Der Herr zeigt das Wesen von Himmel & Hölle in Beispielen – The Lord depicts the Nature of Heaven & Hell in Examples

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Der Herr zeigt das Wesen von Himmel & Hölle in Beispielen

DAS GROSSE EVANGELIUM JOHANNES – Band 2, Kapitel 9
Von Jesus Christus geoffenbart durch das Innere Wort an Jakob Lorber

Der Herr spricht:

1. Sage Ich: „So habe denn wohl acht; denn es liegt Mir daran, dass du sehend nach Hause ziehest!

2. Siehe, in einem Hause wohnen zwei Menschen. Der eine ist mit allem zufrieden, was er im Schweisse seines Angesichtes unter dem Segen Gottes dem Erdboden entlockt. Zufrieden und heiter geniesst er den spärlichen Ertrag seines Fleisses, und seine grösste Freude ist es, mit den noch ärmeren Brüdern seinen mühsam erworbenen Vorrat zu teilen. So ein Hungriger zu ihm kommt, da hat er eine Freude, ihn sättigen zu können, und fragt ihn nie mit ärgerlichem Gemüte um den Grund seiner Armut und verbietet ihm nicht, dass er wiederkommen dürfe, so es ihn etwa wieder hungern sollte.

3. Er murret nicht über irdische Staatseinrichtungen und sagt, so ihm irgendeine Steuer abgenommen wird, allzeit mit Hiob: ,Herr! Du hast es mir gegeben; Dein ist alles! Was Du gabst, kannst Du allzeit wieder nehmen; Dein allzeit allein heiliger Wille geschehe!‘

4. Kurz, diesen Menschen kann nichts in seiner Heiterkeit sowohl als auch in seiner Liebe und in seinem Vertrauen zu Gott, sowie daraus in der Liebe zu seinen irdischen Brüdern, stören; Zorn, Neid, Hader, Hass und Hochmut sind für ihn fremde Begriffe.

5. Aber sein Bruder ist dafür der unzufriedenste Mensch. Er glaubt an keinen Gott und sagt: ,Gott ist ein leerer Begriff, durch den die Menschen den höchsten Grad der diesirdischen Helden bezeichnen. In der Dürftigkeit kann nur ein dümmster Mensch glücklich sein, gleichwie auch die vernunft- und verstandlosen Tiere glücklich sind, wenn sie nur das spärlich erhalten, was ihr stummer und stumpfer Naturtrieb verlangt. Ein Mensch aber, der sich mit seinem Verstande weit übers Tierische emporgehoben hat, der muss sich nicht mehr mit der gemeinen Schweinskost begnügen, muss nicht mit den eigenen, zu etwas Besserem bestimmten Händen in der Erde herumwühlen – was sich nur für Tiere und Sklaven geziemt – , sondern man muss das Schwert ergreifen, sich zum mächtigen Feldherrn emporschwingen und durch Triumphpforten in die grossen Weltstädte einziehen, die man erobert hat. Die Erde muss erbeben unter den Huftritten des Rosses, das von Gold und Edelsteinen strotzend stolz den Herrn der mächtigen Heerscharen trägt.‘

6. Mit solchen Gesinnungen verwünscht dann ein solcher Mensch sein ärmliches Sein, verflucht die Armut in seinem Herzen und sinnt auf Mittel, wie er sich grosse Schätze und Reichtümer verschafft, um mit ihrer Hilfe seine herrschsüchtigen Ideen zu realisieren.

7. Seinen zufriedenen Bruder verachtet er, und jeder noch Ärmere ist ihm ein Greuel. Von der Barmherzigkeit ist bei ihm gar keine Spur; bei ihm gilt sie als lächerliche Eigenschaft feiger Sklaven und der Gesellschaftsaffen. Dem Menschen gezieme nur Grossmut, – aber diese so selten wie möglich! Kommt ein Armer zu ihm, so fährt er ihn an mit allerlei Scheltworten und sagt: ,Weiche von mir, du faule Bestie, du gefrässiges Ungeheuer mit der zerlumpten Larve eines Menschen! Arbeite, Tier, so du einen Frass haben willst! Gehe zum ungeratenen Bruder meines Leibes, aber nimmer meines erhabenen Geistes; dieser, als selbst ein gemeines Lasttier, arbeitet für seinesgleichen und ist barmherzig wie ein Gesellschaftsaffe! Ich bin nur grossmütig – und schenke dir diesmal noch dein gemeinstes Erdwurmleben.‘

8. Siehe nun, diese beiden Brüder, Kinder eines Vaters und einer Mutter, leben in einem Hause beisammen. Der erste ist ein Engel, der zweite nahe ein vollendeter Teufel. Dem ersten ist die ärmliche Hütte ein Himmel, dem zweiten dieselbe Hütte ohne irgendeine Veränderung eine allerbarste Hölle voll der bittersten Qual. Siehst du nun, wie Himmel und Hölle auf einem Flecke beisammen sein können?!

9. Freilich wirst du dir denken: ,Nun, was ist es denn? Man lasse den Herrschsüchtigen einen Thron erreichen, und er wird ganz tauglich sein, Völker zu schützen und zu schlagen die Feinde!‘ O ja, das könnte wohl möglich sein! Aber wo liegt der Massstab, der ihm vorschriebe, wieweit er seine herrschsüchtigen Pläne verfolgen solle? Was wird er mit den Menschen machen, die sich nicht in aller Tiefe werden beugen wollen vor ihm? – Siehe, die wird er martern lassen auf die möglichst qualvollste Weise, und es wird ihm an einem Menschenleben ebensowenig gelegen sein wie an einem zertretenen Grashalm! – Was ist aber dann ein solcher Mensch? – Siehe, das ist ein Satan!

10. Es müssen wohl Herrscher und auch Feldherren sein; aber verstehe, diese müssen von Gott dazu erwählt und berufen sein und für die Folge Abstämmlinge von altgesalbten Königen sein. Diese sind dann berufen; aber wehe jedem andern, der seine arme Hütte verlässt und hineilet, sich durch allerlei Mittel den Herrscherstab zu erringen! Wahrlich, es wäre für ihn besser, nie geboren worden zu sein!

11. Ich will dir aber noch ein Bild vom Himmelreiche Gottes geben: Es gleichet völlig einem guten Erdreich, auf dem ebensogut die edelsten Trauben fest neben den Dorngesträuchen und Disteln wachsen und reif werden, – und doch haben sie ein und dasselbe gute Erdreich! Der Unterschied liegt nur in der Verwendung desselben: die Rebe verkehrt es in Gutes, der Dornstrauch und die Distelstaude aber in Arges, Nutzloses und für keinen Menschen Geniessbares.

12. Also fliesset auch der Himmel ein in den Teufel wie in die Engel Gottes; aber jeder von den beiden verwendet ihn anders! –

13. Also ist der Himmel auch noch gleich einem Fruchtbaume, der ein gutes, süsses Obst trägt. Als aber unter seine reichgesegneten Äste Leute kommen, die solche Frucht geniessen wollen, da sind etliche nüchtern; diese geniessen mit Dank nur soviel, als es ihr Bedürfnis verlangt. Andere aber, da ihnen die Frucht wohlschmeckt, wollen nichts am Baume zurücklassen, sondern verzehren es aus Neid, dass nicht die Genügsamen noch einmal etwas fänden, und essen so lange, bis der letzte Apfel verzehrt ist. Diese aber werden darauf krank und müssen sterben, während sich die Genügsamen vom mässigen Genusse der Früchte des Baumes sehr wohl und gestärkt fühlen! Und doch haben beide Parteien vom selben Baume gegessen!

14. Also ist der Himmel auch gleich einem guten Weine, der den Mässigen stärkt, den Unmässigen aber zugrunde richtet und tötet; und so wird ein und derselbe Wein für den einen ein Himmel und für den andern die barste Hölle, – und doch wird er von einem und demselben Schlauche genommen! –

15. Sage Mir, Freund, ob du nun verstehest, was da ist der Himmel und was die Hölle!“

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The Lord depicts the Nature of Heaven & Hell in Examples

THE GREAT GOSPEL OF JOHN – Volume 2, Chapter 9
Revealed by the Lord thru the Inner Word to Jakob Lorber

The Lord says:

1. Say I: ‘So pay attention, because it matters to Me that you go home seeing!

2. Behold, two people are living in a house. One is satisfied with everything that he, with the sweat of his brow, draws from the soil with God‘s blessing. Happy and serene, he enjoys the meagre yield of his hard work, and it is his greatest joy to share his laboriously gained supplies with his even poorer brothers. When a hungry one comes to him, feeding the visitor gives him great joy. He never asks him about the cause of his poverty with a vexed heart, and does not forbid him to return, should he be hungry again.

3. He does not grumble at the order of earthly governments, and when he has to pay taxes, he always says what Job said: ‘Lord, You gave it to me, it is all Yours! What You have given, You can take away again at any time. Your sole, holy will be done.’

4. In short, nothing can disturb this man in his serenity, as well as in his love and trust in God, and hence, in his love for his earthly brothers. Anger, envy, strife, hatred and pride are alien notions to him.

5. His brother, however, is the most discontented person. He does not believe in a God and says: ‘God is an empty concept, by which people denote the top grade of earthly heroes. Only a, incredibly stupid person can be happy in poverty, just like the animals that have no reason or intelligence are happy as long as they are barely provided for with what their dumb and dull instinct demands. A human, however, who, with his intellect, has raised himself high above the animal, can no longer be satisfied with the low fare of pigs, he must not burrow in the earth with his own hands, which are destined for something better – this befits only animals and slaves – but one must reach for the sword, strive to become a mighty general and, through triumphal arches, enter the great cities of the world that one has conquered. The ground must tremble under the hoofs of the stallion, which, decorated with gold and gemstones, proudly carries the mighy general of the troops.

6. A man with such a disposition then deplores his scanty existence, in his heart he curses poverty and thinks of ways and means by which to acquire great treasures and riches, in order to realise his tyrannical ideas with their help.

7. He has only contempt for his contented brother and loathes every man that is poorer than him. He shows not a single trace of mercy, which he regards as a ridiculous attribute of cowardly slaves and apes of society. Only generosity befits man – but that as rarely as possible. When a poor one comes to him, he hurls abuse at him and utters: ‘Leave me be, you lazy beast, you ravenous monster with the ragged larva of a man! Work, you animal, if you want something to eat! Go to that miserable brother of my body, but never of my sublime spirit. He, being a common beast of burden himself, works for the likes of him and is as merciful as an ape of society. I am simply generous, and as such I shall spare you and your miserable life this time.’

8. Behold, these two brothers, children of one father and one mother, live together in one house. The first is an angel, the second is an almost complete devil. To the first, the scantiest of huts is heaven, to the second, the very same hut is utter hell, full of bitter torment. Do you now see how heaven and hell can reside beside one another in one spot?

9. But of course you will be thinking, ‘So what? Let the domineering one ascend to the throne, and he shall be quite capable of protecting the people and vanquishing his enemies!’ O yes, this could be the case indeed! But where is the yardstick that shall prescribe to him the extent to which he can go along with his dictatorial plans? What will he do with the people that won’t bow down to him? Behold, these he will have tortured in the most excruciating manner, and a human life will be to no more him than a trodden blade of grass! But what is such a person? Behold, that is a Satan!

10. Indeed, there have to be rulers as well as generals, but understand this – they must be chosen for this calling by God, on top of being descendants of long-anointed kings. These are then called; but woe to the one who would leave his modest hut, hurrying to wrest the ruling sceptre for himself by all means necessary! Verily, for him it would be better to have never been born!

11. I shall give you another illustration of God‘s Kingdom of Heaven: It is exactly like good soil, in which the most noble grapes grow and ripen next to briers and thistles, and yet they both grow in one and the same good soil. The difference lies solely in the application. The grapevine converts it to something good, the briers and thistles however to something bad, useless and not enjoyable for any human.

12. In the same manner, heaven flows into the devil as it does into God‘s angels; but each of them makes different use of it.

13. As such, heaven is like a fruit tree, which bears good and sweet fruit. Various people tread below its richly blessed branches, and they want to enjoy such fruit. Some of them are rather sober and gratefully enjoy only as much as is good for them. Others, however, who like the taste of the fruit, won’t leave anything upon the tree, they eat it all out of envy until the last apple has been consumed, so that nothing will be left for the frugal later on. But they fall ill and must die, while the frugal ones feel strengthened through the moderate consumption of the fruit. And yet both parties had eaten from the same tree.

14. Thus, heaven is like a good wine; it invigorates the moderate, but devastates and kills the immoderate, and so, one and the same wine becomes heaven for one person, and utter hell for the other, and yet it is drawn from one and the same hose.

15. Tell Me, friend, if you now comprehend what heaven and hell truly are?’

Wo sind Himmel & Hölle?… Ehepaar im Jenseits – Where are Heaven & Hell?… Married Couple in the Beyond

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Wo sind Himmel und Hölle… Ein Ehepaar im Jenseits

Geistige Sonne Band 1 – Kapitel 35-39

Mitteilungen Jesu Christi über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits. Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Jesus offenbart durch Jakob Lorber in Die geistige Sonne

Ein Ehepaar im Jenseits

Band 1, Kapitel 35

1. Sehet, nicht ferne von uns werdet ihr ein Paar menschliche Wesen erschauen. Es sind ein Mann und ein Weib, und das gerade in einer solchen Situation, die wir zu unserem Zwecke recht gut verwenden können. Also gehen wir nur schnell darauf zu, damit wir sie gleich einholen. – Ihr fraget, wie das Verhältnis beschaffen sei zwischen diesen beiden. – Ich sage euch: Für unseren Zweck könnte es nicht besser beschaffen sein als es ist. Es ist ein Verhältnis, wo das Weib nur sechs Jahre vor dem Manne gestorben ist. Der Mann hat viel getrauert um sie, hat aber im Verlaufe von ein paar Jahren sich so recht der Religion in die Arme geworfen, und so treu gelebt seiner Erkenntnis zufolge. Nun aber ist auch er von der Erde abberufen worden und kam vor kurzer Zeit erst hier an. – Diese Einleitung ist vorderhand hinreichend; das Nähere sollet ihr im Geiste praktisch erfahren.

2. Da wir bei dieser Gelegenheit, wie ihr sehet, auch glücklich unser Pärchen eingeholt haben, so braucht ihr nichts als auf das Zwiegespräch, welches soeben beginnen wird, acht zu haben und ihr werdet daraus alles Notwendige entnehmen können. Nun höret! Sie beginnt soeben eine Frage an ihren Mann zu stellen und spricht:

3. Mich freut es ausserordentlich, dich nach längerer Zeit endlich einmal wieder zu erschauen, und glaube auch, dass uns hinfort kein Tod mehr trennen wird. Aber nun sage mir nur auch, soviel du mir sagen kannst, ob meine letzte Willensanordnung genau befolgt worden ist. Denn solches liegt mir ausserordentlich am Herzen.

4. Der Mann spricht: Mein über alles geliebtes Weib! Damit du ersehest, wie pünktlich deine letzte Willensanordnung beachtet ward, so sage ich dir nur so viel, dass ich selbst in meiner letzten Willensanordnung nichts anderes tat als das nur, dass ich deine Willensanordnung wieder von neuem bestätigte und somit in meiner letzten Willensanordnung mich genau an die deinige hielt bis auf einige unbedeutende Legate. Sonst aber ist unser gesamtes, von mir noch um mehrere Tausende vermehrtes Vermögen unseren Kindern eingeantwortet. Bist du damit zufrieden?

5. Das Weib spricht: Mein stets geliebter Gemahl, bis auf die Legate ganz vollkommen! Sage mir daher: wieviel möchten diese betragen? Und wem sind sie vermacht worden? – Mein geliebtes Weib, spricht er, die gesamten Legate betragen nicht mehr als zweitausend Gulden, und diese sind in fünf Teile geteilt, und bis auf eins habe ich diese Legate vieren deiner Anverwandten vermacht; nur einen Teil musste ich ehrenhalber der Armenkasse vermachen. Ich hätte auch solches nicht getan, so du nicht manchmal bei deinen Lebzeiten schon dich geäussert hättest, solcher deiner Anverwandten zu gedenken. Was aber die Armen betrifft, da weisst du ja ohnehin, dass man schon fürs erste der Welt wegen etwas tun muss, und dann aber auch um Gottes Willen etwas, da man doch ein Christ und kein Heide ist. Übrigens macht dieser Bettel von zweitausend Gulden gegen unser hinterlassenes grosses Vermögen ja ohnedies nichts aus; denn wie ich es am Ende berechnet habe, bekommt jedes unserer hinterlassenen sieben Kinder eine runde Summe von einmalhundertfünfzigtausend Gulden. Dazu sind alle Kinder gehörig wirtschaftlich erzogen, und so kannst du also ganz ruhig sein über dein hinterlassenes Vermögen, wie ich es bin, und kannst nun an meiner Seite dich samt mir um ein anderes Vermögen umsehen, welches uns hier wenigstens in eine entsprechend glückliche Lage bringen kann, in welcher wir so bestehen möchten, wie wir zum wenigsten auf der Erde bestanden sind.

6. Sie spricht: Ich will damit wohl zufrieden sein, wenn nur die Kinder versorgt sind. Freilich, wohl hätte mit den zweitausend Gulden ein jedes Kind gleich ein kleines Geld in den Händen gehabt und hätte mit demselben vorderhand einen Anfang machen können, um nicht gleich die Interessen des Hauptkapitals angreifen zu müssen. Doch da es nun einmal also ist und wir an der Sache nichts mehr ändern können, so muss ich mich ja gleichwohl zufriedenstellen.

7. Was du aber sagst von einem anderen, hier brauchbaren Kapitale, da bitte ich dich als deine dich stets treu liebende Gattin, dass du dich in dieser Beziehung ja aller albernen Gedanken entschlägst; denn sechs Jahre sind bereits verflossen, dass ich unter grosser Angst und Bekümmernis in dieser finstersten und allerödesten Wüste herumirre, und alles, was ich hier, durch die entsetzlichste Hungersnot getrieben, Essbares finden konnte, ist eine Art Moos. Nicht selten ist auch wie ganz dürres Gras hier und da zu finden, mit welchem man sich am Ende den Magen anstopfen kann. Wärest du nicht gerade auf diesem Punkte zufälligerweise, von der Welt noch etwas schimmernd, angekommen, so hätten wir uns wohl in alle Ewigkeit schwerlich je getroffen.

8. Er spricht: Aber mein geliebtes Weib, hast du denn gar keine Ahnung, aus welchem Grunde du an diesen finstern Ort gekommen bist? – Ich meine, dass dich denn doch dein zu weltlicher Sinn hierhergebracht hat. Du warst wohl eine sehr sparsame und in allen unseren weltlichen Verhältnissen sehr ehrsame Frau und warst sonst auch ein überaus gescheites Weib; nur die Lehren des wahren Christentums waren dir nicht selten ein Dorn im Auge. Du hattest dich manchmal eben nicht zu vorteilhaft darüber ausgesprochen und hieltest dich mehr an die Weltklugheit und Weltphilosophie. Ich habe es dir aber oft gesagt, mein liebes Weib, wenn es jenseits ein Leben gibt, so glaube ich, wird man im selben mit aller Weltklugheit nicht auslangen; daher wäre es besser, sich an das Wort Gottes zu halten! Denn das Zeitliche währet nur kurz; so es aber ein Ewiges gibt, da werden wir mit unserer zeitlichen Klugheit, wie gesagt, gar übel fortkommen. Sieh, mein geliebtes Weib, das sind buchstäblich die Worte, welche ich gar oft zu dir im Vertrauen geredet habe, und wie ich mich jetzt zu meinem grössten und bedauernswürdigsten Erstaunen überzeuge, ist es leider nur zu gewiss auf meine Worte gekommen. Daher meine ich nun, mein geliebtes Weib, dass es für uns die allerdringendste und allerletzte Zeit, wenn man sich hier so aussprechen kann, ist, dass wir uns aller weltlichen Rückgedanken gänzlich entschlagen und uns um Gnade und Erbarmen an unsern Herrn Jesus Christus wenden. Denn wenn uns Der nicht hilft, so sind wir für ewig verloren, da ich solches in mir ganz gewiss weiss und empfinde, dass es ausser Christum in der ganzen Unendlichkeit für uns keinen Gott und keinen Helfer mehr gibt. Hilft uns Der, so ist uns geholfen; hilft uns der aber nicht, so sind wir für ewig rettungslos verloren! Jetzt wünschte ich, dass ich unser gesamtes Vermögen den Bettlern vermacht hätte, und dass dafür unsere Kinder zu Bettlern geworden wären; das hätte uns sicher hier mehr Segen gebracht als alle unsere weltkluge Sorge für die weltliche Versorgung unserer Kinder. Daher, mein geliebtes Weib, bleibt uns, wie gesagt, nun nichts mehr übrig, da wir unsere weltliche Torheit nicht mehr zu ändern vermögen, als dass wir uns allerernstlichst mit Ausschluss aller anderen Gedanken und Wünsche allein zu Christum hinwenden, damit Er unserer grossen Torheit möchte gnädig und barmherzig sein und eben diese Torheit durch Seine unendliche Gnade und Erbarmung an unsern Kindern gutmachen!

9. Das Weib spricht: Ich habe es mir ja immer gedacht, dass du deine religiös schwärmende Torheit auch auf diese Welt mitbringen wirst; was haben denn ich und du je Arges auf der Welt getan? Waren wir nicht allezeit gerecht gegen jedermann? Sind wir je jemandem etwas schuldig geblieben, oder haben wir je einem Dienstboten das Bedungene nicht gegeben? Wenn es irgendeinen Gott gäbe, oder nach deinem Sinne irgendeinen „Christus“, da wäre es ja doch die höchste Ungerechtigkeit, dass Er Menschen, wie wir sind, also belohnen sollte, wie wir die Belohnung vor uns erblicken. Oder welcher Gott könnte denn wohl einem Menschen nur im geringsten verargen, so er einer „alten Sage“, welche voll Unsinn und voll Lächerlichkeiten ist, keinen Glauben hat schenken können? Denn solches, glaube ich, kann doch ein Blinder begreifen, dass, so einem Gott am menschlichen Geschlechte etwas gelegen wäre, vorausgesetzt, dass es einen Gott gibt, sich der Mensch ja doch nichts Unbilligeres träumen könnte, als dass dieser Gott sich nur einmal persönlich mit aller Wunderkraft ausgerüstet den Menschen genähert habe, und das nur den Menschen eines sehr kleinen Bezirks, während doch die ganze Erde bevölkert war.

10. Sage mir darum, kann es Gott dann unbedingt verlangen, dass diejenigen Menschen und Völker, welche nicht auf demselben Bezirke und besonders nicht gleichzeitig mit ihm gelebt haben, es unbedingt annehmen sollen, dass Er es war, der diese Lehre gestiftet hat? Kann ihnen Gott verargen, wenn Er irgend ist und gerecht ist, dass sie solches nicht tun können? Oder können nicht die Menschen und Völker gegen Gott, so Er irgend ist, auftreten und sagen: Wie willst Du ernten, wo Du nicht gesät hast? Willst Du über uns Gericht halten, so bist Du ein ungerechter Gott; willst Du aber ein gerechtes Gericht halten, da richte diejenigen, die Dich gesehen haben und denen Du gepredigt hast. Uns aber lass ungeschoren, denn wir haben Dich nie gesehen und haben uns von Deiner Wesenheit niemals überzeugen können. Das auf uns überkommene, Dein sein sollende Wort aber kann uns nie zu einem Richter werden, da es ebensogut erdichtet wie wahr sein kann, und noch viel leichter erdichtet als wahr. Solange wir auf der Welt gelebt haben, haben wir nur die alte Natur gesehen, von Dir aber nie eine Spur. Wir sind auf die Welt gekommen als reine Kinder der Naturkräfte. Die Menschen und Weltlehrer haben uns erst verständig gemacht. Durch unser ganzes Leben war von Dir keine Spur zu erspähen. Wie willst Du hernach mit uns rechten, indem Du uns nimmer einen Beweis zum Zeugnisse Deines Daseins und Deiner Wesenheit geben wolltest?

11. Siehe, mein lieber Mann, das ist doch so klar wie auf der Welt die Sonne am hellen Mittage. Du siehst solches nur noch nicht ein, weil du noch viel zu kurze Zeit hier bist. Wenn du aber so lange hier sein wirst wie ich, da wird dir solches selbst in dieser dichtesten Finsternis vollkommen klar werden. Zum Beweise meiner Liebe und Treue zu dir sage ich noch hinzu, dass du allhier an meiner, deiner dich stets über alles liebenden Gattin Seite, so lange und so stark, als du nur immer willst, deinen sein sollenden Gott-Christus anrufen kannst, und ich stehe dir mit meiner Liebe und Treue gut, dass du nach mehrjährigem Rufen sicher zu der klaren Einsicht kommen wirst, dass ich, dein dich allzeit treu liebendes Weib, in meinem natürlichen Verstande heller sehe denn du mit all deiner sein sollenden Gottesgelehrtheit.

12. Siehe, ein altes Sprichwort hat von der Bibel ausgesagt: O Bibel, o Bibel! du bist den Menschen ein Übel! Und sieh, das Sprichwort hat recht. Besässen die Menschen auf der Erde so viel Herz und Mut, diesen alten jüdischen Unsinn bei Butz und Stengel auszumerzen und an seine Stelle die reine menschliche Vernunft zu setzen, so wäre die Welt in aller Kultur schon um viele hundert Jahre voraus. So aber muss noch immer, wer weiss aus was für Rücksichten, dieser alte Unsinn beibehalten werden, durch welchen nicht selten den allerbiedersten und rechtschaffensten Menschen die Hände zu einem feineren Wirken gebunden werden. Was ist die Folge? Denke in deiner sonstigen Klugheit nach; wo gibt es die grösste Anzahl liederlicher, schlechter und armer Menschen? Sicher nirgend anderswo als gerade nur da, wo die Bibel und besonders die neue christliche Lehre oberhauptlich zu Hause ist. Gehe nach Rom, gehe nach Spanien, gehe nach England, und du wirst meine Aussage bestätigt finden.

13. Die Menschen verlassen sich auf einen Gott, fangen an, in der guten Hoffnung auf Seine Hilfe zu faulenzen. Die Hilfe aber kommt nicht, so ist die natürliche Folge, dass dergleichen Menschen verarmen, und wenn sie schon nicht gerade durch die Bank zu schlechten Kerlen werden, so fallen sie aber doch den fleissigen und betriebsamen Menschen am Ende zur Last. Man schreit allenthalben und sagt: Gott ist allgütig, höchst liebevoll und überaus barmherzig, liesse aber dabei doch sicher einen jeden Bettler verhungern, wenn dieser nicht von seinen arbeitsamen Nebenmenschen versorgt würde.

14. O sieh, mein lieber Gemahl, auf Rechnung ehrlich gesinnter, arbeitsamer und daher wohlhabender Menschen hat das müssige Pfaffentum leicht von einem allgütigen und barmherzigen Gott zu predigen. Streichen wir aber diese Menschen weg, so werden wir gar bald sehen, welch ein trauriges Ende solche Predigten nehmen werden. Wüssten diese schwarzen oder weissen Schreier auf der Welt, welch eine Bewandtnis es mit dem jenseitigen Leben hat, so würden sie sicher anders predigen, oder sie würden statt der leeren Predigten den erträglichen Pflug ergreifen. Es mag ja einen Gott geben als die Grundkraft, welche das ganze Universum leitet; aber sicher gibt es keinen Gott, wie ihn die jüdische Bibel lehrt.

15. Er spricht: O mein geliebtes Weib, du bist auf einem ganz entsetzlichen Irrwege in deinen Gedanken; denn ich habe gerade also in berühmten gottesgelehrten Schriftstellern gelesen, dass rein höllische Geister eine dir ganz gleiche Sprache führen. Ich kann dir versichern, solches ist auch der vollgültige Grund, dass du dich hier in dieser ewigen Nacht befindest. Wahrlich wahr, mir wird ganz entsetzlich angst und bange um dich! Denn mit solchen Grundsätzen sehe ich dich unwiederbringlich für ewig verloren. Wenn du durchaus keine anderen Grundsätze in dir aufnehmen willst, so fühle ich mich notwendig gedrungen, dich für allezeit zu verlassen.

16. Sie spricht: Solches wärest du imstande, mir, deinem getreuen, dich ewig liebenden Weibe zu tun? Ich sage dir, dass ich solches nicht vermöchte, und wenn du wirklich in die Hölle solltest verdammt sein! Ich möchte dich im Feuer nicht verlassen, und du willst mich wegen einer vernünftigen Rede verlassen? Es steht auch dir frei, mir deine Ansichten vernünftig darzustellen, nur ein Unsinn darf es nicht sein; denn in diesem Falle liebe ich dich zu sehr, als dass ich dich auf Irrwege sollte geraten lassen. Folge mir aber, ich will dich auf einen andern Ort führen, allda wir uns besser befinden werden als hier und du in einer grösseren Gesellschaft erst füglich erfahren wirst, wie man hier daran ist.

17. Er spricht: Mein geliebtes Weib! Ich will dich ja nicht verlassen, denn dazu habe ich dich zu lieb, und will dir darum auch folgen, dahin du mich führen willst, weil ich sehe, dass du bei all deiner Unkenntnis in der wahren Religion dennoch stets gleichen redlichen Herzens bist. Und du bist noch immer mein gutes Weib, gegen das ich sonst nichts einzuwenden habe, als dass es nicht meiner Ansicht werden kann. Wenn du hernach irgendeine bessere Stelle dieses Reiches aller Finsternis kennst, so führe mich nur hin, und wir wollen sehen, was sich da alles wird machen lassen. Sehet, sie ergreift seinen Arm und führt ihn weiter. Wir aber wollen diesem interessanten Paare folgen, um fernere Zeugen des Erfolges solch eines Verhältnisses zu sein. Sie gehen; also gehen auch wir ihnen nach!

Kapitel 36 – Das Ehepaar und ein Lügengeist

1. Ihr müsset euch nichts daraus machen, wenn eure Augen diesmal auf eine etwas stärkere Probe gestellt werden, denn der Weg zieht sich mehr gegen Norden, und da wird es immer finsterer; dessen ungeachtet werden wir für uns immer noch so viel Licht haben, dass uns bei dieser Gelegenheit nichts entgehen soll.

2. Vernehmet ihr noch nichts aus einer Ferne? Ihr saget: Wir vernehmen wohl etwas; aber es ist ganz verschieden von einer menschlichen Stimme, es artet sich mehr so, als vernähme man von einer ziemlichen Ferne das Gerassel vieler Wagen, auch tönt es mitunter wie das Toben eines fernen grossen Wasserfalles. Ihr fraget, was solches zu bedeuten habe. – Verfolgen wir nur unser Paar, und wir werden der Sache bald näher auf die Spur kommen.

3. Könnt ihr dort noch nicht etwas dumpf Rötliches ausnehmen, einen Schimmer, ähnlich einem Stück matt glühenden Eisens? Dorthin wendet eure Blicke, denn dort wird uns ein Hauptspektakel erwarten.

4. Sehet, es kommt uns immer näher und näher, und das sonderbare Donnergerassel artet immer mehr in naturmässige rauhe Menschenstimmen aus. Jetzt aber bleiben wir stehen, denn die Masse bewegt sich geradewegs hierher, und wie ihr sehet, hat auch unsere sich überaus liebende Avantgarde eine stillstehende Position eingenommen.

5. Sehet, wie er voll ängstlicher Erwartung der Dinge ist, die sich daherziehen, und will aus grosser Angst und Furcht eine rückgängige Bewegung machen. Sie aber ergreift seinen Arm und bittet ihn um alles, was ihrem Herzen teuer ist, dass er nur diesmal sie erhören und bleiben solle; denn das sei ja eben das von ihr ihm vorhergesagte Glück, das er kennenlernen und sich dann überzeugen solle, inwieweit sie recht oder unrecht hatte.

6. Er fragt sie, was denn das ist, das sich, ihm also schauerlich vorkommend, ihnen nahe? Und sie spricht zu ihm: Was es ist, was es ist?! Lauter tief denkende Menschen sind es, was du bald mit deinen eigenen Augen klar erschauen und mit deinen eigenen Ohren deutlich vernehmen wirst.

7. Und nun sehet, er stellt sich zufrieden und erwartet die herannahende tiefdenkende Truppe. Sehet, die ziemlich bedeutende Gesellschaft ist schon nahe da. Unser Paar geht ihr höflichkeitshalber entgegen. Auch wir müssen, wenn schon nicht aus Höflichkeit, so doch aus einem anderen Zwecke eine gleiche Bewegung machen.

8. Sehet, jetzt sind sie beisammen und empfangen sich gegenseitig mit der ausgezeichnetsten Höflichkeit. Also rücken auch wir ein wenig näher, damit uns nichts entgeht.

9. Wie ihr sehet, so naht sich aus der Mitte der Gesellschaft eine hagere und abgezehrte männliche Gestalt unserem Paare. Das Weib empfängt dieselbe mit ausnehmender Zärtlichkeit und grossem Wohlwollen. Auch der Mann des Weibes verbeugt sich tief vor dieser männlichen Gestalt.

10. Die männliche Gestalt spricht: Meine hochschätzbarste Dame! Es gewährt mir ein ausserordentliches Vergnügen, dass mir wieder das schöne Glück zuteil geworden ist, Sie die unsrige nennen zu können; denn Ihr Verstand und Ihr sonstiges überaus vorteilhaftes Benehmen macht unserer Gesellschaft eine sehr grosse Ehre und fürwahr die schönste Zierde. Nun, meine liebe Dame, haben Sie etwas auf Ihrem allerzärtlichsten Herzen, so wird es mir zur grössten Glückseligkeit gereichen, wenn Sie mich mit einem so süssen Anliegen wollen vertraut machen.

11. Sie spricht: Mein allerhochgeschätztester und über alles hochzuverehrender Freund! Sehen Sie, der Mann hier an meiner Seite ist mein zärtlichst geliebter irdischer Gemahl. Dieser hat sich auf der Erde in allen seinen Handlungen überaus gerecht, ausgezeichnet und vorteilhaft benommen, so dass ich in allem Ernste bekennen muss, unsere Ehe war eine der glücklichsten. Denn was kann wohl ein Weib sich für eine glücklichere Ehe wünschen, als so sie einen Mann hat, der den Wünschen des weiblichen Herzens nachzukommen versteht. In diesem Punkte hätte ich bis auf kleine Unbedeutendheiten fürwahr nichts einzuwenden.

12. Jetzt aber kommt ein Hauptpunkt, in welchem wir uns nie haben vereinen können, welcher darum auch ein stetiger kleiner Anstoss zwischen uns beiden war. Und so will ich Ihnen denn diesen Anstoss so gründlich, als es einem Weibe nur immer möglich ist, darstellen, und Sie, mein allerhochverehrtester Freund, werden dann allerwohlgefälligst die Güte haben, meinem Manne darüber ein paar Wörtlein zuzuflüstern, welche ihn sicher vom Grunde aus heilen werden.

13. Die Gestalt spricht: Oh, ich bitte, bitte, meine allerschätzenswerteste Dame sind viel zu gütig! Ich gebe Ihnen die Versicherung, dass es mir zur grössten Ehre und zu einer ganz besonderen Glückseligkeit gereichen wird, wenn ich mir werde sagen können, einer so holdseligen Dame mit meiner Wenigkeit gedient zu haben! Ich bitte daher, mich mit diesem Punkte ihres Herzens vertraut zu machen. Sie spricht: Ach, mein allerschätzbarster Freund, Sie sind gar zu gütig und bescheiden; und eben diese Ihre grosse Güte und Bescheidenheit flössen meinem Herzen Mut ein, vor Ihnen nichts im Hinterhalte zu behalten, und so wollen Sie mich allergütigst vernehmen!

14. Sehen Sie, was da diesen fatalen Punkt betrifft, so besteht dieser in nichts anderem, als dass, gerade herausgesagt, mein sonst braver, guter und liebenswürdigster Mann ein Bibelianer und somit auch ein Christianer ist. Der Grund aber, dass er sich dieser lächerlichen Sekte in die Arme geworfen hat, liegt darin, weil er von armer Herkunft ist. In Rücksicht dessen wurde ihm, wie es allgemein bei der armen Klasse der Fall ist, schon in der Wiege diese alte Bettelphilosophie eingelullt. Wie schwer es aber hernach ist, solch einen von den Kinderammen eingesogenen und somit eingefleischten Unsinn hinauszubringen, wissen Sie, allergeehrtester Freund, sicher besser als ich. Mit dieser Bettelphilosophie ist dieser mein sonst überaus schätzenswertester Mann nun auch hier angelangt im Reiche der urwaltenden Naturkräfte, wie sie es uns schon zu öfteren Malen zu erklären die Güte hatten. Solches aber geht ihm durchaus nicht ein. Er hängt noch nagelfest an seinem Christus und will sich sogar von mir losreissen, um diesen sicher nirgends vorhandenen Christus aufzusuchen. Nun, mein gelehrtester und hochverehrtester Freund, habe ich Ihnen in aller Kürze mein Anliegen und meine Not dargetan und bitte Sie darum, sich meines in dieser Hinsicht armen Mannes allergütigst anzunehmen!

15. Die Gestalt spricht: Oh, wenn es nichts anderes ist, mit dem werden wir hier im Reiche der allernacktesten Wahrheit wohl bald, und zwar leicht, fertig werden. – Hier wendet sich die Gestalt zum Manne, bietet ihm freundlich die Hand und spricht zu ihm: Aber lieber Freund, soll das wohl Ihr Ernst sein, worüber sich gerade Ihre liebenswürdigste Gattin bei mir beschwert hat? –

16. Der Mann spricht: Mein schätzbarster Freund, ich muss es Ihnen offen gestehen: so überaus lieb, wert und teuer mir sonst meine Gemahlin ist, so glaube ich doch fest, dass wir in diesem Punkte nie einig werden. Denn gehe es, wie es wolle, so habe ich in mir den festen Entschluss gefasst, bei meinem Glauben an Christus ewig zu verbleiben! Und ich bin überzeugt, dass mir dieser Name allzeit einen grossen Trost bereitet hat und auch stets mein unfehlbar glücklichster Leitstern war. Bin ich je auf Abwege geraten, so gewiss nur dadurch, dass ich nicht fest an Christus gehalten habe. Habe ich mich aber wieder an Christus gewendet, so war mir nicht selten wieder wie durch einen allmächtigen Zauberschlag geholfen!

17. Sie als denkender und weiser Mann werden demnach selbst einsehen, dass es von meiner Seite höchst unbillig wäre, mich von solch einem Wohltäter besonders jetzt zu entfernen, da ich, wie es mir vorkommt, Seiner am allernötigsten habe. Daher, mein schätzbarster Freund, geben Sie sich in dieser Hinsicht mit mir gar keine Mühe; denn ich gebe Ihnen die alleroffenherzigste Versicherung, dass Sie mit mir nichts ausrichten werden. Ich war lange genug ein törichter Sklave der Reize meines Weibes; ich habe sie nach ihrem Dahinscheiden in Christo, meinem Herrn, entbehren gelernt und hoffe, dass sie mich hier nicht mehr anfechten werden, und das um so sicherer, da ich durch den Tod des Leibes aufgehört habe, diesem meinem ehemaligen Weibe ein ehepflichtiger Gemahl zu sein. Will sie mir aber folgen, so soll sie mir auch allzeit wert und teuer sein; aber meinen Christus um sie eintauschen, das tue ich nimmer, und zöge sie mich auch mit aller Gewalt in den Mittelpunkt irgendeiner Hölle! Ist sie mit dem zufrieden, dass ich wenigstens mit meinem Christus ungehindert um sie sein kann, so will ich meine alte Liebe mit ihr nicht brechen; ist sie aber damit nicht zufrieden, so habe ich hiermit das letzte Wort in ihrer Gegenwart gesprochen.

18. Die Gestalt spricht zum Manne: Lieber Freund, ich habe Sie von Anfang bis zu Ende geduldig angehört und kann Ihnen über Ihre Äusserung nichts anderes als in allem Ernste mein lebendigstes Bedauern entgegenstellen. Damit Sie jedoch wissen, mit wem Sie es zu tun haben (hier nimmt diese Gestalt zu einer Lüge ihre Zuflucht), so sollen Sie wissen, dass ich der grosse Lehrer Melanchthon bin, von dem Sie auf der Erde sicher etwas vernommen haben. Der Mann spricht: O ja; aber was wollen Sie damit sagen? Die Gestalt spricht: Mein schätzbarster Freund, nichts anderes, als dass ich sicher besser weiss, was Christus ist als Sie; denn ich habe mit ganz sonderlich grossem Fleisse in dem sogenannten christlichen Weinberge gearbeitet bis zur letzten Stunde meines irdischen Seins und wäre fürwahr, wenn es sich darum gehandelt hätte, für Christus auch in den Tod gegangen. Ich habe nicht nur die römische, sondern die reinere Lehre Luthers von allen Schlacken gereinigt; ich lebte buchstäblich nach dem Sinne dieser Lehre, und was war der Erfolg? Ich brauche Ihnen, mein schätzbarster Freund, solchen nicht mit vielen Worten zu erörtern, denn ein Blick von Ihnen, an meine ganze Wesenheit gerichtet, wird Ihnen den Erfolg meines gewisserart quintessentiellen Christentums zeigen. Mehr brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Lassen Sie es somit auf das alte „Experientia docet“ ankommen, und ich bin überzeugt, wir werden uns im Verlaufe von hundert Jahren ganz also, wie wir uns jetzt gegenüberstehen, wenn es gut geht, wieder treffen. Sie, mein Freund, sind hier noch ein vollkommener Neuling und wissen nicht, wie es sich lebt in dem Reiche der Zentral-Grundkräfte. Wenn Sie aber einige Jahrzehnte von dieser ewigen Nacht herumgehetzt und sich dabei gehörig aushungern werden, so werden sicher auch solidere und gründlichere Erkenntnisse in Ihrem, aller weltlichen Torheit flott gewordenen Kopfe bessern Raum finden denn jetzt.

19. Der Mann spricht zur Gestalt: Schätzbarster Freund! Wenn Sie in dieser Hinsicht so wohlgegründete Kenntnisse besitzen, so lassen Sie mich dieselben vernehmen. Ich will ja gerade nicht abgeneigt sein, Sie anzuhören und werde dessen ungeachtet von dem meinigen nichts vergeben, so mir das Ihrige nicht überzeugend konveniert.

20. Die Gestalt spricht: Gut, mein Freund, ich will Sie pro primo nur darauf aufmerksam machen, welche eigentlichen Früchte das Christentum auf der Erde getragen hat. Die Römer waren ein grosses Volk, solange sie bei ihrer göttlichen Vernunftlehre geblieben sind. Alle ihre Werke waren gross und voll weiser Bedeutung; ihre Rechtsgrundsätze sind noch bis jetzt die Grundfesten aller staats- und völkerrechtlichen Gesetze. Als sich aber das Christentum eingeschlichen hatte, da hat sich auch der Tod für das grosse römische Volk eingeschlichen. Und so sitzen jetzt an der Stelle, wo einst das grösste und heldenmütigste Volk residierte, faule, müssige Pfaffen, eine Anzahl lumpigsten Gesindels, und mit dem Rosenkranze in der Hand geht eine Unzahl Diebe und Räuber lauernd auf die Wege, und kein Wanderer ist seines Lebens sicher. Sehen Sie, das ist eine Frucht aus dem Garten des Christentums. Reisen Sie in das herrliche Spanien; betrachten Sie diese Nation aus der alten Zeit, und gehen Sie dann in das christliche Mittelalter über, so wird es Ihren Blicken nicht entgehen, wie aus lauter christlichem Segen Tausende und Tausende bluten, und Tausende und Tausende über lodernden Scheiterhaufen, zur Asche verbrannt, ihr Leben nicht aushauchen, sondern ausverzweifeln! Sehen Sie die rührende Einführung des Christentums unter Karl dem Grossen, wie er mit diesem Segen Tausende und Tausende über die scharfe Klinge hat springen lassen. Reisen Sie von da weg nach Amerika, schlagen Sie die Geschichte auf, und sie wird Ihnen die kläglichsten und jämmerlichsten Beispiele in einer Unzahl aufführen, wie allda die christlichen Segensfrüchte ausgesehen haben. Von da kehren Sie in meine Zeit und betrachten Sie die segensvollen Greuel des dreissigjährigen Religionskrieges, und ich bin überzeugt, Sie dürfen die Urgeschichte aller Völker mit kritischen Augen durchgehen, und ich verpflichte mich, Sie ewig auf meinen Armen herumzutragen, wenn Sie imstande sind, mir ähnliche Greuelszenen ausfindig zu machen.

21. Ich will Sie auf die vielfachen anderortigen und anderzeitlichen Segnungen des Christentums nicht weiter aufmerksam machen, sondern zeige Ihnen dafür nur den Zustand der jetztzeitigen, des Christentums noch ledigen Völker, als da z.B. sind die beinahe ewig friedlichen Chinesen und noch andere bedeutende Völkerschaften in Asien, wie auch die noch unentdeckter Inseln. Sie müssten mehr als dreifach blind sein, wenn Sie hier nicht auf den ersten Blick den Unterschied zwischen dem Christentum und der wahren Weisheit noch alter, erfahrener, friedlicher Völker erschauen möchten. Doch sage ich Ihnen, alle diese grossen, unvorteilhaften Mängel des Christianismus oder vielmehr Neujudäismus liessen sich dadurch bemänteln, so jemand sagen möchte: Diese geschichtlichen Tatsachen sind wohl alle wahr; nur hat sie Christus nie gelehrt, und so kann er auch unmöglich die Schuld dessen tragen, was alles Unheilvolles die Verbreitung Seiner Lehre mit sich gebracht hat; denn Seine Lehre war ja rein und überaus menschenfreundlich. Lieber Freund, das lässt sich alles recht gut anhören, und ich selbst war zeit meines ganzen Lebens auf der Erde darum ein eifrigster Verteidiger des Christentums. Aber erst hier ersah ich das eigentliche Völkergift in dieser Lehre, und dieses ist die offenbare Hinweisung zur Trägheit und zum Nichtstun. Der Mensch, der ohnehin einen angeborenen Trieb zur Faulheit hat, findet in dieser Lehre den besten Verteidiger für seinen Trieb, da er offenbar dahin angewiesen ist, nichts zu tun ausser ein gewisses geistiges Reich zu suchen, und die gebratenen Vögel werden ihm schon ohnehin in den Mund fliegen. Sehen Sie, nach nicht gar zu langer Zeit haben sich mehrere weise Männer nur zu bald überzeugt, dass es mit den gebratenen Vögeln ein gewaltiges Nihil hat; daher ergriffen sie andere Mittel, nämlich das alte Schwert, beliessen das einmal christianisierte Volk in seiner Blindheit, und verschafften sich dann die gebratenen Vögel eben mit dem Schwerte in der Hand. Mein Freund, betrachten Sie, wie Sie wollen, diesen Erfolg, und Sie werden unmöglich etwas anderes herausbringen, und zwar unbeachtet all der höheren, geistigeren Erfahrungen, die man hier im geläuterten Zustande wie ich im Verlaufe von mehreren hundert Jahren über das Christentum macht. Mein schätzbarster Freund! Ich habe für diesmal ausgeredet, und Sie können tun, was Sie wollen. Seien Sie übrigens meiner steten Achtung und Freundschaft versichert, und mir wird es ein grosses Vergnügen sein, wenn wir uns etwa nach einigen Jahrhunderten wieder treffen werden. – Sehet, der andere empfiehlt sich dem Manne und zieht mit seiner ganzen Gesellschaft wieder weiter, unser Paar allein dastehenlassend. Über den Effekt dieser „herrlichen Rede“ und überaus menschenfreundlichen Belehrung wollen wir erst fürs nächste Mal weitere Erfahrungen machen. (Und somit gut für heute!)

Kapitel 37 – Des Mannes Schwäche. – Zug des Weibes zur Hölle.

1. Sehet, die Gesellschaft hat sich schon ganz verloren; aber unser Pärchen steht noch, nachsinnend, auf dem alten Platze. Sie fragt ihn soeben, sagend: Nun, mein vielgeliebter Gemahl, was sagst du jetzt dazu? – Er, sich ein wenig besinnend, spricht: Mein vielgeliebtes Weib, da ist auf keinen Fall viel zu sagen; entweder hat dieser Redner recht, so ist es dann ja entschieden, und es braucht da niemand mehr etwas darüber zu sprechen, – hat er aber unrecht, so bleibt es bei meinem Grundsatze, da ist also auch nicht viel zu sprechen. Ob er aber recht oder unrecht hat, das lässt sich so geschwind nicht entscheiden, sondern solches muss erst meine eigene Erfahrung nach längerer Zeit entscheiden.

2. Sie spricht: Aber lieber Mann, hältst du denn mich, dein getreues Weib, und diesen würdigen Mann für einen Lügner, wenn du seinen überzeugenden Worten nicht sogleich vollen Glauben leihen magst? Siehe, Menschen sind nur dort aufgelegt, zu lügen und einander zu täuschen, wo sie durch die Lüge einander Vorteile abjagen können. Sage mir aber, welchen Vorteil sollte denn hier jemandem eine Lüge oder ein Betrug bringen? Denn hier gibt es weder etwas zu gewinnen, noch zu verlieren; nur das ist gewiss, dass eine Gesellschaft bezüglich der Sättigung des Magens allzeit schlechter daran ist, als ein einzelner in dieser endlosen Gegend herumirrender Mensch. Einer findet bald noch so viel geniessbares Moos oder Gras, um sich nötigenfalls damit den Magen zu stopfen, wenn aber mehrere beisammen sind, so geht es ihnen sicher bei einem aufgefundenen Moosplätzchen schlechter denn einem einzelnen.

3. Du sprichst zu mir, was ich dir damit sagen wolle? Mein allergeliebtester Gemahl! Nichts anderes, als das, dass weder ich noch dieser einsichtsvolle Mann dich auf dem vorteilhafteren Wege sicher nicht bereden würden, dass du von deinem alten Bibelglauben weichen sollest; denn wenn ich für mich, wie du für dich, wandle, so gewinnt ja jeder dadurch, weil er sich selbst auf diesem überaus kargen Boden allzeit leichter fortbringt, als so zwei oder mehrere beisammen sind. Wenn wir dich demnach hätten belügen oder betrügen wollen, da hätten wir dich ja offenbar bei deinem Grundsatze belassen, und du wärest als ein Konsument deinem Grundsatze zufolge von uns gewichen. Wir aber haben dich durchaus nicht belügen und betrügen wollen, sondern haben dir die allerreinste Wahrheit gezeigt, von welcher sich auf der Erde freilich kein Sterblicher etwas träumen lässt, und schon am allerwenigsten ein solch Stockbiblianer und Stockchristianer, wie du bist. Was willst denn du dich demnach bedenken? Nehme daher doch Räson an und folge mir, deinem dich ewig liebenden Weibe, wenigstens hier im Reiche der nackten Wahrheit, wo ich nun sechs Jahre Erfahrung dir voraus habe, wenn du mich schon auf der Welt nicht hast hören wollen. Siehe, auf der Welt ist alles voll Betrug, weil ein jeder durch den Betrug etwas gewinnt oder wenigstens etwas zu gewinnen wähnt. Hier aber ist alles Gewinnens ewiges Ende, somit fallen auch alle Lüge und Betrug von selbst hinweg. Glaube es mir, mich fesselt nichts an dich als meine Liebe; diese ist noch der einzige Gewinn, den ich mit dir habe. Wenn aber du stets törichterweise deinen alten, nichtigen Grundsätzen treu verbleibst, so hebt solches auch diesen Gewinn für mich auf. Wir können sonach nur glücklich sein in der vollen Übereinstimmung unserer Erkenntnisse und unseres Gemütes. Lässt sich diese Harmonie nicht herstellen, so muss ich dir offen gestehen, dass ich ohne dich ganz allein herumirrend glücklicher sein werde, denn an deiner hohlen Seite. Mehr zu deinem eigenen Vorteile vermag ich nun nicht hervorzubringen, ausser dass ich dir noch hinzusage: Weil ich dich aufrichtig liebe und allezeit geliebt habe, so habe ich auch hier alles aufgeboten, um dir meine ewig angelobte Liebe und Treue zu beweisen. Du aber, der mich nie geliebt hat, bist bereit, aus Liebe zu deiner Torheit mich allzeit zu verlassen. – Urteile nun, was du tun willst.

4. Sehet, der Mann fängt an, sich hinter den Ohren zu kratzen und spricht nach einer Weile zu seinem Weibe: Mein geliebtes Weib! Siehe, ich habe aus deinen Worten entnommen, dass du mich wirklich liebst. Solches kann ich unmöglich in Abrede stellen; aber nur sehe ich nicht ein, wenn auf dieser finsteren Geisterwelt weder durch die Wahrheit noch durch die Lüge und den Betrug etwas zu gewinnen oder zu verlieren ist, warum du denn somit für nichts und wieder nichts mir eine gewisse Wahrheit aufbürden willst, mit der am Ende ebensowenig zu gewinnen ist als mit meinem von dir und dem anderen gelehrten Manne bewiesenen Irrgrunde. Ich meine darum, wenn deine Liebe zu mir fürwahr also intensiv ist, wie du sie mir soeben darstelltest, so kannst du mir ja ebensogut folgen wie ich dir; – ausser du hast schon irgendetwas Besseres auf deinem Wahrheitswege gefunden, da will ich dir ja folgen, um mich dadurch von der besseren Realität deiner Wahrheit zu überzeugen. Ist aber solches nicht der Fall, so ist es ja einerlei, wohin wir gehen.

5. Ich denke aber immer, wir haben auf der Welt wohl als Namenchristen gelebt, haben auch das Evangelium gelesen, aber im Grunde des Grundes nie darnach gelebt, sondern wir lebten und handelten nach unserer Einsicht und nach unserem Vorteile; aber von einer werktätigen Ausübung der Lehre Christi war weder bei mir und noch viel weniger bei dir je die Rede.

6. Siehe, in der Lehre heisst es: „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!“ – Haben wir solches je getan? Wenn ich mein Herz frage, so sagt es mir jetzt geistig wahr, dass ihm die Liebe zu Gott völlig fremd geblieben ist. Du aber glaubtest nie an einen Gott; somit muss dein Herz von dieser wichtigen Liebe noch lediger sein denn das meinige.

7. Ferner heisst es in dem Worte des Evangeliums: „Wer mit Mir zum Leben eingehen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach!“ Sage mir, mein liebes Weib, wann haben wir solches je getan auf der Welt? Ich habe nie ein Kreuz getragen und du noch viel weniger; unser ganzes Kreuz bestand in nichts als in lauter weltlichen Geldsorgen.

8. Ferner heisst es im Evangelium, da der Herr zum reichen Jünglinge spricht: „Verkaufe alle deine Weltgüter, teile sie unter die Armen; du aber folge Mir nach, so wirst du das ewige Leben haben.“ – Was spricht aber der grosse Lehrer zum Jünglinge oder vielmehr zu Seinen Aposteln, als sich dieser ob solcher Verkündigung weinend von dem Herrn entfernte? Siehe, die Worte waren überaus bedeutungsvoll, und wie es mir vorkommt, so geniessen wir soeben den traurigen Sinn dieser Worte, welcher also lautete: „Es ist leichter, dass ein Kamel gehe durch ein Nadelloch, denn ein Reicher in das Reich der Himmel!“

9. Wieder heisst es noch im Worte, dass der Herr viele Gäste zu einem Gastmahle laden liess und die Geladenen nicht Zeit hatten, zu erscheinen vor lauter Weltgeschäften. – Siehe, sind wir nicht geladen worden wie oft und wie vielmal, und sind wir dieser Einladung gefolgt? Nun, mein geliebtes Weib, wenn wir uns nun an diesem Orte der äussersten Finsternis befinden, allda Heulen und Zähneklappern wohnt, von dem der Herr ebenfalls gesprochen hat, dass nämlich dergleichen Menschen wie wir in die äusserste Finsternis hinausgestossen werden; – da können wir es uns nur selbst zuschreiben, dass es uns hier also ergeht, wie wir uns befinden.

10. Dass hier kein Glaube an den Herrn anzutreffen ist, und deine venerable Gesellschaft ebenso wie du verneinend von Ihm gesprochen hat, da bin ich der Meinung, sie befindet sich aus demselben Grunde hier wie wir beide, und wenn uns allen die grosse Liebe und Erbarmung Christi nicht hilft, da bin ich überzeugt, dass uns alle Ewigkeiten, überfüllt von den melanchthonisch sein sollenden Wahrheiten, ganz entsetzlich wenig helfen werden.

11. Übrigens aber, wenn du zufolge deiner gründlich gemeinten Wahrheit irgendetwas Besseres schon gefunden hast, so will ich dir, wie gesagt, dahin folgen, um dir dadurch zu zeigen, dass auch ich dich liebe und will dir nichts von meinen Grundsätzen aufbürden, wie du mir deine vermeinte Wahrheit aufgebürdet hast.

12. Das Weib spricht: Rede, was du willst, ich habe einmal recht. Ich kann dir zwar keine Versicherung geben, jetzt schon etwas Besseres gefunden zu haben; dessen ungeachtet aber bin ich der Meinung, wenn du mir folgen willst, dass wir in nicht gar zu langer Zeit einen Ort treffen möchten, da es Licht in grosser Menge geben dürfte. Denn siehe, hier zu unserer rechten Seite bin ich einmal im Gefühle meiner innern Wahrheit lange geradeaus gegangen und kam da endlich an einen breiten Strom. Über dem Strome bemerkte ich ein mächtiges Gebirge und hinter dem Gebirge ging ein Licht herauf wie etwa das einer frühen Morgenröte. Könnte man nur irgendwie über den Strom gelangen, so bin ich überzeugt, dass man in eine lichtere Gegend kommen müsste, denn diese da ist.

13. Der Mann spricht: Nun gut, ich will dir folgen; und so führe mich dahin. – Nun aber gehen auch wir; denn das müsst ihr bis zur Löse mit ansehen!

Kapitel 38 – Im ersten Grad der Hölle.

1. Ihr saget: Lieber Freund! Wie dieses Paar vor uns geht, so folgen auch wir ihm schon eine geraume Zeit so blind und stumm wie diese Nacht selbst; und siehe, es will sich noch nirgends die von dem Weibe vorbesprochene Hinterbergsröte zeigen; wo ist denn diese? Sollte das Weib den Mann im Ernste angelogen haben? Ich sage euch: Habt nur noch eine kleine Geduld, und ihr werdet diese löbliche Röte noch frühzeitig genug zu Gesichte bekommen. Sehet aber auf unser Paar, wie das Weib immer fröhlicher, der Mann aber dagegen immer trauriger und düsterer wird.

2. Ihr fraget: Warum solches? Die Antwort liegt offen am Tage; sie nähert sich ihrem Elemente, dahin ihre Liebe gerichtet ist, somit wird sie auch heiterer. Bei ihm ist es aber der entgegengesetzte Fall; er nähert sich einem ihm nicht verwandten Elemente, wird nicht von seiner Liebe gezogen, sondern vielmehr von der Liebe des Weibes in ihm mitgerissen.

3. Es geht ihm beinahe also, wie da die Alten von einer Liebe der Sirenen fabelten. Solange der Liebhaber aus seiner Sphäre seine ihn bezaubernde Sirene betrachtete, da war er voll Entzückung; und eine Umarmung von solch einer Geliebten schien ihm über alle seine Begriffe reizend zu sein. Wenn er sich aber seiner Geliebten nahte und diese ihn, mit ihren weichen Armen umfassend, hinabzuziehen anfing in ihr Element, da ging der ganze früher phantastische Liebreiz verloren, und grosser Schreck und Todesangst traten an seine Stelle.

4. Sehet, geradeso ist es auch hier der Fall. Der Mann merkt es, dass es des Weges entlang immer finsterer und finsterer wird. Solch eine stets dichter werdende Nacht ist nicht sein Element; sie aber befindet sich desto behaglicher, je finsterer es wird, weil die totalste Finsternis das Element ihrer Liebe und somit auch ihres Lebens ist. – Nun aber möget ihr schon von Ferne ein dumpfes Getöse vernehmen, etwa wie von einem fernen grossen Wasserfalle. –

5. Ihr fraget, was wohl solches bedeute? Ich sage euch: Solches bedeutet nichts anderes, als dass wir demjenigen Scheidestrome ziemlich nahe gekommen sind, den wir schon beim Besuche der Nordgegend haben kennengelernt; daher also nur mutig darauf zugegangen, und wir werden bald sein Ufer erreichen. Ihr fraget nun schon wieder nach der vorbesagten Hinterbergsröte, die sich noch immer nicht zeigen will. Geduldet euch nur noch ein wenig. Wenn wir das Ufer des Stromes werden erreicht haben, dem wir jetzt schon sehr nahe sind, was ihr aus dem stets stärker werdenden Getöse merken könnet, so wird sich auch die Hinterbergsröte im tiefen Hintergrunde sicherlich erschauen lassen. Jetzt aber gebet nur acht und schauet gut auf den Boden, denn wir haben nur wenige Schritte mehr und das Ufer ist erreicht.

6. Nun haltet ein; seht, wir sind schon am Ziele, und da sehet längs dem Strome, wie sich dort im tiefen Hintergrunde eine bedeutende Röte zeigt gleich derjenigen, welche einem fernen, grossen Brande entstammt. Nun aber gebet auch wieder auf das Gespräch unseres Paares acht; sie spricht: Nun, mein geliebter Gemahl, was sagst du jetzt, hatte ich recht oder nicht? Sieh dort ein herrliches Morgenrot und hier sieh den breiten Strom; was sollen wir nun tun, um in jene lichte Gegend zu gelangen? Siehe, über den Strom können wir nicht, aber nach dem Zuge des Wassers längs dem Strome an diesem Ufer können wir wandeln. Er wird stets lichter, wie du es mit deinen eigenen Augen ersehen kannst, und mit der Zeit werden wir auch sicher die ganze lichte Gegend erreichen.

7. Der Mann spricht: Mein liebes, schätzbarstes Weib! Dieses Licht kommt mir eben nicht ganz geheuer vor. Was die Morgenröte betrifft, so scheint diese Röte mit derselben auch nicht die entfernteste Verwandtschaft zu haben; sie gleicht für mein Auge vielmehr derjenigen, deren Grund nicht die Sonne, sondern eine hinter den Bergen brennende Stadt sein möchte. Ob hier eine Stadt brennt, möchte ich schier bezweifeln; dass es aber sicher ein Feuer gibt, solches scheint ausser Zweifel zu sein. Ich will daher auch so weit mit dir gehen, bis wir von seiten dieses Feuers ein ziemlich starkes Licht haben, weiter aber werde ich mich nicht verfügen: denn man kann doch nicht wissen, wessen Ursprungs es ist, – und so ist es immer klüger, weit von selbem entfernt zu sein. Denn der Mensch soll sich dem nicht nahen, das er nicht kennt und das seiner Natur überhaupt nicht verwandt ist.

8. Sie spricht: Aber was du doch für ein albernes Zeug zusammenschwätzest! Da sieht man wohl, wie dumm du bist; worin aber liegt der Grund? Ich sage dir, lediglich in nichts anderem, als dass du dich fürs erste auf der Welt wenig um das bekümmert hast, was die eigentlichen Wirkungen der Naturgrundkräfte betrifft, aus welchem Grunde du dir denn auch jetzt um so weniger eine solche Erscheinung zu erklären im Stande bist. Fürs zweite bist du noch viel zu kurz hier und hast noch viel zu wenig die Gelegenheit gehabt, solche Erscheinungen zu beobachten und dich darüber von den Weisen dieser Gegend belehren zu lassen. Sieh aber, da längs dem Ufer kommen soeben zwei Männer daher geschritten. Gehen wir ihnen entgegen, und ich bin überzeugt, wenn du dich mit ihnen in ein Gespräch einlassen willst, dass du von ihnen sehr viel profitieren wirst. – Der Mann spricht: O ja, mein liebes Weib, ich war ja noch allzeit ein bedeutender Freund von Männern, die viele Kenntnisse besassen, warum sollte ich es denn jetzt nicht sein?

9. Nun aber sage ich euch: Jetzt gebet besonders acht. Der Mann begrüsst sehr höflich den Grösseren und Ansehnlicheren. Dieser macht ebenfalls eine kalte Verbeugung und fragt den Mann des Weibes: Was hat euch, ihr Nachtgesindel, da heraus in die Gefilde des Lichtes den Weg gezeigt?

10. Der Mann spricht: Aller hochzuverehrendster Freund! Ich bin erst vor ein paar Tagen hier in der tiefen Nacht angelangt; mein Weib hier aber befindet sich schon bei sechs Jahren in dieser Gegend. Sie wusste von diesem Lichtgefilde; ich wusste nichts, sondern hatte nur einen grossen Drang nach Licht, und es blieb mir demnach nichts übrig, als dass ich als gänzlich Unerfahrener mich von meinem erfahreneren Weibe habe hierherführen lassen. Daher werden Sie, allerhochzuverehrendster Freund, mir solches nicht zu einem Fehler rechnen wollen. Hat jemand bei diesem Schritte gefehlt, so war es offenbar nur mein Weib.

11. Der Fremde spricht: Und so etwas getraust du dich als ein Mann hier zu bekennen? Wahrlich, du scheinst eben nicht gar weit her zu sein; denn Männer, die der Leitung ihrer Weiber vonnöten haben, die stehen bei uns in einem gerade solchen Ansehen wie Affen. – Hier wendet sich der Fremde zum Weibe und spricht zu ihr: Ist das im Ernste Ihr Werk gewesen, meine allerliebenswürdigste, holdeste Dame? – Sie spricht: O mein allerverehrungswürdigster Freund, ich muss es leider zu meiner eigenen Schande bekennen, dass dieser mein sonst recht lieber Mann sicherlich hundert und wieder hundert Jahre lieber in der dichtesten Finsternis Moos und dürres Gras gefressen hätte, und das aus lauter allerdümmster und nichtigster Liebe zu dem Ihnen wohlbekannten jüdischen Philosophen, als dass er die Wege des Lichtes ergriffen hätte, nicht nur nach meinem, sondern auch nach dem überaus weisen Rate des grossen, Ihnen wohlbekannten Gelehrten, der sich Melanchthon nennt.

12. Der Fremde spricht: O meine schätzenswerteste und allerliebenswürdigste Dame, da muss ich Sie wahrlich von ganzem Herzen bedauern und dagegen aber doch wieder Ihre Herzensstärke bewundern, die so unermüdlich tätig ist, um einen wahrhaftigen Tölpel von einem Manne auf den rechten Weg zu bringen. Allerliebste, schätzenswerteste Dame! Sie müssen mir in dieser Hinsicht schon etwas zugute halten; denn wenn ich in dieser aufgeklärten und stets heller werdenden Epoche noch von der alten christianisch-jüdischen Philosophie etwas höre, so möchte ich vor lauter Ärger aus der Haut springen. Ja, es kommt mir solches noch viel dümmer und alberner vor, als so jemand sich vornehmen würde, einer höchst dummen, mehrere tausend Jahre alten Kleidertracht getreu zu verbleiben, während rings um ihn her die ganze Welt schon gar lange die grösseren Vorteile einer neuen Bekleidung eingesehen und sonach füglichermassen auch angenommen hat.

13. Nun wendet sich der Fremde an den Mann und sagt zu ihm: Sollte das wirklich wahr sein, was dein im Ernste sehr vernünftiges Weib von dir ausgesagt hat?

14. Sehet, der Mann wird etwas verdutzt und weiss für den Augenblick nicht, was er diesem, ihm übergelehrt scheinenden Manne für eine Antwort geben soll. Von Christo will er sich nicht trennen, und von Ihm eine Erwähnung zu machen, das scheint ihm eben nicht rätlich zu sein vor diesem ihm überaus mächtig vorkommenden Gelehrten; daher schweigt er.

15. Aber der gelehrte Fremde wendet sich abermals zu ihm und spricht: Ja, mein lieber Freund, wenn es mit dir um die Zeit ist, wie es mir vorkommt, da bist du ein taxfreier Mann; verstehst du solches? Der Mann spricht: Nein, der Sinn dieser Rede ist mir fremd; und der Fremde spricht: Solches nimmt mich nun nicht mehr wunder. Was aber das „taxfrei“ betrifft, so war das ja schon bei den alten, weisen Römern und Griechen gebräuchlich, dass man die Narren und Tölpel überall kostfrei hielt. Und dass man selbst in der jetzigen Epoche Männern deinesgleichen das ehrenvolle Narrendiplom taxfrei verleiht, behufs dessen sie dann leichtlich in irgendein gut bestelltes Narrenhaus aufgenommen werden können, wird dir, der du mir bekannterweise auf der Welt mit der Amtsführung über staatliche Dinge vertraut warst, sicher nicht unbekannt sein. Verstehst du nun diese Redensart?

16. Der Mann spricht: Leider muss ich sie wohl verstehen; aber nun erlaube auch du mir eine Frage: Wer gibt denn dir bei deiner Gelehrsamkeit, nachdem ich dir doch überaus höflich entgegenkam, das Recht, mit mir vice versa gröber zu sein, als da auf der Welt einer der grössten Pedanten mit einem allerdümmsten Gratisschüler? Der Fremde spricht: Höre, mein lieber Freund, dass ich dir etwas barsch entgegenkam, war nur eine besondere Auszeichnung von meiner Seite, welche du lediglich deinem soliden Weibe zu verdanken hast. Sonst wäre ich einem solch dummen Christuslümmel ganz anders geartet entgegengekommen, welche Begegnung ihm sicher für alle ewigen Zeiten den Appetit nach einer lichten Gegend benommen hätte. Wenn du aber an der Seite deines Weibes Räson annehmen willst und kannst mir die Versicherung geben, dass dich deine alte weltliche Dummheit gereut, der zufolge du eigentlich in diese Finsternis gekommen bist, so will ich dich, (verstehe, aber nur in Rücksicht deines Weibes), nahe dem lichten Orte dort in eine Unterrichtsanstalt bringen, in welcher du, wenn du nicht zu sehr vernagelt bist, zu einer besseren Ansicht gelangen kannst.

17. Der Mann spricht ganz demütig verdutzt: Lieber, hochgeschätzter Freund, wenn es also ist, da bitte ich dich, führe mich dahin; ich war doch als Studierender auf der Welt immer einer der Ausgezeichnetsten und werde sicher auch in deiner Schule nicht einer der Letzten sein.

18. Der Fremde spricht: Gut, ich will dich annehmen; aber mache dich darauf gefasst: bei einem schlechten Fortgange wirst du sobald wieder das hohe Collegium verlassen müssen und wieder zurückbeschieden werden in deine ursprüngliche Nacht. Bist du aber ein ausgezeichneter Studierender, so wird dir auch eine allgerechteste Auszeichnung nicht entgehen. Was aber dein altes christianisch-jüdisches Philosophentum betrifft, da rate ich dir gleich im voraus, auf der hohen Schule nicht viel davon zu erwähnen, sonst läufst du Gefahr, weidlichst ausgelacht zu werden. Es ist solches ein ungünstiges Zeichen, denn Schwärmer taugen nicht zum Studium hoher ernster Wissenschaften, indem diese nur nüchterne und mehr leidenschaftslose Denker vonnöten haben.

19. Hier wirft sich auch das Weib zu dem Gelehrten hin und dankt ihm schon zum voraus mit den schmeichelhaftesten Worten für solch eine ausserordentliche Begünstigung. Und der Gelehrte erwidert ihr: Ja, ja, meine schätzbarste, liebenswürdigste Dame, solches hat er aus vielen Tausenden, ja vielen Millionen dieser Nachtgegendbewohner nur Ihnen zu danken; und so folgen Sie mir!

20. Sehet, das Weib ergreift den Arm ihres Mannes, folgt dem Gelehrten und spricht noch im Gehen zu ihm: Nun, was sagst du jetzt? Ich hoffe, du wirst jetzt doch einsehen, dass es hier ganz andere Verhältnisse gibt, als wie du dir dieselben auf der Erde geträumt hast. – Der Mann spricht: Mein liebes Weib! Solches ist offenbar und klar; ob diese Verhältnisse aber von guter und erspriesslicher Art sind, das wird erst die Folge zeigen. Unter uns gesagt, mir kommt die ganze Geschichte noch immer sehr bedenklich vor; aber, wie gesagt, die Folge wird es zeigen, was aus dieser Unternehmung wird.

21. Es heisst wohl in einem Texte des würdigen Apostels Paulus: „Prüfet alles und behaltet das Gute.“ – Also will ich es auch hier tun; nur bin ich der geheimen Meinung, dass bei dieser sonderbaren Prüfung entweder gar nichts oder doch nur spottwenig Gutes zu behalten sein wird. Denn dieses stets greller werdende Licht, welches mir geradeso vorkommt, als wenn man sich einer lichterloh brennenden Stadt mehr und mehr nähern würde, scheint zur Beleuchtung des Guten durchaus nicht geeignet zu sein. Aber, wie gesagt, es kommt alles nur auf eine Probe an. Da sieh einmal nur diesem Strome tiefer nach, wie er dort im fernen Hintergrunde beinahe glühend wird, und die Wogen scheinen sich in glühenden Dunst aufzulösen. Mir kommt es geradeso vor, als näherten wir uns einem Feuermeere, welches diesen Strom verzehrt.

22. Das Weib spricht: Ja, mein lieber Gemahl, hier heisst es die wirkenden Kräfte in ihrem Grunde kennenzulernen, und da sieht’s freilich wohl etwas grossartiger aus, als wenn ein armseliger Studierender bei dem traurigen Schimmer einer matten Nachtlampe auf der Erde einen römischen Autor studiert.

23. Sehet, hier ist ein Schiff am Ufer befestigt. Der Anführer spricht: Wenn ihr mir folgen wollt zu eurem grössten Glücke, so steiget in dieses Schiff, damit wir den Strom abwärtsfahren in die hehren Gefilde des Lichtes.

24. Das Weib geht gar hurtig in das Schiff; der Mann aber kratzt sich bedenklich hinter den Ohren und weiss nicht, was er da tun soll. Nur um nicht allein zurückzubleiben, steigt er gewisserart schandenhalber in das Schiff. Nun wird das Schiff losgemacht und sehet, wie es gleich einem Pfeile stromabwärts flieht. Nun aber fliehen auch wir; denn so schnell als dieses Fahrzeug ist, und, wenn es not ist, auch um etwas schneller, können auch wir sein. –

25. Nun, wir haben das Schiff schon erreicht. Sehet, wie die Fluten unter demselben stets glühender werden bis dahin, da der Strom in eine Gebirgsenge mündet. Machen wir daher einen schnellen Vorsprung über dieses Gebirge und erwarten unser Schiff bei der Ausmündung des Stromes. Erschrecket aber nicht, denn hier sind auch wir taxfrei, denn uns werden alle diese Schrecken, die ihr da schauen werdet, nichts anhaben.

26. Seht, da sind wir schon; ihr erschrecket hier, weil ihr den Strom gleich einem weitgedehnten, glühenden Wasserfalle donnernd hinabstürzen sehet in eine schreckliche, unübersehbare Flammentiefe und fraget, was solches bezeichne?

27. Ich sage euch: Das ist die vorbesagte „hohe Schule“, in welcher unser armer Mann die Grundkräfte in ihrem Fundamentalwirken wird kennen lernen; richtig gesagt ist aber das der erste Grad der Hölle!

28. Aber nun sehet hinab auf den Strom; soeben langt unser Schiff an. Der Mann ringt mit den Händen nach aufwärts und will aus dem Kahne springen; aber das Weib umfasst ihn, hält ihn fest und sehet, nun stürzt der Kahn samt seiner Quartettgesellschaft hinab in die hohe Schule!

29. Ihr fraget: Sollten wir etwa auch noch da hineinsteigen? – Ich sage und sagte es ja im voraus, ihr müsset die vollkommene Löse mit ansehen, sonst wisset ihr nur die Hälfte von dem, was eine solche Bindung der Doppelliebe in einem Herzen besagt. – Fürchtet aber diese Flammen nicht, denn sie sind nur eine Erscheinlichkeit des Höllischen. An Ort und Stelle aber wird die ganze Sache ein anderes Gesicht bekommen. Und so denn folget mir furchtlos!

Kapitel 39 – Wo sind Himmel und Hölle?

1. Ihr saget: Aber da geht es steil abwärts, und über so viele Klippen und steile Abhänge führt der Weg! – Ja, ja, meine Lieben! Also kommt es aber nur euch vor; diejenigen, deren Gemüt mit diesem Orte korrespondiert, haben da eine breite und wohlbetretene Bahn. Gehen wir daher nur mutig weiter; es wird nicht so lange währen, bis wir die erscheinliche Flammenebene werden erreicht haben.

2. Nun sehet hinab, wie sich die Flammen nach und nach zu verlieren anfangen, und ihr erschauet eine Menge gluterfüllter Stellen ohne Flammen darüber; aber ihr fraget: Werden wir da etwa müssen auf solcher Glut einhergehen? Ich sage euch: Kümmert euch alles dessen nicht, denn alles dieses sind nur Erscheinlichkeiten und besagen den Gemütszustand derer, die da unten wohnen – „Flamme“ bedeutet die Tätigkeit des Bösen; der über den Flammen emporsteigende „Qualm“ bezeichnet das Grundfalsche, und die „Glut“ bedeutet die völlige Eigenliebe und derzufolge den argen Eifer und den böse gewordenen Willen derjenigen, welche in solcher Eigenliebe sind. Doch wie dieses alles sonderheitlich an Ort und Stelle artet, werdet ihr sobald mit den eigenen Augen erschauen.

3. Nun sehet abermals hinab; was erblicket ihr jetzt? Ihr saget: Die Flammen sind gänzlich vergangen und die Glut hat sich in Haufen gesammelt; zwischen den Haufen aber erschauen wir die allerdichteste Nacht. Ihr fraget noch einmal: Wo ist denn der Strom, den wir zuvor ganz glühend da hinabstürzen sahen? Dieser Strom ist ebenfalls nur eine Erscheinlichkeit und bezeichnet den Zug des Falschen, wie dasselbe mündet in das Böse. So bezeichnet auch dieser Abgrund die Tiefe des Bösen, wie dieses ebenfalls schlaue und feindurchdachte Pläne fasst, um sein arges Vorhaben durchzusetzen.

4. Da ihr nun solches wisset, so wollen wir nur mutig darauf losgehen, um sobald als möglich an unser Ziel und somit auch zu unserer Gesellschaft zu gelangen. Nur einige Schritte noch, und sehet, wir sind schon in der Ebene und somit auch in der vollkommenen Tiefe. Ihr sehet nun hier gar nichts, denn die Finsternis ist so gross, dass ihr mit dem Lichte eurer Augen ewig nichts auszunehmen imstande wäret. Daher wird es hier nötig sein, dass wir uns so viel Licht schaffen, das uns genügt, um hier etwas auszunehmen, jedoch darf niemand von den hier Seienden von unserem Lichte etwas verspüren, und ihr müsset euch da fest an mich halten und keiner Sphäre eines Geistes zu nahe treten, ausser insoweit, als es euch durch mich gestattet wird.

5. Und so denn sehet, wir haben nun schon so viel Licht, als es not tut, um diesen Ort näher zu betrachten. Was bemerket ihr hier? – Ihr saget aus einem kleinen Fieberzustande heraus: Um des allmächtigen, allbarmherzigen Gottes willen, was ist das doch für ein schauderhafter Ort! Nichts stellt sich unseren Blicken dar, als schwarzer Sand und schwarzes Steingerölle, welches den Boden dieser Gegend ausmacht; und zwischen dem Sande und diesem Steingerölle dampft es hie und da so heraus, wie wir öfter gesehen haben auf der Erde, wenn die Kohle gebrannt wird. Ferner fragt ihr und saget: Wo sind denn hier Wesen zu sehen? Denn diese Gegend scheint ja wie gänzlich ausgestorben zu sein. Ja, meine lieben Freunde, solches ist auch nur eine Erscheinlichkeit und bezeichnet den „Tod!“ – Doch sorget euch nicht über die Wesenleere dieses Ortes; denn ihr werdet sobald derselben gar reichlichst innewerden.

6. Sehet, da unfern von uns ist etwas zu sehen, ungefähr so wie bei euch auf der Erde ein ziemlich grosser Scheiterhaufen. Diesem Stosse wollen wir uns nahen, und ihr werdet euch sobald überzeugen, was für ein Material das ist. Nun sehet, wir sind dem Stosse gerechtermassen nahe; betrachtet ihn nun ein wenig näher. Was seht ihr? Ihr saget schon wieder: Aber um des allmächtigen, gerechten Gottes willen! Was ist doch solches? Da sind ja lauter Menschen gleich den Pickelheringen übereinander geschichtet und sind dazu noch mit überstarken Ketten an den Boden also befestiget, dass es wohl keinem möglich ist, sich in dieser Lage auch nur im geringsten rühren zu können. Wenn das durchaus hier der Fall ist, da sieht es mit der sein sollenden, ewig fortbestehenden Freiheit des Geistes ganz sonderbar schiefrig aus.

7. Ja, ja, meine lieben Freunde, also sieht es auf den ersten Augenblick wohl aus, wenn wir die Sache von unserem himmlischen Lichte aus betrachten. Darum aber ist es auch nur eine „Erscheinlichkeit“, die der Wahrheit der Sache entspricht. Im Grunde der Tiefe aber bedeutet eben diese Erscheinlichkeit, wie eine Gesellschaft von ihrem eigenen Grundfalschen und daraus hervorgehenden Bösen gefangen ist. Gehen wir aber nur weiter und verlassen wir diesen Stoss! Sehet, da vorne ist schon wieder ein noch grösserer Haufen. Da wir uns schon in seiner Nähe befinden, so saget mir wieder, was ihr da sehet. – Ihr saget: Lieber Freund, wir sehen hier nichts anderes als früher; nur ist der Haufen kegelförmig, und über diesen Kegel ist eine Menge Ketten geworfen, mit denen diese Wesen stark zusammengedrückt zu sein scheinen, dass ihre Leiber förmlich glattgedrückt sind. Nur können wir nirgends ein Gesicht entdecken, wie es etwa aussieht, weil diese Wesen mit ihren Gesichtern alle abwärts auf den Boden gerichtet sind. Ihr fraget: Lieber Freund, befindet sich etwa auch unser früheres Quartett in diesem Haufen? Nein, meine lieben Freunde; wir werden zu demselben schon noch kommen. – Da wir hier alles gesehen haben, so bewegen wir uns wieder etwas vorwärts.

8. Sehet, in nicht geringer Entfernung vor uns stellt sich ein förmlicher Berg dar; da wir schon wieder in der gerechten Nähe sind, so betrachtet ihn nur ein wenig. Was seht ihr? – Ihr sagt schon wieder: Aber um des allmächtigen, gerechten Gottes willen, was ist denn das?! Das sind zwar ebenfalls lauter menschliche Wesen unter Ketten und eisernen Gittern geschichtet; und zwischen ihnen gibt es auch eine Menge Schlangen und Nattern, die da nach allen Seiten mit ihren abscheulichen Augen herausblicken und hurtig darauf loszüngeln. Was besagt wohl solches? – Das besagt eine Gesellschaft, die schon mehr und mehr aus ihrem Falschen in das Böse übergegangen ist. – Gehen wir aber nur wieder von da weiter vor. Sehet, nicht ferne vor uns ist ein ganzes Gebirge, welches ihr mit einem Blicke nicht leichtlich überschauen werdet. Solches ist auch nicht not; denn eine Stelle spricht für das Ganze. Hier ist schon der Fuss eines Ausläufers von diesem Gebirge; betrachtet ihn näher und saget mir, was ihr sehet. – Ihr saget: Da sehen wir ja nichts denn fast lauter niedergeknebelte Ungetüme aller Art; nur hier und da sieht noch ein zerquetschtes Gerippe eines menschlichen Kadavers heraus. Was bedeutet denn solches? – Solches bedeutet die purste Eigenliebe und ist die Erscheinlichkeit weltlicher Macht, Grösse und Reichtums, wenn solche Attribute auf der Welt zu eigennützigen, bösen Zwecken gebraucht wurden.

9. Aber ihr fraget schon wieder und saget: Aber lieber Freund, nachdem wir noch gar wohl wissen, dass wir uns in deiner Sphäre und im Grunde auf der geistigen Sonne befinden, wo wir nichts als nur Himmlisches wähnten; wie kommt es denn, dass wir da auch die Hölle im vollkommensten Masse antreffen? – Ja, meine lieben Freunde, ist es euch denn nicht gleich bei dem Übergange in die geistige Sonne vom Herrn Selbst erklärt worden, dass das Geistige ist ein Inwendigstes, ein alles Durchdringendes und ein Allumfassendes? Wenn das Geistige also beschaffen ist, so durchdringt es ja alle Planeten und die ganze Sphäre, so weit das Licht der naturmässigen Sonne dringt; und rein geistig genommen aber noch ums Endlosfache weiter. Sonach befindet ihr euch nun nicht in der Sphäre der eigentlichen Sonne, sondern in der sonderheitlichen Sphäre eures Planeten. Wie aber von der eigentlichen Sonne aus alle Planeten ihr Licht und ihre Wärme empfangen und ihre Wirkung alle diese Planeten durchdringet, so ist es auch der Fall mit der geistigen Sonne, da wir auf den Schwingen ihrer geistigen Strahlen auch das Geistige ihrer Planeten durchblicken. Da wir nun solches näher kennen, so wird es euch hoffentlich doch auch klar sein, dass man auf diesem geistigen Wege auch das geistige Wesen der Hölle, euren Planeten betreffend, ganz klar durchschauen kann.

10. Ihr müsst euch den Himmel und die Hölle nicht materiell räumlich voneinander entfernt denken, sondern nur zuständlich. Räumlich können Himmel und Hölle sich also nebeneinander befinden, wie da ein himmlisch guter Mensch neben einem höllisch bösen einhergehen kann, und kann mit selbem sogar auf einer Bank sitzen. Der eine hat in sich den vollkommenen Himmel und der andere die vollkommene Hölle. Zum Beweise dessen könnte ich euch augenblicklich in meiner eigenen Sphäre zeigen, dass sich hier ebensogut der Himmel wie die nun von euch geschaute Hölle befinden kann; denn ihr schauet ja alles dieses ohnehin nur in meiner Sphäre, und ihr brauchet nichts als nur einen Schritt aus dieser meiner Sphäre zu tun, und ihr werdet euch wieder auf demselben Punkte befinden, von dem ihr ursprünglich in meine Sphäre getreten seid. – Da ihr nun solches wisset, so können wir uns schon wieder von diesem Gebirge weiterwenden und dieses alles auch von einem anderen Lichte aus betrachten.

11. Gebet nun acht, das Licht ist verändert. Wie sehet ihr jetzt diesen Berg? Ihr verwundert euch, dass ihr nun statt des Berges auf einmal ganz frei herumwandelnde Gruppen erschauet und sogar allerlei Wohnungen, teils wie schmutzige Kneipen, teils wie alte, schwarze Ritterburgen; und sehet sogar alles in einem rötlichen Zwielichte.

12. Aber da sehet, unfern vor uns steht eine wie an einem Felsengebirge angebaute alte ritterliche Burg; dahin wollen wir uns denn auch begeben. Sehet, wir sind schon da; die Pforte ist offen. Wir sind hier unsichtbar, somit begeben wir uns auch in diese Burg und wollen sehen, wie es da zugeht. Nun, da ist schon der erste Saal. Seine Wände sind behangen mit allerlei Mord- und Marterwerkzeugen. Und dort im Hintergrunde sitzt der vermeintliche Burgherr auf einem Throne und berät sich mit seinen Spiessgesellen, wie sie es anstellen sollen, um sich der Güter und Schätze eines nachbarlichen ähnlichen Burgeigentümers zu bemächtigen. Höret, wie er ihnen aufträgt, dass sie die aufs Korn genommene Burg in aller Stille überfallen, dann schonungslos alles, was da lebt, niedermetzeln und sodann nach den Schätzen greifen sollen. Sollte sich aber jemand ihnen wie unbesiegbar widersetzen, so sollen sie ihn hierherbringen, wie sie es schon zu öfteren Malen gemacht haben, wo sich ein solcher Gefangener wird die allerpeinlichsten Martern gefallen lassen müssen. Nun, der Rat ist beschlossen und beendet; alles ergreift die Waffen und rennt hinaus. – Da wir hier nichts mehr zu machen haben, so rennen auch wir ihnen nach.

13. Sehet, dort nicht ferne vor uns ist schon die besprochene Burg. Sie wird umringt, und nun sehet: das fürchterliche Gemetzel beginnt, die argen Wesen kämpfen wütend gegeneinander, und da werden die Bewohner dieser zweiten Burg in Stücke zerhauen. Und sehet ferner: da bringen die Spiessgesellen unseres vorigen Burginhabers ja soeben geknebelt unser bekanntes Quartett daher. Schliessen wir uns an und behorchen wir jetzt ein wenig während des Zuges das Zwiegespräch. Höret, der Mann spricht zum Weibe: O du elende Schlange, jetzt erkenne ich dich; meine bittere Ahnung hat mir heimlich immer zugeflüstert, was für eines elenden Geistes Kind du bist! Sieh, das ist jetzt die hohe Schule und dein erbärmliches Licht, von dem du mir listigerweise als ein geistig erfahrenes Wesen vorgeheuchelt und vorgelogen hast. Dieser nun mit uns geknebelte Bösewicht von einem Professor dieser hohen Schule ist nun auch mit uns in dieser schauerlichen Gefangenschaft, der sicher das schrecklichste Los bevorsteht!

14. Das Weib spricht: Wie kannst du denn so von mir denken? Wer kann für ein unvorhergesehenes Unglück? Ich habe es mit dir ja doch nur gut gemeint. Der Mann spricht: Schweige nun, du elende Schlange. Dir allein hab ich es zu verdanken, dass ich mich jetzt offenbar in der Hölle befinde. Zwischen mir und dir sei auf ewig jeglicher Bund gebrochen. Und Du, mein Jesus, auf Den ich mich immer berufen habe, hilf mir aus dieser meiner schrecklichen Gefangenschaft; ich will lieber nach Deinem allerheiligsten Willen viele tausend Jahre auf jenem finsteren Orte umherwandeln und dort abbüssen alle meine Gebrechen, als hier nur einen Augenblick länger noch an diesem Schreckensorte verbleiben, der so ganz und gar von aller Deiner Gnade und Erbarmung für ewig ausgeschlossen zu sein scheint! – O Jesus, hilf mir! O Jesus, rette mich!

15. Nun sehet, diesem Zuge entgegen eilen soeben zwei Vermummte; sehet, jetzt sind sie schon da. Sie enthüllten sich, und wie ihr sehet, sind es zwei strafende Engel des Herrn. Ein jeder hat ein flammendes Schwert in der Hand; der eine macht einen Zug über die besiegte Burg und die zerfleischten und zerhauenen Wesen ergreifen sich wieder zu ganzen Gestalten und wehklagen über die erlittene Unbill. Der andere Engel zieht sein Schwert über die frühere berüchtigte Burg, und die ganze Burg steht, wie ihr sehet, in Flammen, und brennende und heulende Gestalten stürzen sich allenthalben aus den Öffnungen, Fenstern und Türen heraus und fluchen diesen rächenden zwei Engeln.

16. Wieder sehet, ein Engel haut mit seinem flammenden Schwerte mitten in unser Quartett hinein. Die Ketten sind gelöst; der Mann fällt vor diesen zweien auf sein Angesicht nieder und bittet sie um gnädige Rettung. Und der eine Engel ergreift ihn und zieht ihn mit sich. Das Weib aber ergreift ihn auch und schreit um Gnade und Erbarmen zu ihrem Manne, dass er sie ja nicht verlassen solle. Seht, wie lange sie sich samt dem Manne von dem Engelsgeiste fortschleppen lässt! Jetzt seht, die beiden Engel erheben sich aufwärts, und der eine trägt den Mann. Das Weib aber lässt sich mittragen und lässt den Mann nicht aus. Jetzt erst, schon in grosser Höhe, macht der andere Engel mit seinem Schwerte einen Streifhieb, und löst damit mühevoll das Weib von dem Manne. Sie stürzt nun heulend jählings in ihr Element zurück, und der Mann wird an die Grenze des Kinderreiches geführt, wo es aber noch sehr mager und dunkel aussieht.

17. Nun habt ihr gesehen, und das zwar noch die beste Art einer solchen Löse. Es gibt aber deren noch eine zahllose Menge von viel schrecklicherer und hartnäckigerer Art, deren Anblick, selbst durch das Wort gegeben, ihr schwerlich ertragen würdet. Daher wollen wir uns wieder in unsere vorige Gegend zurück begeben und von dieser dann übergehen in die Gegend des Mittags. – Und somit gut für heute!

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Where are Heaven & Hell?… A married Couple in the Beyond

Spiritual Sun Volume 1 – Chapter 35-39

Messages of Jesus Christ on the spiritual life in the Beyond – given thru the inner word to Jakob Lorber. Jesus reveals thru Jakob Lorber in The Spiritual Sun

A married couple in the Beyond

Volume 1, Chapter 35

1. Look, not far from us you will see a human couple. A man and a woman, and they are presently in a situation which we will be able to use very well for our purpose. We will therefore quickly go to them, to catch up with them. You ask about the relationship between them. I tell you, for our purpose they could not be anything better than what they are. This is a relationship in which the wife has died only six years before the husband. The husband mourned much about her, but after a few years he threw himself completely into the arms of religion and lived faithfully according to his accrued insights. But now he has been called away from the earth as well and has arrived here only recently. This introduction is sufficient for the time being; you will practically experience the details in spirit.

2. Now that we have fortunately caught up with our couple, you have nothing other to do than to take notice of their conversation, which will start out immediately, from which you will be able to gather everything necessary. Listen now! She currently began to ask her husband a question, saying:

3. I am exceptionally happy to see you again after such a long time and I now believe that no death will ever separate us, but tell me now as much as you can, if my last will has been properly attended to, for it is dear to my heart.

4. The man says: My above all beloved wife, for you to see how strictly your last will has been obeyed, I can only tell you that I have done, in my own last will, nothing other than to confirm yours anew. In my last will I kept exactly to yours, except for a few insignificant changes. Our whole wealth, increased by a few thousands by me, is bequeathed to our children. Are you happy with that?

5. The wife says: My beloved husband, except for the changes, completely! Tell me the amount and to whom it is given? Dear wife, says he, the amount is no more than two thousand guilders, it is divided into five parts and they are bequeathed to relatives of yours, except for one part. I had to give one part to the poor, for the sake of decency. I would not have done this if you hadn’t often insisted during your life to think about these relatives of yours. But regarding the poor, you know that one must always first do something for the sake of society and then also for God’s sake, because we are Christians and no heathens. Besides, these alms of two thousand guilders are nothing compared to our great bequeathed inheritance, for as I have finally calculated, each of our seven children gets a great amount of a hundred and fifty thousand guilders. All our children have learned to handle money frugally and you can be just as calm as I am about your bequeathed wealth. At my side you can now search for other riches which would bring us here into just as happy a life as we have lived upon earth.

6. She says: I will be content when our children are well cared for. Certainly, every child will have some money in their hands with the 2000 guilders, and it could use it to start something, so it won’t have to resort immediately to the interest of the main capital. But now that this is indeed the case, and we cannot do anything about it anymore, I must nevertheless be content with it.

7. But what you have said about another usable capital, I ask you as your still faithful and loving spouse, to let go of all your silly ideas about it; for already six years have gone by during which I have wandered in great agony and worries through this dark and lonely wilderness, while the only edible thing I could find was a kind of moss. Every now and then some sort of dry grass can be found with which one can finally fill one’s stomach. If you wouldn’t have coincidentally come exactly to this place from earth with still some glimmer about you, we would have probably never found each other.

8. He says: but my beloved wife, do you have no idea why you have come to this dark place? I think that your worldly attitude has brought you here. You were indeed very frugal and in our worldly relationships a very honorable woman, as well as exceptionally wise, but the teaching of true Christianity was often a thorn in your eye. You have often expressed yourself negatively about it and have kept more to the wisdom and philosophy of the world. I have told you often, dear wife, that if there exists a life in the beyond, I do think that worldly wisdom would not be enough; therefore it would be best to keep close to God’s word, for the temporary lasts but a short time. However, if there exists an eternity, we would have difficulty finding our way with temporary wisdom, as I have said. Look, dear wife, these were my literal words I have often spoken to you in confidence, and as I can see now to my greatest and most woeful surprise, this has come true, sadly enough. Therefore I do think, dear wife, that it is now critical for us to discuss this here, to completely free ourselves of all worldly reminiscing and to turn to our Master Jesus Christ to receive compassion and pity. For if He doesn’t help us, we will be lost forever; for I do feel in myself and know assuredly that without Christ there is no other helper in the whole of infinity. If He helps us, we will be helped; but if He doesn’t help, then we are eternally, irretrievably lost! Now I wish I would have bequeathed our wealth to the beggars and, in turn, made our children into beggars. This would have brought us more blessings here than all our worldly care for the material well-being of our children. Therefore, my beloved wife, as said, there is nothing else for us to do, because we cannot change our worldly foolishness anymore, except for us to completely and seriously turn our gaze to Christ, and expel all our thoughts and wishes, so he may forgive us our foolishness.

9. The wife says: I always thought that your religious and fanatic foolishness would bring you along to this world. What have you and I ever done wrong upon earth? Were we not always just to everyone! Have we ever stayed in debt to anyone or have we not always paid our housemaid the agreed upon salary? If some or the other God would exist, or, according to your opinion, some or the other “Christ”, then it would indeed be the greatest injustice that he would reward people like us with what we see here before us. What God would take any offense when one can have no faith in an ‘old legend’ that is riddled with nonsense and silly things. I do believe, and even a blind person can see this, that if such a God would care at all for mankind, provided that a God even exists, man couldn’t even dream of something so unreasonable, that this God himself, equipped with all his power, would have drawn close, and then only to the people of one district, even though the whole earth was already populated.

10. Tell me therefore, can God unequivocally expect for people and entire nations, that did not live in that same region, and especially not at the same time as Him, to unconditionally accept that He was the one Who started the teaching? Can God, if He exists and is just, blame them if they cannot do this? Can’t the people revolt against God, if He were to exist, and say: How can you harvest if You did not sow? If you want to judge us, you are an unjust God; But if you want to judge righteously, then judge those who saw You and to whom You have preached, but leave us alone, for we have never seen You and could never convince ourselves of Your existence. The word which was delivered to us and would have come from You cannot possibly be a judge to us, for it could just as well have been made up, and it is more likely so than otherwise. As long as we have lived on this world, we only saw the old nature; and yet, no trace of You. We came into this world as pure children of the powers of nature. People and teachers have taught us knowledge. Throughout our whole lives there was not a trace of You. Why would You now want to enforce judgment over us, even though You never wanted to give us any proof of Your existence and character?

11. Look, dear husband, this is as clear as the sun on a bright noon upon the earth. You just do not see it yet because you have been here for only a short while. When you will have been here for as long as I have, then it will become clear to you, even in this dense darkness. As proof of my love and faithfulness I say to you that you can call upon your so-called God-Christ for as long and as powerfully as you want, right here at the side of your above all beloved wife; but I guarantee you upon my love and faithfulness that you, after years of calling, will come to the clear realization that I, your always faithful and loving wife, see clearer with my natural mind than you do with your so-called godly learnedness.

12. See, An old adage says about the Bible: Oh Bible, oh Bible, you are an evil to man! And look, that adage is right. Would people upon earth have the courage to destroy that old Jewish nonsense, root and all, and put in it’s place pure human logic, the world would have progressed much faster in all it’s aspects. Yet, for some reason, this old nonsense still has to be preserved, by which the hands of the most honorable and just people get bound to the finer arts. What is the result? Just think with your otherwise good mind! Where does one find the most abominable, bad and poor people? Certainly, nowhere else than exactly there where the Bible and the new Christian teaching is predominant. Go to Rome, go to Spain, go to England and you will find my words confirmed.

13. People depend upon God and become lazy while waiting for His help! Yet, the help does not come, with the natural consequence that many people impoverish, and even if not all of them become bad, they do become a burden for the zealous and busy people. Man proclaims everywhere, saying: God is endlessly good, highly loving and exceptionally merciful; yet He would rather let every beggar starve if they would not be taken care of by their zealous fellow men.

14. Look, dear spouse: at the expense of honest, hard working and therefore wealthy people, lazy and spiritually inclined people can easily preach about an infinitely good and all merciful God. But if we would exclude these people, then we would soon see to what sullen end such sermons will come. Would these black and white screamers know how it is with life here in the beyond, they would probably preach differently, or would instead take up the profitable plow. There may exist a God in the form of a primordial power that guides the entire universe; but certainly not the kind of God the jewish Bible teaches about.

15. He says: Oh, beloved wife, you are on a dreadfully wrong path, for I read in the writings of famous theological authors about how pure, hellish spirits speak exactly like you. I can assure you that this is why you find yourself in this eternal night. Truly, I am becoming afraid for your sake! For with such principles I see you getting lost irrevocably forever! If you absolutely do not want to accept any other principles, then I feel obliged to leave you forever.

16. She says: You would be able to do such a thing to me, your faithful and eternally beloved wife? I tell you, you would not be able to do it, even if you would be damned to hell! I would not want to abandon you in the fire, but you would want to leave me because of my wise words? You are free to explain your opinions to me, but they should not be any nonsense, for I love you too much to let you travel on the wrong track. Instead, follow me, I want to bring you to a better place than here, where, in greater company, you would get to know how it is here with people.

17. He says: My dear wife, I do not want to leave you, for I love you way too much, and because of that I will follow you wherever you would take me, for I can see that you are still very honest in your heart, despite your ignorance regarding true religion. You still are my good wife against whom I still have nothing to object, except for the fact that you do not share my insights. Now, if you would know of a place in this kingdom of darkness, take me there, then we will see what can be done there. Look, she takes his arm and leads him along, but we will follow this interesting pair, to be witnesses of the success of this relationship. They’re off and we follow them.

Chapter 36 – The couple and the lying spirit

1. You should not be surprised if your eyes are going to be challenged somewhat this time, for we are moving north, to where it becomes increasingly darker. However we will nonetheless have sufficient light for ourselves, so that nothing will escape us.

2. Do you not yet hear something in the distance? You say: We indeed hear something, but it is much different from a human voice; it rather sounds like the rattling of wagons in the distance. It also sounds like the thunderous noise of a great, distant waterfall. You ask what this means. Let us follow our couple, then we’ll soon get to the bottom of it.

3. Can you not yet discern something vaguely reddish, a glimmer, like from a softly glowing iron? Look in that direction, for there an important scene is awaiting us.

4. Listen, it is coming closer and the peculiar noisy rattling is changing more into natural and raw human voices. But now we shall stand still, for the multitude is moving right up here, and as you see, our greatly loving vanguard has come to a standstill as well.

5. Look how fearful he is because of what is coming and retreats in his great anxiety and fear. She grabs him by the arm, though, and pleads to him with all that is dear to her, to only listen and stay with her this one time, for this is exactly the fortune she has predicted, which he needs to get acquainted with, to convince himself whether she is right or wrong.

6. He asks her what even is approaching them that seems so horrible. She says to him: What it is, what it is?! Many deep thinking people they are, whom you will soon clearly see with your own eyes and clearly hear with your own ears.

7. And now look, he is content with this and awaits the approaching, deep thinking group. See, the great company is almost here. Our couple approaches them out of decency. We should do the same as well, even if it is not out of decency, but for another purpose.

8. Look, they now meet and greet each other with the greatest possible courtesy, so we will go closer too so we don’t miss anything.

9. As you can see, from the middle of the group a gaunt and emaciated manly figure closes in on our couple. The wife receives him with exceptional tenderness and benevolence. The husband bows deeply before this manly figure as well.

10. The manly figure says: Highly esteemed lady, it pleases me greatly that the special fortune of calling you one of us has befallen me once more, for with your mind and your exceptionally amiable demeanor, you are greatly honoring our company and indeed give us the most beautiful adornment. Well, my dear lady, if you have anything on your ever so tender mind, it would be the greatest bliss if you would entrust such a sweet concern of your heart to me.

11. She says: My highly appreciated and above all honored friend, you see, this man here at my side, is my tenderly beloved earthly spouse. He has acted exceptionally just, good and profitable in every way upon earth , that I can say in all earnest that our marriage was truly an ecstatic one. After all, what more can a woman ask for in her marriage, than to have a husband that fulfills all the desires of the female heart? In this regard, I would, with the exception of a few trifle things, have no objections.

12. But now comes an important issue, something we could never reach a compromise over and because of which there was often discord between the two of us. I will explain to you the reason for this discord as well as a woman can, and you, my above all honored friend, would certainly be so kind as to whisper a few words to my husband, which would surely completely heal him.

13. The figure says: Oh please, please, my highly esteemed lady, you are much too kind! I give you the assurance that it would be a great honor and bliss to me if I could tell myself that yours truly had been able to serve such a fair lady. Therefore, I ask you to entrust the issue that has been on your mind to me. She says: Oh, my greatly appreciated friend, you are much too good and modest, this is exactly what inspires so much trust in me, that I will withhold nothing from you; and so, be so kind and listen to me.

14. See, regarding this fatal issue I can candidly say that my otherwise good and loveable husband is a Bible-fanatic, and as such a Christ-fanatic as well. The reason however, why he had thrown himself into the arms of this laughable sect, is because he grew up poor. As such this old beggar’s philosophy was ingrained into him since the crib, as it is usually the case with the poor class. But how difficult it becomes over time to remove this nonsense, which was nursed into him with the mother’s milk and thus became his own flesh, you greatly honored friend, surely know even better than I do. With this beggar’s philosophy my otherwise greatly-appreciated husband has also ended up here in this kingdom where the primordial powers of nature rule, as you have kindly explained to us multiple times already, but it just doesn’t get through to him! He is still attached to his Christ and even wants to pry himself off of me in order to search for this surely nowhere-to-be-found Christ. Now, my learned and highly honored friend, I have briefly presented my problem to you, and for that reason I ask you, in this regard, to kindly take care of my poor husband!

15. The figure says: Oh, if it is nothing else, we will easily and quickly take care of it in this realm of the utterly naked truth. Now the figure turns to the husband, offers him a hand and says: But dear friend, are you serious about what your lovely spouse has just bemoaned to me about?

16. The husband says: My highly esteemed friend, I must honestly admit that I truly do not believe that we will ever find a consensus regarding this subject, no matter how dear my spouse is to me, for no matter how things will go, I am firmly resolute to cling to my faith in Christ forever! I am also absolutely convinced that this Name has often given me much consolation and still is my infallible and lucky guiding star. If I Have ever set foot on a wrong track, it was solely because I did not hold on to Christ with steadfastness. However, once I had turned again towards Christ I wasn’t rarely helped through an almighty stroke of magic!

17. You, as a thinking and wise man, can therefore see for yourself that it would be quite unreasonable of me to distance myself from such a benefactor, especially now that I need Him the most, as it seems to me. Therefore, esteemed friend, do not exert any effort for my sake, for I assure you that you will achieve nothing with me. I’ve been a foolish slave of the charm of my wife for long enough. After her passing I have learned in Christ my Master to go on without her, and I hope that she will not influence me here anymore, especially because the marriage with my former wife has ceased to be due to the death of her body. Should she want follow me, she will nonetheless always stay valuable and beloved to me, but I will never give up Christ for her sake, even if she were to drag me down into any kind of hell with all her might! If she is content with me being around her, unhindered and together with my Christ, then I do not want to sever the old ties of love I have with her, but if she won’t accept it, then I have just spoken my last words in her presence.

18. The figure says to the man: Dear friend, I have listened patiently to you from beginning to end and I can, in all earnest, say nothing else about your words than that I deplore them sorely. For you to know with whom you are dealing (here the figure is taking refuge in a lie), I tell you that I am the great teacher Melanchton, about whom you certainly must have heard something on earth! The husband says: Oh yes, but what do you want to say with that? The figure says: Esteemed friend, nothing else but the fact that I would know better what Christ is than you would, for I have worked until the very last hour of my existence, with exceptional zeal, in the so-called Christian vineyard and I would certainly have even died, if necessary, for the sake of Christ. I have not only rid the Roman teaching, but also the purer teaching of Luther of all vestigial burdens; I had lived literally according to the word of this teaching and what was the result? This, my esteemed friend, I do not need to explain to you with many words, for one glance of you at my entire being will show you the result of my faithful and quintessential Christianity. I do not need to tell you more. Let it therefore be according to the old “experyetia docet” [no substitute for experience], and I am convinced that we, if everything goes well, will meet once again after one hundred years, exactly the way we are facing each other right now. You, my friend, are still an utter novice here and do not know how one lives in the kingdom of the central primordial powers. When you will have been chased around and starved by this eternal night for a few decades, then certainly more solid and practical insights would find more room in your head, now deprived of all worldly foolishness.

19. The man says to the figure: Most esteemed friend, if you are in possession of so much well-founded knowledge on this field, let me hear it. I am not averted to listening to you, but I will nevertheless stay true to my conviction, if your stance on this subject won’t convert me.

20. The figure says: Good, my friend, first I want to draw your attention to the fruits that Christianity has actually bore on earth. The Romans were a great people as long as they remained in their Godly teaching of reason and sanity. All their work was great and full of wise meaning. Their principles of justice are still the basis of all state and national judicial laws, but when Christianity sneaked in, death sneaked in together with it into the great Roman nation. And now, in place of the once greatest and most heroic nation, lazy and indolent priests, a lot of miserable rabble and a great number of thieves as well as robbers lurk along the roads with rosaries in hand, where no pedestrian has assurance to his life anymore. See, this is the fruit of the garden of Christianity! Take a journey through beautiful Spain and look at this nation of old, and then look at it again in the Christian middle ages; it would not escape your gaze how, through pure Christian blessing, thousands upon thousands have bled and yet more thousands upon thousands have burnt to ashes upon flaming stakes, taking their last breath in doubt! Look at the touching implementation of Christianity under Carl the Great, how he let thousands and again thousands jump over the cutting edge of the sword because of this blessing! Journey from there to America; look up their history and you will see countless examples of the most pitiable and sorrowful fruits of the Christian blessings that took place there! Go from there to my time and look at the blessed atrocities of the thirty-year religious war. You can go through the ancient histories of all nations and peoples, and I will be obliged to carry you in my arms forever if you are able to point out similarly gruesome scenes to me.

21. I do not want to focus your attention on the multifarious blessings of Christianity of other times, instead I would like to let you see the conditions of other current peoples that do not yet know of Christianity, like the almost eternally peaceful Chinese and other significant nations in Asia, as well as those of not yet discovered islands. You would need to blind three times over if you can’t, at first glance, see the difference between Christianity and the true wisdom of the older, more experienced nations. But I tell you that all these unfortunate and harmful deficiencies of Christianity, or more so of the new Judaism could be glozed over if one would say: these historical facts are indeed all true, but Christ did not teach them, and so he cannot possibly be blamed for all the horror that the spreading of His teaching has brought with it, for His teaching was, in fact, pure and especially humane. Dear friend, this is certainly quite plausible and is indeed the reason why I was a zealous defender of Christianity during my whole life upon earth. But only here did I learn of the true poison for the nations in this teaching, and it is the obvious advertency to laziness and indolence. Man, having an inborn inclination towards laziness, finds the best defense for this inclination in this teaching, for it is clearly taught to him to do nothing other than to search for a certain spiritual kingdom, where the roasted birds would fly into his opened mouth. You see, various sages were convinced after quite a short while that nothing would come of these roasted birds. They therefore reached out to other means, namely, the trusty old sword, left the christianized people in their blindness and then served them roasted birds with sword in hand. My friend, consider this outcome as you like, you will impossibly reach another conclusion, despite all the higher, spiritual experiences one gains here, regarding Christianity, in a purified condition after the passing of many centuries, like in my case. My esteemed friend, I am done now and you can do what you want. By the way, be assured of my high esteem and my friendship; it would be my pleasure to meet you again after a few centuries. Look, he takes his leave and moves on with the whole company and our couple is left behind, alone. The effect of this ‘superb speech’ and the exceptionally humane instruction we will experience next time. Thus, enough for today.

Chapter 37 – Weakness of the husband. The wife’s journey to hell.

1. Look, the company has vanished completely, but our couple is still standing on the same spot, deep in thought. She asks him: “Well, beloved husband, what do you think of this?” He says thoughtfully: My dear wife, there is not much to say here anymore. Either the speaker is right, the issue is settled and no one should say anything about it anymore, or he is wrong and I stay with my principles and there is still no more to say. Whether he is right or not is not to be determined so quickly, instead my own experience will decide after some time.

2. She says: But dear husband, do you think of your faithful wife and this worthy man as liars because you do not readily want to believe his convincing words? Look, people are only inclined to lie and deceive each other if they were to gain something for themselves by doing so, but tell me, what kind of benefit can lies and deceit give someone here? Here is indeed nothing to gain, nor to lose, but one thing is for sure: a company always has it worse regarding the satisfaction of it’s stomach than someone wandering through this endless region alone. A single person can quickly find enough edible moss or grass to fill his stomach in case of emergency, but if there are more it won’t be easy for them with just one patch of moss than it would be for a single person.

3. You ask me what I want to say with this? My most beloved husband, nothing other than that neither I nor this insightful man want to convince you to let go of your Bible faith for our own benefit, for if we should go about our separate ways, we would both profit, for each would be able to navigate more easily on his own on this meager surface, than two would do together. If we would’ve wanted to lie to you or deceive you, then we would have left you to your principles and you would have gone away as a consumer due to your principles. We certainly do not want to lie to you, nor deceive you, but we have shown you the pure truth, of which no mortal upon earth could have even dreamt, and even less such a staunch Bible and Christ fanatic like you. What do you still want to think about? Come to your senses and follow me, your eternally loving wife. If you didn’t listen to me on earth, then at least listen to me here in the kingdom of the naked truth, where I am six years worth of experience ahead of you. Look, everything on earth is ridden with deceit because everybody benefits from it, or at least thinks to gain something, but here, all winning came to an end; all lies and deceit fall away automatically. Believe me, nothing but my love binds me to you; this is the only gain I have from you. But if you still want to cling to your old and insignificant principles in folly, this will nullify my one benefit I had from you. We can therefore only be happy if our insights and feelings would mutually completely concur. If we cannot create this harmony, I must honestly acknowledge that I would be happier without you than with you at your empty side. I am not able to say anything more to your advantage, only the following: Because I truly love you and always have loved you, I have done everything possible to prove my eternal, solemnly promised love and faithfulness to you, but you have never loved me, you are willing to leave me forever for the sake of your love for your folly. Now choose what you are going to do.

4. Look, the man begins to scratch behind his ears and after a while says to his wife: My dear wife, I have gathered from your words that you really love me. This I can impossibly deny, but I cannot understand, if, in this dark spiritual world, nothing is to be gained or lost by either truth or lies, why would you then try to senselessly force a certain truth upon me, with which just as little can be gained than with my so-called alleged false teaching, according to you and your learned man! Therefore, I believe, if your love for me would really be as intense as you just indicated to me, you could just as well follow me as I could follow you, except if you have already found something better in the path of your truth. In that case, I would indeed want to follow you to convince myself of the reality of your truth. If this is not the case, then it is of no consequence where to we go.

5. I keep thinking: We did live upon earth as so-called Christians, have read the gospel, but never really lived according to it. We lived and acted according to our own insights and to our own benefit, but of an active practice of the teaching of Christ nothing was present, neither with me and even less with you.

6. Look, the teaching says: “Love God above all and your neighbor as yourself”. Have we ever done that? If I ask my heart, then it answers spiritually true that the love of God has stayed utterly foreign to it. You, however, never believed in a God, and therefore your heart would be even more devoid of love than mine.

7. Furthermore it says in the word of the gospel: “Whoever wants to enter the life with Me, take up your cross and follow Me!” Tell me, dear wife, when have we ever done something like this upon earth? I never carried a cross and you even less so; our entire cross consisted of nothing but purely worldly financial worries.

8. And again furthermore is written in the gospel, that the Master said to the rich youth: “Sell all your earthly goods, distribute them among the poor and follow Me, then you will inherit the eternal life.” But what did the great Teacher say to the youth, or rather to his apostles after he distanced himself from the Master in tears, owing to the Master’s statement? Look, these words were full of meaning, and as it appears to me, we are now living the exact sad meaning of these words, which goes as follows: “It would be easier for a camel to squeeze through a pinhole than for a rich man to enter the Kingdom of Heaven!”

9. It also says in the scripture that the Master has invited many guests to a festive banquet and that the invited could not find the time to attend, due to their worldly affairs. Tell me, were we not invited as well once upon a time, and did we give heed to this invitation? Well, my dear wife, we have only ourselves to blame for the circumstances we are finding ourselves in, in this place of utter darkness where there is weeping and gnashing of teeth, and of which the Master once said that precisely people like us would end up here.

10. Because there is no faith in the Master to be found here, and your honorable company has spoken with just as much denial about Him as you have, I believe they find themselves here for the very same reason we do. If the great love and mercy of Christ will not help us, I am convinced that all eternities, filled with melancholic truths, will not be able to help us terribly much either.

11. For that matter, if you have found something better according to your alleged truth, then I would like to follow you there, as I said before, to show you that I also love you and will not force any of my principles upon you like you have forced your so-called truths upon me.

12. The wife says: You can talk as much as you like, in the end I am the one who’s right. I cannot assure you that I have already found something better, but I am nevertheless of the opinion that, if you would follow me, we would indeed, in not much time, find a place where there will be abundant light. For look, here to our right I have once walked straight along for quite some time, according to the feeling of my inner truth, and I eventually reached a broad river. On the other side of the river I noticed a mighty mountain range, and behind the mountains arose a light, like that of an early morning. If it is possible to cross the river I’m convinced one would find a lighter environment than this one.

13. The husband says: Well, I will follow you; lead me to it. – And we will now follow them, for you need to see the unraveling of it all!

Chapter 38 – In the first level of hell

1. You say: Dear friend! We follow the couple as they go forth before us for quite a while already, still just as blind and silent as the night itself, and look, there is still nothing to be seen of the morning red behind the mountains of which the wife spoke. Where is it then? Would the wife really have lied to her husband? I tell you: Have a bit more patience, then you will see the praise-worthy morning red soon enough. Take notice of our pair, how the wife is becoming ever more joyful, but the husband, in contrast, becomes more sorrowful and somber.

2. You ask: Why? The answer is obvious: She is getting closer to the element towards which her love is focused; therefore, she becomes happier, but it is the opposite case for him. He is getting closer to an element not related to him, he is not drawn by his love, but is dragged along by the love for his wife.

3. It goes with him almost like the lover in the old tale about the love for the beautiful Siren. As long as the lover would observe the enchanting Siren, he was elated. To be embraced by such a beloved seemed to him like the pinnacle of all happiness. When he did approach his beloved and when she embraced him with her soft arms, dragging him down into her element, the initial fantastic enchantment vanished and a great fright and fear of death enveloped him.

4. Look, this is exactly the case here. The husband notices that it is gradually getting darker. Such an increasingly impenetrable night is not his element, but the wife feels more and more satisfied the darker it becomes because the utter darkness is the element of her love and therefore also of her life. But now you can also hear a muffled noise, almost like that of a great, distant waterfall.

5. You ask what it means? I tell you: Nothing other than that we have come rather close to the bordering river, which we already came to know through our visit to the northern region. Let us go there courageously, then we will reach the riverside quickly. You ask again about the previously mentioned morning red behind the mountains, which is still not in sight. Have a bit more patience. When we will have reached the riverbank, which is already quite close as you can gather from that growing noise, you will probably be able to see the morning red in the distance behind the mountains. Pay attention and watch the ground, for, in just a few steps, we will reach the riverbank.

6. Stop now; we have reached our goal and look, there beside the river, there far away in the background, you can see a very strong, red glow, looking like a distant, great fire. Now, pay attention again to our couple’s conversation. She says: Well, my dear husband, what do you say, was I right or not? Look at that beautiful morning red and here at the broad river. What shall we do now to get to the bright region? Look, we cannot cross the river, but we can indeed walk along the riverbank. It becomes increasingly lighter as you can see with your own eyes, and in time we shall certainly reach that bright region.

7. The husband says: My dear, most appreciated wife! It seems as if something is amiss with this light. Regarding the dawn, this red glow does not seem to have anything in common with it. To my eyes, it does not look like a glow coming from the sun, but much more like that of a burning city behind the mountains. I do doubt that there is, in fact, a burning city here, but that something is indeed burning, is certainly beyond suspicion. I, therefore, want to go with you until we get a proper view of the fire, but no further, for one cannot know whence it originates, and it is therefore always sensible to stay far away, for one should preferably stay out of an environment he does not know and which is not related to his nature.

8. She says: What kind of utter nonsense you now sputter! Only now does one see how dumb you really are; but where does this come from? I tell you, only because, upon earth, you didn’t much care about what relates to the effects of the primordial powers of nature, making you now incapable of explaining these phenomena. Secondly, you have been here only for a very short while, and you have had way too little opportunity to observe such phenomena and let yourself be educated about them by the sages of this region. But look, there are two men walking along the riverbank, approaching us. Let us go to meet them; I am convinced that you could profit much by engaging in a conversation with them. The husband says: Yes, dear wife, I’ve always been a great friend to men in possession of much knowledge. Why would I not be?

9. But now I tell you: Pay good attention. The husband greets the bigger and the more imposing of the two very courteously. The man stiffly bows and asks the husband: What has shown you vermin of the night the way from the darkness to the domain of the light?

10. The husband says: Most respectable friend, I have only arrived here in the deep night a few days ago, but my wife has been here already for about six years. She knew nothing of this light domain; I also knew nothing, but I only feel a great yearning towards light, so much so that nothing else remains for me than to let me be led here, as a most inexperienced person, by my more experienced wife. Therefore you would not regard it as a transgression, my most respectable friend? If anyone did wrong, then it could obviously only have been my wife.

11. The stranger says: And you dare to acknowledge this here, as a man? Truly, you do not seem to be something significant, for men who need the guidance of their wifes are on the same level as apes to us. Then the stranger turns to the woman and says to her: Has this really been your work, my most amiable and lovely lady? She says: Oh, respectable friend, I indeed must acknowledge to my shame that he, my otherwise truly loving husband, would probably prefer to eat the moss and dry grass in the thickest darkness out of a purely idiotic and insignificant love for the to you well-known Jewish philosopher, than to walk the way of the light as it was suggested not only by me but also by the exceptionally wise, to you well-known scholar, who calls himself Melanchthon.

12. The stranger says: O very estimable and loveable lady, I truly have sincere compassion for you, but on the other hand, I also admire your strength, the inherent power with which you are so untiringly busy to bring such an awkward man onto the right path. Most loving and worthy lady, do not blame me if I would, in this increasingly brighter time, jump out of my skin out of anger for that old Christian-Judean philosophy. Yes, it seems even more dumb and stupid to me than when one would resolve to stay true to a terribly old-fashioned dress, while the whole world around him has long ago seen the benefits of the new clothing and has accepted it unconditionally.

13. Now the stranger turns to the husband, and says to him: Is this indeed true, what your truly wise wife has said about you?

14. Look, the husband is a bit puzzled and does not immediately know what to answer this man who seems incredibly erudite to him. He does not want to let go of Christ and it seems not advisable to say something about Him in the presence of this man who seems to be so mighty and learned.

15. But the learned stranger again turns to him and says: Yes, my dear friend, if this is the case with you, then you are a tax free man. Do you understand me? The husband says: No, I do not know what you mean. The stranger says: It does not surprise me anymore. Regarding the ‘tax free’, it was already the custom with the old, wise Romans and Greeks that one should not charge the crazy and the foolish. Even in this time, one gives to men like you the honorable diploma of foolishness without cost, by which you could easily be taken into a well-provided madhouse. This should not be unknown to you, for, as far as I know, you were experienced in management and state affairs. Do you understand what I mean?

16. The husband says: Alas, I must understand it, but I am also at liberty to pose a question to you. Who gives you, with all your erudition, the right to treat me so crassly, while I, in fact, approached you with particular courtesy, almost like, on earth, an utterly haughty pedant would do to a dumb and miserable student? The stranger says: Listen, dear friend, the fact that I have treated you only somewhat gruffly was a special courtesy from my side, which you received thanks to your sound wife. Otherwise I would have treated such a dumb Christian simpleton as yourself differently, and such a treatment would have probably eternally bereaved you of your longing for a brighter region. But when you are open to reason, take your wife’s side and give me the assurance that you repent for your old and worldly stupidity, which caused you to come into this darkness. Only then will I bring you – and take note, only because of your wife – close to that bright place, to an educational institution where you will, if you are not of a slow mind, come to a better understanding.

17. The husband says utterly dumbfounded and humble: Dear, esteemed friend, if this is so, then I ask you to take me there. On earth I have always belonged to the best students and I will certainly not be the worst in your school.

18. The stranger says: Good, I will accept you, but be aware that you must leave the school immediately in case of bad results, and you will be sent back to your original night. But should you be an outstanding student, then your deserved acknowledgment would not be withheld from you. But regarding your old Christian-Judean philosophy, I do recommend not to speak much of it in this exalted school, for this will result in you being chased out right away. Such is an adverse sign, for fanatics are not suitable for the study of serious and higher sciences; only sober and dispassionate thinking can be applied there.

19. The wife now sinks to her knees before the erudite man and thanks him anew ,with the most flattering words, for such an exceptional favor. The erudite man answers her: Yes, yes, my esteemed, beloved lady, you are the only one in a thousand, yes, a million inhabitants of this nightly region whom he owes this to. Therefore, follow me!

20. Look, the wife grabs her husband’s arm, follows the erudite man and says to him while walking: Well, what do you say now? I hope you will now realize that things work much differently here than you would have ever dreamt of on earth. The husband says: Dear wife, this is indeed obvious and clear, but if these relations are actually good and useful, only the future will tell. Between ourselves, this whole situation still seems rather suspicious to me; but only time will tell what will become of this.

21. In a text of the honorable apostle Paul it says: Examine all and keep the good things. This I will do here as well, but deep in my heart I do think that there is not much good or no good at all to be expected from this strange trial. This increasingly intense light, which seems to me as if one is approaching a burning city, is not really suited to illuminate the good. But as said, it is all subject to examination. Look there, further down along the river, how in the distant background it almost seems to glow, and how the waves almost dissipate into an incadescent haze. It seems as if we are approaching a sea of fire that consumes this river.

22. The wife says: Yes, my dear husband, here it is all about getting to know the powers at hand in their foundation, and it certainly looks much more magnificent than with a pathetic student who studies a Roman author in the dim sheen of a night lamp upon earth.

23. Look, a boat is moored here at the riverbank. The leader says: If you want to follow me to your greatest fortune, step into the boat with which we shall sail downstream to the exalted realm of the light.

24. The wife steps into the boat very quickly, but the husband hesitantly scratches himself behind the ears and does not know what he should do. But to not stay behind, and again for the sake of decency, he steps into the boat. The boat gets untied, and we see how it shoots downstream like an arrow from a bow. But now we will go quickly as well, for we are as fast as the vehicle and can be even faster if need be.

25. We have reached the boat. Look how the water down there is glowing with increasing intensity until where the river flows into a broad cleft in the mountain. Let us therefore advance beyond the mountain and wait for our boat at the outflow of the river. Do not be afraid, for we are untouchable here as well; all the horrors you will see there cannot harm us.

26. Look, we are there already. You are quite frightened here because you see the river as a broad, glowing waterfall, thundering down into a deep, endless sea of flames, and you ask what it means.

27. I tell you: This is the aforementioned ‘exalted school’ where our poor husband will get to know the fundamental workings of the primordial powers, but actually, this is the first level of hell!

28. Now look down at the river; our boat is arriving. The husband gets up, throws his hands upwards and tries to jump off the boat, but the wife throws her arms around him and holds on tight, and look, the boat, together with the four of them, plunges over the edge, right down into the exalted school!

29. You ask: do we need to go down there as well? I indeed told you beforehand that you need to see everything until the end, otherwise you would only know half of what such a bond of twofold love in a heart signifies. Do not be afraid of these flames, for they are nothing but an apparition of the hellish. Once we are there it will look much different. Follow me then, without fear.

Chapter 39 – Where are heaven and hell?

1. You say: It really goes down steeply and the road passes over so many cliffs and steep slopes! Yes, yes, my friends, it only seems like this to you; but to those whose being corresponds to this place, it seems like a broad and easily passable path. Let us proceed with courage; it won’t be long before we will reach the sea of flames.

2. Look down there, how the flames begin to vanish gradually, and you can see many spots filled with embers, but with no flames above them. But you ask: Do we have to cross over those embers? I tell you: Do not worry about it, for all of this is just an apparition conveying the state of mind of those living down there. The ‘flame’ signifies the activity of evil, the ‘fume’ rising from the flames connotes the fundamentally wrong, and the ’embers’ denote the utter self-love and the resulting arrant zeal, as well as the depraved will of those living in such a self-love. But how it will all work out here, you will see soon with your own eyes.

3. Now look down once more; what do you see now? You say: The flames have all but vanished and the embers have gathered in heaps; but between the heaps we can see the densest night. You ask again… Where is the river that we saw ever so brightly thundering down? This river was also nothing but an apparition and denotes the inclination of the false and how it leads into evil. So this abyss also connotes the depth of evil and how it concocts cunning and well-considered plans to execute its evil scheme.

4. Now that you know this we shall approach it courageously, to reach our goal as soon as possible and get to our company as well. Only a few steps remain, und look, we are already there, and therefore in the utter depths. You see nothing here, for the darkness is so immense that you would never be able to behold anything with the light of your eyes. For this reason it will be necessary here to create as much light as possible, enough for us to see something, but none of those around us must become aware of our light, you must cling tightly to me and not approach the sphere of any spirit, unless I specifically allow you to do so.

5. And now look, we already have enough light to actually take a look at this place. What do you notice? – You say in a febrile state: For the sake of the almighty and all merciful God, what a ghastly place this is! We see nothing but black sand and black debris that makes up the floor of this place; and from between the sand and debris it occasionally steams forth, in a way we have often witnessed on earth when the coal was burning. You ask further: Where are the creatures? This region looks utterly barren. Yes, my dear friends, even this is nothing but an apparition and indicates “death”! – But do not trouble yourselves with the emptiness of this place; for you will soon see more than enough of it.

6. Look, there is something to behold not far from us, something like a large pyre as you’ve known them upon earth. We will approach it and you can soon convince yourselves of what it is made of. Now look, we are close enough; observe it more closely. What do you see? You say again: But for the sake of the almighty and just God! What is this? These are a bunch of people stacked on top of each other, and on top of that they are chained to the floor with incredibly strong shackles, so much so that no one would be able to move even an inch. If that is indeed the case here, then it doesn’t look all too good for the expected, eternally persistent freedom of the spirit.

7. Yes, yes, my dear friends, right now it does indeed look like that, when we observe it with our heavenly light. But for that reason it is also just an “apparition” that corresponds to the truth of the situation. Basically this apparition denotes how a company is held captive by its own fundamentally wrong basis and the resulting evil. But let us move along and leave this pyre! Look up, ahead is an even bigger heap. – You say: Dear friend, this is the same thing as before; the only difference is, that the heap is now in a cone shape, and a lot of chains have been thrown onto it, with which these creatures seem to have been pressed together, so much so that their bodies have been flattened. But we cannot make out any faces, and how they look like, because all these beings are oriented towards the ground. You ask: Dear friend, does our group from earlier now also reside within this heap? No, my dear friends; we will get to them too. – And now that we have seen everything here we will again move forward.

8. Look, far away from us we can see a literal mountain; now that we are once more close enough you may observe it a bit. What do you see? – You say again: For the sake of the almighty and just God, what is that?! Once again there are a lot of human creatures stacked on top of each other, below chains and bars; and between them are a multitude of snakes staring out in every direction with their hideous eyes, hissing an awful lot. What does this mean? – It symbolizes a company that has more and more converted from its false into evil. – But let us move along from here. Look, not far from us is an entire mountain range that would be difficult to behold in its entirety with just one glance, but that will not be necessary; for one spot more or less speaks for all of it. Here is a foothill of this mountain range; look at it more closely and tell me what you see: We see nothing but gagged monstrosities of all kinds; only here and there does a crushed ribcage of a human corpse poke out. What does all of this mean? – Such a thing denotes the purest self-love and is the apparition of worldly might, greatness and wealth, when such attributes are used for selfish and evil purposes upon earth.

9. But you ask again: But dear friend, knowing full well that we currently reside within your sphere and basically upon the spiritual sun, where we imagined to be nothing but heavenly things; how come now that we encounter all of hell itself as well? – Yes, my dear friends, weren’t you told by the Lord himself after crossing over into the spiritual sun, that the spiritual is a most internal, an all permeating and an all encompassing thing? So if that is the nature of the spiritual, as such it penetrates all the planets and the entire sphere, as far as the light of the natural sun itself reaches; and purely spiritually speaking eternally farther. Therefore you currently don’t reside in the sphere of the spiritual sun, but actually in the peculiar sphere of your own planet, and however all the planets receive the light and warmth of the actual sun and how its effect penetrates them, it is the same case for the spiritual sun, since we see through the spiritual of its planets from atop the wings of its spiritual rays. Now that we know this it will hopefully be clear to you that one can vividly see the spiritual being of hell, regarding your planet, upon this spiritual path.

10. You must not picture heaven and hell being spatially distant from one another, only distant in condition. Spatially speaking heaven and hell can be found right next to each other, for a heavenly good person can walk right next to a hellishly bad one and even sit next to him on the same bench. One has a perfect heaven within himself, and the other a perfect hell. To prove this I could immediately let you see this here in my own sphere, how heaven can be located within, just as well as hell could; for you see all of this only within my sphere anyway, and you only have to take a single step out of my sphere to find yourselves at the exact same spot, where you originally entered my sphere. Since you now know this we can move on from this mountain again and observe everything from another light.

11. Now pay attention, the light has changed. How do you perceive this mountain now? You are astonished that instead of seeing the mountain you see freely moving groups, as well as various dwellings, some of them similar to filthy pubs or old and black knightly castles; and look, everything is engulfed in a reddish twilight.

12. But look, not far from us stands an old knightly castle, seemingly built against the rocky mountain: and there we will go. Look, we are already there; the gate is open. We are invisible here, and thus we will enter this castle, then we shall see what is going on within. Now, here is already the first hall. On the walls hang all kinds of murder and torture instruments, and over there in the background, on a throne, sits the so-called lord of the castle, and he confers with his henchmen, to decide on their strategy for robbing the goods and treasures of the owner from the similar, neighboring castle. Listen how he instructs them to raid the targeted castle in complete silence, to kill everyone living there mercilessly and take hold of the treasures. Those who should stubbornly resist would be taken captive, and as was often the case before already, they would be subjected to the most painful of tortures. Well, the decision has been made and the meeting concluded. Everyone grabs their weapons and runs outside, and because we have nothing more to do here, we shall run after them.

13. Look, there not far from here is the previously discussed castle. It is being surrounded, and now look, the terrible slaughter begins. These evil beings are fighting fervently against each other, resulting in the inhabitants of the second castle being cut to pieces. Keep on watching; the henchmen of the previous lord are bringing forth our established quartet, having been gagged. Let us join them and listen to the dialogue. Hear this, the husband says to the wife: Oh you miserable snake, now I see through you! My bitter suspicion has always whispered to me what a wretched spiritual child you are! This is the exalted school and your pathetic light which you have cunningly feigned to me and lied to me about as some kind of highly experienced spiritual being. This villainous professor of this exalted school is now chained and gagged together with us in this abhorring captivity, from which we can be sure to expect the most horrible fate.

14. The wife says: How can you think of me like that? Who can do anything about unforeseen bad luck? I only meant well for you. The husband says: Be silent, you miserable snake! I have to thank only you for the fact that I am obviously finding myself in hell. Every bond between me and you shall now be severed forever. And You, My Jesus, whom I have always called upon, help me out of this terrible captivity. I would rather want to, if it is your most holy will, wander around in that dark place for thousands of years to make penance for my sins than to stay in this place of horrors for one more moment, this place, which seems to be eternally cut off from Your compassion and mercy! Oh Jesus, help me! Oh Jesus, save me!

15. Now look, two disguised individuals are quickly approaching this caravan, and look, they are there already. They remove their disguise, and as you can see, they are two judging angels of the Lord. Each of them has a flaming sword in his hand. One of them swings his sword over the conquered castle, through which the torn apart and cut up beings have been put together again, and they begin to moan about the injustice they were subjected to. The other angel swings his sword over the first notorious castle, and as you can see, it bursts into flames. Burning and howling figures throw themselves out of the openings, windows and doors and curse these two angels of revenge.

16. Keep on looking: an angel strikes at the middle of our quartet with his flaming sword. The chains are broken. The husband sinks down before the two angels and pleads them for his merciful salvation. One of the angels grabs him and takes him with him, but the wife also takes hold of her husband and screams at him for compassion and mercy and begs not to leave her behind. Look for how long she lets herself be dragged along by the angelic spirit! And now look, both angels lift off; one carrying the husband, and all the while the wife lets herself be carried along and does not let go of her husband. Only now, already at a great height, does the other angel strike a glancing blow with his sword at the wife, loosening her from her husband with much effort. She plunges back down into her element, weeping; and the husband is brought to the border of the children’s kingdom, where the environment still looks rather meager and dark.

17. Now you have witnessed one of the best kinds of solutions to such a situation, but there are indeed countless more horrible and stubborn cases, of which you would barely be able to bear the sight, even if only expressed through words. We shall therefore now go back to our previous location and from there pass over into the region of the midday. – And with this, enough for today!