38. Liebe deinen Nächsten… Wer ist das und wie liebe ich ihn? – Der barmherzige Samariter – Love your Neighbour… Who is that and how do I love him? – The Good Samaritan

PREDIGT / SERMON 38
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PREDIGTEN DES HERRN-38-Lukas-10_25-37 Der Barmherzige Samariter-Liebe deinen Naechsten-Wen und wie genau-Gottfried Mayerhofer THE LORDS SERMONS-38-LOVE YOUR NEIGHBOUR-WHO IS THAT HOW DO I LOVE HIM-The good Samaritan Luke 10_25-37-Gottfried Mayerhofer
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flagge de  38. Liebe deinen… Wen und wie genau? – Der barmherzige Samariter

38. Predigt des Herrn… Gleichnis vom barmherzigen Samariter
10.04.1872

Lukas 10, 25-37…
Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte Jesus und sprach: “Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?” Jesus aber sprach zu ihm: “Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du?”

Er antwortete und sprach: “Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst!” Er aber sprach zu ihm: “Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben!” Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: “Wer ist denn mein Nächster?”

Da antwortete Jesus und sprach: “Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder. Die zogen ihn aus, schlugen ihn, gingen davon und liessen ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ungefähr, dass ein Priester dieselbe Strasse hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber.

Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, goss drein Öl und Wein, hob ihn auf sein Tier, führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des andern Tages reiste er, zog heraus zwei Groschen, gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: ‘Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme’.

Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war?” Er sprach: “Der die Barmherzigkeit an ihm tat.” Da sprach Jesus zu ihm: “So gehe hin und tue desgleichen!”

So spricht der Herr:

1. Diese Verse erzählen euch das Gleichnis vom Samariter. Mit diesem handgreiflichen Bild wollte Ich dem Pharisäer auf seine Frage: “Wer ist mein Nächster zeigen, wer dieser sei, und wie das zweite Liebesgebot – ‘Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!’ – im geistigen Sinn verstanden werden solle.

2. Die Menschen machten und machen zu allen Zeiten zwischen Menschen, Bruder und Nächstenliebe, die alle in eine Liebe zusammenfliessen, einen grossen Unterschied, worüber Ich euch vor längerer Zeit ein ausführliches Wort gegeben habe, welches hier eingeschaltet werden könnte, wenn keine andere Erklärung möglich wäre.

3. Da man aber in jenen Zeiten, als Ich dieses Gleichnis gab, durch die Unterschiede der Stände oder Kasten, wie auch durch die Ansichten der Menschen weit von dem entfernt war, was Ich unter ‘Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!’ verstanden haben wollte – was auch aus der Antwort des Pharisäers hervorgeht, welcher erst fragen musste: “Wer ist denn eigentlich mein Nächster?” -, so war es ganz natürlich, dass Ich aus diesen triftigen Gründen ein Beispiel aufstellen musste, um zu zeigen, wer eigentlich der Nächste jedes Menschen sei. Es besteht in allen künftigen Zeiten über den Begriff ‘Nächster’ und über die Ausübung der Liebe zum Nächsten kein Zweifel mehr, denn mit einem Wohlwollen allein, oder mit frommen Wünschen ist dem Nächsten, der Menschheit und Mir am wenigsten geholfen.

4. Soviel schon über dieses zweite Liebesgebot geschrieben und geredet wurde, so haben doch die wenigsten Menschen eigentlich verstanden, was die Nächstenliebe und wer der Nächste ist.

5. Der allgemeine Schluss ist gleich gemacht: “Die ganze Menschheit ist mein Nächster, und durch das Gesetz, dass ich den Nächsten lieben soll wie mich selbst, ist auch der Massstab der Liebe bestimmt!”

6. Ganz recht, sage Ich; aber jetzt kommt es darauf an: “Inwiefern ist die Menschheit oder jeder Mensch mein Nächster, und was heisst: sich selbst – aber wohlgemerkt – im gerechten Mass lieben?”

7. In diesen beiden Begriffen liegt der Schlüssel zu Meinem Reich, weshalb Ich unter allen erdenklichen Geboten gerade dieses Gebot der Nächstenliebe zum zweiten Hauptgebot nicht allein für eure Erde, sondern für alle Welten und selbst für das grosse Geisterreich gemacht habe.

8. Es ist vor allem deshalb das Gebot der Liebe, weil es ohne Liebe keine Wärme, ohne Wärme kein Leben, ohne Leben keine Schöpfung – was immer für eine denkbare – gibt. Die Liebe ist der erste Trieb, welcher zur Tätigkeit anspornt; die Tätigkeit erzeugt entsprechend Wärme. Die Wärme – Ausdruck für Bewegung, Vibrieren – zeigt sich als Leben, und Leben ist Entstehen, Bestehen und Vergehen, als sichtbares Zeichen des Lebens oder der Schöpfung in ihrer ganzen Ausdehnung.

9. Die Liebe adelt alle Wesen, die sie fühlen und gegen andere ausüben. Ohne Liebe gäbe es keinen geistigen Massstab der Handlungen, und ohne Liebe bestände weder Ich, noch etwas Geschaffenes, das ein Bleibendes werden könnte.

10. Nun, wie die Liebe in Mir Meine Geister, die lebenden Wesen und selbst die Materie schuf und sie alle mit gleicher Glut umfängt, sie ernährt, erhält und leitet, zum grösstmöglichen, geistigen Ziel, zum Inbegriff der höchsten Liebe, – ebenso soll auch der Mensch seine Umgebung, die Welt, in welcher er leben muss, mit gleicher Liebe umfassen. Alles Geschaffene, aus Liebe und durch Meine göttliche Liebe erzeugt, soll steter Beweis sein, dass Ich ein liebender Vater erst dann bin, wenn Meine erschaffenen Wesen, Meine Nächsten, ihre Pflicht, ihre Mission so erfüllen, wie Ich sie Mir gedacht habe, und wie Ich sie aus freiem Antrieb und nicht durch Zwang ausgeführt haben möchte. Der freie Wille adelt das Geschöpf, im Gegensatz zu dem durch den Instinkt geführten Wesen, das so handeln muss und nicht anders kann.

11. Diese über alles sich ausbreitende Liebe soll der Massstab für die Menschenliebe sein, welche in jedes Menschen Brust ihren Wohnort aufschlagen und als bleibendes Denkmal einer höheren Abkunft auch alle Gedanken, Worte und Taten auf sie beziehen soll. Diese Liebe soll aber auch, wie die Meine, keinen andern Zweck kennen als den, alles zum Besten seiner Mitmenschen und seiner mitlebenden Wesen zu tun, wobei man natürlich dem Nächsten das von ihm Gewünschte nicht immer gewähren darf, sondern ihm auch manches versagen muss, so das Gewähren vielleicht Schaden statt Nutzen bringen würde.

12. Betrachtet Mich! Ich liebe euch Menschen alle – liebe euch mit einer Liebe, die ihr nicht begreifen, nicht fassen und nicht erwidern könnt, und doch sage Ich nicht zu allen Bitten, mit denen ihr Mich überhäuft: “Ja!”, sondern meistens das Gegenteil: “Nein!” Und warum? Weil ihr oft Dinge wünscht, die euch geistig schädlich wären! Und wenn diese Verweigerung dann Leiden und Kämpfe, Unglücks und Trauerfälle über euch und die Eurigen bringt, so ist sie doch nur Ausfluss der Liebe, der Liebe eures himmlischen Vaters, der euretwegen alles erschaffen, euretwegen so manches erduldet hat und euch stets Undank, Verhöhnung, Verleugnung mit Segen vergilt.

13. Hier seht ihr, wie die Liebe aufgefasst werden muss, wenn sie nicht Böses, sondern Gutes bewirken soll. So müsst auch ihr eure Menschen- oder Nächstenliebe auffassen! Wie ein Vater auf Erden seinen unmündigen Kindern nicht alles gewährt, was sie in ihrem Unverstand von ihm verlangen, sondern immer den höheren Erziehungszweck im Auge behält, ebenso sollt auch ihr nur dann eurem Nächsten Gutes tun, wenn ihr überzeugt seid, dass gemäss eurer Einsicht nicht etwa ein Laster genährt oder euer Nächster im Nichtstun bestärkt, statt zur Arbeit gewöhnt wird.

14. Dies ist die Liebe, mit welcher Ich aus Meiner Weisheit heraus Meine Welten regiere. Ebenso sollt auch ihr mit euren Verstandeskräften den Trieb des Wohltuns bezähmen und regeln, damit nicht das entgegengesetzte Resultat die Folge eures, wenngleich edelsten Willens ist.

15. Der zweite zu erwägende Punkt ist: “Ihr sollt den Nächsten lieben wie euch selbst!”

16. Nun, auch hier sind so viele Begriffe möglich, wie es geistige Stufen der menschlichen Natur gibt, die von der Verleugnung einer Selbstliebe bis zum höchsten Egoismus steigen kann, – und so entsteht die Frage:

17. “Wann ist meine Selbstliebe die gerechte, die mir und andern nützliche?”

18. Nur nach Beantwortung dieser Frage weiss man, welche Liebe und wie sie anderen erwiesen werden soll! Ihr seht, dass, genaugenommen, die Worte ‘Liebe’ und ‘sich selbst’ ganz andere Begriffe ergeben als bei deren oberflächlicher Betrachtung.

19. Die Bedeutung der Selbstliebe muss erst klar vor euren Augen stehen; ihr müsst wissen, wie und was ihr an euch lieben sollt, um dann nach dieser Erkenntnis eure Liebe auf andere übertragen oder die Liebe, mit welcher ihr andere behandeln sollt, genau beurteilen zu können.

20. Es ist in jeden Menschen der Trieb gelegt, sein Leben zu erhalten, es zu verlängern und so angenehm wie möglich zu gestalten. Dieser nötige Erhaltungstrieb für die äussere Hülle oder Umkleidung des geistig-seelischen Menschen musste tief in ihn gelegt und eingepflanzt werden, damit er nicht bei den geringsten Misshelligkeiten während seiner irdischen Lebensbahn auf den Gedanken kommt, diesen hindernden Trieb zu unterdrücken und sich seines Körpers noch vor der Reife des inneren Menschen zu entledigen.

21. Dieser Erhaltungstrieb ist so mächtig und nötig, dass nur Menschen, welche auf alles Geistige verzichten, keinen Glauben und keine Religion im wahrsten Sinn haben oder durch verkehrte Weltansichten oder geistige Störungen in ihrem Lebensorganismus geschwächt sind, dahin kommen können, die so tief eingewurzelte Liebe zum Leben zu zerstören und ihrem Dasein von sich aus früher ein Ende zu machen, als es im Plane Meiner göttlichen, überall gültigen Gesetze bestimmt war.

22. Solche Selbstmörderseelen werden im Jenseits einen mit weit schwierigeren Umständen verknüpften Weg zur Ausreife zurückzulegen haben, weil sie unreif aus dieser Welt gegangen und ebenfalls unreif in eine andere eingetreten sind.

23. Die zweite Art der Selbstliebe ist eine höhere, nämlich der Erhaltungs und Vervollkommnungstrieb des Geistigen. Der Mensch sucht sein geistiges Ich soviel als möglich Dem gleich zu machen, der diesen Funken göttlichen Bewusstseins in ihn gelegt, ihn damit weit über die Materie erhoben und an die Grenze zweier Welten gestellt hat, so dass er der körperlichen Hülle nach der Materie und dem Geist nach der Geisterwelt angehört.

24. Sowohl im materiellen wie im geistigen Wesen des Menschen kann ein Mangel oder ein Überfluss an Selbstliebe vorhanden sein.

25. Der Mangel an materieller Selbstliebe gibt sich durch Lebensüberdruss kund, wobei der körperliche Erhaltungstrieb so gering wird, dass der Mensch oft wegen geringfügiger Unannehmlichkeiten des irdischen Lebens sein Körperleben vernichtet. Dieser Zustand wird häufig durch eine verkehrte Erziehung, durch Nichtglauben an einen Gott oder an ein Fortleben der Seele, oder durch geistige Störungen hervorgerufen.

26. Diesem Extrem des Mangels an Selbstliebe steht dann wieder ein Übermass an Eigenliebe gegenüber. Der Mensch, sein leibliches Wohl als Höchstes achtend, will nur dem fröhnen, was der schmutzigste Egoismus ist. Er ergreift alle Mittel, um seinen Zweck zu erreichen. Es gibt für ihn nichts als sein eigenes Ich, und er ist, jedes Band der Nächstenliebe verleugnend, stets nur allein sein Nächster. Diese Menschen stehen auf der untersten geistigen Stufe; denn sie entziehen sich aller Kämpfe und aller Aufopferungen. Sie wollen nur Genuss, und zwar nur für sich allein, und alle Mittel – erlaubte oder unerlaubte, gesetzliche oder ungesetzliche, göttliche oder teuflische – werden ergriffen, wenn sie nur zu ihrem angestrebten Ziel gelangen. Solche Eigenliebe schliesst alle Nächstenliebe gänzlich aus.

27. Eine Eigenliebe kann auch bestehen, wenn der Mensch nur seiner selbst willen seinen inneren Menschen so ausbilden, so vervollkommnen will, dass ihm selbst sein Körper zur Last wird und er sich desselben sobald wie möglich entledigt fühlen möchte.

28. Hier habt ihr die beiden Extreme: Mangel und Überfluss an Selbstliebe, sei es im materiellen, sei es im geistigen Wesen des Menschen. Wenn aber eine Mittelstrasse eingehalten werden soll, wo weder dem einen noch dem andern Extrem zu nahe gekommen werden darf, so fragt es sich, wie es mit der Nächstenliebe steht, die sich doch nach der Selbstliebe regeln soll.

29. Auch hier gilt das gleiche, was Ich schon im Anfang erklärte: Die gemässigte, durch den Verstand geleitete Liebe, die das eigentliche, geistige Ziel des Menschen und das Ziel seiner irdischen Laufbahn stets im Auge hat, diese Liebe soll die Eigenliebe in solche Bahnen lenken, dass der Körper nicht unter dem Einfluss des Geistes und der Geist nicht unter dem des Körpers leide oder gar verkümmere. Der Mensch soll stets bedenken, dass ihm auch sein Körper als ein Gut anvertraut wurde, und wie er einst von seiner Seele wird Rechenschaft geben müssen, so wird auch die Frage an ihn ergehen:”Hast du deinen Körper zu dem Zweck gebraucht, zu dem er bestimmt war, oder hast du ihn missbraucht?” So wird die Rechenschaft, die der Mensch über seinen Geist und die ihm anvertrauten Talente abzulegen hat, mit derjenigen, die er über das materielle Leben zu geben hat, zusammenfallen.

30. Beides, Geist und Körper so zu gebrauchen, so zu erziehen und derselben so Meister zu werden, dass alle Handlungen nur im Hinblick auf Mich, den Geber, geschehen und so den Stempel der Göttlichkeit tragen. Diese Art zu denken, zu handeln und zu wirken soll auch der Massstab dafür sein, wie ihr dem Nächsten eure Liebe angedeihen lassen sollt! Diese Liebe soll dem Nächsten alles Gute gewähren, insoweit es Meinen eigenen, sittlichen Grundsätzen entspricht.

31. Der Mensch muss vorerst an sich selbst erkennen, was er zu leisten imstande ist, um auch die Leistungsfähigkeit anderer zu bemessen. Er muss vorerst bei sich das Gute und Schlechte unterscheiden lernen. Er muss lernen, was dem Geist und was dem Körper nützt oder schadet, ehe er aus blinder Liebe anderen angedeihen lässt, was sie nur zum Ruin und nicht zum höheren Ziel führt.

32. Daher regelt vorher eure Eigenliebe! Haltet darin gerechtes Mass und Gewicht, und es wird euch die rechte Selbstliebe am besten zur Nächstenliebe führen! Denn nur da, wo klare Ansichten herrschen, können auch vollgültige Taten das Resultat sein; sonst tappt ihr im Finstern herum, verkennt oder missbraucht eure Liebe zum Schaden anderer. Überall in der ganzen Welt sind die Extreme schädlich und führen zu nichts: im Lieben wie im Hassen, im Geben wie im Verweigern, im Reden wie im Schweigen.

33. Daher seid bei jeder Handlung eurer höheren Bestimmung eingedenk und vergesst dabei nicht, dass ihr Menschen und keine Götter seid, und dass zu grosse wie auch zu geringe Liebe für sich selbst ebenso zu schlechten Resultaten führt, wie zu hoch oder zu niedrig gespannte Begriffe von Nächstenliebe dem Nebenmenschen eher schaden als nützen können.

34. Erkennt zuerst eure eigenen Schwächen, um nachsichtig gegen die anderer zu sein! Prüft, ob die Gewährung einer Bitte bei euch Gutes oder Schlechtes hervorbringen möchte, und regelt danach eure Liebesgaben, eure Aufopferungen gegen euern Nächsten! Nirgends kann soviel Schaden gestiftet werden, als mit dem wörtlich genommenen Begriff der Nächstenliebe.

35. Seht, Ich bin euer Nächster und tue alles, damit ihr Meine Nächsten, Meine Brüder und Schwestern, ja, Meine Kinder werdet; und doch bin Ich trotz aller Liebe und Weisheit nicht so willfährig, den Menschen alles zu geben, was sie oft in ihrer Unmündigkeit von Mir verlangen, weil Ich als Geist, und zwar als höchster Geist, am besten weiss, was Meinen Kindern, Meinen geistigen Brüdern und Schwestern am zuträglichsten ist, und weil Ich sie erziehen und nicht verziehen will!

36. Daher nehmt euch ein Beispiel an Mir, wie Ich Meine ganze Schöpfung zusammenhalte und ihre Teile gemeinschaftlich zum grossen Ziel der Erlösung aus der Materie führe, und ihr werdet gewiss den rechten Weg zwischen Geben und Nehmen, zwischen Gewähren und Verweigern finden! Dann wird das zweite grosse Liebesgebot erst den eigentlichen geistigen Ausdruck nicht allein im Wort, sondern auch in der Tat finden, wenn ihr euern Nächsten das tut, was ihr – wärt ihr in der Lage und in den Verhältnissen eures Nebenmenschen – als geistige Wesen für euch selbst für das beste halten würdet.

37. Stets das Geistige hoch, ja höher als alles andere haltend, müsst ihr darin den Anfangs und Ausgangspunkt aller eurer Handlungen suchen, damit sie mit Meinen grossen Schöpfungsgedanken übereinstimmend, euch veredeln und adeln und ihr Mich dadurch als euern liebevollsten Vater stets mehr verklärt und als das erkennt, was Ich allen sein möchte, nämlich euer geistiger Führer, Leiter und Vater. Amen.

flagge en  38th Sermon of the Lord… The Parable of the Good Samaritan

38th Sermon of the Lord… The Parable of the Good Samaritan
(April 10, 1872)

Luke 10:25-37…
And behold, a certain lawyer stood up, and tempted him, saying, Master, what shall I do to inherit eternal life? He said unto him, What is written in the law? How readest thou?

And he answering said, Thou shalt love the Lord thy God with all thy heart, and with all thy soul, and with all thy strength, and with all thy mind; and thy neighbour as thyself. And he said unto him, Thou hast answered right: this do, and thou shalt live. But he, willing to justify himself, said unto Jesus, And who is my neighbour?

And Jesus answering said, A certain man went down from Jerusalem to Jericho, and fell among thieves, which stripped him of his raiment, and wounded him, and departed, leaving him half dead. And by chance there came down a certain priest that way: and when he saw him, he passed by on the other side. And likewise a Levite, when he was at the place, came and looked on him, and passed by on the other side.

But a certain Samaritan, as he journeyed, came where he was: and when he saw him, he had compassion on him, And went to him, and bound up his wounds, pouring in oil and wine, and set him on his own beast, and brought him to an inn, and took care of him. And on the morrow when he departed, he took out two pence, and gave them to the host, and said unto him, Take care of him; and whatsoever thou spendest more, when I come again, I will repay thee.

Which now of these three, thinkest thou, was neighbour unto him that fell among the thieves? And he said, He that shewed mercy on him. Then said Jesus unto him, Go, and do thou likewise.”

Thus says the Lord:

1. These verses tell you the parable of the Good Samaritan. With this very obvious illustration I wanted to answer the Pharisee’s question: “Who is my neighbour?”, showing him who his neighbour was and how the second commandment of love: “You shall love your neighbour as yourself!” has to be interpreted in the spiritual sense.

2. At all times men have considerably distinguished between love of one’s fellowman, brotherly love and love of one’s neighbour, all of which fuse into one love.

3. In those times, when I gave this parable, due to the differences in caste and position as well as to public opinion, people were still very far from what I wanted them to understand in My commandment: “Love your neighbour as yourself!” This fact becomes obvious in the Pharisee’s question as to who actually his neighbour was. Therefore, I had to show by an example who every person’s neighbour is. Thus there is no longer any doubt at all about the concept of “neighbour” and the practising of love on one’s neighbour, for from benevolence or good wishes alone neither the neighbour nor mankind nor, least of all, I can benefit in any way.

4. Although a great deal has been written and said about this second commandment of love, few people really understand the love of their neighbour, or who their neighbour actually is.

5. Generally they draw the conclusion: “All mankind is my neighbour, and the law that I should love my neighbour as myself, also determines the measure of love.”

6. Quite right, say I, but the important question is: In what way is all mankind or everyone my neighbour, and what does it mean to love oneself – but mind this – to the right extent?

7. In these two concepts there is the key to My Kingdom and, therefore, out of all imaginable commandments, I made this commandment of love of one’s neighbour the second chief commandment – and not only for your earth, but for all worlds, even for the great spirit realm.

8. It is, above all, the commandment of love, because without love there is no warmth, without warmth no life, without life no creation. Love is the foremost driving force that spurs to activity, and activity accordingly produces warmth. Warmth -the expression of motion, vibration – manifests as life, and life is “coming into being”, “existing” and “passing” as the visible sign of life or creation in its entirety.

9. Love exalts all beings who feel it and practise it towards others. Without love there would not exist any spiritual yardstick for actions; without love I would not exist nor would any created thing that could gain permanence.

10. Just as love within Me created My spirits, all living beings, and even matter, all of which it embraces with the same ardour, nourishes, supports and guides to the supreme spiritual goal, the quintessence of supreme love, – thus also man should embrace the world in which he has to live with the same love. Everything created, – produced out of love and through My divine love – is to be a constant proof that I am a loving Father only when My created beings, My neighbours, perform their duty, their mission, as intended by Me and as I want it performed, namely, of their own free will and not under compulsion. The free will exalts the created being, contrary to that being which is guided by instinct and compelled to act in a certain way.

11. This love that embraces everything is to be the standard for the love that should dwell in every man’s heart and as a permanent memorial of a higher origin should also rule all thoughts, words and actions. This love, as does Mine, should know no other purpose than acting for the benefit of its fel-lowmen and fellow beings. Naturally, one cannot grant all one’s neighbour’s requests, but must refuse some if their granting would be more damaging than useful.

12. Look at Me! I love all of you with a love which you can neither comprehend nor return, but I still do not say ‘Yes’ to your numerous requests, – more often ‘No’. Why? Because you often desire things that would be detrimental to you. And even if this refusal brings upon you suffering and struggles, misfortune or the loss of dear ones, it is still he result of love, of your heavenly Father’s love, Who has created everything for you, has suffered much for your sake, and keeps repaying ingratitude, mockery and disavowal with blessings.

13. This shows you how love must be understood if it is to lead to good instead of evil. This is how the love of your neighbour is to be understood. As a human father does not grant his immature children everything they desire in their lack of judgment, but always keeps in mind the higher purpose of education, thus you should also only do a good turn to your neighbour if you are convinced that, as far as you can judge, this would not promote some vice or encourage laziness in your neighbour instead of diligence.

14. This is the type of love with which I rule the world out of My wisdom. Thus you, too, should restrain and control with your intellectual power your urge to help, so that your noblest intentions may not have an adverse effect.

15. The second point that must be considered is: “You shall love your neighbour as yourself!”

16. This, too, can be interpreted in as many ways as there are spiritual stages in human nature, beginning with self-abnegation right to extreme egoism. And here arises the question:

17. “When is my self-love justified, useful to me and others?”

18. Only after this question has been answered, does it become clear which love is to be practised and how. You can see that, strictly speaking, the words “love” and “yourself” have quite different meanings than if looked at only superficially.

19. The meaning of self-love must first be quite clear to you; you must know what you are supposed to love in yourself and how. Only then can you transfer your love onto others, or be able to judge with what love you have to treat others.

20. The instinct of self-preservation, of prolonging one’s life and arranging it as pleasantly as possible, has been planted in every human being. This necessary instinct for the preservation of the external hull or casing for the spiritual man had to be planted deep within man, so that he would not, whenever he was in trouble during the course of his life, try to suppress this instinct and discard his body before the inner man had matured.

21. This instinct of self-preservation is so mighty and necessary that only people who disregard everything spiritual, have no faith and no religion in the true sense of the word or have been weakened through a false philosophy of life or spiritual disorders in their life-organism, can come to a state where they would destroy their deep-rooted love for life and end their existence earlier than destined in the plan of My divine, universally valid laws.

22. The souls of such suicides will have a much harder road to perfection in the beyond because they were not mature when they left this world and entered the world beyond.

23. The second type of self-love is a higher one. It is the instinct to preserve and perfect the spiritual. Man seeks to adapt his spiritual self as much as possible to Him Who planted the spark of divine consciousness in him, thus raising him high above matter and placing him on the border of two worlds, so that with his physical body he belongs to matter and with his spirit to the spiritual world.

24. A lack or excess of self-love may be present in the material as well as in the spiritual nature of man.

25. The lack of material self-love expresses itself when a person is sick of life. Then the physical instinct of self-preservation weakens to such an extent that such a person often destroys his physical body when his earthly life presents some minor difficulties. This state is often called forth through the wrong upbringing, through non-belief in a God or a life of the soul after death, or through some mental disturbance.

26. The other extreme is an excess of self-love. Regarding his physical well-being as the most important factor in life, a man indulges only in the basest egoism. He makes use of all available means to achieve his purpose. For him nothing exists but his own ego and, denying any bond of neighbourly love, he is always only his own neighbour. Such people are on the lowest spiritual level, for they evade all struggles and sacrifices. They want only pleasures for themselves and use all means -whether they be permitted or prohibited, lawful or unlawful, divine or satanic – to achieve their end. Such self-love completely excludes all love of one’s neighbour.

27. It can also be self-love if a person strives to educate and perfect his inner man only for his own sake, so that even his body becomes a burden to him and he would like to get rid of it as soon as possible.

28. Here you have the two extremes: Lack and excess of self-love, in the material as well as in the spiritual nature of man. If, however, a middle course is to be steered where one is not allowed to come too close to either of the extremes, the question arises how this affects the love of one’s neighbour which should be guided by the self-love.

29. Here, too, the same applies which I explained at the beginning; moderate love, governed by reason, which keeps in mind the actual spiritual destination of man and the goal of his earthly life, is to steer self-love into such a course that the body may not suffer, or even become stunted under the influence of the spirit or the spirit under the influence of the body. Man should always keep in mind that his body has been entrusted to him, and just as he once will have to answer for his soul, he will also be asked: “Did you always use your body for what it was meant, or did you misuse it?” Thus man will not only be made responsible for his spirit and the talents entrusted to him, but simultaneously also for his material life.

30. Both spirit and body should be used, educated and controlled in such a way that I, the Giver, am considered in every action, thus branding it with the stamp of the divine. This way of thinking, acting and working shall also be the standard for the way you practise love towards your neighbour. This love shall grant the fellowman all that is good as far as it is in accordance with My own moral principles.

31. First of all, man must recognize in himself what he is capable of doing in order to be able to judge the capability of others. He must learn to distinguish in himself what is good and bad. He must learn what is of benefit or damaging to the spirit and what to the body, before he grants others out of blind love what could only ruin them instead of helping them to attain the higher goal.

32. Therefore, first of all, regulate your self-love! If you keep it in a proper measure, your self-love will best lead you to the love of your neighbour. Only where clear notions are ruling can fully valid actions result; otherwise you will grope in the dark and misunderstand or misuse your love for the detriment of others. Everywhere in the world extremes are detrimental and lead to nothing, be it in love or hate, in giving or refusing, in speaking or remaining silent.

33. Therefore, whatever you do, keep in mind your higher destination and do not forget that you are men and not gods and that too much as well as too little love for oneself may lead to just as bad results as would too high or too low concepts of the love of one’s neighbour be detrimental to one’s fellowman rather than beneficial.

34. First, recognize your own weaknesses in order to be tolerant towards others. Test whether the granting of a request would have a good or bad effect on you yourself, and then handle your charities, your sacrifices for your fellowman accordingly. Nowhere else can as much damage be done as when the concept of the love of one’s neighbour is taken literally.

35. Behold, I am your neighbour and I do everything to make you My neighbours, My brothers and sisters, even My children. However, notwithstanding all My love and wisdom, I am not prepared to give men all they ask of Me in their immaturity, since I, as a spirit, as the Supreme Spirit, know best what is good for My children, My spiritual brothers and sisters, because I want to educate and not spoil them.

36. Therefore, learn from Me how I am keeping together My entire creation, guiding all its parts together to the great goal of redemption from matter. Then, you will be sure to find the right way between giving and taking, granting and refusing. Then, the second great commandment of love will find its proper spiritual expression not only in the word but also in the deed, if you do to your neighbour what you – if you were in the same situation as your fellowman – as spiritual beings would consider best for yourselves.

37. Respecting the spiritual always more than anything else, you must seek therein the starting-point of all your actions that they, being in accordance with My great thoughts of creation, may ennoble and exalt you so that, more and more enlighthened, you may recognize Me, your most loving Father, as that which I want to be to all, namely, your spiritual Guide, Leader and Father. Amen.