrift vor euch habt, ist von dem Urtext so sehr verschieden, wie das heutige höchst elende Städtchen Jerusalem von der alten Weltstadt Jerusalem verschieden ist.

97,11. Diese ganze Versetzung und Zerstückung und auch Abkürzung im alleinigen äußeren Buchstabensinne ist aber dennoch dem inneren Sinne nicht nachteilig, weil der Herr durch Seine weise Vorsehung schon von Ewigkeit her die Ordnung so getroffen hat, daß eine und dieselbe geistige Wahrheit unter den verschiedenartigsten äußeren Bildern unbeschadet erhalten und gegeben werden kann.

97,12. Ganz anders aber läge der Fall, wenn der Herr sogleich die nackte innere geistige Wahrheit ohne schützende äußere Umhüllung gegeben hätte. Sie hätten diese heilige, lebendige Wahrheit zernagt und zerstört nach ihrem Gutdünken, und es wäre eben dadurch um alles Leben geschehen gewesen.

97,13. Weil aber der innere Sinn so verdeckt ist, daß ihn die Welt unmöglich je ausfindig machen kann, bleibt das Leben gesichert, wenn auch dessen äußeres Gewand in tausend Stücke zerrissen wird. Und so klingt dann freilich der innere Sinn des Wortes, wenn er geoffenbart wird, als wäre er gleich dem Außensinne des Wortes, und kann ebenfalls durch artikulierte Laute oder Worte ausgedrückt werden. Aber das beirrt die Sache nicht im geringsten. Deswegen bleibt er dennoch ein innerer, lebendiger, geistiger Sinn und ist als solcher dadurch erkennbar, daß er die gesamte göttliche Ordnung umfaßt, während das ihn enthaltende Bild nur ein spezielles Verhältnis ausdrückt, welches, wie wir gesehen haben, nie von einer allgemeinen Geltung sein kann.

97,14. Wie aber das soeben abgehandelte Gebot im Bilde nur ein äußeres Hüllwerk ist, und wie der euch nun bekannt gegebene innere Sinn ein wahrhaft innerer, geistiger und lebendiger ist, das wollen wir sogleich durch eine kleine Nachbetrachtung in ein klares Licht setzen.

97,15. Das äußere bildliche Gebot ist bekannt, innerlich heißt es: Habe kein Verlangen nach der Liebe deines Bruders oder deiner Schwester!

97,16. Warum wird denn hier dieses inhalts- und lebensschwere Gebot in das Bild des nicht zu begehrenden Weibes gehüllt?

97,17. Ich mache euch bei dieser Gelegenheit nur auf einen Ausspruch des Herrn Selbst aufmerksam, in dem Er Sich über die Liebe des Mannes zum Weibe also äußert, da Er spricht: „Also wird ein Sohn seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen“.

97,18. Was will der Herr dadurch anzeigen? Nichts anderes als: des Menschen mächtigste Liebe auf dieser Welt ist die zu seinem Weibe. Denn was liebt der Mensch in seiner Ordnung mehr auf der Welt als sein liebes braves, gutes Weib? Im Weibe steckt somit des Mannes ganze Liebe, wie umgekehrt das Weib in seiner Ordnung sicher nichts mächtiger liebt als einen ihrem Herzen entsprechenden Mann.

97,19. So wird denn auch in diesem Gebote unter dem Bilde des Weibes die ganze Liebe des Mannes oder des Menschen überhaupt gesetzt, weil das Weib im Ernste nichts anderes als eine äußere, zarte Umhüllung der Liebe des Mannes ist.

97,20. Wem kann nun bei dieser Erklärung entgehen, daß unter dem Bilde: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“ ebensoviel gesagt ist als: Du sollst nicht zu deinem Vorteil die Liebe deines Nächsten verlangen, und zwar die ganze Liebe, weil das Weib auf der Welt ebenfalls die ganze Liebe des Mannes in sich begreift.

97,21. Wenn ihr dieses nur einigermaßen genau betrachtet, so werdet ihr es sogar mit den Händen greifen, daß alle äußeren, uns bekannten Unbestimmtheiten des äußeren bildlichen Gesetzes nichts als lauter innere allgemeine Bestimmtheiten sind. Wie, wollen wir sogleich sehen.

97,22. Sehet, das „Du“ ist unbestimmt. Warum? Weil dadurch im inneren Sinne jedermann verstanden wird, einerlei ob männlichen oder weiblichen Geschlechtes. Ebenso ist das Weib unbestimmt, denn es ist nicht gesagt, ob ein altes oder ein junges, ob eines oder mehrere, ob ein Mädchen oder eine Witwe. Warum ist solches unbestimmt? Weil die Liebe des Menschen nur eine ist, und ist weder ein altes noch ein junges Weib, noch eine Witwe, noch ein lediges Mädchen, sondern sie als die Liebe ist in jedem Menschen nur eine. Nach dieser soll der Nebenmensch kein Verlangen haben, weil sie eines jeden Menschen eigenstes Leben ist. Ein jeder, der nach dieser Liebe ein habsüchtiges, neidisches oder geiziges Verlangen hat, erscheint gewisserart als ein Mordlustiger neben seinem Nächsten, indem er sich dessen Liebe oder Leben zu seinem Vorteil bemächtigen möchte. Also ist auch der Nächste unbestimmt. Warum? Weil darunter im geistigen Sinne jeder Mensch ohne Unterschied des Geschlechtes verstanden wird.

97,23. Ich meine, daraus sollte euch schon ziemlich klar sein, daß der von mir euch kundgegebene innere Sinn der allein rechte ist, weil er alles umfaßt.

97,24. Es wird hier vielleicht mancher, aus seinem Mondviertellichte sich brüstend, einwenden und sagen: Wenn die Sache sich so verhält, da ist es ja keine Sünde, wenn jemand seines Nächsten Weib oder Töchter beschläft oder sie dazu verlangt. Da sage ich: Oho, mein lieber Freund! Mit diesem Einwurfe hast du stark ins Blaue gedroschen. Wird unter dem, daß du die Liebe deines Nächsten nicht begehren sollst, und zwar seine ganze Liebe, nicht alles das verstanden, was er als lebensteuer in seinem Herzen trägt? Siehe, also sind auch im Ernste nicht nur das Weib und die Töchter deines Nächsten in dem Gebote deinem Verlangen vorenthalten, sondern alles, was die Liebe deines Bruders umfaßt.

97,25. Aus diesem Grunde auch wurden uranfänglich die zwei letzten Gebote als ein Gebot zusammen gegeben. Sie sind nur dadurch unterschieden, daß im neunten Gebote des Nächsten Liebe mehr sonderheitlich zu respektieren dargestellt ist, im zehnten Gebote aber wird eben dasselbe im inwendigsten Sinne ganz allgemein zur respektierenden Beobachtung zusammengefaßt dargestellt.

97,26. Daß sonach auch das Begehren des Weibes und der Töchter des Nächsten verboten ist, kann sicher ein jeder Mensch mit seinen Händen greifen. Es verhält sich mit der Sache gerade also, als so man jemandem einen ganzen Ochsen gibt, man damit auch seine Extremitäten, seinen Schweif, Hörner, Ohren und Füße usw. mitgibt. Oder so der Herr jemandem eine Welt schenken würde, da wird er ihm doch alles, was auf derselben ist, mitgeben und nicht sagen: Nur das Innere der Welt ist dein, die Oberfläche aber gehört mir.

97,27. Ich meine, klarer kann die Sache zum Verständnisse des Menschen nicht gegeben werden. Wir haben nun den inneren, wahren Sinn dieses Gebotes, wie er in allen Himmeln ewig geltend ist und die Glückseligkeit aller Engel bedingt, vollkommen kennengelernt und sind jedem möglichen Einwurfe begegnet. Also sind wir damit auch zu Ende und wollen uns daher sogleich in den elften glänzenden Saal vor uns begeben. Allda werden wir erst alles bisher Gesagte im klarsten Lichte wie auf einem Punkte zusammengefaßt und bestätigt finden. – Also treten wir hinein! –

Ziele von Offenbarungen und Propheten – Jesus offenbart durch Jakob Lorber

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Ziele von Offenbarungen und Propheten
Mitteilungen Jesu Christi durch Prophet Jakob Lorber

Stilles, unauffälliges Wirken echter Endzeitpropheten

Jesus schuf die Voraussetzungen, damit jeder reine Wahrheit bekommen kann, sofern er sie ernsthaft sucht (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 5, Kapitel 83, Verse 10-14):

10. »Von nun an kann es für niemand mehr ein Zweifel sein, zu erkennen den ganz reinen Willen Gottes und auch zu erfahren, wie man Gott über alles zu lieben hat, und wie man zu solcher Liebe sein Herz erheben kann. Jetzt werden die Wege reinst gezeigt, und wer sie wandeln will, kann nun unmöglich irregehen. Aber in den späteren Jahren und Jahrhunderten wird es dann schon wieder schwerer werden, sich mit dem ganz allerreinsten Willen des Herrn zu befreunden; denn es werden neben den rechten Propheten auch viele falsche Propheten aufstehen, werden in eurer bisherigen Weise Wunder (durch Magie, d. h. dämonischer Hilfe, d. Hg.) tun und dadurch gar vielen ganz falsche Begriffe von Gott und Seinem reinsten Willen sogar mit Zwang beibringen. Da wird dann eine große Trübsal unter den Menschen dieser Erde entstehen, und keiner wird dem andern zu einem verläßlichen Führer dienen können, weil der eine sagen und lehren wird: “Siehe, hier ist die Wahrheit!” und ein anderer: “Siehe, da oder dort ist sie!” Aber alle, die also schreien werden, werden nicht sein in der Wahrheit, sondern im Falschen über und über!

11. Es wird aber der Herr dessenungeachtet noch immer von Zeit zu Zeit Knechte erwecken, die jenen, die eines guten Willens sind, den reinen Willen Gottes zeigen werden also, wie wir ihn nun euch zeigen. Wohl denen, die sich völlig danach richten werden; denn sie werden dadurch eben das erreichen, was ihr nun gar überleicht erreichen könnet! Nur mit der Wundertätigkeit wird es da etwas spärlich aussehen; denn des Herrn Geist wird die Seinen lehren, damit vorsichtig zu sein, um dadurch nicht ein ganzes Heer von pur falschen Propheten gegen sich zu hetzen und dann mit dem Schwerte mit der Hölle kämpfen zu müssen.

12. Die wahren Wahrheitspropheten wird der Herr stets ganz in aller Stille erwecken, und sie werden wie ganz stille Wasser in der Welt nie einen Lärm noch irgendein fühlbares Geräusch machen; die aber irgendein Geräusch und einen Lärm machen werden, in denen wird die Wahrheit und das Wort des Geistes nicht sein.

13. Die von Gott erweckten echten Propheten werden in aller Stille wohl auch sehr wohl imstande sein, Wunder zu wirken; aber es wird davon die Welt nichts merken, sondern allein dann und wann die wahren Freunde Gottes zu ihrem eigenen stillen Troste.

14. Nun geschehen Wunder der verstockten Juden und Heiden wegen, auf daß dann am Ende ja niemand sagen kann, als seien bei der Offenbarung dieser nun ganz neuen Lehre keine Beglaubigungszeichen aus den Himmeln geschehen. In jenen späteren Zeiten aber werden die Menschen mehr nach der vollen Wahrheit fragen und nicht so sehr mehr nach den wunderbaren Beglaubigungszeichen, von denen die Weisen sagen werden, daß sie ihnen nicht das Weiße für schwarz malen können und die Wahrheit auch ohne die Wunderzeichen Wahrheit bleibet.«

Offenbarungen sollen Menschen auf rechten Weg führen & sie bilden, vervollkommnen, um ihnen Elend zu ersparen

An Gelegenheiten, Wahrheiten aus dem Himmel zu empfangen, hat es noch nie gefehlt (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 221, Verse 1-7):

1. »… (Gott) hat es nie und sogar keinen Tag mangeln lassen an allerlei Einfließungen aus den höchsten Lebenshimmeln, um den Menschen die rechten Wege zu zeigen, auf denen sie zu wandeln haben, um das ihnen von Gott gesteckte Ziel ganz leicht zu erreichen. Wenn aber die Menschen sich von den Weltsüßigkeiten und ihren falschen und vergänglichen Reizen stets von neuem haben verlocken lassen und stets von neuem von Gott abgefallen sind und das goldene Kalb und den Mammon der Welt angebetet haben, den sie in ihrer blinden Einbildung und leeren Phantasie selbst zu einem Großwerte erhoben, kann da Gott dafür, so die Menschen Seine Lehren und Ratschläge verwerfen und sich dafür selbst solche Gesetze machen, durch die sie sich stets mehr und mehr des verderblichen Mammons aneignen können?!

2. Hat Gott sichtbar durch Moses euch nicht alles mögliche von Seiner unendlichen Schöpfungsfülle haarklein gezeigt, wie und warum das alles also ist bloß des Menschen dieser Erde wegen?! Hat Gott nicht gezeigt, was der Mensch dieser Erde ist, und was endlich aus ihm werden soll?! Moses hat euch haarklein gezeigt den Grund der ganzen Materieschöpfung und wohl gezeigt, warum eine jede Seele den Weg des Fleisches durchmachen muß, um sich nach der Ablegung des Fleisches als ein selbständiger und Gott völlig ähnlicher Geist eben Gott nahen zu können.

3. Das alles hat Gott schon in den ältesten Zeiten vielfach dem Adam, dem Seth, dem Enos, dem Kenan, Henoch, Lamech, dem Noah und von da an fort und fort bis auf Abraham, Isaak und Jakob den Menschen gezeigt, wohnte oft sogar persönlich unter ihnen und lehrte sie gehen auf den rechten Wegen des Heils. Warum habt ihr Menschen das alles verworfen und habt eure Weltweisheit an die Stelle der göttlichen Offenbarungen gesetzt?!

4. Wer war Melchisedek, der alleinige höchste Priester, der König von Salem? Wo sind seine Lehren und seine allen Menschen gegebenen weisesten und liebevollsten Gesetze?! Seht, eure Väter haben sie vernichtet!

5. Moses hatte in seinem großen sechsten und siebenten Buche (Keinerlei Identität mit heutigen Zauberbüchern unter diesem Namen!, d. Hg.) all das Verlorene wiedergebracht, und ihr habt es vor dem Volke wieder versteckt und ihm dafür Kot gegeben.

6. Wenn alle Menschheit nun im argen ist durch die Schuld der selbstsüchtigen Priester und anderer herrschsüchtiger Menschen, kann da Gott dafür?!

7. Gott gab dem Menschen den freien Willen, auf daß der Mensch frei aus sich und für sich tätig sein kann; Gott gab dem Menschen aber auch die Vernunft und den Verstand, damit er die Ratschläge und Gesetze Gottes begreifen und verstehen kann, und hat ihm auch die Kraft verliehen, danach zu handeln. Wenn aber ein Mensch sich dabei dennoch aus seinem freien Willen von der Welt beherrschen läßt und den Rat Gottes nicht achten will, ist er da nicht selbst schuld, so er als ein durch eigenes Verschulden in aller Ordnung Gottes Unkundiger von einem Elend in das andere fallen muß?!«

Offenbarungen bewirken Glauben und Gottesliebe, vertiefen Bibelverständnis und erwecken Geistfunken

Jesus nennt einige Voraussetzungen, um aus der Ordnung Gottes und seiner Lehre die richtigen Schlüsse zu ziehen (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 9, Kapitel 116, Verse 20-26):

20. (Ein Hörer zu Jesus:) »Ja, Herr und Meister, … Du tust alles nach Deiner unwandelbaren Ordnung, die für jedermann… auch ein Evangelium ist; aber es gehört da schon ein sehr geweckter Geist dazu, um solch ein Evangelium zu begreifen!«

21. Sagte Ich: »Es ist aber alles leicht und sicher zu bewirken, so man nur das rechte Mittel dazu hat und es auch recht anwendet. Ebenso kann ein Mensch denn auch den Geist in sich bald und leicht vollends erwecken, so er das rechte Mittel dazu besitzt und es aber dann auch recht anwendet. Das rechte Mittel aber ist die wahre, reine und tätige Liebe zu Gott und also auch zum Nächsten.

22. Wer aber Gott lieben will, der muß ja zuerst glauben, daß es einen Gott gibt, der, als Selbst ganz Liebe, der ewige Urgrund aller Dinge in der ganzen Unendlichkeit ist.

23. Wie aber kann ein Mensch zu solch einem Glauben gelangen? Am sichersten durch die Offenbarung, durch das Anhören des Wortes Gottes und durch die Erkenntnis des Willens der ewigen Liebe.

24. Hat der Mensch solchen Willen erkannt, so unterordne er seinen Willen ganz dem Willen der ewigen Liebe und höchsten Weisheit in Gott, und lasse sich von dem Willen Gottes … verzehren, so wird er dadurch vom Geiste Gottes ganz durchdrungen werden und aus ihm als eine neue Kreatur hervorgehen zum ewigen Leben.

25. Wer das an sich bewerkstelligt, der hat auf dem rechten Wege und durch das rechte Mittel den Geist des Lebens und der Weisheit in sich erweckt und wird dann auch in der Natur der Erde und aller Wesen auf ihr, sowie in Mond, Sonne und Sternen ein wohlverständliches Evangelium finden.

26. Willst du, Freund, vollauf geweckten Geistes werden, so befolge Meinen Rat, und es wird dir dann bald alles klar werden, was dir jetzt noch bedenklich und hie und da zweiflig (zweifelhaft) vorkommt!«

Dreieinigkeit in Gott; Jesus = Inkarnation des Schöpfergottes Jehova?

Jesus erläuterte seinen Jüngern, was unter Gott-Vater/Sohn/Hl. Geist zu verstehen ist (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 230, Verse 2-6):

2. »Der Vater, Ich als Sohn und der Heilige Geist sind unterscheidbar eines und dasselbe von Ewigkeit.

3. Der Vater in Mir ist die ewige Liebe und als solche der Urgrund und die eigentliche Ursubstanz aller Dinge, die da erfüllet die ganze ewige Unendlichkeit.

4. Ich als der Sohn bin das Licht und die Weisheit, die hervorgeht aus dem Feuer der ewigen Liebe. Dieses mächtige Licht ist das ewige vollkommenste Selbstbewußtsein und die hellste Selbsterkenntnis Gottes und das ewige Wort in Gott, durch das alles, was da ist, gemacht worden ist.

5. Damit aber das alles gemacht werden kann, dazu gehört noch der mächtigste Wille Gottes, und das ist eben der Heilige Geist in Gott, durch den die Werke und Wesen ihr volles Dasein bekommen. Der Heilige Geist ist das große ausgesprochene Wort ‘Werde!’ – und es ist da, was die Liebe und die Weisheit in Gott beschlossen haben.

6. Und seht, das alles ist nun da in Mir: die Liebe, die Weisheit und alle Macht! Und somit gibt es nur einen Gott, und der bin Ich, und Ich habe nur darum hier einen Leib angenommen, um Mich euch Menschen dieser Erde, die Ich völlig nach Meinem Ebenmaße erschaffen habe aus der Ursubstanz Meiner Liebe, in eurer Persönlichkeit näher offenbaren zu können, – wie es nun soeben der Fall ist.«

Dreieinigkeit im Menschen

Zwischen der Dreifaltigkeit Gottes und der Dreieinigkeit des Menschen besteht kein wesentlicher Unterschied, wie Jesus erläutert (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 230, Verse 7-10):

7. »Daß aber auch ihr dieselbe Mir ganz ebenmäßige Dreiheit in euch habt wie Ich Selbst, das soll euch sogleich ganz klar gezeigt werden.

8. Sehet, ein jeder Mensch hat eine Liebe in sich und infolge solcher Liebe auch einen Willen; denn die Liebe in sich ist ein Begehren und Verlangen, und in dem Begehren und Verlangen liegt ja eben der Wille. Das ist auch allen Pflanzen und Tieren und in gewisser Hinsicht auch der andern Materie eigen.

9. Liebe und Willen hat selbst der roheste und ungebildetste Mensch. Aber was richtet er damit aus? Er geht nur auf die Befriedigung seiner untersten und materiellsten Bedürfnisse aus, die sich instinktmäßig aus seiner rohen Liebe in seinen Willen übersetzen, aus dem sein Verstand nichts als einen finsteren Dunst überkommt. Sehet auf die Wirkungen solcher Menschen, ob sie nicht um vieles schlechter sind als jene, welche die Tiere hervorbringen, deren Liebe und Verlangen durch ein höheres Einfließen geleitet wird!

10. Aber ganz anders verhält es sich mit der Liebe und ihrem Willen (bei jenen Menschen), deren Verstand ein helles Licht geworden ist; er durchleuchtet dann die Liebe, ihren Willen und dadurch den ganzen Menschen. Nun erst gibt die Liebe die reinen Mittel, das Licht oder die Weisheit ordnet sie, und der Wille setzt sie ins Werk. Weil aber der Mensch als Ebenmaß Gottes auch solch eine Fähigkeit in sich hat, besteht er darum aus drei Menschen, oder ist er nur ein Mensch?«

Endzeitpropheten sollen Verfälschtes richtigstellen

Jesus zeigt auf, welche Aufgaben die Propheten in der Endzeit haben (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 176, Verse 10+11):

10. »Endlich in gar später Zeit werden abermals knapp vor einem großen Gerichte Seher erweckt und zugelassen werden, welche die kurze, schwere Mühe haben, die sehr unrein gewordene Lehre zu reinigen, auf daß sie behalten und nicht von der heller denkenden Menschheit als ein alter Priestertrug verworfen werde. Diese … Arbeiter in Meinem Weinberge werden nicht durch große Wundertaten, sondern allein durch das reine Wort und durch die Schrift wirken, ohne eine andere auffallende Offenbarung zu bekommen als nur die des inneren, lebendigen Wortes im Gefühl und in den Gedanken in ihrem Herzen (d.h. durch Hellfühlen und Hellhören, d.Hg.), und sie werden voll des klaren und vernunftvollen Glaubens sein und werden sonach ohne Wunderwerke die verdorrten Menschenreben Meines Weinberges aufrichten und werden von Mir denn auch denselben Lohn bekommen, den ihr als die Arbeiter des ganzen Tages bekommen werdet; denn sie werden es um sehr vieles schwerer haben, fest und ungezweifelt an das zu glauben, was über tausend Jahre vor ihnen hier geschah.

11. Wenn sonach die großen Offenbarungen denn auch hübsch ferne voneinander abstehen, so wird von Gott aus aber dennoch stets dahin gesorgt, daß allzeit und alsogleich wieder neu erweckte Seher unter die Menschen kommen, sobald die Lehren der großen Offenbarung irgend anfangen, unrein zu werden, und das also, daß dabei keines Menschen freier Wille irgendeinen Zwang erleidet. Denn eben darum werden die großen Offenbarungen der Zeit nach stets weit auseinander getrennt, damit die Menschen sich mit ihrem freien Willen desto ungezwungener bewegen können.«

Offenbarungen warnen bei Abweichungen vom rechten Weg und kündigen Konsequenzen an

(Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 176, Vers 12):

12. (Jesus:) »Wenn am Ende die Welt die Menschen wieder gar zu weit von ihrer geistigen Bahn abgelenkt hat, so bleibt dann freilich wohl nichts anderes übrig, als zu einer großen Offenbarung zu schreiten, die freilich stets ein Gericht hinter sich hat, weil sie selbst ein leidiges Gericht für die Menschen ist. Denn solange du an das tote Holz kein Feuer legst, wird es nicht brennen; aber das Feuer entzündet es. Und siehe, was das Feuer dem Holze ist, das ist eine große Offenbarung den Menschen …«

Gerichtsankündigungen als Prophetenaufgabe

Jesus begründet, warum Propheten immer Unangenehmes verkünden (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 2, Kapitel 108, Vers 8):

8. »Daß aber ein rechter Prophet für die Welt nur ein Gericht ums andere verkündet, hat seinen Grund ganz einfach darin, weil Gott nur dann einen Propheten erweckt, wenn diese (d. i. die Welt) Gottes vergessen und sich in alle Laster eben der Welt hineingestürzt hat!«

Propheten mahnen zur Umkehr; Sintflut und Untergang von Sodom und Gomorra als Beispiele

Als weitere Aufgaben der Propheten nennt Jesus (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 6, Kapitel 225, Verse 8-14):

8. »Sieh, die Achtung des freien Willens der Menschen dieser Erde geht von Gott aus sogar so weit, daß Er nicht einmal stets darauf sieht, was ein oder auch mehrere Menschen denken, wollen und tun. Nur wenn sie zu weit von Gott abgewichen sind, dann erst sieht Gott sie an und erweckt wieder Seher, Lehrer und Propheten, damit sie den Menschen wieder den Willen Gottes und Seine Absichten mit ihnen von neuem verkünden sollen. Kehren sich die Menschen daran, so geht es dann schon wieder ganz gut; kehren sie sich aber nicht daran, und verspotten und verfolgen sie die für sie von Gott erweckten Seher, Lehrer und Propheten, so muß Gott dann notwendig ein äußeres Strafgericht über die Menschen und oft über ein ganzes Volk kommen lassen. Aber selbst ein solches Gericht geht niemals unmittelbar von dem allmächtigen Willen Gottes aus, sondern ein solches Gericht kommt stets von der blinden und böswilligen Verkehrtheit der Menschen.

9. Die mächtigen Hanochiten (Volk vor der Sintflut, d. Hg) sind mehr denn hundert Jahre hindurch gewarnt worden, daß sie nicht des Goldes und der Edelsteine wegen und auch wegen leichterer Führung ihrer Kriege ganze Berge zerstören und bis auf den Grund völlig abgraben sollten, da sie dadurch die unterirdischen großen Wasserschleusen öffnen und sie alle (durch die so ausgelöste Sintflut, d. Hg.) ersäuft werden würden. Aber es nützte alles nichts; sie taten, was sie wollten, stachen noch tiefer in die Berge und öffneten die Wasserschleusen. Siehe, das hat also Gott nicht unmittelbar durch Seine Allmacht, sondern nur durch Seine Zulassung geschehen lassen, was notwendig daraus folgen mußte, daß die Menschen Seinen rechtzeitigen Ermahnungen kein Gehör mehr leihen wollten!

10. Gott hätte die Menschen ja durch Seine Allmacht bannen können, daß sie nimmer die Berge weiter hätten zerstören können! Ja, das wäre Gott ein ganz leichtes gewesen; aber die Menschen hätten dann aufgehört, Menschen zu sein, und wären hernach auch im Geisterreiche nicht mehr auf den freimenschlichen Fuß zu stellen gewesen. Gott aber ließ eher zu, daß ein ganzes Menschengeschlecht durch seinen eigensinnigen Willen dem Fleische nach zugrunde ging, als daß es an seiner Seele nur im geringsten etwas darin einbüßen solle, was da betrifft deren freien Willen und volle Selbständigkeit.

11. Ebenso ist ein Volksstamm noch von dem König zu Salem mehrere Male gewarnt worden, die Landschaft von Sodom und Gomorra zu bewohnen, weil sie unter sich viele Schwefellager und teilweise Erdpech enthielt. Es wurde dem Volke auch klar und verständlich gezeigt, wie sich solchen Lagern in einem fort unreine Naturgeister entwinden und die Fleischmenschen zur Unzucht reizen; denn wie im Weine die Geister der Unzucht daheim sind und das Fleisch dazu antreiben, so ein Mensch im Übermaß davon genossen hat, ebenso sind sie auch im Schwefel und im Erdpech. Es ward dem Volke auch gesagt, daß sich in einer solchen Landschaft häufig Erdbeben, Bergbrände und viele böse Gewitter einstellen und oft vielen und großen Schaden anrichten, worauf leicht Hungersnot und Pest entstehen; aber es half all solcher guter Rat sogar aus dem Munde Jehovas nichts. Weil die Landschaft sonst sehr üppig und fruchtbar war, so siedelten sich dennoch die Menschen an, und bevor zweihundert Jahre vergingen, waren allda schon nächst Sodom und Gomorra noch zehn Städte erbaut. Die Menschen wurden ganz sinnlich und trieben allerlei unbeschreibbare Unzucht und die allergräßlichste Hurerei sogar mit den Tieren.

12. Sie wurden abermals zu Nahors und wieder zu Tharahs Zeiten gewarnt, und es ward ihnen geraten, die böse Landschaft zu verlassen; doch niemand kehrte sich daran. Tharahs Söhne waren Abraham, Nahor – der also hieß wie sein Großvater – und Haran, der den Lot gezeugt hat. Haran zog selbst hin und predigte auf Gottes Geheiß, richtete aber auch nichts aus, Lot, sein Sohn, tat dasselbe mehrere Jahre hindurch, hielt sich wechselweise bald in der einen und bald in der andern Stadt auf und wurde dabei nahe selbst ein Opfer des Geistes der Unzucht.

13. Da kamen sichtbare Engel, die zuvor Abraham besuchten, und Jehova war mitten unter ihnen und gab dem Abraham treulich kund, wie es Sodom und den anderen Städten ergehen werde. Und es wurden die beiden Engel in Gestalt von zwei kräftigen Jünglingen dahin abgesandt, um noch den Lot zu retten. Das Volk hörte die Jünglinge gar nicht an, sondern wollte noch mit ihnen die unnatürlichste Unzucht treiben. Da entkam Lot auf die Warnung der beiden Jünglinge. Nur sein Weib ward ein Opfer ihrer säumigen Neugier; es ward zur Salzsäule dem Leibe nach, nach der Voraussage der Jünglinge. Denn diese sagten: “Wir müssen nun schnell fliehen und uns nicht einmal die Zeit zum Umsehen nehmen; denn das unterirdische Feuer greift schnell um sich, und seine überall ausbrechenden Dämpfe ersticken schnell alles Naturleben und verwandeln alles schnell in ein steiniges Salz!” Lots Weib aber blieb dennoch einige Augenblicke stehen und ward von den Dämpfen ereilt und dadurch ein Opfer.

14. Siehe, da hatte abermals nicht Gottes allmächtiger Wille so ganz eigentlich den vollen Untergang der bösen Landschaft verursacht; denn es wäre diesem unreifen Flecke das auch durch seine Natur widerfahren, was ihm nachher unter Abraham widerfahren ist. Aber daß dabei so viele Menschen zugrunde gegangen sind, daran war niemand schuld als der Ungehorsam ihres freien Willens.«
Propheten kündigen Arten der bevorstehenden Strafen an

Jesus nennt als weitere Prophetenaufgabe die konkrete Ankündigung von logischen Strafkonsequenzen für verkehrtes Handeln (Jakob Lorber, Himmelsgaben, Band 2, Kapitel 241, Vers 3):

3. »Fürwahr, fürwahr, mit Feuer und Schwert werde Ich die Städte, die Wohnungen der Teufel und ihrer Diener heimsuchen. Große Teuerung, Hunger und Pest werde Ich über sie ausgießen und große Gewässer (Überschwemmungen, d. Hg.) kommen lassen über das wucherische Land. Das ist eine gültigste Prophezeiung!«

Wahre Propheten enthüllen Priesterlügen und -Betrug; sie bereiten falscher Kirche den Untergang

Nach Jesu Willen sollen Propheten durch Wahrheitsvermittlung den Kampf mit der Lüge erleichtern bzw. zum Sieg über die entartete kath. Kirche verhelfen (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 8, Kapitel 186, Verse 1-3):

1. »… Ich (werde) schon etliche hundert Jahre vorher (vor Wiederkunft Christi) stets heller erleuchtete Seher und Propheten und Knechte erwecken, die in Meinem Namen die Völker allerorten ebenso klar und wahr über alles belehren und dadurch befreien werden von allerlei Trug und Lüge, die sich durch die falschen Propheten und Priester sogar in Meinem Namen den Weg bahnen werden zu ihrem Untergange – und damit den bösen Anfang in nicht gar zu langer Zeit beginnen werden und hie und da schon in dieser Meiner Zeit begonnen haben.

2. Diese werden falsche Zeichen und Wunder gleich den heidnischen Priestern tun und werden viele Menschen verführen und sich dabei große irdische Schätze, Reichtümer, Macht und ein großes Ansehen bereiten (kath. Kirche, d. Hg.); aber durch das dritte Feuer (Aufklärung und neue Propheten, d. Hg.) und sein hellstes Licht werden sie um alles kommen und völlig zugrunde gerichtet werden. Und die Könige und Fürsten, die ihnen werden helfen wollen, werden dabei um alle ihre Macht, um ihr Vermögen und um ihre Throne kommen; denn Ich werde da Meine Könige und Heerführer wider sie erwecken und ihnen den Sieg verleihen, und so wird die alte Nacht der Hölle und ihrer Boten auf der Erde unter den Menschen ein Ende nehmen.

3. Wie aber diese Nacht nun in der heidnischen, blinden und sinnlosen Zeremonie, die man Gottesdienst nennt, besteht, so wird sie auch in jenen Zeiten bestehen, aber durch die dritte Art des Feuers (Wahrheit, d. Hg.) aus den Himmeln gänzlich zerstört und vernichtet werden! Denn die Lüge wird den Kampf mit dem Lichte der Wahrheit aus den Himmeln ebensowenig siegreich zu bestehen imstande sein, wie die natürliche Nacht der aufgegangenen Sonne Trotz bieten kann! Sie muß fliehen in ihre finsteren Höhlen und Tiefen, und die einmal im Lichte stehen, werden die Nacht nicht mehr aufsuchen gehen.«

Propheten Gottes… Früher und Heute – Verfolgt, Verleumdet, Missachtet und Verspottet

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PROPHETEN GOTTES - FRUEHER und HEUTE - Verleumdet und Verfolgt - Offenbart von Jesus durch Jakob Lorber

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Propheten Gottes… Verfolgt, Verleumdet, Missachtet & Verspottet
Jesus offenbart durch Jakob Lorber

Einleitung
Gott, Jesus Jehova Zebaoth hat zu allen Zeiten Menschen auserwählt und gesendet, damit diese ihre Zeitgenossen mit aktuellen, direkt von Ihm kommenden Worten als Informationen, Belehrungen, Korrekturen und Warnungen versorgen sollten.
Hätte der Herr es so gewollt, wäre heute keine einzige Sünde, kein Fehlverhalten, dafür aber vollste Kenntnis und reinstes, seliges Leben offenbar… doch Sein weises Gesetz der Liebe und der Freiheit wollte keine “programmierten” Menschen, sondern Individuen gleich Ihm, dem Schöpfer.

Dies ist der Grund, weshalb die reine Lehre Jesu Christi in leisen, aber steten Äusserungen in die Herzen einfliessen muss – und nicht mit Blitz, Donner, Furcht und Schrecken.

Entsprechend schwierig war und ist der Auftrag eines Propheten, der Menschheit Gottes Willen zu übermitteln. Im besten Falle wurden die “Spinner” belächelt, im schlimmsten Fall jedoch grausam aus dem Wege geräumt. Dazu sagt der Herr Jesus selbst die nachfolgenden Worte.

Es ist dies eine Übersicht aus vielen, nach direktem Diktat aufgezeichneten Texten, welche der Herr selbst durch Jakob Lorber offenbaren liess.

Gründe der Geringschätzung, Mißachtung und Verfolgung von Propheten
Mitteilungen Jesu Christi durch Prophet Jakob Lorber

Ignorierung der Propheten seit alters her
Schon die Propheten des alten Testaments wurden so behandelt, wie es auch heute noch geschieht (Jeremia 25, 4-5):
»Der Herr hat zu euch immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, gesandt; aber ihr habt nie hören wollen und eure Ohren mir nicht zugekehrt und mir nicht gehorcht, wenn er sprach: bekehret euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken…« (Jer. 7,25-26; Jer. 11,7; Jer. 26,5; Jer. 28,8; Jer. 29,19; Jer. 44,4; 2.Chr.26,15-16)

Gleichgültigkeit gegenüber göttlichen Offenbarungen
Wie Menschen auf göttl. Botschaften reagieren, wurde von Jesus durch Lorber mitgeteilt (Jakob Lorber, Himmelsgaben, Band 2, Kapitel 106, Vers 5):

»Erteile Ich … den Weltmenschen einen freundlichen Rat entweder durch den besseren Trieb ihres Herzens oder, wie es hier der Fall ist, durch einen geweckten Seher und Wortknecht, sage Mir, wo ist der, der solches völlig glaubt und darum auch treulichst beachtet? – Denn also verkehrt sind die Sinne der Menschen, daß ihnen das größte Wunder des lebendigen Wortes so gleichgültig ist, wie nur immer eine andere alltägliche Erscheinung auf der Welt!«

Ablehnungsgründe gegen Neuoffenbarungen bei Kirchen und Wissenschaft; Folgen
Jesus bemüht sich ständig, durch Lehrer und Propheten die verfälschten Wahrheiten wiederherzustellen, aber das Interesse der Menschen daran ist gering (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 1, Kapitel 91, Verse 11-20):

11. Jesus spricht: »Es verrann kein Jahrhundert, in dem Ich nicht allenthalben, wo Meine Lehre nur einigermaßen bekennet wird, Männer erwählt und geweckt hätte, damit diese den Sachverhalt und die nötige Erklärung der Evangelien genügend den Menschen dartäten. Die Erwählten haben das wohl allzeit getan und haben auch historisch an den Urkunden (Bibel, d. Hg.) das ergänzt, was teils durch die Fahrlässigkeit der Menschen, teils durch den starren Sinn und nicht selten bösen Willen der verschiedenen sektischen Aufseher (griech.: Episkopoi, Bischöfe, d. Hg.) und Priester des Evangeliums, respektive Meiner Lehre, verlorengegangen ist; aber nur sehr wenige nahmen das an.

12. Die sich mit der Zeit systematisch ausgebildet habenden Kirchen verwarfen es ganz natürlich und erklärten es als ‘Ketzerei’ und ‘Teufelsspuk’, weil es nicht für ihren gewinn- und herrschsüchtigen Kram taugte!

13. Die Gelehrten und Künstler erklärten dagegen solche Erscheinungen für ‘Hirngespinste’ und ‘träumerische Faseleien’ eines armen Tropfs, der auch etwas sein möchte, ohne sich dazu die erforderlichen Eigenschaften durch Mühe, Fleiß und gründliches Studium erworben zu haben!

14. In dem Orte aber, wo der erwähnte und erweckte Prophet lebte und bekannt war, galt er auch sicher am wenigsten und konnte daher auch wenig ausrichten (vgl. mt.13,57; mk.06,04). Denn nach den Begriffen der Menschen, wie sie allgemein also sind, sollte ein Prophet eigentlich gar nicht auf der Erde wohnen und auch gar keine Menschengestalt haben, auch nichts essen und trinken und keine Kleider tragen, sondern er sollte zum wenigsten wie ein Elias in einem feurigen Wagen in den Lüften herumfahren, vom feurigen Wagen aber für jeden Menschen bloß nur das verkünden, was einer oder der andere eigenliebig gerne hört und was ihm schmeichelt! Das wäre dann ein rechter Prophet, auf den sicher alle Augen und Ohren gerichtet wären, besonders so er dazu noch wunderbarerweise bei seinen Luftfahrten gleich metzenweise Gold- und Silbermünzen unter die Reichen, kleine Scheidemünzen aus Kupfer aber unter die Proletarier schleudern würde und möchte dabei beloben die Großen, Reichen und Mächtigen, aber dafür zu öfteren Malen scharf züchtigen die armen Teufel (Proletarier), besonders so sie es wagten, gegen die Reichen, Großen und Mächtigen zu murren! Freilich würde dann ein solcher Prophet für die Armen eben keine gar zu angenehme Erscheinung sein, und sie würden ihn nicht loben!

15. Aber so der Prophet ein Mensch ist wie jeder andere, wenn er ißt und trinkt, am Ende sogar eine Wohnstube hat und dabei etwa gar irgend ein weltlich Handwerk betreibt, oh, da ist es schon aus mit seiner Propheterei! Er wird entweder als ein Halbnarr oder als ein Gleisner (Heuchler) deklariert, und in seiner Heimat wird er sicher am wenigsten irgend etwas ausrichten!

16. Ich habe alsonach durch die nahe 2000 Jahre stets das Fehlende ergänzt; aber wer nahm es an? Ich sage: Allzeit nur sehr wenige, und diese selten lebendig genug! Man nahm sich davon wohl Kenntnisse und Notabene (Merkzeichen); aber daß danach etwa jemand seinen Lebenswandel eingerichtet und dann im Geiste sich selbst überzeugt hätte, daß der sonst natürliche Mensch im Ernste von Mir erwählt war, den Menschen in der so nach und nach finster gewordenen Welt wieder ein frisches Licht aus den Himmeln zu überbringen, das hatte man noch allzeit aus allerlei nichtigen Gründen bleiben lassen!

17. Der eine hat sich ein paar neue Ochsen gekauft und muß sie nun zum Pflügen abrichten, der hat natürlich keine Zeit; der andere hat einen neuen Acker zu bestellen und kann daher auch nicht kommen! Ein dritter hat sich ein Weib genommen und hat darum schon gar keine Zeit und Gelegenheit mehr! Ein vierter hat ein großes Haus zu bauen und kennt vor lauter Sorgen sich nicht aus; der kann schon gar unmöglich eine Zeit haben (vgl. lk.14,16-20)! Und so hat am Ende ein jeder eine Ausrede, und ein neues Licht aus den Himmeln brennt dann wieder in irgend einem verborgenen Winkel der Erde vergeblich durch ein ganzes Säkulum (Jahrhundert). Und gebe Ich im nächsten Säkulum wieder ein neues Licht zur Erleuchtung der alten Urkunden, so wird ihm dasselbe Los zuteil!

18. Wenn man das aber nur zu sicher nach aller Zeiten Erfahrung zugeben muß, so fragt es sich, ob da wohl an Mir die Schuld ist, so an den alten Urkunden noch bis zur Stunde dieselben Lücken zu entdecken sind, wie sie von eitlen Verstandesforschern und Grüblern schon vor tausend Jahren entdeckt worden sind, woraus dann auch allzeit die vielen Zweifler und endlich Verwerfer Meiner Lehre, Meiner und ihrer (der Lehre) vollsten Göttlichkeit wie die Pilze aus der Erde hervorgegangen sind.

19. Ich gebe aber darum nun ein vollstes Licht in dieser Sache, auf daß sich dann am Ende niemand damit wird entschuldigen können, als hätte Ich Mich seit der Zeit Meiner leiblichen Gegenwart auf der Erde weder um die Reinheit und Vollständigkeit Meiner Lehre, noch um die sie angenommen habenden Menschen mehr bekümmert!

20. So Ich jüngst wieder zur Erde kommen werde, so werde Ich eine starke Sichtung vornehmen; und keinen werde Ich annehmen, der Mir mit was immer für Entschuldigungen kommen wird! Denn jeder, der da ernstlich sucht, kann und muß es finden! Die kranken Schafe und Esel an dem Futterbaren aber sollen eine Arznei bekommen, nach der sie sicher gefräßig werden nach dem Futter aus den Himmeln; aber dann werden sie als Rekonvaleszenten langehin sehr homöopathisch gespeist werden! …«

Vorhersage des Atheismus, kirchlichen Aberglaubens und Abgötterei der Gegenwart
Jesus sagte schon seinen Jüngern voraus, wie die Glaubenszustände vor seiner Wiederkunft sein werden (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 9, Kapitel 89, Verse 1-12):

1. »Was aber Meine Frage nach dem Stande des Glaubens bei den Menschen in der noch fernen Zukunft betrifft, so des Menschen Sohn wieder auf diese Erde auf die euch schon zu öfteren Malen angezeigte Art und Weise kommen wird, so sage Ich euch, daß Er im ganzen noch weniger lebendigen Glauben finden wird denn jetzt. Denn in jenen Zeiten werden es die Menschen größtenteils durch das unermüdliche Forschen und Rechnen unter den Zweigen und weit ausgebreiteten Ästen des Baumes der Erkenntnis in vielen Wissenschaften und Künsten gar sehr weit bringen und werden mit allen in der Natur der Erde jetzt den Menschen noch ganz verborgenen Kräften Wunderbares zustande bringen und werden auch sagen: “Sehet, das ist Gott, sonst gibt es keinen!”

2. Der Glaube dieser Menschen wird demnach so gut wie gar keiner mehr sein. Also bei diesen Menschen werde Ich in Meiner Wiederkunft keinen Glauben mehr finden!

3. Ein anderer, auch großer Teil der Menschen aber wird sich in einem noch um vieles dickeren und finsteren abgöttischen Aberglauben befinden, als jetzt alle Heiden auf der ganzen Erde sich befinden. Diese werden ihre Lehrer, Vertreter und Beschützer haben in den dermaligen Großen und Mächtigen der Erde eine geraume Zeit; aber die mit allen Wissenschaften und Künsten wohlausgerüsteten Kinder der Welt werden den finstersten Aberglauben mit aller Gewalt unterdrücken und dadurch die Großen und Mächtigen der Erde in eine übergroße Verlegenheit setzen, weil durch die Wissenschaftler und Künstler aller Art und Gattung das gemeine und lange mit aller Gewalt in aller Blindheit gehaltene Volk einzusehen anfangen wird, daß es nur des Weltruhmes und Wohllebens der Großen und Mächtigen wegen, die selbst keinen Glauben hatten, in der harten Knechtschaft gehalten worden ist. Und so Ich dann kommen werde, so werde Ich auch bei diesen keinen Glauben finden.

4. In der Zeit der großen Finsternis würde Ich bei ihnen keinen Glauben finden können, weil sie die dümmsten und allerblindesten Knechte ihrer Beherrscher waren, die bei sich gar wohl einsahen, wozu die gänzlich Blinden gut zu gebrauchen sind, und daß die Sehenden sich das niemals gefallen lassen würden wie die gänzlich Blinden. Sind die Blinden aber einmal durch die Wissenschaftler und Künstler auch sehend geworden, so sind sie Anhänger derer geworden, die sie zum größten Teil von der harten Knechtschaft der Großen und Mächtigen frei gemacht haben; und so Ich da kommen würde und sagen: “Höret, ihr Völker der Erde. Ich bin nun wieder zu euch gekommen und will euch von neuem zeigen die rechten Wege zum ewigen Leben eurer Seelen!”, was werden die jedes Glaubens baren Menschen dazu sagen?

5. Sie werden Mir zur Antwort geben: “Freund, wer du auch seist, laß ab von der alten, verbrauchten und glücklicherweise verrauchten Dummheit, für die seit den Zeiten ihrer ersten Entstehung viele Ströme oft des allerunschuldigsten Blutes geflossen sind! Ist der sogenannte gute Vater im Himmel, den wir nicht kennen und nun auch gar keine Sehnsucht mehr nach Ihm haben, gar ein so großer Blutfreund, so kann Er Sich ja leicht den großen Ozean in Blut umwandeln und sich daran höchlichst ergötzen, aber wir brauchen von solch einer Lebenslehre nichts mehr, die statt des verheißenen Gottesreiches nur die allerbarste Hölle unter die Menschen auf die ohnehin magere Erde gebracht hat. Wir halten uns nun an die Wissenschaften und Künste aller Art und Gattung und leben dabei in Frieden und Ruhe, wenn zuversichtlich auch nur zeitlich; denn uns ist nun ein gewisses zeitliches, aber friedliches und ruhiges Leben um gar vieles lieber als ein durch unzähliges Leiden und durch viele Ströme unschuldig geflossenen Blutes erkaufter und dabei doch in Zweifel gezogener Himmel mit allen seinen schönen Seligkeiten!”

6. Bei solcher Sprache der einstigen Menschen wird Meine Frage, ob Ich bei Meiner Wiederkunft auf die Erde einen Glauben finden werde, wohl sehr zu rechtfertigen sein!

7. “Aber”, saget ihr nun in euch, “ja, wer wohl wird daran der Schuldträger sein? Etwa die Hölle? Herr, so vertilge sie! Oder etwa die falschen, eigennützigen Propheten, unter deren Deckmantel dann auch bald allerlei Große und Mächtige wie die Pilze aus der feuchten Erde zum Vorschein kommen werden und die Erde mit Krieg nach allen Richtungen überziehen und die Menschen quälen werden? Herr, so laß die falschen Propheten in Deinem Namen niemals aufkommen! Willst Du Selbst es aber also haben, so muß es Dir auch recht sein, wenn Du bei Deiner abermaligen Wiederkunft auf diese Erde unter den Menschen keinen Glauben mehr findest!”

8. »Ich aber sage hierzu: Die kurzsichtige Menschenvernunft urteilt da freilich nach ihrer Einsicht ganz richtig, und es läßt sich von der diesweltlich-menschlichen Seite eben nicht gar zu vieles dagegen einwenden; aber Gott, als der Schöpfer und ewige Erhalter aller Dinge und Wesen, hat da wieder ganz andere Ansichten und Pläne mit allem, was Er aus Sich erschaffen hat, und so weiß Er es auch am allerbesten, warum Er dies und jenes unter den Menschen auf dieser Erde zuläßt.

9. Am Ende erst wird aller Aberglaube mit den Waffen der Wissenschaften und der Künste vom Boden der Erde hinweggeräumt werden, wobei aber dennoch kein Mensch in seinem freien Willen nur im geringsten beirrt wird.

10. Dadurch wird mit der Zeit wohl eine volle Glaubensleere unter den Menschen sein; aber es wird ein solcher Zustand nur eine höchst kurze Zeit dauern.

11. In jener Zeit erst will Ich den alten Baum der Erkenntnis segnen, und es wird durch ihn der Baum des Lebens im Menschen wieder zu seiner alten Kraft gelangen, und so wird es dann nur mehr einen Hirten und eine Herde geben!

12. Wer das nun verstanden hat, der wird auch Meine Frage verstehen, ob Ich in jener Zeit wohl einen Glauben, wie jetzt, auf der Erde finden werde. Solch einen Glauben, wie jetzt, werde Ich in jenen künftigen Zeiten wohl sicher nimmer finden, aber einen andern! Worin er aber bestehen wird, davon könnet ihr euch jetzt wohl keine Vorstellung machen; aber dessenungeachtet wird es dereinst dennoch so kommen, wie Ich es euch nun zum voraus gesagt habe!«

Mangelndes Wahrheitsinteresse der Welt; Wahrheitshunger als Auswirkung von Roms Lügen
Jesus sagt vorher, daß gerade der Unglauben bzw. Aberglauben unserer Zeit den Boden zur Aufnahme seiner gereinigten Lehre vorbereiten wird (Jakob Lorber, Himmelsgaben, Band 2, Kapitel 275, Verse 2-6):

2. »Die Welt ist jetzt wie ein Mensch, der sich bei einer schlechten Mahlzeit gar sehr den Magen verdorben hat, daß ihm dann auch die allerbeste Speise zum Ekel wird. Wenn du sie ihm vorsetzest, da wird es ihm alsbald bis zum Erbrechen übel, und er wird das beste Gericht fliehen!

3. Siehe, gerade also erginge es vor der Welt nun Meinem Worte! Die Welt würde es fliehen und sich vielfach ärgern an ihm und würde es verdammen und verwünschen, weil es nicht für ihre Interessen gegeben ist, sondern nur für die Interessen des Geistes, den aber die Welt schon lange nicht mehr hat!

4. Es hat aber diese Meine große, lebendige Gnadengabe wohl die Bestimmung, in die Welt überzugehen, aber erst dann, wenn die verdorbene Welt den Hunger nach Meiner Mahlzeit wieder bekommen wird!

5. Den Hunger aber bereitet nun die römische Kirche! – Wie aber? Durch ihre schlechte Mahlzeit und durch die eben durch diese Mahlzeit bewirkte Verschlechterung des seelischen Magens. Dieser wird dann eine Zeitlang jede Kost fliehen und dadurch in den gerechten Hunger gesetzt werden, dann aber mit gar großer Gier nach diesem Meinem wahren Himmelsbrote greifen und sich an ihm sättigen zum ewigen Leben.

6. Siehe, also will Ich es haben! Weil die dumme, arge Welt noch nicht genug gewitzigt ist durch alle die namenlosen Tormente, die sie von der Hure Babels (Papsttum, d. Hg.) zu bestehen hatte, und ihr noch immer die Cour macht von allen Seiten, aus lauter schändlichen, weltinteresselichen Rücksichten. – Darum schlage Ich nun solche Welt mit dreifacher Blindheit, auf daß sie ja desto sicherer ins alte, aber nun neu ausgebesserte und gar kunstvoll aufgerichtete Garn geht, auf daß dann Babel mit solcher gefangenen Welt auf eine Art verfahren wird, wovon die Geschichte kein Beispiel aufzuweisen hat!«

Priester und Herrscher als Gegner und Verfälscher vorhandener Uroffenbarungen
Jesus zeigt die negative Rolle des Priestertums und der Herrscher bei der Verfälschung himml. Wahrheiten klar auf (Jakob Lorber, Grosses Evangelium des Johannes, Band 10, Kapitel 154, Vers 3):

»Es besteht aber kein Volk auf der ganzen Erde, als von Adam abstammend, das nicht aus der Urzeit her noch eine Art Überrest von der den Vätern geoffenbarten Lehre über den einen und wahren Gott besäße. Daß diesen einen und wahren Gott späterhin die Priester und die Weltherrscher sehr verdeckt haben aus lauter weltlichem Eigennutz und an Seine Stelle dann allerlei Götzen gesetzt haben, an die das Volk glaubte und ihnen auch opferte, ist bekannt.«

Distanzierte Haltung der Protestanten gegenüber Neuoffenbarungen
Jesus sah klar voraus, wie wenige evangelischen Christen sich den Neuoffenbarungen gegenüber öffnen werden (Jakob Lorber, Himmelsgaben, Band 2, Kapitel 276, Vers 10):

»Du meinst freilich, die Lutheraner wie auch alle anderen Konfessionen würden dies Mein Wort gewiß vielseitig mit der größten Begierde aufnehmen?! – Das weiß Ich wohl am besten, wie viele es gibt, die es darnach dürstet! – Aber Ich sage ein für allemal: Unter vielen Millionen geben etliche Tausende keinen Ausschlag!«

Verachtung durch Welt als Kennzeichen göttlicher Worte
Jesus sagt voraus, wie sich die Weltmenschen zu Lorbers Offenbarungen stellen werden (Jakob Lorber, Himmelsgaben, Band 2, Kapitel 98, Verse 8-9):

8. »… So sie das alte Evangelium verachten und Mich Selbst einen ‘armen Schlucker’ nennen, so werden sie vor dir (Lorber) doch sicher nicht anders tun, da du nur von Mir zeugest, von Mir, dem Verachteten und Verspotteten, von Mir, dem Gekreuzigten.
9. Ich sage dir aber: Hätte dein Wort den Beifall der Welt, so wäre es nicht aus Mir! Die Verachtung der Welt aber ist allzeit das größte Zeugnis dessen, was aus Mir kommt.«

Schlusswort
Ist Gott, Jesus Jehova Zebaoth der Kirche, der Wissenschaft oder der menschlichen Meinung verpflichtet?
Beantworte du, Mensch, dir diese Frage selber – aber ehrlich.
“Mache dich auf und werde Licht – denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir!”
Dieses Licht scheint schon lange, aber es ist unauffällig, sanft – und ein wenig verborgen! Bete und arbeite – suche und FINDE!

5. Lebens-Geheimnis… KNABE, JÜNGLING, MANN & GREIS – 5th Secret of Life… BOY, YOUTH, MAN & OLD MAN

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5. Lebens-Geheimnis… KNABE, JÜNGLING, MANN & GREIS

Jesus Christus offenbarte am 28. Juli 1870 durch Gottfried Mayerhofer

1. Hier hast du vier Worte aus dem menschlichen Leben sowie Worte aus dem Erden und Worte aus dem Schöpfungs-Leben. Alle diese Worte sind für sich in Zeitabschnitte abgeteilt. Die ersten bedeuten die vier Phasen (Werdestufen) eines Menschen, oder seine Lebensperioden, in bezug auf seine körperliche und geistige Entwicklung.

2. Was nun hier vom Menschen gesagt werden wird, das gilt in seiner Art auch für die Völker, die diese vier Perioden in ihrer geistigen Erziehung durchlaufen müssen, so wie die großen Abschnitte im Erziehen der gesamten Menschheit.

3. Um hier mit diesen vielen Bedeutungen und Erklärungen regelrecht anzufangen und auch vernunftgemäß zu enden mit dem einen, dann sich an das andere wendend, um es zu erklären, seinen geistigen Zusammenhang mit dem ersten zeigend, ferner auf das dritte übergehend, der nämlichen Folgenreihe nach, dann euch in Meine Werkstätte einführend, und endlich noch vier andere geistig große Worte in ihrer höchsten Bedeutung beleuchtend, damit ihr das Ganze dann in harmonischer Übersicht erblicken könnt, – so wollen wir dieses große Wort, das Ich dir hier gebe, in mehrere Abschnitte einteilen und also mit dem ersten, das heißt mit Erklärung der ersten vier Worte, das Natürliche vorausschicken; und so harret denn, Meine lieben Kinder, auf das, was der Vater hier wieder Schönes für euch entwickeln wird!

4. Knabe, Jüngling, Mann und Greis Hier seht ihr vor euch den Stufengang eines Menschen, auf und abwärts, während seines Lebenswandels auf dieser Erde. Körperlich geht es auf und abwärts auf dieser Stufenleiter, geistig sollte es nur aufwärtsführen.

5. Der Knabe oder das Kind, unbehilflich geboren, seine Seele in einem Traumleben befangen, weiß und erkennt nichts, muß alles erst lernen, selbst seine Gedanken, die mit dem Entwickeln seines Ich sich vermehren, in eine Sprache einkleiden, welch letztere anfangs mangelhaft, dann stets klarer und bezeichnender wird, je mehr der Körper und das Begriffsvermögen voranschreiten.

6. Der Geist, als Funke von Mir, verhält sich ruhig, in das Innerste des Herzens eingeschlossen, treibt nur hie und da die Seele an, auf die gesetzmäßige Weise ihren Körper auszubilden, um denselben als tüchtiges Werkzeug gebrauchen zu können, und um den aus dem regelmäßig ausgebauten Körper sich entwickelnden Seelenleib für ein anderes Leben mit ins Jenseits hinüberzunehmen, wenn der irdische Leib als die Umhüllung der Seele für sie nicht mehr brauchbar ist und sie eines anderen bedarf.

7. Im Knaben oder Kinde schlafen noch alle Leidenschaften, höchstens der Eigensinn und der Zorn sind es, die sich kundgeben; es sind dies die ersten Schmarotzerpflanzen, die sich um den jugendlichen Lebensbaum ranken, sich an ihn anklammern und, wenn nicht frühe Hilfe zur rechten Zeit dazutritt, den ganzen Baum seiner Kräfte berauben, seine Säfte und Kräfte in die der beiden Unkrautpflanzen verwandeln und dann den mit diesen Eigenschaften aufwachsenden Menschen gänzlich verderben, indem er als Sklave dieser Leidenschaften beinahe auf allen geistigen Fortschritt Verzicht leisten muß und viele Unannehmlichkeiten sich und auch anderen bereitet, die mit ihm in Berührung kommen.

8. Eigensinn und Zorn sind einige der mächtigsten Eigenschaften der satanischen Natur; denn des ersten wegen will der Satan nicht auf den Weg zu Mir einlenken, und wegen der zweiten Eigenschaft kann er keiner leisesten Spur von Liebe in seinem Herzen Eingang geben, die ihn, statt wilder, sanfter machen würde.

9. So geht es dem Knaben, da gar oft dumme Eltern, statt diese beiden Eigenschaften mit aller Gewalt zu bekämpfen, diese noch unterstützen, glaubend, wenn man dem Kinde nicht gibt, was es will, man ihm an der Gesundheit schade, oder mit der leichtfertigen Ausflucht gleich bereit sind: “das Kind versteht ja nicht, was es will; wenn es größer wird, wird es schon anders werden!”

10. Törichte Eltern! Ja, es wird anders werden; das, was es als Kind mit Tränen und unartikulierten Lauten ausdrückte, wird sich später in lieblose und kränkende Wone gegen euch verwandeln, dann mit dem Wachsen des Kindes und eurem Abnehmen vielleicht in tätliche Handlungen ausarten, wo ihr eure schöne Aussaat wieder zurückbezahlt erhalten werdet, wie ihr es verdient habt.

11. Das Kind, welches wie eine Pflanze sich nach und nach entwickelt und immer mehr seine Arme von der Mutterbrust in die weite Welt hinausstrecken will, um gerade das zu erfassen, was von ihm am weitesten entfernt liegt, das Kind wächst mit der Erkenntnis, und mit der Erkenntnis wachsen die Leidenschaften, und mit den Leidenschaften wächst die Begierde, diese zu befriedigen.

12. So angekommen in einem Alter, wo dieser Strom geistiger, seelischer und körperlicher Triebe, noch wie untereinander vermischt, geläutert werden muß, tritt das Bedürfnis des Lernens und der Schule heran, das Kind muß einen Begriff bekommen, was gut, was schlecht, was erlaubt, was verboten, was Tugend und was Sünde ist.

13. Hier, in diesem Stadium der Läuterung aller jugendlichen Begierden und Wünsche, müssen Eltern und Lehrer alles aufbieten, den von jugendlichem Übermut beinahe überflutenden Strom aller Wünsche, Leidenschaften und Begierden in ein streng abgeschlossenes Bett einzurahmen, ihm Dämme zu setzen, “damit er nicht aus seinen begrenzten Ufern heraustritt”.

14. Hier fängt die Seele an zu lernen, das heißt das erste ernste Wort des geistigen Menschen; es ist die Bezähmung seiner Leidenschaften, die Kraft, seinen Wünschen ein Ziel und seinen Eingebungen und Einflüsterungen ein gerechtes Ja oder Nein entgegenzusetzen.

15. Mit der Schule und dem Beispiel der Eltern als erste Führer in ein weiteres Feld eintretend, gleitet das Lebensschiffchen des Knaben zwischen Spiel und Lernen, Belehrung und Bestrafung in das Jünglingsalter, mehr schon aufgeweckt in Geist und Seele; sowohl mit andern ihm Gleichstehenden als Höheren oder Älteren in Berührung kommend, drängt es die jugendliche Seele zu fragen über Dinge, die sie zwar willenlos als Kind angenommen, aber nicht aus Überzeugung in ihrem Innern zur Vergeistigung ihres eigenen Ich gemacht hat.

16. Mit dem Eintritt in eine höhere Lebenssphäre (Lebensstufe), die zwar auch noch voll von Trugansichten ist, fängt das Fragen an: “aber warum dieses, warum jenes? -! -?”

17. Gemäß der Aufklärung baut sich dann der geistige Mensch im Innern auf, es regen sich im Jüngling endlich auch die geschlechtlichen Triebe, er sieht sich zum weiblichen Geschlecht hingezogen, das ihm in seinen Schuljahren gleichgültig, oft sogar verächtlich war.

18. Dieser Trieb, so gefährlich für die entfesselte Natur, ist doch einer der heilsamsten, denn er zähmt oft die rohesten Leidenschaften eines verdorbenen Kindes; und was Mutter, Vater und Lehrer nicht möglich war, das bezähmt ein Blick aus einem Auge voll Liebe und Seelenglück eines sich dessen nicht bewußten Mädchens, welches in dieser geistigen Magnetisierung etwas vollbringt, das nur in den Himmeln begriffen, dort einst seine rechte Aufklärung finden (wird) und hier auf dieser Erde nur einen leisen, leider nicht bleibenden Nachklang zurückläßt.

19. Mit dem Eintritt dieses Wendepunktes im Jünglingsleben ist der erste Schritt getan zum Mannesalter; die Liebe, die den Jüngling mit Rosen bekränzt, die ihm einen Himmel offen zeigt, den er noch nicht begreifen und fassen kann, diese Liebe, zuerst nur dem Gegenstand seiner Neigung zugewendet, leitet ihn dann zum Bewußtsein des Mannes und seiner ernsteren Pflichten.

20. So geht der ungestüme Jüngling in den bedächtigeren Mann über, wo die Lebensverhältnisse ernster werden, und der Mann, nicht mehr allein lebend, sondern eine Lebensgefährtin suchend, von dem Einzelleben in das der Familie eintritt, wo er seine Leidenschaften mehr bekämpfen muß, ein ernsteres Anschauen seines eigenen Lebens, um sich und die Seinen zu erhalten, ihm Pflichten auferlegt, von denen er als Knabe keine Ahnung, als Jüngling keinen Begriff hatte, und deren ganze Tragweite er jetzt erst als Mann erfassen kann.

21. Wie ein lustiger, frischer Wildbach sprang der Knabe über Stock und Stein; in der Ebene angekommen, noch von seiner Gefällsgeschwindigkeit zwischen den Bergen in sich habend, rauscht er als Lebensstrom lustig zwischen blumigen Ufern fort, doch stets mehr seine Geschwindigkeit verlierend und in der Ebene sich mehr und mehr ausbreitend, gleitet er ins Mannesalter hinüber.

22. Als Mann tritt er mit seinen neuen Lebensbedürfnissen, neuen Lebenssorgen und neuen Verpflichtungen gegen seine Familie schon in ein Stadium, wo der geistigseelische Mensch in ihm, mehr und mehr nach einem gewissen Gesetze formiert (geformt), entweder die Tendenz (das Streben) zum Guten, das heißt den Weg zu Mir, oder die entgegengesetzte, das heißt weg von Mir, angebahnt hat.

23. So treibt sein Lebensstrom fort, suchend, zweifelnd, aus dem Gefundenen sich ein eigenes Ich aufbauend, vielleicht stets mehr und mehr ruhiger werdend, glorreich aus allen Kämpfen und Zweifeln heraustretend, endlich als ruhiger Fluß dem Greisenalter entgegenschleichend, wo die Bewegung beinahe aufhört und – eigentlich wie der Hamster vom zusammengetragenen Kapital während der Lebenssommerzeit, von selbem gelebt werden muß, da Neues schwerlich hinzukommt, und alles, was die menschliche Laufbahn betrifft, durchgemacht ist, ihre Täuschungen, ihre Freuden – nun endlich die Ernte der vollbrachten Taten einzuheimsen ist.

24. So steht der Greis am Rande eines sichtbaren Körperlebens, hinter sich eine Vergangenheit, die nie zurückkehrt, vor sich eine unklare Zukunft, zwischen zwei Welten, einer sichtbaren und einer unsichtbaren, den Augenblick abwartend, wo seine Lebensuhr abläuft, und das so oft bewegte Pendel seines Körpers, das Herz, stillesteht!

25. Wohl dem Greise, der am Ende, nach heftigen Kämpfen und vielfachen Störungen, wenigstens doch so viel sich gerettet hat, daß das Kleid seiner Seele dem Urtypus (Urbild) Meines Ebenbildes, wenn nicht gleich, doch sich ihm genähert hat; wohl ihm, wenn er, sei es auch erst spät, doch seine Mission auf dieser Erde, seinen Gott und Herrn und die andere Welt richtig erkannt hat; er wird den Scheideaugenblick ruhig erwarten, wo die Kleider gewechselt werden, er wird die Welt ohne Scheu und ohne Reu verlassen, denn er hat, wenngleich spät, seinen Schöpfer, seinen Vater gefunden, Der ihm, dort oben, seinem stets jugendlich gebliebenen Herzen gemäß, gewiß auch ein jugendlich frisches Kleid anziehen wird, damit er dort als ewig schöner und stets geistiger werdender Jüngling auf der Stufe der Vervollkommnung immer mehr und mehr sich Mir nähern kann, um des Namens – “Gottes Kind” ganz würdig zu werden!

26. Hier habt ihr den Weg des Kindes, des Jünglings, des Mannes und des Greises, in wenig Umrissen dargestellt vor euch.

27. Jetzt wollen wir sehen, wie diese Lebensepochen analog (entsprechend) mit den Jahreszeiten eures Erdballs übereinstimmen, und inwieweit Winter, Frühling, Sommer und Herbst mit dem Kinde, Jüngling, Mann und Greis in ähnlicher Weise das nämliche geistig aussprechen, was ihr im darauffolgenden Kapitel in einem noch höheren Sinne vernehmen sollt!

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5th Secret of Life… BOY, YOUTH, MAN & OLD MAN

Jesus Christ revealed on July 28th, 1870 through Gottfried Mayerhofer

Here you have four words from human life as well as words pertaining to the life of the earth and the life of creation. All these words are divided into phases. The first signify the four phases of man or the periods of his life in relation to
his physical and spiritual development.

What will be said here about man, in its own way has also validity for the nations who in their spiritual education have to pass through these four periods, as well as for the great epochs in the education of mankind as a whole.

In order to begin systematically with these many meanings and explanations, rationally ending with the one before turning to the other to explain it and show its spiritual connection with the former, we will in due course pass to the third. Then, admitting you to My workshop and finally elucidating another four spiritually great words in their highest meaning so that you can see the whole in a harmonious summary, we will divide this great word I am giving you into several sections, beginning with the natural explanation of the first four words. And so, My dear children, wait for the fine thing the Father will again develop for you!

1. BOY – YOUTH – MAN AND OLD MAN
THERE you see before you the stages of a human being’s development up and down, during his life on this earth. In a physical sense it is an up and down on this gamut; spiritually it should only be an upward move.

The boy or the child, born helpless, his soul engrossed in a dream life, knows and recognizes nothing, and must learn everything, even how to clothe his thoughts, which increase with the development of his personality, in a language, which is at first faulty, then becomes progressively clearer and more accurate the more the body and the mental capacity develop.
The spirit, as a spark out of Me, behaves quietly, encased in the innermost of the heart; here and there it merely urges the soul to develop its body according to certain laws so that it can use it as a good tool and take the soul-body, developing out of the orderly constructed body, along to the beyond for a different life once the earthly body and envelopment of the soul are no longer useful for the soul and it requires a different one.

In the boy or child all the passions are still dormant and it is at most obstinacy and anger which manifest. These are the first parasitic plants sending forth their tendrils around the youthful tree of life and hanging on to it. If early help is not given at the right time the whole tree is deprived of its strength and its saps and vigor change into those of the two weeds, completely spoiling the man who grows up with these qualities. For he, being a slave to these passions has to forgo almost every spiritual progress, thereby causing great trouble to himself and others who come into contact with him.
Obstinacy and anger are some of the mightiest attributes of the satanic nature. Because of the former, Satan refuses to take the road to Me and, because of the second attribute, he cannot allow the slightest trace of love to enter his heart, which would render him softer, instead of more unruly.

This is the case with the boy since often foolish parents, instead of fighting these two qualities more forcefully, even support them in the belief that, failing to give the child what he wants, one harms his health; or they are ready with the frivolous excuse: The child does not know what he wants; once he is bigger, things will be different.’

Foolish parents! Yes, it will become different. What he now, as a child, expressed with tears and inarticulate sounds, later on will change into unkind and hurtful words against you, then, with the child’s growing up and your decline it will perhaps end in physical acts where you will harvest what you have so nicely sown, just as you have deserved.

The child, developing gradually like a plant, and more and more trying to stretch out its arms from the mother’s breast towards the wide world in order to grasp especially what is most distant, grows with its cognition, and with the cognition grow the passions, and with the passions grows the inordinate longing to gratify them.

Thus having reached an age when this stream of spiritual, mental and physical urges, which are still as if mixed together, must be purified, the need for learning and schooling arises and the child must acquire an understanding about what is good and what bad, what is allowed and what forbidden, what is virtue and what is sin.

During this phase of purification of all youthful inordinate longings and desires, parents and educators must do everything to check the stream of all desires, passions and inordinate longings, which is almost overflowing with youthful high spirits, damming it up so that it cannot rise beyond its limiting banks.’

Here the soul begins to learn the first earnest word of the spiritual man. It is the curbing of his passions, the strength to counter his desires with a purpose and his inspirations and insinuations with a straight yes or no.

At first guided by the school and the example of the parents, the boy’s little vessel of life, entering a wider sphere, glides along between play and study, instruction and punishment into the age of youth, already more alert in spirit and soul. Coming into contact with his peers as well as with those above him or with older persons, the youthful soul feels the urge to question things that as a child be had accepted involuntarily, without making them out of conviction his own for the spiritualization of his own Self.

With the entering into a higher life-sphere which, to be sure, is also full of erroneous ideas, the questions begin: “But why this, why that?’

In accordance with the enlightenment received, the spiritual man within is then developing; finally, in the youth also the sexual drive awakens, he is attracted to the female sex which in his school years used to be a matter of indifference and often even scorn to him.

This urge, so dangerous for the uncontrolled nature, is nevertheless one of the most salutary, for it often curbs the coarsest passions of a spoilt child and what the mother, father and teacher could not achieve, an unconscious look from a girl’s eye full of love and inner happiness does. With this spiritual magnetizing she accomplishes something that will only be understood and once fully explained in the heavens, but which here on this earth leaves only a faint, unfortunately transient echo.

With the appearance of this turning point in the life of the youth the first step is made towards manhood; love wreathes the youth with roses, opening up for him a heaven he cannot as yet understand and grasp. This love, at first turned only towards the object of his affection, then guides him to the awareness of a man and his more serious duties.

Thus the impetuous youth makes the transition to the more prudent manhood where life becomes more serious and the man, no longer living alone but looking for a life’s companion, steps from a single life into that of a family. There, he has to curb his passions more, and a more serious look at his own life in an attempt to support both himself and his loved ones imposes duties on him of which as a boy he had no inkling, as a youth no idea, and the full significance of which he can only now, as a man, grasp.

Like a merry, fresh mountain torrent the boy sprang up hill and down dale. Arrived on the plain, still retaining some of his downward speed in the mountains, be rushes on merrily between banks covered with flowers, however, losing more and more of his speed and more and more spreading out on the plain, he makes the transition to manhood.

As man with his new demands of life, new problems and new obligations towards his family, he enters already into a phase where the spiritual-mental man in him, more and more formed according to a certain law, has either taken the direction towards what is good, namely, the road to Me, or the opposite one, away from Me.

Thus the stream of his life flows on, seeking, doubting, building his own Self from what he has found, perhaps calming down more and more, emerging gloriously from all conflicts and doubts and finally, as a quiet river, creeping towards old age. There movement almost ceases and one must really, like a hamster, live off the capital accumulated during a lifetime. For hardly anything can be added to it and the entire course of human life has been lived through with its deceptions, its joys, and at long last the harvest of accomplished deeds is to be reaped.

Thus the old man stands at the end of his visible physical life, behind him a past which never returns, ahead of him an obscure future, between two worlds, a visible and an invisible one, waiting for the moment when his life’s clock stops and the busy pendulum of his body, the heart, stands still.

Happy the old man who, finally, after great conflicts and manifold disturbances, has at least secured for himself so much that the garment of his soul has approached the archetype of My image, even though not completely. Happy he if he, albeit late, has properly recognized his mission on this earth, his God and Lord and the other world. He will calmly await the moment of departure when the garments will be changed; he will leave the world without fear and regret, for, although late, he has found his Creator, his Father, who will Up There in keeping with his still youthful heart surely invest him with a new, youthful garment. Then, constantly becoming more handsome and more spiritualized, he can, on the level of perfection, keep drawing closer to Me in order to become quite worthy of the name of God”.

Here you have the road of the child, the youth, the man and the old man, in few outlines before you.

Now we will see the analogy of these life’s phases with the seasons of your earth, and how far winter, spring, summer and autumn express spiritually in a similar way the same thing, which in the following chapter you shall learn in a still higher sense.

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GARÇON, JEUNE HOMME, HOMME ET VIEIL HOMME
Secret de la Vie 5

28 juillet 1870 – Révélations du Seigneur reçues par Gottfried Mayerhofer

Ici vous avez quatre mots de la vie humaine mais ils pourraient aussi bien se rapporter à la vie de la terre ou à celle de la création. Ils divisent la vie en phases. Dans leur première acception ils divisent la vie de l’homme en quatre phases ou plus exactement en périodes de sa vie par rapport à son développement physique et spirituel.

Ce qui sera dit ici de l’homme, quant à la façon dont il construit sa propre voie, est aussi valable pour les nations quant à leur éducation spirituelle; elles doivent passer par ces quatre périodes, de la même façon que l’humanité dans son ensemble doit aussi traverser quatre grandes époques quant à son éducation.

Nous commencerons méthodiquement par ces diverses significations et explications, nous en finirons rationnellement avec l’une avant de passer à l’autre, nous expliquerons et montrerons son rapport spirituel avec la précédente, puis nous passerons en temps utile à la troisième. Alors, si vous acceptez Ma façon de faire, vous en arriverez finalement à découvrir, à partir de ces quatre grands mots – spirituellement parlant – une signification plus haute afin que vous puissiez voir le tout dans un résumé harmonieux. Nous diviserons ce grand développement que Je vous donne en plusieurs sections, nous commencerons par l’explication naturelle des quatre premiers mots. Ainsi donc, Mes chers enfants, recherchez les choses profondes que le Père va développer de nouveau pour vous!

Là vous ne voyez devant vous que les étapes du développement d’un être humain vers le haut et vers le bas, pendant sa vie sur cette terre. Dans un sens physique, ce processus comprend une montée puis une descente ; mais dans un sens spirituel cela doit seulement être un mouvement ascendant.

La vie de l’enfant ou du garçon à peine né, commence dans son âme comme dans un rêve, il ne reconnaît rien, il doit tout apprendre, et même comment habiller ses pensées, qui deviendront plus nombreuses et plus claires au fur et à mesure de la croissance de sa personnalité pour devenir un langage, qui de faible au début deviendra de plus en plus clair et expressif avec sa croissance corporelle.

L’esprit, en tant qu’étincelle divine issue de Moi, repose sereinement, enfermé au plus profond du cœur ; il active seulement de temps à autre l’âme pour le développement et à la croissance du corps physique, en accord avec certaines lois, afin qu’il devienne un instrument parfait à son service, à partir duquel se développera le corps spirituel de l’âme pour une autre vie dans l’au-delà lorsque le corps physique sera usé et inutilisable et que l’âme aura besoin d’un autre corps pour continuer son épanouissement.

Dans l’enfant garçon, toutes les passions dorment encore ; le plus souvent ce sont la colère et l’opiniâtreté qui se manifestent en premier, tout comme au printemps les premières plantes parasites enroulent leurs vrilles le long d’un jeune arbre vivant et s’accrochent à lui. Si une aide rapide ne lui est pas donnée à temps, il sera privé de la sève nourricière et sa vigueur sera changée en ces deux mauvaises herbes, de même l’homme qui grandit avec ces défauts sera complétement corrompu. Car l’homme, devenu esclave de ses passions, annihile tout progrès spirituel et se prépare de nombreux désagréments, non seulement à lui-même, mais également à tous ceux qui sont en relation avec lui.

L’opiniâtreté et la colère sont les défauts les plus abominables de la nature satanique; car avec le premier défaut, Satan barre le chemin qui conduit à Moi, et avec le second défaut, il ne laisse pénétrer dans le cœur pas le moindre amour qui aurait pu l’adoucir et le rendre plus humain.

C’est ainsi que l’enfant grandi dans l’indifférence des parents sots et aveugles spirituellement, qui au lieu de combattre ces deux qualités sataniques les renforcent encore davantage en accordant à leur enfant soit ce qu’il désire sous prétexte de ne pas nuire à sa santé, soit, au moindre refus ou subterfuge de l’enfant, disent : « Il ne comprend pas maintenant, mais quand il sera plus grand, ce sera tout à fait différent »!
Oui ce sera différent, pauvres parents sots et stupides, car ce que l’enfant exigeait avec des larmes et des trépignements de pieds, il vous l’extorquera avec des gros mots et des menaces, d’autant plus qu’avec l’âge il deviendra plus fort et vous deviendrez plus faible, ce qui ne sera que justice, car vous récolterez ce que vous avez semé.

L’enfant, tout comme une plante, se développe lentement et progressivement, et depuis le sein maternel essaie de plus en plus d’étendre ses bras vers le monde lointain, en vue d’atteindre ce qui est justement le plus éloigné de lui, c’est ainsi que l’enfant grandi en faisant de plus en plus de découvertes, et avec les découvertes croissent les passions, et avec les passions les désirs de les assouvir.

C’est ainsi que l’enfant parvient à un certain age, où le courant de l’esprit, de l’âme et du corps sont mélangés entre eux et doivent s’affiner, vient ensuite le besoin d’apprendre, d’aller à l’école pour avoir des notions de ce qui est bon et de ce qui est mauvais, de ce qui est permis et de ce qui ne l’est pas, de ce qu’est la vertu et de ce qu’est le péché.

A ce stade il doit apprendre à contrôler ses souhaits et ses désirs, c’est alors que les parents et les enseignants doivent tout mettre en œuvre pour les canaliser et mettre des limites à ne pas dépasser.

Ici l’âme commence à apprendre la première parole sérieuse de l’homme spirituel; c’est-à-dire de maîtriser ses passions et sa force, et donner un but bien déterminé à ses idées et à ses souhaits par un franc oui ou non.

D’abord guidé par l’école et par l’exemple des parents, le petit navire de la vie du garçon, en pénétrant dans une sphère plus large, glisse, entre le jeu et l’étude, l’instruction et la punition, jusqu’à l’âge de jeune homme, déjà plus alerte dans son esprit et son âme. En entrant en contact avec ses pairs, aussi bien qu’avec ceux qui sont au-dessus de lui ou avec des personnes plus vieilles, la jeune âme ressent une forte envie quant aux choses matérielles qui, suivant comme l’enfant est, ont été acceptés involontairement, sans qu’elles aient été extraites de ses propres convictions pour la spiritualisation de son propre Moi.

Avec l’entrée dans une sphère de vie plus haute qui, sans aucun doute, est aussi pleine d’idées fausses, les questions commencent : “mais pourquoi ceci, pourquoi cela ?”

D’après les explications données, l’homme spirituel commence à se former de l’intérieur ; avec la jeunesse, s’éveillent aussi les organes génitaux, ce qui fait qu’il se sent attiré par le genre féminin, alors que pendant les années scolaires il était complètement indifférent, voire même souvent méprisant.

Cette poussée instinctive, si dangereuse pour la nature déchaînée, est pourtant une des plus salutaire, car elle jugule souvent les passions les plus violentes d’un enfant pervers, et ce qui est souvent impossible à des parents ou à des enseignants, est possible grâce au regard d’une jeune fille rayonnante d’amour, qui par son regard magnétique accompli ce qui ne sera compréhensible et complètement expliqué qu’uniquement au ciel, et qui ne laissera malheureusement sur cette terre, qu’un très faible échos à peine perceptible.

Avec l’apparition de ce tournant dans la vie du jeune homme le premier pas est fait vers la virilité; l’amour tresse au jeune homme une couronne de roses, en ouvrant pour lui un ciel qu’il ne peut pas encore comprendre ni atteindre. Cet amour, au départ est tourné seulement vers l’objet de son affection, mais ensuite, il guide l’homme dans la prise de conscience de ses devoirs plus sérieux.

Alors le jeune homme impétueux opère une transition vers une virilité plus prudente où la vie devient plus sérieuse et l’homme ne vit plus seul, mais cherche la compagne d’une vie, passant ainsi du célibat à la vie de famille. Là, il doit refréner plus ses passions et porter un regard plus sérieux à sa propre vie en essayant de se soutenir lui-même ainsi que ceux qu’il aime, ce qui lui impose des devoirs dont le jeune garçon n’avait aucun soupçon, de même que le jeune homme, et dont la pleine signification ne pourra être saisie qu’une fois seulement qu’il sera devenu un homme.

Comme un torrent de montagne joyeux et frais le garçon prend brusquement conscience de la colline et en bas de la vallée. Arrivé dans la plaine, alors qu’il conserve toujours une partie de la vitesse qu’il avait au bas des montagnes, il bondit joyeusement entre des banques couvertes de fleurs, perdant cependant de plus en plus de sa vitesse et en se répandant de plus en plus dans la plaine, il fait ainsi la transition avec la virilité.

L’homme a de nouvelles exigences de vie, de nouveaux problèmes et de nouvelles obligations envers sa famille, il entre déjà dans une phase où, l’homme intello-spirituel en lui, de plus en plus formé selon une certaine loi, a ou bien pris la direction vers ce qui est bon, à savoir, la route vers Moi, ou la route opposée, loin de Moi.

Ainsi le flot de sa vie coule en cherchant, en doutant, en construisant son propre Moi avec ce qu’il a trouvé, en se calmant peut-être de plus en plus, en surmontant glorieusement tous les conflits et les doutes et finalement, comme une rivière calme, en coulant doucement vers la vieillesse. Là le mouvement cesse presque totalement et il faut vraiment, comme un hamster, vivre sur le capital accumulé pendant toute la vie.

Malheureusement rien ne peut y être ajouté et le cours entier de vie humaine a été dépensé avec ses tromperies, ses joies et à la fin seulement la moisson des actes accomplis doit être récoltée.

Ainsi le vieil homme se retrouve à la fin de sa vie physique visible, laissant derrière lui un passé qui ne revient jamais, et devant lui un avenir obscur, entre deux mondes, un visible et un invisible, attendant à tout instant l’arrêt de l’horloge de sa vie et du pendule affairé de son corps, autrement dit que son cœur s’arrête.

Heureux sera le vieil homme qui, finalement, après de grands conflits et des perturbations variées, aura au moins garanti pour lui que le vêtement de son âme s’est approché de l’archétype de Mon image, bien qu’incomplètement. Heureux est-il s’il a, bien que tardivement, correctement reconnu sa mission sur cette terre, son Dieu et Seigneur et l’autre monde. Il attendra calmement le moment de son départ ainsi que la dépose de son vêtement actuel; il laissera le monde sans crainte et sans regret, puisque bien que tard, il a trouvé son Créateur et Père, qui, conformément à son cœur toujours jeune le couvrira sûrement à son arrivée d’un nouveau vêtement. Alors, devenant constamment plus beau et plus spiritualisé, il pourra en se perfectionnant toujours, continuer à se rapprocher de Moi pour devenir tout à fait digne du nom : “d’Enfant de Dieu”.

Ici vous avez de décrit devant vous en peu de mots la route suivie par l’enfant, le jeune homme, l’homme et le vieil homme.

Maintenant nous allons étudier l’analogie des phases de cette vie avec les saisons de votre terre et comment l’hiver, le printemps, l’été et l’automne expriment spirituellement d’une façon semblable la même chose, et dans le chapitre suivant vous l’apprendrez dans un sens toujours plus haut.

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FANCIULLO, RAGAZZO, UOMO & VEGLIARDO
Segreto della Vita 5

28 luglio 1870 – Rivelazioni di Gesù Cristo – Comunicazioni ricevute da Gottfried Mayerhofer attraverso la Parola interiore nel 1870-1877

1. Qui tu hai quattro Parole dalla vita umana nonché Parole dalla vita della Terra e dalla Creazione. Tutte queste Parole sono suddivise tra di loro in periodi. Le prime significano le quattro fasi (gradi del divenire) di un uomo, oppure i suoi periodi di vita, in riferimento al suo sviluppo corporeo e spirituale.

2. Ciò che ora verrà qui detto dell’uomo, questo vale nella sua maniera anche per i popoli, i quali devono passare questi quattro periodi nella loro educazione spirituale, così come i grandi periodi nell’educazione di tutta l’umanità.

3. Per iniziare qui regolarmente con questi molti significati e spiegazioni ed anche per terminare ragionevolmente con l’uno, poi rivolgersi all’altro per spiegarlo, mostrando col primo il suo rapporto spirituale, passando poi al terzo secondo la giusta conseguenza, introducendovi poi nel Mio laboratorio ed alla fine esaminando ancora altre quattro grandi Parole spirituali nel loro sublime significato affinché possiate scorgere il tutto in una panoramica visione d’insieme – allora vogliamo suddividere queste grandi parole che Io qui do in più capitoli, e così con il primo, cioè con la spiegazione delle prime quattro Parole, premettere il lato naturale; perciò Miei cari figlioli siate pronti su questo, ad accogliere ciò che di bello il Padre svilupperà qui ancora per voi!

4. Qui vedete dinanzi a voi il percorso a gradi di un uomo, in su ed in giù, durante il suo percorso vitale su questa Terra. Fisicamente va su e giù su questa scala, spiritualmente dovrebbe solamente andare in su.

5. Il bimbo o il fanciullo, nato indifeso, occupa la sua anima in una vita di sogno, non sa e non riconosce nulla, deve prima imparare tutto, perfino i suoi pensieri che con lo sviluppo del suo io si moltiplicano, deve rivestire in un linguaggio, ciò che inizialmente è manchevole, poi man mano che procede il corpo e la facoltà di comprensione – esso diventa sempre più chiaro e caratteristico.

6. Lo spirito, quale Scintilla proveniente da Me, rimane tranquillo, racchiuso nel più interiore del cuore, stimola solo qua e là l’anima a perfezionare secondo la legge il suo corpo per poterlo usare come strumento capace e per portare per un’altra vita nell’aldilà il corpo dell’anima, sviluppatosi regolarmente dal corpo trasformato, allorquando questo corpo terreno non è più servibile all’anima come involucro ed essa ne ha bisogno di un altro.

7. Nel bimbo o fanciullo tutte le passioni dormono ancora, quelle che si rivelano al massimo sono il capriccio e l’ira; queste sono le prime piante parassite che gettano i tralci intorno al giovane tronco della vita, vi si aggrappano e, se non arriva presto un aiuto al tempo giusto, derubano l’intero albero delle sue forze, trasformando i suoi umori e forze in queste due malerbe e crescendo con queste caratteristiche guastano poi l’uomo completamente, dovendo egli, come schiavo di queste passioni, rinunciare quasi del tutto ad ogni progresso spirituale, e procurano molti dispiaceri a sé ed anche agli altri che vengono con lui in contatto.

8. Capriccio ed ira sono alcune delle caratteristiche più potenti della natura satanica; infatti a causa della prima Satana non vuole prendere la via che conduce a Me, ed a causa della seconda caratteristica non può concedere accesso nel suo cuore alla pur minima traccia d’amore che lo renderebbe, invece di selvaggio, più morbido.

9. Così avviene al fanciullo, perché spesso degli sciocchi genitori, invece di lottare contro queste caratteristiche con tutte le forze, ancora le sostengono, credendo che, se non si dà al fanciullo ciò che egli vuole, lo si danneggi nella salute, oppure sono subito pronti con la sconsiderata scappatoia: “Il fanciullo non comprende ciò che vuole; quando sarà più grande, sarà già tutto diversamente!”

10. Stolti genitori! Sì, sarà tutto diversamente; ciò ch’egli come fanciullo esprimeva con lacrime e suoni inarticolati, si trasformerà più tardi contro di voi in durezza e ferenti parole, poi con la sua crescita e con la vostra diminuita, forse degenererà in azioni manesche, dove riceverete indietro in pagamento la vostra bella semina come l’avete meritata.

11. Il fanciullo, che si sviluppa a poco a poco come una pianta e vuole stendere sempre di più le sue braccia fuori dal seno materno nel vasto mondo per afferrare proprio ciò che sta più lontano da lui, cresce con la conoscenza, e con la conoscenza crescono le passioni, e con le passioni cresce la voglia di soddisfarle.

12. Arrivato così ad una età in cui questi impulsi di energia spirituale, animica e fisica, ancora come mescolati l’un l’altro, devono essere purificati, si avvicina la necessità dell’insegnamento e della scuola, il ragazzo deve ricevere un concetto su cosa è bene, cosa è male, cosa è permesso, cosa è proibito, cosa è virtù e cosa è peccato.

13. Qui, in questo stadio di purificazione di tutte le voglie e desideri giovanili, genitori ed insegnanti devono mobilitare tutto per arginare in un severo letto sbarrato, il torrente della baldanza giovanile quasi straripante di tutti i desideri, passioni e brame, porre a lui ostacoli, “affinché non esca fuori dai suoi argini delimitati”.

14. Qui l’anima comincia ad imparare la prima serissima parola dell’uomo spirituale, essa è il freno delle sue passioni, la forza di opporre ai suoi desideri uno scopo ed alle sue ispirazioni ed insinuazioni un giusto sì oppure no.

15. Con la scuola e con l’esempio dei genitori, quali prime guide, entra in un campo successivo, la navicella della vita del fanciullo sguscia tra gioco e studio, istruzioni e punizioni nell’adolescenza già più risvegliato nello spirito e nell’anima; venendo in contatto tanto con altri a lui pari quanto più elevati o più anziani, la giovane anima viene spinta a fare domande su cose che per vero ha ben accettato da bambino senza volontà, ma non l’ha fatto per convinzione nel suo interiore per la spiritualizzazione del suo proprio io.

16. Con l’ingresso in una più elevata sfera della vita, che in verità è ancor anche piena di opinioni ingannevoli, cominciano le domande: “Ma perché questo? Perché quello? – ! – ?”

17. Conforme alle spiegazioni, nell’interiore si costruisce l’uomo spirituale, nel giovane si muovono alla fine anche gli impulsi sessuali, si sente attratto dal sesso femminile che nei suoi anni scolastici gli era indifferente, spesso perfino ripugnante.

18. Quest’impulso, così pericoloso per la natura liberata dalle catene, è certo uno dei più salutari, infatti esso ammansisce spesso le passioni più brutali di un ragazzo depravato, e ciò che non era possibile alla madre, padre ed insegnante, lo contiene uno sguardo da un occhio pieno di amore e felicità d’animo di una fanciulla, la quale non è conscia che in questa magnetizzazione spirituale compie qualcosa che è compreso solo nei Cieli e là troverà un giorno la sua giusta spiegazione, e qui su questa Terra lascia dietro solo una reminiscenza lieve, purtroppo non permanente.

19. Con l’ingresso di questo punto di svolta nella vita giovanile è fatto il primo passo verso l’età adulta; l’amore, che il giovane inghirlanda con rose, che gli fa vedere un cielo aperto che egli non può ancora comprendere né afferrare, questo amore, dapprima rivolto solo all’oggetto della sua affezione, lo guida poi alla consapevolezza dell’uomo e dei suoi assai gravosi doveri.

20. Così il giovane impetuoso si trasforma in uomo avveduto, dove le condizioni di vita diventano più serie, e l’uomo, non vivendo più da solo, bensì cercando una compagna per la vita, dall’esistenza di singolo entra in quella della famiglia, nella quale deve combattere di più le sue passioni per un concetto più serio della propria vita, e per mantenere se stesso ed i suoi gli si impongono dei doveri di cui da fanciullo non aveva nessun presentimento, da giovane nessun concetto, e dei quali come uomo può comprendere solo adesso tutta la portata.

21. Come un giocondo, fresco torrente, saltava il ragazzo su tronchi e sassi; arrivato in pianura, avendo in sé ancora della propria velocità dal pendio fra i monti, scroscia via allegro come torrente della vita tra rive infiorate, ma sempre più perdendo la sua velocità e diffondendosi sempre più nella pianura scorre verso l’età adulta.

22. Come uomo, con i suoi nuovi bisogni vitali, nuove preoccupazioni e nuovi doveri verso la sua famiglia, entra già in uno stadio dove l’uomo spirituale-animico in lui, formato sempre più secondo una determinata legge, ha avviato la tendenza o verso il bene, vale a dire la via a Me, oppure l’opposta, questo significa via da Me.

23. Così il suo torrente della vita prosegue, cercando, dubitando, costruendosi un proprio io dall’incontrato, diventando sempre più quieto, uscendo glorioso da tutte le lotte e dubbi, alla fine da fiume tranquillo va incontro lentamente alla vecchiaia, dove il movimento quasi cessa, e – veramente come il criceto dovrà vivere da sé del capitale raccolto durante la stagione estiva della vita, perché difficilmente sopraggiungerà del nuovo, e tutto ciò che riguarda il corso della vita umana è compiuto, le sue illusioni, le sue gioie – ora finalmente è da intascare il raccolto delle azioni compiute.

24. Così il vegliardo si trova al margine di una vita corporea visibile, dietro di sé un passato che mai più ritornerà, dinanzi a sé un futuro poco chiaro, fra due mondi, uno visibile e l’altro invisibile, aspettando il momento in cui il suo tempo di vita scade, ed il pendolo del suo corpo, il cuore, così spesso agitato, si arresta!

25. Ben per il vecchio che alla fine, dopo violente lotte e molteplici disturbi, si è per lo meno salvato così tanto che la veste della sua anima, anche se non simile, si è certo avvicinata al prototipo dell’Immagine Mia; ben per lui, se egli, anche se tardi, ha ugualmente ben riconosciuto la sua missione su questa Terra, il suo Dio e Signore e l’altro mondo; egli aspetterà tranquillo il momento della separazione in cui verranno scambiati gli abiti, egli lascerà il mondo senza timore e senza rimorsi, perché egli ha, anche se tardi, trovato il Padre suo, il suo Creatore che gli metterà lassù, conforme al suo cuore rimasto sempre giovanile, certamente anche una fresca giovanile veste, affinché là, quale giovane eternamente bello e diventando sempre più spirituale, si possa avvicinare sempre di più a Me, sul gradino del perfezionamento per diventare del tutto degno del Nome – “figlio di Dio”!

26. Qui avete la via del fanciullo, del ragazzo, dell’uomo e del vegliardo, rappresentatovi in pochi contorni.

27. Adesso vogliamo vedere come corrispondono queste epoche di vita analogamente con le stagioni del vostro globo terrestre, e fino a qual punto l’inverno, primavera, estate ed autunno esprimono nella medesima maniera lo stesso spirito con il fanciullo, giovane, uomo e vegliardo; questo è ciò che dovete apprendere nel seguente capitolo in un senso ancora più alto!

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50. Zweifel an Jesu Allmacht & Unfehlbarkeit? Die Beilegung eines Sturmes… – Doubts about Jesus’ Omnipotence & Infallibility? The Stilling of the Tempest

PREDIGT / SERMON 50
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flagge de  50. Zweifel an Jesu Allmacht und Unfehlbarkeit?

Predigten des Herrn – Predigt 50
Zweifel an Jesu Allmacht und Unfehlbarkeit?

Geoffenbart an Gottfried Mayerhofer
(1. Mai 1872)

Matthäus 8, 23-27 – Beilegung eines Sturmes
Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein grosses Ungestüm im Meer, also dass auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief.

Und die Jünger traten zu ihm, weckten ihn auf und sprachen: “Herr, hilf uns, wir verderben!” Da sagte er zu ihnen: “Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?” Er stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da ward es ganz stille.

Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: “Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam ist?”

So spricht der Herr:

1. Dieses Evangelium erzählt davon, wie Ich einst in ein Schiff stieg und, als sich ein grosser Sturm erhob und Ich eingeschlafen war, von Meinen Jüngern aufgeweckt wurde, damit Ich dem Sturm und dem Meer Ruhe gebieten möchte.

2. Diese Tat geschah nur vor den Augen Meiner Jünger, obwohl auch am Land stehende Menschen beobachtet hatten, wie auf Mein Geheiss die Wogen sich legten und der Sturm verstummte. So gab Ich Meinen Begleitern einen neuen Beweis, dass Ich nicht allein Herr des Todes und des Lebens, sondern auch Herr der ganzen sichtbaren Natur bin.

3. Obwohl diese Tat manchem hätte die Augen öffnen können, mit wem er es zu tun habe, begriffen doch wenige, dass Ich mehr als Mensch, dass Ich Gottes Sohn oder Gott selbst war. Meine Jünger verloren den Mut, als der Sturm seine Kraft vermehrte, und weckten Mich voll Angst, weil sie glaubten, ihr Ende sei nahe. Sie hätten das nicht denken sollen, da sie Mich so ruhig schlafen sahen. Aber ihnen war der Begriff ,Sohn Gottes` noch nicht klar, und deswegen seht ihr sie in verschiedenen Fällen verzagt und an Meiner Allmacht zweifeln, obgleich sie Mich erst einige Augenblicke vorher Taten verrichten sahen, die kein gewöhnlicher Mensch, sondern nur Der verrichten kann, der weit über alles Körperlich-Materielle hinaus die Fäden der ganzen Schöpfung fest in Seiner Hand hält. Meinen Jüngern zeigte Ich oftmals durch Wundertaten Meine Macht, und doch konnten sie sich nicht ganz mit dem Gedanken befreunden, dass sie es mit keinem gewöhnlichen Erden, – sondern mit einem Gottmenschen zu tun hätten. Stets liess Ich die Umstände sich so gestalten, dass ausser Meiner Lehre Meine Taten noch deutlicher von Dem zeugen sollten, der Mich gesandt hatte. Sogar nach Meinem Tode, bei Meinem Wiedererscheinen unter Meinen Jüngern, gab es noch Zweifler, wie Thomas zum Beispiel einer war.

4. Was in jenen Zeiten unter Meinem direkten, sichtbaren Einfluss so schwer war, ist jetzt, wo Ich entweder durch eigens dazu bestimmte Schreiber oder durchs Herz eines jeden Menschen mit ihm rede, noch schwerer und zweifelhafter geworden. Jetzt sollen und müssen Meine Worte genügen, da die Zeit des notgedrungenen Glaubens vorbei ist und keine Wundertaten mehr ausgeführt, noch durch Mitwirkung anderer Menschen zugelassen werden. Die meisten, welche jetzt an Mein Wort glauben, sind nicht im mindesten von der Unfehlbarkeit desselben überzeugt. Auch ihnen ergeht es bei der geringsten Gefahr wie den Jüngern, d.h. auch sie zweifeln an Meinen Versprechungen, an Meinen Worten.

5. Die Lage, als Ich mit Meinen Jüngern in einem Schiff weilte, entspricht bei einem jeden Menschen seinem eigenen Lebensschiff, in welchem Ich als göttlicher Funke schlummere, bis Unglücksfälle aller Art den Menschen drängen, seine Zuflucht bei Mir zu suchen.

6. Es geht den meisten Menschen wie Meinen Jüngern. Solange es ihnen nicht schlecht geht, kommen sie nicht zu Mir. Meine Jünger glaubten sich verloren und riefen Mich an. Der Mensch sucht in bedrängten Lagen, in denen ihm die Gebrechlichkeit alles Irdischen die Maske der nackten Wirklichkeit zeigt, im Innern seines Herzens Trost und Ruhe zu gewinnen, welche er von der Aussenwelt umsonst erwartet. Bis dahin schlummerte Ich auch bei diesem Menschen. Er betrachtete Mich nicht als etwas Notwendiges und Wirkliches, sondern als etwas Eingebildetes, ihm von anderen, z.B. von Priestern Eingeredetes, das aller Realität entbehrend den Menschen nur aus dem Grunde gelehrt wurde, um die Macht der Priester zu vermehren, während das geistige Wohl der Menschen gar nicht in Betracht gezogen wurde.

7. Wenn dann das Lebensschifflein, von weltlichen Stürmen gepeitscht, umhergeworfen wird, dann kommen Angst, Zweifel und Furcht. Man sucht alle Lehren hervor, die der Seele durch die Erziehung eingebleut wurden, erfährt aber mit Schaudern, dass alle diese Dogmen und schönen Sprüche nicht geeignet sind, der geängstigten Seele Ruhe und Frieden zu geben. Dann wendet sich der Mensch an den in ihm schlummernden göttlichen Geist. Dann sucht er in der bis dahin nicht beachteten Innenseite des menschlichen Lebens eine Stütze, damit er unter der Macht der Umstände nicht zugrunde gehe. Und wenn er diesen inneren Schatz gefunden hat, wenn er begriffen hat, wie wenig alles Materielle gegen einen einzigen Gedankenblitz aus diesem Heiligtum ausmacht, dann glätten sich die Wellen. Es schweigen die Winde der Leidenschaften, der Besorgnisse, und Ruhe und Frieden kehren mit ihm in die Aussenwelt zurück; denn die Aussenwelt selbst war nicht trüber, sondern nur der Blick in diese war getrübt. Da sagt dann der im Innern geweckte göttliche Funken zur geängstigten Seele: “Aber warum bist du denn so kleinmütig, wo du doch einen solchen Herrn über alles Leibliche in dir trägst?”

8. Seht, so hat diese Tat auf dem See ihre geistige Entsprechung im menschlichen Einzelleben.

9. Auch im Leben der Völker ist ein Funken göttlicher Triebkraft, welcher sie zuzeiten zum Denken anregt, damit ebenso wie der einzelne auch ein ganzes Volk sich seiner Mission auf dieser Erde bewusst werde. Denn alles, was auf dieser sichtbaren Welt vorgeht, ist nur ein einfaches Wirken der Liebe, um das Seelisch-Geistige im Menschen zur Geltung zu bringen.

10. Es geht dieser Prozess aber auch im Leben der Tiere, Pflanzen und Steine vor sich, ist dort aber nur geistigen Augen sichtbar. Das Sich-Gestalten, Sich-Formen und Sich-wieder-Zersetzen aller Materie ist kein anderer Drang als der des erweckten Geistes, welcher in der Materie gebunden und schlummernd lag. Das Aufwärtsschreiten von Stufe zu Stufe, das Sich-Vervollkommnen könnte nicht stattfinden, wäre nicht im Innersten der Materie der durch äussere Umstände geweckte Geist.

11. Wie in jener Zeit das Schifflein mit Meinen Jüngern und mit Mir die ganze Welt ausmachte, welche auf dem beweglichen Element, dem Wasser, herumgeschleudert wurde, ebenso ist das durch äussere Einwirkung hervorgerufene Anregen des in der Materie liegenden Geistes das gleiche, das zum Fortschreiten und zur Vervollkommnung drängt. Meine Jünger mussten ebenfalls durch verschiedene Ereignisse zum Fortschreiten im Glauben und Vertrauen veranlasst werden. Sie mussten erstarken, damit sie in den künftigen Lebensstürmen nicht zweifelten, sondern fest vertrauten.

12. Der Geist ist in der festen Materie ein unbewusster Trieb, offenbart sich beim Tier als Instinkt und ist beim Menschen der am höchsten ausgebildete göttliche Funken. Der Mensch soll erstarken in dem Bewusstsein, dass er nicht nur ein Erden, sondern auch ein Weltenbürger ist, der zwischen zwei Welten stehend auf dieser Erde zwar die materielle Überkleidung hat, dabei aber auch das geistige Ebenbild eines höchsten Wesens, des Schöpfers ist, der weit hinaus über alle Vergänglichkeit im Unendlichen wohnt. Er will Seine Abkömmlinge zu dem erziehen, wozu Er sie erschaffen hat, zu Veredlern der Materie, zu Vergeistigern des Groben und Festen und zu ewigen Bewohnern eines Geisterreiches, in dem die Materie einst ihren ersten Ursprung genommen hat und ihr letztes Ende finden muss und wird.

13. Daher seid auch ihr beflissen, den göttlichen Funken im Innern zu wecken, zu kultivieren und zu verstehen, damit ihr auf des Lebens bewegten Wogen, unter den Stürmen der Leidenschaften, Verhältnisse und Ereignisse nicht den Mut verliert wie einst Meine Jünger im Schifflein, sondern stets dessen eingedenk seid, dass euer Vater bei euch ist. Wenn auch Seine Stimme nicht immer vernehmbar ist, so schläft Er doch nicht, sowenig als Mein göttlicher Geist in dem Schifflein Meiner Jünger geschlafen hat, sondern nur geduldig abwartete, bis eine neue Kleinmütigkeit die Schwäche Meiner Jünger offen an den Tag legte.

14. Dort gebot Ich den Winden und dem Meer Ruhe; ebenso wird der, welcher Mich in seinem Innern suchen wird, durch den in ihm geweckten göttlichen Geist auch Ruhe und Frieden – vorerst in seinem Innern – haben und dann diese Ruhe auch auf die Aussenwelt übertragen können.

15. Dies merket euch, und verzweifelt nicht sogleich, wenn eure Wünsche nicht immer so erfüllt werden, wie ihr es gerne haben möchtet! Erstarket auch ihr im Glauben und im Vertrauen auf euren in euch gelegten göttlichen Geist! Amen.

flagge en  50. Doubts about Jesus’ omnipotence and infallibility?

The Lord’s Sermons – Sermon 50
Doubts about Jesus’ omnipotence and infallibility?

Revealed to Gottfried Mayerhofer
(May 1st, 1872) – spoken by Pascal

Matthew 8:23-27 – The Stilling of the Tempest
And when he was entered into a ship, his disciples followed him. And, behold, there arose a great tempest in the sea, insomuch that the ship was covered with the waves: but he was asleep.

And his disciples came to him, and awoke him, saying, Lord, save use: we perish. And he saith unto them, Why are ye fearful, O ye of little faith? Then he arose, and rebuked the winds and the sea; and there was a great calm.

But the men marvelled, saying, What manner of man is this, that even the winds and the sea obey him!

Thus says the Lord:

1. This Gospel tells how I once had boarded a ship and fallen asleep, when a great tempest arose and My disciples woke me that I might still the tempest and the sea.

2. This happened only before the eyes of My disciples, although people on land, too, had observed how, upon My Word, the waves calmed down and the tempest ceased. Thereby I gave My companions another proof that I was not only the Lord of death and life but also the Lord of all visible nature.

3. Although this act should have opened the eyes of many as to Who I actually was, only few comprehended that I was more than a man, that I was the Son of God, or God Himself. As the storm kept growing in force, My disciples lost heart and woke Me full of fear, thinking that the end had come. They shouldn’t have thought that seeing Me sleeping so peacefully! However, the concept ‘Son of God’ was not clear to them as yet, and that is the reason why you see them on various occasions lose heart and doubt My omnipotence, notwithstanding the fact that they had only just seen Me perform deeds no ordinary man could perform, but only He Who, far above all that is physical-material, is firmly holding in His hand the threads of all creation. I often revealed My power to My disciples through miracles, but they still could not quite get used to the idea that they were not dealing with an ordinary mortal, but with a divine man. At all times I arranged the circumstances in such a way that besides My teaching My deeds had to bear even clearer witness of Him Who had sent Me. Even when I returned after My death there were still doubters as, for instance, Thomas.

4. That which was already so difficult in those times under My direct, visible influence, has now, when I speak to you either through specially chosen scribes or through a person’s heart, become even more difficult and doubtful. Now My words shall and must suffice, since the time of compulsory belief is past and no more miracles are performed or allowed through the participation of other people. Most of those who now believe in My Word are not in the least convinced of its infallibility. At the slightest danger, that which happened to My disciples is also happening to them now, that is, they, too, doubt My promises, My words.

5. The situation as it was when I was on the ship with My disciples corresponds to everyone’s own ship of life, wherein I am asleep as the Divine Spark until all kinds of calamities compel a person to seek refuge with Me.

6. With most people it is the same as it was with My disciples: While they are not in danger, they do not come to Me. My disciples believed that they were lost and called to Me. In difficult situations, when the frailty of all earthly things reveals to him plain reality unmasked, man seeks comfort and peace within his heart, which he expects from the outer world in vain. Until then I had been lying asleep also within him. He did not regard Me as something essential and real, but as something imagined, unreal, a make-believe which others, usually priests, taught men for the sole reason of enhancing their own power, whilst man’s spiritual welfare was being ignored.

7. But when the little ship of life is tossed about by worldly storms, then worry, doubts and fears arise. All the doctrines that were drummed into a person through his education are then remembered, but he finds that neither dogmas nor nice aphorisms are of any use for bringing tranquility and peace to his frightened soul. Then man turns to the divine spirit dormant within him, seeking support in the so far ignored inner centre of human life, so as not to perish under the force of circumstances. And when he has discovered this inner treasure, when he has comprehended how little all material things are worth compared with a single flash of thought from this sanctuary, then the waves will calm, the winds of passions and anxieties will be stilled, and tranquility and peace will return to the external world. Acutally, this external world itself has not been disturbed, only the view of it. Then the divine spark awakened within man’s heart says to the frightened soul: “But why are you so faint-hearted when you are carrying within you such a Lord over all that is physical?”

8. Behold, this is the spiritual correspondence to the individual human life of that act on the sea.

9. In the life of nations, too, there is a spark of the divine motivating force which at times causes them to think, so that just as the individual, also a whole nation may become conscious of its mission on this earth. For everything that happens in this visible world is only a simple effect of love destined to bring out that which is of the soul and spirit in man.

10. This process also takes place in the life of animals, plants and stones, where it is, however, visible only to the eyes of the spirit. The forming, shaping and dissolving of all matter is nothing but the impulse of the awakened spirit that had been lying bound and dormant in matter. The progression and self-perfection from stage to stage could not take place if there did not dwell within matter the spirit awakened through outer circumstances.

11. As in those times the little ship with My disciples and Myself constituted the whole world being tossed about on the water, the changeable element, thus the stirring up through external effects of the spirit within matter is that factor which urges toward progress and perfection. My disciples’ progress in faith and trust had to be brought about by various events. They had to become strong so that in the future storms of life they would not doubt but have firm trust.

12. In solid matter the spirit is an unconscious impulse which, in the animal, manifests as instinct and in man as the most highly developed divine spark. Man shall become more and more aware that he is not only a mortal, but a universal being which, standing between two worlds, has its material envelopment on this earth, but at the same time is also the spiritual image of a Supreme Being, the Creator, Who dwells in infinity high above all that is transient. He wants to educate His descendants to that for which He has created them, namely, purifiers of matter, spiritualizers of the coarse and the solid, and eternal dwellers in a realm of the spirit where matter once originated and where it must and will find its ultimate destination.

13. Therefore, you, too, must make every effort to awaken the divine spark within you, cultivate and understand it, so that on life’s rough seas and in the tempests of passions, circumstances and events, you do not lose courage as did once My disciples in the ship, but keep remembering that your Father is with you. His voice may not always be heard, but He is not asleep, just as My Divine Spirit was not asleep in My disciples’ little ship, but was waiting patiently for another faint- heartedness that would reveal the weakness of My disciples.

14. There I rebuked the winds and the sea, so that they became calm; thus the person who will seek Me within himself shall have, thanks to the divine spirit awakened within him, tranquility and peace – first in his own heart, and then he will be able to pass it on also to the external world.

15. Remember this and do not despair the moment your wishes are not promptly fulfilled in the way you would like it! You, too, must become strong in faith and trust in the divine spirit within you! Amen.

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Predica 50 – Gesù quieta la tempesta

Ventiquattresima dopo Pentecoste
( XXXIa del Tempo Ordinario )

Matteo 8, 23-27: «Gesù salì su una barca, e i suoi discepoli lo seguirono. E vedi, allora si scatenò nel mare una violenta tempesta, così che anche la barca fu ricoperta dalle onde; ed egli dormiva. I discepoli però accostatisi a lui, lo svegliarono e dissero: “Signore aiutaci, siamo perduti!”. Allora egli disse loro: “Perché, voi uomini di poca fede, avete tanta paura?”. Egli si levò e minacciò i venti ed il mare. Allora ci fu grande quiete. Gli uomini però si meravigliarono e dissero: “Chi è costui che i venti ed il mare gli obbediscono?”.»

(Il 1 maggio 1872)

1. Questo Vangelo narra di come un giorno, salito su una barca, quando si levò una violenta tempesta, poiché Mi ero addormentato, Io fui svegliato dai Miei discepoli, affinché imponessi la quiete alla tempesta stessa, e al mare.

2. Ciò avvenne solo davanti ai loro occhi, sebbene anche quegli uomini che stavano a terra, avessero osservato come al Mio comando le onde si fossero placate e la tempesta fosse cessata. Così diedi ai Miei accompagnatori una nuova prova che Io non solo ero Signore della Vita e della morte, bensì anche Signore dell’intera natura visibile.

3. Sebbene però quest’episodio abbia potuto aprire gli occhi a più di uno, su Colui con il Quale avevano a che fare, solo pochi compresero che Io, più che un uomo, ero il Figlio di Dio, ovvero Dio stesso. I Miei discepoli si persero d’animo, quando la tempesta aumentò la sua forza e, pieni di paura, Mi svegliarono, credendo che la loro fine fosse vicina. Eppure, giacché Io dormivo così tranquillo, non avrebbero dovuto pensarlo! A loro però non era ancora chiaro il concetto di ‘Figlio di Dio’, e per questa ragione in differenti casi si mostravano scoraggiati e in dubbio sulla Mia Onnipotenza, nonostante Mi avessero visto solo alcuni istanti prima, compiere atti che nessun uomo comune poteva compiere, bensì soltanto Colui che, oltre tutte le cose fisiche-materiali, tiene saldamente nelle Sue mani i fili dell’intera Creazione. Con prodigi, Io dimostrai loro spesse volte il Mio potere, eppure essi non riuscivano del tutto a familiarizzare con il pensiero di non aver a che fare con un comune uomo terreno, bensì con un Uomo divino. Sempre facevo disporre le circostanze così che, oltre alla Mia Dottrina, le Mie opere dovessero testimoniare ancor più chiaramente Colui che Mi aveva inviato. Perfino dopo la Mia morte, alla Mia ricomparsa tra di loro, ci fu chi ancora era scettico, come Tommaso, per esempio.

4. Ciò che in quel tempo era così difficile credere, pur sotto il Mio diretto, visibile influsso, adesso che Io parlo per mezzo di scrivani espressamente destinati, oppure attraverso il cuore di ciascuno, è divenuto ancor più difficile e dubbioso. Adesso, devono e dovrebbero bastare le Mie parole, poiché il tempo della fede obbligata è passato, e di prodigi non ne saranno più operati, tanto meno saranno concessi con il concorso di altri uomini. Eppure, la maggioranza di quelli che ora credono alla Mia Parola, non è convinta per nulla dell’infallibilità della stessa. Anche loro si perdono al minimo pericolo come i discepoli, vale a dire, dubitano delle Mie promesse e delle Mie parole.

5. La situazione, quando Mi trovavo con i Miei discepoli su una barca, corrisponde per ogni uomo alla sua stessa barca della vita, nella quale Io sonnecchio come Scintilla divina, finché sciagure d’ogni genere non lo spingono a cercare il suo rifugio presso di Me.

6. Alla maggioranza degli uomini accade come ai Miei discepoli. Finché a loro non va male, non vengono da Me! Non appena però si credono perduti, essi m’implorano! Quando l’uomo è in una situazione penosa, in cui la fragilità di tutte le cose terrene gli mostra la maschera della nuda realtà, egli cerca di ottenere nell’interiore del proprio cuore, quel conforto e quella quiete che invano attendeva dal mondo esteriore. Fino a quel momento, anche in lui Io sonnecchiavo. Egli non Mi considerava come qualcosa di necessario e di reale, bensì come qualcosa d’immaginario insegnatogli, anzi inculcatogli da altri, per esempio i sacerdoti, solo per la ragione di accrescere il loro stesso potere, mentre il suo benessere spirituale non era mai preso in considerazione.

7. Quando poi la navicella della vita, sferzata dalle tempeste del mondo, è sbattuta qua e là, allora sopravvengono paura, dubbi e timori. Si va cercando in tutte le dottrine che furono inculcate con l’educazione, sperimentando però con raccapriccio, che quei dogmi e quelle massime non sono adeguati per donare all’anima impaurita, pace e tranquillità. Allora l’uomo si rivolge allo Spirito divino sonnecchiante in lui, e cerca un sostegno nella parte interiore della sua stessa vita, fino allora non considerata, per non dover soccombere sotto la forza delle circostanze. E quando egli ha ritrovato questo tesoro interiore, quando ha compreso quanto poco valore abbia tutto il materiale, rispetto a una singola ispirazione proveniente da questo santuario, allora le onde si placano. Tacciono i venti delle passioni e delle preoccupazioni, e quiete e pace ritornano con lui nel mondo esterno; il mondo esterno stesso, infatti, non era fosco, ma lo era unicamente lo sguardo che ad esso si rivolgeva. Allora la Scintilla divina risvegliatasi nell’interiore, dirà all’anima impaurita: “Perché sei così timida, quando porti in te un tale Signore di tutte le cose materiali?”.

8. Vedete, in questo modo l’episodio sul lago ha la sua corrispondenza spirituale nella vita umana di ciascuno.

9. Anche nella vita dei popoli c’è una scintilla di forza motrice divina che in certi momenti incita alla riflessione, affinché parimenti al singolo uomo, anche un intero popolo divenga consapevole della sua missione su questa Terra. Tutto ciò che avviene in questo mondo visibile, infatti, è solamente un semplice effetto dell’Amore, per mettere in risalto lo spirituale-animico nell’uomo.

10. Questo processo avviene anche nella vita degli animali, delle piante e delle pietre, lì però è visibile solo agli occhi spirituali. Il prender forma, modellarsi e decomporsi di nuovo di tutta la materia, non è altro impulso che quello dello Spirito ridestato, il quale era prima legato e sonnecchiante nella materia. Il procedere verso l’alto di grado in grado, il perfezionarsi, non potrebbe avvenire se nel più intimo della materia non ci fosse lo Spirito ridestato dalle circostanze esterne.

11. Come in quel tempo la barca con i Miei discepoli e con Me, rappresentava l’intero mondo scaraventato intorno sull’elemento mobile, sull’acqua, altrettanto è lo stimolo provocato dalle influenze esterne dello Spirito giacente nella materia, che spinge al progresso e al perfezionamento. I Miei discepoli dovevano parimenti essere spinti da varie circostanze, a progredire nella fede e nella ferma fiducia, per fortificarsi e non dubitare nelle future tempeste della vita.

12. Lo Spirito nella solida materia, è un impulso inconscio che si manifesta nell’animale come istinto, nell’uomo come Scintilla divina sviluppata al massimo. L’uomo deve rafforzarsi nella consapevolezza che egli non è soltanto un abitante della Terra, bensì di tutto l’universo, il quale stando tra due mondi, ha rivestito su questa Terra il materiale, però è anche l’immagine spirituale di un Essere supremo, di un Creatore che dimora nell’infinito, ben oltre ogni cosa peritura. Egli vuole educare la Sua stirpe a quello per cui è stata creata: nobilitare la materia, spiritualizzare il grossolano e rigido, abitare eternamente un Regno dello Spirito, dove un giorno la materia stessa ebbe la sua prima origine, e dove dovrà trovare e troverà la sua ultima conclusione.

13. Siate perciò anche voi solleciti a ridestare la Scintilla divina nell’interiore, a coltivarla e a comprenderla, e non perdete il coraggio sulle onde agitate della vita, sotto le tempeste delle passioni, delle condizioni e degli avvenimenti, come un giorno i Miei discepoli nella barca, ma siate sempre memori che il Padre vostro è presso di voi. Anche se la Sua voce non è sempre percettibile, Egli in ogni modo non dorme, come non dormiva il Mio Spirito divino nella barca dei Miei discepoli, ma attendeva solo pazientemente che un nuovo momento di timidezza manifestasse apertamente la debolezza dei Miei discepoli.

14. Là Io comandai quiete ai venti e al mare; altrettanto, colui che Mi cercherà nel suo interiore avrà quiete e pace, tramite lo Spirito divino ridestato in lui, e potrà poi trasmetterle anche al mondo esteriore.

15. Ricordatevi di queste cose, e non disperate se i vostri desideri non si realizzeranno subito, così come volentieri vorreste, ma rafforzatevi anche voi nella fede e nella fiducia sul vostro divino Spirito posto in voi! – Amen!

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Copia da http://www.legamedelcielo.it/mayerhofer/prediche/predica_21.htm
4. August 2016 – hes – jesus-comes.com

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Flag-chinese-standard-mandarin-270x180px  上帝的佈道佈道50 對耶穌的無所不能和無誤的懷疑?
  向戈特弗里德邁耶霍費爾揭幕

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上帝的佈道佈道50
對耶穌的無所不能和無誤的懷疑?
向戈特弗里德邁耶霍費爾揭幕

(1872年5月1日) – 帕斯卡爾

馬太福音8:23-27  – 暴風驟雨

當他進入一艘船時,他的門徒跟著他。看哪,在海中發生了大風大浪,因為船上有波濤淹沒,但他睡著了。

他的門徒來到他面前,叫醒他,說,主啊,救救我們,我們就滅亡了。他對他們說,你們這小信的人哪,你們為甚麼膽怯?然後他起來,責備風和海;它们很平靜。

但這些人驚訝地說,這是什麼樣的人,連風和海都聽從他!

主如此說:

1.這本福音書講述我曾如何登上船而睡著,當一場大風暴起來時,我的門徒叫醒我,我仍然可能平靜暴風雨和大海。

2.這只發生在我的門徒眼前,雖然陸地上的人也觀察到,在我的話語中,波浪如何平靜下來,風暴已經停止。因此我給了我的同伴另一個證明,證明我不僅是死亡和生命的主,也是所有可見性自然的主。

3.儘管這種行為應該讓許多人看到我實際上是誰,但只有少數人理解我是一個更高的人,我是神的兒子,或者神自己。隨著暴風雨不斷增加,我的門徒失去了內心,並充滿恐懼地將我驚醒,並認為結局已經到來。他們不應該想到看到我如此平靜地睡覺!然而,“神的兒子”這個概念到目前為止对他们来说還不清楚,這就是為什麼你看他们在各種場合看到他們失去了內心和懷疑我的無所不能,儘管他們只看到我的行為並不是普通人類可以表演,但是只有祂遠遠超過物質材料,才能牢牢抓住所有創造的線索。我經常通過奇蹟向門徒顯示我的權力,但他們仍然不太習慣這樣的想法:他們不是在處理一個普通的凡人,而是在與一個神聖的人打交道。在任何時候,我都以這樣的方式安排了環境,除了我的教導外,我的行為必須更加清楚地證明那差我來的主。即使在我死後复活回來的時候,仍然有懷疑者,比如托馬斯。

4.現在,在我直接的,明顯的影響下,那些已經非常困難的事情,現在,當我通過專門選擇的文士或者通過一個人的心與你談話時,變得更加困難和令人懷疑。現在我的話必須充足,因為強制性信仰的時代已經過去,沒有更多的奇蹟 實現或允許通過其他人的參與。大多數現在相信我的話的人並不完全相信其無誤。毫無危險的是,在我的門徒所發生的事情現在也發生在他們身上,也就是他們也懷疑我的諾言,我的話語。

5.與我的門徒在船上時的情況相當於每個人的自己的生命之船,其中我像神聖之火一樣睡著,直到各種災難迫使一個人向我尋求避難。

6.對於大多數人來說,它和我的門徒是一樣的:雖然他們沒有危險,但他們不會到我這裡來。我的門徒相信他們已經迷失了,並呼喚我。在困難的情況下,當一切塵世的事物脆弱,揭示出樸素的真實時,人會在心裡尋求安慰與平安,而這是他從外部世界徒勞的期望。在那之前,我一直在他身邊睡著。他並沒有把我看作是真實的東西,而是一種虛幻的幻想,其他人(通常是牧師)為了增強自己的力量而教導人類,而人類的精神福利卻被忽視。

7.但是當生命中的小船被世俗的風暴所拋棄的時候,擔心,疑慮和恐懼產生。所有通過他的教育被帶入一個人的教義都被記住了,但他發現,無論是教條還是好的格言都沒有什麼用來為他的受驚的靈魂帶來寧靜和平靜。然後人轉向在他內部潛伏的神聖精神,尋求支持在迄今為止被忽視的人類生活的內心,以免在環境的壓力下滅亡。當他發現了這個內在的寶藏時,當他理解了所有物質的價值與來自這個聖所的一閃一閃的想法相比是多麼的少的時候,那麼海浪就會平靜下來,激情和焦慮的風將會停止,寧靜和和平將回到外部世界。實際上,這個外部世界本身並沒有受到干擾,只有看它的觀點。然後,在人心中驚醒的神聖火花對那受驚的靈魂說:“但是當你把一個這樣的主带在你身體內的時候,你有什麼可如此膽怯?”

8.看哪,這是精神與在海上行動的個人生活一致。

9.在民族的生活中,也有一種神聖的激勵力量的火花,有時使他們思考,以致正如個人,也是整個國家可能意識到它在地球上的使命一樣。因為在這個可見的世界裡發生的一切都只是愛的簡單效果,注定要表現出人的靈魂和精神。

10.這個過程也發生在動物,植物和石頭的生活中,然而,只有精神的眼睛才能看到它。所有物質的形成,塑造和消解只不過是在物質中被束縛和沈睡的覺醒精神的衝動。如果沒有在外在環境中喚醒的精神內部停留,那麼從階段到階段的進步和自我完善就不會發生。

11.正如在那些與我的弟子和我自己組成的小船構成了整個世界被拋在水面上,變化的因素通過物質內部精神的外部效應激起的是推動進步和完善的因素。我的門徒在信仰和信任方面的進步必須由各種事件帶來。他們必須變得強壯,以便在未來的生活風暴中,他們不會懷疑,但有堅定的信任。

12.在固体物質上,精神是一種無意識的衝動,它在動物中表現為本能,人類是最高度發展的神聖火花。人會越來越意識到,他不僅是一個凡人,而且是一個宇宙上的普遍的存在,站在兩個世界之間,具有物質包裹在這個地球 的人,同時也是一個至尊存在的精神形象,造物主,他居住在無限遠高於一切的瞬間。他希望教導他的後代他創造了他們的事物,即物質的淨化者,粗糙和堅實的精神分子,以及永恆的精神領域的居民,物質曾經起源的精神領域以及它必須和將會發現它的最終目的地。

13.因此,你也必須盡一切努力喚醒你內在的神聖火花,培養和理解它,以便在生活波濤洶湧的大海和激情,環境和事件的暴風雨中,你不會像以前一樣失去勇氣我在船上的門徒,但要記住你的父與你同在。他的聲音可能並不總是被聽到,但他並沒有睡著,就像我的神靈在我的門徒的小船上沒有睡著,而是耐心地等待另一個顯露我門徒軟弱的隱隱。

我在那裡責備風和海,讓他們平靜下來;因此,在他內心尋求我的人將會感謝在他內部被喚醒的神聖的靈魂 – 寧靜與平和 – 首先在他自己的心中,然後他將能夠將它傳遞給外部世界。

15.記住這一點,當你的願望沒有按照你喜歡的方式迅速實現時,不要絕望!你也必須信仰堅強,並信靠你內在的神聖精神!阿門。

 

Gott offenbart Schöpfungs-Geheimnisse… Kapitel 19 – Ein Wasserfall

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GOTT OFFENBART Schoepfungs-Geheimnisse - Ein Wasserfall - Durch Gottfried Mayerhofer
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Unser Schöpfer und Gott offenbart Schöpfungsgeheimnisse
durch Gottfried Mayerhofer am 29. Juni 1873

19. Kapitel – Ein Wasserfall

1. Du hast gestern abend eine Beschreibung des Niagarafalles gelesen und dabei Meiner und der Schönheit Meiner Natur gedacht.

2. Da aber in allem, was sichtbar vor euren Augen steht, ein noch tieferer Grund des Bestehens sowohl, als der Wirkung des Einzelnen auf das Ganze besteht, so will Ich dir hier wieder mit einigen Worten beweisen, daß in allem noch etwas ganz anderes steckt, als die Menschen oft wähnen.

3. Gut, der Beschreiber des Niagara-Falles hat Meine Natur, das heißt ein kleines Stück derselben bewundert; die Großartigkeit des Schauspiels, der Lärm, das Gebrause der Wasser hat in ihm Gefühle erregt, die er nicht umhinkonnte wiederzugeben, um auch andern einen Begriff zu machen von dem ewig gleichen Triebe, der in Meiner ganzen Natur herrscht und “Leben” heißt.

4. Hier bei diesem Wasserfall donnerte ihm die Wassersäule ins Ohr, was er bei einem leichten Säuseln des Windes oder bei einem Lichtstrahl aus fernen Sonnen ebenfalls hätte vernehmen können, wenn er Ohren dafür hätte. Allein der gewaltige Wassersturz übertäubt oder betäubt das menschlichirdische Gefühl, und unter diesem mächtigen Kampf von Wasser, Luft und Erde kam ihm der Mensch so winzig, so klein vor, daß er nicht umhinkonnte, Meine Macht, wenn er es gleich nicht wollte, doch als bestehend anzuerkennen.

5. Nun, solche Natur-Szenen haben immer das demütigende Gefühl zur Folge, welches den Menschen zwingt, seine eigene Größe in nichts zusammensinken zu sehen.

6. Erfreulich ist es doch, wenn auch nur wenigstens ein Ahnen eines geistigen Reiches anerkannt wird, welches durch dieses großartige Naturschauspiel hervorleuchtet und den Menschen zwingt zu gestehen, was er eben unter anderen Umständen nicht will, nämlich: daß es doch einen Gott geben muß, der dieses alles geschaffen hat, und zwar zum Nutzen und zur geistigen Sprache für den Menschen, damit er doch manchmal erinnert werde, daß alle seine Erfindungen, seine eingebildete Größe eine Null sind und bei Natur und Elementarereignissen er eben diese Nichtigkeit selbst eingestehen muß.

7. Dieses alles ist aber nicht der Zweck dieses Wortes, sondern Ich will den Niagara-Wasserfall zu etwas anderem benutzen, und zwar zur Frage:

8. Warum ist denn eigentlich ein Wasserfall, groß oder klein, da?

9. Hätte Ich nicht die Erde so gestalten können, daß sie keine Gebirge und keine Vertiefungen hätte, daß überall Flachland und die Bäche, Flüsse und Ströme ganz ruhig in ihrem Bett dem Meere zuliefen?

10. Auf diese Frage eine genügende, aber geistige Antwort zu geben, das soll der Zweck dieses Wortes sein, und Ich will euch wieder beweisen, wie viel des Tiefen, Geistigen, auch notwendig Materiellen dazu gehört, einen Weltkörper zu erschaffen, daß er sich dann selbst erhält, vervollkommnet und so seine Mission zu höheren Zwecken erfüllt.

11. Nun sehet, Meine Kinder, das Leben, sei es materielles, das heißt geistig gebundenes, oder freies, seelisches, kann sich überall nur so manifestieren, daß ein Entstehen, dann ein teilweises Verbleiben und dann ein endliches Vergehen seine Phasen der Entwicklung bezeichnet.

12. Das Leben im materiell Sichtbaren ist Reibung, Entwicklung der Wärme, des Lichtes, nach und nach langsam fortschreitendes Zersetzen oder Verwandeln in andere Formen, um so stufenartig zu höheren Bestimmungen sich tauglich zu machen.

13. So kennt ihr das Leben und sagt: “es bewegt sich, es lebt.”

14. Was Ruhe hat, scheint leblos, scheint tot.

15. Dieses Leben oder der immerwährende Kreislauf des Bestehens und Vergehens geht nach einmal festgesetzten Grundprinzipien in einem fort; “Leben” nennt ihr es, und “Kampf” heiße Ich es.

16. Kampf ums Bestehen, Kampf um den Fortschritt, Kampf, um zu einer höheren Stufe zu gelangen.

17. Nun, dieses Prinzip, welches im letzten Infusionstierchen wie in der größten Zentralsonne das gleiche ist – dieses Prinzip ist auch in den Elementen, welche in flüssigem Zustand sowohl die Atmosphäre der Welten als auch ihr Inneres ausmachen.

18. Ohne diesen Kampf würde alles verwesen, sich zersetzen und der Fäulnis oder dem materiellen Tod entgegengehen.

18. In eurer Atmosphäre zum Beispiel ist die Luft ein leichtbewegliches Element, das nie ruhig steht, so wie auf der Oberfläche der Erde das Wasser, welches als verdichtete Luft die nämliche Unruhe oder das Bestreben hat, stets dem Zuge der Schwere folgend, dorthin zu fließen, wo es einen Ruhepunkt erreichen kann!

20. Im Innern der Erde sind Metalle und Mineralien, verdichtete Gase und Licht-Elemente, welche wie das Wasser auf der Oberfläche zum Gedeihen derselben, jene im Innern denselben Prozeß vollführen müssen. Ruhe ist nirgends!

21. In der Luft, könntet ihr sie vor euren Augen sehen, sind” Luft-Fälle”, welche oft an Großartigkeit eure Wasserfälle bei weitem übertreffen. Dort ist ebendiese notwendige Bewegung euch als Wind fühlbar ebendasselbe, welches durch Bewegung die einzelnen Bestandteile der Luft in steter Tätigkeit erhält, sie zu Verbindungen anregt, sie bewegt, durch Bewegung erwärmt und lebendig erhält.

22. Was in der Luft geschieht, das ist im Wasser ebenso der Fall. Wasser ohne Bewegung verfault, zersetzt sich, löst seine Bestandteile, sonst so fruchtbringend und nützlich, in schädliche Dünste auf, sobald die Wirkung des Bewegens fehlt.

23. Wasser also, würde es nur so ruhig dahinfließen, hätte nicht die geeignete Lebenskraft, heilbringend auf Pflanzen, Tiere und Menschen einzuwirken, es muß durch Bewegung in steter Tätigkeit erhalten werden. Und wie in der Luft oft Stürme und heftige Winde diese Lebenskraft noch erhöhen müssen, so ist der Wasserfall eben dasselbe Ereignis, welches in großem oder kleinem Maßstab manchmal zugelassen oder voraus bestimmt ist, um einem Fluß oder Strom auf seinem langen Lauf bis ins Meer wieder neue Tatkraft, neues Leben beizubringen, damit er seinen Zweck erfüllen, fruchtbringend auf seine Umgebung einwirken kann.

24. Daher sind Wasserfälle, mit geistigen Augen angesehen, die Lebensretter, die das Bestehende vor dem Zerfall hüten und Leben und Tätigkeit um sich verbreiten; denn nicht allein der Fall des Wassers, sondern auch der Fall der über ihnen schwebenden Luft, die Reibung der einzelnen Teile beider Elemente, das Zersetzen, wieder Neu-Beleben sind es eigentlich, die dem Wasser neue Lebenskraft und so der Erde größere Tätigkeit bereiten.

25. Wie das Wasser als flüssiges Element an den starren Felsen sich stoßend, sich reibt, durch Reibung Lebenstätigkeit entwickelt, so sind die Gebirge als große Höhen oder einzelne Berge die Felsen im Luftstrom ; wo auch dieser dort anstoßend, sich reiben, seine Tätigkeit vermehren muß und so auf die Oberfläche der Erde und auf die lebenden Pflanzen und die Tierwelt seinen Einfluß ausübt. (Siehe “Der Großglockner”)

26. In der Luft, wo noch nebenbei Licht als zersetzender Faktor die einzelnen Atome zu Verbindungen anregt, steht das nämliche Gesetz fest wie in allem: “Leben” heißt bewegen, heißt kämpfen, heißt erzeugen und durch kosmische Prozesse wieder in andere Formen auflösen, so im Wasser. Das Wasser zerstört die ihm unterliegende feste Materie durch Reibung, zersetzt durch seine Bewegung bei Wasserfällen besonders die Luft seiner Umgebung und seine eigenen Bestandteile; und es ist also ein Strom der Träger des Lebens, der überall, wo er hinfließt, Ströme des Segens durch den ihn begleitenden Luftstrom ausströmt, bis er im Meere angekommen, seines Besten und Kräftigsten entledigt, statt untätig zu ruhen, durch die bitteren und salzigen Bestandteile des Ozeans wieder zu anderen Verbindungen, aber “unter der Erde” angeregt, seinen Kreislauf in anderen Formen und auf anderen Wegen wieder beginnen muß.

27. So sind die Gebirge als Aufnahmebehälter der neu belebten Wässer von unten “Ventilatoren des Luftstroms”, die auf der Oberfläche der Erde sich bewegenden Ströme mit ihren Katarakten (Wasserfällen) – “Ventilatoren des Wasser-Stromes”; und was ihr in der sichtbaren Natur, in der Luft oft mit Schrecken und an den Wasserfällen mit Staunen bewundert, das durchzieht auch das geistige Leben nach denselben Prinzipien und Grundsätzen, wo auch, um geistig fortzuschreiten, gekämpft und gestritten werden muß, damit das geistige Leben tauglich werde für eine Ewigkeit, nicht versaure oder gar in Fäulnis übergehe!

28. Denn sehet, wie die Luft in ihrem Dahinströmen auf Hindernisse stößt, welches die Gebirgsmassen als feste Gegenstände sind, oder wie das Wasser während seines Laufes auf Widerstände stößt, welche seinen Lauf beengen wollen und so Luft wie Wasser zu Kraftanstrengungen nötigen, ebenso im geistigen Leben die Hindernisse erst den geistigen Charakter erwecken, ihn stählen, ihn zur größeren Tätigkeit anfachen.

29. Wie es in der Luft unter Donner und Blitz brauset und die Windsbraut drohend einherzieht oder das Wasser auf einmal unter donnerndem Lärm in eine nicht vorgeahnte Tiefe fallen muß, dort wirbelnd und brausend sich zerstoßen und an festen Felsen sich reiben muß – so sind es die Hindernisse im menschlichen Leben, welche die Fälle verursachen, wo der Mensch, aus seiner geträumten Ruhe herausgeworfen, im Strudel des Lebens alle Kraft braucht, um aus dem Gewirr der Lebensfelsen herauszukommen.

30. Mit Gewalt muß gekämpft werden, und wenn, wie beim Wasser, oft ein Hindernis überwältigt ist, so droht vielleicht nach kurzem Verlauf ein neues, ebenso unvorhergesehen wie das erste. So geht es fort, das ruhig ersehnte Fließen zwischen blumenreichen Gestaden wird dem Menschen hier nicht zuteil, und kommt er auch am Ende in breiteres Stromgebiet, so geht es seiner geistigen Bestimmung entgegen, wo, wie das Wasser im Meer, er im geistigen Reich des ganzen Universums andere Gesetze, andere Verhältnisse antrifft, die ihn zwingen, alles Überflüssige wegzulassen und nur mit dem weiterzusegeln, was seiner Umgebung, als dem großen Geisterreich, anpassend ist. –

31. So ist ein Sturm in der Luft, ein Wasserfall zwischen hohen Ufern das geistige Symbol des menschlichen Lebens, wo überall eben nur durch Kampf das eigene und das Leben anderer bedingt ist.

32. Sehet den großen Strom an, wie langsam fließt er dahin; ebenso ein Leben ohne geistige Tätigkeit. Der Strom trägt zwar Schiffe, führt aber meistens Schlamm und nicht trinkbares Wasser mit sich; seine größte Lebenskraft ist von ihm gewichen, er eilt seiner Bestimmung zu, anderen mehr als sich selbst nützend. – So das menschliche Leben; auch hier, im Greisenalter, wo die Lebenstätigkeit auf weniges beschränkt nur noch dem vegetativen Fortgange dienen muß, geht der Greis wie der große Strom seiner Verwandlung entgegen.

33. Wohl beiden, wenn sie früher ihrer Umgebung viel genützt und Leben und Tätigkeit an andere gespendet haben!

34. Mit diesem Bewußtsein möge auch der Mensch dann ausrufen können: “Ich habe nicht umsonst gelebt!” Dann kann er ruhig abwarten, wenn ihn der große Ozean der Geisterwelt in seinen Schoß aufnimmt, wo nur der Lohn des Getanen ihn erwartet, und er durch das Vollbrachte geeignet ist, in höheren Stufen ein neues Vollbringen zu beginnen. –

35. So, Meine Kinder, nehmt euch das Beispiel an Meiner materiellen Natur, wie ihr in eurer geistigen alle Verhältnisse betrachten sollt, welche euch begegnen.

36. Wasserfälle! Das Wasser fällt von einer Höhe herab, zerstäubt sich, verdunstet und belebt sich neu. Wenn auch ihr oft von einer geträumten Höhe herabfallet, macht es wie das Wasser, erneuert eure Kraft, durchbrecht die Felsen alter Gewohnheiten, kämpfet und streitet, denn Kampf ist Leben! Und wie der rauschende Bergstrom frisches belebendes Wasser enthält, wie er eine fruchtbare Feuchtigkeit seiner Umgebung mitteilt, so sollt auch ihr, neu belebt durch eure Kraftanstrengung, euch frisch, das heißt lebensfähig erhalten, um eure Mission für euch selbst und die gegen eure Umgebung oder Mitmenschen zu erfüllen.

37. Wie in der Nähe eines Bergstroms alles schöner blüht, alles in schönerem Grün erglänzt und die Natur sich mehr zu entwickeln scheint, so soll auch eure Umgebung eure Gegenwart fühlen; ihr sollt auch auf sie die Lebenstätigkeit verbreiten, damit, wenn ihr in schönerem Glanze eines moralischen Bewußtseins frisch und kühn durchs Leben schreitet, auch alle Mitgehenden verstehen und begreifen mögen, wo die geistige Feuchtigkeit herkommt und wie sie es ist, die Licht und Farbenpracht im reichsten Maße erzeugen kann, wo ihre Wirksamkeit hinzudringen imstande ist.

38. So möge dir und allen anderen das schäumende Gebrause des Niagara oder jedes anderen Falles ein geistiges Beispiel sein, daß “Fallen” notwendig ist, um desto größer geistig wieder aufzustehen; und daß eben, wie bei Wasserfällen der Bogen des Friedens in den sieben Farben oft den bewundernden Zuschauer ergötzt, das Licht es ist, welches diesen Zauber bewirkt, wie bei einem moralischen Falle das Licht des göttlichen Wortes mit den sieben göttlichen Eigenschaften es ebenfalls ist, welches dem Gefallenen wieder aufhilft und zu seinem weiteren Verlaufe während der kurzen Lebenszeit stets behilflich sein wird, wie die Luft beim Wasser, an andere zu übertragen, was im eigenen Leben erfahren worden ist. –

39. O könntet ihr doch deutlicher in Meinem Buche der Natur lesen, wie viele lehrreiche Beispiele stehen dort geschrieben, deren geistige Entzifferung euch manchen seligen Genuß gewähren könnte, mehr als alles weltliche Vergnügen, und ihr würdet nebenbei noch sehen, wie im materiell Sichtbaren wie im geistig Unsichtbaren stets das nämliche Gesetz der Liebe, der Duldung, der Verzeihung herrscht, und wie auch bei anscheinlichen Zerstörungen doch nur ein liebender Zweck und Grund verborgen ist, der zwar viel Materielles vertilgt, um Geistiges zu retten! So soll euch dieses Wort wieder faktisch beweisen, wie viel geistiges Licht um euch her während des Tages schon ist, und wenn die Nacht hereinbricht, euch erinnern, daß über diesem kurzen Sonnenlicht eines verschwindenden Tages noch ein höheres, ewiges aus den Sternen euch entgegenleuchtet, welches ihr aber erst dann ganz verstehen werdet, wenn das irdische für euch für immer vergangen und euer Auge ganz fähig ist, nur geistiges, und zwar stetiges Licht aufzunehmen; während es hier im Prüfungsleben nur auf manche Momente, angeregt durch Naturereignisse, euch ahnen läßt, was hinter dem Sargdeckel für eine Sonne, für eine Welt ist, und was für ein Vater dort steht, der hier schon in so manchen großartigen Naturszenen euch begreiflich machen möchte, daß ihr nicht für dieses kurze, sondern für ein ewiges, nie endendes Leben geschaffen seid!

40. Betrachtet also Meine Natur! lernet in ihr lesen die heilige Schrift Meiner Liebe, die im Donner der Gewitterwolken oder eines stürzenden Wasserfalls oder im leisen Murmeln eines Baches oder im sanften Fächeln eines Lüftchens euch stets zuruft: Gott ist die Liebe! Lernet Ihn verstehen, und Ich versichere euch, auch ihr müsset Ihn lieben! –

41. Lerne auch du nun, der du dieses Wort für andere geschrieben hast, lerne auch du in der Natur, die dir bald gegenüberstehen wird, (G. Mayerhofer wurde damals durch Umstände veranlaßt, auf einige Zeit in die Alpen zu gehen.) lesen, wie groß und gut dein Vater und Herr ist, der dir solche Worte für andere und dir die Gelegenheit gibt, an Ort und Stelle geistig zu genießen, was du anderen eben schildern mußtest; lerne auch du begreifen, wie es eben dein Vater und Herr ist, welcher dich hinausschickt in Seine weite Natur, damit du neben deinem materiellen Interesse dein geistiges nicht vergissest; wo dir zwischen Bergen, Gletschern und brausenden Waldbächen jedes Geräusch derselben die nämlichen Worte zuflüstern möge, die du vorher hier auch für andere geschrieben hast!

42. Soviel für dich und das Vorhergehende für die andern zur Danachachtung und Kenntnisnahme! Amen.

Jesus erzählt die Geschichte Seiner Geburt – DIE GEBURT VON JESUS… Die Weihnachtsgeschichte Teil 1

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Auszug aus dem Jakobus-Evangelium über die Kindheit und Jugend Jesu

Dies offenbart Jesus Christus durch Jakob Lorber
zwischen dem 22. Juli 1843 und 9. Mai 1851

(Nähere Informationen bezüglich des Jakobus-Evangeliums sind zu Beginn des gesamten Werkes „Kindheit und Jugend Jesu“ durch den Herrn selbst gegeben.)

Vorgeschichte: Wie die Tempelschülerin Maria in Josephs Obhut kam

1,3. Maria aber, die im Tempel auferzogen ward, ist reif geworden, und es war nach dem Mosaischen Gesetze not, sie aus dem Tempel zu geben.

1,4. Es wurden darum Boten in ganz Judäa ausgesandt, solches zu verkünden, auf daß die Väter kämen, um, so jemand als würdig befunden würde, das Mägdlein zu nehmen in sein Haus.

1,6. Als sich aber nach Ablauf von drei Tagen die sich darum gemeldet Habenden wieder am vorbestimmten Orte versammelt hatten und ein jeder Bewerber um Maria einen frischen Lilienstab so bestimmtermaßen dem Priester dargereicht hatte, da ging der Priester alsbald mit den Stäben in das Innere des Tempels und betete dort.

1,7. Nachdem er aber sein Gebet beendet hatte, trat er wieder mit den Stäben heraus und gab einem jeglichen seinen Stab wieder.

1,8. Alle Stäbe aber wurden sobald fleckig; nur der zuletzt dem Joseph überreichte blieb frisch und makellos.

1,9. Es hielten sich aber darob einige auf und erklärten diese Probe für parteiisch und somit für ungültig und verlangten eine andere Probe, mit der sich durchaus kein Unfug verbinden ließe.

1,10. Der Priester, darob etwas erregt, ließ sogleich Maria holen, gab ihr eine Taube in die Hand und behieß sie treten in die Mitte der Bewerber, auf daß sie daselbst die Taube frei solle fliegen lassen

1,11. und sprach noch vor dem Auslassen der Taube zu den Bewerbern: »Sehet, ihr Falschdeuter der Zeichen Jehovas! Diese Taube ist ein unschuldig reines Tier und hat kein Gehör für unsere Beredung,

1,12. sondern lebte allein in dem Willen des Herrn und versteht allein die allmächtige Sprache Gottes!

1,13. Haltet eure Stäbe in die Höhe! – Auf dessen Stab diese Taube, so sie das Mägdlein auslassen wird, sich niederlassen wird und auf dessen Haupt sie sich setzen wird, der soll Maria nehmen!«

1,14. Die Bewerber aber waren damit zufrieden und sprachen: »Ja, dies soll ein untrüglich Zeichen sein!«

1,15. Da aber Maria die Taube auf Geheiß des Priesters freiließ, da flog dieselbe alsbald zu Joseph hin, ließ sich auf seinen Stab nieder und flog dann vom selben sogleich auf das Haupt Josephs.

1,16. Und der Priester sprach: »Also hat es der Herr gewollt! Dir, du biederer Gewerbsmann, ist das untrügliche Los zugefallen, die Jungfrau des Herrn zu empfangen! So nimm sie denn hin im Namen des Herrn in dein reines Haus zur ferneren Obhut! Amen.«

1,17. Als aber der Joseph solches vernommen hatte, da antwortete er dem Priester und sprach: »Siehe, du gesalbter Diener des Herrn nach dem Gesetze Mosis, des getreuen Knechtes des Herrn Gott Zebaoth, ich bin schon ein Greis und habe erwachsene Söhne zu Hause und bin seit lange her schon ein Witwer; wie werde ich doch zum Gespötte werden vor den Söhnen Israels, so ich dies Mägdlein nehme in mein Haus!

1,18. Daher laß die Wahl noch einmal ändern und laß mich draußen sein, auf daß ich nicht gezählt werde unter den Bewerbern!«

1,19. Der Priester aber hob seine Hand auf und sprach zum Joseph: »Joseph! Fürchte Gott den Herrn! Weißt du nicht, was Er getan hat an Dathan, an Korah und an Abiram?

Zeugnis Gottes über Josephs Gerechtigkeit und Integrität

1,24. Der Priester aber ging hinein und betete für Joseph vor dem Allerheiligsten, und der Herr sprach zum Priester, der da betete:

1,25. »Betrübe Mir den Mann nicht, den Ich erwählt habe; denn gerechter als er wandelt wohl keiner in Israel, und keiner auf der ganzen Erde, und keiner vor Meinem ewigen Throne in allen Himmeln!

1,26. Und gehe hinaus und gib die Jungfrau, die Ich Selbst erzogen habe, dem gerechtesten der Männer der Erde!«

1,27. Hier schlug sich der Priester auf die Brust und sprach: »O Herr, Du allmächtiger, einiger Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, sei mir Sünder vor Dir barmherzig; denn nun erkenne ich, daß du Dein Volk heimsuchen willst!«

1,28. Darauf erhob sich der Priester, ging hinaus und gab segnend im Namen des Herrn das Mägdlein dem geängstigten Joseph

1,29. und sprach zu ihm: »Joseph, gerecht bist du vor dem Herrn, darum hat Er dich erwählt aus vielen Tausenden! Und so magst du im Frieden ziehen! Amen.«

1,32. Es wartete aber die nötige Arbeit des Joseph; daher machte er in seiner Behausung diesmal auch nicht Säumens und sprach daher zur Maria:

1,33. (Joseph): »Maria, siehe, ich habe dich nach dem Willen Gottes zu mir genommen aus dem Tempel des Herrn, meines Gottes; ich aber kann nun nicht bei dir verbleiben und dich beschützen, sondern muß dich zurücklassen, denn ich muß gehen, um meinen bedungenen Hausbau zu besorgen an der Stelle, die ich dir auf der Reise hierher gezeigt habe!

1,34. Aber siehe, du sollest darum nicht allein zu Hause sein; ich habe ja eine mir nahe anverwandte Häuslerin, die ist fromm und gerecht; die wird um dich sein und mein jüngster Sohn, und die Gnade Gottes und Sein Segen wird dich nicht verlassen!

1,35. In aller Bälde aber werde ich mit meinen vier Söhnen wieder nach Hause kommen zu dir und werde dir ein Leiter sein auf den Wegen des Herrn! Gott der Herr aber wird nun über dich und mein Haus wachen, Amen.«

* * * * *

Erneuerung des Vorhanges im Jerusalemer Tempel durch Maria

2,1. Es war aber zu der Zeit noch ein Vorhang im Tempel vonnöten, da der alte hier und da schon sehr schadhaft geworden ist, um zu decken das Schadhafte.

2,5. Rufet mir aber dennoch sieben unbefleckte Jungfrauen aus dem Stamme Davids, und wir wollen dann eine Losung halten, wie da die Arbeit ausgeteilt sein solle!«

2,9. Als aber die Jungfrauen in der Vorhalle versammelt waren, da kam alsbald der Hohepriester und führte sie allesamt in den Tempel des Herrn.

2,10. Und als sie da versammelt waren in dem Tempel des Herrn, da sprach sobald der Hohepriester und sagte:

2,11. »Höret, ihr Jungfrauen aus dem Stamme Davids, der da verordnet hat nach dem Willen Gottes, daß da die feine Arbeit am Vorhange, der da scheidet das Allerheiligste vom Tempel, allezeit solle von denen Jungfrauen aus seinem Stamme angefertigt werden,

2,12. und solle nach seinem Testamente die mannigfache Arbeit durch Verlosung ausgeteilt werden, und solle dann eine jede Jungfrau die ihr zugefallene Arbeit nach ihrer Geschicklichkeit bestens verfertigen!

2,13. Sehet, da ist vor euch der schadhafte Vorhang, und hier auf dem goldenen Tische liegen die mannigfachen rohen Stoffe zur Verarbeitung schon bereitet!

2,14. Ihr sehet, daß solche Arbeit not tut; daher loset mir sogleich, auf daß es sich herausstelle, diewelche aus euch da spinnen solle den Goldfaden und den Amiant (eine Art Asbest) und den Baumwollfaden,

2,15. den Seidenfaden, dann den hyazinthfarbigen, den Scharlach und den echten Purpur!«

2,16. Und die Jungfrauen losten schüchtern, da (als) der Hohepriester über sie betete; und da sie gelost hatten nach der vorgezeichneten Ordnung, hatte es sich herausgestellt, wie die Arbeit verteilt werden sollte.

2,17. Und es fiel der Jungfrau Maria, der Tochter Annas und Joachims, durchs Los zu der Scharlach und der echte Purpur.

2,18. Die Jungfrau aber dankte Gott für solche gnädige Zuerkennung und Zuteilung solch rühmlichster Arbeit zu Seiner Ehre, nahm die Arbeit und begab sich damit, vom Joseph geleitet, wieder nach Hause.

2,19. Daheim angelangt machte sich Maria sogleich an die Arbeit freudigen Mutes; Joseph empfahl ihr allen Fleiß, segnete sie und begab sich sodann gleich wieder an seinen Hausbau.

2,20. Es begab sich aber dieses zur selbigen Zeit, als der Zacharias, da er im Tempel das Rauchopfer verrichtete, zufolge seines kleinen Unglaubens ist stumm geworden, darum für ihn ein Stellvertreter ward erwählt worden, unter dem diese Arbeit ist verlost worden.

2,21. Maria aber war verwandt sowohl mit Zacharias, wie mit dessen Stellvertreter, darum sie denn auch ums Doppelte ihren Fleiß vermehrte, um ja recht bald, ja womöglich die erste, mit ihrer Arbeit fertig zu werden.

2,22. Aber sie verdoppelte ihren Fleiß nicht etwa aus Ruhmlust, sondern nur um nach ihrer Meinung Gott dem Herrn eine recht große Freude dadurch zu bereiten, so sie baldmöglichst und bestmöglichst ihre Arbeit zu Ende brächte.

2,25. In kurzer Frist von drei Tagen ward Maria mit dem Scharlach zu Ende und machte sich sodann alsogleich über den Purpur; da sie aber diesen stets annetzen mußte, so mußte sie während der Arbeit öfter den Krug nehmen und hinausgehen, sich ein Wasser zu holen.

* * * * *

Schilderung der Empfängnis Marias

3,1. An einem Freitage morgens aber nahm Maria abermals den Wasserkrug und ging hinaus, ihn mit Wasser zu füllen, und horch! – eine Stimme sprach zu ihr:

3,2. »Gegrüßet seist du, an der Gnade des Herrn Reiche! Der Herr ist mit dir, du Gebenedeite (Gesegnete, Seligzupreisende) unter den Weibern!«

3,3. Maria aber erschrak gar sehr ob solcher Stimme, da sie nicht wußte, woher sie kam, und sah sich darum auch behende nach rechts und links um; aber sie konnte niemanden entdecken, der da geredet hätte.

3,4. Darum aber ward sie noch voller von peinigender Angst, nahm eiligst den gefüllten Wasserkrug und eilte von dannen ins Haus.

3,5. Als sie da bebend anlangte, stellte sie alsbald den Wasserkrug zur Seite, nahm den Purpur wieder zur Hand, setzte sich auf ihren Arbeitssessel und fing den Purpur wieder gar emsig an fortzuspinnen.

3,6. Aber sie hatte sich kaum so recht wieder in ihrer Arbeit eingefunden, siehe, da stand schon der Engel des Herrn vor der emsigen Jungfrau und sprach zu ihr:

3,7. »Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast eine endlos große Gnade gefunden vor dem Angesichte des Herrn; siehe, du wirst schwanger werden vom Worte Gottes!«

3,8. Als aber Maria dieses vernommen hatte, da fing sie an, diese Worte hin und her zu erwägen, und konnte nicht erfassen ihren Sinn; darum sprach sie denn zum Engel:

3,9. »Wie soll denn das vor sich gehen? Bin ich doch noch lange nicht eines Mannes Weib und habe auch noch nie dazu eine Bekanntschaft mit einem Manne gemacht, der mich sobald nähme zum Weibe, auf daß ich gleich anderen Weibern schwanger würde und dann gebäre ihnen gleich!«

3,10. Der Engel aber sprach zur Maria: »Höre, du erwählte Jungfrau Gottes! Nicht also soll es geschehen, sondern die Kraft des Herrn wird dich überschatten!

3,11. »Darum wird auch das Heilige, das da aus dir geboren wird, der ‘Sohn des Allerhöchsten’ genannt werden!«

3,12. »Du sollst Ihm aber, wann Er aus dir geboren wird, den Namen Jesus geben; denn Er wird erlösen Sein Volk von all den Sünden, vom Gerichte und vom ewigen Tode.«

13. Maria aber fiel vor dem Engel nieder und sprach: »Siehe, ich bin ja nur eine Magd des Herrn; daher geschehe mir nach Seinem Willen, wie da lauteten deine Worte!« Hier verschwand der Engel wieder und Maria machte sich wieder an ihre Arbeit.

* * * * *

Fragen und Probleme der 14-jährigen Maria hinsichtlich ihrer Schwangerschaft

4,1. Als aber darauf der Engel alsbald wieder verschwand, da lobte und pries Maria Gott den Herrn und sprach also bei sich in ihrem Herzen:

4,2. »Oh, was bin ich denn doch vor Dir, o Herr, daß Du mir solche Gnade erweisen magst?!

4,3. Ich solle schwanger werden, ohne je einen Mann erkannt zu haben; denn ich weiß ja nicht, was Unterschiedes da ist zwischen mir und einem Manne!

4,4. Weiß ich denn, was da so in der Wahrheit ist: ‘schwanger sein’?! O Herr, siehe, ich weiß es ja nicht!

4,11. Aber wann, wann wird das geschehen, und wie? Oder ist es schon geschehen? Bin ich schon schwanger, oder werde ich es erst werden?«

4,12. »O Herr! Du ewig Heiliger Israels, gib mir, Deiner armen Magd, doch ein Zeichen, wann solches geschehen wird, auf daß ich Dich darob loben und preisen möchte!«

4,13. Bei diesen Worten ward Maria von einem lichten Ätherhauche angeweht, und eine gar sanfte Stimme sprach zu ihr:

4,14. »Maria, sorge dich nicht vergeblich; du hast empfangen, und der Herr ist mit dir! Mache dich an deine Arbeit, und bringe sie zu Ende, denn fürder wird für den Tempel keine mehr gemacht werden von dieser Art!«

4,15. Hier fiel Maria nieder, betete zu Gott und lobte und pries Ihn für solche Gnade. – Nachdem sie aber dem Herrn ihr Lob dargebracht hatte, erhob sie sich und nahm ihre Arbeit zur Hand.

* * * * *

Überbringung des fertigen Tempelvorhanges nach Jerusalem

5,1. In wenigen Tagen ward Maria auch mit dem Purpur fertig, ordnete ihn dann und nahm den Scharlach und legte ihn zum Purpur.

5,2. Darauf dankte sie Gott für die Gnade, daß Er ihr hatte lassen ihre Arbeit so wohl vollenden, wickelte dann das Gespinst in reine Linnen und machte sich damit nach Jerusalem auf den Weg.

5,3. Bis zum Hausbau, da (wo) Joseph arbeitete, ging sie allein; aber von da an begleitete sie wieder Joseph nach Jerusalem und daselbst in den Tempel.

5,4. Da angelangt, übergab sie sobald die Arbeit dem Hohenpriester.

5,5. Dieser besah wohl den Scharlach und den Purpur, fand die Arbeit allerausgezeichnetst gut und belobte und begrüßte darum Maria mit folgenden Worten:

5,6. »Maria, solche Geschicklichkeit wohnt nicht natürlich in dir, sondern der Herr hat mit Seiner Hand gewirkt!

5,7. Groß hat dich darum Gott gemacht; gebenedeit wirst du sein unter allen Weibern der Erde von Gott, dem Herrn, da du die erste warst, die da ihre Arbeit dem Herrn in den Tempel überbracht hat!«

5,8. Maria aber, voll Demut und Freude in ihrem Herzen, sprach zum Hohenpriester:

5,9. »Würdiger Diener des Herrn in Seinem Heiligtume! O lobe mich nicht zu sehr, und erhebe mich nicht über die andern; denn diese Arbeit ist ja nicht mein Verdienst, sondern allein des Herrn, der da meine Hand leitete!

5,10. Darum sei Ihm allein ewig alles Lob, aller Ruhm, aller Preis und alle meine Liebe und alle meine Anbetung ohne Unterlaß!«

5,11. Und der Hohepriester sprach: »Amen, Maria, du reine Jungfrau des Herrn, du hast wohl geredet vor dem Herrn! So denn ziehe nun wieder hin in Frieden; der Herr sei mit dir!«

5,12. Darauf erhob sich Maria und ging mit Joseph wieder bis zur Baustelle hin, allda sie eine kleine Stärkung, bestehend aus Brot und Milch und Wasser, zu sich nahm. –

5,13. Es wohnte aber bei einer halben Tagesreise weit vom Bauplatze, über einem kleinen Gebirge, eine Muhme (Tante) Mariens, namens Elisabeth, diese möchte (wollte) sie besuchen und bat Joseph darum um die Erlaubnis.

* * * * *

Umstände der Ankunft Marias bei Elisabeth

6,1. Bei der Elisabeth angelangt, d.h. bei ihrem Hause, pochte sie gar bald schüchternen Gemütes an die Türe nach dem Gebrauche der Juden.

6,2. Als aber Elisabeth vernommen hatte das schüchterne Pochen, gedachte sie bei sich: »Wer pocht denn da so ungewöhnlich leise?

6,3. Es wird ein Kind meines Nachbars sein; denn mein Mann, der da stumm noch ist im Tempel und harrt der Erlösung, kann es nicht sein!

6,4. Meine Arbeit aber ist wichtig; solle ich sie wohl weglegen des unartigen Kindes meines Nachbars wegen?

6,5. Nein, das will ich nicht tun, denn es ist eine Arbeit für den Tempel, und diese steht höher denn die Unart eines Kindes, das da sicher wieder nichts anderes will, als mich bekanntermaßen necken und ausspötteln!

6,6. Daher werde ich fein bei der Arbeit sitzen bleiben und das Kind lange gut pochen lassen!«

Reaktion des Johannes im Mutterleib auf Ankunft der schwangeren Maria

6,7. Maria aber pochte noch einmal, und das Kind im Leibe der Elisabeth fing an vor Freude zu hüpfen, und die Mutter vernahm eine leise Stimme aus der Gegend des in ihr hüpfenden Kindes, und die Stimme lautete:

6,8. »Mutter, gehe, gehe eiligst; denn die Mutter meines und deines Herrn, meines und deines Gottes ist es, die da pocht an die Türe und besucht dich im Frieden!«

6,9. Elisabeth aber, als sie das gehört hatte, warf sogleich alles von sich, was sie in den Händen hatte, und lief und öffnete der Maria die Türe,

6,10. gab ihr dann nach der Sitte sogleich ihren Segen, umfing sie dann mit offenen Armen und sagte zu ihr:

6,11. »O Maria, du Gebenedeite unter den Weibern! Du bist gebenedeit unter allen Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!«

6,12. »O Maria, du reinste Jungfrau Gottes! Woher kommt wohl mir die hohe Gnade, daß mich die Mutter meines Herrn, meines Gottes, besucht?!«

6,13. Maria aber, die nichts von all den Geheimnissen verstand, sagte zur Elisabeth:

6,14. »Ach, liebe Muhme, ich kam ja nur auf einen freundlichen Besuch zu dir! Was sprichst du denn da für Dinge über mich, die ich nicht verstehe? – Bin ich denn schon im Ernste schwanger, daß du mich eine Mutter nennst?«

6,15. Elisabeth aber erwiderte der Maria: »Siehe, als du zum zweiten Male pochtest an die Türe, da hüpfte alsbald das Kindlein, das ich unter meinem Herzen trage, vor Freude und gab mir solches kund und grüßte dich in mir schon zum Voraus!«

Dreimonatiger Aufenthalt Marias bei Elisabeth

6,18. Elisabeth aber sprach: »O Maria, du Erwählte Gottes, tritt in mein Haus und stärke dich; da wollen wir uns besprechen und gemeinschaftlich Gott loben und preisen aus allen unseren Kräften!«

6,19. Und die Maria folgte alsbald der Elisabeth in ihr Haus und aß und trank und stärkte sich und ward voll heiteren Mutes.

6,32. Also verbrachte aber Maria noch volle drei Monate bei der Elisabeth und half ihr wie eine Magd alle Hausarbeit verrichten.

Marias Rückkehr; Reaktion Josephs

6,33. Mittlerweile hatte aber auch unser Joseph seinen Bau beendet und befand sich mit seinen Söhnen wieder zu Hause und besorgte da seinen kleinen, freilich nur gemieteten Grund.

6,34. Eines Abends aber sagte er zum ältesten Sohne: »Joël, gehe und rüste mir für morgen früh mein Lasttier, denn ich muß Maria holen gehen!

6,35. Das Mädchen ist nun schon bei drei Monaten aus meinem Hause, und ich weiß nicht, was da mit ihr geschieht.

(…Maria steht bereits vor der Tür)

6,42. Obschon der Joseph die Maria gerne ein wenig ausgezankt hätte ob ihres langen Ausbleibens, so konnte er aber solches doch nicht über sein Herz bringen; denn fürs erste hatte die Stimme Mariens sein edelstes Herz zu sehr gerührt, und fürs zweite sah er sich selbst als Schuldigen an, da er Maria so lange nicht durch einen Boten hatte holen lassen.

6,46. In der Zeit aber vernahm Joseph plötzlich, als würden Psalmen gesungen vor seinem Hause.

* * * * *

Sichtbarkeit von Marias Schwangerschaft; Argwohn Josephs

7,1. Joseph aber ward voll hoher Ahnungen erfüllt und sprach zu Maria: »Kind des Herrn! Viel Freude ist meinem Hause in dir gegeben, meine Seele ist von hohen Ahnungen erfüllt!

7,15. Tag für Tag aber ward der Leib Marias voller; da sie solches wohl merkte, so suchte sie ihre Schwangerschaft vor den Augen Josephs und seiner Söhne so gut als nur immer möglich zu verbergen.

7,16. Aber nach einer Zeit von zwei Monaten half ihr ihr Verbergen nichts mehr, und Joseph fing an, Argwohn zu schöpfen und beriet sich insgeheim mit einem seiner Freunde in Nazareth über den sonderbaren Zustand Mariens.

* * * * *

Vorwürfe und Verhör Marias durch Joseph

8,1. Der Freund Josephs aber war ein Sachkundiger; denn er war ein Arzt, der da die Kräuter kannte und bei gefährlichen Geburten nicht selten denen Wehmüttern beistand.

8,2. Dieser ging mit Joseph und besah insgeheim Maria; als er sie beschaut hatte, sprach er zu Joseph:

8,3. »Höre mich an, Bruder aus Abraham, Isaak und Jakob! Deinem Hause ist ein großes Unheil widerfahren; denn siehe, die Magd ist hochschwanger!«

8,5. Joseph aber antwortete: »Siehe, Maria war unter der Zeit kaum drei Wochen in einem fort zu Hause, und das im Anfange, da sie in mein Haus kam; dann brachte sie volle drei Monde bei ihrer Muhme Elisabeth zu!

8,10. Ich aber weiß nun, was ich tun werde, um der Wahrheit der Sache auf die rechte Spur zu kommen! Du, Freund, magst nun wieder in Frieden ziehen, und ich werde mein Haus einer starken Prüfung unterziehen!«

8,11. Josephs Freund verzog nicht und ging alsbald aus dem Hause Josephs; Joseph aber wandte sich alsbald zu Maria und sprach zu ihr:

8,12. »Kind, mit welcher Stirne soll ich nun aufschauen zu meinem Gott? Was soll ich nun sagen über dich?

8,13. Habe ich dich nicht als eine reine Jungfrau aus dem Tempel empfangen, und habe ich dich nicht getreulich gehütet durch mein tägliches Gebet und durch die Getreuen, die da sind in meinem Hause?!

8,14. Ich beschwöre dich darum, daß du mir sagest, wer es ist, der es gewagt hat, mich zu betrügen und sich also schändlich zu vergreifen an mir, einem Sohne Davids, und an dir, die du auch demselben Hause entsprossen bist!

8,17. Also antworte mir auf meine Frage! Gehe aber, und fasse dich; denn dir soll es nicht gelingen, mich zu täuschen!« – Hier warf sich Joseph vor Gram auf einen mit Asche gefüllten Sack auf sein Angesicht und weinte.

8,18. Maria aber zitterte vor großer Furcht, fing an zu weinen und zu schluchzen und konnte nicht reden vor zu großer Furcht und Traurigkeit.

8,19. Joseph aber erhob sich wieder vom Sacke und sprach mit einer etwas gemäßigteren Stimme zu Maria:

8,20. »Maria, Kind Gottes, das Er Selbst in Seine Obhut genommen, warum hast du mir das getan? Warum hast du deine Seele so sehr erniedrigt und vergessen deines Gottes?!«

8,22. Hier ermannte sich Maria und sprach: »Vater Joseph, du gerecht harter Mann! Ich sage dir: So wahr ein Gott lebt, so wahr auch bin ich rein und unschuldig und weiß bis zur Stunde von keinem Manne etwas!«

8,23. Joseph aber fragte: »Woher ist denn hernach das, was du unter deinem Herzen trägst?«

8,24. Und Maria erwiderte: »Siehe, ich bin ja noch ein Kind und verstehe nicht die Geheimnisse Gottes! Höre mich aber an und ich will es dir ja sagen, was mir begegnet ist! – Solches aber ist auch so wahr, als wie da lebt ein gerechter Gott über uns!«

* * * * *

Bericht Marias über geistige Zeugung und Unschuldsbeteuerung

9,1. Und Maria erzählte dem Joseph alles, was ihr, da sie noch am Purpur arbeitete, begegnet ist, und schloß dann ihre Erzählung mit dieser Beteuerung:

9,2. »Darum sage ich dir, Vater, noch einmal: So wahr Gott, der Herr Himmels und der Erde, lebt, so wahr auch bin ich rein und weiß von keinem Manne und kenne auch ebensowenig das Geheimnis Gottes, das ich unter meinem Herzen zu meiner eigenen großen Qual, nun tragen muß!«

9,3. Hier verstummte Joseph vor Maria und erschrak gewaltig; denn die Worte Mariens drangen tief in seine bekümmerte Seele, und er fand bebend seine geheime Ahnung bestätigt.

9,4. Er aber fing darum an, hin und her zu sinnen, was er da tun solle, und sprach so bei sich in seinem Herzen:

9,5. »So ich ihre vor der Welt, wie sie nun ist, doch unwiderlegbare Sünde darum verberge, weil ich sie nicht als solche mehr erkenne, so werde ich als Frevler erfunden werden gegen das Gesetz des Herrn und werde der sicheren Strafe nicht entgehen!

9,6. Mache ich sie aber wider meine innerste Überzeugung als eine feile Sünderin vor den Söhnen Israels offenbar, da doch das, was sie unter ihrem Herzen trägt, nur – nach ihrer unzweideutigen Aussage – von einem Engel herrührt,

9,7. so werde ich ja von Gott, dem Herr, erfunden werden als einer, der ein unschuldiges Blut überliefert hat zum Gerichte des Todes?!«

Ein Engel verhindert Josephs Pläne, Maria zu verlassen und bestätigt geistige Zeugung

9,8. »Was soll ich also mit ihr beginnen? – Soll ich sie heimlich verlassen, d.h. soll ich sie heimlich von mir tun und sie irgend verbergen im Gebirge, nahe an der Grenze der Griechen? Oder soll des Tages des Herrn ich harren, auf daß Er mir am selben kundtue, was ich da tun solle?«

9,12. Joseph aber versank über seinen mannigfachen Gedanken ebenfalls in einen Schlummer; und siehe, ein Engel des Herrn erschien ihm im Traume und sprach zu ihm:

9,13. »Joseph, sei nicht bange ob der Maria, der reinsten Jungfrau des Herrn! – Denn was sie unter dem Herzen trägt, ist erzeugt vom heiligen Geiste Gottes, und du sollst Ihm, wann Es geboren wird, den Namen ‘Jesus’ geben!«

9,14. Hier erwachte Joseph vom Schlafe und pries Gott den Herrn, der ihm solche Gnade erwiesen hatte.

* * * * *

Meldung von Marias Schwangerschaft

10,1. Es ist aber zwei Wochen lang nach diesem Begebnisse ein großer Rat in Jerusalem gehalten worden, und zwar darüber, da man von einigen in Jerusalem wohnenden Römern vernommen hatte, daß der a Kaiser werde das gesamte jüdische Volk zählen und beschreiben lassen.

10,3. Darum berief der Hohepriester zu dem Behufe eine große Versammlung zusammen, zu der alle Ältesten und Kunstmänner, wie da auch der Joseph einer war, erscheinen mußten.

10,4. Joseph aber hatte gerade eine kleine Reise ins Gebirge wegen Bauholz unternommen und blieb etliche Tage aus.

10,6. Joseph aber kam schon am nächsten Tage morgens wieder nach Hause. Der Sohn Joses benachrichtigte ihn sogleich davon, was da gekommen ist aus Jerusalem.

10,7. Joseph aber sagte: »Nun bin ich fünf Tage lang im Gebirge herumgestiegen und bin daher überaus müde geworden, und meine Füße würden mich nimmer tragen, so ich nicht zuvor ein paar Tage werde geruht haben; daher bin ich diesmal genötigt, dem Rufe Jerusalems nicht zu folgen.

10,8. Übrigens ist diese ganze große Versammlung keiner hohlen Nuß wert; denn der mächtige Kaiser Roms, der sein Zepter nun schon sogar über die Länder der Skythen schwingt, wird wenig Notiz nehmen von unserer Beratung und wird tun, was er will! Daher bleibe ich nun fein zu Hause!«

10,9. Es kam aber nach drei Tagen ein gewisser Annas aus Jerusalem, der da ein großer Schriftgelehrter war, zu Joseph und sprach zu ihm:

10,10. »Joseph, du kunstverständiger und schriftgelehrter Mann aus dem Stamme Davids! – Ich muß dich fragen, warum du nicht in die Versammlung gekommen bist!?«

10,11. Joseph aber wandte sich zum Annas und sprach: »Siehe, ich war fünf Tage lang im Gebirge und wußte nicht, daß ich berufen ward!

10,12. »Da ich aber nach Hause kam, und durch meinen Sohn Joses die Nachricht erhielt, war ich zu müde und schwach, als daß es mir möglich gewesen wäre, mich alsbald gen Jerusalem auf die Beine zu machen! Zudem aber ersah ich ja ohnehin auf den ersten Blick, daß diese ganze große Versammlung wenig oder gar nichts nützen wird.«

10,13. Während aber Joseph solches gesprochen hatte, sah sich der Annas um und entdeckte unglücklicherweise die hochschwangere Jungfrau.

10,14. Er verließ daher auch wie ganz stumm den Joseph und eilte, was er nur konnte, nach Jerusalem.

10,15. Allda ganz atemlos angelangt, eilte er sogleich zum Hohenpriester und sagte zu ihm:

10,16. »Höre mich an, und frage mich nicht, warum der Sohn Davids nicht in die Versammlung kam; denn ich habe unerhörte Greueldinge in seinem Hause entdeckt!

10,17. »Siehe, Joseph, dem Gott und du das Zeugnis gabst dadurch, daß du ihm die Jungfrau anvertraut hast, hat sich unbeschreiblich tief und grob vor Gott und dir verfehlt!«

10,18. Der Hohepriester aber war ganz entsetzt über die Nachricht Annas’ und fragte ganz kurz: »Wieso, wie das? Rede mir die vollste Wahrheit, oder du bist heute noch des Todes!«

10,19. Und Annas sprach: »Siehe, die Jungfrau Maria, die er laut des Zeugnisses Gottes aus diesem Tempel des Herrn zur Obhut erhielt, hat er weidlichst geschändet; denn ihre schon hohe Schwangerschaft ist ein lebendiges Zeugnis davon!«

10,20. Der Hohepriester aber sprach: »Nein, Joseph hat das nimmer getan! – Kann auch Gott ein falsches Zeugnis geben?!«

10,21. Annas aber sprach: »So sende deine vertautesten Diener hin, und du wirst dich überzeugen, daß da die Jungfrau im Vollernste hochschwanger ist; ist sie es aber nicht, so will ich hier gesteinigt werden!«

* * * * *

Gottesurteil an Joseph und Maria durch das Fluchwasser; Zwangsverheiratung

11,1. Der Hohepriester aber besann sich eine Zeitlang und sprach also bei sich: »Was soll ich tun? Annas ist voll Eifersucht ob der Wahl der Jungfrau, und man soll nie nach dem Rate eines Eifersüchtigen handeln.

11,3. Ich will daher dennoch insgeheim Diener hinsenden zu Joseph, die, falls sich die schlimme Sache bestätigen solle, die Jungfrau samt Joseph sogleich hierher ziehen sollen!«

11,4. Also ward es gedacht und beschlossen; der Hohepriester berief insgeheim vertraute Diener und gab ihnen kund, was sich im Hause Josephs zugetragen habe!, und sandte sie dann sobald zu Joseph hin mit der Bestimmtheit, wie sie zu handeln haben, falls sich die Sache bestätigen sollte.

11,5. Und die Diener begaben sich eiligst hin zu Joseph und fanden alles also, wie es ihnen der Hohepriester bezeichnet hatte.

11,6. Und der älteste von ihnen sagte zu Joseph: »Siehe, darum sind wir aus dem Tempel hierher gesandt worden, auf daß wir uns überzeugen sollen, wie es mit der Jungfrau steht, da von ihr üble Gerüchte zu den Ohren des Hohenpriesters gelangt sind!

11,7. Wir aber fanden die traurige Mutmaßung leider bestätigt; daher laß dir keine Gewalt antun und folge uns mit der Maria in den Tempel, allda du aus dem Munde des Hohenpriesters das gerechte Urteil vernehmen sollst!«

11,8. Und Joseph folgte mit Maria alsbald ohne Widerrede den Dienern vor das Gericht in den Tempel.

11,9. Als er da vor dem Hohenpriester anlangte, fragte der erstaunte Hohepriester alsbald die Maria, in ernstem Tone redend:

11,10. »Maria! Warum hast du uns das getan und hast mögen gar so gewaltig erniedrigen deine Seele?«

11,13. Maria aber fing an, bitterlich zu weinen, und sprach unter gewaltigem Schluchzen und Weinen: »So wahr Gott, der Herr Israels, lebt, so wahr auch bin ich rein und habe noch nie einen Mann erkannt! – Frage den von Gott erwählten Joseph!«

11,14. Und der Hohepriester wandte sich darauf zu Joseph und fragte ihn: »Joseph, ich beschwöre dich im Namen des ewig lebendigen Gottes: sage mir es unverhohlen, wie ist das geschehen? Hast du solches getan?«

11,15. Und Joseph sprach: »Ich sage dir bei allem, was dir und mir heilig ist, so wahr der Herr, mein Gott lebt, so wahr auch bin ich rein vor dieser Jungfrau, wie vor dir und vor Gott!«

11,16. Und der Hohepriester erwiderte: »Rede nicht ein falsches Zeugnis, sondern sprich vor Gott die Wahrheit! Ich aber sage dir: Du hast erstohlen dir deine Hochzeit, hast nicht Kunde gegeben dem Tempel und hast nicht zuvor dein Haupt gebeugt unter die Hand des ewig Gewaltigen, auf daß Er gesegnet hätte deinen Samen! Daher rede die Wahrheit! …

11,27. Wohl denn, da du vor Gott deine laute Schuld bekämpfst, so will ich euch beide trinken lassen das Fluchwasser Gottes, des Herrn, und es werden offenbar werden eure Sünden in euren Augen und vor den Augen alles Volkes!«

11,28. Und alsbald nahm der Hohepriester das Fluchwasser und ließ davon den Joseph trinken und sandte ihn dann nach dem Gesetze in ein dazu bestimmtes Gebirge, das da nahe an Jerusalem lag.

11,29. Und desgleichen gab er auch solches Wasser der Jungfrau zu trinken und sandte sie dann ebenfalls ins Gebirge.

11,30. Nach drei Tagen aber kamen beide gänzlich unverletzt zurück, und alles Volk wunderte sich, daß an ihnen keine Sünde war offenbar gemacht worden.

11,31. Der Hohepriester aber sprach dann selbst ganz über alle Maßen erstaunt zu ihnen: »So Gott der Herr eure Sünde nicht hat offenbar machen wollen, da will auch ich euch nicht richten, sondern spreche euch für schuldlos und ledig!«

11,32. Da aber die Jungfrau schon schwanger ist, so soll sie dein Weib sein zur Buße, darum sie mir unbewußtermaßen ist schwanger geworden, und soll fürder nimmer einen andern Mann bekommen. so sie auch eine junge Witwe würde! Also sei es! – Und nun ziehet wieder in Frieden von dannen!«

11,33. Joseph aber nahm nun Maria und ging mit ihr in seine Heimat und ward voll Freuden, und lobte und pries seinen Gott. Und seine Freude war nun um so größer, da nun Maria sein rechtmäßiges Weib ist geworden.

* * * * *

Römische Volkszählung zur Zeit der nahen Entbindung Marias

12,1. Und Joseph verbrachte nun ganz wohlgemut mit Maria, die nun sein Weib war, noch zwei Monate in seinem Hause und arbeitete für den Unterhalt Mariens.

12,2. Als aber diese Zeit verstrichen war und Maria der Zeit der Entbindung nahe war, da geschah ein neuer Schlag, welcher Joseph in eine große Bekümmernis versetzte.

12,3. Der römische Kaiser Augustus ließ nämlich in allen seinen Landen einen Befehl ergehen, demzufolge alle Völker seines Reiches sollten beschrieben und gezählt und der Steuer und Rekrutierung wegen klassifiziert werden.

12,4. Und so waren auch die Nazaräer von diesem Gebote nicht ausgenommen, und Joseph ward genötigt, sich auch nach Bethlehem, der Stadt Davids, zu nahen, in welcher die römische Beschreibungskommission aufgestellt war.

12,5. Als er aber dieses Gebot vernahm, dessentwegen er schon ohnehin zu einer Versammlung nach Jerusalem ist berufen worden, da sprach er bei sich selbst:

12,6. »Mein Gott und mein Herr, das ist ein harter Schlag für mich gerade zu dieser Zeit, da Maria der Entbindung so nahe ist!

12,7. Was soll ich nun tun? – Ich muß wohl meine Söhne einschreiben lassen, denn diese sind dem Kaiser leider waffenpflichtig; aber was soll ich, um Deines Namens willen, o Herr, mit Maria machen? …

12,15. Ja, ich weiß, was ich nun wieder tun will: den Tag des Herrn will ich abwarten! An diesem wird der Herr, mein Gott, machen, was Er wird wollen, und das wird auch das Beste sein! Und also geschehe es denn!«

* * * * *

Aufbruch der Hl. Familie nach Bethlehem

13,1. Am selben Tage aber noch kam ein alter weiser Freund aus Nazareth zu Joseph und sagte zu ihm:

13,2. »Bruder, siehe, also führt der Herr Sein Volk über allerlei Wüsten und Steppen! Die aber willig folgen, dahin Er lenkt, die kommen ans rechte Ziel!«

13,5. Joseph aber verstand wohl, was der Freund zu ihm geredet hatte, und als der Freund ihn segnete und wieder verließ, da sprach der Joseph zu seinen Söhnen:

13,6. »Höret mich an! Der Herr will es, daß wir alle nach Bethlehem ziehen müssen; also wollen wir uns denn auch Seinen Willen gefallen lassen und tun, was Er will!

13,7. Du, Joel, sattle die Eselin für Maria, und nimm den Sattel mit der Lehne; und du, Joses, aber zäume den Ochsen, und spanne ihn an den Karren, in dem wir Lebensmittel mitführen wollen!

13,8. Ihr drei, Samuel, Simeon und Jakob, aber bestellet den Karren mit haltbaren Früchten, Brot, Honig und Käse, und nehmet davon so viel, daß wir auf vierzehn Tage versehen sind; denn wir wissen es nicht, wann die Reihe an uns kommen wird, und wann wir frei werden, und was mit Maria geschehen kann unterwegs! Darum leget auch frische Linnen und Windeln auf den Karren!«

13,9. Die Söhne aber gingen und bestellten alles, wie es ihnen der Joseph anbefohlen hatte.

13,19. Er nahm Maria und setzte sie so weich und bequem als nur immer möglich auf das Lasttier und nahm dann das Zügel in seine Hand und führte die Eselin.

* * * * *

Geburtswehen Marias erzwingen eine Reiseunterbrechung

14,1. Also kam unsere frömmste Gesellschaft nahe bis auf sechs Stunden vor Bethlehem hin und machte da eine Rast im Freien.

14,9. Als sie aber in die Nähe von Betlehem kamen, da sprach Maria auf einmal zu Joseph:

14,10. »Höre mich an, Joseph! – Das in mir ist, fängt mich an ganz gewaltig zu bedrängen; lasse daher stillehalten!«

14,11. Joseph erschrak völlig vor diesem plötzlichen Ausrufe Mariens; denn er sah nun, daß das gekommen war, was er eben am meisten befürchtet hatte.

14,12. Er ließ daher auch plötzlich stillehalten. Maria aber sprach wieder alsbald zu Joseph:

14,13. »Hebe mich herab von der Eselin: denn das in mir ist, bedrängt mich mächtig und will von mir! Und ich vermag dem Drange nicht mehr zu widerstehen!«

14,14. Joseph aber sprach: »Aber um des Herrn willen! Du siehst ja, daß hier nirgends eine Herberge ist; wo soll ich dich denn hintun?«

14,15. Maria aber sprach: »Siehe, dort in den Berg hinein ist eine Höhle; es werden kaum hundert Schritte dahin sein! Dorthin bringet mich; – weiter zu kommen, ist mir unmöglich!«

14,16. Und Joseph lenkte alsbald sein Fuhr- und Reisewerk dahin und fand zum größten Glücke in dieser Höhle, da sie den Hirten zu einem Notstalle diente, etwas Heu und Stroh, aus welchem er sogleich für Maria ein notdürftiges Lager bereiten ließ.

* * * * *

Geburt Jesu in einer Höhle während Josephs Suche nach einer Hebamme

15,1. Als aber das Lager bereitet war, brachte Joseph die Maria alsbald in die Höhle, und sie legte sich aufs Lager und fand Erleichterung in dieser Lage.

15,2. Als Maria aber also erleichtert sich auf dem Lager befand, da sagte Joseph zu seinen Söhnen:

15,3. »Ihr beiden Ältesten bewachet Maria und leistet ihr im Falle früher Not die gerechte Hilfe, besonders du, Joel, der du einige Kenntnis in diesem Fache dir durch den Umgang mit meinen Freunden in Nazareth erworben hast!«

15,4. Den anderen dreien aber befahl er, den Esel und den Ochsen zu versorgen und den Karren auch irgend in der Höhle, welche so ziemlich geräumig war, unterzubringen.

15,5. Nachdem aber Joseph solches alles also wohl geordnet hatte, sagte er zur Maria: »Ich will nun gehen hinauf auf den Berg und will in der Stadt meines Vaters mir eine Wehmutter in aller Eile suchen und will sie bringen hierher, dir zur nötigen Hilfe!«

15,6. Nach diesen Worten trat Joseph alsbald aus der Höhle, da es schon ziemlich spät abends war und man die Sterne am Himmel recht wohl ausnehmen konnte.

15,7. Was aber Joseph bei diesem Austritte aus der Höhle alles für wunderliche Erfahrungen gemacht hat, wollen wir mit seinen eigenen Worten wiedergeben, die er seinen Söhnen gab, als er mit der gefundenen Wehmutter in die Höhle zurückkehrte und Maria schon geboren hatte.

15,8. Die Worte Josephs aber lauten also: »Kinder, wir stehen am Rande großer Dinge! Ich verstehe nun dunkel, was mir die Stimme am Vorabende vor unserer Abreise hierher gesagt hat; wahrlich, wäre der Herr unter uns – wennschon unsichtbar – nicht gegenwärtig, so könnten unmöglich solche Wunderdinge geschehen, wie ich sie jetzt geschaut habe!

15,9. Höret mich an! – Als ich hinaustrat und fortging, da war es mir, als ginge ich, und als ginge ich nicht! Und ich sah den aufgehenden Vollmond und die Sterne im Aufgange wie im Niedergange, und siehe, alles stand stille, und der Mond verließ nicht den Rand der Erde, und die Sterne am abendlichen Rande wollten nimmer sinken!

15,10. Dann sah ich Scharen und Scharen der Vöglein sitzen auf den Ästen der Bäume; alle waren mit ihren Gesichtern hierher gewendet und zitterten wie zu Zeiten großer bevorstehender Erdbeben und waren nicht zu verscheuchen von ihren Sitzen, weder durch Geschrei noch durch Steinwürfe.

15,11. Und ich blickte wieder auf dem Erdboden umher und ersah unweit von mir eine Anzahl Arbeiter, die da um eine mit Speise gefüllte Schüssel saßen, einige hielten ihre Hände unbeweglich in der Schüssel und konnten keine Speise aus der Schüssel heben.

15,12. Die aber schon eher einen Bissen der Schüssel enthoben hatten, die hielten ihn am Munde und mochten nicht den Mund öffnen, auf daß sie den Bissen verzehreten; aller Angesichter aber waren nach aufwärts gerichtet, als sähen sie große Dinge am Himmel.

15,13. Dann sah ich Schafe, die von den Hirten getrieben wurden; aber die Schafe standen unbeweglich da, und des Hirten Hand, der sie erhob, um zu schlagen die ruhenden Schafe, bieb wie erstarrt in der Luft, und er konnte sie nicht bewegen.

15,14. Wieder sah ich eine ganze Herde Böcke, die hielten ihre Schnauzen über dem Wasser und vermochten dennoch nicht zu trinken, denn sie waren alle wie gänzlich gelähmt.

15,15. Also sah ich auch ein Bächlein, das hatte einen starken Fall vom Berge herab, und siehe, das Wasser stand stille und floß nicht hinab ins Tal! – Und so war alles auf dem Erdboden anzusehen, als hätte es kein Leben und keine Bewegung.

15,16. Als ich aber also dastand oder ging und nicht wußte, ob ich stehe oder gehe, siehe, da ersah ich endlich einmal wieder ein Leben!«

15,17. »Ein Weib nämlich kam den Berg entlang herabgestiegen gerade auf mich zu und fragte mich, als sie vollends bei mir war: ‘Mann, wo willst du hingehen so spät?’

15,18. »Und ich sprach zu ihr: ‘Eine Wehmutter suche ich; denn in der Höhle dort ist eine, die gebären will!’

15,19. »Das Weib aber antwortete und sprach: ‘Ist sie aus Israel?’ – Und ich antwortete ihr: ‘Ja, Herrin, ich und sie sind aus Israel; David ist unser Vater!’

15,20. Das Weib aber sprach weiter und fragte: ‘Wer ist die, welche in der Höhle dort gebären will? Ist sie dein Weib, oder eine Anverwandte oder eine Magd?’

15,21. »Und ich antwortete ihr: ‘Seit kurzem allein vor Gott und dem Hohenpriester nur mein Weib; sie aber war noch nicht mein Weib, da sie schwanger ward, sondern ward mir nur zur Obhut in mein Haus vom Tempel durch das Zeugnis Gottes anvertraut, da sie früher auferzogen ward im Allerheiligsten!

15,22. Wundere dich aber nicht über ihre Schwangerschaft; denn das in ihr ist, ist wunderbar gezeugt vom Heiligen Geiste Gottes!’ – Das Weib aber erstaunte sich darob und sagte zu mir: ‘Mann, sage mir die Wahrheit!’- Ich aber sagte zu ihr: ‘Komm, siehe, und überzeuge dich mit deinen Augen!’«

* * * * *

Verhüllung der Höhle durch Od-Wolke
Bestätigung der visionären Vorschau der Hebamme

16,1. Und das Weib willigte ein und folgte dem Joseph hin zur Höhle; da sie aber hin zur Höhle kamen da verhüllte sich dieselbe plötzlich in eine dichte weiße Wolke, daß sie nicht den Eingang finden mochten.

16,2. Ob dieser Erscheinung fing sich die Wehmutter hoch zu verwundern an und sprach zu Joseph:

16,3. »Großes ist widerfahren am heutigen Tage meiner Seele! Ich habe heute Morgen ein groß-wunderbarstes Gesicht gehabt, in dem alles sich also gestaltete, wie ich es jetzt in der Wirklichkeit gesehen habe, noch sehe und noch mehr sehen werde!

16,4. Du bist derselbe Mann, der mir im Gesichte entgegenkam; also sah ich auch zuvor alle Welt ruhen mitten in ihrem Geschäfte und sah die Höhle, wie eine Wolke über sie kam, und habe mit dir geredet, wie ich nun geredet habe.

16,5. Und ich sah noch mehreres Wunderbarstes in der Höhle, als mir meine Schwester Salome nachkam, der ich allein mein Gesicht am Morgen anvertraute!

16,6. Darum sage ich denn nun auch vor dir und vor Gott, meinem Herrn: »Israel ist ein großes Heil widerfahren! Ein Retter kam, von oben gesandt, zur Zeit unserer großen Not!«

16,7. Nach diesen Worten der Wehmutter wich alsbald die Wolke von der Höhle zurück, und ein gewaltiges Licht drang aus der Höhle der Wehmutter und dem Joseph entgegen, so daß es die Augen nicht zu ertragen imstande waren, und die Wehmutter sprach: »Wahr ist also alles, was ich gesehen habe im Gesichte! O Mann, du Glücklicher, hier ist mehr denn Abraham, Isaak, Jakob, Moses und Elias!«

16,8. Nach diesen Worten aber fing das starke Licht nach und nach erträglicher zu werden, und das Kindlein ward sichtbar, wie es gerade zum ersten Male die Brust der Mutter nahm.

16,9. Die Wehmutter aber trat mit Joseph nun in die Höhle, besah das Kindlein und dessen Mutter, und als sie alles auf das herrlichste gelöst fand, sagte sie:

16,10. »Wahrlich, wahrlich, das ist der von allen Propheten besungene Erlöser, der da ohne Bande frei sein wird schon im Mutterleibe, um anzudeuten, daß er all die harten Bande des Gesetzes lösen wird!

16,11. Wann aber hat jemand gesehen, daß ein kaum geborenes Kind schon nach der Brust der Mutter gegriffen hätte!?

16,12. Das bezeugt ja augenscheinlichst, daß dieses Kind einst als Mann die Welt richten wird nach der Liebe, und nicht nach dem Gesetze!

16,13. Höre, du glücklichster Mann dieser Jungfrau! Es ist alles in der größten Ordnung, darum laß mich aus der Höhle treten, denn mir fällt es schwer nun auf die Brust, da ich empfinde, daß ich nicht rein genug bin, um die zu heilige Nähe meines und deines Gottes und Herrn zu ertragen!«

16,14. Joseph erschrak völlig über diesen Worten der Wehmutter; sie aber eilte aus der Höhle ins Freie.

16,15. Als sie aber aus der Höhle trat da traf sie draußen ihre Schwester Salome, welche ihr ob des bewußten Gesichtes nachgefolgt war, und sprach sogleich zu ihr:

16,16. »Salome, Salome, komme und siehe mein Morgengesicht in der Wirklichkeit bestätigt! Die Jungfrau hat in der Fülle der Wahrheit geboren, was die menschliche Weisheit und Natur nimmer zu fassen vermag!«

16,17. Salome aber sprach: »So wahr Gott lebt, kann ich eher nicht glauben, daß eine Jungfrau geboren habe, als bis ich sie werde mit meiner Hand untersucht haben!«

* * * * *

Überprüfung der Jungfernschaft Marias durch die kritische Salome; Gottesgericht

17,1. Nachdem aber Salome solches geredet hatte, trat sie alsbald hinein in die Höhle und sprach:

17,2. »Maria, meine Seele beschäftigt kein geringer Streit; daher bitte ich, daß du dich bereitest, auf daß ich mit meiner wohlerfahrenen Hand dich untersuche und daraus ersehe wie es mit deiner Jungfrauschaft aussieht!«

17,3. Maria aber fügte sich willig in das Begehren der ungläubigen Salome, bereitete sich und ließ sich untersuchen.

17,4. Als aber Salome Marias Leib anrührte mit ihrer prüfenden Hand, da erhob sie alsbald ein gewaltiges Geheul und schrie überlaut:

17,5. »Wehe, wehe mir meiner Gottlosigkeit wegen und meines großen Unglaubens willen, daß ich habe wollen den ewiglebendigen Gott versuchen! Denn sehet, sehet hierher, meine Hand verbrennt im Feuer des göttlichen Zornes über mich Elende!!!«

17,6. Nach diesen Worten aber fiel sie alsbald vor dem Kindlein auf ihre Knie nieder und sprach:

17,7. »O Gott meiner Väter! Du allmächtiger Herr aller Herrlichkeit! Gedenke mein, daß auch ich ein Same bin aus Abraham, Isaak und Jakob!

17,8. Mache mich doch nicht zum Gespötte vor den Söhnen Israels, sondern schenke mir meine gesunden Glieder wieder!«

17,9. Und siehe, alsbald stand ein Engel des Herrn neben der Salome und sprach zu ihr: »Erhört hat Gott der Herr dein Flehen; tritt zu dem Kindlein hin und trage Es, und es wird dir darob ein großes Heil widerfahren!«

17,10. Und als solches die Salome vernommen hatte, da ging sie auf den Knien vor Maria hin und bat sie um das Kindlein.

17,11. Maria aber gab ihr willig das Kindlein und sprach zu ihr: »Es möge dir zum Heile gereichen nach dem Ausspruche des Engels des Herrn; der Herr erbarme Sich deiner«

17,12. Und Salome nahm das Kindlein auf ihre Arme und trug es kniend und sprach, sobald sie das Kindlein auf dem Arme hatte:

17,13. »O Gott, Du allmächtiger Herr Israels, der Du regierst und herrschst von Ewigkeit! In aller, aller Fülle der Wahrheit ist hier Israel ein König der Könige geboren, welcher mächtiger sein wird denn da war David, der Mann nach dem Herzen Gottes! Gelobt und gepriesen sei Du von mir ewig!«

17,14. Nach diesen Worten ward Salome alsbald völlig wieder geheilt, gab dann unter der dankbarsten Zerknirschung ihres Herzens das Kindlein der Maria wieder und ging also gerechtfertigt aus der Höhle wieder.

17,15. Als sie aber draußen war, da wollte sie alsbald laut zu schreien anfangen über das große Wunder aller Wunder und hatte auch ihrer Schwester sogleich zu erzählen angefangen, was ihr begegnet war.

17,16. Aber alsbald meldete sich eine Stimme von oben und sprach zu Salome: »Salome, Salome, verkündige ja niemandem, was Außerordentliches dir begegnet ist! Denn die Zeit muß erst kommen, wo der Herr von Sich Selbst zeugen wird durch Worte und Taten!«

17,17. Hier verstummte alsbald die Salome, und Joseph ging hinaus und bat die beiden Schwestern, nun wieder in die Höhle zurückzutreten nach dem Wunsche Marias, auf daß da niemand etwas merken solle, was Wunderbarstes in dieser Höhle nun vorgefallen sei. Und die beiden traten wieder demütig in die Höhle.

* * * * *

Lobgesang und Anbetung Jesu durch Engel und Hirten

18,1. Als aber alle also in der Höhle versammelt waren, da fragten die Söhne Josephs ihren Vater (den Joseph nämlich):

18,2. »Vater, was sollen wir nun tun; Es ist alles wohl versorgt! Die Reise hat ermüdet unsere Glieder; dürfen wir uns denn nicht zur Ruhe legen?«

18,3. Und Joseph sprach: »Kinder, ihr sehet ja, welch eine endlose Gnade von oben uns allen widerfahren ist; daher sollet ihr wachen und Gott loben mit mir!

18,6. Und die Söhne Josephs gingen hin und rührten das Kindlein an; das Kindlein aber lächelte sie an und streckte Seine Händchen nach ihnen aus, als hätte Es sie als Brüder erkannt.

18,7. Darob sie sich alle hoch verwunderten und sprachen: »Fürwahr, das ist kein natürliches Kind! – Denn wo hat jemand so etwas erlebt, daß jemand wäre von einem kaum geborenen Kinde gottseligst also begrüßt worden!-?

18,8. Zudem sind wir nun auch im Ernste noch obendrauf plötzlich also gestärkt worden in allen unseren Gliedern, als hätten wir nie eine Reise gemacht und befänden uns daheim an einem Morgen mit völligst ausgerastetem Leibe!«

18,9. Und Joseph sagte darauf: »Sehet, also war mein Rat gut! Aber nun merke ich, daß es anfängt, mächtig kühl zu werden; daher bringet den Esel und den Ochsen hierher! Die Tiere werden sich um uns lagern und werden durch ihren Hauch und ihre Ausdünstung einige Wärme bewirken; und wir selbst wollen uns darum auch um die Maria lagern!«

18,10. Und die Söhne taten solches. Und als sie brachten die beiden Tiere in die Nähe Marias, da legten sich diese sogleich am Hauptteile des Lagers Mariens und hauchten fleißig über Maria und das Kindlein hin und erwärmten es also recht gut.

18,11. Und die Wehmutter sprach: »Fürwahr, nichts Geringes kann das sein vor Gott, dem sogar die Tiere also dienen, als hätten sie Vernunft und Verstand!«

18,12. Salome aber sprach: »O Schwester, die Tiere scheinen hier mehr zu sehen als wir! Was wir uns noch kaum zu denken getrauen, da beten schon die Tiere an Den, der sie erschaffen hat!

18,13. Glaube mir, Schwester, so wahr Gott lebt, so wahr auch ist hier vor uns der verheißene Messias; denn wir wissen es ja, daß sich nie bei der Geburt selbst des größten Propheten solche Wunderdinge zugetragen haben!«

18,14. Maria aber sagte zur Salome: »Gott der Herr hat dir eine große Gnade erwiesen, darum du solches erschaust, davor selbst meine Seele erbebt.

18,15. Aber schweige davon, wie es dir zuvor der Engel des Herrn geboten hat; denn sonst könntest du uns ein herbes Los bereiten!«

18,16. Salome aber gelobte der Maria zu schweigen ihr Leben lang, und die Wehmutter folgte dem Beispiele ihrer Schwester.

18,17. Und so ward nun alles ruhig in der Höhle. In der ersten Stunde aber vor dem Sonnenaufgange vernahmen alle a gar mächtige Lobgesänge draußen vor der Höhle. (a Lukas.02,13)

18,18. Und Joseph sandte sogleich seinen ältesten Sohn, nachzusehen, was es sei, und wer so gewaltig singe die Ehre Gottes im Freien.

18,19. Und Joel ging hinaus und sah, daß alle Räume des Firmaments erfüllt waren hoch und nieder mit zahllosen Myriaden leuchtender Engel. Und er eilte erstaunt in die Höhle zurück und erzählte es allen, was er gesehen.

18,20. Alle aber waren hoch erstaunt über die Erzählung des Joel und gingen hinaus und überzeugten sich von der Wahrheit der Aussage Joels.

18,21. Als sie solche Herrlichkeit des Herrn gesehen hatten, da gingen sie wieder in die Höhle und gaben Maria auch das Zeugnis. Und Joseph sagte zur Maria:

18,22. »Höre, du reinste Jungfrau des Herrn, die Frucht deines Leibes ist wahrhaftig eine Zeugung des Heiligen Geistes Gottes; denn alle Himmel zeugen nun dafür!«

18,23. »Aber wie wird es uns gehen, so nun alle Welt notwendig erfahren muß, was hier vor sich gegangen ist? Denn daß nicht nur wir, sondern auch alle anderen Menschen nun sehen, welch ein Zeugnis für uns durch alle Himmel strahlt, das habe ich an vielen Hirten nun gesehen, wie sie ihre Angesichter gen oben gerichtet hielten!

18,24. und sangen mit gleicher Stimme mit den mächtigen Chören der Engel, welche nun Allen sichtbar erfüllen alle Räume der Himmel hoch und nieder bis zur Erde herab!«

18,25. »Und ihr Gesang lautete wie der der Engel: ‘Tauet herab, ihr Himmel den Gerechten! Friede den Menschen auf der Erde, die eines guten Willens sind! – Und – Ehre sei Gott in der Höhe in Dem, der da kommt im Namen des Herrn!’

18,26. Siehe, o Maria, solches vernimmt und sieht nun die ganze Welt, also wird sie auch kommen hierher und wird uns verfolgen, und wir werden müssen fliehen über Berg und Tal!

18,27. Daher meine ich, wir sollten uns sobald als nur immer möglich heben von hier und, sobald ich werde beschrieben sein – was heute früh noch geschehen soll -, uns wieder begeben nach Nazareth zurück und von dort gehen zu den Griechen über, von denen ich einige recht wohl kenne! – Bist du nicht meiner Meinung?«

18,28. Maria aber sprach zu Joseph: »Du siehst aber ja, daß ich heute noch nicht dies Lager verlassen kann; daher lassen wir alles dem Herrn über. Er hat uns bisher geführt und beschützt, so wird Er uns auch sicher noch weiter führen und gar treulich beschützen!

18,29. Will Er uns vor der Welt offenbaren, sage: wohin wollen wir fliehen, da Seine Himmel uns nicht entdecken möchten?-!

18,30. Daher geschehe Sein Wille! – Was Er will, das wird recht sein! Siehe, hier auf meiner Brust ruht ja, Dem dieses alles gilt!

18,31. Dieser aber bleibt bei uns, und so wird auch die große Herrlichkeit Gottes nicht von uns weichen, und wir können da fliehen, wohin wir nur immer wollen!«

18,32. Als Maria aber noch kaum solches ausgeredet hatte, siehe, da standen schon zwei Engel als Anführer einer Menge Hirten vor der Höhle und zeigten den Hirten an, daß hier Derjenige geboren ist, dem ihre Lobgesänge gelten!

18,33. Und die Hirten traten ein in die Höhle und knieten nieder vor dem Kindlein und beteten Es an; und die Engel kamen auch scharenweise und beteten an das Kindlein!

18,34. Joseph aber blickte mit seinen Söhnen ganz erstaunt hin nach der Maria und dem Kindlein und sprach: »O Gott, was ist denn das? – Hast Du Selbst Fleisch angenommen in diesem Kinde?

18,35. Wie wohl wäre es möglich sonst, daß Es angebetet würde selbst von Deinen heiligen Engeln? Bist Du aber hier, o Herr, was ist denn nun mit dem Tempel und mit dem Allerheiligsten?«

18,36. Und ein Engel trat hin zum Joseph und sprach zu ihm: »Frage nicht und sorge dich nicht: denn der Herr hat die Erde erwählt zum Schauplatze Seiner Erbarmungen und hat nun heimgesucht Sein Volk, wie Er es vorhergesagt durch den Mund Seiner Kinder, Seiner Knechte und Propheten!

18,37. Was aber geschieht nun vor deinen Augen, das geschieht nach dem Willen Dessen, der da ist heilig überheilig.«

18,38. Hier verließ der Engel den Joseph und ging wieder hin und betete an das Kindlein, welches nun alle die Betenden mit offenen Händchen anlächelte!

18,39. Als aber nun die Sonne aufging, da verschwanden die Engel: aber die Hirten blieben und erkundigten sich beim Joseph, wie möglich doch solches vor sich gegangen ist?

18,40. Joseph aber sagte: »Höret, wie wunderbar das Gras wächst aus der Erde, also geschah auch dieses Wunder! Wer aber weiß, wie das Gras wächst? So wenig weiß ich euch auch von diesem Wunder kundzugeben! Gott hat es also gewollt; das ist alles, was ich euch sagen kann!«

* * * * *

Bericht der Hebamme an Römer Kornelius, Leiter der Schätzkommission

19,1. Die Hirten aber waren mit diesem Bescheide zufrieden und fragten den Joseph nicht weiter und gingen von dannen und brachten der Maria allerlei Stärkungen zum Opfer.

19,2. Als die Sonne aber schon eine Stunde der Erde geleuchtet hatte, da fragte Joseph die Wehmutter:

19,3. »Höre mich an, du meine Freundin und Schwester aus Abraham, Isaak und Jakob! Siehe, mich drückt die Beschreibung ganz gewaltig, und ich wünsche nichts sehnlicher, als sie hinter mir zu haben.

19,4. Ich aber weiß nicht, wo in der Stadt sie gehalten wird; laß daher die Salome hier bei der Maria, mich aber führe mit meinen Söhnen hin zu dem römischen Hauptmann, der da die Beschreibung führt:

19,5. Vielleicht werden wir sogleich vernommen werden, so wir sicher die ersten dort sein werden.«

19,6. Und die Wehmutter sagte zum Joseph: »Gnadenvoller Mann, höre mich an! Der Hauptmann Kornelius aus Rom wohnt in meinem Hause, das schier eines der ersten ist in der Stadt;

19,7. und hat daselbst auch seine Amtsstube. Er ist zwar ein Heide, aber sonst ein guter und rechtlicher Mensch; ich will hingehen und ihm alles anzeigen bis auf das Wunder, und ich meine, die Sache wird abgetan sein.«

19,8. Dieser Antrag gefiel dem Joseph wohl, da er ohnehin eine große Scheu vor den Römern, besonders aber vor der Beschreibung hatte; er bat daher obendrauf noch die Wehmutter, solches zu tun.

19,9. Und die Wehmutter ging und fand den Kornelius, der noch sehr jung war und am Morgen gerne lang schlief, noch im Bette und gab ihm alles kund, was da notwendig war.

19,10. Kornelius aber stand sogleich auf, warf seine Toga um und sprach zu seiner Hausherrin: »Weib, ich glaube dir alles; aber ich will dennoch selbst mit dir hingehen, denn ich fühle einen starken Drang dazu!

19,11. Es ist nach deiner Erzählung nicht weit von hier, und so werde ich zur rechten Zeit noch am Arbeitstische sein! Führe mich also nur gleich hin!«

19,12. Und die Wehmutter erfreute sich dessen und führte den ihr wohlbekannten biederen, jungen Hauptmann hin, welcher ihr vor der Höhle gestand und sagte: »O Weib, wie leicht gehe ich in Rom zu meinem Kaiser, und wie schwer wird es mir hier, in diese Höhle einzutreten!

19,13. Das muß etwas Besonderes sein! Sage mir doch, ob du irgendeinen Grund weißt; denn ich weiß, daß du eine biedere Jüdin bist!«

19,14. Die Wehmutter aber sprach: »Guter Hauptmann des großen Kaisers! Harre hier vor der Höhle nur einen Augenblick; ich will hineingehen und will dir die Lösung bringen!«

19,19. Und Joseph führte den Kornelius in die Höhle. Als aber dieser das Kindlein erblickte, wie Es ihm entgegenlächelte, da erstaunte er ob solchen Benehmens des Kindleins und sagte: »Beim Zeus, das ist selten! Ich bin ja wie neu geboren, und noch nie habe ich eine solche Ruhe und Freude in mir gewahrt! – Fürwahr, heute sind Geschäftsferien, und ich bleibe euer Gast!«

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Darauf folgen:
– ein 6-tägiger Aufenthalt in der Höhle
– Darstellung und Beschneidung Jesu im Tempel
– Greisin Hanna begrüsst Jesus
– Besuch der 3 Weisen aus Persien
– Die Flucht nach Ägypten; Kindermord des Herodes