GEBOT 11… DIE GOTTESLIEBE… Wie liebe ich Gott über alles ?… – COMMANDMENT 11… THE LOVE OF GOD… How do I love God above all else ?…

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Erläuterung des 11. Gebotes… ‘Die Gottesliebe’

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101).

Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 98

1. Wir sind bereits in diesem Saale und ersehen hier in der Mitte des Saales ebenfalls an einer großen, weißen, glänzenden Säule eine runde Tafel. Sie glänzt wie die Sonne, und in ihrer Mitte steht mit rubinrot leuchtender Schrift geschrieben:

2. „Du sollst Gott deinen Herrn lieben über alles, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen von Gott dir verliehenen Lebenskräften“. –

3. Nebst dieser inhaltsschweren, prachtvollen Sonnentafel erblicken wir auch, mehr als sonst in irgendeinem Saale, eine Menge schon groß gewachsener Kinder, welche, wie ihr bemerken könnet, bald die Tafel anblicken, bald sich wieder mit ihren Lehrern besprechen und bald ganz in sich versunken, die Hände kreuzweise auf die Brust legend, gleich Statuen dastehen. Der ganze Anblick sagt schon, daß es sich hier um etwas außerordentlich Wichtiges handelt.

4. Es dürfte vielleicht mancher fragen und sagen: Solches stünde wohl offenbar zu erwarten. Aber wenn man die Sache beim Lichte recht betrachtet, so will dieses auf der Sonnentafel geschriebene Gebot ja doch nichts anderes sagen, als was im Grunde alle früheren Gebote zusammen gesagt haben. Warum muß denn gerade diese Tafel hier also glänzen, während alle vorhergehenden zehn Tafeln nur einfach weiß und wie gewöhnlich mit einer dunklen Substanz beschrieben waren? – Diese Bemerkung ist nicht ganz ohne Gehalt. Dessen ungeachtet verliert sie hier ihren Wert, so wie alle anderen Lehren und Behauptungen gegen ein einziges Wort aus dem Munde des Herrn ihren Schein notwendig verlieren müssen.

5. Es verhält sich mit der Sache gerade so, wie es sich auf der Welt in der großen Natur tagtäglich beinahe handgreiflich beurkundet. Nehmen wir an, wie viele tausend und tausendmal tausend kleinere und mitunter auch stärkere und etwas größere Lichter strahlen in jeder Nacht aus den hohen Himmeln zur finsteren Erde herab. Der Mond selbst ist nicht selten die ganze Nacht hindurch tätig. Neben diesen herrlichen Lichtern zünden zur Nachtzeit die Menschen auf der Erde beinahe ebensoviele künstliche Lichter an.

6. Bei dieser Fülle von Lichtern und Lichtern sollte man meinen, es müsse in der Nachtzeit auf der Erde vor lauter Licht nicht auszuhalten sein. Allein die Erfahrung hat noch allezeit gezeigt, daß es auf der Erde nach dem Untergange der Sonne trotz der stets mehr und mehr auftauchenden Lichter am Himmel stets finsterer wird, je tiefer sich die Sonne unter den Horizont hinabsenkt.

7. Wer kann sagen, diese Lichter seien nicht herrlich? Ja, ein nur mittelmäßiger Verehrer der Wunder Gottes muß beim Anblicke des gestirnten Himmels zur Nachtzeit sich auf die Brust klopfen und sagen: O Herr, ich bin nicht würdig, in diesem Deinem Heiligtume, in diesem Deinem unendlichen Allmachtstempel zu wandeln! Ja fürwahr, man kann in jeder Nacht mit vollem Rechte ausrufen: O Herr! Wer Deine Werke betrachtet, hat eine eitle Lust daran!

8. Warum denn eine eitle? Weil ein jeder Mensch für sich im Ernste hinreichend Grund hat, aus lauter Lust und Wonnegefühl darum fromm-eitel zu sein, weil Derjenige, der solche Wunderwerke erschuf, sein Vater ist!! – Es hat also ein jeder billigermaßen ein heiliges Recht darauf, sich zu freuen, wenn er in einer Nacht mehr in sich gekehrt die großen Wunderwerke seines allmächtigen Vaters betrachtet. Und fürwahr, die Flamme einer Lampe und die am Herde ist nicht minder ein Wunderwerk des allmächtigen Vaters, als das glanzvoll strahlende Licht der zahllosen Sterne des Himmels!

9. Und sehet nun, aller dieser hoch zu bewundernden Wunderpracht gleicht das Alte Testamentswort in allen seinen Teilen.

10. Wir erblicken an diesem alten, aber immer noch nächtlichen Himmel eine kaum zählbare Menge von größeren und kleineren Lichtern. Sie strahlen herrlich, und wer sie betrachtet, wird allezeit mit einer geheimen, heiligen Ehrfurcht erfüllt. Warum? Weil sein Geist Großes ahnt hinter diesen Lichtern. Aber sie sind noch zu weit entfernt von ihm. Er kann schauen und greifen und fühlen, aber die kleinen Lichter wollen mit ihrem großen Inhalte seinem forschenden Geiste nicht näherrücken.

11. Wer sind aber diese Himmelslichter in dem alten Himmel des Geistes?

12. Sehet, es sind alle die euch bekannten vom Geiste Gottes erfüllten Patriarchen, Väter, Propheten, Lehrer und Führer des Volkes. – Aber auf der Erde gibt es ja auch eine Menge künstlicher Lichter, wer sollen denn diese sein im Alten Testamente? Das sind diejenigen achtenswerten Menschen, die nach dem Worte, welches aus dem gottbegeistigten Menschen kam, treulich lebten und durch ihren Lebenswandel ihre Nachbarn erleuchteten und erquickten.

13. Also haben wir diese herrliche Nachtszene vor uns. Wohl werden durch manche nächtliche Partialstürme hie und da die Strahlen des Himmels mit schnell dahineilenden Wolken flüchtig verdeckt. Aber derselbe Sturm, der ehedem eine lichtfeindliche Wolke über das prachtvolle Sternengezelt brachte, eben dieser Sturm treibt diese Wolke über den Horizont hinab, und nach ihm wird das Firmament reiner, als es zuvor war. Alles wird ängstlich ob eines solchen kurzwährenden Sturmes und wünscht sich wieder die ruhige, herrliche, von so vielen tausend Lichtern durchleuchtete Nacht. Aber ein Naturkundiger spricht: Solche Stürme sind nichts als gewöhnliche Vorboten des nahen Tages, daher solle man nicht ängstlich sein.

14. Also ist es auch fürwahr. Denn wo große Kräfte in Bewegung gesetzt werden, da kann man doch mit Recht schließen und sagen: Hier kann eine noch größere, ja die allergrößte Urkraft nicht fern sein, denn kleine Winde sind nichts als Seitenströmungen eines nicht sehr fernen großen Orkans. Also hat unser Naturkundiger ja recht, und wir erquicken uns noch immer an der herrlichen Pracht der Wundernacht. –

15. Wir schwärmen gleich den Verliebten unter den vielen Fenstern des großen Prachthauses umher, und blicken mit phantasie- und sehnsuchtsvoller Brust hinauf zu den durch eine Nachtlampe schwach erleuchteten Lichtöffnungen des Hauses, hinter denen wir den Gegenstand unserer Liebe wittern.

16. Viele Ahnungen, tausend inhaltsschwere Gedanken zucken da gleich Sternschnuppen über unsern Liebehimmel, aber kein solch flüchtiges ephemeres Licht will dem Durste unserer Liebe eine genügende Labung reichen.

17. Also geht es den Menschen auch in dem alten nächtlichen Sternenhimmel des Geistes. Aber was geschieht? Durch den Aufgang der Sonne fängt der Horizont an sich zu röten. Heller und heller wird es über dem Horizont des Aufganges. Noch einen Blick nach dem ehemals so herrlichen Himmel, und was ersieht man? – Nichts als einen Stern um den anderen verschwinden. –

18. Die Sonne, die herrliche, geht mit ihrem urewigen Tagesglanze auf und kein Sternchen am Himmel ist mehr zu erschauen, denn die eine Sonne hat jedes Himmelsatomchen heller gemacht mit dem einen Lichte, als in der Nacht all die zahllosen Sterne zusammen so etwas zu bewirken imstande gewesen wären.

19. Dem harrenden Verliebten, der die ganze Nacht hindurch vergeblich geschwärmt hatte, geht am für ihn inhaltsschweren Hause nur ein Fenster auf. Und von diesem einen Fenster begrüßt ihn der ersehnte Gegenstand seines Herzens und sagt ihm mit einem wohlwollenden Blicke mehr als ehedem die Nacht hindurch seine zahllosen Phantasien und Gedanken!

20. So sehen wir in der großen Natur tagtäglich eine Szene, die unserer geistigen vollkommen entspricht.

21. Den Mond, gleich dem Moses, sehen wir mit abnehmendem und erblaßtem Lichte hinter das abendliche Gebirge untertauchen, wenn die mächtige Sonne am Morgen über den Horizont emporsteigt. Was auch immer ehedem in der Nacht in ein noch so geheimnisvolles Dunkel gehüllt war, steht jetzt hell erleuchtet vor jedermanns Augen!

22. Das alles ist die Wirkung der Sonne. Und am geistigen Himmel alles die Wirkung des Einen Herrn, des Einen Jesus, der da ist der alleinige Einige Gott Himmels und aller Welten!

23. Was Er Selbst in Sich ist als die göttliche Sonne aller Sonnen, das ist auch ein jedes einzelne Wort aus Seinem Munde gesprochen gegen alle zahllosen Worte aus dem Munde begeisterter Patriarchen, Väter und Propheten. Zahllose Ermahnungen, Gesetze und Vorschriften ersehen wir im Verlaufe des Alten Testamentes. Das sind Sterne und auch künstliche Lichter der Nacht. Dann aber kommt der Herr, spricht nur ein Wort – und dieses Wort wiegt das ganze Alte Testament auf. –

24. Und sehet, aus eben diesem Grunde erscheint auch dieses eine erste Wort hier in diesem elften Saale als eine selbstleuchtende Sonne, deren Licht zahllose Sterne wohl erleuchtet, es aber dagegen ewig nimmer vonnöten hat, sich des Gegenschimmers der Sterne zu bedienen. Denn es ist ja das Urlicht, aus dem alle die zahllosen Sterne ihr teilweises Licht genommen haben.

25. Und so wird es auch hier in dieser Erscheinlichkeit sicher begreiflich sein, warum die vormaligen zehn Tafeln nur weiß, also mattschimmernd, aufgerichtet sind, wogegen wir hier das urewige Sonnenlicht dargestellt erschauen, das keines Vor- und Nachtlichtes bedarf, sondern schon in sich alles Licht faßt.

26. Wer dieses nur einigermaßen beherzigt, der wird es vollkommen einsehen, warum der Herr gesagt hat: „In diesem Gebote der Liebe sind Moses und alle Propheten enthalten“. Es ist sicher ebensoviel gesagt, als so man natürlichermaßen sagen möchte: Am Tage erblickt man darum die Sterne nicht mehr und hat deren Licht auch nicht mehr vonnöten, weil all ihr Licht in dem einen Lichte der Sonne zahllos aufgewogen wird. – Wie aber durch solches hier die volle Wahrheit sich handgreiflich darbietet, werdet ihr in der Folge ersehen. –

Kapitel 99 – Die Liebe Gottes – der Urgrundstoff aller Geschöpfe.

1. Die Liebe Gottes ist der Urgrundstoff aller Geschöpfe, denn ohne diese hätte ewig nie etwas erschaffen werden können. Diese Liebe entspricht der allbelebenden und zeugenden Wärme, und nur durch die Wärme sehet ihr die Erde unter euren Füßen grünen.

2. Durch die Wärme wird der starre Baum belaubt, blühend, und die Wärme in ihrem Wesen ist es, die die Frucht am Baume reift. Es gibt überhaupt auf der ganzen Erdoberfläche kein Wesen oder Ding, das seinen Ursprung im gänzlichen Wärmemangel nehmen könnte.

3. Man wird hier etwa sagen und einwenden: Das Eis ermangelt doch sicher aller Wärme, und besonders das Polareis. Mit dem wird die Wärme doch nicht gar zu viel zu schaffen haben, denn bei nahe vierzig Grad Kälte möchte man wohl dasjenige Wärmemessungsinstrument kennen, das dort noch irgendeine Wärme heraustüpfeln könnte. Ich aber sage hierzu nichts anderes, als daß die Gelehrten dieser Erde das Instrument noch nicht erfunden haben, mit dem sie den eigentlichen Wärmestoff vom eigentlichen Kaltstoffe wohl ausmeßlich absondern und gewissenhaft bestimmen können. Bei uns, die wir im inwendigen reinen Wissen sind, ist ein ganz anderes Maß eingeführt und gebräuchlich.

4. Die Gelehrten der Erde fangen da mit der Messung der Kälte an, wo das Wasser gefriert. Wenn beim Gefrierpunkte schon die eigentliche Kälte anfängt, da möchte ich denn doch den Grund wissen, nach welchen Gesetzen oder auf welche Art und Weise dann die Kälte zunehmen kann? Warum empfindet man bei euch eine Temperatur von etwa vier bis fünf Graden unter dem sogenannten Eispunkte noch leidlich erträglich? Wenn aber das Thermometer bis auf achtzehn Grade gesunken ist, da wird ein jeder die Kälte schon sehr schmerzlich empfinden. Kann man hier nicht sagen, und das mit vollem Rechte: Achtzehn Grad Kälte sind darum empfindlicher als vier Grade, weil bei vier Graden offenbar noch mehr Wärme als bei achtzehn Graden vorherrschend ist? Kann man nun achtzehn Grade schon als komplette Kälte annehmen? O nein, denn man hat schon dreißig Grad Kälte erlebt. Diese war noch viel schmerzlicher als die mit achtzehn Graden. Warum? Weil sie wieder bei weitem weniger Wärme in sich enthielt als die mit achtzehn Graden. Aber vierzig Grade werden noch schmerzlicher sein als dreißig. Ist man aber darum schon berechtigt, die vierzig Grade als vollkommen wärmelos zu erklären?

5. Ich aber will euch sagen, daß das nichts als Übergänge von der Wärme zur Kälte und also auch umgekehrt sind. Daher kann man diesen viel richtigeren Maßstab annehmen:

6. Jedes Ding, jeder Körper, der noch erwärmungsfähig ist, kann nicht völlig kalt genannt werden, sondern er hat ebensoviel Wärme in sich, als wie groß und dicht er ist. Ein Eisklumpen vom höchsten Norden kann am Feuer geschmolzen und das Wasser dann bis zum Sieden gebracht werden. Hätte dieses Eis nicht gebundene Wärme in sich, nimmer könnte es erwärmt werden.

7. Kälte ist demnach diejenige Eigenschaft eines Wesens, in der durchaus keine Erwärmungsfähigkeit mehr vorhanden ist. So kann man mit Recht selbst die Bildung des Eises am Nordpole einzig und allein der Reaktion der Wärme zuschreiben, wo sie von der Kälte bedroht ihre Körper ergreift, zusammenzieht und festet, damit sie der eigentlichen Kälte den festesten Widerstand leisten können.

8. Die Wärme ist demnach gleich der Liebe, die eigentliche Kälte aber gleicht der eigentlichen höllischen Liebelosigkeit. Wo diese herrschend auftreten will, da bewaffnet sich ihr gegenüber die alles belebende und erhaltende Liebe, und die eigentliche alles ertötende Kälte vermag der so bewaffneten Liebe keinen Sieg abzugewinnen.

9. Was heißt denn hernach: „Liebe Gott über alles“? – Natürlicherweise betrachtet kann es unmöglich etwas anderes heißen als:

10. Verbinde deine dir von Gott gegebene Lebenswärme mit der dich erschaffenden und erhaltenden Urwärme deines Schöpfers, so wirst du das Leben ewig nimmer verlieren.

11. Wirst du aber deine Liebe oder deine Lebenswärme freiwillig von der göttlichen Urlebenswärme trennen und gewisserart als ein selbständig herrschendes Wesen dasein wollen, so wird deine Wärme keine Nahrung mehr haben.

12. Du wirst dadurch in einen stets größeren Kältegrad übergehen. Und je tiefer du hinabsinken wirst in die stets mächtiger kaltwerdenden Grade, desto schwerer wird es halten, dich wieder zu erwärmen. Bist du aber in die vollkommene Kälte übergegangen, dann bist du dem Satan ganz anheimgefallen, wo du als rein kalt keiner Erwärmung mehr fähig bist!

13. Was da mit dir weiter geschieht, davon weiß kein Engel des Himmels dir eine Silbe zu sagen.

14. In Gott sind freilich unendliche Tiefen. Wer aber wird diese ergründen und dabei das Leben behalten? –

15. Ich meine, aus dieser kurzen Vorerwähnung wird man schon ziemlich klar anfangen können, sich einen Begriff zu machen, warum dieses Gebot, dieses eine Wort des Herrn, der Inbegriff, ja eine Sonne aller Sonnen und ein Wort aller Worte ist. – In der Folge wollen wir noch mehreres davon sprechen. –

Kapitel 100 – Was heißt: Gott über alles lieben?

1. Ich sehe einen, der da kommt und spricht: Es wäre schon alles recht, aber wie sollte man dieses eine göttliche Wort an Gott Selbst realisieren? Wie sollte man denn so ganz eigentlich Gott lieben, und das über alles? Sollte man in Gott etwa also verliebt sein, wie ein junger Bräutigam in seine schöne und reiche Braut? Oder sollte man in Gott also verliebt sein, wie ein Mathematiker in eine mathematische Berechnung oder ein Astronom in seine Sterne? Oder sollte man also verliebt sein wie ein Spekulant in seine Ware oder ein Kapitalist in sein Geld oder wie ein Herrschaftsbesitzer in seine Herrschaften oder auch wie ein herrschender Monarch in seinen Thron? Das sind die einzig möglichen Maßstäbe ernster menschlicher Liebe, denn der Kinder Liebe zu ihren Eltern kann man nicht füglich als einen ernsten Maßstab der Liebe aufstellen, indem das Beispiel lehrt, daß Kinder ihre Eltern verlassen können, um entweder irgendeine gute Heirat zu machen oder viel Geld zu gewinnen oder eine hohe Ehrenstelle einzunehmen. Bei all dem tritt die Liebe der Kinder zu ihren Eltern zurück und muß notwendig einer mächtigeren Platz machen. Daher sind hier nur die mächtigsten Maßstäbe der menschlichen Liebe angeführt, und da fragt es sich, nach welchem soll man so eigentlich die Liebe zu Gott bemessen?

2. Wenn aber nun jemand kommt und spricht: Nach diesem oder jenem, da sage ich einwendend: Freund! Das kann nicht sein.

3. Es ist wahr, die von mir angeführten mächtigsten Liebemaßstäbe sind wohl die einzigen, wonach des Menschen größte Liebekraft bemessen werden kann; aber es heißt ja, man solle Gott über alles lieben, was so viel sagen will als: mehr, als alles in der Welt.

4. Da fragt es sich, wie es anfangen, wie die Liebe zu einer Potenz erheben, von der sich kein menschlicher Geist irgendeinen meßbaren oder vergleichbaren Begriff machen kann? Man wird etwa sagen: Man solle Gott noch mehr lieben als sein eigenes Leben. Da sage ich, der Einwender: Mit der Liebe des eigenen Lebens hält die allerhöchste Liebe zu Gott noch weniger irgendeinen Vergleich aus als mit der Liebe der Kinder zu ihren Eltern. Denn es gehört schon viel dazu, daß die Kinder ihr Leben aus Liebe zu ihren Eltern aufs Spiel setzen, im Gegenteil haben sie es lieber, so die Eltern für sie auf Leben und Tod kämpfen.

5. Alsonach erscheint die Eigenliebe der Kinder gegenüber der Liebe zu ihren Eltern nicht selten bei weitem mächtiger. Aber wir sehen andererseits, daß die Kinder der Menschen für andere Vorteile häufig ihr Leben beinahe verachtend aufs Spiel setzen. Der eine segelt in stürmischen Nächten über den Ozean, ein anderer stellt sich vor die feuernde Front der feindlichen Armee, ein dritter begibt sich nicht selten in lockere Abgründe der Erde, um sich da metallene Schätze zu holen. Und so sehen wir, daß diese äußeren weltlich-ernsten Maßstäbe menschlicher Liebe sicher kräftiger sind und eine allgemeinere Geltung haben als die Liebe der Kinder zu ihren Eltern und die Liebe zum eigenen Leben.

6. Aber was nützen alle diese Maßstäbe, wenn weit über sie hinaus die Liebe zu Gott auf einer solchen Potenz stehen soll, gegen die alle anderen Liebemaßstäbe ins reine Nichts zurücksinken sollen? Sehet, meine lieben Freunde und Brüder, unser Einwender hat uns scharf angegriffen, und wir werden uns recht kräftig auf die Beine stellen müssen, um gegen den Einwender das Übergewicht zu gewinnen.

7. Aber ich sehe soeben wieder einen sehr ernstlich aussehenden Gegenkämpfer. Dieser tritt seines Sieges ganz sicher auf und spricht: Oh, mit diesem Einwender werden wir bald fertig werden, denn der Herr hat uns ja selbst den ausdrücklichen Maßstab gegeben, wie man Gott lieben soll. Ich brauche daher nichts anderes zu sagen, als was der Herr Selbst gesagt hat, nämlich: „Wer Meine Gebote hält, der ist es, der Mich liebt“. – Das ist somit der eigentliche Maßstab, wie man Gott lieben soll.

8. Wenn der Einwender genug scharfe und starke Zähne hat, so soll er noch versuchen, irgendeine andere unübertreffliche Liebeswaage aufzustellen. Gut, sage ich, der Einwender ist noch zur Seite und macht Miene, diesen Einwurf ein wenig zu zerbeißen. Wir wollen ihn daher anhören und sehen, was er alles vorbringen wird. Er spricht:

9. Gut, mein lieber, freundlicher Gegner! In der Aufstellung deiner Einwendung hast du mir gegenüber zum Maßstabe der höchsten Liebe zu Gott nicht viel mehr bewiesen als ein ziemlich gutes Gedächtnis, dem du so manche Texte aus der hl. Schrift zu danken hast. Aber siehe, wer aus all den Texten einen lebendigen Nutzen ziehen will, der muß nicht nur wissen, wie sie lauten, sondern er muß in sich lebendig verstehen, was sie sagen wollen.

10. Was würdest du denn sagen, so ich dir eben aus dem Munde des Herrn Selbst gesprochen nicht nur einen, sondern mehrere Gegensätze dazu aufstellen würde, laut denen der Herr Selbst die Liebe aus der Erfüllung des Gesetzes als nicht genügend darstellt? Du machst zwar jetzt ein Gesicht, als möchtest du sagen: Dergleichen Texte dürften in der Schrift doch wohl etwas karg ausgestreut sein. Ich aber erwidere dir: Lieber Freund, durchaus nicht. Höre mich nur an, ich will dir gleich mit einem halben Dutzend, so du es willst, aufwarten.

11. Ist dir das Gespräch des Herrn mit dem reichen Jünglinge bekannt? Fragt nicht dieser: „Meister, was soll ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Was antwortet ihm da der Herr? Du sprichst triumphierend: Der Herr spricht: „Halte die Gebote und liebe Gott, so wirst du leben!“ Gut, sage ich, was spricht aber der Jüngling? Er spricht: „Meister, das habe ich von meiner Kindheit an gehalten“.

12. Das ist alles richtig. Warum aber, frage ich, hat der Jüngling diese Antwort dem Herrn gegeben? Er wollte Ihm dadurch sagen: Trotzdem ich das alles von meiner Kindheit an gehalten habe, verspüre ich dennoch nichts von dem wunderbaren ewigen Leben in mir.

13. Warum erklärt der Herr nun darauf dem Jünglinge die Haltung der Gebote zur Erreichung des ewigen Lebens nicht als genügend, sondern macht sogleich einen sehr gewaltigen Zusatz, indem Er spricht: „So verkaufe alle deine Güter, verteile sie unter die Armen und folge Mir nach!“

14. Frage, wenn der Herr also Selbst einen solchen Zusatz macht, genügen da als höchste Liebe zu Gott die beobachteten Gesetze? Siehe, da hat es schon einen Haken, gehen wir aber weiter!

15. Was spricht einmal der Herr zu Seinen Aposteln und Jüngern, als Er ihnen die zu erfüllenden Pflichten vorstellt und anpreist? Er spricht nichts anderes als bloß die einfachen, sehr bedeutungsvollen Worte: „Wenn ihr aber alles getan habt, da bekennet, daß ihr faule und unnütze Knechte seid“.

16. Ich frage dich nun: Erklärt hier der Herr die Haltung der Gebote als genügend, indem Er doch offenbar erklärt, daß ein jeder das Gesetz vollkommen erfüllende Mensch sich als völlig unnütz betrachten solle? Siehe, da wäre der zweite schon etwas gewaltigere Haken. Aber nur weiter!

17. Kennst du das Gleichnis von dem Pharisäer und Zöllner im Tempel? Der Pharisäer gibt sich frohen Gewissens vor dem Heiligtume selbst das treue Zeugnis, daß er, wie gar viele nicht, das Gesetz Mosis in seinem ganzen Umfange allezeit genauest, also vollkommen buchstäblich erfüllt habe. Der arme Zöllner rückwärts in einem Winkel des Tempels aber gibt durch seine ungemein demütige Stellung jedem Beobachter getreu zu erkennen, daß er eben mit der Haltung des Mosaischen Gesetzes nicht gar viel muß zu schaffen gehabt haben, denn seiner Sünden gar wohl inne, getraut er sich nicht einmal zum Heiligtume Gottes hinaufzublicken, sondern bekennt selbst seine Wertlosigkeit vor Gott und bittet Ihn um Gnade und Erbarmen.

18. Da möchte ich denn doch wohl wissen von dir, du mein lieber textkundiger Freund, warum, wenn das Gesetz genügt, der Herr hier den das ganze Gesetz streng beobachtenden Pharisäer als ungerechtfertigt und den armen sündigen Zöllner als gerechtfertigt aus dem Tempel gehen läßt?

19. Siehe, wenn man das so recht beim Lichte betrachtet, so scheint es, als hätte der Herr da mit der alleinigen Haltung des Gesetzes schon wieder Selbst einen dritten sehr bedeutenden Haken gemacht. Du zuckst nun schon mit den Achseln und weißt nicht mehr, wie du daran bist. Mache dir aber nichts daraus, es soll schon noch besser kommen! Also nur weiter.

20. Was möchtest du denn sagen, wenn ich dir aus der Schrift, und zwar aus dem Munde des Herrn Selbst einen Text anführen möchte, laut welchem Er das ganze Gesetz indirekt als ungültig erklärt und dafür ein ganz anderes Hilfsmittel setzt, durch welches Er Selbst einzig und allein die Gewinnung des ewigen Lebens verbürgt?

21. Du sprichst nun: Guter Freund, diesen Text möchte ich auch hören. Sollst ihn gleich haben, mein lieber Freund! Was spricht einmal der Herr, als Er ein Kind am Wege fand, es aufnahm, herzte und kosete? Er spricht: „So ihr nicht werdet wie dieses Kind, so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen!“

22. Frage: Hat dieses Kind, das noch kaum einige Worte zu lallen imstande war, die Gesetze Mosis je studiert und dann sein Leben streng darnach gerichtet? Auf der ganzen Welt gibt es sicher keinen so dummen Menschen, der so etwas behaupten könnte. Frage demnach: Wie konnte der Herr hier als höchstes Motiv zur Gewinnung des ewigen Lebens ein Kind bezeichnen, das mit dem ganzen Gesetze Mosis noch nie ein Jota zu tun hatte? Freund, ich sage hier nichts weiter als: So es dir beliebt, so mache mir darüber eine einwendliche Erörterung. Du schweigst. So ersehe ich, daß du mit deiner Aufstellung dich bei diesem vierten Haken schon ziemlich tief in den Hintergrund zurückgezogen hast. –

Kapitel 101 – Worin besteht die Liebe zu Gott?

1. Du hast in diesen vier Punkten gesehen, daß der Herr einesteils die alleinige Haltung des Gesetzes zur Erlangung des eigentlichen ewigen Lebens nicht als hinreichend darstellt und in dem vierten Punkte dasselbe sogar indirekt aufhebt.

2. Was möchtest du aber sagen, so ich dir ein paar Punkte anführen möchte, wo der Herr sich über die Haltung des Gesetzes sogar tadelnd ausspricht? Du sagst hier: Das wird wohl nicht möglich sein! Dafür kann ich dir sogleich nicht nur mit einem, sondern, so du es willst, mit mehreren Beispielen aufwarten. Höre!

3. Jeder, der das Mosaische Gesetz in seinem Umfange nur einigermaßen durchblättert hat, dem muß es bekannt sein, wie sehr Moses die Gastfreundschaft dem jüdischen Volke anbefohlen hat. Wer sich gegen die Gastfreundschaft versündigte, war vor Gott und vor den Menschen für strafwürdig erklärt. Das Gesetz der Gastfreundschaft ward dem jüdischen Volke, welches sehr zur Habsucht geneigt war, um so mehr eingeschärft, um dieses Volk dadurch vor der Eigenliebe und Habsucht zu verwahren und es zur Nächstenliebe zu leiten.

4. Gesetz war es daher, einen fremden Gast, besonders wenn er der jüdischen Nation angehörte, mit aller Aufmerksamkeit zu empfangen und zu bedienen; und dieses Gesetz rührte von Gott her, denn Gott, und nicht Moses, war der Gesetzgeber.

5. Als aber eben derselbe Herr, der einst durch Moses die Gesetze gegeben hatte, zu Bethania in das Haus des Lazarus kommt, da ist Martha gesetzesbeflissenst und bietet alle ihre Kräfte auf, um diesen allerwürdigsten Gast gebührendst zu bedienen. Maria, ihre Schwester, vergißt vor lauter Freude über den erhabenen Gast des Gesetzes, setzt sich untätig zu Seinen Füßen hin und hört mit der größten Aufmerksamkeit die Erzählungen und Gleichnisse des Herrn an. Martha, über ihrer Schwester Untätigkeit und Gesetzesvergessenheit bei dieser Gelegenheit ein wenig erregt, wendet sich selbst eifrig zum Herrn und spricht: „Herr! ich habe so viel zu tun, beheiße Du doch meine Schwester, daß sie mir ein wenig helfe!“ – Oder noch deutlicher gesprochen: Herr, Du Gründer des Mosaischen Gesetzes, erinnere doch meine Schwester an die Haltung desselben.

6. Was spricht aber der Herr hier? „Martha, Martha!“ spricht Er, „du machst dir viel zu schaffen um Weltliches! Maria aber hat sich den besseren Teil erwählt, welcher ewig nimmer wird von ihr genommen werden.“

7. Sage du mir nun, mein lieber Freund, ob das nicht ein offenbarer Tadel vom Herrn gegen die gar emsige und genaue Haltung des Gesetzes ist, wie im Gegenteil eine außerordentliche Belobung derjenigen Person, die sich gewisserart um das ganze Gesetz nicht kümmert, sondern nur durch ihre Handlungsweise also spricht (Maria):

8. Herr, so ich nur Dich habe, da ist mir die ganze Welt um den schlechtesten Stater feil! – Zeigt hier der Herr nicht wieder, daß die alleinige Haltung des Gesetzes niemandem den bessern, ja besten Teil gibt, der ewig nimmer von ihm genommen wird? Siehe, das ist demnach ein fünfter Haken. Aber nur weiter!

9. Was spricht der Herr Selbst bei Moses, und zwar im dritten Gebot: „Du sollst den Sabbat heiligen!“? Frage, was tut aber der Herr Selbst im Angesichte Seiner buchstäblichen Erfüller des Gesetzes? Siehe, Er geht her und entheiligt Selbst den Sabbat, offenbar nach dem Buchstabensinne des Gesetzes, und erlaubt sogar Seinen Jüngern, an einem Sabbat Ähren zu lesen und sich mit den Körnern zu sättigen. Wie gefällt dir diese Haltung des Gesetzes Mosis, wo der Herr Selbst nicht nur allein für Sich, sondern zum größten Ärgernisse der buchstäblichen Gesetzeserfüller den ganzen Sabbat sozusagen über den Haufen wirft? Du wirst sagen, das konnte der Herr ja wohl tun, denn Er ist auch ein Herr des Sabbates.

10. Gut, aber ich frage: Wußten die sich ärgernden Pharisäer, daß des Zimmermanns Sohn ein Herr des Sabbats ist? – Du meinst, sie hätten solches an Seinen Wunderwerken erkennen sollen. Da aber sage ich: Bei diesem Volke waren Wunderwerke nicht hinreichend, um die vollkommene Göttlichkeit in Christo zu erkennen, denn Wunderwerke haben alle Propheten gewirkt zu allen Zeiten, die echten wie auch mitunter die falschen. Man kann also das nicht voraussetzen, daß die Wunder Christi die Pharisäer von Seiner Göttlichkeit und Herrlichkeit hätten überzeugen sollen.

11. Alle Propheten aber bis auf Ihn haben den Sabbat geheiligt, Er allein warf ihn über den Haufen. Mußte das nicht den Buchstabenerfüllern ein Ärgernis sein? Allerdings, und dennoch ließ der Herr nicht mit Sich handeln.

12. Was geht aber aus dem hervor? Nichts anderes, als daß der Herr die Haltung des Gebotes allein für sich betrachtet ganz unten ansetzt. Warum? Ein kleines Gleichnis aus deiner eigenen Sphäre wie aus der Sphäre eines jeden Menschen, der je in der Welt gelebt hat, soll dir die Antwort bringen:

13. Ein Vater hat zwei Kinder. Er hat diesen Kindern seinen Willen wie gesetzlich bekanntgegeben. Einen Acker und Weingarten zeigte er ihnen und sprach: Ihr seid kräftig geworden, und so verlange ich von euch, daß ihr für mich nun den Weingarten und den Acker fleißig bearbeitet. Aus eurem Fleiße werde ich erkennen, welcher von euch beiden mich am meisten liebt. Nun, das ist das Gesetz, laut welchem natürlich demjenigen Sohne, der den Vater am meisten liebt, des Vaters Herrlichkeit zuteil wird.

14. Was tun aber die beiden Söhne? Der eine nimmt den Spaten und sticht den ganzen Tag fleißig die Erde um und bestellt den Acker und den Weingarten. Der andere läßt sich bei der Arbeit mehr, wie man zu sagen pflegt, gut geschehen. Warum? Er spricht: Wenn ich auf dem Acker oder in dem Weingarten bin, da muß ich stets meinen lieben Vater entbehren, zudem bin ich nicht so herrlichkeitssüchtig wie mein Bruder. Habe ich nur meinen lieben Vater, kann ich nur um Ihn sein, der meinem Herzen alles ist, da frage ich wenig um eine oder die andere Zuteilung einer Herrlichkeit.

15. Der Vater sagt diesem zweiten Sohne auch dann und wann: Aber siehe, wie dein Bruder fleißig arbeitet und sucht sich meine Liebe zu verdienen. Der Sohn aber spricht: O lieber Vater! Wenn ich am Felde bin, da bin ich dir fern, und mein Herz läßt mich nicht ruhen, sondern spricht immer laut zu mir: Die Liebe wohnt nicht in der Hand, sondern im Herzen, daher will sie auch nicht mit der Hand, sondern mit dem Herzen verdient sein! Gib Du, Vater, meinem Bruder, der so emsig arbeitet, den Acker und den Weingarten. Ich aber bin von dir hinreichend beteilt, wenn du mir nur erlaubst, daß ich dich nach meiner Herzenslust allezeit lieben darf, wie ich dich lieben will und muß, weil du mein Vater, mein Alles bist.

16. Was wird nun da wohl der Vater sagen, und das aus dem innersten Grunde seines Herzens? Sicher nichts anderes als:

17. Ja, du mein geliebtester Sohn, dein Herz hat dir das meinige enthüllt; das Gesetz ist nur eine Prüfung. Aber mein Sohn, die Liebe steckt nicht im Gesetze, denn jeder, der das Gesetz allein hält, hält dasselbe aus Eigenliebe, um sich dadurch mit seiner Tatkraft Meine Liebe und Meine Herrlichkeit zu verdienen. Der aber also das Gesetz hält, der ist noch fern von Meiner Liebe, denn seine Liebe hängt nicht an Mir, sondern am Lohne.

18. Du aber hast dich umgekehrt, hast das Gesetz zwar nicht verschmäht, weil es dein Vater gegeben hat, aber du hast dich erhoben über das Gesetz, und deine Liebe führte dich über demselben zu deinem Vater zurück. Also soll denn auch dein Bruder den Acker und den Weingarten überkommen und in meine Herrlichkeit treten; du aber, mein geliebtester Sohn, sollst haben, was du gesucht hast, nämlich den Vater Selbst und alle Seine Liebe!

19. Ich meine, mein lieber Freund, aus diesem Gleichnisse wird es etwa doch handgreiflich klar sein, was da mehr ist, die allein trockene Gesetzhaltung oder deren Übergehung und das Ergreifen der alleinigen Liebe.

20. Sollte dir die Sache noch nicht völlig klar sein, da frage ich dich: So du Gelegenheit hättest, dir aus zwei Jungfrauen eine Braut zu wählen, von denen du zwar überzeugt wärest, daß dich beide lieben, aber noch nicht dessen völlig gewiß, welche dich am meisten liebt. Würdest du nicht sehr wünschen, zu erfahren, welche dich am meisten liebt, um sonach die dich am meisten Liebende zu wählen? Du sprichst: Das ist ganz klar; aber wie es anstellen, um das zu erfahren? Das wollen wir sogleich haben.

21. Siehe, zu der ersten kommst du hin. Sie ist emsig und tätig. Aus Liebe zu dir weiß sie sich aus lauter Arbeit nicht aus, und zwar aus lauter Arbeit für dich, denn sie macht für dich Hemden, Strümpfe, Nachtleibchen und noch mehr dergleichen Kleidungsstücke. Sie hat damit so vollauf zu tun, daß sie nicht selten aus lauter Arbeit kaum gewahr wird, wenn du zu ihr kommst. Siehe, das ist die erste. – Die zweite arbeitet sehr lässig. Sie arbeitet zwar auch für dich, aber ihr Herz ist zu sehr mit dir beschäftigt, als daß sie ihre Aufmerksamkeit der Arbeit spenden könnte. Besuchst du sie, und sie erblickt dich von weitem zu ihr kommend, da ist von einer Arbeit keine Rede mehr; denn da kennt sie nichts Höheres, nichts Verdienstlicheres als dich allein! Du allein bist ihr alles in allem, für dich gibt sie alle Welt! Sage mir, welche der beiden wirst du dir wählen?

22. Du sprichst: Lieber Freund! Um eine ganze Trillion ist mir die zweite lieber, denn was liegt mir an den paar Hemden und Strümpfen? Offenbar ist hier ersichtlich, daß mich die erste ja nur dadurch zu verdienen sucht, daß sie von mir die Anerkennung ihres Verdienstes erzwingen will. Die andere aber sucht mich zu erlieben. Sie ist über alle Verdienstlichkeit hinaus und kennt nichts Höheres als mich und meine Liebe. Diese würde ich auch zu meinem Weibe nehmen.

23. Gut, sage ich dir, mein lieber Freund, siehst du hier nicht deutlich das Wesen der Martha und der Maria? Siehst du, was der Herr zu der gesetzesbeschäftigten Martha spricht und was zu der müßigen Maria?

24. Aus dem aber kannst du auch ersehen, was der Herr über das Gesetz hinaus von jedem Menschen verlangt, und zugleich handgreiflich zu erkennen gibt, worin die Liebe des Menschen zu Gott besteht. – Aus eben dem Grunde verflucht der Herr sogar, erregt in Seinem Herzen, die Buchstabenerfüller des Gesetzes (die Pharisäer und Schriftgelehrten nämlich), lobt den sündigen Zöllner und macht den Dieben, Hurern und Ehebrechern das Himmelreich eher zugänglich als den trockenen Buchstabendreschern.

25. Daher frage ich, der Einwender, nun mit vollstem Rechte noch einmal, nach welchem Maßstabe man Gott über alles lieben soll? Habe ich den Maßstab, dann habe ich alles, habe ich aber den Maßstab nicht, dann liebe ich wie einer, der nicht weiß, was die Liebe ist. Daher noch einmal die Frage:

26. Wie soll man Gott über alles lieben? – Und ich, Johannes, sage: Gott über alles lieben heißt:

27. Gott über alles Gesetz hinaus lieben! – Wie das, soll die Folge zeigen. –

Kapitel 102 – Wie man Gott über alles liebt.

1. Um aber gründlich zu erfahren und einzusehen, wie man Gott über das Gesetz hinaus lieben soll, muß man wissen, daß das Gesetz an und für sich nichts anderes als der trockene Weg zur eigentlichen Liebe Gottes ist.

2. Wer Gott in seinem Herzen zu lieben anfängt, der hat den Weg schon zurückgelegt; wer aber Gott nur durch die Haltung des Gesetzes liebt, der ist mit seiner Liebe noch immer ein Reisender auf dem Wege, allda keine Früchte wachsen und nicht selten Räuber und Diebe des Wanderers harren.

3. Wer aber Gott rein liebt, der liebt Ihn schon über alles! Denn Gott über alles lieben heißt ja: Gott über alles Gesetz hinaus lieben. Wer draußen am Wege ist, der muß fortwährend Schritt um Schritt weiterschreiten, um so auf die mühevollste Weise das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Wer aber Gott alsogleich liebt, der überspringt den ganzen Weg, also das ganze Gesetz, und er liebt sogestalt Gott über alles.

4. Man dürfte hier vielleicht sagen: Das klingt sonderbar, denn nach unseren Begriffen heißt „Gott über alles lieben“: Gott mehr lieben als alles in der Welt. – Gut, sage ich und frage aber zugleich: Welchen Maßstab hat aber der Mensch dafür, um solch eine Liebe zu bemessen? Der Einwender hat diese Maßstäbe der für den Menschen höchst möglichen Liebe auf der Welt deutlich genug auseinandergesetzt und gezeigt, daß der Mensch auf diese Weise für die Über-alles-Liebe zu Gott durchaus keinen Maßstab hat.

5. Ich aber sage: Ist durch das gegebene Gesetz nicht alles dargetan, wie sich der Mensch in seiner Begierde zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat? Im Gesetze sind sonach alle Dinge dargestellt, und daneben für die Liebe des Menschen die gerechte Beschränkung gegeben, nach der sich ein jeder Mensch zu den weltlichen Dingen zu verhalten hat.

6. Wenn aber nun jemand Gott über das Gesetz hinaus liebt, der liebt Ihn sicher auch über alle weltlichen Dinge hinaus, weil, wie gesagt, eben durch das Gesetz die Benutzung der weltlichen Dinge und das Verhalten zu denselben nach der göttlichen Ordnung dargestellt wird. Ein kurzer Nachtrag in vergleichender Stellung wird die ganze Sache sonnenklar machen.

7. Der Herr spricht zum reichen Jünglinge: „Verkaufe alles, teile es unter die Armen, und folge Mir!“ – Was heißt das? Mit anderen Worten nichts anderes als: So du, Jüngling, das Gesetz beobachtet hast, so erhebe dich nun über dasselbe, gib der Welt alle Gesetze und alle ihre Dinge zurück, und du bleibe bei Mir, so hast du das Leben!

8. Wer wird hier nicht erkennen, was Gott über das Gesetz hinaus lieben heißt?

9. Weiter spricht der Herr zu den Jüngern: „So ihr nicht werdet wie dies Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen.“ Was will denn das sagen? Nichts anderes als:

10. So ihr nicht wie dieses Kindlein, alles in der Welt nicht achtend, weder das Gesetz, noch die Dinge der Welt, zu Mir kommet und Mich wie dieses Kind mit aller Liebe ergreifet, so werdet ihr nicht in das Reich Gottes eingehen! Warum denn nicht? Weil der Herr Selbst wieder spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Wer also zu Mir, der Ich vollkommen eins bin mit dem Vater, kommen will, der muß durch Mich in den Stall oder das Reich Gottes eingehen.

11. Solange sonach jemand nicht den Herrn Selbst ergreift, so lange kann er nicht zu Ihm kommen, und wenn er gleich wie ein Fels tausend Gesetze unveränderlich beobachtet hätte. Denn wer am Wege noch ist, der ist noch nicht beim Herrn, wer aber beim Herrn ist, was sollte der noch mit dem Wege zu schaffen haben?

12. Aber hier unter euch gibt es Toren, und das zu vielen Hunderttausenden, die den Weg viel höher halten als den Herrn. Und wenn sie schon beim Herrn sind, so kehren sie wieder um und entfernen sich von Ihm, um nur am elenden Wege zu sein! Solche haben mehr Freude an der Knechtschaft, an der Sklaverei, an dem harten Joche als an dem Herrn, der jeden Menschen frei macht. Sein Joch ist überaus leicht und sanft Seine Bürde. Leicht das Joch, auf daß es im Zuge des Lebens nicht drücke am Nacken der Liebe zum Herrn und gar sanft die Bürde, welche ist das alleinige Gesetz der Liebe! – Weiter sehen wir ein Beispiel.

13. Der gerechte Pharisäer lobt sich selbst am Wege; aber der Zöllner findet den ganzen Weg überaus beschwerlich. Denn nimmer vermag er dessen Ziel zu überschauen. Er beugt sich daher zutiefst vor dem Herrn in seinem Herzen, erkennt seine Schwäche und Unfähigkeit, den Weg genau zu gehen. Dafür aber erfaßt er Gott den Herrn mit seinem Herzen und macht dadurch einen Riesensprung über den ganzen beschwerlichen Weg und erreicht dadurch sein Ziel!

14. Wer wird hier nicht mit den Händen greifen, was „den Herrn über alles lieben“ heißt? – Also gehen wir weiter. Die Martha ist am Wege, die Maria am Ziele! Hier braucht man kaum mehr darüber zu sagen, denn zu klar und deutlich zeigt sich hier, was „den Herrn über alles lieben“ heißt.

15. Wollen wir aber die Sache zum Überflusse noch klarer haben, da betrachten wir noch die Szene, wo der Herr den Petrus dreimal fragt, ob er Ihn liebe? – Warum fragt Er ihn denn dreimal? Denn der Herr wußte ja ohnehin, daß Ihn Petrus lieb hatte, und wußte auch, daß Ihm Petrus die drei gleichen Fragen alle mit demselben Herzen und demselben Munde gleichbedeutend beantworten wird. Das wußte der Herr. Nicht darum auch hat Er diese Frage an den Petrus gestellt, sondern darum, daß der Petrus bekennen sollte, daß er frei ist und den Herrn über alles Gesetz hinaus liebe. Und so bedeutet die erste Frage: „Petrus, liebst du Mich?“ – Petrus, hast du Mich gefunden auf dem Wege? – Solches bejaht Petrus, und der Herr spricht: „Weide Meine Schafe“, das heißt: Lehre auch die Brüder Mich also finden! – Die zweite Frage: Petrus, liebst du Mich? heißt: Petrus, bist du bei Mir, bist du an der Türe? – Der Petrus bejaht solches, und der Herr spricht: „Also weide Meine Schafe!“ oder: Also bringe auch die Brüder, daß sie bei Mir seien an der Türe zum Leben! – Und zum dritten Male fragt der Herr den Petrus: „Liebst du Mich?“ Das heißt so viel als: Petrus, bist du über alles Gesetz hinaus? Bist du in Mir wie Ich in dir? – Ängstlich bejaht Petrus solches, und der Herr spricht abermals: „Also weide Meine Schafe und folge Mir!“ Das heißt so viel als: Also bringe du auch die Brüder, daß sie in Mir seien und in Meiner Ordnung und Liebe wohnen gleich wie du.

16. Denn dem Herrn folgen heißt: in der Liebe des Herrn wohnen. Ich meine, mehr noch zu sagen, was Gott über alles lieben heißt, wäre überflüssig. Und da wir nun solches wissen und das Licht des Lichtes erkannt haben, so wollen wir uns sogleich in den zwölften und letzten Saal begeben.

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Explanation of the 11th Commandment… ‘The Love unto God’

The Spiritual Sun, Vol. 2
Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond
Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-102).

The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 98

1. We are already in this hall, and here in the middle of it, we also see a round tablet on a large, white, shiny pillar. It shines like the sun, and in its center is written in ruby-red writing:

2. You shall love God your Lord above all, with all your mind and with all your life forces bestowed upon you by God.

3. In addition to this meaning-laden, beautiful solar tablet, we see already grown children, more than the usual amount of the other halls, who, as you may notice, soon look at the table, then talk with their teachers again, and then become absorbed in themselves, their hands crosswise over their chests, standing like statues. The whole scene implies that this is something extraordinarily important.

4. Some may perhaps ask and say: Such would probably be expected. But if one looks at the matter in the correct light, then this commandment written on the solar tablet will say nothing other than what all the previous commandments have basically said together. Why, then, does this tablet here have to shine, while all the preceding ten tablets were simply white and, as usual, inscribed with a dark substance? – This remark is not without content. Nevertheless, it loses its value here, just as all other doctrines and claims against a single word from the mouth of the Lord must necessarily lose their appearance.

5. It is the same situation as is authenticated every single day in the world in the great nature. Suppose how many thousands upon thousands of smaller and sometimes stronger and slightly larger lights shine down from the high heavens to the dark earth every night. The moon itself is often active throughout the night. In addition to these beautiful lights, at night, people on Earth light almost as many artificial lights.

6. With this abundance of lights upon lights, one would think that at nighttime on earth, it would be impossible to bear it all. But experience has always shown that on the earth, after each sunset, it becomes darker as the sun sinks below the horizon, despite the ever-increasing number of lights in the sky.

7. Who can say these lights are not gorgeous? Yes, a mediocre admirer of the wonders of God must, at the sight of the starry sky at night, beat on his breast and say: O Lord, I am not worthy to walk in this, Your sanctuary, in this infinite temple of Your omnipotence! Yes indeed, one can rightfully exclaim every night: O Lord! Whoever looks at Your works experiences a vain desire for them!

8. Why then a vain one? Because every human being has reason enough for himself, out of sheer pleasure and bliss, to be piously vain because He who created such marvels, is his Father!! Thus, everyone has, as it were, a sacred right to rejoice when he looks at the great wonders of his Almighty Father during a night. And indeed, the flame of a lamp and that of the stove are no less a miracle of the almighty Father than the glorious radiance of the countless stars of the heavens!

9. And look now, all of this marvelous admirable splendor likens to the Old Testament in all its parts.

10. We see a barely countable amount of larger and smaller lights in this old nocturnal sky. They radiate splendidly, and whoever looks at them is always filled with a secret, holy reverence. Why? Because his spirit suspects great things behind these lights. But they are still too far away from him. He can look and grab and feel, but the little lights with their great content do not want to move closer to his inquiring spirit.

11. But who are these heavenly lights in the old heaven of the spirit?

12. See, they are all the patriarchs, fathers, prophets, teachers, and leaders of the people who are known to you by the Spirit of God. – But on earth there are also a lot of artificial lights, who are they supposed to be in the Old Testament? These are the worthy people who faithfully lived according to the words that came from the God-saturated men, who throughout their lives enlightened and refreshed their neighbors.

13. So we have this wonderful night scene in front of us. It is true that the nocturnal local storms occasionally obscure the rays of the sky, with clouds drifting rapidly away. But the same storm that once brought a fiery cloud over the glorious star-spangled sky drives this cloud away over the horizon, and after him the firmament becomes purer than it was before. Everything becomes fearful at such a short-lasting storm and wishes again for the quiet, glorious night, illuminated by so many thousands of lights. But a naturalist speaks: Such storms are nothing but ordinary harbingers of the day, so one should not be afraid.

14. That is indeed true. For where large forces are set in motion, one can rightly conclude and say: Here an even greater, yes even the greatest primordial force cannot be far away, for these lesser winds are nothing but side streams of a not-so-distant great hurricane. So our naturalist is right and we are still refreshed by the wonderful splendor of the miracle night.

15. Like lovers we swarm around under the many windows of the big, magnificent house, and look with imaginative and longing chests up to the light-filled openings of the house, dimly lit by a night lamp, behind which we sense the object of our love.

16. Many fantasies, a thousand content-heavy thoughts twitch like shooting stars over our love-heaven, but no such fleeting ephemeral light will suffice to satisfy the thirst of our love.

17. It is the same for the people in the old night sky of the spirit. But what happens? Through the rising of the sun the horizon begins to redden. It gets brighter and brighter over the horizon. One more glimpse of the once so beautiful sky, and what do you see? – Nothing but the disappearance of one star after the other.

18. The sun, the glorious one, rises with its primeval daylight, and no star in the sky is visible anymore, for the one sun has enlightened every heavenly atom with its singular light, something which at night all those innumerable stars together could not manage to do.

19. For the tarrying lover, who had raved in vain all through the night, one window of the for him very meaningful house opens, and from this one window the longed-for object of his heart greets him, and tells him with a benevolent glance more than all his innumerable fantasies and thoughts during the night!

20. Thus we see every day in the great nature, a scene that corresponds perfectly to our spirituality.

21. The moon, like Moses, we see with diminishing and pale light dipping behind the evening mountains, when the mighty sun rises in the morning over the horizon. Whatever had been shrouded in the night in the most mysterious darkness, is now brightly lit before everyone’s eyes!

22. All this is the effect of the sun. And in the spiritual heaven, it is all the effect of the One Lord, the One Jesus, who is the only One God of heaven and of all worlds!

23. What He Himself is in Himself as the Divine sun of all suns, that is also every single word spoken out of His mouth against all countless words from the mouths of enthusiastic patriarchs, fathers and prophets. Countless exhortations, laws and regulations we see in the course of the Old Testament. These are stars and also artificial lights of the night. But then the Lord comes, speaks only one word – and this word outweighs the whole Old Testament.

24. And, for that very reason, this first word appears here in this eleventh hall as a self-luminous sun, whose light illuminates innumerable stars, but it is never necessary for it to make use of the counter-reflection of the stars. For it is the primeval light from which all the countless stars have taken their partial light.

25. And so it will certainly be understandable here, too, why the former ten erected tablets are only white, that is with a dull shimmer, whereas here we see the primordial sunlight, which requires no pre-light and no post-light, but it is all light in itself.

26. Whoever takes this to heart to a certain extent will fully understand why the Lord has said, “In this commandment of love, Moses and all the prophets are contained.” It is certainly said as much as one would of course like to say: In the daylight, therefore, one no longer sees the stars and no longer needs their light, because all their light gets completely overpowered by the single light of the sun. But how the full truth presents itself palpably through all this, you will see soon.

Chapter 99 – The Love of God as the primordial Material of all Creatures

1. The love of God is the primordial substance of all creatures, for without it nothing could ever have been created. This love corresponds to the all-enlivening and generating warmth, and only through this warmth do you see the earth become green beneath your feet.

2. Through heat, the rigid tree becomes leafy, flowering, and the warmth in its essence is what ripens the fruit on the tree. There is not a single creature or thing on the earth’s surface which could have its origin in the total lack of heat.

3. It will be said and argued that ice surely lacks all warmth, and especially the polar ice. With that, the heat will not be able to do much, because at near forty degrees below zero, one would like to know the measuring instrument that could detect some heat there. But I say nothing else than that the scholars of this earth have not yet invented an instrument with which they are able to discern the actual heat from the actual cold matter and precisely determine it. With us, who are in the inner pure knowledge, a completely different measure is introduced and in use.

4. The scientists of the earth begin with the measurement of cold, where water freezes. If at freezing point the actual cold begins, then I would like to know the reason, according to which laws or in which way cold then can increase? Why is a temperature of about four to five degrees below the so-called ice-point still tolerably bearable? But when the thermometer has dropped to eighteen degrees below, everyone will feel the cold very painfully. Can one not, with full rights, say here: Eighteen degrees of cold are therefore more sensitive than four degrees, because at four degrees, apparently more heat than at eighteen degrees prevails. Can one now accept eighteen degrees as complete coldness? Oh no, because you’ve already experienced thirty degrees of coldness. This was even more painful than the eighteen-degree one. Why? Because it contained far less heat than eighteen degrees. But forty degrees will be even more painful than thirty. But is it therefore justified to declare the forty degrees as completely void of heat?

5. But I want to tell you that these are nothing but transitions from heat to cold, and vice versa. Therefore one can accept this much more correct scale:

6. Every thing, every body that can still be heated, cannot be called completely cold, for the amount of heat it has within itself corresponds to its size and density. A lump of ice from the highest north can be melted by the fire, and the water brought to boiling point. If this ice had no inherent heat, it could never be heated.

7. Cold is therefore the property of a being in which there is no longer any warming capacity. Thus, one can justifiably attribute the formation of ice on the North Pole solely to the reaction of heat, where it is threatened by the cold, seizing, contracting and solidifying its bodies so that they can resist the actual cold.

8. Warmth is therefore equal to love, but the real cold is like the real hellish lovelessness. Wherever it wants to appear ruling, the all-enlivening and sustaining love arms itself against it, and the real cold, which kills everything, cannot achieve any victory against the armed love.

9. Therefore, what does “love God above everything” mean? Of course, it cannot possibly mean something other than:

10. Combine your God-given warmth of life with the original creative and preserving warmth of your Creator, and you will never lose your life.

11. But if you want to voluntarily separate your love or your warmth of life from the Divine primordial warmth of life, and want to exist as an independently ruling being, your warmth will have no more sustenance.

12. You will thereby move into an ever greater degree of cold. And the deeper you go down into the ever more powerful, colder degrees, the harder it will be to warm you up again. But if you have gone into the perfect cold, then you have fallen completely prey to Satan, where you are so cold that no more warming is possible!

13. What would then happen to you, no angel of heaven would know what to tell you.

14. In God, of course, are infinite depths. But who will be able to fathom these and keep his life?

15. I think that from this short discussion, one can already quite clearly begin to form an idea of why this commandment, this one word of the Lord, is the epitome, indeed a sun of all suns and a word of all words. We want to talk more about it shortly.

Chapter 100 – What does it mean to love God above all else?

1. I see one who comes and speaks: It would be all right, but how should one realize this one Divine word on God Himself? How could one truly love God, and above all else? Should one be so in love with God like a young bridegroom would be with his beautiful and rich bride? Or should one be in love with God like a mathematician with a mathematical calculation or an astronomer with his stars? Or should one be in love like a speculator with his commodity, or a capitalist with his money, or a sovereign one with his dominions, or even like a ruling monarch with his throne? These are the only possible standards of serious human love, for the children’s love for their parents cannot be properly established as a serious measure of love, as the example teaches that children can leave their parents to either build a good marriage or to gain much money or to take a high honorary position. With all this, the love of the children for their parents steps down and must necessarily take on a more powerful position. Therefore, only the most powerful standards of human love are given here, and then the question is, by which one should one actually measure the love of God?

2. But if now somebody comes and says: With this or that one, I say: friend! That cannot be.

3. It is true that the most powerful measures of love I quoted are probably the only ones according to which man’s greatest power of love can be measured; but it says that one should love God above all, which means as much as: more than anything in the world.

4. So, how does one begin to raise the love to such a potency of which no human spirit can form any measurable or comparable concept? One will say, for example, that one should love God even more than his own life. Here I say in objection: With the love of one’s own life, the highest love for God holds out even less of a comparison than with the love of the children for their parents. Because it is already well known that the children do not risk their lives out of love for their parents; on the contrary, they expect the parents to fight for them to the death.

5. The self-love of children is usually far more powerful than their love towards their parents. But we see, on the other hand, that the children of men often put their lives on the line for the sake of other benefits.One is sailing across the ocean on stormy nights, another is facing the line of fire of the enemys army, and a third often goes to the unstable abysses of the earth to fetch metallic treasures. And so we see that these external worldly-earnest standards of human love are certainly stronger and have a more general applicability than children’s love for their parents and the love of their own lives.

6. But of what use are all these standards, if far above them, the love for God should stand on such a level, against which all other love measures should sink back into pure nothingness? See, my dear friends and brothers, our objector has attacked us sharply, and we will have to stand up with much vigor in order to win against the opponent’s overweight.

7. But I am just seeing another very serious-looking opponent. This one is sure of his victory and says: Oh, we will deal with this objector soon, because the Lord has even given us the explicit standard of how to love God. Therefore, I need say nothing other than what the Lord Himself has said, namely, “He who keeps my commandments, it is he who loves Me.” – This is the actual measure of how to love God.

8. If the objector has enough sharp and strong teeth, he should still try to set up some other unbeatable measure. Good, I say, the objector is still around and makes an effort to bite this objection a bit. So we want to listen to him and see what he’s going to say. He speaks:

9. Good, my dear, friendly opponent! In the presentation of your objection you have shown to me, according to your measure of the highest love of God, nothing other than that you have a fairly good memory by quoting so many texts from the Holy Scriptures. But see, whoever wants to receive life from all the texts not only has to know them but should also be able to vividly perceive their meaning.

10. What would you say, if I spoke to you from the mouth of the Lord Himself, not just one, but several objections, according to which the Lord Himself presents the love from the fulfillment of the law as insufficient? Although you make a face now, as if you want to say: Such texts should probably be sparsely scattered in the Scripture. But I say to you: Dear friend, not at all. Just listen to me, I will immediately show you half a dozen, if you’d like to see.

11. Are you aware of the Lord’s talk with the rich youth? Does he not ask: “Master, what shall I do to achieve eternal life?” What does the Lord answer with? You speak triumphantly: The Lord says, “Keep the commandments and love God, and you will live!” Good, I say, but what does the youth say? He says, “Master, I have kept them since my childhood.”

12. That’s all right. But why, I ask, did the boy give this answer to the Lord? He wanted to tell him this: Although I have kept them all since my childhood, I still feel nothing of the wonderful eternal life in Me.

13. Why does the Lord then declare to the youth that the keeping of the commandments for the attainment of eternal life is insufficient, and also makes a very tremendous addition, saying, “So sell all your goods, distribute them among the poor, and follow Me!

14. Question, if the Lord makes such an addition, is the observation of the laws then the highest love for God? See, there’s a catch, but let’s move on!

15. What does the Lord say to His apostles and disciples when He introduces and preaches to them the duties to be fulfilled? He speaks nothing but the simple, very meaningful words: “When you have done all things, confess that you are lazy and useless servants.

16. I ask you now: does the Lord here declare the obedience to the commandments as sufficient, while He evidently declares that every man who completely fulfills the law should consider himself completely useless? See, there is already a second, even greater catch. But let us continue!

17. Do you know the parable of the Pharisee and tax collector in the temple? The Pharisee joyfully gives himself the faithful testimony before the sanctuary, that he, unlike many others, has fully fulfilled the law of Moses in all its aspects. The poor publican in a remote corner of the temple, in his immensely humble position, faithfully shows to every observer that he did not manage to fulfill the conditions of the Mosaic Law, for he dares not even to look up to the sanctuary of God due to his many sins, but confesses even his worthlessness before God and pleads for mercy and grace.

18. Surely I would like to know about you, my dear literal friend, why, if the law is sufficient, the Lord lets the Pharisee, who strictly observes the whole law, leave the temple unjustified, all the while letting the poor, sinful publican leave the temple justified?

19. See, if you look at this in the right light, it seems as if the Lord Himself has created a third great catch with the strict observance of the law. You now shrug and do not know what you should make of it. Do not worry about it, it gets even better! So let us continue.

20. What would you say, if I would quote to you from the Scriptures, and indeed from the mouth of the Lord Himself, a text, according to which He indirectly invalidates the whole law and sets a completely different aid, through which He alone guarantees the acquisition of eternal life?

21. You speak now: Good friend, I also want to hear this text. You shall have it soon, my dear friend! What does the Lord say when He found a child by the wayside, picked him up, pressed him to His heart and cuddled him? He says: “If you do not become like this child, you will not enter the kingdom of heaven!”

22. Question: Did this child, who had barely spoken a few words, ever study the laws of Moses and then strictly arrange his life accordingly? There is no person in the world so stupid who could say that. Ask therefore: How could the Lord here designate a child who had never dealt with the law of Moses before as the supreme motive for the gaining of eternal life? Friend, I’ll say nothing more than this: try to raise an objection against this. You are silent. So I see that with your lineup you have already retreated quite far into the background with this fourth catch.

Chapter 101 – What does the Love for God consist of?

1. You have seen in these four points that the Lord, on the one hand, does not present the sole obedience to the law as sufficient for the attainment of actual eternal life, and, in the fourth point, even indirectly abolishes it.

2. But what would you say, if I would cite a few points where the Lord even spoke rebukingly about the observance of the law? You say here: That cannot be possible! For that, I can offer you not just one, but, if you wish, several examples. Hear!

3. Anyone who has studied the Mosaic Law only to some degree must know how much Moses commanded hospitality to the Jewish people. Those who turned against hospitality were declared worthy of punishment before God and before men. The law of hospitality was all the more intensified for the Jewish people who were very prone to greed, in order to protect this people from self-love and greed, and to lead them to charity.

4. The law, therefore, was to receive and serve a foreign guest with all attentiveness, especially if he belonged to the Jewish nation; and this law was from God; for God, not Moses, was the Lawgiver.

5. But when the very same Lord, who had once given the laws through Moses, comes to Bethania into the house of Lazarus, Martha is there ,law-abidingly, and offers all her strength to serve this most worthy guest with due respect. Mary, her sister, forgets about the law out of sheer joy for the exalted guest, sits down idly at His feet and listens with the utmost attention to the stories and parables of the Lord. Martha, somewhat upset about her sisters inaction and obliviosness of the law on this occasion, turns herself eagerly to the Lord and says, “Lord! I have so much to do, would you bid my sister to help me a little! “Or, to be more clearl, Master, You, the Founder of the Mosaic Law, do remind my sister to be obedient.

6. What is the Lord talking about here? “Martha, Martha!” He says, “you’re worried about worldliness! Mary has chosen the better part, which will never be taken from her.

7. Tell me now, my dear friend, whether this is not an obvious censure of the Lord against the zealous and exact observance of the law, and, on the contrary, an extraordinary commendation of the person who, to a certain extent, does not care about the whole law, but rather speaks through her actions (Maria):

8. Lord, when I have You, the whole world is not worth anything to me! Does the Lord not again show that the observance of the law alone does not give anyone the better, and especially not the best part, which would never be taken from him? See, that is a fifth catch. But let us move on!

9. What does the Lord Himself say to Moses, in the third commandment, “Thou shalt sanctify the Sabbath”? Question, what does the Lord Himself do in the face of His literal fulfillers of the law? See, He goes forth and desecrates the Sabbath Himself, apparently according to the literal sense of the law, and even allows His disciples to reap ears on a sabbath day and to satiate themselves with the grains. How do you like this observance of the law of Moses, where the Lord Himself, as it were, does not only desecrate the whole Sabbath for Himself, but to the greatest annoyance of the literal law-enforcers? You will say that the Lord could do that, because He is also a Lord of the Sabbath.

10. Good, but I ask: Did the angry Pharisees know that the carpenter’s son was Lord of the Sabbath? – You think they should have recognized His miracles. But then I say: marvels were not enough for these people to discern the perfect divinity in Christ, for all the prophets worked miracles at all times, the true ones as well as sometimes the false ones. One can therefore not assume that the miracles of Christ should have convinced the Pharisees of His Divinity and glory.

11. But all the prophets, except for Him, sanctified the Sabbath. He alone overthrew it. Would that not have been a nuisance to the literal law-abiders? Certainly, and yet the Lord did not stop with His activity.

12. But what does it mean? Nothing other than that the Lord sets the observance of the law at the very bottom. Why? A little parable out of your own sphere, like of the sphere of every man who has ever lived in the world, will bring you the answer:

13. A father has two children. He has announced his will as law to these children. He showed them a field and vineyard and said, “You have become strong, and so I demand of you that you diligently work for me in the vineyard and the field. From your work I will know which of you loves me the most.” Well, that is the law, according to which, of course, to the son who loves the Father most, would be given more glory.

14. But what are the two sons doing? The one takes the spade and persistently tills the earth all day long and tills the field and the vineyard. The other one is working at his leisure, as one would say. Why? He says: When I am in the field or in the vineyard, I must always bid my dear father farewell, besides, I am not as glory-hungry as my brother. When I have my dear father, who is everything in my heart, when I can be around him, I do not ask for much or for one or the other allotment of glory.

15. The father also says to his second son from time to time: but see how your brother works diligently and seeks to earn my love. But the son says, O dear father! When I am in the field, I am far from you, and my heart does not give me rest, but always speaks aloud to me: Love does not live in the hand, but in the heart, therefore it does not want to be earned with the hand, but the heart. Father, give my brother, who works so diligently, the field and the vineyard. I am sufficiently provided for by you, if you will only allow me to love you to my heart’s content at all times, as I want and must love you, because you are my father, my all.

16. What will the Father then say, and that from the innermost depth of his heart? Certainly nothing other than:

17. Yes, my dearest son, you have revealed your heart to me; the law is just a test. But my son, love, is not in the law, for everyone who keeps the law alone keeps it out of self-love in order to earn my love and glory with his energy. But the one who keeps the law is still far from My love, because his love is not attached to Me, but to the reward.

18. But you have turned back, you may not disdain the law, because your father gave it, but you have risen above the law, and your love has led you back to your father. So then your brother should receive the field and the vineyard and enter into my glory; but you, my dearest son, shall have what you have sought, the Father Himself and all His love!

19. I think, my dear friend, it will be obvious from this parable what is better, that dry abiding of the law, or to pass it over and embrace my love.

20. If all is not completely clear to you yet, I ask you: if you had the opportunity to choose a bride out of two virgins, of whom you would be convinced that both love you, but you are not yet completely sure which one loves you the most. Would you not very much wish to find out who does love you the most, to choose the one who loves you most? You say: That’s very clear, but how do I find out? That we’ll come to know shortly.

21. See, you come to the first one. She is busy and active. Out of love for you, she does not mind all the hard work she does for you, because she makes shirts, socks, nightgowns, and more such clothing for you. She has so much to do, that not seldom, because of all the work, she is hardly aware of you when you come to her. See, that’s the first one. – The second one works very casually. She also does things for you, but her heart is too busy with you to give her attention to the work. If you visit her, and she sees you coming from far away, there is no talk of working, because then she knows nothing higher, nothing more commendable than you alone! You alone are her all in all, for you she would give the entire world! Tell me, which of the two will you choose?

22. You say: Dear friend! The second one is dearer to me, because why would I care about a few shirts and stockings? Obviously it can be seen here that the first one seeks to earn me only by forcing me to acknowledge her merit. The other, however, seeks to love me. She is beyond merit and knows nothing higher than me and my love. I would take the second one for my wife.

23. Well, I tell you, my dear friend, do you not see clearly the nature of Martha and Mary here? Do you see what the Lord is saying to the law-abiding Martha and what to the idle Mary?

24. But from this you can also see what the Lord demands of every human being beyond the law, and at the same time tangibly reveals what mans love for God consists of. For just that very reason the Lord even curses, upset in his heart, the literal observer of the law (the Pharisees and the scribes), praises the sinful publican, and makes the kingdom of heaven more accessible to the thieves, whores, and adulterers than the dry slaves of the letter

25. Therefore I ask the objector now with the fullest right once again, according to which measure one should love God above everything? If I have the measure, then I have everything, but if I do not have the measure, then I love as someone who does not know what love is. So again the question:

26. How should one love God above all else? – And I, John, say: To love God above all means:

27. To love God beyond all law! – How to do this shall be made clear shortly.

Chapter 102 – How to love God above all else

1. But in order to know and understand thoroughly how to love God beyond the law, one must know that the law in and of itself is nothing but the dry way to the true love of God.

2. He who begins to love God in his heart, has already traveled the way; but whoever loves God only through the obedience of the law, is still a traveler with his love on the way, where no fruit grows and not infrequently robbers and thieves of the wanderer wait.

3. But whoever loves God purely, loves Him above all else! For to love God above all means to love God beyond all law. Whoever is out on the way, must go on, step by step, in order to reach, in the most painstaking manner, the goal set for him. But he who loves God fully, skips the whole way, that is, the whole law, and he loves God above all else.

4. One could probably say here: That sounds odd, for according to our concepts “to love God above all” means to love God more than everything in the world. – Good, I say, and I ask at once: What measure does man have to measure such a love? The Objector has very clearly differentiated all these measures for the highest possible love of man upon earth, and has also shown that man does hereby indeed not have a measure for the above-all-love for God.

5. But I say: Is not everything explained by the given law, how man has to behave in his desire for worldly things? All things are therefore represented in the law, and besides that, for the love of man, the just limitation is given, according to which every man has to behave towards worldly things.

6. But if somebody loves God beyond the law, he certainly loves him beyond all worldly things, because, as I have just said, the use of worldly things and the attitude towards them, according to the Divine order, are represented by the law. A short addendum in a comparative position will make the whole thing as clear as daylight.

7. The Lord speaks to the rich youth: “Sell everything, distribute it among the poor, and follow Me!” – What does that mean? In other words, if you, young man, have observed the law, then rise above it, return all laws and all things to the world, and you stay with Me, then you have the life!

8. Who will now not know what it means to love God beyond the law?

9. The Lord continues to speak to the disciples: “If you do not become like little children, you will not enter the kingdom of God.” What does that mean? Nothing other than this:

10. If you are not like this little child, not caring about anything in the world, neither the law nor the things of the world, coming to Me and taking hold of Me like this child with all love, you will not enter into the kingdom of God! Why not? Because the Lord Himself speaks again: “I am the way, the truth, and the life!” So whoever comes to Me, who is completely one with the Father, must enter through Me into the stable or the kingdom of God.

11. As long as one does not embrace the Lord Himself, he cannot come to Him, even if he had, like a rock, observed a thousand laws without fail. For whoever is still on the way is not yet with the Lord, but whoever is with the Lord, what does he still have to do with the way?

12. But here among you there are fools, many hundreds of thousands, who hold the way much higher than the Lord. And when they are already with the Lord, they turn back and move away from Him once more, to be on the wretched way! Such people enjoy subjection, slavery, and the hard yoke more than the Lord, who makes every man free. His yoke is exceedingly light and His burden is gentle. Light is the yoke, so that in the course of your life, your love for the Lord will not press your neck, and the burden will be gentle, which is the sole law of love! – Next we will look at an example.

13. The just Pharisee praises himself by the wayside; but the tax collector finds the whole way quite difficult. For he will never be able to oversee his goal. He therefore bows down deeply before the Lord in his heart, realizes his weakness and inability to walk the path. But he embraces God the Lord with his heart and thereby makes a great leap over the whole arduous way and thereby reaches his goal!

14. Who will not reach out with his hands and realize what “to love the Lord above all things” means? – So let’s move on. The Martha is on the way, the Maria at the goal! One hardly needs to say more about it, for it is obvious and clear here what “loving the Lord above all things” means.

15. But if we want to make the matter clearer, let us look at the scene where the Lord asks Peter three times if he loves Him? – Why does He ask him three times? For the Lord knew anyway that Peter loved Him, and He also knew that Peter would answer all three questions with the same heart and the same mouth. The Lord knew that. It is not for this reason that He asked Peter this question, but that Peter should confess that he is free and loves the Lord beyond all law. And so the first question means: “Peter, do you love Me” – Peter, did you find Me on the way? – Peter affirms this, and the Lord speaks: “Feed my sheep”! that means: Teach also the brothers to find Me! – The second question: Peter, do you love Me? That means: Peter, are you with Me, are you at the door? – Peter affirms this, and the Lord says, “So feed My sheep!” Or: So bring the brethren to be with Me at the door to life! And for the third time the Lord asks Peter: “Do you love Me?” That means as much as: Peter, are you beyond all law? Are you in Me like I am in you? Peter apprehensively affirms this, and the Lord speaks again: “So feed My sheep and follow Me!” That means as much as: So you may also bring the brothers, so that they are in Me and live in My order and love, just like you.

16. For following the Lord means living in the love of the Lord. I think to say more about what “to love God above all things” means, would be superfluous. And since we now know this and have recognized the Light of lights, we will immediately go to the twelfth and last hall.

Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern – The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

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Die Äussere Finsternis… Allda ist Heulen und Zähneklappern

Geistige Sonne Band 1 – Kapitel 31 & 32

1. Sehet dort, ziemlich fern von uns, wo sich eine rötlichgraue ganz matte Helle zeigt, befindet sich schon eine Gesellschaft von etlichen dreissig Menschen beiderlei Geschlechts. Gehen wir munter darauf zu, und wir wollen sie sogleich eingeholt haben. Nun, könnt ihr schon etwas ausnehmen? – Ihr saget: O ja, da scheint es recht bunt unter- und durcheinanderzugehen; es kommt uns vor, als wenn diese Gesellschaft untereinander in einem Handgemenge wäre. Ich sage euch: Ihr bemerket nicht unrichtig; aber solches ist nur eine „Erscheinlichkeit“. In einiger Ferne nimmt sich ein geistiger Disput aus wie ein Handgemenge. Darum schreiten wir nur noch ein wenig vorwärts, und das Bild wird gleich unter einer anderen Situation vor uns stehen. Merket es nur, je näher wir dieser Gesellschaft kommen, desto ruhiger werden die Hände dieser Gesellschaft; aber dafür vernehmen wir ein vielseitiges Gekläffe, etwa dem einer Getreidemühle bei euch ähnlich. Mitunter vernehmet ihr auch Stimmen, nicht unähnlich einem Geheule.

2. Ihr saget: Das klingt ja fast also, wie der Herr zu den Kindern des Lichts von jenen gesprochen hat, die da in die äusserste Finsternis hinausgestossen werden sollen, allda „Heulen und Zähneklappern“ ihr Los sein wird?! – Ja, ja, meine lieben Freunde, es hat schon denselben Sinn und ganz dieselbe Bedeutung. Was aber unter dem Heulen und Zähneklappern und unter dem Hinausgestossenwerden in die äusserste Finsternis, geistig beleuchtet, verstanden wird, das sollet ihr in der Nähe mit eigenen Ohren und Augen erfahren. Also nur noch wenige Schritte; und sehet, wir sind schon da, wo wir sein wollten.

3. Was erblicket ihr hier? Ihr saget: Der Anblick ist gerade so übel nicht; abgerechnet die sehr abgezehrten Gesichter, die wir hier schon gewöhnt sind, sieht die Gesellschaft ganz erträglich aus. Sie umringt einen Redner, der gerade Miene macht, einen Vortrag zu halten.

4. Meine lieben Freunde, ihr habt recht; eben dieser Rede wegen habe ich euch auch hierhergeführt. Ihr fraget aber: Nachdem wir hier noch nirgends einen erhabenen Punkt gefunden haben, sondern dieses ganze Reich der Nacht nur ein ewig flacher Sandboden zu sein scheint, so möchten wir wohl auch wissen, wie sich dieser Redner so bedeutend höher über seine Zuhörer gestellt hat? – Ihr habt recht, dass ihr so fraget; denn hier hat das Allerunbedeutendste eine grosse Bedeutung. Dieser Redner hat sich aus Sand einen Hügel zusammengestampft; so aber, wie seine Rednerbühne beschaffen ist, wird auch seine Rede sein. Solange der Redner sich auf seiner Sandtribüne ruhig verhält, wird sie ihn wohl tragen; wenn er sich aber nur ein wenig fest darauf fussen will, wird er den Sandhügel auseinanderrollen, und wird aus seiner Höhe hinabsinken bis auf denselben Grund, auf welchem sich alle seine Zuhörer befinden. – Nun aber hat er das Zeichen gegeben, dass er reden werde; also wollen wir ihm auch mit gespannter Aufmerksamkeit verborgener Weise zuhören.

5. Sehet, er fängt an; also hören wir! – Meine wertgeschätzten Freunde und Freundinnen! Ich habe von euch allen sonderheitlich vernommen, wie ihr auf der Erde samt und sämtlich – der eine in dem und der andere in anderem – als vollkommen rechtliche und redliche Bürger gelebt und gehandelt habet. (Beifall von allen Seiten.) Ihr waret auch als „gute Christen“ im gerechten Masse wohltätig gegen die notleidende Menschheit. Eure Namen standen bei allen Unglücksfällen mit den bedeutendsten Opfern mit grossen Buchstaben in allen Zeitungen gedruckt, was nicht mehr als billig war; denn solches muss der Blinde und der Taube erkennen, dass es hinsichtlich der Unterstützung nichts Löblicheres und Erspriesslicheres geben kann, als die Bekanntmachung derjenigen Menschen, welche allzeit Wohltätigkeit ausgeübt haben. Fürs erste weiss durch solche öffentliche Bekanntmachung die arme Menschheit, wohin sie sich in der Not zu wenden hat, und fürs zweite werden dadurch ja offenbar noch andere aufgemuntert, in die schönen menschenfreundlichen Stufen der bekannt gemachten grossen Wohltäter der Menschheit zu treten. (Lauter Beifall von allen Seiten.)

6. Ja, ihr waret überall dabei, wo es sich nur immer um die Gründung wohltätiger Zwecke handelte, und ich kann es mit grosser Rührung meines Herzens sagen, dass ihr im allervollkommensten Sinne des Wortes und der Bedeutung wahrhaftige Edel- und Ehrenbürger der Welt waret. (Ausserordentlicher Beifall von allen Seiten, und von den Zuhörern vernimmt man mit grosser Rührung ausgesprochen: Herrlicher, göttlicher Redner, göttlicher Mann!)

7. Ihr habt allzeit Künste und Wissenschaften unterstützt, ihr habt dem Staate als musterhafte Staatsbürger treulich gedient, ja man kann von euch sagen, dass ihr im vollkommensten Sinne des Evangeliums gelebt habt, denn ihr habt, was ein jeder mit Händen greifen kann, allzeit Gott gegeben, was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Nie waren Ehr- und Ruhmsucht der Beweggrund eurer edlen Taten, sondern allenthalben war die gerechte Notwendigkeit die Triebfeder für all das Grosse und Herrliche, das ihr getan habt. (Wieder ausserordentlicher Beifall, gemengt mit Tränen, Schluchzen und Weinen.) Also war euer Leben makellos wie die Sonne am reinsten Himmel, das heisst, meine allergeehrtesten Zuhörer, auf der Welt genommen, da wir gelebt haben; denn hier ist von einer Sonne keine Spur. – Nun aber erlaubet mir, meine allergeehrtesten Zuhörer, eine grosse und wichtige Frage:

8. Was ist nun all euer Lohn für solche allerausgezeichnetste und ehrenvollste Handlungen? – Wo ist der vielgepriesene Himmel, der denjenigen verheissen ward, die sich allzeit als die reinsten und allernachahmungswürdigsten Christen bewährt haben? (Überaus grosser Beifall von allen Seiten, und von mehreren vernimmt man einen kläglichen Nachhall: Ja, wo ist der trügliche Himmel, welchen zu gewinnen wir so viele Opfer darbrachten?)

9. Meine geehrtesten Zuhörer! Dahier dieser Sandboden, diese mehr denn „ägyptische Finsternis“ und unsere löblich sparsame „Mooskost“ sind der Lohn und der Himmel, den uns die Pfaffen so ungemein zierlich ausgeschmückt haben ! – (Wieder ausserordentlicher Beifall.)

10. Wo ist der gerechte Gott, dem zuliebe ihr so viele edle Taten geübt habt? Denn es heisst ja in den Evangelien: Was ihr immer den Armen tun werdet, das habt ihr Mir getan, und ihr werdet dafür in dem Himmel einen grossen Schatz finden. Ferner heisst es: Mit welchem Masse ihr ausmesset, dasselbe Mass werdet ihr im besten Vollbestande wieder erhalten. – Nun, meine geehrtesten Zuhörer, ihr habt solches alles getan; ihr habt tausend Arme unterstützt und waret allzeit reichlich gerecht im Mass und Gewichte.

11. Wo aber ist nun der Schatz im Himmel und wo das reichlich zurückgegebene Mass all der Wohltaten, die ihr als wahre Christen ausgeübt habt? (Ein Nachhall lautet: Ja, wo ist dieses alles?)

12. Hier haben wir es; der himmlische Schatz ist diese Finsternis, und das wohlgerüttelte Rückmass, das uns in den Himmeln werden sollte, besteht in dem sparsamen Moose, welches auf der Erde höchstens das Elentier gefressen hätte, hier aber können wir uns damit als einem hochgepriesenen himmlischen Lohne sättigen.

13. Wie oft haben wir auf der Erde bei verschiedenen grossedlen Gelegenheiten das „Te Deum laudamus“ angestimmt, und die Pfaffen haben uns von allen Kirchenkanzeln in die Ohren geschrien: Dort im lichten Reiche der Himmel werdet ihr erst das grosse und ewig lebendige Te Deum laudamus anstimmen. Meine geehrtesten Zuhörer, erlaubet mir hier eine Frage, und diese Frage soll also lauten:

14. Wie sieht es nun hier in diesem herrlichen Himmelreiche mit dem so hochgepriesenen Te Deum laudamus aus? Ihr zucket mit den Achseln; wahrlich, ich möchte nicht nur mit den Achseln, sondern mit dem ganzen Leibe zucken, wenn ich nicht befürchten müsste, dass darob meine sehr lockere Rednerbühne mich von meinem wichtigen Posten absetzen würde. Ich meine, ohne jemandem in seiner allfälligen guten Meinung vorzugreifen, für diese erhabene Hymne werden unsere Kehlen bei dieser überaus fetten Kost schwerlich je eine klangvolle Stimme bekommen, weil sich in diesem lichtvollen Himmel überhaupt noch eine sehr grosse Frage aufwerfen lässt, nämlich:

15. Ob es irgendeinen Gott gibt? – Und mit dem „Sich setzen mit Abraham und Isaak zu einem wohlbesetzten Tische himmlischer Speisen“ wird es hier auch seine geweisten Wege haben. Wenn ich jetzt auf der Erde wäre, so könnte ich mir schmeicheln, eine der allertriftigsten Exegesen solcher vielverheissenden Schrifttexte zu bewerkstelligen. So würde ich unter „Abraham und Isaak“ Finsternis und Sand darstellen und unter dem wohlbesetzten Tische das schönste isländische Moos, eine wahrhaft ehrenwerte Kost für Renn- und Elentiere. Und wer uns sagen kann, dass wir besser daran sind, denn diese armseligen Tiere des beeisten Nordens, dem will ich augenblicklich meine lockere Bühne einräumen. Ich meine aber, um solches einzusehen, bedürfen wir nicht mehr und nicht weniger, als nur auf unseren Bauch zu greifen und zu vernehmen, wie diese schwerverdauliche Kost noch gleich einem dürren Stroh in selbem herumrauscht, und nur einen Blick auf diesen wohlbeleuchteten Boden, und der Beweis für unsere Elenund Renntierschaft ist mehr wie handgreiflich dargestellt.

16. Der gute Welterlöser Christus hat wahrscheinlich auch nicht ganz klar gewusst, was für ein Gesicht Sein gepredigtes Himmelreich hat; denn hätte Er das gewusst, da hätte Er Sich sicher nicht ans Kreuz schlagen lassen. – Wenn Ihn Sein gepriesener Gott-Vater nach der Kreuzigung, gleich uns, hat sitzen lassen, so wird dieser an und für sich wirklich verehrungswürdigste Mann ganz kuriose Augen gemacht haben, wenn Er am Ende Sein eingesetztes heiliges Abendmahl in diese schönen Moosfluren verwandelt erblickte, welche zu erschauen uns keine geringere Mühe macht als das Erschauen der Perlen im Grunde des Meeres von seiten der Perlenfischer. Dass sich solches alles richtig so verhält, braucht durchaus keines weiteren Beweises mehr. Aber nun, meine geehrtesten Zuhörer, stelle ich euch eine andere, überaus wichtige Frage, und diese soll also lauten:

17. Hier sind wir einmal, das ist ausser Zweifel; wie lange aber werden wir Bewohner dieses frugalen Reiches bleiben? Wird es mit unserem Dasein noch einmal ein erwünschtes Ende nehmen? Oder werden wir das allerseligste Vergnügen haben, etwa gar ewig auf diesen von Segen triefenden Gefilden uns herumzutreiben? Sehet, das ist eine überaus wichtige Frage; aber eben diese wichtige Frage sucht einen, der sie beantworten möchte. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn es auf mich ankommt, so könnt ihr versichert sein, in dieser Hinsicht eher aus einem Steine eine Antwort zu bekommen als aus mir. Ich will aber darum niemandem vorgreifen; denn in verschiedenen Köpfen können auch verschiedene Ansichten walten. Aber ich meine, in dieser Hinsicht wird aus uns bei dieser ausserordentlichen Beleuchtung unseres grossen Schauplatzes schwerlich jemand etwas Erspriessliches ans Tageslicht fördern können; denn zur Darstellung von etwas Klarem muss auch ein Licht vorhanden sein, und zum Tageslicht gehört eine Sonne.

18. Hier aber etwas Klares ans Licht stellen heisst mit anderen Worten nichts anderes als sich selbst und alle anderen für einen allerbarsten Narren halten. Das ist wieder wahr: Die grossen Gelehrten der Erde werden hier sehr viel Zeit zum Nachdenken gewinnen. Wohl ihnen, wenn sie recht viel Stoff mitgebracht haben; denn mit diesen drei Elementen: Finsternis, Sand und Moos werden sie gar bald fertig werden. Mikroskope und andere Sehwerkzeuge mögen sie füglicherweise auf der Erde zurücklassen, denn sie werden froh sein können, wenn sie mit den eigenen Augen auf dem sandigen Boden eine Moostrift antreffen und erschauen werden; und für die Astronomen wird hier spottschlecht gesorgt sein. Auch Gelehrte und vielwissende Bibliothekare werden sich sicher entsetzlich langweilen; denn dergleichen werden sie hier nicht antreffen. Auch grosse Künstler und Virtuosen werden hier schlechte Geschäfte machen; denn sie werden alle müssen im buchstäblichen Sinne nicht nur ins Gras, sondern ins Moos beissen. Ich verstehe dieses Sprichwort: „ins Gras beissen“ auch hier erst ganz radikal, und sehe es ein, dass es sicher älteren Ursprunges ist, als es mancher Schriftsteller und Geschichtsschreiber sich möchte träumen lassen. Dieses Sprichwort muss von den uralten ägyptischen Weisen herrühren, welche sicher eine kleine Kenntnis davon hatten, was die Sterblichen hier für ein erfreuliches Los erwartet.

19. Meine geehrtesten Zuhörer, wenn überhaupt alle auf der Erde lebenden Menschen solch ein Los, wie wir es nun haben, erwartet, was ich eben nicht bezweifeln will, so bin ich der Meinung, der ehrliche Moses und der kreuzehrliche Christus haben in dieser Hinsicht mit ihrer Gesetzgebung einen sehr schwankenden und effektlosen Weg eingeschlagen. Hätten sie dafür und ganz besonders der Moses mit seinem Wunderstabe die Erde geschlagen und dabei gesagt: Sonne, verfinstere dich, wir haben für unsere Dummheit am Sternenlichte genug, und du Erde werde zu einer Sandsteppe, auf welcher nichts als nur hie und da echtes isländisches Moos wachsen soll, so hätte die ganze scharfe Gesetzgebung unter Donner und Blitz schön zu Hause bleiben können. Denn unter diesen Verhältnissen müsste das Sündigen von selbst ja zu einer grösseren Rarität geworden sein, als echte Diamanten in Grönland, Spitzbergen und Nowaja Semlja. Ich möchte den kennen, der hier einen Raub oder Diebstahl begehen könnte und einen Wollüstling bei dieser fetten Kost und bei unserer totengerippeartigen sinnlichen Reizbarkeit; auch einen Lügner möchte ich hier mit Gold bezahlen, wenn ich überhaupt eines hätte, – und was hier in jemandem eine Mordlust erregen könnte? Das aufzufinden bei unsern Schätzen und Reichtümern, wäre sicher noch eine bei weitem schwierigere Aufgabe, als für die Astronomen diejenige, mit ihren optischen Werkzeugen Planeten anderer Sonnen zu entdecken. Kurz und gut, wir können tun, was wir wollen, und reden, was wir wollen, so bin ich überzeugt, dass wir unser Los nicht um ein Haar verbessern werden. Ich habe hier schon über einen „Christoph Kolumbus“ weite Reisen unternommen und dieses Sand- und Finsternismeer nach allen Richtungen durchsegelt, aber mir ist das Glück nicht zuteil geworden: Land, Land! auszurufen, sondern überall: Nacht, Moos und Sand! Daher ist meine Meinung zum Schluss meiner Rede diese:

20. Nachdem ich unter allen Menschen, die je die Erde betraten, Christum für den allerehrlichsten befunden habe, der das ausgedehnte Mosaische Gesetz, welches einen sehr tyrannischen Anstrich hat, gewisserart aufhob und dafür das alleinige Gesetz der Nächstenliebe gepredigt hat, so erkläre ich mich dafür – weil unter diesem Gesetze, man kann es drehen, wie man will, intelligente Wesen unter was immer für Verhältnissen doch am glücklichsten leben können -, dass auch wir des Guten selbst willen hier diesem Gesetze treu verbleiben, Christum als einen wahren Ehrenmann in unserem Gedächtnisse behalten und unter diesen Verhältnissen dann mit unserem freilich sauren Lose so viel als möglich zufrieden sein möchten. Ich glaube, dadurch werden wir unser Los, solange es überhaupt währen will, am erträglichsten machen.

21. Doch bitte ich, meine geehrtesten Zuhörer wollen diesen meinen Wunsch nicht etwa als ein positives Gesetz ansehen; denn wie ich gesagt habe, soll meine Schlussrede nur als ein wohlmeinender Wunsch betrachtet sein. Wenn wir uns aber stets mehr gesellschaftlich verhalten, so glaube ich, dass wir eben dadurch mit vereinter Kraft unser Los um vieles leichter tragen werden, als ein jeder, egoistisch, für sich allein. Ich meinerseits will allzeit bereit sein, euch durch meinen Mund, soviel es nur in meinen Kräften steht, angelegentlich zu unterhalten. Mit diesem Wunsche und mit dieser Versicherung schliesse ich meine Rede. (Allgemeiner lauter Beifall von allen Seiten.)

22. Der Redner, wie ihr sehet, steigt ganz behutsam von seiner lockeren Rednerbühne und wird von der ganzen Gesellschaft sehr freundlich aufgenommen. Viele drücken ihm die Hände und sagen: In der Gesellschaft eines solchen Mannes, der Kopf und Herz am rechten Flecke hat, ist’s überall gut sein; daher sind wir überaus froh, dich lieben, teuren Freund gefunden zu haben und wollen dir recht gern in allem folgen, gehe es, wohin es will!

23. Nun sehet, wie es über dieser Gesellschaft etwas heller wird, wie sich der Redner und die ganze Gesellschaft darüber zu erstaunen anfangen, und wie der Redner noch einmal sich in der Gesellschaft vernehmen lässt und spricht: Ja, ja, wie ich mir’s gedacht habe, wenn uns der kreuzehrliche Christus mit Seiner menschenfreundlichen Lehre kein Licht bringt, so bleiben wir ewige Gäste der Nacht!

24. Nun sehet, es wird schon wieder bedeutend heller; und da seht euch um, wie schon von der morgendlichen Seite her zwei vom Herrn gesandte Boten eilen, um noch viel mehr Licht unter diese Gesellschaft zu bringen. Wir wollen daher noch ein wenig abwarten und sehen, was hier weiter geschehen wird.

Kapitel 32 – Geburt aus der Finsternis in einen ersten Grad des Lebenslichtes.1. Sehet, die Gesellschaft wird dieser zwei Boten auch schon ansichtig. Unser Hauptredner geht ihnen freundlich entgegen, um sie ebenso freundlich aufzunehmen. Wie ihr es beinahe selbst hören könnt, spricht er zu ihnen:

2. Seid mir und uns allen tausendmal willkommen! Ich kenne euch zwar nicht; so viel aber sehe ich, dass ihr, uns gleich Menschen, entweder soeben erst von der Erde hier angekommen seid, oder ihr müsst irgendwo einen bessern Weideplatz gefunden haben als wir, indem ihr ums Unvergleichliche besser ausschauet als ich mit dieser meiner lieben Gesellschaft zusammengenommen. Seid ihr erst von der Erde angekommen, so mache ich euch sogleich darauf aufmerksam, dass auf der Erde die sogenannten Robinsone ums Unvergleichliche besser daran sind als wir; denn für diese Behauptung braucht ihr keinen andern Beweis, als uns bloss vom Kopf bis zum Fuss anzublicken, und unser unmenschlich gutes Aussehen wird euch auf den ersten Blick selbst in dieser noch sehr bedeutenden Finsternis überaus hell und klar dartun, um welche Zeit es hier mit dem Wohlleben ist. Dabei aber kann ich euch doch versichern, dass es hier durchaus keine Krankheiten gibt; denn was sollte bei unsereinem auch krank werden? Wir können höchstens nur jenen Krankheiten unterliegen, denen allenfalls die Steine unterliegen. Denn wenn man beinahe gänzlich aller Lebenssäfte flott wird, bin ich der Meinung, wird man auch aller Krankheiten flott. Das einzige Übel, welches einen wenigstens im Anfange heimzusuchen anfängt, ist der Hunger, also ein Magenübel. Wie aber gewöhnlich der Hunger der beste Koch ist, so gibt es dann für ihn auch bald eine Kost, bei welcher er seine Kochkunst auf eine ausserordentliche Probe stellen kann. Sehet, da zu unsern Füssen über dem Sande ist so ein kleiner Probierstein für unseren Magen zu erblicken. Es ist Moos; man könnte sagen, echtes isländisches und sibirisches Moos. Die sparsamen Tautropfen, welche zwischen den Blättchen sitzen, sind dazu auch das einzige durstlöschende Mittel, das sich in dieser ungeheuren Sandwüste ausfindig machen lässt. Machet euch daher nichts daraus, wenn dieses Verhältnis auch etwa ewig dauern sollte, denn Geduld und Gewohnheit macht einem am Ende alles erträglich. Uns alle wird es sehr freuen, wenn ihr mit euren etwas phosphoreszierenden Gewändern bei uns verbleiben wollet; denn ich kann euch versichern, an alles kann man sich eher gewöhnen als an diese Finsternis. Somit könnt ihr es euch wohl vorstellen, dass uns allen euer phosphorischer Schimmer wie eine Sonne vorkommt! – Nun aber, meine lieben Freunde, möchtet ihr mir denn nicht auch gefälligst einen Grund kundgeben, der euch von der Erde hierher versetzt hat, oder, so ihr von einer bessern Trift kommet, mir kundgeben, was euch veranlasst hat, diese zu verlassen und euch hierher zu begeben?

3. Der eine spricht: Armer Freund, du irrst dich an uns sehr; denn wir sind weder von der Erde noch von irgend einer bessern Trift dieser Gegend zu euch gekommen, sondern wir kommen vom Herrn, der da Christus heisset, und den du nur als einen kreuzehrlichen Mann betrachtest, da Er doch der alleinige Herr Himmels und der Erde ist, – zu euch gesandt, um euch zu zeigen, was der Grund ist, demzufolge ihr schon so lange gänzlich unbehilflich in dieser Gegend umherirret.

4. Wenn ihr euch fraget: Wie haben wir auf der Erde gelebt, so wird euch eure helle und klare Erinnerung sagen: Wir alle haben allezeit ehrlich und redlich gehandelt und gelebt. Fraget ihr euch aber hinzu: Warum haben wir also gelebt und gehandelt? so werdet ihr ebenfalls nichts anderes herausbringen können als: wir haben hauptsächlich nur zu unserm Besten gelebt. Weltliche Ehre, weltliches Lob und das darauf begründete Ansehen vor anderen Menschen waren der Hauptbeweggrund aller unserer Edeltaten. Wir waren stets getreue Staats- und Kirchenbürger; warum denn? Etwa aus Liebe zu Gott? Wie könnte solches sein, da wir Gott doch nicht im geringsten kannten und somit auch nicht wussten, was da wäre Sein heiliger Wille, sondern unsere getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft gründete sich vorerst nur darauf, dass wir uns eben dadurch gar leichtlich vieler Vorteile vor anderen bemächtigen konnten, die von seiten des Staates und der Kirche nicht in so günstigem Ansehen standen als wir. Und ferner hatte diese getreue Staats- und Kirchenbürgerschaft in gewisserart blindgeistiger Hinsicht den Grund, dass wir uns dachten: gibt es jenseits nach der Lehre der Pfaffen und noch anderer Unsterblichkeitsritter irgendein Leben nach dem Tode, so können wir bei einer solchen Handlungsweise offenbar nicht zugrunde gehen. Gibt es kein solches Leben, so wird sich unser Tatenruhm wenigstens auf der Erde in unseren Kindern und Kindeskindern gleichsam unsterblich fortpflanzen, und man wird vielleicht noch in hundert und hundert Jahren von uns sprechen und sagen: Das waren Männer und das waren Zeiten, in denen solche Männer gelebt haben!

5. Sehet, solches muss euch auch, wie gesagt, euer Inneres sagen; sonach seid ihr ja offenbar ohne alle innere Vorstellung aus dem Leibesleben in dieses geistige Leben übergegangen und wusstet nicht im geringsten, was zum geistigen Leben erforderlich, noch weniger, wie dieses beschaffen ist und worin es besteht. Was war demnach natürlicher, als dass ihr in diesem geistigen Leben nichts anderes antreffen konntet als das nur, was ihr vom Leibesleben hierher mitgebracht habt, nämlich eine höchst klägliche, magere Gestalt eurer Wesenheit und die vollkommene Finsternis in den Begriffen über das Leben des Geistes. Mit anderen Worten gesagt: Ihr kamet nahe gerade also hierher, als bei der naturmässigen Zeugung des Menschen ein Embryo kommt in den Mutterleib, wo auch allenthalben vollkommene Finsternis herrscht. Der Embryo ernähret sich gewisserart nur vom Unrate des Blutes der Mutter, bis er bei solcher freilich wohl äusserst mageren und unschmackhaften Kost zu jener Naturkraft gelangt, sich aus diesem finsteren Werdungsorte zu entfernen. Also habt auch ihr euch hier gewisserart in einem „Mutterleibe“ befunden und habt euch müssen von dem stets gleichmässigen Unflate desselben nähren.

6. Da aber in euch sich noch ein lebendiger Funke zum ewigen Leben vorfand, nämlich die kleine Liebe und Hochachtung Christi, so hat dieser Funke euch geistige Embryonen ausgezeitigt zu einer Ausgeburt aus dieser eurer eigenen finsteren Sphäre. Es soll euch werden, was du am Schlusse deiner Rede zu deiner Gesellschaft gesprochen hast, da du sagtest: Wenn uns mit Christus nirgends ein Licht wird, so können wir versichert sein, dass diese Finsternis uns zum ewigen Eigentume verbleiben wird.

7. Also ist euch in Christo Licht geworden; und so sollet ihr denn auch das erfahren, was der Herr zu einem Seiner Jünger gesagt hat, dass niemand das ewige Leben und somit das Reich Gottes überkommen könne, der da nicht wiedergeboren wird. Zur Nachtzeit sprach solches der Herr zu Seinem Jünger, um ihm dadurch anzuzeigen, dass sich ein jeder unwiedergeborene Geist in der Nacht befindet gleich dem Embryo im Mutterleibe und dass der Herr auch in der Nacht zu dem unwiedergeborenen Geiste kommt, um ihn wiederzugebären aus dieser Nacht in das Licht des ewigen Lebens.

8. Da nun für euch zufolge eurer erwachten, wenn schon geringen Liebe zum Herrn diese Zeit der neuen Ausgeburt herangekommen ist, so sind wir hierhergesandt worden, um euch aus dieser eurer geistigen Geburtsstätte zu führen und euch an eine solche Stelle zu bringen, wo ihr unter eine Wartung gleich den Kindern kommen werdet. Ihr werdet euch dadurch wieder neue Lebenskräfte sammeln können, um mit diesen Kräften, je nachdem sie mehr oder weniger ausgebildet sein werden, in eine solche Sphäre zu gelangen, die vom Herrn aus euren Kräften bestens angemessen sein wird.

9. Denket aber ja nie an einen Himmel als einen Belohnungsort für die guten Werke, die der Mensch auf der Erde vollbracht hat; sondern denket, dass der Himmel in nichts anderem besteht als in eurer eigenen Liebe zum Herrn!

10. Je mehr ihr den Herrn mit Liebe erfassen werdet, und je demütiger ihr sein werdet vor Ihm und vor all euren Brüdern, desto mehr des wahren Himmels werdet ihr auch in euch tragen; und so denn sammelt euch und folget uns!

11. Nun sehet, wie die ganze Gesellschaft sich freut und diesen zwei Boten folgt.

12. Ihr fraget, wohin sie diese Gesellschaft etwa führen werden? Kehrt euch nur um und sehet dort, freilich wohl in schon bedeutender Ferne hinter uns, die euch bekannte geöffnete hohe Wand; merket ihr nichts? Hat das nicht beinahe das Aussehen, als wenn sich bei der Geburt eines Kindes die Mutterscheide öffnet?

13. Ihr saget: Solches verstehen wir nun wahrhaftig wie durch einen Zauberschlag wunderbar entsprechend! Wenn aber die Gesellschaft über diese Kluft hinaus gelangen wird, wohin kommt sie dann? – Wohin kommt das Kind gleich nach der Geburt? Ihr saget: In leichte Windeln und dann in eine Wiege; also in noch immer sehr beschränkte Lebensverhältnisse. Ihr habt doch die vielen Täler links und rechts gesehen, als wir uns auf der anderen Seite vom Morgen her dieser Wand näherten. Sehet, das sind die Windeln und das ist die Wiege. Also in diese Täler werden diese Menschen gestellt. In diesen Tälern geht es ungefähr so zu, wie ihr es gleich anfangs links und rechts in ein paar solcher Täler habt kennengelernt.

14. Wie es bei einem neugeborenen Kinde ist, dass es nicht von heute auf morgen zu einem Manne wird, so geht es auch bei einem neuausgeborenen Geiste, besonders im Reiche der Geister, nur langsam vorwärts. – Nun wisst ihr, in welcher Gegend ihr euch befindet; daher darf es euch auch nicht wundernehmen, wenn ihr hier wenig oder beinahe keine höheren Lehrer unter den vielen hier Wandelnden erschauet; denn solche wären hier ebenso unnütz, als so auf der Erde jemand möchte einem Kinde schon im Mutterleibe irgendeinen Unterricht erteilen.

15. Wann bei einem Kinde die Zeit des Unterrichtes als tauglich kommt, wisset ihr ohnehin; darum sind diese Boten hier auch nicht als Lehrer, sondern als wahrhafte geistige „Geburtshelfer“ zu betrachten. Da wir nun solches wissen, können wir uns wieder ein wenig vorwärtsbewegen, allda sich uns eine ganz neue Szene darbieten wird; und somit gut für heute!

flagge en  The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

   

The Outer Darkness… Where there is wailing and gnashing of Teeth

Spiritual Sun Volume 1 – Chapter 31 & 32

31,1. Look there, rather far away from us, where the soft reddish grey light can be seen, is a company of about thirty people of both genders. Let us go there with renewed courage, then we will soon catch up with them. Well, can you discern something? You say: O yes, it looks like a motley riff-raff; it seems as if the company is engaged in physical strife. I tell you: you have not seen wrongly, but this is just an apparent reality. A spiritual dispute will look, at any distance, as if it is a physical fight. Let us go a bit closer still, then the situation will take on quite a different look. See, the closer we get to the company, the quieter their hands become; but instead, we begin to hear from all sides a kind of gnashing, like with a grain mill on earth. Now and then you also hear a voice, not unlike weeping.

31,2. You say: It seems as if what the Master had told the children of the light is being fulfilled here, regarding those who would be pushed out into utter darkness: there will be weeping and gnashing of teeth! Yes, yes, best friends, that is also meant by this and has the same meaning. What is meant spiritually with the weeping and gnashing of teeth and with being pushed out into the outer darkness, you will experience with your own ears and eyes. Only a few more steps, and look, we are where we want to be.

31,3. What do you see here? You say: This scene does not look that bad; despite the very much emaciated faces, to which we are already accustomed, the company seemed to be quite tolerable. They stand around a speaker, who is just getting ready to give a speech.

31,4. Dear friends, you are right. Exactly for this speech have I brought you here. Yet, you say: Since this whole kingdom of the night seems to be an endless plain of sand and there is nowhere a stage to be found, we would like to know how it will be possible for this speaker to elevate himself a bit above his audience. It is good of you to ask this, for the most insignificant things here have the most important meaning. This speaker has made a little heap from sand and compressed it a bit, but just like the composition of his podium, so will be his speech. As long as the speaker stays calm on top of his sand podium, it will carry him. If he should search for more support, the sand heap will collapse, and he will come off his height to the same level as his audience. He has now indicated that he is going to speak; we will listen to him in secret.

31,5. Look, he begins; listen then. “Esteemed friends and ladies, I have heard from each of you personally how you, everyone on his own terrain, have lived and acted as completely righteous and honest citizens on earth. (Agreement from all sides). As ‘good Christians’ you all were, to the correct measure, benefactors for the suffering mankind. At all disasters, your names were listed among the greatest donors with big letters in all newspapers. It also was nothing more than right, for even the blind and the deaf should understand that regarding support, nothing exists that is more laudable and praiseworthy than the acknowledgment of those people who always practiced charity. Firstly, poor mankind knows by such public notice to whom they should turn themselves at times of distress, and secondly are others clearly being encouraged to join the pleasant, humanitarian circles of the known big benefactors of mankind (Loud approval from all sides).

31,6. Yes, you were always present at the foundation of charity institutions and I can say with deep emotion in my heart that you were, in the true sense of the word, true, noble and honorable citizens of the world (Exceptional approval from all sides and one can hear the audience say with emotion: Glorious, Godly speaker, Godly man!).

31,7. You have always supported the arts and the sciences, you faithfully served the state as exemplary citizens; yes, man can say that you have lived completely according to the character of the gospel, for you have, as all would know, always given unto God what is God’s and to Caesar what is Caesar’s. Honor and lust for praise were never the motivation for your noble deeds, but the absolute necessity was always the incentive for all the great and beautiful things you brought about. (Again, the special approval mixed with tears, sighing and weeping!) As such were your lives inscrutable, like the sun in the clearest heaven, esteemed listeners, as it were on the earth upon which we lived; for here is nothing to be seen of a sun. But, esteemed listeners, allow me to pose a very important question:

31,8. What is now your reward for such excellent and honorable deeds? Where is the highly-praised heaven which was promised to those who made themselves true and exemplary Christians? (Great concurrence from all sides and many voices add plaintively: Yes, where is the deceptive heaven for which we offered so many sacrifices to gain it!)

31,9. Esteemed listeners, this sandy ground here, this more than ‘Egyptian darkness’ and our meager ‘mossy food’ is the reward and the heaven which was so extremely magnificently painted to us by the priests! (Again, great concurrence)

31,10. Where is the righteous God for whom you have done so many noble deeds? For it is indeed written in the gospel: what you have done unto the poor, you have done unto Me and you will be richly rewarded in heaven for it. Furthermore is written: with the measure you measure, you will be measured with in abundance as well. Now, honored listeners, you have done it all; you have supported thousands of the poor and were always particularly righteous regarding measure and weight.

31,11. But where is now the treasure in heaven and where the richly returned measure of all charitable deeds, which you have done as true Christians? (Another: Yes, where is it all? Sounds)

31,12. Here we have it: The heavenly treasure is this darkness and the highly-lauded reward which would have been showered upon us in the heavens consists of the scarce moss which is eaten on earth by the Eland in stooping fashion, yet we must satisfy ourselves with it as the highly lauded heavenly reward.

31,13. How often have we upon earth, at various occasions, stroke up the ‘Te Deum laudamus’ [composition by Antoine Charpenter (1690)] and the priests have loudly called out: There, in the radiating kingdom of the heavens, you will, once again, strike up the great and eternal ‘Te Deum laudamus’. Honored listeners, allow me to ask a question at this point, it goes as follows:

31,14. How is it now with you in this beautiful heavenly realm and with this so highly lauded ‘Te Deum laudamus’? You pull up your shoulders; truly, I would not only want to protest with my shoulders alone but with my whole body, if I did not have to fear that my tottering podium would let me fall from my high position. I think, without wanting to violate anyone’s possibly good opinion, that our voices would barely be able to produce a bearable sound to sing this exalted song, due to this exceptionally fatty food; now, another weighty question is presenting itself in this brightly shining heaven, namely:

31,15. Does some or the other God truly exist? And the ‘sit together with Abraham and Isaac at a heavenly table, laden with heavenly foods’, does not seem to be the norm here! If I had been on earth right now, I would be able to praise myself that I would be able to present one of the most watertight exegeses about such promising scriptural texts. I would present ‘Abraham and Isaac’ to be darkness and sand and the well-provided table as Icelandic moss, a truly worthy food for reindeer and land! To anyone wanting to tell us that we are doing better than these miserable animals in the ice-covered north, I would immediately surrender my tottering podium. I do think though that we, to understand this, only must feel our stomachs to find out how this difficult-to-digest food is still fermenting like dry straw. If we would also just have a look at this brightly shining sand, then the proof has been given for our Eland and reindeer status.

31,16. The good savior of the world, Christ, probably did not quite know what the heavenly kingdom, about which He preached, looked like, for if He knew, He would not have let Himself be nailed to the cross for it. If His praised Father God would have let Him see, just like us, after the crucifixion, what we see, then this truly honorable Man would stand truly surprised when He saw the holy communion, which was introduced by Him, represented by this pretty, mossy plain. To see this, we should probably not exert less effort than the pearl harvesters, to see the pearls on the bottom of the sea. That this is so, we do not need any more proof. But now, dear listeners, I am presenting you yet another important question, and it goes as follows:

31,17. We are here, this is how it is, like a stick standing in water; but for how long do we have to stay in this sober kingdom? Will it be well with our existence? Or shall we have the most blissful privilege to wander about here, forever, in these blessing-flooded fields? Look, this is an exceptionally important question, but exactly this important question calls out for someone to answer it. Honored listeners, concerning this, you can be assured that you would rather get an answer from a stone than from me. Yet, I do think that, at this exceptional illumination of our great scene, someone can barely bring something into ‘daylight’, for to bring something into bright light, light is needed, and for light a sun is needed.

31,18. To bring something properly into the light here means nothing other than to declare himself a fool before the others. It is also true that the great learned ones of the earth will find much time to think here. Happy are they if they would bring along much material, for with these three elements: darkness, sand, and moss, they will soon be done. They can leave microscopes and other instruments of investigation on earth, for they would be able to see, with the bare eye, a scanty and mossy field on this sandy surface. Also, for the astronomers is very poor provision made. The learned and well-read librarians will be utterly bored, for they will find nothing here . Also, the virtuoso and artists will do bad business here, for they will literally not bite in the grass, but in the moss! Here I understand the idiom: ‘to bite in the grass’ for the first time fully and see that it had a much older origin than many authors and historians ever could have imagined. This idiom must have its origin from the primordial Egyptian sages, who would have known of the glorious fate waiting upon the mortals here.

31,19. My honored listeners, that the same fate is awaiting the people still living upon earth, I do not doubt; I am also of the opinion that the honest Moses and very honest Christ have, in this respect of their law-giving, tread upon a very wavering and senseless road. Should they, and especially Moses with his wondrous staff, instead have hit the earth and said: Sun, become dark, and we have, for our foolishness, enough starlight, and you, earth, should become a sandy desert and nothing but scarce Icelandic moss will grow, then would all the strict law of thunder and lightning be left behind. But under these circumstances, sins should automatically become something rarer than diamonds in Greenland, Spitsbergen or Nova Zembla [Novya Zemlya]. I would first like to see who would be able to rob or steal here and who would still be able to have lust with this fatty food and our charming, skeleton-like looks. I would also pay a liar here with gold, if I would have any; and would anyone be able to commit murder here? It would be far more difficult for us, with all our treasures and wealth, to get behind this than would the discovery of planets and other suns be for the astronomers, with their optical instruments. In short, we can do and talk as much as we want, I am convinced that our fate will not improve one bit! I have already undertaken journeys here, farther than that of Christopher Columbus, and have crossed this sea of sand and darkness in all directions, but the fortune has not yet befallen me to call out: Land, land! but only: Night, moss and sand! Therefore, I will close my speech with the following opinion:

31,20. Among all people who have ever trodden upon the earth, I hold Christ for the most glorious. He abolished the extensive laws of Moses, which had a strong, tyrannical character in a certain sense and taught, in the place of it, the only law which preaches neighborly love. Because under this law, man can look at it as you will, intelligent beings, in no matter what circumstance, can live the happiest lives, I am for the notion that we too, for the sake of the good, stay true to this law here, keep in mind Christ as the true, honorable Man and then, under these circumstances, be as content as possible with our truly dire fate. I think that we will be able to make our fate as tolerable as possible for as long as it would take.

31,21. Yet, I do ask you, esteemed listeners, to not regard my wish as a set law without consideration, for as I have said, my closing words should only be taken as a well-meant wish. If we should act increasingly more socially, I think that we would, exactly through this, with combined power, endure our fate much more easily than when everyone would do only for himself. I will, from my side, always be willing, as far as it is within my abilities, to support you intensively with my words. With this wish and assurance, I close my speech.” (General loud approval from all sides)

31,22. As you can see, the speaker descends his tottering podium with great caution and is entertained very amiably by the whole company. Many are shaking his hand, saying: It is always good to stay in the company of a man whose heart sits in the right place. Therefore we are very happy to have found you, dear and loving friend, and we want to follow you in everything, whatever happens.

31,23. Look now, how it becomes lighter above the company and how the speaker and the whole company is surprised about it and how the speaker is making himself heard for one more time, saying: Yes, yes, as I am of the opinion: if the very true Christ, with His humane teaching, would not bring us any light, then we would forever stay guests of the night!

31,24. Look, it again becomes considerably lighter; and look around, how two messengers sent by the Master from the morning-side are rushing closer to bring much more light to the company. We will, therefore, stay a while longer to see what will happen next.

Chapter 32
Birth out of the darkness to a first degree of light of life

32,1. Look, the company now also see the two messengers. Our main speaker goes to meet them in a friendly manner to receive them into the company. As you can hear for yourselves, he says to them:

32,2. Be welcome here with me as well as with us a thousand-fold! I indeed do not know you, but I do see that you, people like us, have just come here from the earth, or have found better pastures than us, for you look incomparably better than all of us together. If you have just arrived from earth, I will immediately direct your attention to it, that the so-called Robinsons have it much better there than us. For this assumption, you only have to look at us from top to toe. Our superhuman good looks will show you even in this still very considerable darkness very clearly how it is with the good life here. In addition, I can assure you that there are no illnesses here, for what can still become sick here with us? We can only barely contract the illnesses rocks can, for I think that when man is devoid of all its life juices, you also are free of all illnesses. The only evil plaguing someone mostly, in the beginning, is hunger, thus a stomach complaint. But, as hunger is usually the best cook, he will soon find a food which would challenge his cookery excessively. Look, at our feet on the sand is such a morsel for our stomachs to be seen. This is moss; one could say, true Icelandic and Siberian moss. The scarce dewdrops caught between these little leaves are also the only way to quench our thirst that can be found in this enormous sandy desert. Do not trouble yourselves if this situation would last forever, for patience and habit finally makes everything bearable. We shall all be very happy if you would want to stay with us, with your phosphoric garments, for I can assure you that one can have victory over everything but this darkness. You can, therefore, imagine yourselves that your phosphoric shine looks to us like a sun! But now, dear friends, would you be so friendly to tell us the reason why you came here from the earth, or if you came from a better pasture, tell me what has made you leave there to come here?

32,3. One says: Poor friend, you are gravely mistaken with us, for we came neither from the earth, nor from some other, better pasture in this region; but we come from the Master, called Christ, whom you see as merely a fully honest man, while He indeed is the only Master of heaven and earth. He sent us to you to show you the reason why you have been wandering around for so long and so helplessly in this region.

32,4. If you would ask yourselves: How did we live upon earth, you will say with clear and sound memory: all of us always lived honestly and reasonably. But would you ask yourselves some more: Why did we live and act like this? Then you could say nothing else but: We have predominantly lived for our own well-being. Worldly honor, worldly praise and the consequent prestige before other people, were the most predominant motivation for all our noble deeds. We were faithful members of state and church. Why then? Maybe out of love for God? How would it be possible, since we do not know God at all and thus also would not know His holy will. Our faithful church membership was firstly based on the privileges that could easily be obtained, more so than others who did not have such good report with state and church as we did. In addition, has this blind spiritual faithfulness to the state and church the following idea as its foundation: If there would be some or the other kind of life after death, according to the priests and other preachers of immortality, we would not perish by acting like we do. If there is not such a life, then will our prestige gained through deeds, at least still live upon earth through our children and grandchildren, and people might, even hundreds of years later, still talk about us, saying: Those were men and those were times when such men lived!

32,5. Look, as was said, you also had to say in yourselves. As such, you have obviously, without any inner understandin,g passed from the earthly life into the spiritual life and you do not know at all what is needed for the spiritual life. What would be more self-evident than that you could find nothing in this spiritual life, but what you have brought along of your material life, namely a highly pitiable and poor form of your actual character and a complete darkness about the concepts of the spiritual life. In other words: You came here almost like an embryo at natural conception of man in the motherly womb, where complete darkness prevails. The embryo feeds himself in a certain sense with the waste from the blood of the mother, until he reaches, despite this very poor and unsavory food, the right level of power with which it frees itself from the dark resort of origin. Likewise, do you find yourselves here in a ‘mother’s body’ and do you also have to feed yourselves with its comparable waste.

32,6. But because there is still a living spark of eternal life in you, namely your little love and high esteem of Christ, this spark has taken hold of your spiritual embryos out of your dark sphere, unto birth. It will go with you, like you said at the end of your speech, to your company: If there will be no light rising for us with Christ, we can be assured that darkness shall be our eternal possession.

32,7. You have therefore found the light in Christ. And you will indeed experience what the Master had said to one of His disciples, namely that no one can have part in the eternal life and thus also the kingdom of God, who hasn’t been reborn. This the Master has said in the night to His disciple, to show him that every non-rebirthed spirit finds himself in a night, like an embryo in the mother’s body and that the Master also comes in the night to the not yet reborn spirit, to lift him out of this night into the light of eternal life, to rebirth.

32,8. Because your time of rebirth has arrived through your awakening, yet still with only a little love towards the Master, we have been sent here to take you out of the place of your spiritual rebirth and take you to a place where you would be taken care of as children. There you will be able to gather new life power, in the measure by which you will be more or less developed, to come into a sphere, which will be particularly adapted to your powers.

32,9. But never think of heaven to be a resort of reward for the good works one has done upon earth, but think about it that heaven consists of nothing else but your own love for the Master!

32,10. The more you will take hold of the Master with love and the humbler you would be towards Him and all your brothers, the more you will carry the true heaven inside of yourselves. Therefore, join us and follow us!

32,11. Look how the whole company rejoices and follows these two messengers.

32,12. You ask where they are going to take the company to. Turn around and look, there, already far behind us is the already known and opened, high wall; do you not see it yet? Does it not look like the opening of the mother’s womb at the birth of a child?

32,13. You say: Indeed, like with a stroke of lightning, we now recognize the wondrous correspondence. But when the company has passed through this cleft, where would it rightfully go? What happens to a child shortly after birth? You say: It is wrapped in soft cloth and laid into a crib; it still finds itself in very much restricted life circumstances. You indeed saw, when we approached this wall from the other side from the morning, many valleys to the left and to the right? Look, these are the cloths and the crib. These people are settled in these valleys. It then fares with them just like you have come to know in the beginning in some of these valleys to the left or to the right.

32,14. Just like a newborn child cannot become a man from today to tomorrow, a newborn spirit also, especially in the kingdom of the spirits, grows only gradually. Now you know in what region you find yourselves. Therefore, it will also not surprise you that you will find among the many ones moving around here not many higher teachers, for it would be for them just as useless as when someone on earth would want to educate a child still finding itself in the mother’s womb.

32,15. You do know when the time has arrived to educate a child. Therefore, do these messengers also not come here as teachers, but can be considered truly spiritual ‘midwives’! Now that we know this, we can move on a bit, where a very different and new scene will present itself to us. With this, enough for today!

Gebot 5 … Du sollst nicht töten – Commandment 5 … You shall not kill

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Geistige Sonne Jakob Lorber-Das fuenfte Gebot-Du sollst nicht toeten-Neid-Eifersucht-Hass-Rache Spiritual Sun Jakob Lorber-Fifth Commandment-You shall not kill-Envy-Jealousy-Hate-Revenge
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flagge de  Du sollst nicht töten … Du sollst nicht zerstören

Erklärung des 5. Gebotes… Du sollst nicht töten

Die geistige Sonne, Band 2
Jesu Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber (1842-43).

Millionen und Millionen von Kinderseelen werden jenseits im “Reich der Kinder” betreut, gelehrt und versorgt (GSO Band2, Kapitel 67-101). Die Führung durch das “Reich der Kinder” erfolgt durch den Apostel der Liebe, Johannes.

Kapitel 78

1. Ihr sehet in diesem fünften Saale abermals eine Tafel angebracht, und auf dieser steht mit wohlleserlicher Schrift geschrieben: „Du sollst nicht töten“. – Wenn ihr dieses Gebot nur einigermassen beim Lichte betrachtet und dazu die Geschichte des israelitischen Volkes mit in Augenschein nehmet, so müssten eure Augen mit mehr als dreifachem Stare behaftet sein, wenn ihr es nicht auf den ersten Augenblick ersehen würdet, dass es mit diesem Gebote einen sonderbaren Haken hat. „Du sollst nicht töten!“ Wie, wo, wann und was denn?

2. Was heisst „töten“ überhaupt? Heisst töten bloss den Leib lebensuntätig machen oder heisst es den Geist seiner himmlischen Lebenskraft berauben? Ist das Töten bloss auf den Leib des Menschen gesetzlich beschränkt, da kann die Tötung des Geistes doch unmöglich darunter gemeint sein; denn es heisst ja eben, dass gewissenart ein jeder Mensch sein Fleisch töten solle, um den Geist zu beleben, wie da auch der Herr Selbst spricht: „Wer sein Leben, d.h. das Leben des Fleisches, liebt, der wird es verlieren; wer es aber flieht um Meinetwillen, der wird es erhalten“.

3. Gleichermassen zeigt sich dies auch in der Natur der Dinge. Wird bei einer Frucht die äussere Rinde oder Hülse nicht zum Sterben gebracht, so wird die Frucht zu keinem lebendigen Keime kommen. Also geht aber aus all dem hervor, dass eine Tötung des Fleisches nicht zugleich auch eine Tötung des Geistes sein kann. Wird aber unter diesem Gesetze bloss die Tötung des Geistes verstanden, wer ist dann wohl seines Leibeslebens sicher?

4. Im Gegenteil aber ist es auch zugleich jedermann bekannt, dass die besonders in gegenwärtiger Zeit vielfach vorkommenden Belebungen des Fleisches nichts als „Tötungen des Geistes“ sind. Betrachtet ihr gleich daneben die Geschichte des israelitischen Volkes, dem da gewisserart, wie ihr zu sagen pfleget, diese Gesetze frisch gebacken gegeben wurden, so findet ihr den merkwürdigen Kontrast, dass der Gesetzbringer Moses selbst zuerst eine Menge Israeliten hat töten lassen; und seine Nachfolger mussten mit den am Gesetze Schuldiggewordenen das Gleiche tun.

5. „Du sollst nicht töten“ – dieses Gesetz lag so gut wie alle anderen in der Bundeslade. Was tat aber das ganze israelitische Heer, als es ins Gelobte Land einzog, mit den früheren Bewohnern dieses Landes? Was tat selbst David, der Mann nach dem Herzen Gottes? Was der grösste Prophet Elias? – Sehet, sie alle töteten, und das sehr vielfach und sogar oft auf ziemlich grausame Weise.

6. Wer da aus euch nüchternen und unbefangenen Geistes ist, muss der nicht in sich selbst das Urteil aussprechen und sagen: Was ist das für ein Gebot, wider das, wie sonst wider keines, selbst die ersten von Gott gestellten Propheten zu handeln genötigt waren?

7. Ein solches Gebot ist ja doch so gut wie gar keines. Auch in unseren Zeiten ist das Töten der Brüder im Kriege sogar eine Ehrensache! Ja, der Herr Selbst tötet Tag für Tag Legionen von Menschen dem Leibe nach; und doch heisst es: „Du sollst nicht töten!“ Und David musste sogar einen Heerführer umbringen lassen, da er sich gegen einen zu vernichtenden Ort, freilich wohl meineidig, schonend benommen hatte.

8. Gut, sage ich, also steht es mit dem Gebote auf der Erde. Hier aber sehen wir es im Reiche der Himmel, wo kein Wesen mehr das andere töten kann, und auch sicher nie jemand auch nur den allerleisesten Gedanken in sich fassen wird, jemanden zu töten. Wozu steht es also hier auf der Tafel geschrieben? Etwa aus rein historischer Rücksicht, damit die Schüler hier erlernen sollen, was es auf der Erde für Gebote gibt und gegeben hat? Oder sollen etwa diese allergutmütigsten Kindergeister dieses Gebotes wegen auf eine Zeitlang in eine Mordlust versetzt werden und diese dann gegenüber dem Gesetze in sich selbst bekämpfen? Das könnte man zwar annehmen; aber welchen Schluss oder welches Endresultat wird man daraus bekommen? Ich sage euch nichts anderes als: Wenn die Mordlust den Kindern am Ende doch wieder genommen werden muss, so sie sich als Mordlustige dem Gesetze gegenüber genügend bewährt haben, muss man ja auch annehmen, dass sie dabei weder etwas gewonnen noch verloren haben würden, so sie nie mit der Mordlust erfüllt gewesen wären.

9. Ich sehe aber, dass bei dieser gründlichen Darstellung der Sache ihr nun selbst nicht wisset, was ihr so ganz eigentlich aus diesem Gebote machen sollet. Sorget euch nicht; wenige Worte werden genügen, um euch alles bisher Zweifelhafte ins klarste Licht zu stellen, und das Gesetz wird gleich würdig wie auf der Erde also auch im Himmel wie eine Sonne am Himmel strahlen!

10. Damit ihr aber die nachfolgende Erklärung leicht und gründlich fasset, so mache ich euch nur darauf aufmerksam, dass in Gott die ewige Erhaltung der geschaffenen Geister die unwandelbare Grundbedingung aller göttlichen Ordnung ist. – Wisset ihr nun das, so blicket auf das Gegenteil, nämlich auf die Zerstörung; und ihr habt das Gebot geistig und körperlich bedeutungsvoll vor euch.

11. Saget demnach anstatt: Du sollst nicht töten – du sollst nicht zerstören, weder dich selbst, noch alles das, was deines Bruders ist; denn die Erhaltung ist das ewige Grundgesetz in Gott Selbst, demzufolge Er ewig ist und unendlich in Seiner Macht. Da aber auf der Erde auch des Menschen Leib bis zur von Gott bestimmten Zeit für die ewig dauernde Ausbildung des Geistes notwendig ist, so hat ohne ein ausdrückliches Gebot Gottes niemand das Recht, eigenwillig weder seinen eigenen Leib noch den seines Bruders zu zerstören.

12. Wenn hier also von der gebotenen Erhaltung die Rede ist, da versteht es sich aber dann auch von selbst, dass jedermann noch weniger berechtigt ist, den Geist seines Bruders wie auch seinen eigenen durch was immer für Mittel zu zerstören und für die Erlangung des ewigen Lebens untüchtig zu machen. Gott tötet freilich tagtäglich der Menschen Leiber; aber zur rechten Zeit, wenn der Geist entweder auf die eine oder die andere Weise irgendeine Reife erlangt hat. Auch die Engel des Himmels, als fortwährende Diener Gottes, erwürgen in einem fort der Menschen Leiber auf Erden; aber nicht eher, als bis sie vom Herrn den Auftrag haben, und dann nur auf diejenige Art und Weise, wie es der Herr haben will.

13. Sonach aber erlernen auch die Kinder hier auf geistig praktischem Wege, worin die Erhaltung der geschaffenen Dinge besteht und wie sie vereint mit dem Willen des Herrn stets auf das Allersorglichste gehandhabt werden muss. Und wenn ihr dieses nun nur einigermassen begriffen habt, so wird es sicher einleuchtend sein, fürs erste die grosse Würde dieses Gesetzes selbst zu erschauen, und fürs zweite, warum es auch hier im Reiche der himmlischen Kindergeister vorkommt. – Da wir aber solches wissen, so können wir uns auch sogleich in den sechsten Saal begeben. –

Zu diesem Gebot sagt der Herr auch im Grossen Johannes Evangelium, Band 7, Kapitel 31, 10-15:

10. Wenn ihr Meine Gesetze mit menschlichen Sinnen beurteilt, dann müsset ihr freilich wohl Lücken und Mängel darin entdecken. Wenn du deinen Nächsten liebst wie dich selbst, so wirst du ihn nicht hassen, nicht anfeinden und ihm keinen Schaden zufügen; tust du das aber, so wirst du ihn um so weniger je irgendwann weder leiblich und noch weniger seelisch durch allerlei Ärgernisse töten wollen.

11. Du sollst nicht töten! Das ist ganz richtig und wahr also gegeben im Gesetze. Aber warum? Weil unter ,töten‘ schon von uralters her Neid, Scheelsucht, Zorn, Hass und Rache verstanden ward.

12. ,Du sollst nicht töten!‘ heisst demnach soviel wie: Du sollst niemanden beneiden, sollst den Glücklicheren nicht mit scheelen Augen ansehen und sollst nicht im Zorn erbrennen wider deinen Nebenmenschen; denn aus dem Zorn entsteht der Hass, und aus dem Hass geht die böse, alles verheerende Rache hervor!

13. Es steht ja auch geschrieben: ,Mein ist der Zorn, und Mein ist die Rache, spricht der Herr.‘

14. Ihr Menschen aber sollet euch in aller Liebe achten, und es soll einer dem andern gute Dienste erweisen; denn ihr alle habt an Mir einen Vater und seid somit gleich vor Mir! Ihr sollet euch untereinander nicht ärgern und lästern und einer soll dem andern durch bösen Leumund nicht die Ehre abschneiden; denn wer das tut, der tötet die Seele seines Nebenmenschen!

15. Und seht, alles das ist kurz in dem Bilde ,Du sollst nicht töten!‘ ausgedrückt! Und die ersten Juden, auch noch die zu den Zeiten Salomos, verstanden dieses Gesetz nicht anders, und die Samariter als die Altjuden verstehen es heutzutage noch also. Wenn aber dieses Gesetz vom Fundamente aus nur also zu verstehen ist, – wie kann jemand da annehmen, dass durch dieses Gesetz dem Menschen die Notwehr gegen böse Menschen und sogar gegen reissende Tiere untersagt sei?“

flagge en  You shall not kill … You shall not destroy

   

Explanation of the 5th Commandment … You shall not kill

The Spiritual Sun, Vol. 2 – Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond Given thru the inner word to Jakob Lorber (1842-43)

Millions and Millions of souls from children are mentored, taught and provided for in the ‘Kingdom of the Children’ (Spiritual Sun Volume 2, 67-101).

The Guidance through the ‘Children’s Kingdom’ takes place by the Apostle of Love, John.

Chapter 78

1. You once again see a tablet installed in this fifth hall, and on it is written in an easy readable script: “Thou shalt not kill.” If you consider this commandment only somewhat moderately and then consider the history of the Israelite people, your eyes would have to more than triple cross, if you would not see it at the first moment that there is a strange problem with this commandment “thou shalt not kill!” How, where, when, and what?

2. What does “kill” mean anyway? Does killing kill the body or deprive the spirit of its heavenly life force? If killing is restricted to the human body, the killing of the spirit cannot possibly be meant by it; for it is said that every man should certainly kill his flesh in order to enliven the spirit, just as the Lord Himself speaks: “Whoever loves his life, that is the life of the flesh, he will lose it; but whoever loses it for My sake, will receive it. ”

3. Likewise, this is also evident in the nature of things. If the outer bark or pod of a fruit would not die, the fruit will not come to any living germination. But it is clear from all this that the killing of the flesh cannot at the same time be the killing of the spirit. But if this law is understood merely as the killing of the spirit, then who is sure of his physical life?

4. It is in contrast, well known to all that the prevalent contemporary multifarious exaltation of the flesh, is nothing but the “killing of the spirit.” If you would compare it to the history of the Israelite people to whom, as you would say, these laws were freshly baked, you will find the strange contrast that the lawgiver Moses himself, was the first to have many Israelites killed; and his successors had to do the same with transgressors of the law.

5. “Thou shalt not kill “- this law was as good as all the others in the ark of the covenant. But what did the whole Israelite army do when it entered the Promised Land, with the former inhabitants of that land? What did even David do, the man after the heart of God? What about the greatest prophet Elijah? – See, they all killed, and very often, and often quite cruelly.

6. Whoever is of a sober and unbiased spirit, does not have to pronounce the judgment in himself and say: What is this commandment, against which, as otherwise against none, even the first prophets appointed by God were obliged to act?

7. Such a commandment is as good as none. Even in our times, the killing of brothers in war is even a matter of honor! Yes, the Lord Himself kills legions of human beings day after day; and yet it says: “Thou shalt not kill!” and David had even had a military commander killed, for he had spared a place which had to be destroyed, despite the swearing of an oath.

8. Good, I say, so it is with the commandment on earth. But here we see it in the heavenly realm, where one being cannot kill the other anymore, and certainly no one will even remotely conceive the slightest thought of killing anyone. So why is it written here on the board? For example, from a purely historical point of view, so that the students should learn here, what commandments have been given on earth? Or should these very good-natured children’s spirits, for some time be brought into a lust for murder by this commandment, to then fight against it in themselves? You could indeed accept that; but what conclusion or end result will you get from this? I say to you nothing else than: If the murder-lust must finally be removed from the children, if they have proven themselves as sufficiently resistant against murder lust according to the law, one must assume also that they would not have gained or lost anything thereby, as if they had never been filled with the lust for murder.

9. But I see that in this thorough account of the matter you do not know what you are supposed to do with this commandment. Do not worry; just a few words will suffice to put everything that is doubtful in the clearest light before you, and the law will be just as worthy as on earth, even in heaven, as a sun shines in the sky!

10. But for you to grasp the following explanation easily and thoroughly, I only point out to you that in God the eternal preservation of the created spirits is the unchangeable basic condition of all Divine order. Now if you know that, look for the opposite, that is, for the destruction; and you have the full spiritual and physical implication of the commandment before you.

11. Instead of saying: Thou shalt not kill, one should say: thou shalt not destroy, neither thyself, nor all that which is thy brother’s; for preservation is the eternal basic law in God Himself, according to which He is eternal and infinite in His power. But since on the earth also the human body is necessary for the everlasting education of the spirit until God’s appointed time, without an explicit command of God, no one has the right to willfully destroy neither his own body nor that of his brother.

12. So, when we speak of the required preservation, it goes without saying that everyone is just as little entitled to destroy the spirit of his brother as his own by whatever means and make one unfit for the attainment of eternal life. God, of course, kills human bodies every day; but at the right time, when the spirit has matured in some or the other way. Even the angels of heaven, as perpetual servants of God, kill the bodies of men on earth; but not unless they are commanded by the Lord, and then only in the way the Lord wants it.

13. In this way do the children here learn in spiritually practical ways in which the preservation of created things consists, and how, united with the will of the Lord, it must always be handled with the utmost care. And if you have understood this only to some extent, it will certainly be plausible to see for yourself, firstly the great dignity of this law, and secondly why it also occurs here in the realm of the heavenly children’s spirits. But since we know such things, we can immediately go to the sixth room.

Regarding this Commandment, the Lord says in the great Gospel of John, Volume 7, Chapter 31:10-15

10. When you judge My laws with a human sense, then surely you must find gaps and shortcomings therein. If you love your neighbour as yourself, you will not hate him, not treat him with hostility and not harm him; but if you do this, even less so would you try to ever kill him, either physically or even to a lesser extend emotionally by all kinds of nuisances.

11. You shall not kill! This is absolutely correct and true stated in the law. But why? Because since primeval times under ‘kill’ is understood, jealousy, enviousness, rage, hatred and revenge.

12. ‘You shall not kill!’ therefore means: You should not envy anybody, you should not look at the more fortunate with askance eyes and you should not burn with anger against your fellow man; since anger breeds hate, and from hate arises the evil revenge destroying everything!

13. It also is written: “Mine is the anger and Mine is the revenge, says the Lord.”

14. But you people should respect each other in all love, and one should do good to the other; since you all have in Me one Father and are therefore equal before Me! You should not annoy and curse each other and the one should not through bad lies cut off the honour of the other; since who does that, kills the soul of his fellow man!

15. And see, all that is in short expressed with ‘You shall not kill!’ And the first Jews, also during the times of Solomon, did not understand this law any other way, and the Samaritans as the old Jews, still understand it today in the same manner. If this law from its foundation is understood only like this, – how can anyone assume that through this law man is forbidden to defend himself against evil people and even savage animals?”